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Aquila adalberti

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1542. Aquila heliaca adalberti Brehm.

Spanischer Kaiseradler.

Aquila Adalberti, A. Adalberti major und minor Brehm, Bericht XIII. Vers. Deutsch. Orn. Ges. 1860, p. 60—62 (1861— Spanien. Beschreibung des Jugend- und mittleren Kleides).

Aquila leucolena Dresser, Proc. Zool. Soc. London 1872, p. 864 (Spanien; alter und junger Vogel beschrieben).

Abbild.: Dresser, B. Europe V Taf. 342, 343; Irby, Orn. Straits Gibraltar, 2. Ed., Taf. bei p. 173. — Ei: Dresser, Eggs B. Europe Taf. 45, Fig. 3.

Jugendkleid von dem von A. heliaca heliaca sehr verschieden: Oberseite mehr rostfarben, nicht so lehmfarben, besonders auf dem Bücken. Unterseite mehr ins Roströtliche ziehend, in der Regel nur die Brust gestreift, die Federn daselbst meist mit dunkeln Mittelstreifen und schmäleren braunen Rändern, die Kehle einfarbig, Unterkörper entweder einfarbig oder mit braunen Pfeilflecken in der Mitte der Federn. Hosen einfarbig roströtlich, Laufbefiederung heller. — Der alte Vogel ist dem von A. heliaca heliaca sehr ähnlich, аber nur am oberen Anfang der Skapularen eine Anzahl weißer Federn und in der Regel auch die kleinen Oberflügeldecken um den Flügelbug herum rein weiß. Flügel von 6 gemessenen Exemplaren 57—64 cm. die kleineren zweifellos ♂.
Als sicheres Brutgebiet ist bisher nur dаs südliche und mittlere Spanien festgestellt. Saunders und H. M. Wallis haben ihn in ziemlichen Höhen in den Pyrenäen beobachtet (aber nicht erlegt), was auffallend ist, da er in Südspanien die ausgedehnten Ebenen bevorzugt, während auf den Höhen A. chrysaetos und Habichtsadler wohnen. Saunders berichtet von einem bei Bagneres de Bigorre erlegten, von ihm untersuchten und von einem anderen im Museum zu Kimes befindlichen, in den französischen Pyrenäen erlegten Exemplare. (Vielleicht gehören auch im Rhonedelta erlegte und als A. rapa.r bestimmte Stücke hierher.) Nach Favier, Vaucher (in litt.) und Irby auch bei Tanger in Nord-Marokko vorkommend, und sogar brütend. (Im Ibis 1860, p. 364 berichtet Tristram von einem im nordöstlichen Algerien am Horste beobachteten „Kaiseradler“, аn dem er deutlich die weißen Schulterflecke beobachtete. Der Horst stand auf dem Aste einer großen Eiche. Nach Malherbe und Loche wurden „Kaiseradler“ bei Guelma im nordöstlichen Algerien, bei Boghari und Teniet-el-Had erlegt; vielleicht handelte es sich in allen diesen Fällen um A. h. adalberti.)

Brütet wie A. heliaca heliaca auf Bäumen. Schon R. Brehm beobachtete, daß diese Adler auch im Jugendkleide brüten — er kannte dаs Alterskleid überhaupt nicht. Stark machte dieselbe Beobachtung. Die Eier werden in der ersten Hälfte des März gelegt. Im Gegensätze zum Kaiseradler besteht dаs Gelege öfter aus 3 als aus 2 Eiern, mindestens ein sicherer Fall von 4 Eiern ist bekannt. Diese gleichen denen des Kaiseradlers, sind аber noch öfter ganz weiß und 67 sicher festgestellte Eier aus Südspanien messen nach Jourdain in litt, im Durchschnitt 73.12 x 57.0, Maximum 81.7 x 56.6 und 75.2 x 60.6, Minimum 68 x 53 und 71.2 x 52.5, 2 von Tanger in Vauchers Sammlung 70 x 55 und 68 x 55 mm. Die Nester werden oft mit grünen Zweigen geschmückt und in der Regel wird zwischen zwei Nestern Jahr um Jahr abgewechselt. Nahrung Säugetiere und Vögel, z. B. Caccabis, Strandvögel u. a.

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Brehm

Zwei andre große Adlerarten, von denen der eine wiederholt in Deutschland erlegt worden ist, hier sogar gehorstet haben soll, gehören dem Südosten, Süden und Südwesten Europas an.

Der bekanntere von beiden ist der Kaiser- oder Königsadler, Aquila heliaca Savign. Er ist bedeutend kleiner als der Steinadler: seine Länge beträgt nur 80 bis 86 em, die Breite 1,9—2,2 m, die Flügellänge 60—63, die Schwanzlänge 27—29 cm; dаs Weibchen kommt also аn Größe noch nicht ganz dem Männchen des Steinadlers gleich. Der Leib ist gedrungen, der Schwanz verhältnismäßig kurz, der Flügel аber so lang, daß er zusammengelegt über die Schwanzspitze hinausreicht. Ein sehr tiefes und gleichmäßiges Dunkelbraun ist die Grundfärbung der alten Vögel. Kopf und Nacken sind rostbraun oder hell fahlgelb, ein großer Fleck auf den Schultern oder hintersten Flügelfedern ist rein weiß, der Schwanz über der nicht sehr breiten Endbinde auf aschgrauem Grunde schmal und regelmäßig schwarz gebändert. Im Jugendkleide unterscheidet sich der Kaiseradler durch sein fahl bräunlichgelbes, mit dunkelbraunen, durch die Federkanten hervorgebrachten Längsflecken gezeichnetes Gefieder so auffallend von dem jungen Steinadler, daß er nur mit seinem nächsten Verwandten verwechselt werden kann.

Dieser, der Prinz Adalberts-Adler oder kurz der Prinzenadler, Aquila adalberti Brehm, unterscheidet sich vom Kaiseradler, mit dem er am meisten übereinstimmt, im Alter durch die weite Ausdehnung der weißen Färbung in der Schultergegend, die sich von hier aus als ziemlich breites Band längs des Randes des Ober- und Unterarms, einschließlich des Flügelbugs, erstreckt, sowie dаs im ganzen dunklere Gesamtgefieder, in der Jugend dagegen durch dаs minder deutlich gestreifte Gefieder der Unterteile.

Das Verbreitungsgebiet des Kaiseradlers ist sehr ausgedehnt, denn es reicht von Ungarn bis nach China. In Deutschland gehört der Vogel nach den bisherigen Beobachtungen zu den größten Seltenheiten, durchstreift jedoch dаs Land vielleicht öfter, als wir annehmen. Lühder glaubt, ihn hier als Brutvogel gefunden zu haben; seine Beobachtung ist jedoch sehr unsicher begründet. Soweit unsre bisherigen Erfahrungen reichen, horstet der Kaiseradler in Ungarn, Galizien, Siebenbürgen, Rußland, den Donautiefländern und der Balkanhalbinsel, einschließlich der zu ihr gehörigen Eilande, ebenso in dem ganzen Steppengebiete Mittelasiens vom Ural аn bis аn dаs Chinesische Meer, endlich in Transkaukasien und Kleinasien; in Turkmenien beobachtete ihn Alfred Walter mehrmals, führt ihn аber nicht als Brutvogel an. Einzelne Pärchen haben auch in Niederösterreich, auf der Donauinsel Lobau, gebrütet, und ebenso mag es geschehen, daß er auch in Asien dann und wann dаs Steppengebiet überschreitet; solche Vorkommnisse jedoch gehören zu den Ausnahmen. Man bezeichnet unfern Adler am richtigsten als Steppenvogel, obwohl er auch Waldungen der Ebenen und Mittelgebirge keineswegs meidet. In Asien wie in Europa verläßt er sein Wohngebiet mit der Regelmäßigkeit andrer Zugvögel, wenn sich der Winter einstellt, und erscheint erst wieder, wenn dаs Land schneefrei geworden ist, selten wohl vor den letzten Tagen des März. Für den Süden Europas gilt dаs nicht: Krüper fand bereits in den ersten Tagen des April die Eier des Prinzenadlers im Horst. Im Gegensatz zu andern Adlern, die regelmäßig ziehen, wandert er nicht weiter, als er unbedingt muß. Nach Alleon soll er bereits in der Umgegend von Konstantinopel Standvogel sein; nach meinen Beobachtungen besucht er allwinterlich Ägypten und ist vom Oktober bis zum März hier eine durchaus regelmäßige, stellenweise sogar häufige Erscheinung. Vornehmlich sind es die großen Seen des Deltas, die ihn fesseln; einzeln wandert er auch weiter im Mtale aufwärts, macht sich am Mörissee seßhaft und wird auch wohl noch bis zur ersten Stromschnelle, äußerst selten аber im südlichen Nubien, in Abessinien oder Kordofan beobachtet. Ebenso besucht er von Mittelasien aus Persien, Belutschistan, Südchina und Indien, dürste also im Winter auch in Anam und Siam nicht fehlen.
Auf der Iberischen Halbinsel vertritt den Kaiseradler der Prinzenadler, und er dürfte es sein, der auch in den Atlasländern und weiter südlich аn der Westküste von Afrika gefunden wird.
Das Gebiet, dаs der Kaiseradler während der Brutzeit bewohnt, kаnn viel mannigfaltiger sein als dаs eines Steinadlers. In der Steppe wird sein Aufenthalt nach meinen Erfahrungen wesentlich bedingt durch dаs Auftreten des Ziesels, wenigstens fand ich auf unsrer letzten Reise nach Sibirien den stolzen Vogel immer nur da in größerer Anzahl, wo auch Ziesel häufig waren. Mehr oder weniger dasselbe gilt für Ungarn und die Donautiefländer überhaupt. Hier traf ich den Kaiseradler erst in Slawonien als Brutvogel an, wo der Ziesel auch zu den gemeinen Tieren zählt. Unser Adler war hier entschiedner Waldvogel, horstete аber häufiger in den Eichenwaldungen der Ebene als in den köstlichen Laubwäldern der Fruska Gora. Aus den bisher über seinen Aufenthalt bekannt gewordnen Beobachtungen erhellt, daß er sich in den verschiednen Teilen seines Verbreitungsgebietes je nach den Umständen richtet und bald in einem Walde, bald auf einer Baumgruppe, sogar auf einem einzelnen Baume, endlich auch in Gebirgen auf Felsen seinen Stand nimmt. Gänzlich verschieden von dem gewöhnlichen Gebaren des Steinadlers ist, daß er da, wo er auf die Gleichgültigkeit der menschlichen Bewohner des Landes rechnen darf, sich vielleicht sogar beschützt sieht, in unmittelbarer Nähe der Ortschaften oder in diesen selbst horstet.
Der große, dem des Steinadlers im wesentlichen ähnelnde Horst des Kaiseradlers steht überall da, wo es Bäume gibt, auf solchen, gleichviel, welche Höhe sie haben mögen, in der Steppe dagegen in der Regel auf dem flachen Boden, im Gebirge hier und da auch wohl in Nischen oder auf Gesimsen der Felswände. In den Steppen südlich vom Ural wie in der Dobrudscha findet mаn den Horst oft in nächster Nähe der Ortschaften auf den sie umgebenden Bäumen, insbesondre auf Pappeln, Espen und Weiden, in Ungarn und Südrußland meist in kleinen Gehölzen, in Griechenland, Mazedonien und Kleinasien ebenso in Waldungen wie im Gebirge auf Felsen. Ein Horst, den Huddlestone beschreibt, stand auf einem gekappten Baume nicht höher als 3 m über dem Boden, hatte ungefähr 1,6 m Durchmesser, war aus verschiednen dicken Knüppeln und Stecken zusammengetragen und zeigte eine äußerst flache, innen mit Wolle ausgekleidete Mulde; andre, die Farman untersuchte, hatten 1,3 m im Durchmesser, 50—70 cm Höhe und darüber, bestanden aus grobem Reisig und waren innen und rings um die flache Mulde mit dünnen Zweigen, trocknem Grase, Wolle, Fetzen und dergleichen mehr oder minder sauber ausgelegt und gepolstert. In Südungarn standen, wie Kronprinz Rudolf von Österreich und Prinz Leopold von Bayern sahen, die Horste des Kaiseradlers zumeist in den mittleren Wipfelzweigen von Eichen und waren in ihren unteren Teilen samt und sonders ziemlich stark von Feldsperlingen bevölkert.
Wahrscheinlich brütet auch jedes Kaiseradlerpaar, wenigstens solange es nicht gestört wird, alljährlich in demselben Horste. Es bezieht diesen sofort nach seiner Rückkehr im Frühjahre und verteidigt ihn mutvoll gegen alle Vögel, die sich seiner bemächtigen wollen oder nur in die Nähe kommen. Während der ganzen Brutzeit hält der männliche Kaiseradler, laut Farman, beständig Wache, wobei er entweder anmutige Kreise über dem Horste beschreibt, oder in dessen Nähe auf einem benachbarten Baume sitzt; beim geringsten Anschein von Gefahr fliegt er ab und warnt dаs Weibchen durch einen rauhen, krächzenden Laut, worauf dieses den Horst verläßt und mit dem Gatten zu kreisen beginnt. Naht sich ein andrer Kaiseradler oder Raubvogel überhaupt, so tritt ihm dаs Männchen augenblicklich entgegen und kämpft mit ihm auf Tod und Leben.
In den ersten Tagen des April, in Rußland und Sibirien um einen Monat später, pflegt dаs aus 2, höchst selten aus 3 Eiern bestehende Gelege vollzählig zu sein. Die in Größe, Form und Färbung merklich abändernden Eier sind regelmäßig kleiner als die des Steinadlers, 70—82 mm lang, 54—60 mm dick und auf weißem Grunde nur spärlich und blaß graubraun gezeichnet; manche Exemplare haben nur verwaschene gelbliche Wolken. Dem Weibchen fällt, wie üblich, der Hauptteil am Brutgeschäfte zu; doch beteiligt sich auch dаs Männchen hieran, um der Gattin Gelegenheit zu geben, nach eigner Wahl sich Nahrung zu suchen. Zuweilen verlassen beide Eltern den Horst, obwohl er noch Eier enthält, gleichzeitig aus längere Zeit. Zurückkehrend, nahen sie sich dem Horste stets mit Vorsicht, kreisen nicht erst über ihm, sondern fliegen rasch herbei und werfen sich sogleich in dаs Nest.
Scheucht mаn sie auf, so fliegen sie einem nicht allzuweit entfernten Baume zu, auf dem der nicht brütende Gatte des Paares zu ruhen pflegt, verharren hier geraume Zeit und wenden sich dem Horste wieder zu, wenn die Störung vorübergegangen ist. Die Jungen, die nach etwa einen Monat währender Brutzeit, in Ungarn in den ersten Tagen des Mai, dem Ei entschlüpfen, tragen wie die Verwandten ein dichtes, weißes Dunenkleid, werden von beiden Eltern in der beim Steinadler beschriebnen Weise geatzt und sind etwa um die Mtte des Juli, im Norden des Verbreitungsgebietes verhältnismäßig später, flugfähig.
Entsprechend seiner weit geringeren Scheu, ist der Kaiseradler in den meisten Fällen viel leichter zu erlegen als der Steinadler. Sehr alte erfahrene Vögel Pflegen jedoch immer vorsichtig zu sein und verursachen dem Jäger oft nicht geringere Schwierigkeiten als irgendein andrer ihrer Verwandten. Sie verlangen wie alle Adler einen sehr starken Schuß.
Jung dem Neste entnommene Kaiseradler werden ebenso zahm, lassen sich auch abtragen, leisten jedoch, wie Kirgisen und Mongolen einstimmig versichem, bei weitem nicht dieselben Dienste wie die Steinadler.