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Poecile montanus

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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Heinroth

Die Weidenmeise (Parus atricapillus salicarius Brehm).

Die Gruppe der Mattkopfmeisen, die in ihrem Äußern sehr аn die der Sumpfmeisen erinnert, bildet eine ganze Anzahl örtlicher Dörmen, die sich über einen großen Teil Europas und über Asien bis nach Kamtschatka verbreiten. Die auf der Schwarztafel Nr. 45 und der Bunttafel Nr. XX dargestellte ist die mitteldeutsche Form. Ihr Flügel mißt 59,5—65,5, der Schwanz 57—60, der Schnabel 9—10,2 mm; im Gewicht entspricht sie der Sumpfmeise, dаs Weibchen ist etwas kleiner.
Durch die eifrigen Bemühungen von Stein bekamen wir aus der Umgebung von Frankfurt a. O. Anfang Juni einige soeben flügge Junge, von denen nur ein Stück gut gedieh, denn die Tiere waren schon zu alt, um den Menschen gleich als ungefährliehe Futterquelle anzusehen. Deshalb war und blieb unser Pflegling auch ziemlich scheu und legte die bei Meisen übliche Fahrigkeit аn den Tag, sobald mаn ihn scharf ansah. Wie bei allen Meisen trat die Kleingefiedermauser erst verhältnismäßig spät, d. h. mit ungefähr zwei Monaten ein und verlief sehr langsam; die Schwanzfedern wurden nicht erneuert. Außer leisen Meisentönen vernahm mаn von ihm ein nicht grade lautes Quätschen, dаs аn Birkenzeisig und Bergfink erinnerte. Auch einen ganz niedlichen Gesang ließ dаs Tier, wenn auch selten, hören. Irgendwelche besonders kennzeichnende Rufe, die einem Unbefangnen aufgefallen wären, haben wir nicht vernommen, und auch zum Frühjahre hin wurde der Vogel nicht lauter. Es ist möglich, daß die eigentlichen Weidenmeisenrufe nicht angeboren sind.
Unser Pflegling fraß Fleisch und Mehlwürmer nicht besonders gern, die trocknen Ameisenpuppen schälte er aus und verzehrte nur den Inhalt; Hanf und Sonnenblumenkerne waren seine Hauptnahrung. Wie alle Verwandten versteckte er diese Dinge gern, allerdings in recht unzweckmäßiger Weise, denn er stopfte die Körner in Löcher, in denen sie, für den Vogel unerreichbar, in die Tiefe rutschten; ein Rabe hätte so etwas nicht getan. Zur Erklärung der Schwarztafel Nr. 45 und der Bunttafel Nr. XX genügen die Unterschriften.

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Hartert

616. Parus atricapillus salicarius Brehm. (1)

Mitteldeutsche Weidenmeise, mattköpfige Sumpfmeise.

Parus salicarius Brehm, Isis 1828, p. 1284 (Nomen nuduml); Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 465 (1831— „lebt in unsern Tälern, besonders аn den mit Weiden besetzten Bach-, Fluß- und Teichufern“. Terra typica: Renthendorf).

Panis accedens Brehm, Vogelfang, p. 242 (1855— „Deutschland“. Terra typica der Sammlung zufolge: Berg mit Nadelholz bei Renthendorf).

Panis murinus Brehm, Vogelfang, p. 242 (1855— „Deutschland“. Terra typica der Sammlung zufolge: Renthendorf).

Poecila salicaria vera und murina Brehm, Naumannia 1856, p. 370 („In den hiesigen Tälern“. Terra typica: Renthendorf).

Panis musicus Homeyer (Brehm in litt.), Orn. Briefe p. 76 (1881— „Lebt und brütet im Nadelwalde“. Terra typica: Renthendorf).

Panis salicarius communis Olphe-Galliard (Brehm in litt.), Orn. Jahrb. 1892, p. 146 („Deutschland“. Terra typica: Renthendorf).
(Vgl.: Kleinschmidt, Orn. Jahrb. 1897, Hellmayr, Tierreich, Lief. 18, u. a. m.).

Unterscheidet sich wie alle andern „mattköpfigen Sumpfmeisen14 von den dem Unkundigen sehr ähnlich erscheinenden (2) Formen von palustris vorzugsweise durch folgende Merkmale: Der Oberkopf ist fast glanzlos, braunschwarz, die einzelnen Federn schwächer pigmentiert, länglicher, weniger kompakt, etwas mehr zerschlissen, ohne scharf sich abhebende Lichtreflexe. Der schwarze Kehlfleck ist etwas ausgedehnter. Schnabel länger, gestreckter. Schwanz mehr gestuft, die zwei äußersten Steuerfederpaare merklich verkürzt. Kleiner als assimilis und mit dunklerem Rücken. Rücken braungrau mit rostfarbener Beimischung. Halsseiten bis аn die Ohrdecken schmutzig rahmfarben übertüncht. Körperseiten rostfarben verwaschen, lebhafter als bei der im gleichen Gebiete wohnenden P. palustris communis. Flügel ♂ etwa 59.5—65.5, ♀ 57—60, Schwanz (557—60, 9 etwa 50—56, Culmen 9—10.2 mm. Manchmal sind die ♂so klein wie die größeren ♀, in der Regel аber merklich größer.
Bewohnt Mittel-Deutschland und Österreich, von den Tiefebenen bis in die Vorberge der Alpen, stellenweise bis etwa 1000 m hoch.

Bewohnt Nadelwald, besonders Kiefernwald, dichtes Stangenholz, Fichten-, Tannenhölzer, Mischwald, in den Ebenen und Bergen, anscheinend auch Dickichte аn Fluß- und Seeufern. Hat einen feinen, meisenartigen, wie „sit“ klingenden Ton und lockt gedehnt und laut „djäh, dz äh“ oder „däh däh“. Der Gesang ist gänzlich verschieden von der klappernden Strophe unsrer glanzköpfigen Sumpfmeisen und besteht aus einigen pfeifenden Tönen, die wie „tjye, tjye, tjye“ klingen. Die Nester stehen in Baumlöchern und die Nesthöhlungen werden (? immer) von den Vögeln ausgepickt oder wenigstens erweitert. Weitere Einzelheiten können z. Z. nicht festgestellt werden, da der gewöhnliche Beobachter und Eiersammler die verschiedenen Arten und Formen der schwarzköpfigen Meisen nicht kennt. Die Eier dürften in manchen Sammlungen als „Sumpfmeiseneier“ liegen.

1) Die nordamerikanischen Sumpfmeisen, d. h. atricapillus mit den nahverwandten Formen septentrionalis, turneri, occidentalis, carolinensis, agilis, impiger stimmen mit den europäischen „Mattköpfen“ in der Struktur der Oberkopffedern, Stufung des Schwanzes und allen andern wesentlichen Merkmalen so überein, daß mаn nicht umhin kаnn, sie alle als Subspezies einer Art zu betrachten. Die amerikanischen Formen weichen hauptsächlich in der großen seitlichen Ausdehnung des Kehlfleckes von allen altweltlichen Vertretern ab. Merkwürdigerweise findet sich diese Eigentümlichkeit auch bei der glanzköpfigen amerikanischen sclateri und bei einigen ostasiatischen Formen (hypermelaena, dejeani). Über die nordamerikanischen Formen vgl. Hellmayr, Tierreich, Lief. 18, p. 54 ff. und Kidgway, B. N. & Middle Am er. III, p. 397 ff.

2) Es ist sehr interessant und beachtenswert, daß die im selben Gebiete wohnenden Formen der beiden Arten einander am ähnlichsten sind, sodaß z. B. von beiden Arten in Skandinavien eine sehr helle Subspezies, in Mittel-Deutschland je eine dunklere, am Rhein je eine noch dunklere und kleinere, in England von jeder Art die dunkelste und kleinste vorkommt. Die Kurzsichtigkeit zieht daraus die merkwürdigsten Trugschlüsse.

617. Parus atricapillus rhenanus Kleinschm.

Parus rhenanus Kleinschmidt, Orn. Monatsber. 1900, p. 168 (Rhein. Terra typica: Rheinufer zwischen Mainz und Worms).

Abbild. Journ. f. Orn. 1897, Taf. III. Neuer Naumann II, Taf. 21, 1.

Äußerst ähnlich P. a. salicarius, аber die Oberseite etwas düsterer und der Flügel durchschnittlich kürzer: etwa 58—63 mm.

Am Rhein von Worms und Mainz bis Wesel und Holland, wahrscheinlich in Holland, Belgien und Frankreich weit verbreitet. (Ob in Spanien Sumpfmeisen heimisch sind, wissen wir nicht.)

Auf dem Pariser Vogelmarkt wurden in früherer Zeit von den Vogelfängern zwei Sumpfmeisen, nonnette und cocotte genannt, unterschieden, deren eine lebhafter und stimmreicher war, als die andre, daher einen höheren Wert hatte (Keulemans). Jedenfalls waren dies P. palustris longirostris und P. atric. rhenanus.
Bewohnt in der Brutzeit Kopfweidenpflanzungen, Weidendickichte, Erlenanlagen. dichtes Gebüsch und Gehölz am Ufer von Strömen, Altwässern, Teichen, wo auf schattigem, sumpfigem Grunde, oft im Wasser selbst, dichtes Unterholz, Schilf und Gerank wuchert. Scheuer, flüchtiger, als unsre glanzköpfige Sumpfmeise. Lock- und Warnruf lang gedehnt, etwa wie däh, däh, deh, deh. die Silben gleichmäßig betont, oft mit vorangehendem feinem si si. Der Gesang besteht aus einem hellen-tschi-tschi-tschi klingenden Pfeifen, dаs viel musikalischer klingt als dаs Klappern von P. pal. communis. Die Eier fand Kleinschmidt Anfangs Juni. Das sehr spärliche Nest stand in ausgepickter Höhle im morschen Weidenstumpf. Eier wie Sumpfmeiseneier, аber wohl gefleckt. Vergl. Kleinschm., Journ. f. Orn. 1903, Tat‘. V. Über andere Einzelheiten ist keine Gewißheit zu erlangen, solange die Sammler nur „Eiervarietäten“ sammeln, statt auch den Erzeugern derselben die nötige Aufmerksamkeit zuzuwenden und sie in zweifelhaften Fällen zu erlegen und Kennern zu unterbreiten.

618. Parus atricapillus kleinschmidti Hellm.

Parus montanus kleinschmidii Hellmayr, Orn. Jahrb. 1900, p. 212 (England. Terra typica: Goalfall Wood bei Finchley, bei London).

Ist P. a. rhenanus sehr ähnlich, аber die Oberseite ist etwas dunkler und mehr braun und die Größe ist geringer: Flügel d 9 etwa 57—61 mm. Im allgemeinen scheint der Schnabel zu größerer Stärke zu neigen, die Unterseite ist restlicher, die Ohrdecken mehr mit restlicher Rahmfarbe überflogen.
England und Schottland. Bewohnt in Schottland, wo sie brütet und Standvogel ist, (Täler des Tweed, Forth, Spey), ausgedehnte, mit Erlen und Birken gemischte Fichten- (Rottannen-) Wälder. In Süd-England beobachtete mаn sie in Laubholz, bei Tunbridge Wells in dichtem Ufergehölz.
Ein bei Tunbridge Wells am 10. Mai gefundenes Nest enthielt acht Eier, welche sich von einer Serie von Eiern von Parus palustris communis und dresseri durch sehr große, hell ziegelrote Fleckung am stumpfen Ende unterscheiden. Vielleicht ist diese große Fleckung charakteristisch für die Eier dieser Form. Ein Ei des erwähnten Geleges mißt 16.7 x 13 mm. Das sehr spärliche, fast nur aus Moos bestehende Nest stand in einem kleinen Weidenstumpf am Rande eines Baches, in dichtem Gehölz. Das Loch war etwa 15 cm tief und augenscheinlich durch Wegpicken des Holzes entstanden. Evans fand in Schottland Gelege von 7 und 8 Eiern in der Mitte des Mai. Er berichtet gleichfalls, daß die Nestlöcher von den Vögeln selbst ausgepickt oder doch stark erweitert waren.

619. Parus atricapillus borealis Selys.

Nordische mattköpfige Sumpfmeise.

Parus borealis Selys-Longchamps, Bull. Ac. Bruxelles X, 2 p. 28 (1843— Island, errorel! Terra typica: Norwegen).

Parus colletti Stejneger, Proc. U. S. Nat. Mus. XI, 1889, p. 74 (West-Norwegen).

Parus borealis minor Kleinschmidt, Orn. Jahrb. 1897, p. 89 (Ex Brehm M. S., in der Synonymie von colletti — borealis).

Abbild.: Bresser, B. Europe III, Taf. 113; Kleinschmidt, Journ. f. Orn. 1897, Taf. 4; Neuer Naumann II, Taf. 21, 3.

Schwed.: Grames.

♂ ad. Kopfplatte tiefschwarz, dunkler als bei montanus und assimilis, ohne oder mit sehr schwachem braunen Anfluge, mit etwas seidenartigem Schimmer. Wangen, Ohrgegend und Halsseiten fast ganz rein weiß, diese Färbung bis auf die Nackenseiten ausgedehnt. Rücken, Schulterfedern und Oberschwanzdecken bräunlichgrau, etwas variabel, meist fast grau, manchmal аber bräunlicher, als in der Regel. Äußere Handschwingensäume gräulich- weiß, die Säume der Armschwingen viel breiter. Unterseite trübweiß, die Seiten mit schwachem bräunlich rahmfarbenen Anflug. Flügel ♂ etwa 63—67, selten bis 68, Schwanz etwa 59—64, Culmen 10—11, Lauf 15—16 mm. ♀ wie ♂, nur etwas kleiner: Flügel ungefähr 60—63 mm. — Der Schnabel ist verhältnismäßig klein. Färbung viel lichter, gräulicher, Größe bedeutender als bei salicarius, geringer als bei montanus. Schnabel dicker und kürzer, Färbung weniger rostgelblich, als bei assimilis.
Skandinavien, Nord- und Nordwest-Rußland, Russische Ostseeprovinzen und Ostpreußen, wo sie (mindestens bisweilen аn den Ufern masurischer Seen) noch brütet. Im Winter wie alle Meisen mehr vagabundierend und dann nicht selten in Polen, ja sogar bis Orenburg. Stücke aus Orenburg, von iSarudny gesammelt, sind typische borealis. Ob dort auch im Sommer, vermag ich nicht zu sagen.

Bewohnt Nadelwälder, аber auch Birken- und sumpfige Erlenbestände. 31 finnische Eier gleichen im wesentlichen denen von P. pal. communis und messen nach Rey im Maximum 16.75×12.75, im Durchschnitt 15.81 x 12.14, Minimum 15 x 11.4mm, Gewicht etwa 74 mg. Das Gelege von meist 8, seltener bis 10 Eiern findet mаn im Mai.

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Brehm

Die altweltlichen „Mattköpfe“ stimmen mit einer nordamerikanischen und dort in viele Formen zerspaltenen Art, Parus atricapillus L., so nahe überein, daß Hartert sich veranlaßt sieht, auch jene als Unterarten der genannten Spezies zu betrachten. So erhält die Mitteldeutsche Weidenmeise, Mattköpfige Sumpfmeise, Weidensumpfmeise den Namen Parus atricapillus salicarius Brehm. Bei ihr, wie bei allen übrigen „Mattköpfen“, ist der Oberkopf braunschwarz, fast glanzlos, seine einzelnen Federn sind länglicher und zerschlissener als bei den Formen von Parus palustris. Ferner ist der schwarze Kehlfleck ausgedehnter als dort, der Schnabel länger und der Schwanz viel deutlicher gestuft. Der Rücken ist braungrau mit rostfarbener Beimischung; die Halsseiten sind bis аn die Ohrdecken schmutzig rahmfarben übertüncht, die Körperseiten rostfarben verwaschen. Die Länge des Männchens beträgt etwa 13,3, seine Flügellänge 6—6,5, die Schwanzlänge 5,7—6, die .Schnabellänge 0,7—0,9 cm. Die Weibchen sind kleiner. Augen, Schnabel und Füße gleichen denen der vorigen Art/ Die Weidenmeise lebt in Mitteldeutschland und Österreich, von den Tiefebenen bis in die Vorberge der Alpen.

Am Rhein von Worms und Mainz bis Wesel und Holland, vermutlich auch im übrigen Holland, Belgien und Frankreich findet sich die Westliche Weidenmeise, Parus atricapillus rhenanus Kleinschm., die аn etwas geringerer Größe und düsterer gefärbter Oberseite zu erkennen ist.
Die Nordische Mattköpfige Sumpfmeise, Parus atricapillus borealis Selys, ist im Gegenteil größer und heller. Sie bewohnt, wie ihre Parallelform, der nordische Glanzkopf, Skandinavien, Nord- und Nordwestrußland und Ostpreußen.

Weitere Unterarten sind die kleine, dunkle Parus atricapillus kleinschmidti Hellm. von England und Schottland, die große Alpenmeise, Parus atricapillus montanus Baldenst., aus dem Alpengebiete und andere, deren Heimat durch Asien bis Japan und Kamtschatka reicht.

Die Mattköpfe sind es, die eigentlich den Namen „Sumpfmeisen“ verdient hätten; denn sie nehmen ihren Aufenthalt mit Vorliebe in niedrig gelegenen, wasserreichen Gegenden, ziehen Laubwälder entschieden den Schwarzwaldungen vor, halten sich auch dort regelmäßig in den Niederungen und in der Nähe von Gewässern auf, begnügen sich аber auch schon mit dem Uferbestande eines Baches oder Teiches. Ihr Wohnbaum ist die Weide, wogegen die Alpenmeise fast nur in Nadelwäldern gefunden wird; die Nordische Mattköpfige Sumpfmeise scheint zwischen Weiden- und Nadelholzbeständen keinen Unterschied zu machen. Kleinschmidt fand die von ihm entdeckte rheinische Form in Kopfweidenbeständen am Ufer des Stromes und seiner Altwässer.
Wie ihre glanzköpfige nahe Verwandte ist auch die Weidenmeise ungemein lebhaft, unruhig und gewandt, bei Hitze oder Kälte, reichlicher oder spärlicher Nahrung wohlgemut, drollig, necklustig, keck und mutig. Sie ist vom Morgen bis zum Abend in Tätigkeit, hüpft und turnt, klettert und fliegt, arbeitet, ruft und lockt, solange die Sonne am Himmel steht, und geht erst spät zur Ruhe. Ihr Unterhaltungslaut ist ein leises, etwas zischendes „Sit“, ihr Lockruf ein lautes, gedehntes „Djäh, djäh“ oder „Däh, däh“, bei der rheinischen Form ein lang gedehntes „Däh, däh, deh, deh“, oft mit vorausgehendem feinen „Si, si“.
Der Gesang ist von der klappernden Strophe der Glanzköpfe gänzlich verschieden: er ist ein Helles Pfeifen und klingt wie „tjye, tjye, tjye“ oder „tschih, tschih, tschih“.
Das Nest steht stets in einer Höhlung mit möglichst engem Eingänge, am liebsten in der eines alten Weidenkopfes, nicht selten in einer von der Weidenmeise selbst gemeißelten, nett und zierlich ausgearbeiteten, mit engem Schlupfloche versehenen Brutkammer, ist, je nach der Weite des Raumes, dichter oder spärlicher ausgekleidet, immer аber kunstlos mit Moos, Halmen, Wolle usw., innen meist mit denselben Stoffen, sehr oft mit Distelwolle, seltener mit Haaren und Federn ausgefüttert und enthält Ende Mai oder Anfang Juni dаs Gelege, dаs dem der vorigen Art zum Verwechseln gleicht. Ob eine zweite Brut gemacht wird, ist noch nicht festgestellt.