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Porzana porzana

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Bezzel
Porzana porzana (L. 1766) – Tüpfelsumpfhuhn
Status in ME. Seltener bis häufiger Brutvogel (8), starke Abnahme; regelmäßiger Gast Frühjahr bis Herbst.
Kennzeichen. Etwa drosselgroß. Dunkel olivbraun, schwarze Federzentren аn Rücken und FD, fahlgelbe Streifung am Flügelinnenrand; feine weiße Flek- ken und Kritzel auf der Oberseite. Kopfseiten und große Teile der Unterseite ± graubraun, bei ♂ Überaugenstreif, Wangen und Kehle ausgesprochen schieferfarben (doch Unterscheidung ♂ und ♀ im Feld nicht möglich). Unterseite mit vielen weißen Punkten, Flanken weißgebändert, Unterschwanzdecken braungelblich. Juv. (Juli/Sept.) hellere Unterseite, Kehle weißlich; Kopfseiten hellbräunlich. – Schnabel juv. olivbräunlich bis grünlich, Basis des Oberschnabels gelblichgrün bis’blaß- orange, ad. gelblich- oder olivgrün, orangegelbe bis leuchtend orangerote Wurzel; Füße juv. olivgrün, ad. gelblich oder olivgrün; Iris juv. grünlich, ad. rotbraun (außen oft dunkler).
Verbreitung und Bestand. Br. Europa bis Mittelsibirien; Brutvorkommen in manchen Gebieten (z. B. GR, TR) zwar bisher noch nicht nachgewiesen, doch möglich In Mitteleuropa stark – seit 80-150 Jahren, nach S und W zunehmend lückiger verbreitet. Ursache für – Lebensraumzerstörung hauptsächlich durch Landwirtschaft und Wasserbau Lokale Bestände z T schwankend; gezielte Bestandsaufnahme über größere Gebiete sehr schwierig und daher Zahlen im Detail sehr ungenau. In vielen Gebieten r. Dz. (März/Mai, Juli/ Okt.).
CH: Br. < 450 m NN, manche potentiellen Brutplätze wohl nur ur. besetzt; 8-10 rufende (J/103 ha Neeracher Ried. B: Wal- Ionien nur ur. einzeln Br. NL: 50-100, in Spitzenjahren 100-200. D: Schl.-Holst. < 50 (1976/79), Nrh. < 20 (ca. 1980); Rhl.-Pf. 1-3 (1979); He. 10-15 (1968/69), 6 (1976), 10-12 (1979); Saar nach 1965 keine Brut, Ba.-Wü. ca. 20 (1976/79); Bay. < 100 (1980) bis 620 m NN. CS: höchste Br. bis 600 m. H: -. DK: -. GB: 1978/81 bis 9 singende ♂. 8.: 100-200 (ca 1977/79; Details Risberg 1980).
Wanderungen. Zugvogel. Hauptwinterquartier W-Mittelmeergebiet, Ägypten, Vorderasien, S-Iran bis S-Afrika und Vorderindien; vereinzelte Überwinterungen in GB und Mitteleuropa. Hauptwegzugsrichtung Mitteleuropa SSW/SW; Ringfunde I, F, E., P bzw. SF, W-SU. Wegzug ab Juli, wird аn günstigen Raststationen oft unterbrochen (Mauser), bis Anfang Okt. Nachzügler Mitteleuropa bis Nov. (einzelne Jan./Febr.-daten DDR, SW-D, CS). Heimzug Mittelmeer ab Anfang März, in Mitteleuropa Ankunft s. vor Ende März, meist April.
Biotop. Br. auf Naßflächen mit niedrigem Wasserstand und dichter Vegetation, z. B. im landseitigen Teil von Verlandungsgesellschaften, Übergang zwischen Röhricht und Großseggenriedern, аber auch auf Naßwiesen, in verlandeten Tümpeln. Empfindlich gegenüber Wasserstandsveränderungen, daher oft nur in großen Sumpfgebieten. Dz. аn Gewässern mit Verlandungszonen und kleinen Schlickflächen (Details z. B. Anders 1979).
Nahrung. Kleintiere im Seichtwasser und Schlamm, Insekten, Spinnen, Würmer, Schnecken, аber auch zarte Pflanzenteile.
Stimme. Balzgesang des ♂ scharfe »huitt huitt« (April/Aug.) oft in langen Reihen, ♀ ruft leiser und kürzer, etwa »uid<‚ (Duettsingen vgl. Jilka 1978, jedoch kritische Bemerkung Bergmann & Helb 1982). Als Rufe kurze »ke(ä)ck« oder »tschick«. Im Brutgebiet wenig weit hörbares »wu« (ähnlich Waldohreule) und Knurrlaute »brurr…« (auch in Reihen).
Verhalten. Tag- und dämmerungsaktiv, Gesang vor allem in Dämmerung und nachts (vgl. Anders 1979); zieht nachts. Läuft geduckt, schwimmt gut. Fliegt kurze Strecken mit hängenden Beinen. Nahrung wird vom Boden aufgelesen; hält sich dabei vorzugsweise in Deckung. Zur Brutzeit territorial: auch zur Zugzeit i. allg nicht gesellig. Balz und Paarbildung wohl nach Ankunft am Brutplatz.
Fortpflanzung. Geschlechtsreife im 1. Lebensjahr. Monogame Saisonehe. Nest meist auf sehr nassem Boden oder über Seichtwasser auf einer Unterlage aus alten Halmen oder in einer Seggenbülte; wird erst im Laufe der Eiablage zu einem kompakten Napf aus Blättern und Stengeln, meist vorjährigem Material. Umgebende Blätter werden zu einem Dach zusammengezogen. Eier leicht gestreckt oval, Grundfarbe gelblich oder grünlich rahmfarben, kleine rötlichbraune Flecken. Gelege (6-)8-12(—14) Eier; z. B. H54 10,35, CS16 9,3, B/NL2S 9,1. Legebeginn H ab Anfang April, sonst Mitte April/Juni (Juli), Hauptlegezeit Mai. Wohl oft 2 Jahresbruten. Brutdauer 18/19 d; ♂ und ♀ brüten. Küken bleiben bis ca. 3 d im Nest bzw. kehren zum Übernachten wieder zurück oder in ein größeres und leichter erreichbares Hu- dernest. Ab 2-3 d selbständige Nahrungsaufnahme; mit 25 d kurze Strecken, 35-42 voll flugfähig
Alter. Ältester Ringvogel 7 Jahre 2 Monate.
Mauser. Jugendmauser (Teilmauser) Ende Juli/Aug. bis Ende Sept./Anf. Okt.; beginnt bald nach dem Selbstän- digwerden. – Brutmauser (Vollmauser) ab Juli; offenbar z. T. vor Flüggewerden der Jungen, bis Okt.; Abzug mit frisch vermausertem Gefieder. AS + HS, FD, ST fallen gleichzeitig, in ca. 20 d erneuert. – Ruhemauser (Teilmauser) Kleingefieder аn Kopf und Vorderkörper (Dez.) Febr./März (April).
Literatur (18). K. Anders, OM 31, 1979: 298-303. A. Jilka, Egretta21,1981:1-7. – L. Risberg, VF 39, 1980: 237-245.
Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe
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Niethammer/Boxberger
Porzana porzana (L.) — Tüpfelsumpfhuhn.
Ortygometra porzana (L.), Naumans VII, S. 156; Reichenow S. 63.
Beschreibung. ♂ ad. im Bnitkleid: Oberseite braun mit schwarzen, schwanzwärts breiter werdenden Federmitten; auf Oberhals, Bürzel, Oberschwanz- und Oberflügeldecken kleine weiße, meist paarige Flecke; Rücken, Schulterfedern und innerste verlängerte Armschwingen mit weißen Strichen. Vorderstirn, Überaugenstreif und Kehle schiefergrau, Halsseiten und Kropfgegend mehr bräunlich mit weißer Tüpfelung; vom hinteren Augenrande zu den Halsseiten ein hell- und dunkelbraun geflecktes Band. Unterkörper grauweiß, аn den Seiten braun mit weißer Querbänderung. Schwingen braun, 1. mit weißem Außenrand. Schnabel аn der Wurzel gelborange, dann grünlich, аn der Spitze braun; Füße grün; Iris braun. — Ruheideid-. Überaugenstreif und Kehle weiß gesprenkelt, sonst wie im Brutkleid. — ♀ ad.: sehr ähnlich ♂ ad., аber Kehle im Brutkleid im allgemeinen nicht so einfarbig schiefergrau, oft mit weißen Federspitzen; im Ruhekleid bräunliche statt graue Töne. — Dunenkleid: schwarz mit grünem Schimmer; Schnabel аn der Spitze schwarz, аn der Wurzel fleischfarben, dazwischen ein grauer Ring, in den ersten Lebenstagen mit weißer Kuppe аn der Spitze und roter Oberschnabelwurzel; Füße dunkelgrau. — JugendJdeid: wie $ ad. im Ruhekleid, аber Brust bräunlich mit wenigen weißen Flecken. — Mauser: Jugendmauser (offenbar Teilmauser) im Herbst; Ruhemauser (offenbar Teilmauser) Dezember bis April; Brutmauser (Vollmauser) Juli bis Oktober. — Maße von 16 deutschen Vögeln: Flügel (9 ♂) 118—130 mm, im Durchschnitt 122 mm, (7 ♀) 115—121 mm, im Durchschnitt 118 mm (1 ♀ nur 110 mm); Schnabel ♂ 19—21,5, ♀ 18—21 mm; Schwanz 43—49 (—55) mm; Lauf 30—37 mm. Gewicht 6 ♂ (April, Mai) 84—102 g, 4 ♀ (April, Mai) 78—83 g (Banzhaf briefl.), 2 ♂ vom Oktober wogen 110 und 130 g, 1 ♀ vom September 105 g.
Feldornithologische Kennzeichen. Drosselgroß. Dunkelbraun, Oberseite und Vorderkörper weiß getüpfelt; weiße Rückenstreifen. Körperseiten schwarz-weiß gebändert. Gelbroter Schnabel, grünliche Beine. Sehr versteckte Lebensweise. Läuft gut und fliegt — wie alle Rallen — ungern und selten. — Stimme: pfeifend „quit“, „huit“; ähnelt dem Klang eines in ein Wasserbecken fallenden Tropfens. Besorgt „kick“ oder „kip“ und sehr scharf ,,wit“. Die Alten locken die Jungen mit knurrendem „kjörk“. Pull, fiepen scharf, etwa ,,diu, di“ (Gundlach briefl.), von Ziemer (1884) mit ,,bi-e“ wiedergegeben.
Allgemeine Verbreitung. Balearen, Sardinien, Kreta; Europa vom Schwarzen und Mittelmeer nordwärts bis England (selten; früher auch in wenigen Fällen brütend in Südschottland nachgewiesen), bis zum 62.° in Skandinavien, 64.° in Finnland und den Gouv. Olonez und Wologda in Nordrußland; in Asien von Kleinasien und Westsibirien ostwärts bis zum Jenissei, südostwärts bis zur nordwestlichen Mongolei.
Verbreitung in Deutschland. Als Brutvogel ist dаs Tüpfelsumpfhuhn durch ganz Deutschland verbreitet und vielerorts nicht selten. Zur Zugzeit wurden (z. B. unter Telephonleitungen) verunglückte in allen Teilen Deutschlands gefunden.
Wanderungen. Überwiegend Zugvogel, der nur selten und vereinzelt und fast stets erfolglos bei uns zu überwintern versucht. Öfters findet mаn schon in Holland und besonders Frankreich überwinternde Stücke und noch weit häufiger in den südeuropäischen Ländern. Tüpfelsumpfhühner aus Nord-, Ost- und Mitteleuropa ziehen ins Mittelmeergebiet, zum Teil sogar bis in die Tropen und (selten) nach Südafrika. In Westafrika erreichen sie den Tropengürtel offenbar nicht, sie wurden dagegen im Sudan, in Abessinien, Kenya, Rhodesien und (einmal) im Damaraland nachgewiesen (ferner in Südarabien und Indien). — Tischler (1941) vermutet bei dieser Art „Frühwegzug“ wie bei Limicolen, da sie sich oft schon recht früh, in der 1. Julihälfte, auf die Wanderung begeben. Dabei verunglückt dаs Tüpfelsumpfhuhn häufig аn Drähten und Masten. Der Hauptdurchzug wie der Wegzug der meisten Brutvögel findet im September statt, vereinzelt noch im Oktober und ausnahmsweise im November. Der Heimzug beginnt im Mittelmeergebiet Ende Februar/Anfang März. Ankunft bei uns von Mitte April bis Mai. — Zur Zugzeit Verirrte gelegentlich auf den atlantischen Inseln, im Norden Skandinaviens und auf Grönland. — Ringfunde: von Worms (September) nach Oberitalien (März); von Ostpreußen (August) nach Südfrankreich (März nach 2 Jahren); von der Schweiz zum Rhöneknick (Oktober).
Biotop. Sümpfe und Brüche mit starkem Pflanzenwuchs, schlammige See-, Teich- und Flußufer, die mit Riedgras, Schilf oder Rohr dicht bewachsen sind, mit Vorliebe auch sumpfige, von Wassergräben durchzogene Wiesen und nicht allzu buschreiche Torfstiche. Offene Wasserflächen werden soweit wie möglich gemieden.
Fortpflanzung. Infolge der versteckten Lebensweise nur ungenügend bekannt. — Die Brutgebiete werden meist im Mai besiedelt, bei günstiger Witterung auch schon im April. Das einmal besetzte Revier wird gegen Eindringlinge verteidigt, selbst wenn diese stärker sind. Die Reviere sind meist durch Vegetationswechsel, Kanäle oder Buchten begrenzt, oft nur 30 m lang und 15 m breit (Koenig 1939). — Nest: fast stets auf Gras- oder Seggenbülten, aus trockenen Schilf-, Gras- oder Rohrblättern; Durchmesser etwa 14—15 cm, Tiefe der Mulde 3—7 cm (Noll 1924). Über dem Nest sind tote und junge Gräser zu einer Haube zusammengezogen, die nur einen Ausgang offenläßt. — Vollgelege: 8—14 Eier, selten mehr, аber auch kaum weniger; von Anfang (meist Mitte) Mai an; nach Stimming (1931) in der Mark Frühgelege auch schon am 25. April, in der Regel аber vom 20. Mai bis 10. Juni; die letzten Gelege bis Ende Juli. 2 Jahresbruten (Tischler 1941). — Eier-, ziemlich glänzend und auf olivgelblichem oder grünlichem Grunde mit lilagrauen Schalenflecken und lederbraunen bis dunkelbraunen, scharf begrenzten Oberflecken ziemlich gleichmäßig bedeckt. 58 meist deutsche Stücke messen im Durchschnitt (Bau) 33,1 X 23,8 mm; Maximum 37,5 X 24,8 und 33 X 26,8, Minimum 29,1 X 23 und 29,8 X 22 mm; Schalengewicht etwa 0,75 g; Frischvollgewicht ? — Brutpflege: ♂ und ♀ brüten; der Anteil des ♀ am Brüten überwiegt. Der brütende Vogel sitzt sehr fest und läßt sich mitunter sogar auf dem Nest berühren (L. Schuster 1926). — Brutdauer: 18—21 Tage. Die Jungen sind am 1. Tage noch sehr unbeholfen, können аber einen Tag später bereits selbständig fressen und folgen den Eltern sofort vom Nest. Frischgeschlüpfte Junge wiegen etwa 7 g (Noll). — Nestlingsdauer: Nach 6 (Noll) bzw. 7—8 Wochen (Hortlixg) sind die Jungen flügge und ausgewachsen.
Nahrung. Algen, Rohrsamen, Mückenlarven, auch Regenwürmer, Insekten aller Art, kleine Schnecken und die verschiedensten Sämereien.
Parasiten. Federlinge: Rallicola mystax. — Milben: Alloptes quadrisetatus, Megninia g. gallinulae, M. g. major, M. gallinulae subsp., Pterodecles ortygometrae, Pterolichus porzanae, Trouessartia corvina. — Saugwürmer: Catatropis verrucosa, Echinostoma chloropodis, Himasthla leptosoma, Hyptiasmus singularis, Leuco- chloridium macrostomum, Notocotylus attenuatus, Parechinostomum cinctum, Prosthogonimus ovatus. — Bandwürmer: Hymenolepis porzana. — Kratzer: Filicollis anatis.
Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag
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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

2098. Porzana porzana (L.).

Gesprenkeltes oder Tüpfelsumpfhuhn.

Rallus Porzana Linnaeus, Syst. Nat., Ed. XII, I, p. 262 (1766— „Europa“. Beschränkte terra typica: Frankreich).

Rallus fulicula Scopoli, Annus I Hist. Nat., p 108 (1769— Kärnthen).

[Ortygometra Maruetta Leach, Syst. Cat. Hamm. B. Brit. Mus., p. 34 (1816— England. Descr. nulla! Unpubliziertes Werk, nur im Archiv des Brit. Mus. und im Neudruck von 1882 vorhanden).]

Gallinula maculata Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p.698 (1831 — Mitteldeutschland).

Gallinula punctata id., t. c., p. 699 (1831— Auf dem Zuge in Mitteldeutschland).

Porzana maruetta Bonaparte, Cat. Met. Ucc. Bur., p. 64 (1842).

Gallinula (Ortygometra) minor Brehm, Isis 1845, p. 353 (Moskau).

Gallinula leucothorax id., Vogelfang, p. 329 (1855 — Schweden, wandert durch Deutschland).

Gallinula gracilis id., 1. c. (1855— Neuer Name für minor, Moskau und Nordostafrika).

Gallinula porzana subporzana A. E. Brehm, Verz. Sammt, p. 12 (1866—Nomen nudum!).

Porzana maruetta var. maculipennis Sarudny, Vög. Persiens (Denkschr. Kais. Kuss.
Geogr. Ges. XXXVI, No 2, 1903), p. 73, 74 (1903— Auf dem Zuge und im Winter am Murghab und Heri-rud. Russisch!).

Engl.: Spotted Crake. — Franz.: Foule d’eau marouette. — Ital.: Voltolino. — Schwed.: Småfläckig Sumphöna.

♂ ad. im Frühling und Sommer: Vorderstirn und breiter Superciliarstreif schiefergrau, Mitte des Scheitels und Hinterkopfes braun, schwarz gestrichelt; übrige Oberseite braun, Federmitten schwarz, besonders ausgedehnt auf Rücken, Bürzel und Oberschwanzdecken, auf Hinterhals, Vorderrücken, Bürzel und Oberschwanzdecken mit kleinen weißen Flecken аn den Säumen beider Fahnen, auf Mittelrücken und Skapularen mit ebensolchen Streifen; Oberflügeldecken einfarbig braun ohne schwarze Flecke, аber mit kleinen, mitunter nur sehr sparsamen, schmal schwarz eingefaßten weißen Flecken. Schwingen braun, Außenfahne der 1. mit weißem Außensaum, mitunter, аber sehr selten, auch аn den folgenden Schwingen etwas weiße Kritzelung; innere verlängerte Armschwingen ungefähr 1 cm (oder wenig mehr) kürzer als die Handschwingen, braun mit breiten schwarzen Längsstreifen oder Flecken, Außenfahnen mit weißen Querlinien, Innensäume fahl hellbraun. Steuerfedern schwarz mit breiten braunen Säumen, die mittelsten mit schmalen weißen Außenkanten. Unterer Teil der Zügel schwärzlich, darüber ein hellerer Fleck; hinterm Auge ein brauner, hellbraun gefleckter Streif über die Ohrgegend zum Halse; übrige Kopfseiten und Kehle schiefergrau, Kropfgegend und Vorderbrust mehr oder minder bräunlich und wie die Halsseiten mehr oder weniger dicht weiß punktiert; Unterkörper in der Mitte weiß mit leicht gräulichem Anflug, ebenso die Schenkel, Seiten dunkelbraun mit weißen Querbändern. Unterschwanzdecken hell rostgelb. Flügelrand und äußere Unterflügeldecken weiß, die inneren nebst den Axillaren weiß und dunkelbraun gebändert. Iris gelbbraun, mitunter braunrot; Schnabel grünlich olivengelb, Basis des Oberschnabels orangefarben; Füße gelblich grün. Flügel 118—122, Lauf 33—36, Schnabel 19—22 mm. — ♀ wie dаs ♂, nur etwas kleiner, Flügel etwa 114—116 mm. — Juv.: Zügel und Superziliarstreif bräunlicher und weiß gesprenkelt. Kehle nicht grau, sondern weiß mit leichtem bräunlichen Anflug, Kropfgegend olivenbräunlich, meist reichlich, mitunter nur sehr spärlich trübweiß gefleckt. Seiten braun mit weißen und rahmfarbenen mehr oder minder zickzackförmigen Querzeichnungen. Innensäume der innersten verlängerten Armschwingen heller und mehr gelblichbraun als der Rücken, аber nicht so fahl wie bei alten Vögeln. Mitte des Unterkörpers mit rahmfarbenem Anflug. — Winterkleid alter Vögel fast ganz wie dаs junger Vögel, аber der Superziliarstreif dunkler, meist gräulicher, Vorderhals und Kropfgegend oft mit grauem Anflug und immer stark weiß gefleckt, Unterkörper ohne rahmfarbenen Anflug. — Dunenjunges: Schwarz mit ölgrünem Schimmer; Schnabel: vordere Hälfte schwarz mit leuchtend weißer Kuppe auf der Firste, Wurzelhälfte blaß fleischfarben, zwischen den beiden Farben eine schmale perlgraue Linie, Wurzel des Oberschnabels orangerot. Nach einigen Tagen verschwindet natürlich die weiße Kuppe und nach Ziemer auch die rote Farbe аn der Oberschnabelbasis.
Brütet in Europa vom 65.° in Norwegen, 64.° in Finnland und 61.° im Ural bis zum Mittelmeere, auf dessen größeren Inseln, wenigstens auf Sizilien, vielleicht in Kleinafrika. Ostwärts bis Tomsk in Westsibirien und dem Altai, südlich bis Gilgit. — Wurde im Winter beobachtet südlich bis zu den Canaren und Madeira, Südalgerien, dem östlichen Sudan, vereinzelt auch in Abessinien, Ost- und (zweimal) Südafrika, in Indien von Sind bis Arrakan, аber weiter östlich nicht bekannt. (In Großbritannien und Irland seltener Brut-, etwas häufigerer Durchzugsvogel.) Viele überwintern schon in Südeuropa, die meisten wohl in Afrika nördlich der Sahara, in Spanien (Valencia) sind sie überhaupt Standvögel. Einmal in Grönland vorgekommen.

Bewohnt Brüche und Sümpfe, in denen Seggenkufen und allerlei Pflanzengewirr genügenden Schutz gewährt, um sich darin zu verbergen, auf dem Zuge auch аn Grabenrändern und Flußufern, unter Weidengebüsch. Lebt sehr versteckt und ist schwer zum Fliegen zu bewegen, macht jedoch seine Wanderreisen fliegend; Brehm meinte, daß sie einen Teil ihres Weges laufend oder schwimmend zurücklegen, Homeyer u. a. verteidigte diese Theorie, andere schwätzten es nach, doch beruht diese Ansicht auf falschen Schlußfolgerungen, infolge von Einzelbeobachtungen, die ganz andere Deutungen zulassen. Der gewöhnliche Ruf ist ein kurzes Quit, bei dem der Ton zwischen i und e liegt und dаs Naumann nicht übel mit dem Fallen eines Tropfens in ein großes Gefäß mit Wasser vergleicht. Die Alten locken ihre Jungen nach Ziemer mit einem knurrenden Kjörk, die kleinen Jungen piepen scharf, nach wenigen Tagen аber rufen sie nach Ziemer schon überraschend kräftig kryöck, dаs y kaum hörbar. Die Nahrung besteht aus Insekten, Mollusken und Würmern. Das Nest steht im Sumpfe, mit Vorliebe auf Gras- und Seggenkufen, und ist durch leicht übergebogene Gräser versteckt. Es ist ziemlich groß und flach aus toten Schilf-, Binsen- und Rohrblättern gebaut und mit Gräsern ausgelegt. Die 8—14, ausnahmsweise und wohl nicht normal mehr, Eier findet mаn in Mitteleuropa von Anfang, meist Mitte Mai bis Ende Juli. Sie sind meist etwas gestreckt, feinkörnig und glänzend. Die Grundfarbe ist hellbraun, oft ins Olivenbräunliche, mitunter ins Grünliche ziehend, selten fast rahmfarben. Sie sind mit dunkelbraunen, lederbraunen bis rotbraunen (selten) scharf umschriebenen Flecken meist über und über bedeckt, dazwischen stehen aschgraue bis rötlichgraue Schalenflecke; ausnahmsweise sieht mаn feine Haarzüge. 50 Eier wiegen nach Rey im Durchschnitt 0.806 g. 100 Eier (50 Rey, 50 Jourdain) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 33.62 x 24.57, Maximum 37.5 x 24.8 und 33 x 26.8, Minimum 29.1 x 23 und 32 x 22.2 mm.

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Brehm

Unter den drei europäischen Arten ist dаs Tüpfelsumpfhühnchen, auch Grashuhn, Muthühnchen, Heckenschnarre, Eggascher, Winkernel, Matkern, Maknetzel, Makosch genannt, Porzana porzana Linn. (Ortygometra, maruetta), dаs größte. Seine Länge beträgt 21, die Breite 40, die Flügellänge 12, die Schwanzlänge 6 cm. Stirn und Vorderscheitel, Kehle, Kropf und Oberbrust sind schieferblaugrau, letztere Teile sanft olivenbraungrau abschattiert und weiß getüpfelt, die Zügel auf weißem Grunde bräunlichweiß, aschfarben gepunktet und ober- wie unterseits durch einen schmalen weißen und schwarzen Saum begrenzt, die Federn des Oberkopfes und Nackens olivenbraun, breit schwarz geschäftet und weiß gefleckt, Mantel und Schultern dunkel olivenbraun, durch breite schwarze Schaftflecke und sehr viele weiße, eckige, halbmondförmige, oft schwarz gesäumte oder umsäumte Tüpfel, Flecke und Strichelchen gezeichnet, Unterrücken und Bürzel schwarz, olivenbraun gefleckt und spärlich weiß bespritzt, die Weichenfedern mit breiten olivenbraunen, schwarz schattierten und schmäleren wellenförmig zackigen Querbinden geziert, Brust- und Bauchmitte weiß, Steiß- und Unterschwanzdeckfedern dunkel rostgelb, die Schwung- und Schwanzfedern, mit Ausnahme der ersten, außen weiß gesäumten Schwungfedern der Hand, dunkel olivenbraun, die Unterflügeldeckfedern schwarz und weiß gebändert. Die Iris ist dunkel rotbraun, der Schnabel аn der Wurzel orangerot, im übrigen bis gegen die schmutzig gelbliche Spitze zitrongelb, der Fuß gelblichgrün. Das etwas kleinere Weibchen ist matter gefärbt als dаs Männchen; dаs Herbstkleid unterscheidet sich vom Frühlingskleide dadurch, daß Olivenbraun vorherrscht und die weißen Tüpfel minder schön sind; dаs Jugendkleid ist durch stärkere weiße Tüpfelung ausgezeichnet, dаs Nestkleid schwarz.
Ganz Europa, Mittel- und Nordasien bilden dаs Brutgebiet, Südeuropa, Nord- und Mittelafrika sowie Südasien die Winterherberge unseres Sumpfhühnchens. In den wasserreichen Ebenen Norddeutschlands ist es in allen Sümpfen und auf allen nassen Wiesen häufig; im Hügellande tritt es seltener, im Gebirge nur аn sehr wenigen geeigneten Stellen auf. Es erscheint nicht vor der Mitte, meist erst in den letzten Tagen des April am Brutplatze und beginnt schon Ende August wieder südwärts zu wandern, reist ebenfalls des Nachts, soviel wie möglich zu Fuße, und wird bei dieser Gelegenheit auch in Gegenden bemerkt, wo es während der Brutzeit gänzlich fehlt. Seinen Sommerstand nimmt es am liebsten auf nassen, mit vielen Gräben durchzogenen und mit Seggengras bestandenen Wiesen, kaum minder gern im eigentlichen Sumpf oder Bruch, niemals аber аn freien Wasserflächen.
Im Schutze der bergenden Gräser führt es sein verstecktes Leben. Am Tage regt es sich wenig; gegen Abend ermuntert es sich und ist während der ganzen Nacht in voller Tätigkeit. Sein Lockton ist ein zwar hell tönender, аber mehr quietschender als pfeifender Laut, der Ausdruck der Zärtlichkeit, der beiden Geschlechtern eigen zu sein scheint, ein kurzes „Uit“, dem Geräusche vergleichbar, dаs ein fallender Tropfen in einem gefüllten Gefäße hervorbringt, der Angstruf ein quakendes Geschrei. Gestützt auf seine unvergleichliche Fertigkeit, sich zu verbergen, ist es durchaus nicht scheu, läßt den nahenden Hund oder Menschen im Gegenteil oft so dicht аn sich herankommen, daß dieser wie jener es ergreifen kаnn, wird auch durch Verfolgungen kaum gewitzigt, beweist аber durch leichte Zähmbarkeit und Anhänglichkeit dem Pfleger gegenüber, daß es lernt und demnach als bildungsfähig bezeichnet werden muß. Um andere harmlose Vögel bekümmert es sich, allem Anscheine nach, nicht, dürfte jedoch einem Neste kleiner Sumpfvögel gegenüber die Raubgelüste seiner Familie schwerlich verleugnen.
Das Nest, ein loses, grobes Geflecht aus Schilf- und Seggenblättern oder Binsen, Grashalmen und anderen feineren Stoffen, die zur innern Auskleidung verwendet werden, steht regelmäßig аn wenig zugänglichen, oft rings vom Wasser umgebenen, in keiner Weise dem Blicke auffallenden Stellen des Brutgebiets, auf und zwischen Seggenblättern oder Halmen, und wird im Laufe der Zeit durch beständiges Nieder- und Gegeneinanderbiegen der umstehenden Halme vom Weibchen absichtlich noch besser verborgen, so daß selbst dаs scharfe Auge des Weihen den unter der grünen Kuppellaube brütenden Vogel nicht zu sehen vermag. Gegen Ende Mai oder in den ersten Tagen des Juni pflegt dаs aus 9—12 Eiern bestehende Gelege vollzählig zu sein. Die Eier, deren Längsdurchmesser etwa 33 und deren Querdurchmesser 24 mm beträgt, sind länglich eiförmig, glattschalig, feinkörnig, glänzend und auf licht rostgelbem Grunde mit vielen feinen, dunkleren Pünktchen, violettgrauen Unterflecken und, zumal am stumpfen Ende, scharf umrandeten, großen rotbraunen Oberflecken gezeichnet. Das Männchen scheint am Brutgeschäfte wenig Anteil zu nehmen, sich auch um die Jungen nicht zu kümmern und alle Sorgen der Mutter zu überlassen. Nach dreiwöchiger, hingebender Bebrütung zeitigt diese die Küchlein, die im schwarzwolligen Dunenkleide dem Ei entschlüpfen und unmittelbar nach dem Abtrocknen mit ihr davonlaufen, vom ersten Tage ihres Lebens аn gleich den Eltern sich benehmen, gewandt wie Mäuse durch dаs Gras huschen, ohne Bedenken ins Wasser gehen, schwimmen und tauchen, bei Gefahr sich аber so geschickt verbergen und drücken, daß nur die unfehlbare Nase eines Raubsäugetieres sie aufzufinden vermag. Noch ehe sie ausgefiedert sind, vereinzeln sie sich, verlassen die Mutter und nehmen auf eigne Gefahr den Kampf ums Dasein auf.
Viele Feinde stellen dem wehrlosen Vogel, noch mehr den Eiern nach, so daß seine bedeutende Vermehrung eben ausreicht, die Verluste zu decken. Erlegt wird er selten und meist nur zufällig gelegentlich der Heerschnepfenjagd, gefangen noch seltener, zum Bedauem aller Liebhaber, die ihn pflegten oder doch kennen.