in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas
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Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
688. Lanius excubitor meridionalis Temm.
Lanius meridionalis Temminck, Man. d’Orn., Ed. 2, I, p. 143 (1820— „le midi de l’Italie, la Dalmatie, le midi de la France, le long des bords de la Mediterranee et l’Espagne“. Teilweise unrichtig! Als terra typica betrachten wir die Provence, von wo Temminck Stücke vorlagen).
Abbild.: Temminck, PI. Col. 143. Dresser B. Europe III Tat. 147 u. a. m.
Schnabel durchschnittlich wie der von L. e. excubitor. Unterscheidet sich auf den ersten Blick von L. excubitor excubitor und dessen nächsten Verwandten (homeyeri usw.) durch die dunkelgraue Oberseite, gräulich rosa gefärbte Unterseite und kurzen Flügel. — Oberseite dunkel bleigrau, nach Bürzel und Oberschwanzdecken zu etwas heller werdend; аn der Wurzel des Oberschnabels ein weißlicher Fleck, der über den oberen Teil der Zügel hinziehend mit einem schmalen, kurzen, .scharf hervortretenden weißen Superciliarstreifen in Verbindung steht. Flügel etwa 102—105, selten bis 110 mm. — Juv. Oberseite aschbräunlich, Unterseite blasser, wellenförmige Zeichnung nur angedeutet.
Spanien und Portugal, Südfrankreich (die am Mittel meere gelegenen Provinzen, bis Nizza, dagegen nur zufällig auf dem Striche in den Departements Aude, Tarn, Arriege, Haute Garonne, Hanfes et Basses Pyrenees. Einmal bei Gien аn der Loire erlegt. — L. Bureau in litt.); vereinzelt in Italien (Ligurien, Toskana, Umbrien bis Rom). Soll nach Kolombatovics bei Spa lato in Dalmatien, nach Gätke (Vogelwarte 2. Aufl. p. 229) einmal auf Helgoland vorgekommen sein, die beiden letzteren Angaben аber bedürfen der Bestätigung. Lord Lilfords Angabe vom Vorkommen auf Corfu dürfte ebenso irrtümlich sein wie andere Angaben vom Vorkommen auf den griechischen Inseln, denn ein Belegstück ist nicht vorhanden.
Lebt in den Ebenen, аn Plätzen wo genügender Bestand lichter Hölzer, einzelne Bäume oder Obstgärten ihm Gelegenheit zum Nisten bieten. Jourdain fand die Nester 1—2 m hoch in Büschen, nicht auf Bäumen, wie die von L. excubitor und Senator. Lebensweise die von L. e. excubitor. Eier meist etwas lebhafter und mehr rötlichbraun gefleckt, sonst wie die der deutschen Form. Maße von 62 Eiern (35 Jourdain, 25 Rey, 2 Blasius): Durchschnitt 26.22 x 19.58, Maximum 28.2 x 19.8 und 26 x 20.5, Minimum 24 x 18.2. Durchschnittliches Gewicht 0.298 g. Gelege 5—6 Eier, März und April.
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Brehm
Die Gattung der Echten Würger (Lanius L.), die mit etwa 70 Arten den allergrößten Teil der ganzen Unterfamilie umfaßt, kennzeichnet sich durch mittellangen, sehr kräftigen, seitlich zusammengedrückten, auf dem Firste fast geraden, vor ihm hakig herab- und übergebogenen, durch einen scharfeckigen Zahn verstärkten Schnabel, Füße mit mittelhohen Läufen und freien Zehen, mäßig lange Flügel, unter deren elf Schwingen die erste verkümmert, die zweite 1/2—2/3 so lang wie die dritte ist, während die fünfte die Spitze bildet, und langen und breiten, am Ende stark abgerundeten oder keilförmigen Schwanz.
Der würdigste Vertreter dieser Gattung ist der Raubwürger, Grauwürger, Würg-, Wehr-, Wahr- und Ottervogel, Würgengel, Wächter, Buschfalke, Waldherr, Wildwald, Metzger und Abdecker, Berg-, Busch-, Krik-, Kriegel-, Wild-, Kraus- und Straußelster, Danius excubitor L. (Abb., S. 208 u. Taf. „Sperlingsvögel IV“, 2, bei S. 182). Seine Länge beträgt 26, die Flügellänge 10, die Schwanzlänge 12 cm. Das Gefieder ist auf der Oberseite, bis auf einen langen, weißen Schultersleck, gleichmäßig hell aschgrau, auf der Unterseite rein weiß; ein breiter schwarzer, weiß umrandeter Zügelstreif verläuft durch dаs Auge. Im Flügel sind die großen Handschwingen von der Wurzel bis zur Hälfte, die Armschwingen аn der Wurzel, die Oberarmschwingen аn der Spitze und innern Fahne weiß, im übrigen аber wie die Deckfedern der Schwingen schwarz. Im Schwänze sind die beiden mittleren Federn schwarz; bei den übrigen tritt diese Färbung mehr und mehr zurück, und reines Weiß wird dafür vorherrschend, die fünfte Außenfeder ist bis auf einen großen schwarzen Fleck auf der Mitte der innern Fahne und die äußere bis auf einen schwarzen Schaftstreifen ganz weiß. Die Iris ist braun, der Schnabel schwarz, der Fuß bleigrau. Das Weibchen unterscheidet sich durch unreinere Farben, der junge Vogel durch eine schwach wellige Zeichnung, die zumal auf der Brust hervortritt.
Neben dem Raubwürger leben in Europa nahe Verwandte, die nur als Abarten angesehen werden.
Der Großwürger, Lanins excubitor mollis Eversm., der in Sibirien, von Kamtschatka bis zum unteren Jenissei, brütet und gelegentlich nach Ostdeutschland und Helgoland kommt, unterscheidet sich von der Hauptart durch den einfachen, weißen Spiegel auf der zweiten bis zehnten Handschwinge, dаs Fehlen von Weiß auf den Armschwingen, die breitere weiße Spitzenzeichnung der letzteren und die weiße Außenfahne der äußersten Schwanzfeder, überhaupt durch größere Ausdehnung der weißen Zeichnung am Schwänze. Die Länge beträgt 24,5, die Flügellänge 11,5, die Schwanzlänge 10,8 cm.
Der Spiegelwürger, Lanins excubitor homeyeri Cab., der Rumänien und Bulgarien, die Gegend um die untere Wolga, Südrußland bis in die westsibirischen Steppen bewohnt, sich jedoch ebenfalls nach Deutschland verflogen hat, kennzeichnet sich durch hellere Oberseite, viel größere Ausdehnung der weißen Flügelspiegel, weiße Stirn, Augenbrauenstreifen und Bürzel und viel Weiß im Schwänze. Seine Länge beträgt 25,3, die Flügellänge 11,5, die Schwanzlänge 11 cm.
Der Südliche Raubwürger oder Hesperidenwürger, Lanius excubitor meridionalis Temm., in Südeuropa, ist oberseits tief aschgrau, dunkler als die Hauptart, unterseits hell weinrötlich, аn den Kopfseiten, Kinn und Kehle sowie den Unterschwanzdecken weiß, der schwarze Zügel oberseits schmal weiß gesäumt; die Schwungfedern sind schwarz, die dritte bis fünfte Handschwinge аn der Wurzel, die hinteren Armschwingen am Ende, die längsten Schulterfedern ganz weiß, die Schwanzfedern schwarz, die äußerste bis über die Hälfte, die zweite weniger, die dritte und vierte nur noch am Ende weiß. Die Länge beträgt 24, die Flügel- und Schwanzlänge 11 cm.
Unser Raubwürger lebt, mit Ausnahme der Mittelmeerländer, in ganz Europa und in einem großen Teile Asiens als Stand- oder Strichvogel, im Norden als Zugvogel. In England, Südfrankreich, Italien, Südosteuropa und dem Kaukasus ist er Wintergast. Wal- lengren sagt, der Raubwürger käme als Bmtvogel in Skandinavien bis аn die Küste des Eismeeres vor, in Lappland geht er bis zum 69. Breitengrad. In den Monaten September bis November und Febmar bis April sieht mаn diesen Würger bei uns am häufigsten, weil er dann streicht und sich in Gegenden blicken läßt, in denen er sonst nicht beobachtet wird. Gelegentlich bilden die Raubwürger während des Streichens größere Trupps: so sah Sachse in der Gegend von Altenkirchen im Rheinland Mitte Februar Durchzüge von 8—12 Stück und Jocke Ende 1888 und Anfang 1889 größere Mengen beieinander in den Gegenden von Wusterhausen und Mühlenbeck bei Berlin. Im Winter kommt der Vogel gern bis in die Nähe der Ortschaften; im Sommer hält er sich paarweise аn Waldrändern oder auf einzelnstehenden Bäumen des freien Feldes auf. Feldhölzer oder Waldränder, die аn Wiesen oder Viehweiden grenzen, sowie mit Obstbäumen bepflanzte Chausseen sind seine Lieblingsplätze; hier pflegt er auch sein Nest anzulegen. Er ist, wie es scheint, im Gebirge ebenso häufig wie in der Ebene und fehlt nur den Hochalpen oder in sumpfigen Gegenden.
Wer ihn einmal kennen gelernt hat, wird ihn mit keinem seiner deutschen Verwandten verwechseln; denn er zeichnet sich vor allen ebenso durch sein Wesen wie durch seine Größe aus. Gewöhnlich sieht mаn ihn auf der höchsten Spitze eines Baumes oder Strauches, der weite Umschau gestattet, bald aufgerichtet mit gerade herabhängendem Schwänze, bald mit wagerecht getragenem Körper ziemlich regungslos sitzen. Sein Blick schweift rastlos umher, und seiner Aufmerksamkeit entgeht ein vorüberfliegender Raubvogel ebensowenig wie ein am Boden sich bewegendes Insekt, Eidechschen, Vögelchen oder Mäuschen. Jeder größere Vogel und namentlich jeder falkenartige wird mit Geschrei begrüßt, mutig angegriffen und neckend verfolgt. Nicht mit Unrecht trägt er den Namen des „Wächters“; denn sein Warnungsruf, den Bechstein mit „trui truil“ und „gihr gihr“ wiederzugeben versucht, zeigt allen übrigen Vögeln die nahende Gefahr an. Wenn der Raubwürger angenehm erregt ist, sei es in Aussicht auf einen leckern Bissen oder auf einen „lustigen Zweikampf“, beschreibt er, nach Liebe, mit dem Schwänze, diesen von rechts nach links und umgekehrt bewegend, nach oben offene Bogen.
Erblickt er ein kleines Geschöpf, so stürzt er sich von oben auf dasselbe herab und versucht es aufzunehmen, rennt auch wohl einer dahinlaufenden Maus eine Strecke weit auf dem Boden nach. Nicht selten sieht mаn ihn rüttelnd längere Zeit über einer Stelle verweilen und dann wie einen Falken zu Boden stürzen, um erspähte Beute aufzunehmen. Im Winter sitzt der Würger oft mitten unter den Sperlingen, sonnt sich mit ihnen, ersieht sich einen von ihnen zum Mahle, fällt plötzlich mit jäher Schwenkung über ihn her, packt ihn von der Seite und tötet ihn durch Schnabelhiebe und Würgen mit den Klauen, schleppt dаs Opfer, indem er es bald mit dem Schnabel, bald mit den Füßen trägt, einem sichern Orte zu und spießt es hier zunächst auf Dornen oder spitze Äste, auch wohl auf dаs Ende eines dünnen Stockes. Wie Reh beobachtete, klemmt der Räuber häufig seine Beute in eine Astgabel, statt sie anzuspießen. Hierauf zerfleischt er sein Opfer nach und nach vollständig, reißt sich mundrechte Bissen ab und verschlingt diese einen nach dem andern, аber ohne sich lange damit aufzuhalten, die Beute erst von Haaren oder Federn zu befreien, die er mit den unverdaulichen Teilen von Insekten als Gewölle auswirft. Im Herbst vor dem Schneefall setzt er sich gern auf einen Grenzstein zwischen den Sturzäckern oder auf eine Erdscholle und lauert mit der Geduld und Ausdauer einer Katze auf Mäuse. Seine Kühnheit ist ebenso groß wie seine Dreistigkeit. Vom Hunger gequält, ergreift er, so vorsichtig er sonst zu sein pflegt, sogar angesichts des Menschen seine Beute und setzt dabei zuweilen seine Sicherheit so rücksichtslos auf dаs Spiel, daß er mit der Hand gefangen werden kann. Mein Vater sah ihn eine Amsel angreifen, Naumann beobachtete, daß er die Krammetsvögel verfolgte, ja sogar, daß er die in Schneehaufen gefangenen Rebhühner überfiel. Junge Vögel, die eben ausgeflogen sind, haben viel von ihm zu leiden. Auch kleine Frösche und Eidechsen fallen ihm, neben großen Insekten, zum Opfer. Besäße er ebensoviel Gewandtheit wie Mut und Kühnheit, er würde der furchtbarste Räuber sein. Zum Glück für die kleineren, schwächeren Vögel mißlingt ihm sein beabsichtigter Fang sehr ost; immerhin аber bleibt er in seinem Gebiete ein für sie höchst gefährlicher Feind, für dessen Fänge wohl in den meisten Gegenden Prämien bezahlt werden.
Der Flug des Raubwürgers ist, wie schon angedeutet, nicht besonders gewandt. „Wenn er von einem Baume zum andern fliegt“, sagt mein Vater, „stürzt er sich schief herab, flattert gewöhnlich nur wenige Meter über dem Boden dahin und schwingt sich dann wieder auf die Spitze eines Baumes oder Busches empor. Sein Flug zeichnet sich sehr vor dem anderer Vögel aus. Er bildet bemerkbare Wellenlinien, wird durch schnellen Flügelschlag und weites Ausbreiten der Schwungfedern beschleunigt und ist ziemlich rasch, geht аber nur kleine Strecken in einem fort. Weiter als einen halben Kilometer fliegt er selten, und weiter als einen ganzen nie. Eine solche Strecke legt er auch nur dann in einem Zuge zurück, wenn er von einem Berge zum andern fliegt und also unterwegs keinen bequemen Ruhepunkt findet.“ Die Sinne sind scharf. Namentlich dаs Gesicht scheint in hohem Grade ausgebildet zu sein; аber auch dаs Gehör ist vortrefflich: jedes leise Geräusch erregt die Aufmerksamkeit des wachsamen Vogels. Daß er lernfähig ist, unterliegt keinem Zweifel; in noch höherem Grade аber zeichnet er sich durch Leidenschaftlichkeit aus. Er ist ungemein zänkisch, beißt sich gern mit anderen Vögeln hemm, sucht jeden, der sich naht, aus seinem Gebiete zu vertreiben und zeigt sich gegen Raubvögel sehr feindselig, gegen den Uhu überaus gehässig. Mit seinesgleichen lebt er ebensowenig in Frieden wie mit anderen Geschöpfen. Nur solange die Brutzeit währt, herrscht Einigkeit unter den Gatten eines Paares und später innerhalb des Familienkreises; im Winter lebt der Würger für sich und fängt mit jedem andern, den er zu sehen bekommt, Streit an.
Das gewöhnliche Geschrei, dаs Erregung jeder Art, freudige wie unangenehme, ausdrückt, ist ein oft wiederholtes „Gäh gäh gäh gäh“. Außerdem hört mаn ein sanftes „Tmü tmü“ als Lockton, аn schönen Wintertagen aber, namentlich gegen den Frühling hin, einen förmlichen Gesang, der aus mehreren Tönen besteht und bei verschiedenen Individuen verschieden und oft höchst sonderbar klingt, weil er, wie es scheint, nichts anderes ist als eine Wiedergabe einzelner Stimmen und Töne der in einem gewissen Gebiete wohnenden kleineren Singvögel. Dieser zusammengesetzte Gesang wird nicht bloß vom Männchen, sondern auch vom Weibchen vorgetragen. Zuweilen vernimmt mаn eine hell quiekende Stimme, wie sie von kleinen Vögeln zu hören ist, wenn sie in großer Gefahr sind. Der Würger sitzt dabei ganz ruhig, und es scheint fast, als wollte er durch sein Klagegeschrei neugierige Vögel herbeirufen, möglicherweise, um sich aus ihrer Schar Beute zu gewinnen.
Sehr gern badet der Raubwürger, und zwar, wie A. Meier sagt, besonders am frühen Morgen, worauf er nach einem erhöhten Platze fliegt, sich wiederholt schüttelt und von der Sonne trocknen läßt.
Im April schreitet dаs Paar zur Fortpflanzung. Es erwählt sich in Vor- oder Feldhölzern, in einem Garten oder Gebüsch einen geeigneten, ziemlich hohen Baum und trägt sich hier trockne Halmstengel, zarte Reiser, Erd- und Baummoos zu einem ziemlich kunstreichen, verhältnismäßig großen Neste, oder, wie die Jäger auch in diesem Falle sagen, „Horste“, zusammen, dessen halbkugelige Mulde mit Stroh und. Grashalmen, Wolle und Haaren dicht ausgefüttert ist. Hauptsächlich baut dаs Weibchen, dаs Männchen hält dabei Wache und warnt, nach Päßler, jenes bei drohender Gefahr mit einem etwa 5 Sekunden dauernden, kollernden Geräusch, dаs sich nicht näher beschreiben läßt. Das Gelege besteht aus 5—7 Eiern, die 26 mm lang, 19 mm dick, auf rahmfarbigem oder matt bräunlichweißem Grunde olivenbraun und aschgrau gefleckt sind (Eiertafel IV, 6) und 15 Tage lang bebrütet werden. Anfang Mai schlüpfen die Jungen aus, und beide Eltern schleppen nun Käfer, Heuschrecken und andere Insekten, später kleine Vögel und Mäuse in Menge herbei, und schreien, wie Ticehurst angibt, laut, wenn sie ankommen, worauf die Jungen antworten. Sie verteidigen ihre Brut mit Gefahr ihres Lebens, legen, wenn die Nachkommenschaft bedroht wird, alle Furcht ab, füttern sie auch nach dem Ausfliegen noch lange Zeit und leiten sie noch im Spätherbste. Bisweilen brütet der Raubwürger, auch ohne daß die erste Brut zerstört wurde, zweimal in einem Jahre, wie Bechstein schon angibt.
Habicht und Sperber sind die schlimmsten Feinde unseres Vogels. Dieser kennt sie wohl und nimmt sich möglichst vor ihnen in acht, kаnn es аber doch nicht immer unterlassen, seinen Mutwillen аn ihnen auszuüben, und wird bei dieser Gelegenheit oft die Beute der stärkeren Räuber. Der Mensch bemächtigt sich seiner mit Leichtigkeit nur vor der Krähenhütte und auf dem Vogelherde. Da, wo es auf weithin keine Bäume gibt, kаnn mаn den Würger leicht sangen, wenn mаn auf eine nüttelhohe Stange einen mit Leimruten bespickten Busch pflanzt, und ebenso bekommt mаn ihn in seine Gewalt, wenn mаn seine beliebtesten Sitzplätze erkundet und hier Leimmten geschickt anbringt.
In der Gefangenschaft wird der Raubwürger bald zahm, lernt seinen Gebieter genau kennen, begrüßt ihn nut freudigem Rufe, trägt seine drolligen Lieder mit ziemlicher Ausdauer vor, zeigt sich аber sehr unverträglich. Früher wurde er zur Beize abgerichtet, häufiger аber beim Fange der Falken, deren Nahen er durch sein Benehmen kundgibt, gebraucht.