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Cettia cetti

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

836. Cettia cetti cetti (Marm.). (Fig. 100.)

?? Motacilla Sylvia γ Curruca fulvescens Gmelin, Syst. Nat. I, p. 956 (1788— Provence. Ex Daubenton, PI. Eni. 655 Fig. 2: cf. Buffon, Hist. Nat. Ois. V, p. 134. Die Abbildung ist ganz unsicher; der nicht gerundete Schwanz, die rostrote Farbe u. a. genügen, die Abbildung anzuzweifeln; daß der Schwanz aus 10 Federn zu bestehen scheint, ist ohne Belang, da der Zeichner auch Sylvien, Ammern u. a. so darstellte).

Sylvia Cetti Marmora, Mem. Accad. Torino XXX, p. 254 (1820— Sardinien. Ex Cetti, Uccelli di Sardegna, p. 216).

Sylvia sericea Temminck, Man. d’Orn., 2. Ed., I p. 197 (1820— Brenta, Südspanien; ex Natterer M.S.)

Sylvia Altisonans Bonaparte, Geogr. & Comp. List, p. 11 (1838— „South of Europe“. Basiert auf Gould, B. Europe, Taf. 114).

Cettia (Potamodas) orientalis Tristram, Ibis 1867, p. 79 (Palästina. — Typus untersucht).

♂ ad. Farbe der Oberseite ein röstliebes Braun, dаs nach dem Bürzel zu lebhafter und rötlicher wird und auf den Oberschwanzdecken am intensivsten ist. Schwingen braun mit schmalen helleren Außen- und Innenfahnen. Steuerfedern dunkelbraun. Zügelfleck und dessen Fortsetzung hinter dem Auge dunkelbraun, darüber ein weißlichgrauer Superciliarstreif. Kinn, Kehle und Mitte des Unterkörpers trüb weiß, Kopf- und Brustseiten bräunlichgrau, Körperseiten trüb braun, Unterschwanzdecken trüb braun mit schmutzigweißen Spitzen. Unterflügeldecken und Axillaren blaß graubraun mit weißlichen Enden. Oberschnabel dunkelbraun, Unterschnabel hell hornfarben mit dunkler Spitze. Iris lebhaft braun. Füße hellbraun. Flügel etwa 62—64.5 (65), Schwanz etwa 61—65, Lauf 20—22, Culmen 14—15 mm. ♀ wie ♂, nur etwas kleiner: Flügel etwa 54—59 mm. — Das Herbstkleid ist lebhafter, dunkler, im Frühling wird die Oberseite matter, etwas blasser, die Unterseite weißlicher. Der junge Vogel wie der alte, nur etwas matter. — Es scheint, als ob westliche Stücke, besonders marokkanische, meist kürzere Schwänze haben, dagegen kleinasiatische — nicht аber solche aus Palästina — längere, jedoch konnten nicht genügend große Serien untersucht werden, um darüber zu einem Urteil zu gelangen, auch sind die Schwänze im Frühling schon sehr abgenutzt und daher nicht genau zu messen.
Standvogel in Süd-Frankreich, Spanien, Portugal, Mallorka, Süd- und Mittel-Italien, Sizilien, Korsika und Sardinien, Marokko, Algier, Tunis (vielleicht nur nördlich des Atlas nistend), Balkanhalbinsel (bis Rumänien, Montenegro und Dalmatien), Kleinasien. Palästina. Jedenfalls gehören zu dieser Form auch die Vögel von der Krim und aus dem Kaukasus; dafür spricht auch, daß ein im November bei Fao am Persischen Golf erlegter Vogel zu der westlichen Form gehört, sowie ein ♂ aus dem Elburs-Gebirge.

In der Ebene wie im Hügellande bis über 1000 m, аber nur in feuchten, üppigen Lagen, wo Rohr- und Schilfdickichte gedeihen, oder dichtes Gestrüpp unter schattenden Bäumen wächst. Schlüpft geschickt durch dаs dichteste Gezweig und läuft auch rasch am Erdboden entlang. Erinnert in seinen Bewegungen am meisten аn die Locu- stellen. Ein höchst auffallendes Produkt ist der Gesang: ein kurzer metallischer Schlag, der mit außerordentlicher Kraft ohne Einleitung plötzlich hervorgeschmettert wird und ebenso plötzlich abbricht. Das Nest steht tief versteckt in dichtem Gebüsch und Gerank. Es bildet einen aus Fasern, Würzelchen, Bast und dürren Blättern zusammengefügten tiefen Napf und erinnert etwas аn dаs Nest der Nachtigall, oft аber ist es mit weißer Pflanzenwolle durchwebt und ähnelt dann dem Nest vom Gartenspötter, innen sind mitunter Federn zur Auspolsterung benutzt. Es steht nie höher als 1 m vom Boden. Die 4—5 Eier sind braunrot, graurosa bis ziegelrot, mitunter mit deutlicher dunkler Wölkung um die Mitte herum. 2 von mir in Marokko gefundene Eier messen 17.6×13.9, andere aus demselben Lande 17.5 x 14—19.2 x 14.2 und 19 x 14 mm, 66 Eier aus Süd-Spanien und Nord-Afrika (47 Jourdain. 15 Rey, 4 Hartert) messen durchschnittlich 17.88 x 13.82, im Maximum 19.4 x 14.1 und 18.5 x 14.5, Minimum 17—13.5 und 17.1 x 13.2 mm. Durchschnittsgewicht nach Rey 94 mg.

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Brehm

Die Arten der Bruchrohrsänger (Cettia Bp.) kennzeichnen sich durch ihren kurzen, schmalen und spitzen Schnabel, die sehr abgerundeten Flügel, unter deren Schwingen die vierte und fünfte die längsten sind, und stark gerundeten, aus nur zehn Federn bestehenden Schwanz. Möglicherweise tritt nur eine Mauser aus. Bei dem Seidenrohrsänger, Cettia cetti Mann. (Abb. S. 87), sind die Oberteile rötlichbraun, Bürzel und Oberschwanzdecken etwas lebhafter, Steuerfedern und die Außenränder der dunkelbraunen Schwingen dunkler, ein Augenstrich verwaschen, ein Augenring deutlicher weiß, die Unterteile und Unterflügeldecken weißlich, Kopf- und Halsseiten grau, die Körperseiten nebst den Unterschwanzdecken rostbräunlich, die längsten der letztgenannten Federn mit verwaschenem weißen Endrande. Die Iris des Auges ist dunkelbraun, der Schnabel rostbraun, die Wurzel des Unterschnabels horngelb, der Fuß rötlichgelb. Die Länge beträgt ungefähr 13, die Flügellänge 6, die Schwanzlänge 6,5 cm. Das Weibchen ist merklich kleiner, dаs außerordentlich lockere Gefieder der Jungen nicht ganz so rötlich wie bei dem Männchen und der weiße Augenstreifen im Jugendkleide kaum angedeutet.
Der Seidenrohrsänger bewohnt von Spanien аn die Mittelmeerländer Europas, dаs westliche Asien und Nordafrika und ist, wo er vorkommt, meist Standvogel; in Turkestan ist er, nach Seebohm, unzweifelhaft ein Zugvogel, der im nördlichen Indien überwintert. Mit Vorliebe hält er sich аn stehenden, mehr аber noch fließenden Gewässern, namentlich Bächen, Wasser-und Abzugsgräben, auf, deren Ufer Binsen, Brombeerhecken und Gebüsche möglichst dicht besäumen. Hier führt er ein sehr verborgenes Dasein. Laut A. v. Homeyer ist er außerordentlich lebhaft und fast immer in Bewegung, kommt nicht häufig zum Vorschein, verrät sich аber sofort durch seinen lauten Gesang. Sein Wohngebiet, dаs einige hundert Schritt Durchmesser haben mag, durchstreift er fortwährend und überrascht durch seine Eilfertigkeit. Äußerst vorsichtig, entflieht er bei der geringsten Gefahr, ist daher noch schwerer zu erlegen als zu sehen. Lockton wie Gesang sind so bezeichnend, daß mаn den Seidensänger, wenn mаn ihn einmal gehört hat, niemals mit einem anderen Vogel verwechseln kann. Der Lockton klingt wie „tscheck tscheck tscheck“: der Gesang ist, nach Hartert, ein kurzer, metallischer Schlag, der mit außerordentlicher Kraft und ohne Einleitung plötzlich hervorgeschmettert wird und ebenso plötzlich abbricht. Er ähnelt dem Anfänge des Nachtigallschlages oft in so hohem Grade, daß mаn getäuscht werden könnte, würde dаs ganze Lied mit der einzigen Strophe nicht auch beendet sein. Hansmann übersetzt die Laute mit „zick ziwjtt ziwoid“, Graf von der Mihle mit „tschifut tschifut tschifut“.
Das Nest steht niedrig über dem Boden in undurchdringlichem Gesträuch, wird üef tassenförmig aus Pflanzenresten, Stengeln und Blättern in halbmoderigem Zustande hergestellt, inwendig mit feinem Grase und Ziegenhaaren oder Schaf- und Baumwolle ausgekleidet und enthält schon Ende April dаs volle Gelege: 4—5 eintönig rote, manchmal am stumpfen Ende dunkler gewölkte, 18 mm lange, 14 mm dicke Eier (Eiertafel V, 34). Auf die erste Brut folgt im Laufe des Sommers regelmäßig eine zweite. Krüper erwähnt, daß strenge Winter unter den Seidenrohrsängern oft arge Verheerungen anrichten.