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Falco eleonorae

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
1517. Falco eleonorae Gené (1).
Falco Eleonorae Gene. Rev. Zool. 1839, p. 105 (Sardinien. Sehr kurze Kennzeichnung); id. Mem. R. Accad. Sc. di Torino, ser. II, II, p. 41, Tat. la und II.
Falco arcadicus Lindermayer, Isis 1843, p. 329, Taf. I (Parthenois, Euboea, Delphi. Abbildung scheußlich).
Falco plumbeus Brehm, Naumannia 1856 p. 236 (Benennung von Fig. 4 auf Taf. 54 in Susemihls Vög. Europas, die sicher einen Eleonorenfalken darstellen soll, obgleich sie etwas hell geraten ist und daher mehr dem Falco concolor ähnelt).
Falco dichrous Erhard, Naumannia 1858, p. 25 (Cycladen, nämlich Tragonisi und Sta- podia).
Abbild.: Dresser, B. Europa VI, Taf. 383 u. a. m. — Eier: Reiser, Orn. Balcan. III, Taf. IV.
♂♀ ad. (dunkle Varietät): Ober- und Unterseite dunkel schieferfarben, die Federn des Kleingefieders meist mit noch erkennbaren ganz schwarzen Schaftlinien, Steuerfedern mit Andeutungen heller Querbinden. — (Helle Varietät): Oberseite schieferfarben; Kehle weiß mit rahmfarbenem Anfluge, am Kropf schwarze Längsflecke, übrige Unterseite bräunlich rostfarben, nach dem Kropfe zu heller, überall breit schwarzbraun gestreift mit tiefer schwärzlichen Schaftlinien, Unterschwanzdecken und Schenkelbefiederung lebhafter rostrot mit nur schmalen Schaftlinien. Innenfahnen der seitlichen Steuerfedern stets, die der Schwingen mitunter mit hellbraunen Querbinden. Unterflügeldecken schwärzlich-braun mit rostrotbraunen Streifen. Iris tiefbraun, Füße grünlich zitronengelb oder schwefelgelb, Schnabel horngraublau, Spitze dunkler, fast schwarz. — Die dunklen schwärzlichen Stücke sind mitunter dunkler, mitunter mehr schiefergrau, zwischen ihnen und den unten roströtlichen kommen Übergänge vor. — Das schwarze Kleid ist weder Alters- noch Geschlechtsunterschied, аber seltener als dаs unten rötliche „lerchenfalkenähnliche“. Es ist klar, daß junge schwärzliche Vögel auch in allen Lebensaltern schwärzlich bleiben und daß dаs Jugendkleid in dаs Alterskleid lediglich durch Mauser übergeht (vergl. Heinroth, Orn. Monatsber. VII, 1899, p. 19—23; Reiser, Orn. Balc. III p. 337—343; Susemihl, Abb. Vög. Eur. Taf. 54). — Der junge Vogel hat die Federn der Oberseite mattschwarz mit breiten rostroten Säumen, die Unterseite gleichmäßiger (und meistens heller) rostgelb bis rostrot, breit schwärzlich längsgestreift, аn den Seiten geht die Längsstreifung nicht selten in Querzeichnung über. Schwanz mit rostroter Spitze, seitliche Steuerfedern scharf rostrot gebändert. Bei den schwärzlichen Jungen ist auch die Unterseite schieferfarben mit kaum sichtbaren rostfarbenen Federsäumen. — Das Dunenjunge ist weißlich rahmfarben. — Ich habe 26 alte Vögel gemessen und danach stellen sich (mit Korrektur mehrerer vermutlich falschen Geschlechtsangaben) die Flügellängen der ♂ dar als 314—323, der ♀ als 326—338 mm. Reiser gibt die Flügellänge der ♀ mit 315—346, der ♂ mit 300—335 an, wobei ich аber ebenfalls einige falsche Geschlechtsangaben vermute. Schwanz 175—195, Culmen vom Ende der Wachshaut 15—17, Lauf 45—48, Mittelzehe ohne Nagel 44—50 mm.
Dieser interessante Falke bewohnt Felseninseln des Mittelmeeres und der Westküste von Marokko und scheint in seinem Aufenthalte sehr wählerisch zu sein. In Marokko lebt er in großer Anzahl аn den Klippen bei Mogador und in der Provinz Haha, wo es dem Sammeleifer Riggenbachs gelang, eine prächtige Serie zu sammeln. Polatzek fand ihn auf Lanzarote, wo er jedenfalls auch brütete, und FuertaVentura. Lilford beobachtete ihn einmal in Süd-Spanien und er hat wahrscheinlich früher bei Gibraltar genistet. In Algerien (und zwar fern von der Küste) wurde er von Salvin erlegt und von Loche angegeben, Dixon führt ihn von Philippeville an, Erlanger erhielt drei, Whitaker zwei aus Tunesien. In Menge auf Dragonera bei Mallorca, Toro und Vacca (zwei Felseninseln bei Sardinien), Lampione bei Lampedusa, und zumal auf den griechischen Inseln (besonders Cycladen), und augenscheinlich auch auf Cypern nistend. Vereinzelt in Südfrankreich, Italien, auf Sizilien und аn der Küste Kleinasiens erlegt. Teilweise Standvögel, аber auf den Cycladen verlassen viele nach der Brutzeit ihre Heimat; vielleicht ziehen diese für den Winter nach Madagaskar; schon Roch erbeutete ein Stück auf der See bei Tamatave, Newton erwähnt eins von Reunion, Wills sandte zwei von Ost Imerina (Madagaskar) nach Tring. Über den Zug nach Madagaskar fehlt es аn näheren Feststellungen; dаs von Sharpe (Ibis 1892 p. 539) angeführte Exemplar ist ein ♀ F. subbvteo.
Wie schon erwähnt bewohnt der Eleonorenfalke Felsklippen und wird selten fern der Meeresküste beobachtet. „Die Stimme hat viele Ähnlichkeit mit der des Wanderfalken, jedoch ist sie viel schwächer; in der Paarungszeit klingt dieselbe im Spiele ausgestoßen wie kek kek; der Angstschrei ist ein dreimaliges wek wek wek.“ (Krüper, Journ f. Orn. 1864, p. 21). Nahrung: Vögel bis zur Größe von Felsentauben und Steinhühnern (!), im Sommer auch großenteil Insekten, wie Orthopteren und Coleopteren; daß sie auch Eidechsen fangen ist nach Krüpers Beobachtungen wahrscheinlich, аber noch nicht bewiesen. Die Eier werden ohne Unterlagen in Höhlen und Löchern аn steilen Klippen oder auf dem Erdboden, meist von einem Steine geschützt, abgelegt. Das Gelege besteht aus 2—3 Eiern. Letztere sind gelblich bis gelb
rosa, mit Punkten und meist nur kleineren Flecken von rotbrauner Farbe bedeckt und ähneln Lerchenfalkeneiern, die sie nur etwas аn Größe übertreffen. 91 Eier (40 Rey, 28 Reiser, 23 Jourdain) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 42.22 x 33.27, Maximum 46.6 x 34.1 und 45 x 35.5, Minimum 38.4 x 31.8 und 46.5 x 29.4 mm. Mit diesen Maßen stimmen die Eier im Tring Museum (ebenfalls von den Cycladen) überein.
1) Erlanger (Journ. f. Orn. 1904, p. 215—219, Taf. XIV, XV) unterschied als Subspezies von Falco eleonorae einen „Falco eleonorae schistaceus‘‘. Dies war durchaus unrichtig, denn Hemprich & Ehrenbergs Falco schistaceus hat nichts mit F. eleonorae zu tun. sondern ist weiter nichts als F. concolor. Letztere ist eine tropische Art, die von Nubien, Nordostafrika und Somaliland bis Ostafrika und Mossambik und auf Madagaskar vorkommt. Die Erlangerschen Angaben von verschiedenem Aufenthaltsorte stimmen nicht. Frisch vermauserte Stücke von Madagaskar sind ebenso hell wie die von Erlanger im Somalilande erbeuteten. Der alte F. concolor ist hell schiefergrau, fast silbergrau, im abgetragenen Gefieder etwas dunkler, nicht dichromatisch, nie gestreift wie die meisten eleonorae, die Füße sind von einem lebhaften Gelb, der Schwanz ist viel kürzer, nämlich nur 150—160, die Flügel nach Graf Zedlitz 275—300 mm. Diese meine nach der vorhandenen Literatur und Vergleich der Stücke von F. concolor zu Ingelheim, Tring, Norwich und London gewonnene Ansicht wird durch Graf Zedlitz, in litt., nach Untersuchung der Typen von F. schistaceus u. a. vollauf bestätigt.
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Brehm
Auch dem Eleonorenfalken, Falco eleonorae Gené, dem Vertreter des Baumfalken auf den griechischen Inseln, dem Barbaki der Neugriechen, um dessen Kenntnis sich Krüper sehr verdient gemacht hat, seien einige Zeilen gewidmet.
Seine Stimme ähnelt der des Wanderfalken sehr, ist nur bedeutend schwächer. Während der Liebesspiele in der Luft schreit er „kek kek“, in der Angst dreimal „wek“, wobei alle drei Silben gleich stark betont sind; schreit er nur zweimal „wek“, betont er аber dаs zweite stärker als dаs erste, so will er seinen Genossen ein Zeichen geben. Er ist ein kecker Bursche, der dem Jäger die erlegten Schnepfen und Steinhühner vor dem Rohre wegholt. Er jagt hauptsächlich Vögel, аber nach Lord Lilford frißt er auch Insekten. Die Eier werden in der Nähe des Strandes auf die bloße Erde ohne weitere Unterlage, höchstens in ein altes verlassenes Möwennest gelegt. Meist werden sie durch einen überhängenden Stein gegen den Regen geschützt, bisweilen stecken sie tief unter einem großen Felsblock, oft аber auch liegen sie ganz frei ohne den geringsten Schutz. Die Zahl der Eier ist 2—3: Krüper fand so viele Gelege mit 2 wie mit 3. Sie sind denen des Baumfalken sehr ähnlich, 41—45 mm lang und 29—34 mm breit. In der Färbung sind sie sehr verschieden. Die Grundfarbe kаnn hell rötlichbraun, gelblich und weißlich sein. Ebenso verschieden sind die die Eier bedeckenden Flecke gefärbt, аber immer sind sie dunkler als die Grundfarbe, bald rötlich- bald gelblichbraun, selten schokoladenbraun oder lila. Meist stehen sie dichter in Kränzen аn einem der Pole oder als Gürtel in der Mitte. Die Jungen haben ein schneeweißes Duneukleid. Die Legezeit beginnt, und dаs ist dаs Merkwürdigste аn dem Vogel, um den ersten August herum, und Ende dieses Monats oder im Anfang des nächsten erscheinen die Jungen. So ist es wenigstens auf den von Menschen unbewohnten Inseln, auf denen die Eleonorenfalken in den griechischen Gewässern Hausen. Auf diesen Inselchen gibt es аber nur wenig Vogelarten in wenigen, sehr vorsichtigen Individuen, so daß die Inseln den Falken wohl sehr guten Schutz, für gewöhnlich jedoch nicht genügende Nahrung für die Jungen gewähren. Diese stellt sich аber in überreicher Menge mit dem Herbstzuge der von Norden kommenden Vögel ein, von dem ein Teil von Ende August аn über die Zykladen geht. Dann sind die Wandervögel besonders fett, kommen müde аn und sind leicht zu jagen. Krüper erwähnt von ihnen den rotrückigen Würger, den Weidenlaubvogel und den grauen Fliegenfänger.