- Aves - https://aves.areion.org/ -

Podiceps auritus

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

*****

Hartert

1795. Podiceps auritus (L.).

Ohrensteißfuß.

Colymbus auritus Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, I, p. 135 (1758— „Habitat in summis Europae & Americae lacubus“. Beschränkte terra typica: Schweden).

? Colymbus duplicatus P. L. S. Müller, Natursystem, Suppl., p. 107 (1776— „America“. Ex Brisson, Orn. VI, p. 42—45, wo аber nichts von Amerika gesagt ist, sondern „Juxta maris littora versatur. Ex museo D. de Bandeville“. Die Beschreibung scheint sich auf C. auritus zu beziehen, vielleicht аber auch auf griseigena!).

Colymbus cornutus Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 591 (1789— „Habitat in America septentrionali“. Ex Edwards, Taf. 96 (nicht Taf. 491), Pennant u. Latham).

Colymbus obscurus id., t. c., p. 592 (1789— „Habitat in Anglia et Noveboraco“. Ex Brisson, Edwards, Buffon).

Colymbus caspicus Hablizl, Neue Nordische Beyträge IV, p. 9 (1783— Meerbusen von Enzeli, Kaspisches Meer).

Colymbus comosus Bonnaterre, Tabl. Eno. Meth. I. p. 56 (1790— Hudson Bay. Ex Pennant & Forster).

? Podiceps ambiguus Besson, Tratte d’Orn., p. 595 (1831— „Patrie?“).

Podiceps arcticus Boie, Tagebuch Reise durch Norwegen, p. 337. s. auch p. 308! (1822— Norwegen).

Podiceps bicornis Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 960 (1831— „Im Herbste und Frühjahr zuweilen, jedoch selten, auf den deutschen Flüssen und Seen vorkommend“).

Podiceps (Dytes) sclavus Bonaparte, Compt. Bend. Acad. (Paris) XLII, p. 775 (1856— Neuer Name für P. cornutus auct. u. a. m.).

„Podiceps auritus L. rar. korejevi, subsp. nov.“ Zarudny & Loudon, Orn. Monatsber. 1902, p. 186 (Orenburg. Semiretschensk; Ostpersien im Winter).

Engl.: Sclavonian Grebe. — Schwed.: Svarthake-Dopping. — Franz.: Grèbe cornu. — Ital.: Svasso cornuto.

♂ ♀ ad. im Hochzeitskleide: Oberseite schwarz, schwach glänzend, auf Rücken und Skapularen mit schmalen bräunlichen Federsäumen. Kopf und Kehle schwarz, die Federn аn den Seiten der Kehle verlängert und aufsträubbar, Zügel rotbraun, von den Augen bis zu den Nackenseiten ein breiter hell rotbrauner Streif, dessen hintere Federn stark verlängert sind. Hals etwa von der Mitte ab und Kropf sowie Kropfseiten braunrot. Handschwingen schwarzbraun, Innenfahnen fahlbraun, Schäfte schwarz. Armschwingen weiß, die innersten braunschwarz. Körperseiten rotbraun mit Grau und Schwarz gemischt, Unterseite vom Kropfe аn glänzend weiß, Aftergegend gräulich. Iris rosa bis karminrot. Schmaler nackter Streif von der Basis des Unterschnabels zum Auge hin, Mundwinkel und äußerste Basis des Unterschnabels rot. Schnabel schwarz, äußerste Spitze und Basis des Oberschnabels bläulich. Lauf аn der Außenseite grünlich schieferschwarz, аn der Innenseite bläulichgrau. Flügel 137—148, mitunter bis 153 oder nur 132, Schnabel vom Ende der Stirnbefiederung 21 — 27, Lauf 43—47 mm. (Die Größe ist auffallend schwankend; die größten Stücke scheinen auf Island vorzukommen, wo sich аber auch ebenso oft kleinere finden; die größten von mir untersuchten Exemplare sind ♂, die аber nicht immer größer sind als ♀. — Winter- und Jugendkleid: Oberseite schwarz (das Jugendkleid mehr bräunlichschwarz), auf dem Rücken mit bräunlichen Federsäumen, Federn des Nackens weiß, die in der Mitte gelegenen mit schwarzen Spitzen. Flügel wie im Frühling. Unterseite glänzend atlasweiß, Vorderhals аn seinem untern Teile heller oder dunkler graubraun, Seiten mit schwärzlichen Federspitzen. Iris rot. Schnabel heller, mehr oder weniger hornfarben. — Dunenjunges: Oberseite schwarz mit gräulichweißen am Hinterkopfe und аn den Halsseiten breiteren Längsstreifen; zwischen Stirn und Augen jederseits ein weißlichroter Fleck, in der Mitte der Stirn ein etwas wulstiger nackter weißlichblutroter Fleck. Kopfseiten und Kehle mit hell rosenrotem Anflug, letztere mit schwarzen Flecken. Halsseiten und Vorderhals weiß mit schwarzen Streifen. Körperseiten wie der Rücken, übrige Unterseite weiß. Bei älteren Dunenjungen ist die grauweiße Streifung der Oberseite nicht mehr deutlich.
Brutvogel in Norwegen, dem südlicheren Schweden und Öland, auf Island (häufig), in Schottland (selten, nur аn 2 oder 3 Lochs), in Dänemark, Finnland, Rußland (nördlich bis 65 1/2° und von den Ostseeprovinzen bis Astrachan und Orenburg); in Asien östlich bis Daurien (Transbaikalien) und dem unteren Amur; in Nordamerika über fast ganz Canada und Alaska. — Zugvogel, der auf dem Zuge und im Winter in ganz Europa bis zum Mittelmeer vorkommt, auch auf den Azoren erbeutet wurde, in Asien etwa bis zum 24.° und in China, in Amerika bis Südkalifornien und Florida. Vereinzelt in Südgrönland, auf Jan Mayen, den Färöer, den Kommandeur-Inseln. (In Deutschland noch nicht brütend gefunden, аber in Ostpreußen schon im Sommer erlegt.)

Bewohnt zur Brutzeit größere Binnenseen. In Island zeigen sie sich Anfang April in der Nähe der Küste, im Mai kehren sie аn ihre Brutplätze zurück. Der Paarungsruf ist ein trillerndes Bibibibibibib, wie bei Pod. ruficollis. Hantzsch hörte noch ein lautes, klägliches Güi, gui, giau, aui, auch kurze einsilbige Töne, die ungefähr wie gilt, girt klangen, und einen leiser wie girr klingenden Warnruf. In Island werden die ersten Eier Anfang Juni gelegt, mаn findet sie аber bis gegen Ende Juli hin. Das Nest gleicht dem anderer Gattungsgenossen und enthält meist 4, selten nur 3 oder 5 — 6 Eier. Diese gleichen ebenfalls denen anderer Arten von Podiceps. Sie wiegen nach Hantzsch 1.7 — 2.2 g, nach Key im Durchschnitt 2.153 g. 100 Eier (49 Jourdain, 28 Key, 23 Sandman) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 44.5 x 30.73, Maximum 49 x 33.3 und 47.2 x 33.4, Minimum 39.7 x 30.1 und 47.1 x 28.4 mm.

*****

Brehm

Der Ohrensteißfuß oder Hornsteißfuß, Dytes auritus Linn. (cornutus), zeichnet sich durch seinen außerordentlich entwickelten Kopfkragen aus. Dieser ist schwarz, bis auf den breiten, dunkel feuerfarbenen, oberseits schwefelgelb eingefaßten Zügelstreifen, ebenso Hinterhals und Oberseite; Vorderhals, Kropfgegend und Seiten sind lebhaft braunrot, die Unterteile atlasweiß, die Schwungfedern der Hand graubraunschwarz, dunkelbraun geschäftet, die des Armes von der zweiten аn rein weiß und ebenso geschäftet, nur die hintersten beiden außen mehr oder weniger breit geschäftet. Das Auge ist lebhaft rot, der Schnabel glänzend schwarz, аn der Spitze wie аn der Wurzel des Unterschnabels pfirsichblütenrot, der Fuß weißgelb mit einem bläulichen Anflug, über den Gelenken dunkelgrün. Im Winterkleide sind die Kopfschmuckfedern nicht entwickelt, und da die rostrote Färbung der Zügel nicht vorhanden ist, die Wangen gräulichweiß. Im Jugendkleide sind die Kopfseiten gestreift. Die Länge beträgt 33, die Breite 62, die Flügellänge 15 cm. Das Verbreitungsgebiet umfaßt den nördlichen gemäßigten Gürtel der Erde.