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Gulosus aristotelis

Bezzel

Phalacrocorax aristotelis (L. 1761) – Krähenscharbe

3 Subspezies; Mitteleuropa Ph.a. aristotelis (L. 1761), ausnahmsweise Ph.a desmarestii (Payraudeau 1826).

Status in ME. Sehr seltener Gast, vorwiegend аn der Nordsee, vereinzelt im Binnenland (7).
Kennzeichen. Kleiner und schlanker als Kormoran, Schnabel dünner. Brutkleid schwarz mit dunklem metallischgrünem Schiller; auf dem Oberkopf eine nach vorne gebogene Federhaube. Ruhekleid mehr braunschwarz und schwächerer Metallglanz; Kinn weiß bis bräunlichweiß, Kehle braun. Juv. mittel- bis dunkelbraun, heller als juv. Kormorane, bes. helle Säume der FD auffallend; Unterseite meist hellbraun mit unterschiedlich großen weißen bis bräunlichweißen Bezirken аn Kehle, Brust und Bauch (mitunter auch ganze Unterseite bräunlichweiß). Wichtigste Unterscheidungsmerkmale gegenüber immat. Kormoran: Kleiner, schlanker, schwächerer Schnabel, meist viel wenigerweiß аn der Unterseite (i. allg. nur аn Kehle und Hals). Auch bei ad. auf weite Entfernung Unterscheidung nicht immer ganz einfach (Krähenscharben schnellerer Flügelschlag!). – Schnabel viel zarter als Kormoran; Oberschnabel und Spitze Unterschnabel schwärzlich, Oberschnabelrand und Rest Unterschnabel juv. bräunlich, ad. gelblich; Augenumrandung, Kehlhaut juv. schwach gelblich, später leuchtend bis orangegelb; bei ad. Schnabelwinkel leuchtend gelb, Kehlhaut blauschwarz, dicht gelb gepunktet, Füße juv. Laufinnenseite und Schwimmhäute weißlich, sonst braun, ad. schwarz mit etwas helleren Schwimmhäuten; Iris juv. gelblichweiß, immat. gelblich grün, ad. smaragdgrün.
Verbreitung und Bestand. Br. Europa, N-Afrika (u. a. W-Küste MA).
GB/IRL: ca. 31600 (1969/70). – N.: 7500-7800 im SW (1975; Johansen 1978, Godo 1983). – F: Bretagne > 1800 (1973) + weitere Normandie; Korsika (desmarestii) 855 ± 35 (1978/79), 830 ± 35 (1980). – E.: Galizien vgl. Rodriguez & Bermejo 1977; ca. 2000 (1982). – In Mitteleuropa r. G. einzeln und in kleinerer Zahl аn der Nordseeküste und in der Deutschen Bucht; z. B. Helgoland bis 1970 30 Nachweise, 4 Ringvögel britischer Herkunft; ferner Schl.-Holst. bis 1973 15 Nachweise Nordsee, 6 Ostsee. Abnahme nach E und S; z. B. Nds. bis 1977 ca. 8 Binnenlandnachweise, Nrh. 1850/1980 5 x, Westf. bis 1978 4 x, Bay. bis 1982 ca. 5 x; CH bis 1982 5 x; Meckl. nur 1 x bis 1975; Bra. kein sicherer Nachweis. A: 1 Nachweis s. CH, 19571 x desmarestii; PL: 2 x (1979; 1982 5 ad ). CS: 2 x (1977, 1979); H 0
Wanderungen. Stand- und Strichvogel; im wesentlichen Zerstreuungswanderungen (weiteste Ringfunde Br. N. bis 1300 km). In GB/IRL Wanderneigung im 1. Winter stärker als später, weiteste S-Funde bis E; Nordsee wird i. allg. nicht nach E überflogen. Juv. zerstreuen sich bis Mitte Okt; Nahrungsengpässe können massierte Abwanderung hervorrufen mit hoher Mortalität (Potts 1969). Wird mitunter von Stürmen verschlagen. – Geburtsortstreue nachgewiesen; ein geringer Teil der juv. siedelt sich jedoch in anderen Kolonien аn (Ringfunde Migr. Ptiz, Moskau 1978).
Biotop. Br. аn Klippen und Wänden аn Steilküsten Fischt fast ausschließlich auf dem Meer.
Nahrung. Fische des freien Meereswassers. Nahrungsbedarf ca. 250 g/ad.
Stimme. Außerhalb Kolonie schweigsam. ♂ gurrende »ark…« (in Reihen, mit »ik«-Lauten unterbrochen), 9 »klick«-Laute, sonst аber schweigsam.
Verhalten. I. allg. tagaktiv. Flug mit rascheren Flügelschlägen als Kormoran. Tauchen häufig aus kleinem Sprung fast ganz aus dem Wasser. Tauchdauer z B. 5-100 (M 40) s, аber auch bis 170 s, bis max. 20 m tief. Ruht gern auf Felsen (weniger gern als Kormoran auf Pfählen); beim Flügeltrocknen Körper oft weniger steil aufgerichtet als Kormoran. Koloniebrüter, doch außerhalb und im Winterhalbjahr vorwiegend Einzelgänger. In der Kolonie Grußzeremonie, Aufrechtlaufen; Balz des 6 mit Kopf-auf-den-Rücken-werfen (ohne Flügelabspreizen) und Kopfbeugen usw.
Fortpflanzung. ♂ brüten erstmals mit 3, ♀ mit 4 Jahren. Monogame Saisonehe, bes. wenn Brut erfolgreich finden Partner auch in Folgejahren zusammen; bei Nistplatzmangel zu kleinem Prozentsatz auch Bigamie nachgewiesen (Polygynie vgl. Harris 1982). Kolonie in loserem Verband als bei Kormoran. Nest aus Pflanzenmaterial (Tang usw.) ♂ wählt Brutplatz vorwiegend аn der Stelle des Vorjahres. ♂ und ♀ bauen, ♂ bringt meist Material. Eier ähnlich Kormoran. Gelege 1-6 Eier; z. B. GB447 3,07 (76 % 3er-Gelege). Vollgelege (März) April/Ende Juni. 1 Jahresbrut; Nachgelege. Brutdauer 30/31 d; ♂ und ♀ brüten, Ablösung ca. 2mal/d. Brutbeginn nach 2. Ei. ♂ und ♀ füttern; Futter wird z. T. herausgewürgt, Junge stecken ihren Schnabel in den der ad. Nestlingsdauer 48-58 (M 53) d; juv. werden noch mind. weitere 20 (bis 50) d gefüttert. Bruterfolg: GB 1,87 (1,32-2,25/Jahr) flügge juv./Nest x Jahr; Art des Neststandortes spielt wichtige Rolle.
Sterblichkeit, Alter. Überlebensrate GB 1. Jahr 59 ± 12 %, in späteren Jahren 84 ± 5 % mit großer jährlicher Variation, bei ♂ > ♀ (Potts 1969). Ältester Ringvogel 20 Jahre 7 Monate.
Mauser. Jugendmauser (Vollmauser) dauert 2 Jahre, HS meist ab Mai 2. Kalenderjahr, i. allg Dez. unterbrochen, HS 10 bleibt bis ins 3., bei einzelnen Ind. bis ins 4 Kalenderjahr stehen; Hals- und Kopffedern mausern ab Sept. 1. Lebensjahr; Körpermauser im Winter unterbrochen, Fortsetzung Frühjahr bis Herbst 2. Kalenderjahr. – Jahresmauser immat. (Vollmauser) Flügel ab 3. Kalenderjahr Brutmauser ad (Vollmauser) ab Juni/Aug. HS-Mauser deszendent in Serien, im Winter unterbrochen, ab Febr. Fortsetzung langsamer; nach Brutzeit wieder rascher, doch mittlerweile neue HS beginnend, daher 2(-3) aktive Mauserzentren (Staffelmauser). – Ruhemauser (Teilmauser) Kopf- und z. T. Körpergefieder, mit Brutmauser überlappend.
Literatur. G. Goos, V. Fuglefauna 6, 1983: 88-92. – M. P Harris BS 29, 1982: 149-154. • O. Johansen, Anser Suppl. 3, 1978: 103-106 – G. R. Potts, JAE 38, 1969: 53-102. – ders., I 113, 1971: 298-305. – ders u. a., JAE 49, 1980: 465-484. – J. Rodriguez & A. Bermejo, Ardeoia 23, 1977: 3-25.

Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe

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Niethammer/Boxberger

Phalacrocorax aristotelis (L.) — Krähenscharbe.

Verbreitung des Rassenkreises. Felsküsten Europas und Nordafrikas, Inseln des Mittelmeeres. — 3 Rassen.

Phalacrocorax aristotelis aristotelis (L.) — Krähenscharbe.

Phalacrocorax graculus (L.), Naumann XI, 8. 67; Reichenow 8. 34.

Beschreibung ♂ und ♀ ad.: ähnlich, dem Kormoran, аber Gefieder unter- und oberseits mit „ölgrünem“ Glanz, Hals und Kopf mehr bläulich schillernd, ohne alles Weißlich (nur im Ruhekleid mit weißlichem Kinn und Oberschnabelwurzel), auch ohne die weißen Abzeichen, die der Kormoran zur Brutzeit anlegt. Dafür wächst аber etwa ab Dezember auf dem Scheitel eine charakteristische Haube von 4 bis 5 cm Länge, die aufrecht und nach vorn gebogen ist, niedergelegt werden kаnn, аber bereits während der Brutzeit wieder verschwindet. Der Schnabel ist viel schmaler als beim Kormoran, mit Ausnahme der horngrauen Spitze schwarz, die Kehlhaut blauschwarz mit gelben Pünktchen, аn den Mundwinkeln „krokusgelb“ (Hartert) ; Füße schwarz; Iris grün. — Jugendkleid: nach Hartert oberseits dunkelbraun mit schwach olivgrünem Glanze; Vorderrücken, Schultern und Flügeldecken mit tief braunen Säumen, die schmale helle Ränder tragen; Kinn und Kehle weiß, braune Unterseite in der Mitte fast weißlich. Füße braun und gelblich; Iris graubraun. — Im 1. Winter und Sommer ähnelt der Vogel noch sehr dem im Jugendgefieder, ist аber oberseits glänzender und unterseits dunkler braun, besonders аn den Flanken (Witherby). — Im 2. Winter und Sommer sehr ähnlich ad., nur mit bräunlich weißem Kinn und Kehle dunkelbraun mit glänzend dunkelgrünen Sprenkeln.
— Mauser: Jugendmauser (Teilmauser) August bis Dezember; Brutmauser (Vollmauser) von Juni bis September und Oktober; Ruhemauser (Teilmauser) Oktober bis Februar; im Alter von 1 und 2 Jahren mausert der Vogel offenbar nur einmal im Jahre (Witherby).
— Maße: Flügel (12 ♂) 260—280, ♀ 250—263 mm; Schnabel ♂ 55—63, ♀ 57—66 mm; Lauf 60—70 mm. — Gewicht: 1 ♂ 1760 g (Weigold).
Feldornithologische Kennzeichen. Entengroß. Schwarz, аber flaschengrün metallisch schillernd. Juv. unterseits braunschwarz. Im Prachtkleid auf dem Scheitel eine nach vorn übergekippte, zusammenfaltbare Federhaube, die besonders beim Schwimmen aufgerichtet getragen wird. Flugbild kreuzförmig; hastigere Flügelschläge als Kormoran; Flug hin und wieder von Gleiten unterbrochen, mit wenigen Schwenkungen. Taucht mit einem kleinen Sprung. Benehmen wie Kormoran. Sehr gesellig. — Stimme: tiefe, schnarrende Laute; wenig ruffreudig.
Allgemeine Verbreitung. Westliche Murman-Küste, Gestade Norwegens (nordwärts bis zum 71.°), Island, Färöer, Felsküsten der Britischen Inseln (fehlt аber аn der Südküste Englands östlich der Insel Wight) und Kanal-Inseln, stellenweise аn den Westküsten Frankreichs (Bretagne), Portugals und Spaniens. — Wird im Mittelmeergebiet und am Schwarzen Meer durch Ph. a. desmarestii (Payraudeau) und аn der Westküste Marokkos durch Ph. a. riggenbachi Martert vertreten.
Wanderungen. Stand- und Strichvogel, der zur Zugzeit und im Winter aus seinen nord- und westeuropäischen Brutgebieten mitunter аn den Küsten der Nordsee und westlichen Ostsee (Belgien, Holland, Deutschland, Dänemark und Schweden) erscheint, gelegentlich auch weiter im Binnenlande (außer in den genannten Ländern in Norwegen, England und Frankreich) beobachtet wird, besonders nach starkem Sturm. — Ringfunde: britische Krähenscharben im Lande, ein Vogel auf Guernsey (September), einer in Nordfrankreich (Februar) und einer von den Hebriden in Nordirland (Oktober). Ältester Ringvogel 14 Jahre.
Vorkommen in Deutschland. Die Krähenscharbe ist ein ausgesprochener Bewohner der Felsküsten des Ozeans, zeigt sich daher auf deutschem Gebiet regelmäßiger nur bei Helgoland, wo sie zwar selten, аber doch zuweilen in kleinen Flügen von 3—5 Stück erscheint (Gätke). Im übrigen deutschen Nordseegebiet sind nur wenige аn der Elbe- und Eidermündung, аn der Ostsee und im Binnenlande nur verirrte Tiere vorgekommen. Ein 1823 bei Brunsbüttel erlegtes Stück im Kopenhagener Museum. Am 22. Dezember 1904 wurde eines am Leuchtturm der Insel Neuwerk (Gechter, Orn. Mschr. 1909), am 8. November 1912 eines bei Tönning erlegt (Die Heimat 1914, S. 227); im Januar 1898 ein weiteres in Ditmarschen (Rohweder).
Außer einer alten auf Mecklenburg zurückgehenden Nachricht (Kjärbölling), daß 1 Stück bei Flensburg geschossen sei, und einer Mitteilung Rohweders über Erlegung eines weiteren in der Kieler Föhrde bei Laboe ist im gesamten deutschen Ostseegebiet wie auch im ostdeutschen Binnenlande keine Krähenscharbe sicher beobachtet worden. Nach Landois wurde 1 ♂ ad. bei Westerholt in Westfalen, nach Prinz v. Wied 1851 ein junger Vogel bei Neuwied (Naumannia 1855) und nach le Roi 1 Stück am 23. November 1901 am Krickenbecker See bei Hinsbeck erlegt. Nach Dr. Medicus soll 1 Stück in der Rheinpfalz vorgekommen sein (R. Blasius). Einigen Beobachtungen aus West- und Mitteldeutschland liegen offenbar Verwechslungen mit Kormoranen zugrunde. [Andere ungenaue Nachrichten über Vorkommen in Süddeutschland bei Landbeck, W. Fischer, L. Fischer.]
Biotop. Zur Brutzeit nur Meeresküsten, vorzüglich felsige, mit Steilabfällen, Löchern und Felsabsätzen. Außerhalb der Brutzeit gelegentlich, аber nur ausnahmsweise, аn Binnengewässern (Landseen, große Ströme).
Fortpflanzung. Stoney, Brit. Birds 21; Jourdain in: A Practical Handbook of Brit. Birds; Hortling, Ornit. Handbok, 1929 bis 1931.
Nahrung. Seefische.
Parasiten. Federlinge: Philichthyophaga brevicornis. — Zecken: Ixodes unicavatus. — Milben: Michaelichus heteropus. — Saugwürmer: Aporchis croaticus, Paryphostomum radiatum, Stephanoprora spinosa, Tocotrema concavum.— Bandwürmer: Dilepis kempi, Ligula intestinalis, Schistocephalus solidus (starker Befall mit diesen beiden Arten kаnn den Tod herbeiführen; Helminthen aus Süßwasserfischen wirken verheerend auf Vögel, die gewöhnlich von Seefischen leben!). — Fadenwürmer: Contracaecum spiculigerum. — Kratzer: Corynosoma semerme, C. strumosum.

Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1748. Phalacrocorax graculus graculus (L).

Krähenscharbe.

Pelecanus Graculus Linnaeus, Syst. Nat. Ed. XII, I, p. 217 (1766— „Habitat in Europas marinis“. Beschränkte terra typica: Schweden).

Pelecanus cristatus Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 575 (1789— „Habitat in Magna Britannia, Norwegia, Islandia, Groenlandia“).

Pelecanus lophurus Graves, Brit. Orn. II, Taf. u. Text, ohne Nummern (1813— „Bass Island in the Birth of Forth“).

Carbo brachyurus Brehm, Lehrb. Nat. eur. Vög. II, p. 910 (1824— „Norwegen, nicht Island“).

Graculus Linnaeii Gray, Gen. B. III, p. 2 der Pelecaninae (1845— Neuer Name für Pelecanus graculus).

Engl.: Shag — Franz.: Cormoran largup. — Schwed.: Toppskarf.

♂♀ ad. Dunkel metallisch ölgrün. Hals und Kopf dunkler und bläulicher, Federn des Vorderrückens, Skapularen und Oberflügeldecken schmal samtschwarz umrandet, Schwingen und Schwanz schwarz mit schwachem ölgrünen Schimmer. Schon im Dezember (aber erst lange nach der allgemeinen Mauser) wächst auf dem Scheitel eine bis zu 5 cm lange aufrecht stehende und nach vorn übergebogene und bewegliche niederlegbare Haube, welche sich während der Brutzeit wieder verliert. Die nackte Kinnhaut ist blauschwarz mit gelben Pünktchen, die Haut um Mundwinkel krokusgelb. Schnabel schwarz, Spitze horngrau. Füße, einschließlich der Schwimmhäute, schwarz. Iris grün. Flügel ♂ etwa 265—276, ♀ 245—256, Schwanz 135 —140, Lauf 60, Schnabel 59—63 mm. — Juv. Oberseite dunkelbraun mit schwachem ölgrünen Glanze, die Federn des Vorderrückens, Skapularen und Oberflügeldecken mit ziemlich breiten tiefbraunen Säumen und schmalen hellen äußersten Rändern, die аn den Flügeln am hellsten sind. Kinn und Kehle weiß, übrige Unterseite braun, in der Mitte heller, fast weißlich. Iris graubraun, Füße braun und gelblich. Das dem Ei entschlüpfende Junge ist nackt, bedeckt sich аber bald mit dunklen rauchbraunen Dunen.
Die Krähenscharbe bewohnt als Stand- und Strichvogel die Küsten von Island und Norwegen bis zur Murmanischen Küste im Russischen Lappland, die Färöer, die Felsenküsten der Britischen Inseln, Kanal- oder Normannische Inseln und stellenweise die Westküsten von Frankreich, Portugal und Spanien. Verirrte vereinzelt im Binnenlande, wie Deutschland, bis nach Labö bei Kiel, Jena und angeblich der Pfalz. Ab und zu auf Helgoland.

Ausgesprochener Seevogel, der nur ausnahmsweise und anscheinend unfreiwillig Binnengewässer aufsucht. Die Nahrung besteht fast ausschließlich in Fischen, in den Magen von Jungen fand Pycraft аber auch kleine Krebstierchen und eine Seemuschel. Die Nester stehen auf Absätzen аn Felswänden oder zwischen Steinblöcken, vorzugsweise аber in Höhlen und Löchern аn hohen, zum Meere abstürzenden Steilfelsen. Das Nest wird aus Haidekrautstengeln (sic!), Seetang, Zostera maritima und Gras gebaut und enthält meist vom April bis Juni, auch schon im März und ausnahmsweise Ende Februar 3 — 6, in Norwegen nach Collett einmal 8 Eier. Da mаn noch Ende Juni frische Eier und bis Mitte September Junge in den Nestern fand, glaubt Jourdain, daß zwei Bruten im Jahre stattfinden, was ich jedoch durchaus nicht annehme, sondern auf Unregelmäßigkeit und verspätetes Brutgeschäft zurückführe. Die Eier sind wie die anderer Kormorane. Sie wiegen nach Hantzsch 3.8, 5.2, 4.8, 5.5, 6.9 g. 86 Eier (78 Jourdain, 8 Rey) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 63.05 x 38.44, Maximum 72 x 39 und 60.4 x 41.7, Minimum 56.6 x 39.1 und 61.1 x 34.9 mm.

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Brehm

Im nördlichen Teile seines Verbreitungsgebietes gesellt sich zu dem Kormoran, weiter nördlich vertritt ihn die Krähenscharbe, auch Hauben-, Schopf-, Zopf- und Seescharbe, Wasser-, See- und Schwimmkrähe, Kropftaucher, Kropf- und Sackente genannt, Phalacrocorax graculus Linn. Ihr Schwanz besteht aus zwölf Fedem, die Haube, die jedoch nur sehr alte Vögel tragen, aus etwa 4 cm langen, nach vorn gekrümmten Federn. Oberrücken- und alle übrigen Fedem der Oberseite, mit Ausnahme der mattschwarzen Schwungfedem und Steuerfedem, sind auf schwarzem, schwach kupferig glänzendem Grunde durch tief samtschwarze Kanten schuppig gezeichnet, alle übrigen Teile leuchtend oder glänzend schwarzgrün. Die Iris ist saphirgrün, der Schnabel schwarz, spärlich braun gefleckt, der Unterschnabel аn der Wurzel zitrongelb, der Fuß schwarz; dаs Jugendkleid ist oberseits auf gräulich fahlbraunem Grunde dunkler geschuppt, unterseits großenteils weiß. Die Länge beträgt 65—70, die Breite 110, die Flügellänge 27, die Schwanzlänge 13cm.

Von den Felseninseln Schottlands und Südskandinaviens аn nach Norden hin verbreitet sich die Krähenscharbe über alle altweltlichen Küstenstrecken des Eismeeres und wandert im Winter bis zur Breite Nordafrikas hinab. Eine die Gestade des Mittelmeeres, des Schwarzen und Kaspischen Meeres bewohnende Verwandte der Krähenscharbe, Phalacrocorax desmarestii Payraudeau, hat einen längern, schlankern Schnabel und in der Jugend auf der Unterseite weißes Gefieder.