in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas
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Heinroth
Der Baumpieper (Anthus trivialis L.).
Diese Art verbreitet sich über einen großen Teil Europas und geht östlich bis zur obem Lena. Den Winter verbringt sie am Mittelmeere, zieht аber auch bis in dаs tropische und sogar in dаs südliche Afrika; die östlichen Stücke reisen nach Nordwest-Indien. Im hohen Norden sowie in Ostasien wird sie durch nahverwandte Formen vertreten. Der Flügel des Männchens mißt 86—92 mm, im übrigen ist der Baumpieper in der Größe dem Wiesenpieper sehr ähnlich, jedoch mit seinen 20 g etwas schwerer. Die Kralle der Hinterzehe ist kürzer und mehr gekrümmt, sodaß der Vogel sich besser auf Ästen festhalten kaim.
Baum- und Wiesenpieper sind nicht ganz leicht zu unterscheiden. Der Baumpieper ist im allgemeinen mehr gelblich, und über seinem Gefieder liegt im Leben ein eigentümlicher, wir möchten sagen porzellanartiger rosa Hauch, der Wiesenpieper dagegen ist grünlicher; mit dem viel einfarbigem Brachpieper sind beide nicht zu verwechseln. Für gewöhnlich trifft mаn den Baumpieper in trocknen Wäldern der Ebene, die viele Lichtungen haben. Er ist bezeichnend für den Kiefernwald, kommt аber auch im Laubholze vor und nimmt unter Umständen sogar mit einigen Bäumen аn der Landstraße, die durch Wiesen geht, fürlieb: so habe ich ihn insbesondere in Holstein oft getroffen, und er wohnt dann in unmittelbarer Nähe des Wiesenpiepers. Sein Gesang belebt die Gegend ganz ungemein, und vom April аn hört mаn ihn bis weit in den Sommer hinein. Gewöhnlich wird er von einem Baume herab begonnen und dann in der Luft während eines eigenartigen Balzfluges abgeschlossen. Das Baumpieperlied erinnert аn dаs eines gewöhnlichen Kanarienvogels und wird meist mit „Wiedge-wiedge-wiedge-zia-zia-zia“ übersetzt; sehr oft hört mаn es, der Landschaft entsprechend, mit dem schönen Trudeln der Heidelerche zusammen. An geeigneten Örtlichkeiten ist dieser Pieper ungemein häufig; sein wissenschaftlicher Name trivialis, d. h. soviel wie gewöhnlich oder gemein, ist demnach durchaus begründet, er gehört аber zu den Vögeln, von denen außer den erfahrnen Vogelkennern niemand etwas weiß.
Das Nest des Baumpiepers findet mаn meist durch Zufall, wenn mаn quer durch den Wald geht. Der alte Vogel fliegt vor einem heraus, und dаs Nest steht dann ein bis zwei Schritte vor einem, gewöhnlich unter einem Grasbüschel so, daß mаn zwar in die Eingangsöffnung, аber nicht in die Nestmulde selbst hineinsehen kann. Die Eier fallen in der Farbe sehr verschieden aus; so trifft mаn ebensowohl auf helle und dunkelgefleckte wie auch auf ganz dunkle, fast schokoladefarbige; auf der Bunttafel Nr. XXVII sind zwei mittelfarbige dargestellt. Die Jungen sind dicht mit dunklen Daunen bedeckt, was wohl einerseits auf eine Farbanpassung аn die Umgebung und andrerseits auf Kälteschutz dieser Bodenbrüter zurückzuführen ist. Von jungen Heidelerchen, die mаn manchmal аn der gleichen Örtlichkeit findet, sind sie, wie ein Vergleich mit der Bunttafel Nr. XXVI zeigt, leicht zu unterscheiden; auch ihre Rachenfarbe ist verschieden. Sperren sie, so hört mаn zunächst ein leises „Sip“, dаs später allmählich lauter und schwirrender wird. Bevor sie die Schnäbel aufreißen, machen sie häufig eigentümliche, nach oben gerichtete, ruckweise Kopfbewegungen. Sie verlassen dаs Nest noch ehe sie richtig fliegen können und künden nun ihren jeweiligen Aufenthalt durch ein fortwährend ausgestoßnes „Sip“ den Eltern an, die ihrerseits, wenn sie einen Feind in der Nähe ihrer Kinder merken, als Schreckton ein gezogen tönendes „Sih“ hören lassen. Bei der Aufzucht überzeugt mаn sich, daß es eigentümlich zarte Vögel sind und somit etwas den Schwirlen ähneln, wozu auch die аn eine Ralle erinnernde Gestalt beiträgt. Nach Art mancher andrer Jungvögel neigen sie dazu, andre sperrende Kleinvögel zu füttern; bei uns taten sie es mit jungen Wiesenpiepem. Gibt mаn sich viel mit ihnen ab, so bleiben sie dem Menschen gegenüber recht zahm, was аber nicht ausschließt, daß sie sich vor allen ihnen unbekannten Dingen leicht fürchten, insbesondre sind sie sehr rotscheu, was ja für viele Vögel gilt. In ihrem ganzen Wesen liegt etwas vorsichtig-ängstlich Zurückhaltendes. Läßt mаn sie mit andern Kleinvögeln zusammen in dem ihnen bekannten Zimmer frei, so drücken sie sich gern auf dem Boden längs der Wand herum und kommen, wenn mаn beispielsweise einen Badenapf mitten auf den Fußboden stellt, nur langsam und zögernd aus einer Ecke hervorgeschlichen. Wir nannten einen solchen Pieper, den wir längre Zeit hielten, immer scherzweise den „Herrn Diätar“; er machte den Eindruck, als fürchte er, daß dаs Bad etwas koste, und er es nicht bezahlen könne.
Gesanglich betätigen sich die jungaufgezognen Männchen ziemlich spät, und nach unsem Beobachtungen kommt auch bis zum Frühjahre kein Baumpiepergesang zustande. Unser im Alter von 5 Tagen dem Nest entnommenes Stück brachte später ein schrilles Getön hervor, dаs аn dаs Lied des Heuschreckensängers (Locustella naevia) erinnerte und oft wiederholt wurde. Diese Tatsache reizt zu der Vorstellung, daß eine gewisse stammesgeschichtliche Verwandtschaft zwischen Piepern und Schwirlen besteht, denen ja ihr einförmiges Lied angeboren ist, sodaß sie es ohne Vorsänger richtig bringen. Von unsern Jungaufgezognen gaben wir einmal ein Ge- schwisterpaar in einen Gesellschaftskäfig des Zoologischen Gartens. Dort näherte sich der Gesang des Männchens mit der Zeit dem der frei lebenden Artgenossen, ohne аber ganz ebenso zu werden; seine Schwester erzeugte mit ihm ein Gelege, dаs eifrig bebrütet wurde. Die Jungen fielen leider Mäusen zum Opfer.
Auf der Schwarztafel Nr. 56 gibt Bild 1 dаs Nest mit den dunkeldaunigen Jungen wieder; mаn sieht deutlich, wie sie sich gewissermaßen in der Umgebung auflösen und dadurch schwer sichtbar werden. Die Bilder 7 und 11 zeigen die Ruhestellung, die eine große Ähnlichkeit mit der des Heuschreckenschwirls auf Tafel 40 hat; wenige Vögel halten die Schnabelspitze so hoch, die meisten ziehen vielmehr dаs Kinn an; vielleicht hat diese Schwirl- und Pieperstellung ihren Grund darin, daß die Tiere zur Sicherung aus dem Grase nach oben sehen müssen. Bild 8 ist eine sehr bezeichnende Baumpieperhaltung; dаs eigentümliche Sichumsehen beim Dahinschreiten ist hier besonders schön bemerkbar. Die schon besprochne, dem des Wiesenpiepers sehr ähnliche Färbungsweise geht aus der Bunttafel Nr. XXVII hervor.
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Hartert
438. Anthus trivialis trivialis (L.). (Fig. 48.)
Baumpieper.
Alauda trivialis Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 166 (1758— „Habitat in Suecia, in arborum summitate“).
Alauda minor G-melin. Syst. Nat., p. 793 (1788— ex Will, und Latham. „Habitat in Europa, pratensi multum affinis, et aequalis“).
Anthus arboreus Bechstein, Gemeinnutz. Naturg. Deutschi. III, p. 706 (1807— „ganz Europa“; Beschreibung nach mitteldeutschen Stücken).
? Spipola sepiaria Leach, Syst. Cat. Indig. Mamm. & Birds in Brit. Mus., p. 22 (1816— nomen nuduml).
Motacilla Spipola (partim!) Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. 1, p. 512 (1827— „in nemorosis Rossiae et Sibiriae omnis frequens occurrit“. Jedenfalls beschrieb Pallas den Baumpieper, vereinigte damit аber seine östliche Form maculatus.‘).
Anthus foliorum Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 326 (1831— Laubhölzer).
Anthus juncorum Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 326 (1831— „auf den mit Binsen und Gras bewachsenen freien Schlägen der Nadelwälder, geht auf dem Thüringer Walde bis auf den Rücken des Gebirges, in Tyrol bis auf die Mittelgebirge hinauf . . .“).
Anthus herbarum Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 327 (1831— „. .. lebt auf freien, mit Gras bewachsenen trockenen Schlägen der Nadelwälder, nicht sehr hoch hinauf“).
Anthus agilis Sykes, Proc. Zool. Soc. London 1832, p. 91 (Typus aus dem Deccan im Britischen Museum).
Anthus arboreus validus Brehm, Naumannia 1856, p. 339 (bei Halle).
Anthus arboreus luteigularis Brehm, Naumannia 1856, p. 339 („er streicht selten durch die hiesige Gegend und wandert bis Ägypten“).
Anthus arboreus saxorum Brehm, Naumannia 1856, p. 340 (Erfurt, Wittenberg).
Anthus arboreus microrhynchos Brehm, Naumannia 1856, p. 340 (Skandinavien).
Pipastes trivialis major A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 7 (1866— nomen nudum!).
Anthus microrhynchus Severtzow, Ibis 1883, p. 63 (Pamir). Cf. Dresser, Ibis 1876, p. 180.
Engl.: Tree-Pipit. Franz.: Pipi des arbres. Schwed.: Trädpiplärka. Ital.: Prispolone.
Oberflächlich betrachtet einem Wiesenpieper sehr ähnlich, аber in vielen Eigentümlichkeiten, namentlich den folgenden, verschieden: Merklich größer; Schnabel stärker; erste drei Schwingen etwa gleich, die vierte bedeutend (4.5—6 mm etwa) kürzer; Kralle der Hinterzehe kürzer und mehr gekrümmt, etwas kürzer als die Hinterzehe; Oberseite etwas heller; Unterkörper weißlich, mehr im Kontrast zu der rahmfarbenen bis hell rostfarbenen Kehle, Kropfgegend und Körperseiten. Flügel ♂ etwa 86—92, ♀ 81—87 mm.
Stücke aus dem Osten (Turkestan, Indien) sind meist sehr blaß, dies scheint аber nur dem abgetragenen Gefieder im Süden eigentümlich zu sein und nicht einer geographischen Form.
Brütet in Europa von Tromsö (69°) und Nord-Rußland bis zu den Pyrenäen, den höher gelegenen Teilen Italiens und der Krim, in Asien von etwa 65° аn der Petschora und etwa 62° am Jenissei bis Turkestan, (Tian- Schan) und der Dschungarei, östlich bis zur oberen Lena (Gigaiowa, Ustkutsk, Vitimsk). Soll vereinzelt im westlichen Himalaya brüten. — Viel energischerer und ausschließlicherer Zugvogel, als der Wiesenpieper. Er verläßt Europa im Herbste und überwintert, am Mittelmeere, zieht аber auch bis in dаs tropische und sogar südliche Afrika. Ebenso wandert er weiter im Osten bis nach Nordwest-Indien.
Unterscheidet sich in der Lebensweise sehr vom Wiesenpieper, denn er bewohnt trockene, mit Gebüsch bestandene Flächen, Blößen und Lichtungen im Walde, breite Weg- und Grabenränder, dichte Laub- und Nadelholzwälder, Festungswälle in der Nähe waldartiger Glacis, Parks und große Gärten, von der Tiefebene bis in die Gebirge, manchmal bis in die Nähe der Grenze des Baumwuchses (z. B. im Urseren-Tal im Ober-Engadin). Der Gesang ist gut, erinnert аn den des Kanarienvogels, beginnt mit einer kurzen, zwitschernden Strophe, der unmittelbar einige quirlig pfeifende Töne folgen, worauf eine schöne trillernde Strophe den Vortrag beschließt. Er singt meist im Fluge, in schiefer Richtung von einem Baume oder Busche aufsteigend und sich dann wieder langsam herablassend, auch im wagerechten Hinschweben oder sitzend. Lockstimme ein etwas schnarrendes psihb. Nester gut versteckt am Boden, im Grase oder unter kleinen Büschen, manchmal auch im Getreide. Eier 5, selten 4 oder 6, von Mitte Mai bis Anfang Juli; meist wohl nur eine, manchmal аber auch zwei Bruten. Eier ungeheuer variabel: hellbläulichgrau mit dunkelbraunen, sogenannten Brandflecken und hellbraunen Schalenflecken; schmutzig blaßrot mit großen helllila Schalen- und dunkelrotbraunen Oberflecken und Kritzeln; rötlich mit ziegelroten, verwaschenen und tieferliegenden helllila Schalenflecken, sowie tiefbraunen Punkten und Brandflecken; hell olivenfarben mit großen dunkelolivenfarbenen Schatten und dunkelbraunen Flecken und Haarzügen; rötlichgrau mit feinen rötlichbraunen Längsflecken über und über bedeckt, ohne Brandflecke; auf weißgrauem, bläulichem oder bräunlichem Grunde fein graubraun und braun punktiert und gestrichelt, manchen Eiern von Motacilla alba sehr ähnlich; auf weißlichem Grunde mit zahlreichen braunen und tieferliegenden hellgraulichen Flecken dicht bedeckt, den Sperlingseiern ähnlich; hellrot, über und über dunkelbraunrot punktiert und gefleckt; helllila mit brauner Punktierung, аn Eier von Locustella fluviatilis erinnernd. Manchmal häuft sich die Zeichnung kranzartig am stumpfen Ende. Diese Varietäten finden sich natürlich nicht bunt in den Nestern verteilt, sondern die Gelege sind immer unter sich gleichmäßig grau, rötlich usw. Jedenfalls legt ein ♀ immer dieselbe Sorte von Eiern. Die Baumpiepereier sind ziemlich glatt und matt glänzend und ändern auch in Größe und Gestalt ziemlich stark ab. 72 Exemplare messen nach Rey im Maximum 22.5 x 16.5, im Durchschnitt 20.18 x 15.37, im Minimum 18.4 x 14 mm, dаs mittlere Gewicht beträgt etwa 135 mg. Das größte mir vorliegende Ei mißt 22.6 x 16.8. dаs kleinste 18.8 x 15.9 mm, von Spureiern abgesehen.
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Brehm
Der Baumpieper, Holz-,Garten-, Busch-, Weiden-oder Waldpieper, Lein-, Kraut-, Stoppel- oder Schmalvogel, die Baum-, Spieß-, Holz-, Busch- und Spitzlerche, Anthus trivialis L. (arboreus), ähnelt dem Wiesenpieper sehr, ist jedoch etwas größer, sein Schnabel stärker, der Lauf kräftiger und der Nagel der Hinterzehe kürzer und gekrümmter. Die Oberteile sind auf gelblich-braungrauem oder schmutzig olivengrünem Grunde streifenartig dunkelbraun in die Länge gefleckt, Unterrücken und Bürzel fast einfarbig, ein Augenstreifen, die Gurgel, der Kropf, die Brustseiten, die Schenkel und Unterschwanzdecken bleich rostgelb, Kropf, Oberbrust und Seiten schwarz in die Länge gefleckt, die Flügelstreifen und die Säume der Schulterfedern lichter als beim Wiesenpieper. Die Iris ist braun, der Schnabel hornschwarz, der Fuß rötlich hornfarben. Die Länge beträgt 17, die Flügellänge 8,5, die Schwanzlänge 6,5 cm.
Waldungen Europas von Tromsö und Nordrußland bis zu den Pyrenäen, Norditalien und der Krim, und Sibiriens bis zur oberen Lena beherbergen den Baumpieper im Sommer, die Steppenwälder Afrikas und Mittelasiens bis Nordwesündien im Winter; baumarme Landstriche besucht der Vogel nur während seines Zuges. Blößen im Walde, lichte Gehaue, frische Schläge und andere wenig bewachsene Stellen des Waldes, auch solche, die alljährlich überschwemmt werden, bilden sein Brutgebiet. In Mitteldeutschland ist er häufig, und sein Bestand nimmt von Jahr zu Jahr, hier und da zum Nachteil der Heidelerche, erheblich zu. In seinem Wesen erinnert er vielfach аn seinen Verwandten, hält sich jedoch nicht soviel am Boden auf wie dieser, flüchtet bei Gefahr vielmehr stets den Bäumen zu und läuft auch, was jener niemals tut, auf den Ästen schrittweise dahin. Minder gesellig als der Wiesenpieper, lebt er meist einsam und bloß im Herbst familienweise, zeigt wenig Anhänglichkeit аn die Gesellschaft und wird im Frühjahr geradezu ungesellig. Der Lockton ist ein schwer wiederzugebender Laut, der ungefähr wie „sssrit“ klingt, der Ausdruck der Zärtlichkeit ein leises „Sib sib sib“, der Gesang besser als jeder andere Piepergesang, kräftig und lieblich, dem Schlage eines Kanarienvogels nicht unähnlich, ausgezeichnet durch Fülle und Klarheit des Tones, Abwechselung und Mannigfaltigkeit der Weise und gebildet aus trillerartigen, laut pfeifenden, schnell aufeinander folgenden Strophen, die sich zu einem lieblichen Ganzen gestalten und gewöhnlich mit einem sanft ersterbenden „Zia zia zia“ schließen. Das Männchen singt sehr fleißig, setzt sich dazu zunächst auf einen hervorragenden Zweig oder auf die Spitze eines Baumes, steigt sodann in schiefer Richtung flatternd in die Luft empor und schwebt, noch ehe dаs Lied zu Ende gekommen ist, sanft wieder auf dieselbe Stelle oder auf den nächsten Baumwipfel nieder und gibt hier die letzten Töne zu hören.
Das Nest, dаs immer sorgfältig verborgen auf dem Boden, in einer kleinen Grube unter Gebüsch oder tief im Grase und Heidekraut steht, ist schlecht gebaut und nur im Inneren einigermaßen sorgfältig ausgelegt. Die 4—6, meist аber 5 in Gestalt, Färbung und Zeichnung vielfach abändernden Eier findet mаn von Mitte Mai bis Anfang Juli. Sie sind im Durchschnitt 20 mm lang, 15 mm dick, auf rötlichem, gräulichem oder bläulichweißem Grunde mit dunkleren Punkten, Strichen, Kritzeln gezeichnet, geädert, gemurmelt und gefleckt (Eiertafel V, 16 u. 17). Meist wird nur eine, manchmal аber auch, angeblich von alten Weibchen, eine zweite Brut gemacht. Das Weibchen sitzt sehr fest auf den Eiern; die Jungen verlassen dаs Nest, noch ehe sie flugfähig sind.
Gefangene Baumpieper halten sich leicht, werden überaus zahm und erfreuen durch die Zierlichkeit ihrer Bewegungen nicht minder als durch ihren trefflichen Gesang, den sie, auch wenn sie jung dem Neste entnommen wurden, genau vortragen wie in der Freiheit.