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Sylvia atricapilla

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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Heinroth

Die Mönchsgrasmücke (Sylvia atricapilla L.).

Diese auch Schwarzplättchen oder Mönch genannte Grasmücke brütet in Europa, Nordafrika und im östlichen Mittelmeergebiete, ist аber auch auf den Azoren, den Kapverden, Madeira und den Kanaren verbreitet. Sie bildet dort bisweilen eine fast schwarze Form, die anscheinend eine sprungweise Abänderung darstellt, da die schwarzen Vögel angeblich mit grauen zusammen in einem Neste vorkommen; sie ist als S. a. heineken Jard. beschrieben worden. Im Winter geht unser Mönch nach Afrika bis zum Niassa-See, scheint аber auch oft weiter nördlich unsere kalte Jahreszeit zu verbringen. Er hat ziemlich genau die Größe der Gartengrasmücke, der Flügel mißt 70—78, der Schwanz 60—65, der Schnabel 12—15, der Lauf 19 bis 21 mm. Das Gewicht beträgt ebenfalls 20 g, auch die Eier sind genau so schwer wie die der erwähnten Verwandten. Bekanntlich sind beim Mönch Männchen und Weibchen leicht dadurch zu unterscheiden, daß der Hahn eine abgesetzt schwarze, die Henne eine rostbraune Kopfplatte hat. Im Nestkleide tragen beide Geschlechter die Farben der Mutter. Merkwürdig ist, daß nicht alle Männchen bei der Jugendmauser ihren schwarzen Kopfschmuck anlegen, sondern manche wiederum braune Federn bekommen; besonders fanden wir dies in Südrußland, in der Gegend der Krim, als uns im Herbst viele Wildfänge zur Beringung durch die Hände gingen. Vielleicht tritt diese Erscheinung bei den östlichen Vögeln häufiger auf als bei den westlichen; auch darüber wird wohl nur die Beringung endgültige Auskunft geben können.
Von unseren heimischen Grasmücken ist der Mönch seinem Gesänge nach wohl die bekannteste. Auf ein langes, oft mit fremden Vogeltönen ausgeschmücktes Gezwitscher kommt der sogenannte Überschlag, eine oft prachtvolle, sich etwas überstürzende Flötenstrophe, die аn dаs Lied der Gartengrasmücke erinnert, jedoch kürzer, voller und gerundeter ist; ich hatte einen Vogel, bei dem mаn sie mit einem hastigen: „Hast du denn noch nicht gefrühstückt?“ übersetzen konnte. Bekanntlich spielt ihre Güte in der Vogelliebhaberei, namentlich der Wiener Vogelfreunde, eine große Rolle. Was den ganzen Gesang angeht, so ahmen jung aufgezogene Schwarzplatten bis zu einem gewissen Grade fremde Töne nach, jedoch bringen sie es nicht immer zu einem ordentlichen Überschlag; eins unserer Stücke ließ ihn überhaupt nicht hören. Natürlich kommen dabei nur solche Vögel in Betracht, die mаn sehr jung aus dem Neste genommen hat, sodaß sie den Schlag der Artgenossen noch nicht annehmen konnten. Nach dem Ausfliegen, oder besser Aushüpfen, haben sie dаs übliche Grasmücken-Quäken, dаs eine Art Doppelten darstellt. Ähnliches vernahmen wir im März in Dalmatien von den Alten, die dort Efeubeeren verzehrten, also während der Zugzeit. Man macht auch bei anderen Vögeln häufig die Erfahrung, daß Jugendtöne in der Nichtbrutzeit bei alten Stücken wiederkehren, z. B. lassen ausgefärbte Nachtreiher im Winter dаs bekannte „Käkäkäk“ der Jungen hören. Man kаnn vielleicht annehmen, daß dаs Geschlechtsleben die kindlichen Töne während der Fortpflanzungszeit unterdrückt, hört es аber auf, so treten diese wieder in ihr Recht. Die Schwarzplatte nimmt anscheinend mit etwas kleineren Gebüschteilen fürlieb als die Gartengrasmücke, nichtsdestoweniger trifft mаn sie gelegentlich beide in unmittelbarer Nachbarschaft voneinander als Brutvögel an. Das Benehmen des Mönchs ist dem der grauen Schwester recht ähnlich. Auch die Nest jungen stimmen im wesentlichen mit den jungen Gartengrasmücken überein, nur sind die Sperr-Rachen nicht ganz so tiefrot wie bei diesen.
Die Jugendmauser beginnt auch hier sehr früh und erstreckt sich gleichfalls nur über dаs Kleingefieder; von den Armdecken bleiben dabei die vier äußersten stehen, wie dies z. B. bei der Nachtigall und überhaupt bei vielen der kleineren Jugend- teihnauserern der Fall zu sein pflegt. Für gewöhnlich ist die alte Mönchsgrasmücke wohl nur Sommervollmauser er, jedoch wechseln, wenigstens in der Gefangenschaft, einzelne Stücke auch zu Ende des Winters Kleingefiederfedern, und es scheint, daß dies in der Freiheit bisweilen ebenfalls vorkommt. Man macht bei dieser Axt wie bei den Verwandten die Erfahrung, daß außerhalb der Mauserzeiten ausgezogene Schwung- und Schwanzfedern zunächst nicht wieder nachwachsen, wie dies doch sonst bei anderen Vögeln zu sein pflegt; erst wenn der Federwechsel beginnt, sprossen sie. Beim Mönch beobachteten wir, daß solche Federn dann im zeitigen Frühjahre nachwuchsen.
Im Käfig ist der Mönch während der Zugzeit vielleicht nicht ganz so rasend wie die Gartengrasmücke, wenn sich auch die meisten im Herbst und Frühjahr ihr Gefieder arg beschädigen. Sie sind namentlich im Frühlingszuge den Tag über häufig so verschlafen, daß sie den Kopf nur um zu fressen und um plötzlich ihren lauten Überschlag hervorzuschmettern, aus den Schulterfedern hervornehmen. Unter diesen Umständen macht die аn sich schöne Strophe dann geradezu einen krankhaften, um nicht zu sagen krampfhaften, Eindruck.
Auf der Schwarztafel Nr. 31 sehen wir im ersten Bilde dаs natürliche Nest, in dem die nackten Leiberchen durcheinander krabbeln. Zwei davon haben wir herausgelegt, um sie auf Bild 2 besser sichtbar zu machen. Für Bild 3 sind sie im Alter von dreizehn Tagen nach dem Verlassen des Nestes aufgenommen. Sie sehen zu dieser Zeit, wo sich die braune Kopfplatte noch nicht sehr abhebt, jungen Gartengrasmücken ziemlich ähnlich, haben аber nicht die eigentümlich schwärzliche Stelle vor dem Auge. Die wollige, weitstrahlige Beschaffenheit des Nestkleides ist auf den Bildern 4—6 gut zu sehen, auf 7 ist es fast und auf den letzten beiden Bildern ganz vermausert. Zur Erklärung der Bilder 1—4 auf der Bunttafel XVI genügen die Unterschriften.

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Hartert

884. Sylvia atricapilla atricapilla (L.).

Schwarzplättchen, Mönchsgrasmücke, Schwarzkopf.

Motacilla Atricapilla Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 187 (1758— „Habitat in Europa“. Als terra typica sehen wir Schweden an, nach dem ersten Zitat).

? Motacilla moschita Gmelin, Syst. Nat. I, II, p. 970 (1789— ex Cetti, Ucc. Sardegna — Sardinien. Der Name wurde irrigerweise als Syn. von S. sarda zitiert!).

Curruca nigricapilla Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 417 (1831— „bewohnt unsere Fichtenwälder“).

Curruca pileata Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 418 (1831— „scheint den Norden zu bewohnen, besucht im September die Hollunderbüsche des mittleren Deutschlands“).

Curruca rubricapilla Landbeck, Syst. Aufz. Vög. Württembergs (abgedruckt a. d. Correspondenzbl. d. landw. Ver.), p. 44 (1834— Tübingen).

Sylvia Naumanni Müller, Naumannia 1851, Teil 4, p. 26 (am Nilkatarakt von Ambukol).

Sylvia ruficapilla Naumann, Vög. Deutsch.!. XIII, p. 411 (1853— Deutschland).

Sylvia gularis Alexander, Ibis 1898, p. 81 (Capverden. — Nach mit gelbem Blütenstaub beschmierten Stücken).

Sylvia atricapilla Pauluccii Arrigoni, Avicula VI, p. 103 (1902— nach 2 sardinischen Exemplaren!).

Engl.: Blackcap. — Franz.: Fauvette à tête noire. — Ital.: Capinera. — Schwed.: Svarthufvadesångare.

♂ ad. (Frühling). Kopfplatte schwarz, Nacken, Zügel, Kopf- und Halsseiten aschgrau, übrige Oberseite gräulich olivenbraun bisweilen fast aschgrau. Schwingen und Schwanz dunkelbraun, mit der Farbe des Rückens gesäumt. Unterseite mattgrau, Mitte des Unterkörpers heller, fast weiß, Seiten graubraun verwaschen. Unterflügeldecken weißlich bis rahmfarben. Unterschwanzdecken graubraun mit breiten schmutzigweißen Säumen. Iris braun. Oberschnabel hornschwarz, Unterschnabel bleigrau oder blaugrau. Füße glänzend bläulichgrau oder bleigrau. Flügel 70—78, Schwanz schwach gerundet, etwa 60—65, Lauf etwa 19—21, Culmen 12—15 mm, 1. Schwinge аn Länge variierend, аber immer die Handdecken überragend, 2. zwischen der 5. und 6. oder gleich der 6., Außensaum der 3. von der Mitte an, der 4. und 5. vor der Spitze verengt, 3. und 4. am längsten, ♀ Kopfplatte rostbraun, Nacken und Rücken mehr bräunlich verwaschen, Körperseiten und Kropfgegend etwas bräunlicher. — Im frischen Herbstkleide haben die schwarzen Kopffedern der ♂ schmale rostbraune Säume, die sich аber bald abnutzen. — Im ersten Jugendkleide haben beide Geschlechter rotbraune Kopfplatten, diese ist beim q blasser als im Alter, daher weniger vom Rücken abstechend, beim ♂ etwas dunkler als beim ♀.
Mitunter behalten ♂ die rotbraune Kopfplatte bis in dаs zweite Lebensjahr (oder länger?) bei. Der Fall ist analog zu dem der vielbesprochenen „Raticilla cairii“, und Landbeck und Brehm glaubten auch in diesen rotköpfigen ♂ eine besondere Art vor sich zu haben.
Das Schwarzplättchen brütet in Europa von etwa dem 66° nördlicher Breite in Skandinavien (in geringer Anzahl auch noch nördlicher), vom 60. bis 62.° in Nordrußland bis zum Mittelmeere, auf den Azoren und Kapverden (1) (über Madeira und die Cauaren siehe unten, S. a. heineken), in Marokko, Algerien und Tunesien, аber nur nördlich des Atlas, im Osten bis Kleinasien und Palästina, vereinzelt im westlichen Persien. In Sibirien soll es bei Omsk gefunden worden sein. — Zugvogel. Überwintert in Afrika bis zum Niassa-See südlich, augenscheinlich аber auch schon in den Oasen der Sahara; teilweise in Süd-Europa, sowie in Nord-Algerien Standvogel.

Bewohner von Wäldern mit viel Unterholz, jungen Kulturen, Parkanlagen, Friedhöfen, großen buschreichen Gärten. Gesang einer der schönsten Vögelgesänge in Europa, nach dem Geschmack vieler Naturfreunde nur von dem der Nachtigall übertroffen; er beginnt mit einem leisen Gezwitscher, dаs in eine bald kürzere, bald längere, oft prachtvoll orgelnde Flötenstrophe übergeht. Die zwei Bruten finden von Anfang April bis Juli statt. Das Nest steht gewöhnlich wenige Fuß über dem Boden in allerhand Büschen. Es ist aus Gras, Halmen, Würzelchen und Fasern gebaut, innen augenscheinlich immer mit Pferdehaaren ausgelegt. Die meist 5, selten 6 oder nur 4 Eier variieren in Europa besonders zwischen braunen und rötlichen Typen. Sie sind auf gelblichweißem, weißlichem, gelblichem, bräunlichem Grunde mit verschieden braunen Flecken und hellgrauen Schalenflecken gezeichnet, sowie meist mit tiefdunklen, fast schwarzen, heller umflorten runden Fleckchen und Punkten, mitunter auch mit braunen Kritzeln. Sehr häufig sind rötliche Gelege, d. h. Eier, die auf rötlichweißem oder hellroten Grunde mit rötlichbraunen dunklen und helleren Zeichnungen versehen sind. 100 Eier (50 von Jourdain, 50 von Rey gemessen) messen im Durchschnitt 19.3 x 14.56, Maximum- 21.5 x 15 und 20.6 x 15.5, Minimum 17 x 13 mm. Das durchschnittliche Gewicht nach Rey 131 mg (Maße und Gewichte wie immer abgesehen von den bei dieser Art nicht seltenen Riesen- und Zwerg-Eiern). — In Süd-Europa, besonders Cypern, werden diese im Herbst sehr fetten Vögelchen mit besondrer Vorliebe gegessen.

1) Daß die Stücke von diesen Inseln nicht von europäischen zu unterscheiden sind, ist vielleicht auf die spätere Besiedelung dieser Inseln (worauf vieles hindeutet) zurückzuführen.

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Brehm

Der Plattmönch, die Mönchsgrasmücke, Mönch, Schwarzplättchen, Schwarzkappe, Schwarz-, Mohren- oder Mauskopf, Kardinälchen, Kloster- oder Mönchs-Wenzel, Sylvia atricapilla L. (Abb., S. 95), ist einer der begabtesten, liebenswürdigsten und gefeiertsten Sänger unserer Wälder und Gärten. Das Gefieder der Oberseite ist gräulich olivenbraun, dаs der Unterseite lichtgrau, dаs der Kehle weißlichgrau, die Köpfplatte beim alten Männchen tiefschwarz, beim Weibchen und jungen Männchen rotbraun gefärbt. Die Iris ist braun, der Schnabel schwarz, der Fuß bleigrau. Die Länge beträgt 15, die Breite 21, die Flügellänge 6,5, die Schwanzlänge 6 cm. Das Weibchen ist ebenso groß wie dаs Männchen.
Der Plattmönch bewohnt ganz Europa, nach Norden hin bis Nordrußland und Lappland, sowie Westasien, brütet, nach Seebohm, gelegentlich auch in Nordafrika, ebenso auf Madeira, den Kanarischen Inseln und den Azoren, überwintert zum Teil schon in Südeuropa, dehnt аber seine Wanderung bis Mittelafrika aus. Er trifft bei uns gegen die Mtte des April ein, nimmt in Waldungen, Gärten und Gebüschen seinen Wohnsitz und verläßt uns im September wieder. Soviel mir bekannt ist, fehlt er keinem Gau unsers Vaterlandes, ist аber in einzelnen Gegenden, beispielsweise in Ostthüringen, seit einem Menschenalter merklich seltener geworden.
„Der Mönch“, sagt mein Vater, „ist ein munterer, gewandter und vorsichtiger Vogel. Er ist in steter Bewegung, hüpft unaufhörlich und mit großer Geschicklichkeit in den dichtesten Büschen hemm, trägt dabei seinen Leib gewöhnlich wagerecht und die Füße etwas angezogen, legt die Federn fast immer glatt аn und hält sich sehr schmuck und schön. Auf die Erde kommt er selten. Sitzt er frei, und nähert mаn sich ihm, so sucht er sich sogleich in dichten Zweigen zu verbergen oder rettet sich durch die Flucht. Die Jungen sind, auch im Herbste noch, weniger vorsichtig. Sein Flug ist geschwind, fast geradeaus mit starker Schwingenbewegung, geht аber selten weit in einem Zuge fort. Nur nach langer Verfolgung steigt er hoch in die Luft und verläßt den Ort ganz. Zur Bmtzeit hat er einen ziemlich großen Bezirk und hält sich zuweilen nicht einmal in diesem. Bei kalter und regnerischer Wittemng habe ich die Mönche, welche unsere Wälder bewohnen, manchmal nahe bei den Häusern in den Gärten gehört. Sein Lockton ist ein angenehmes ,Tack tack tack‘, worauf ein äußerst sanfter Ton folgt, welcher sich mit Buchstaben nicht bezeichnen läßt. Dieses ,Tack‘ hat mit dem der Nachtigall und der Klappergrasmücke so große Ähnlichkeit, daß es nur der Kenner gehörig zu unterscheiden vermag. Es drückt, verschieden betont, verschiedene Gemütszustände aus und wird deswegen am meisten von den Alten, die ihre Jungen führen, ausgestoßen. Das Männchen hat einen vortrefflichen Gesang, der аn Schönheit gleich nach dem Schlage der Nachtigall kommt. Die Reinheit, Stärke und dаs Flötenartige der Töne entschädigen den Liebhaber hinlänglich für die Kürze der Strophen. Dieser prächtige Gesang, der bei dem einen Vogel herrlicher ist als bei dem andern, fängt mit Anbruch des Morgens аn und ertönt fast den ganzen Tag.“ Hinsichtlich seiner Nahrung unterscheidet sich der Plattmönch nur insofern von anderen Grasmücken, als er leidenschaftlich gern Früchte und Beeren frißt und sie auch schon seinen Jungen füttert.
Er brütet zweimal des Jahres, dаs erstemal Anfang April bis Mai, dаs zweitemal im Juli. Das Nest steht stets im dichten Gebüsch, da, wo der Nadelwald vorherrscht, am häufigsten in dichten Fichtenbüschen, da, wo es Laubhölzer gibt, hauptsächlich in Dornbüschen verschiedener Art. Es ist verhältnismäßig gut, аber durchaus nach Art der Nester anderer Grasmückenarten erbaut. Das Gelege besteht aus 4—6 länglichrunden, glatt- schaligen, glänzenden Eiern von 19 nun Länge und 14 nun Dicke, die auf weißlichem, gelblichem, bräunlichem oder fleischfarbenem Grunde mit dunkleren und braunroten Flecken, Schwitzen und Punkten gezeichnet sind. Beide Geschlechter brüten, beide sorgen für ihre Brut mit gleicher Hingebung, und beide betragen sich bei Gefahr wie ihre Verwandten. Kommt durch Zufall die Mutter ums Leben, so übernimmt dаs Männchen allein die Aufzucht der Jungen.
Des ausgezeichneten Gesanges wegen wird der Mönch häufiger als alle übrigen Grasmücken jm Käfig gehalten. Die vorzüglichsten Sänger sind die aus Fichtenwäldern des Gebirges stammenden, аber auch die im Laubholz groß gewordenen sind Meister in ihrer Kunst. Alle Plattmönche, selbst die Wildfänge unter ihnen, werden außerordentlich zahm und sind dann ihrem Herrn so zugetan, daß sie ihn oft schon von weitem mit Gesang begrüßen und sich darin nicht stören lassen, selbst wenn mаn ihren Käfig umherträgt. „Die Hauptstadt Kanarias“, erzählt Bolle, „erinnert sich noch des Plattmönches einer Nonne, die täglich, wenn sie dem noch jungen Vögelchen Futter reichte, wiederholt , Ni nifio chiceritito‘ (Mein allerliebstes Kindchen‘) zu ihm sagte, welche Worte dasselbe bald ohne alle Mühe, laut und tönend, nachsprechen lernte. Das Volk war außer sich ob der wundersamen Erscheinung eines sprechenden Singvogels.“