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Anthus petrosus

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

449. Anthus spinoletta obscura (Lath.).

Strandpieper.

Alauda obscura Latham, Index Orn. II, p. 494 (1790— „Habitat in Angliae paludosis“).

Alauda petrosa Montagu, Trans. Linn. Soc. London IV, p. 41 (1798— Wales).

Anthus rupestris Nilsson, Orn. Suec. I, p. 245 (1817— partim).

Anthus immutabilis Degland, Ornith. Europ. I, p. 429 (1849— Dieppe, Bretagne).

Engl.: Rock-Pipit. Franz.: Pipi obscur.

Unterscheidet sich sofort von allen bisher besprochenen Wasserpieperformen durch die sehr beschränkte, fast verschwundene weiße Farbe der äußern Steuern federn, denn die vorletzte Steuerfelder zeigt nur einen sehr kleinen bräunlichweißen Fleck аn der Spitze, die letzte hat die Außenfahne rauchbräunlich, nur selten etwas weißlich in der Mitte, den hellen Keilfleck аn der Innenfahne verdüstert und verschwommen, nie rein weiß. Das Herbstkleid unterscheidet sich durch den olivenbräunlichen, fast grünlichen Ton der Oberseite sowie die ebenfalls olivenartig gelbliche Unterseite, die wie die des Wasserpiepers аn Vorderbrust und Seiten längsgefleckt ist. Schnabel dunkelbraun, Wurzel des Unterschnabels fleischfarben. Frühlingskleid: Oberseite bräunlicher, nicht so olivenfarbig, Unterseite weißlicher, Schnabel ganz schwarz. Brust und Seiten ebenso stark gefleckt wie im Herbst. Iris und Füße dunkelbraun. Juv. Die dunkeln Federmitten der Oberseite ausgedehnter, daher dort düsterer, Kehlseiten fast schwarz, die dunkle Fleckung auf der Unterseite über die Kehle hin und fast über den ganzen Unterkörper ausgedehnt.
Häufiger Standvogel au den Küsten der britischen Inseln, der Normannischen Inseln und Nord-Frankreichs (Normandie, Bretagne), im Winter mehr umherstreichend und dann wohl аn allen Küsten der Bai von Biscaya und ausnahmsweise auch im Binnenlande angetroffen.

Der Strandpieper bewohnt die Küsten der britischen Inseln, wo hohe Felswände düster aus den Wogen emporragen, oder (bei den normanischen Inseln) kleine steil- uferige, mit Gras und Blumen bedeckte Eilande. Hier geht er unbekümmert um Wind und Wetter seiner Nahrung nach, die aus allerlei Insekten, kleinen Mollusken und Schnecken, seltener Sämereien besteht und singt meist im Aufsteigen und Niederschweben wie andere Pieper sein anspruchsloses, feines Liedchen, dаs wie dsit, dsit, dsit, dsit, dsi, dsi, dsi, dsi klingt, gegen dаs Ende hin abfallend. Ende April und Mai, zum zweiten Male im Juni, findet mаn die Eier. Das Nest ist ziemlich grob und steht in Löchern und Ritzen аn Felswänden, in Mauerlöchern, unter Steinen oder аn irgend welchen anderen geschützten Plätzen, selbst unter Grasbüscheln und im Moose, auf kleinen Eilanden vom Rande des Wassers bis aut die höchsten Spitzen, auf großen Inseln аber nur аn der Küste. Die 4—5 Eier ähneln denen des Wasserpiepers. sind аber meist etwas bräunlicher. Nach Rey wiegen sie (8 Stück) etwa 155 mg und messen 23 x 15.7. 22.1 x 16.5, 21.5 x 15.8, 20.8 x 15.7 mm. Nach Saunders kommen auch rote Varietäten von Eiern, wie beim Baumpieper, vor.

451. Anthus spinoletta littoralis Brehm.

Felsenpieper.

Anthus rupestris Nilsson, Orn. Suec. I, p. 245, Taf. 9, fig. 1, 2 (1817— partim! Der Name ist nicht der schwedischen Form im Gegensätze zur englischen gegeben, sondern eine Neubenennung von obscura, die Beschreibung paßt auf beide Formen.).

Anthus littoralis Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutsch]., p. 331 (1831— „er lebt аn den hohen Sandklintufern einiger dänischen Inseln und kommt selten аn den deutschen Küsten der Nordsee vor“).

Anthus obscurus longirostris & microrhynchus A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 7 (1866— nomina nuda!).

Norweg.: Skjaer-piplaerka. Schwed.: Skärpiplärka.

Das Herbstkleid ist dem von A. sp. obscura so ähnlich, daß ich keine sicheren Unterschiede anzugeben vermag. Im Frühlingskleide hat die Kropfgegend einen rötlichen Anflug und ist weniger, ja oft nur ganz schwach gefleckt. Solche Vögel findet mаn zur Brutzeit nicht аn den britischen Küsten. Nicht alle Stücke аber sind so kenntlich, denn manche unterscheiden sich von englischen nur durch einen rötlichen Schimmer аn der Kehle, einzelne fast gar nicht.
Diese Form bewohnt die Küsten Skandinaviens und soll auch am Weißen Meere vorkommen. Im Winter weiter südlich: häufig auf Helgoland, аn den Küsten Deutschlands, Hollands, Belgiens, Nord-Frankreichs, nicht selten auch аn denen Englands.

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Brehm

Der Wasserpieper, auch Wasser-, Sumpf-, oder Moorlerche, Weißler, Gipser, Herdvögelchen genannt, Anthus spinoletta L. (aquaticus), ist auf der Oberseite dunkel olivengrau, mit vertuschten, schwarzgrauen Längsflecken gezeichnet, auf der Unterseite schmutzig weiß oder grauweiß, fleischrötlich verwaschen, аn den Brustseiten dunkel olivenbraun gefleckt; hinter dem Auge verlaust ein hellgrauer Streifen; über die Flügel ziehen sich zwei lichtgraue Binden; die beiden äußersten Federn des braunschwarzen Schwanzes sind außen, am Ende auch innen weiß, welche Färbung sich bei dem folgenden Paare auf einen Spitzenschaftfleck verringert. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel horn- schwarz, аn der Spitze des Unterschnabels gelblich, der Fuß dunkelbraun. Die Länge beträgt 18, die Flügellänge 9, die Schwanzlänge 7 ein.
Das Verbreitungsgebiet der typischen Form des Wasserpiepers erstreckt sich über Mittel- und Südeuropa sowie Kleinasien; die Winterreise führt ihn bis nach Palästina und Nordwestafrika.

In Großbritannien und Nordfrankreich vertritt ihn der durch etwas dunklere, grünlicholivenbraun überhauchte Oberseite, minder lebhaft fleischrötliche Unterseite und bräunlich getrübten Endfleck der äußeren Schwanzfeder unterschiedene Strand- oder Uferpieper, Anthus spinoletta obscurus Lath.; аn den Küsten Skandinaviens der sehr ähnliche, im Winter häufig nach Helgoland und den Küsten Deutschlands, der Niederlande und Nordfrankreichs kommende Felsenpieper, Anthus spinoletta littoralis Brehm. Mehrere weitere Unterarten leben in Asien bis Japan, in Nordamerika der auch auf Helgoland beobachtete Braunpieper, Anthus spinoletta pensilvaniuns Lath.

Während andere Pieperarten die Ebene entschieden bevorzugen und Berggegenden nur hier und da bewohnen, gehört der Wasserpieper ausschließlich dem Gebirge an. Er bevölkert in namhafter Anzahl den Gürtel des Knieholzes der Alpen, der Karpathen, des Schwarzwaldes, des Riesengebirges, der Sudeten und Vogesen sowie die entsprechende Höhenlage des Harzes und kommt bloß während des Winters in die Ebenen herab. Im Riesengebirge erscheint er bereits mit der Schneeschmelze, zunächst in der Nähe der Bauden, und rückt allmählich weiter nach oben, so daß er in der letzten Hälfte des April auf seinen Brutplätzen anlangt. Ganz ähnlich ist es in der Schweiz. Einzelne überwintern schon in der Schweiz, аber die meisten gehen gelegentlich ihrer Wandemng weiter nach Süden, nach Griechenland, Italien, Spanien und selbst Ägypten. „Der Wasserpieper“, sagt Gloger, dessen Lebensschilderung des Vogels ich nach eingehenden eignen Beobachtungen als die vorzüglichste erklären muß, „findet sich weit oben auf den rauhen Hochgebirgen, wo schon die Baumwälder aufhören und fast bloß noch Knieholz wächst, oft auch noch höher. Er kommt hier unbedingt überall vor, wo letzteres irgend gedeiht, und geht so weit gegen den Schneegürtel aufwärts, bis diese Holzarten gänzlich verschwinden; ja, er steigt in der Schweiz sogar noch weit darüber hinaus, auf ganz unbewachsene Felsen und wasserreiche Alpen, wo kalte Bäche unter den Gletschern und aus den schmelzenden Schneemassen hervorrinnen. Übrigens wohnt er hier auf den dürrsten, kahlen Berggipfeln wie auf den moorigen, von unzähligen Bächen durchschnittenen Knieholzwäldern, ebenso auf den höchsten, fleckenweise begrünten Felsen und аn turmhohen Steinwänden wie аn solchen Orten, wo Gestein beinahe ganz, nicht аber dаs Zwergkieserngesträuch mangelt, ferner аn den steilsten Taleinschnitten und tiefsten Abgründen wie аn ganz flachen Stellen der Bergfluren, am liebsten freilich da, wo er alle diese Ortsverhältnisse gemischt findet.“ Hier nimmt er seine aus allerlei Insekten, Gewürm und feinen Algen bestehende Nahrung vom Boden auf.
„Er sitzt außer der Fortpflanzungszeit selten, während dieser sehr gern auf verkrüppelten Fichtenbäumchen und Kieferngesträuchen, weniger gern auf Felsstücken und Klippen. Jeder schon sitzende räumt einem beliebigen anderen, den er soeben erst herankommen sieht, stets unweigerlich seinen Platz ein: gewiß ein außerordentlicher Zug von Verträglichkeit. Bald nach der Brutzeit vereinigen sich Hunderte auf den Bergwiesen, ohne sich jedoch eng aneinander zu halten. Solche Gesellschaften führen dann ihre Jungen vorzüglich des Morgens аn die Bäche, аn heißen, sonnigen Tagen аber während der brennendsten Mittagshitze auf die dürrsten Rücken. Bis zum Eintritt der strengen Jahreszeit sieht mаn die Wasserpieper vereinzelt; sie bleiben auch stets ungemein scheu. Bei ihrer Brut dagegen scheinen sie aus Zärtlichkeit für diese ihre sonstige Schüchternheit völlig beiseite zu setzen: sie fliegen und springen höchst besorgt um ihren Feind hemm, schreien nach Kräften heftig ,spieb spieb‘, in höchster Angst .gehlick glick‘, schlagen zugleich den Schwanz hoch auf und nieder und sträuben traurig ihr Gefieder. Sonst rufen sie ,zgipp zgipp‘. Ihr Gesang, der bis Ende Juli vernommen wird, ist recht angenehm, obschon er dem des Baumpiepers nachsteht. Eine seiner Strophen ähnelt dem Schwirren einiger Heimchenarten. Das Lied wird in zunehmend beschleunigtem, zuletzt in äußerst schnellem Gange vorgetragen, während eines rasch aufsteigenden Fluges begonnen, unter behaglichem Schwimmen und schnellem, schiefem Niedersinken mit ruhig ausgebreiteten Flügeln eine Zeitlang fortgesetzt, аber erst im Sitzen auf einer Strauchspitze, einem Steinblocke, Felsen oder auf dem Boden geendigt. Sehr selten, nur wenn trübe Wolken den ganzen Gesichtskreis in trüben Nebel hüllen, singt der Wasserpieper im Sitzen. Während der ersten Nachmittagsstunden gibt keiner einen Laut von sich.
„Sein Nest legt er viel freier und weniger verborgen аn als andere Pieper. Es steht in weiten Felsenspalten, zwischen Steinen, unter hohen Rasenrändern, den großen alten Wurzeln und Ästen der Knieholzsträucher und anderem alten Gestrüpp, so daß es oberhalb eine natürliche Decke gegen Schnee und Regen hat. Die 4—6 Eier, die 21 mm lang, 16 mm dick sind, haben auf meist aschgrauer Gmndfarbe eine dichte Wölkung von dunkelgrauer bis schwarzbrauner Färbung.“ Im Mittelgebirge brütet dаs Paar bei guter Wittemng zweimal, Anfang Mai und Ende Juni, im Hochgebirge nur einmal, und zwar um Mitte Mai. Auf den Alpen leiden die Brutvögel, laut Tschudi, ost sehr von der rauhen Frühlingswitterung.