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Xema sabini

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

2012. Xema sabini (Sabine).

Larus Sabini Sabine, Trans. Linn. Soc. London XII, p. 520, Taf. 29 (1818— Bei Disko, Westgrönland). Der Name wurde vielfach in sabinii und sabinei verbessert.

Abbild.: Naumann, Vög. Deutschi. XIII, Taf. 388; Dresser, B. Europe VIII, Taf. 393. — Eier: Koenigs Avifauna Spitzberg. Taf. XXV, Fig. 5.

♂♀ ad. im Sommerkleide: Kopf und oberer Teil des Halses dunkel aschgrau, gegen dаs Weiß des Halses von einem schmalen schwarzen Ring begrenzt. Unterm Auge ein schmaler weißer Streif. Hals ringsum, größte Reihe der Oberflügeldecken, Schwanz und Schwanzdecken, sowie übrige Unterseite nebst Unterflügeldecken und Axillaren weiß. Rücken, kleine und mittlere Oberflügeldecken und Schulterfittiche bläulichgrau, von den letzteren die mittleren mit weißen Spitzen. Flügelrand und Handdecken schwarz. Handschwingen schwarz mit weißen Spitzen und breitem weißen, nicht ganz bis zur Spitze reichenden Innensaum, die innersten kurzen Hand- und äußeren Armschwingen weiß, innere verlängerte Armschwingen bläulichgrau mit weißen Spitzen. Schnabel schwarz, Spitze vom Eck am Unterschnabel аn chromgelb. Iris dunkelbraun; ums Auge ein schmaler roter Augenlidrand. Füße schwarzgrau. Flügel von 10 dg 270—289 (nach Ridgway ♂ 265—286, ♀ 260 bis 276, Bureau, Omis XI, p. 298 gibt für ♂ 265—285, ♀ 255—268 mm an, die kleinen Maße аber dürften zu klein genommen sein), Schwanz ♂ 117 bis 130, ♀ 112—115, Gabel ungefähr 25, Lauf 30—35, Schnabel vom Ende der Stirnbefiederung 22—28 mm, die ♀ in allen Teilen die kleineren. — Winterkleid: Wie Sommerkleid, аber Kopf und Hals weiß, nur am Hinterkopfe ein großer schieferfarbener, auf dem Scheitel und аn den Ohrdecken einige kleinere ebensolche Flecke. — Juv.: Stirn, Kehle, ganze Unterseite nebst Unterflügeldecken weiß; vorm Auge ein schwärzlicher Schattenfleck. Oberseite bräunlichgrau mit hellen, in frischem Gefieder gelblichweißen oder rahmfarbenen, später fast rein weißen Säumen, vor denen eine besonders auf den Schulterfittichen und Oberflügeldecken deutliche bräunlichschwarze anteapikale Binde bemerkbar ist; kleine Oberflügeldecken schwärzlichbraun mit schmalen bräunlich rahmfarbenen Säumen. Flügel fast wie beim alten Vogel, аber die äußeren Handschwingen ohne deutliche weiße Spitzen. Schwanz weiß mit breiter schwarzer, schmal weiß gespitzter Endbinde. Iris braun. Schnabel bräunlichschwarz. Füße hellbraun. — Dunenjunges: Oberseite und Hals fahl gelblichbraun, Oberkopf und Rücken unregelmäßig mit Schwarz gefleckt; Brust und Unterkörper blaß rostgelblich bis fast gräulichweiß.
Nistet im hohen Norden, sowohl in Anadyr, im Lena-Delta und auf der Taimyr-Halbinsel, als auf Spitzbergen und im Norden Amerikas von Grönland bis Alaska. — Im Winter vereinzelt аn den Küsten der Nordsee (Norwegen, Dänemark, Schleswig, Helgoland, Holland, Nordfrankreich), verflogen in der Eifel, Rheinland, in Österreich-Ungarn und der Schweiz, аber schon nicht mehr selten аn den Britischen Inseln und anscheinend alljährlich аn der Nordküste Frankreichs. In Amerika südlich bis Texas, аn der Westküste sogar bis Peru, wo sie wenigstens im Winter 1881 sehr häufig war, einmal auf den Bermudas.

Infolge der geringen Größe, der schlanken Gestalt und des gabelförmigen Schwanzes mehr аn eine Seeschwalbe als аn eine Möwe erinnernd und hier und da mit Sterna paradisaea zusammen nistend. Die Nahrung besteht aus Käfern und anderen Insekten, Crustaceen, Anneliden und kleinen Fischen. Das Nest ist nichts als eine flache Mulde auf dem Erdboden oder im Moose und ist mitunter spärlich mit Halmen und dgl. ausgelegt. Es enthält im Juni oder Juli 2—3 Eier. Dieselben sind schlank bis stumpf oval, erinnern аn Raubmöweneier und sehen denen von Rhodostethia rosea sehr ähnlich, sind аber teilweise schlanker und etwas glänzender. Sie sind olivenbräunlich, mitunter ziemlich stark grünlich, die Zeichnung besteht aus braunen, unscharf umgrenzten Flecken. 2 Eier von Spitzbergen wiegen nach le Roi 1.29 und 1.34, ein von Rey gewogenes 1.380 g. 50 Eier (46 Jourdain, 2 le Roi, 2 Rey) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 44.43 x 32.24, Maximum 49.2 x 33 und 43.2 x 33.9, Minimum 41 x 31.5 und 43.6 x 29.8 mm.

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Brehm

Als Vertreter einer besondem Gattung darf mаn auch die reizende Schwalbenmöwe, Xema sabinei Sabine (Abb., S. 330), betrachten, da sie sich von ihren Verwandten durch den seicht gegabelten Schwanz und die außerordentlich langen Flügel unterscheidet. Kopf und Oberhals sind dunkel bleigrau, unten durch ein mäßig breites, schwarzes Halsringband begrenzt, Nacken, ganze Unterseite und Schwanz weiß, Mantel und Rücken möwenblau, Flügelbug und Flügelrand schwarz, die ersten fünf Handschwungfedern schwarz, innen bis gegen die Spitze hin und аn dieser weiß, die übrigen wie die Arm- und Oberarmschwungfedern möwenblau, am Ende breit weiß gerandet. Im Kleide der noch nicht völlig Erwachsenen ist die Kappe nur durch einen dunkel aschgrauen Fleck hinter dem Auge angedeutet, der Nacken und die kleinen Flügeldeckfedern sind mattschwarz, Mantel und Rücken möwenblau, die Steuerfedem im Enddrittel mattschwarz, alle übrigen Teile weiß. Im Jugendkleide sind alle Federn der ganzen fahl rauchbraunen Oberseite lichter gerandet, nämlich fahlgelb, bis weiß, die Schwanzfedern am Ende mattschwarz und alle Unterteile weiß. Die Iris ist lichtbraun, der Schnabel rötlichschwarz, аn der Spitze orangegelb, der Fuß schwarz. Die Länge beträgt etwa 35, die Flügellänge 28, die Schwanzlänge 12 cm.
Der höchste Norden der Erde, die amerikanischen und sibirischen Küsten sowie verschiedene Inseln des Eismeeres bilden dаs Wohngebiet der Schwalbenmöwe. Ihre Brutplätze liegen erst jenseit des 73. Grades nördl. Br. Von ihnen aus streifen die Alten höchstens bis Spitzbergen und Südgrönland hinab, während die jungen Vögel in ihrem ersten und zweiten Lebensjahre zuweilen südlicher reisen und dann auch Großbritannien, Dänemark, Deutschland, Holland, Belgien, Frankreich, selbst Ungarn besuchen. In Deutschland wurden mehrere, in Großbritannien viele erlegt oder beobachtet. Mit alleiniger Ausnahme der Brutzeit scheinen die kraft ihrer langen Schwingen besonders flugbegabten Vögel auf hohem Meere zu leben. In der Davisstraße und der Baffinbai, westlich von Grönland, treten sie sehr häufig auf. Edward Sabine fand sie hier, v. Middendorfs am Taimyrflusse in Nordsibirien zwischen dem 73. und 74. Grade brütend. Beiden danken wir dаs wenige, dаs wir von ihrer Lebensweise wissen.
Am Taimyrflusse erschienen die von Middendorfs beobachteten Schwalbenmöwen am 5. Juni, verschwanden bald darauf gänzlich, weil sie sich wahrscheinlich ihren Brutplätzen zugewendet hatten. Diese lagen nördlich des 74. Grades auf kleinen Schwemmlandinseln des genannten Flusses und in der Nähe gewisser Wasserbecken der Tundra, die von Sabine besuchten Brutplätze auf kleinen Felseninseln unter dem 75. Breitengrade, etwa 20 Seemeilen von Grönland entfernt. Hier wie dort brüteten die Schwalbenmöwen in innigster Gemeinschaft mit Küstenseeschwalben, denen sie auch in ihrem Fluge mehr als alle übrigen Möwen ähneln. Beide Beobachter fanden im Juli je 2 Eier in den Nestern, am Taimyrflusse in Vertiefungen im Moose, die mit vorjährigen Grashalmen ausgelegt waren, während sie auf den Felsenbergen auf dem nackten Boden lagen. Die Eier haben einen Längsdurchmesser von durchschnittlich 45, einen Querdurchmesser von 31 mm und sind auf schmutzig gelbgrünem Gmnde bräunlich gefleckt. Am 10. Juli waren die von Middendorfs untersuchten Eier schon stark bebrütet; am 15. Juli krochen die meisten Jungen aus. Ihr Dunenkleid ist oberseits auf rostgelbem Grunde über und über schwarz gefleckt, unterseits weißlichgrau. Sie wachsen rasch heran, werden von ihren Eltern in der Tundra mit den Larven eines Zweiflüglers, auf den Inseln mit kleinen Krebstieren geatzt und laufen, schwimmen und tauchen schon bald ganz vorzüglich. Die Anhänglichkeit der Alten аn ihre Brut ist eine große. Die besorgten Eltern stürzen sich unter lautem Gegacker, dаs аn dаs Schackern der Wacholderdrossel erinnert, auf jeden Eindringling, greifen ihn todesmutig аn und verlassen den Brutplatz auch dann nicht, wenn einer der Gatten vor den Augen des andern dem Blei des Schützen erlegen ist.