[Weißkopf-Ruderente]
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Bezzel
Oxyura leucocephala (Scop.) – Ruderente
Status in ME. Früher Brutvogel in H, im 20. Jahrh. ausgestorben. Unregelmäßiger Gast (8), seit 1950 ca. 50 x.
Kennzeichen. Klein und gedrungen, großer Kopf, Schnabel аn der Basis geschwollen; langer, gerundeter Schwanz oft senkrecht nach oben gehalten ♂ Brutkleid weißer Kopf schwarze Oberkopfplatte, scharf abgesetzter schwarzer Nacken um Vorderhals, der allmählich in die rotbraune Brust und die graue und braune Oberseite übergeht, Körperseiten ± rotbraun, Schwanz graubraun. ♂ Ruhekleid ähnlich, doch schwarze Scheitelplatte zieht sich bis zum Hinterkopf; Korpergefieder blasser (nicht rotbraun oder rostfarben), auffälliger braun gebändert; manche zeigen einen schwarzen Wangenfleck. ♀ und juv. mit dunkel graubrauner Stirn- und Kopfplatte; markantes weißes Band unter dem Auge von Schnabelbasis bis Hinterkopf, darunter dunkelbraunes, nach hinten meist ± unscharf verlaufendes Band; Kinn vom unteren Vorderhals weißlich. Körper braun, ♀ ad. wie аn Oberseite, Hals, Vorderbrust und Körperseite ± ausgedehnt rostbraun; juv. mehr graubraun, oberseits dunkler. Unterschiede zu O. jamaicen- sis vgl dort. • Schnabel juv./ ♀ grau, ♂ ad. Ruhekleid blaugrau, Brutkleid hellblau; Füße juv. hellbraun, ♀ ad. grau, ♂ ad. grau bis rötlichgrau, Schwimmhäute und Gelenke schwärzlich; Iris juv. gelbbraun, ad. gelb.
Verbreitung und Bestand. In viele einzelne, im W ± isolierte Vorkommen zerteilt von SW des Baikalsees über die Steppengebiete Zentralasiens (Zentrum Kasachstan) nach W bis S-E. und Marokko In Europa und N-Afrika seit ca 1900 anhaltend, in neuerer Zeit offenbar z. T. verstärkt -; in Mitteleuropa ur. Br in H, sonst sehr s. G., neueste Beobachtungen werden z. T auf Gefangenschaftsflüchtlinge zurückgeführt. Außerhalb H in Mitteleuropa im 20. Jh. die meisten Beobachtungen Nov./März, einzelne April/Mai und Sept./Okt.; meist einzelne, max. 5.
CH: 1913 (3), 1929 (2?), mind. 1 (1954) 1981, 1983. NL: 1913, 1955/56 (2). D: sicher u. a. Nds. 1957, 1962; Ndrh. 1959, 1971; Wests. 1959, 1971; Hbg. 1964; 6a.- Wü. 1970, 1975/76; Bay. 1954, 1955. • DDR: Bin. 1955/56; Sa. 1956, 1963, 1970; Meckl. 1969. • PL: 1924,1936, 1980. CS: 1924/25, 1961. • A: 1964. H: Br. 1900/1930, ferner (r.?) bis 1949; Brutverdacht 1956, 1958, 1960, 1965. – YU Br. 1967/69. GR: 1957/58 Brutverdacht. • R: möglicherweise noch Br. Dobrudscha. • TR: r. Br. аn mehreren Stellen. • I: u. a. Br. 1957; Sardinien < 5 BP. • F: Korsika bis 60er Jahre Br. • E.: im SW -; Gesamtpopulation Aug 1982 74 ad., 19 pull. (A 51, 1983: 70-73), Winter 1983/84 94 (ferner Torres u. a. 1983). • N-Afrika: -; offenbar nur noch DZ und TN kleine Populationen.
Wanderungen. Stand- und Strichvogel. am N-Rand des Areals in SU wohl auch Zugvogel. Winterquartier Mittelmeergebiet, Vorderasien, Südasien; Winterverteilung ähnlich zerrissen wie Brutgebiet. Regionale Maximalzahlen nach 1960 z. B. 6000-9000 TR, > 100 R, bis 800 Kaspigebiet, > 1000 TN.
Biotop. Br. auf salz- oder sodahaltigen Flachseen mit dichter Röhricht- und Binsenvegetation; im Winter auch аn deckungslosen Lagunen.
Nahrung. Offenbar omnivor, pflanzliche Bestandteile sollen überwiegen.
Stimme. Wenig zu hören. Grunzende und knarrende Rufe sowie hohe Pfeiflaute des ♂; ♀ kurz »geh« (wenig bekannt).
Verhalten. Tag- und nachtaktiv. An Brutgewässern tagsüber oft sehr gut versteckt. Beim Abflug vom Wasser lange Laufstrecke. Schwanz in normaler Schwimmhaltung meist im Winkel von 45-50° getragen, bei Erregung vertikal. Abtauchen ohne Sprung (Nahrungstauchzeiten M 15-25 s). Hält sich meist fern von anderen Enten und bildet außerhalb der Sammelplätze nur kleinere Trupps. Balz ab Winter (Beschreibung z. B. Matthews & Evans 1974, Veselovsky 1976).
Fortpflanzung. Geschlechtsreife? Wohl Saisonehe. Nest unmittelbar am Wasser, z. B. auf Schilf- und Binsenhalmen, auch leere Nester von Bläßhuhn, Lappentauchern, meist viel Material (z. B. grüne Schilfhalme). Eier im Unterschied zu anderen Enten mit rauher Schale; grauweiß bis grünlich. Gelege 5-10(—15) Eier; große wohl von 2 ♀. Legebeginn erst ab Mitte Mai. 1 Jahresbrut. Brutdauer in Gefangenschaft 25-26 d. ♀ brütet und führt.
Mauser. Brutmauser (Teilmauser) April/Mai. • Ruhemauser (Vollmauser) Schwingenabwurf Juli/Aug., doch auch später.
Literatur (9). G. V. T. Matthews & M. E. Evans, W 25, 1974: 56-66. • P. Molina Vicente, Boi. Estac. Ecol. 12, 1983: 57-62. • J. A Torres u. a., Donana Acta Vert. 10, 1983: 123-131. • Z. Veselovsky, BV 22, 1976: 105-114.
Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe
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Niethammer/Boxberger
Oxyura leucocephala (Scopoli) — Ruderente.
Erismatura, leucocephala (Scop.), Naumann X, S. 263; Reichenow S. 40.
Beschreibung. Brutkleid: ♂ ad. Kopf und Oberhals weiß, Scheitel,
Hinterkopf und Unterhals schwarz, Oberkörper rostbräunlich bis rostrot, schwarzbraun gesprenkelt und bekritzelt, Schwingen braun, Armschwingen und Decken rostfarben getupft. Kehle und Hals schwarz, Kropf und Vorderbrust kastanienbraun, rostfarben gesprenkelt, Unterkörper bräunlichweiß. Schnabel lebhaft hellblau („Blauschnabelente“); Füße graubraun, Schwimmhäute schwarz; Iris dunkelbraun. — ♀ ad.: Kinn, Kehle und Kopfseiten weißlich, auch sonst dаs Gefieder dunkler als beim ♂. Kleiner. — Sommerkleid des ♂ аn einem schwarzen Strich аn den hinteren Kopfseiten zu erkennen. — Maße: Flügel ♂ 160—165, ♀ 150—155 mm (Hartert).
Feldornithologische Kennzeichen. Aufgetriebener blauer Schnabel. ♂ ad. Kopf weiß („Weißkopfente!“). Von Auge zu Auge eine schwarze Platte. Körperfarbe sehr variabel, von rahmfarben bis dunkelbraun, mehr oder minder gesprenkelt, Unterseite weißlich bis lichtgelblich. ♀: Scheitel und großer ovaler Wangenfleck braun, sonst Kopf weiß. Im übrigen dunkelbraun. Der schwärzliche Schwanz wird fächerförmig aufrecht getragen (jedoch nicht immer). Im Fluge am dicken Kopf und Rumpf, dem kurzen Hals und den kleinen Flügeln zu erkennen. Flugbild аn Steißfuß erinnernd. Fliegt ungern und unbeholfen. Beim Schwimmen sehr tief im Wasser liegend. Taucht sehr gut. — Stimme: knarrend-quakend. Nichts Genaueres bekannt.
Allgemeine Verbreitung. Tunesien, Algerien, Nordmarokko, Südspanien, Korsika, Sardinien, Sizilien, Süditalien, Dobrudscha. Südostrußland ostwärts bis Turkestan. Ferner ein Brutplatz in Ungarn (Madarassysee bei Örkeney).
Vorkommen in Deutschland. 2 mal. In der Sammlung des Gymnasiums zu Ratibor in Oberschlesien befindet sich ein ♂, dаs wahrscheinlich auf den Teichen bei Grabowka, Krs. Ratibor, erlegt worden ist (Kayser 1924). Im Museum zu Gotha steht ein ♀ von Mühlhausen in Thüringen, dаs dort vor 1854 erbeutet wurde (Hilde- braxdt 1925). Ältere Nachrichten über dаs Vorkommen der Ruderente auf der oberen Donau, dein Bodensee, in Schlesien, Pommern, auf den Mansfelder Seen in Thüringen (Bechstein) und Schleswig- Holstein sind teils unsicher, teils irrtümlich (Hildebrandt, J. Orn. 1923).
Parasiten. Bandwürmer: Diploposthe laevis, Hymenolepis lanceolata, H. megalops.
Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag
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Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
1734. Oxyura leucocephala (Scop.). (Fig. 224.)
Ruderente, Blauschnabelente.
Anas leucocephala Scopoli, Annus I Hist.-Nat., p. 65 (1769— Typus im Museum Turrianum, vermutlich aus Norditalien).
Anas mersa Pallas, Reise d. verseh. Prov. Russ. Reichs II, p. 713 (1773— „Non infrequens est in Lacubus majoribus inter Uralenses montes, Irtim et Obfluvios …“).
Anas Vindila (non Anas viduata L., Syst. Nat., p. 205) Pennant, Gen. B., p. 65, Taf. XIII (1781— Spanien und Kleinafrika).
Anas Ruthenica Bonnaterre, Tabl. Enc. et Meth., Orn., I, p. 140 (1790— Nach Holandres „Macreuse de Russie“ aus Rußland; Holandre gebrauchte keine lateinischen Namen, der Name ruthenica wurde ihm fälschlich zugeschrieben).
Oxyura unifasciata Eyton, Mon. Anat., Taf. 24, Fig. 1 (1838— Unterschrift unter Abbild. eines Kopfes, ♀ oder juv.).
Engl.: White-headed Duck. — Ital.: Gobbo rugginoso.
Abbild.: Dresser, B. Europe VI, Taf. 451; „Neuer Naumann“ X, Taf. 26.
♂ ad.: Kopf und Anfang des Halses weiß, auf dem Scheitel von Auge zu Auge und bis auf den Hinterkopf reichend eine schwarze Platte; Mitte der Kehle und größter Teil des Halses schwarz; übrige Oberseite ziemlich variabel, restlich rahmfarben bis rostrot, mit Schwarzbraun besprenkelt und bekritzelt, der Vorderrücken am lebhaftesten und dunkelsten braunrot, Bürzel mehr schwarzgrau, Oberschwanzdecken kastanienfärben. Schwingen braun, Armschwingen аn den Außenfahnen hell rostfarben gesprenkelt, ebenso die Oberflügeldecken. Kropf und Vorderbrust dunkel kastanienfarben, mehr oder minder rostfarben gesprenkelt, Unterkörper weißlich bis röstlich rahmfarben, die Federn braun mit hellen Spitzen, nach deren Abnutzung die Unterseite dunkler wird als im frischen Gefieder. Schwanz schwärzlich bis dunkelgrau.
Unterflügeldecken grau, die mittleren ausgedehnt weiß. Axillaren weiß. Iris lebhaft dunkelbraun. Schnabel lebhaft hellblau. Füße graubraun, Schwimmhäute schwarz. Flügel 160—165, Schwanz 95—101, Lauf 34—37, Schnabel 46 — 47.5 mm. — ♀ ad. Im ganzen dunkler und bedeutend kleiner; Oberkopf, Genick und Hals dunkelbraun, Kinn, Kehle und Kopfseiten schmutzigweiß, vom Schnabelwinkel bis zu den Seiten des Hinterkopfes ein breiter dunkelbrauner Streif, einen weißlichen Streifen unterm Auge hell lassend. Flügel nur etwa 150—155 mm. — Das alte ♂ im Sommerkleid unterscheidet sich von dem im Winter- und Frühlingskleide durch einen schwarzen Strich аn den hinteren Kopfseiten, größtenteils schwarzes Genick und schwarze Flecke аn den übrigen Kopfseiten; inwieweit und ob anderwärts Mauser stattfindet, ist anscheinend nicht bekannt. — Dunenjunges: Ganze Oberseite und Kopfseiten braun, auf Kopf und Nacken am dunkelsten; schmaler Streif von der Basis des Oberschnabels bis zu den Seiten des Hinterkopfes schmutzigweiß, hinter den Flügeln аn den Seiten des Rückens jederseits ein undeutlicher hellerer Fleck; Unterflügel weißlich; Unterseite bräunlichweiß, Aftergegend und breites Band über die Kropfgegend braun.
Diese merkwürdige Ente brütet in Südspanien, Kleinafrika, Unterägypten, auf Sardinien, vermutlich auch auf Korsika, in Süditalien und Sizilien, zeitweilig auf dem Velenczer See in Ungarn, regelmäßig аn den Mezöseger Seen in Siebenbürgen, im Donaumündungsgebiet, in Südrußland und Kleinasien und von dort östlich bis Turkestan. — Teilweiser Strich- und Zugvogel, der vereinzelt bis Nordindien geht, ferner ab und zu in Österreich und Galizien vorkommt, sowie auf dem Bodensee, auf der Donau, in der Schweiz, Frankreich, Holland, Thüringen (nach Bechstein), Schlesien (Gloger, Kaluza, Naumann, аber nur sehr ungenaue Angaben ohne Belege), Schleswig (einmal nach Boie).
Bewohnt sowohl salzige als süße Binnengewässer mit stehendem Wasser. Im Schwimmen wird der Schwanz aufrecht und fächerförmig ausgebreitet getragen, jedoch nicht immer, denn verschiedene zuverlässige Beobachter versichern, daß die Ente ihn auch flach auf dem Wasser liegen läßt, ja daß dies sogar die häufigere Stellung sei. Im Tauchen ist sie Meisterin, fliegt ungern; im Fluge gleicht sie infolge ihrer kurzen Flügel mehr einem Steißfuß als einer Ente. Ihre Stimme wird von Naumann „knarrendquakend“ genannt. Das Nest wird im Schilf und Röhricht angelegt und soll im Juni 7—12 Eier enthalten. Diese sind im Verhältnis zum Vogel außerordentlich groß, was bei der Zahl des Geleges sehr auffallend ist, da sonst Vögel, die unverhältnismäßig große Eier legen, nur 1 (oder 2) im Gelege haben (z. B. Uria, Alca torda, Apteryx). Die Eier haben eine starke, ganz rauhe, körnige Schale und sind schmutzigweiß, frisch mit leichtem grünlichen Anfluge; sie scheinen hellgelblich durch. Gewicht nach Rey 7.82—10.25, im Mittel 9.127 g. 70 Eier (34 Goebel, 24 Jourdain, 12 Rey) messen nach Jourdain (in litt.) im Durchschnitt 06 35 x 50.7, Maximum 71.4 x 48.5 und 68.1 x 58.5, Minimum 62.8 x 52 und 66 x 48 mm.
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Brehm
Die Weißkopfente, die auch Kupfer-, Dorn-und Fasanente genannt wird, Erismatura leucocephala Scop. (mersa), zählt zu den eigenartigsten Gestalten der ganzen Unterfamilie. Kopf und Wangen sind weiß, ein großer Fleck auf dem Oberkopfe, ein Halsband und die Kehle schwarz, der Unterhals wie der Kropf kastanienbraun, fein schwarz gewellt, Mantel und Rücken graugelb, schwarz gewässert, die Unterteile rostgelb, in der Mitte grauweiß, schwarz gewässert, die Schwungfedern der Hand grau, die Steuerfedern schwarz. Die Iris ist rostgelb, der Schnabel blaugrau, der Fuß rotgrau. Die Länge beträgt 56, die Breite 65, die Flügellänge 17, die Schwanzlänge 12 cm. Das kleinere, buntere, jedoch minder schöne Weibchen unterscheidet sich vornehmlich durch den Mangel der weißen Kopfseiten und der schwarzen Kopfzeichnung vom Männchen. Der Oberkopf und ein mit Gelblichweiß eingefaßter Wangenfleck sind braun, die übrigen Federn gleichmäßig rostbraun, schwarz und grau gewellt.
Südost- und Südeuropa, dаs südlichere Mittelasien und Nordafrika sind die Heimat dieser Ruderente; in Deutschland hat sie sich bisher nur als Besuchsvogel gezeigt, auch in Ungarn kommt sie selten vor, obwohl sie in Siebenbürgen brütet. Zahlreicher tritt sie als Brutvogel in den Donautiefländern, Dalmatien, Sardinien und Sizilien sowie in Spanien, in Menge аn den Seen Mittelasiens auf. Griechenland besucht sie regelmäßig, аber immer selten. Shelley will sie in Unterägypten ziemlich häufig angetroffen haben; Buvry und Tristram fanden sie auf den Seen Algeriens, Tristram erbeutete auch ihre Eier.
Gegen Ende Mai verschwanden die Weibchen dreier Paare, die Herman auf einem der zahlreichen Teiche Siebenbürgens längere Zeit beobachtete, und nur die Männchen blieben sichtbar. Frühmorgens erschienen die Weibchen, verweilten geraume Zeit in Gesellschaft der Männchen und zogen sich sodann wiederum so unbemerkt zurück, daß es unserem Forscher nicht gelang, ein Nest zu finden. Wie wir durch andre Beobachter wissen, legt dаs Weibchen dieses möglichst verborgen an, meist auf niedern Lagen, zwischen jung aufschießenden, überwuchernden Schilf- und Riedstengeln in größeren Dickichten, wie vergraben, deckt es auch oft oben noch mit Schilfstengeln zu. Tristram fand auf einem See Algeriens zwei Nester, dаs eine mit drei, dаs andre mit acht Eiern, und diese letztere Zahl scheint die durchschnittliche zu sein. Die Eier sind im Verhältnis zum Vogel sehr groß, durchschnittlich ungefähr 67 mm lang und 50 mm breit, rein eiförmig, sehr rauhschalig, denen andrer Enten unähnlich und von Farbe düster weiß. Während dаs Weibchen brütet, ändert, nach Hermans Beobachtungen, dаs auf demselben Teiche verweilende Männchen häufig seinen Aufenthaltsort, schwimmt der Mitte des Gewässers zu und mischt sich unter andre Entenarten, gerade als ob es sich bemühen wolle, dаs Nest nicht zu verraten. Sobald die Jungen, äußerst lebhafte, flinke und tauchlustige Geschöpfe, die in den ersten Tagen des Juli ausschlüpfen, hinlänglich erstarkt sind, führt sie die Mutter auf dаs freie Wasser, und beide Eltern wetteifern jetzt miteinander in vorsichtiger Sorge um ihr Wohl. Das geringste Geräusch, jeder verdächtige Umstand genügt, sie zum Rückzüge in dаs Röhricht zu veranlassen und hier stundenlang zurückzuhalten.