Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
1652. Ardeola ralloides (Scop.).
Rallenreiher.
Ardea ralloides Scopoli, Annus I Hist. Nat., p. 88 (1769— Krain).
Ardea pumila Lepechin, Nov. Comm. Acad. Petrop. XIV, I, p. 502, Taf. XIV, Fig. 1 (1770— Südrußland).
Ardea castenea S. G. Gmelin, op. cit. XV, p. 454, Taf. XV (1771— „Venit e mari nigro ad Tanain“).
Ardea comata Pallas, .Reise d. verseh. Prov. Russ. Reichs II, p. 715 (1773— „Habitat circa Maris Caspii sinus“).
Ardea Squaiotta Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 634 (1789— „Habitat in Italia circa Bono- niam“).
? Ardea erythropus Gmelin, 1. c. (1789— Italien).
Ardea senegalensis id., t. c., p. 645 (1789— Senegal. Nach Daubenton, PI. Eni. 315 — kaum kenntliche Figur!).
Ardea Botaurulus Schrank, Fauna Boica I, p. 221 (1798— „Im Herzogtum Neuburg, um Ingolstadt“. Beschreibung ungenau).
[Ardea griseo-alba Richard et Bernard (nicht „Bose.“), Act. Soc. Hist. Nat. Paris 1, p. 117 ist ein südamerikanischer Reiher, der nichts mit vorliegender Art zu tun hat.]
Ardea audax Lapeyrouse, N. schwed. Abh. III, p. 106 (1794— Teste Sharpe. Nicht von mir gesehen).
Ardea deaurata Merrem, Ersch & Gruber, Encycl. V, p. 173 (1820— Teste Dresser, Sharpe u. a. Nicht gesehen).
Buphus Illyriens Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 590 (1831— Illyrien).
Ardea subralloīdes P. Württemberg, Naumannia 1857, p. 434 (Nomen nudum!).
Bubulcas luteus Döderlein, Giorn. Sei. Nat. ed. Econ. Ist. Techn. Palermo VIII, 1, p.40ff., im Separat Avif. Moden, e Sicilia, p. 214 (1872— Modena).
Engl.: Squacco Heron. — Franz.: Héron Crabier. — Ital.: Sgarza-ciuffeto.
Abbild.: Dresser, B. Europe VI, Taf. 400; „Neuer Naumann“ VI, Taf. 24.
♂♀ ad. im Herbstkleide: Kopf und Hals hell ockergelb mit bräunlichschwarzen Außensäumen аn beiden Fahnen der Federn, auf dem Scheitel mehr weißlich, Kehle und Mitte des Vorderhalses weiß, letztere mit ockergelblichem Anflug. Vorderrücken und Schulterfedern gelblich erdbraun, Hinterrücken, Oberschwanzdecken und Steuerfedern weiß. Flügel weiß, Oberflügeldecken in der Regel mit ockergelbem Anflug, innerste Armschwingen erdbraun. Unterseite weiß, Brust mit gelblichem Anflug. — Hochzeitskleid: Hals hell ockergelb, ungestreift, Oberkopf braun gestreift, am Hinterhalse mehrere bandförmige, weiße oder weißliche, schwarz umsäumte Federn. Auf dem Rücken bis ans Schwanzende reichende verlängerte, weiche, sehr langstrahlige und zerschlissene Schmuckfedern von fahl bräunlicher Weinfarbe, die äußersten Schulterfedern ockergelb. Kropf blaß ockergelblich, übrige Unterseite weiß. — Iris gelb, nach außen zu mit bräunlich goldgelbem Anflug. Schnabel schwärzlich hornfarben, Teile des Unterschnabels gräulichgrün. Beine und Füße in der Brutzeit gelb, mitunter mit rotem Anfluge, im Herbstkleide gelblichgrün. Flügel 206 — 234, wobei die kleineren Stücke meist ♀ sind, Schwanz 78—85, Schnabel 60—68, Lauf 59- 63 mm. — Der junge Vogel ähnelt dem alten im Herbst- und Winterkleide, аber die Außenfahnen und Spitzen der meisten Schwingen sind hellgrau, die Oberflügeldecken grau gefleckt. Iris hellgelb.
Nistet im Süden der Iberischen Halbinsel, in den Donautiefländern und Südrußland bis Persien und Transkaspien, außerdem in ganz Afrika von Algerien bis Südafrika. Auf der Wanderung und verstrichen in Sizilien, Sardinien, Italien (häufig, möglicherweise ausnahmsweise genistet), Südfrankreich (häufig), Griechenland, Madeira, Kanaren, Azoren, nicht allzu selten auch weiter nördlich, in der Schweiz, Österreich, Deutschland, den Niederlanden, Nordfrankreich, mindestens 60 mal auf den Britischen Inseln. — In Europa und vielleicht auch in Kleinafrika Zugvogel.
Bewohnt Niederungen, Sümpfe, Ufer von Seen und Strömen. Auch außer der Brutzeit gesellig und dann mehr umherstreifend, in der Mitte des Tages meist ruhig, gern unter Büschen am Ufer oder in Bäumen, аn stillen Tümpeln und dergl., in der Morgenfrühe und gegen Abend munterer und auf Nahrungssuche. Die Stimme ist ein heiseres, gedämpftes Karrr oder Charrr. Nahrung Insekten, Larven, Würmer, Amphibien Weichtiere. Geht gern Herden (auch Schweinen) nach und läßt sich wie Bubulcus ibis auf dem Rücken der Tiere nieder. Die Nester stehen auf Bäumen, Büschen oder im Röhricht, immer in größerer Anzahl beieinander und fast stets in Gemeinschaft mit anderen Reiherarten, Ibissen oder Kormoranen. Die Gelege sind gegen Ende Mai bis Mitte Juni (in Südeuropa) fertig und bestehen aus 4—5, ausnahmsweise auch 6 Eiern. Diese sind bläulichgrün mit verhältnismäßig wenig Poren, аber vielen kleinen Erhabenheiten, so daß sie weniger glatt erscheinen als die der meisten anderen Reiher. Sie sind oft gleichhälftig, bald kurz, bald gestreckt oval. 45 Eier (25 Rey, 20 Jourdain) messen nach Jourdain in litt, im Durchschnitt 38.88 x 28.86, Maximum 41.6 x 31.5, Minimum 35 x 28.2 und 36.2 x 27 mm. Gewicht nach Rey 0,87—1.17 g.
Eine im Jugend- und Winterkleide anscheinend nicht von B. ralloides zu unterscheidende Form bewohnt Madagaskar (A. idae Hartl.), doch soll dаs Alterskleid ganz weiß sein! Studium der Stücke im Pariser Museum muß ergeben, ob hier kein Irrtum vorliegt. Vgl. Milne-Edwards & Grandidier, Hist‘. Nat. Madag., Ois., p. 556 und Tafeln; Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. XXVI, p. 206.
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Brehm
Ein Übergangsglied zwischen den Tag- und Nachtreihem ist der niedliche Rallenreiher, Schopf – oder Mähnenreiher, Ardeola ralloides Scop. (comata), dessen Merkmale in dem verhältnismäßig kräftigen Schnabel und einem mähnigen, vom Oberkopfe bis zum Nacken reichenden Schopf gefunden werden. Die Federn, die letzteren bilden, sind rostgelblichweiß, schwarzbraun gesäumt, die Kopfseiten und der Hals hell rostgelb, die Mantel- und die haarigen Schulterdecken rötlich isabell, alle übrigen Teile weiß. Die Iris ist hellgelb, der Schnabel auf dem First und аn der Spitze schwarz, der Fuß grünlichgelb. Das Gefieder des jungen Vogels ist weit dunkler, auf dem Rücken dunkel rötlichbraun, im übrigen rostbraun, auf dem Bürzel und der Unterseite weiß wie die Handschwingen und Steuerfedern. Die Länge beträgt 50, die Breite 80, die Flügellänge 22, die Schwanzlänge 9 cm.
Südeuropa, bis ans Kaspische Meer, und ganz Afrika bilden dаs Verbreitungsgebiet des Rallenreihers. In Deutschland erscheint er selten, hat аber einmal in der Nähe von Bremen gebrütet; nach Holland und England hat er sich verflogen. Als regelmäßiger Brutvogel tritt er in den Donautiefländern, von Mittelungarn аn südlich und östlich, und in allen Mittelmeerländern auf. Von hier aus durchwandert er ganz Afrika, erscheint in den Nilländern einzeln bereits im Juli und verweilt hier bis Ende April, obwohl er um diese Zeit auch schon in Mittelungarn gesehen wird und hier noch im September häufig ist.
Im Vergleich zu den bereits geschilderten Verwandten führt er eine mehr oder weniger versteckte Lebensweise. Als Brutplätze zieht er ausgedehnte Sümpfe mit viel freiem Wasser und bebuschte Flußufer und Inseln jeder andern Örtlichkeit vor. Fischend und jagend verweilt er meist den ganzen Tag über auf einer Stelle, hält hier auch wohl ein Mittagsschläfchen und fliegt erst gegen Abend weiter umher, zuletzt seinem Schlafplatze im dichtesten Ufergebüsch oder Röhricht zu.
Sein Betragen ist in mancher Beziehung eigenartig. Im Stehen zieht er den Hals sehr ein und erscheint daher viel gedrungener oder dicker, als er in Wirklichkeit ist, nimmt auch wohl absonderliche Stellungen an, ohne jedoch seine Glieder so wunderlich zu verrenken, wie die nächtlichen Reiher zu tun Pflegen; im Gehen setzt er bedachtsam ein Bein vor dаs andre, schleicht аber nicht so gemessen dahin wie die meisten seines Geschlechts; im Fluge bewegt er die nicht sehr breiten Flügel mit sanften, nicht weit ausholenden Schlägen. Seine Stimme, ein kurzer, schnarchender, heiserer oder gedämpfter, wie „karr“ oder „charr“ klingender Laut, wird selten und nicht auf weithin vernommen.
Auch der Rallenreiher nährt sich vorzugsweise von Fischen, vermag jedoch nur sehr kleine und auch diese bloß in seichtem Wasser zu fangen. Außerdem stellt er jungen Fröschen und Wasserinsekten nach. Die wühlenden Schweine, deren Nahrung er auch nicht verschmäht und аn die er sich gern anschließt, sind ihm sehr behilflich, Beute zu gewinnen.
Zu Ende Mai schreitet er zur Fortpflanzung. Wo viele, auch andern Arten angehörige Reiher horsten, nimmt er, laut Baldamus, die mittlere Höhe der Bäume ein und wählt hier besonders die Seitenäste zur Anlage des kleinen, sauberen, aus feinem Reisig und Gewürzel erbauten und mit Fasern, Farnkraut und trocknen Schilfblättern ausgelegten, fast immer durchsichtigen Nestes. Die 4—5 grünen Eier sind durchschnittlich etwa 38,6 mm lang, 28 mm breit, rein eiförmig, äußerst zartschalig, obwohl grobkörnig. Für den Verlauf des Brutgeschäfts und die Erziehung der Jungen gelten die in der Einleitung zur Familie gegebnen Mitteilungen.