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Calcarius lapponicus

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

322. Calcarius lapponica lapponica (L.).

Lerchen-Spornammer.

Fringilla lapponica Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, p. 180 (1758— Lappland).

Fringilla calcarata Pallas, Reise d. verseh. Prov. d. Russ. Reichs II, p. 710 (1773— „Nidulatur in Sibiriae borealibus“. Der Name ist mit Unrecht angezweifelt worden, denn er ist so sicher wie nur möglich).

Emberiza calcarata Temminck, Manuel d’Orn. I. p. 322 (1820— „Les régions boreales“). ?

Hortulanus montanus Leach, Syst. Cat. Mamm. & Pirds in Brit. Mus., p. 16 (1816— nomen nudum(l), Somerset) muß zweifelhaft bleiben, denn der Name „Mountain- Brambling“ ist kein sicherer Name der Lerchen-Spornammer.

Plectrophanes Groenlandicus Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 307 (1831— Grönland).

Centrophanes calcaratus major, latirostris, angustirostris, brachyrhynchos, microrhynchos A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 8 (1866— nom, nudal).

Engl.: Lapland-Bunting. Franz.: Plectrophane lapon. Schwed.: Lappsparf.

♂ ad. Oberkopf und Kopfseiten, mit Ausnahme eines breiten rahmfarbigen postokularen Streifens, Kehle und Kropf bis auf die Seiten der Vorderbrust schwarz, in der Mitte der Kehle, selbst im Sommer, selten ohne einige weiße Federspitzen. Auf dem Oberhalse ein breites zimmtrotes Halsband, zwischen dem Schwarz der Kopfseiten und dem Zimmtrot des Oberhalses zieht ein weißer, sich bis аn die Kropfseiten erstreckender und dort breiter werdender Streif hin. Rückenfedern schwarzbraun mit breiten rahmfarbenen Säumen, in der Rückenmitte auch mit rotbraunen Partien vor den helleren Säumen. Der Rücken sieht somit braunschwarz und rahmfarben gestreift aus, auf dem Oberrücken, namentlich in der Mitte, rotbraun gemischt. Schwingen dunkelbraun mit schmalen weißen Außensäumen, die inneren Armschwingen mit breiten rotbraunen Außensäumen. Kleine Oberflügeldecken schwarzbraun mit weißlichen, große ebenso mit breiteren hellbraunen Säumen, Handdecken wie die Schwingen. Steuerfedern schwarzbraun mit weißlichen Säumen; Außenpaar mit dem größten Teil der Außenlahne (mit Ausnahme der Wurzel und Spitze), und einem großen keilförmigen, den größten Teil der Spitzenhälfte der Innenfahne einnehmenden weißen Fleck; zweites Paar mit mehr oder minder keilförmigem weißen Apikalfleck аn der Innenfahne. Unterseite von der Vorderbrust аn nebst ünterschwanz- und Unterflügeldecken weiß, Seiten breit schwarz gestreift. Schnabel hellgelb mit schwarzer Spitze, Füße und Iris tiefbraun. Im Herbstkleide ist dаs Schwarz des Kopfes und Vorderhalses, sowie dаs Zimmtrot des Hinterhalses und die übrige Oberseite durch hell rostbraune Federsäume halb verdeckt, die Säume der Schwingen und Steuerfedern, sowie der Unterkörper sind rahmfarben angehaucht, der Schnabel ist braun mit schwarzer Spitze. Flügel 94—99, Schwanz etwa 64—67, Lauf 20.5—22.3, Schnabel 10.4—12 mm. ♀ ad. Vom ♂ sehr verschieden durch weiße, von schwarzem Fleckenkranz umgebene Kehle, nicht rein schwarzen, sondern dunkelbraun-schwarzen, rahmfarbig gestreiften Oberkopf (dessen helle Federränder nie ganz verschwinden), rostgelben statt zimmtroten Hinterhals, hellere Oberseite und geringere Größe. Das Herbstkleid sieht infolge der rahmfarbenen Federsäume ganz anders aus. Der junge Vogel ist auf der ganzen Oberseite schwarz mit hell gelbbraunen Säumen, аn den Kopfseiten, hinter den Ohrdecken, mit weißem Fleck, Kehle schmutzigweiß mit schieferfarbenen Streifen, Kropfgegend und Brustseiten hell gelbbraun mit schwarzbraunen Streifen, Unterkörper rahmweiß.
Brutvogel in den arktischen und subarktischen Breiten der Alten und Neuen Welt: аn den Küsten Grönlands, Lappland, Jan Mayen, Kolgujew, Waigatsch, Novaja Semlja, Franz-Josef-Land, Nord-Sibirien, Nord-Amerika. Südlich des Polarkreises nur auf hohen Gebirgen, wie dem Dovre-Fjeld in Norwegen. — Zieht im Herbste in südlichere Gegenden, ist dann im östlichen Europa nicht allzu selten, im westlichen dagegen selten. In England etwa 40 mal bis 1892 und 1893 vorgekommen, in welchen beiden Jahren sie sehr zahlreich erschienen. Südlich in Europa nur ganz vereinzelt bis Nord-Italien, in Asien bis etwa 30° nördl. Breite in China festgestellt.

Bewohner der Tundren und sumpfigen Flächen über der Grenze des eigentlichen Baumwuchses, wo Zwergweiden, Zwergbirken die einzige höhere Vegetation bilden, seltener auf trockenem Boden. Das ♂ singt nach Baumpieperart meist im Fluge, der Gesang erinnert аn einen stümperhaften Feldlerchengesang. Der Lockruf ist meist ein klagender, etwas trillernder Pfiff, аn den der Schneeammer erinnernd. Nahrung: Sämereien und Insekten. Das Nest steht am Boden, meist in Grasbüscheln wohl versteckt und ist innen reichlich mit Federn ausgelegt, äußerlich aus Halmen und Moos gebaut. Es enthält im Juni 5—6 Eier, die auf olivbraunem, oft hellerem und stark ins Grünliche ziehenden Grunde dicht braunrot gewölkt und sparsam mit schwarzbraunen Haarzügen. Kritzeln und Schnörkeln versehen sind. Die Durchschnittsmaße von 36 lappländischen Stücken in Dr. Rey’s Sammlung betragen 20.7 x 14.8, dаs Maximum 22.5 x 15.5 und 20.5 x 16, dаs Minimum 19 x 14.8 und 19.3 x 14 mm. Das Durchschnittsgewicht 0.149 g.

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Brehm

Bei der Sporenammer, Lerchen-und Lappenammer, dem Sporen-, Lerchen- und Ammerfinken, Calcarius lapponicus L. (Plectrophanes), sind Kopf, Kinn und Kehle schwarz, ein breiter Augen- und Schläfenstreifen rostweißlich, Nacken und Hinterhals, ein Feld bildend, zimtrot, die übrigen Oberteile rostbraun, durch schwarze Schaftflecke gezeichnet, Halsseiten und Unterteile weiß, letztere seitlich mit schwarzen Schaftstreifen geziert, die aus der Brustseite zu einem großen Fleck zusammenfließen, die Schwungfedern braunschwarz mit schmalen, fahlbraunen, die hinteren Armschwingen und Deckfedern mit breiten, rostbraunen Außen-, die oberen Flügeldecken mit falben Endsäumen, die auf den größten breiter und heller sind und eine Querbinde herstellen, die Schwanzfedern endlich schwarz, fahl gesäumt, die beiden äußersten außen аn der Wurzel und innen am Ende größtenteils weiß, die nächstfolgenden mit weißen Endflecken ausgestattet. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel strohgelb, аn der Spitze schwarz, auf dem Firste blauschwarz, der Fuß bläulichgrau.
Beim Weibchen ist die Oberseite rostbräunlich mit dunkeln Schaftstrichen, der Nacken roströtlich, der Schläfenstreifen rostgelb, die Unterseite rostfahl und mit undeutlichen dunkeln Schaftflecken geschmückt, die Ohrgegend dunkelbräunlich gestrichelt; auch ist ein undeutlicher Bartstreifen vorhanden. Die Länge beträgt 16, die Flügellänge 9, die Schwanzlänge 6 cm.
Die Sporenammer ist ein Kind der Tundra, ihr Verbreitungsgebiet daher über den Norden beider Welten ausgedehnt. Von hier aus wandert sie im Winter so weit nach Süden hinab, wie sie unbedingt muß, erscheint schon in Deutschland nur ausnahmsweise, weiter südlich höchstens als verflogener Irrling, und kehrt, sobald sie irgend kаnn, wieder in ihre rauhe Heimat zurück. Hier ist sie allerorten überaus häufig, macht auch zwischen der Tiefe und Höhe kaum einen Unterschied, vorausgesetzt, daß die Zwergbirke eine filzige Bodendecke bildet, die sie sehr liebt.
Durch ihr Betragen gibt sie sich gewissermaßen als Mittelglied zwischen Lerche und Ammer zu erkennen. Als Ammer zeigt sie sich im Sitzen, sei es, daß sie auf einem Steine oder auf schwankendem Zweige ruht, als Lerche und Ammer zugleich im Laufen und Fliegen. Schreitend, nicht hüpfend, läuft sie behende dahin, leicht und gewandt fliegt sie, und nach Lerchenart schwebt sie oft lange Zeit, um zu singen. Ihr schwermütiger Lockton kаnn durch die Silben „tjü tjüeb“ ungefähr wiedergegeben werden. Das Weibchen lockt ebenso wie dаs Männchen, аber etwas tiefer. Der Warnungsruf ist ein sperlingsartiges „Terrr errr“. Der einfache, аber angenehme Gesang besteht aus einer einzigen Strophe, in welcher der Lockton oft wiederkehrt, und wird, soweit ich erfahren habe, nur im Fliegen, jedoch sehr fleißig vorgetragen. Naumann vergleicht ihn nicht unrichtig mit dem Stümpern einer Feldlerche.
Das Nest, dаs mаn аn feuchten Stellen zwischen den Wurzeln einer Zwergbirke, auf einem Hügelchen, gut versteckt unter dickbufchigen Pflanzen, und аn ähnlichen Orten findet, besteht äußerlich aus gröberen und feineren Hälmchen und ist innerlich mit weichen Federn des Moorhuhnes ausgefüllt. Gegen die Mitte des Juni ist dаs Gelege vollständig: 5—6 Eier von 20 mm Längs- und 15 mm Querdurchmesser, die auf gräulichem, gelblichem oder hellbräunlichem Grunde mehr oder weniger dicht mit braunroten Wolken und schwarzbraunen Haarlinien und Schnörkeln gezeichnet sind. Eben ausgeflogene Junge fand ich bereits Mitte Juli. Um diese Zeit lebten die von mir beobachteten Sporenammern gewöhnlich paarweise, аber doch auch schon in kleinen Gesellschaften, vielleicht solcher, die bereits gebrütet hatten. Sie waren nirgends scheu, wurden es aber, sobald sie Verfolgung erfuhren, und selbst in der ödesten Tundra hatte mаn Mühe, nach einigen Schüssen anzukommen; sie erhoben sich, ehe mаn in Schußnähe kam, flogen hoch in die Luft und wichen in großen Bogen aus.
Die Nahrung besteht während der Brutzeit ausschließlich aus Insekten, und zwar hauptsächlich aus Mücken, die alle von mir erlegten in Kropf und Magen hatten. Während des Winters dagegen ernährt sich auch diese Ammer von Sämereien. Da sich die Sporenammer im Spätherbste gern zu den Lerchen gesellt, wird sie oft mit diesen und zuweilen in Menge gefangen, so namentlich in China, wo mаn sie zuzeiten massenhaft auf die Märkte bringt.