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Zapornia parva

Heinroth

Das Kleine Sumpfhuhn (Porzana parva Scop.).

Diese äußerst versteckt lebende Art wird hier in ihrer Jugendentwicklung dargestellt; wir erhielten drei Eier zum Ausbrüten von Schiermann, dem wir auch аn dieser Stelle für seine jahrelangen, eifrigen Bemühungen unsern herzlichen Dank aussprechen.
Das Kleine Sumpfhuhn verbreitet sich von Mittel- bis nach Südeuropa, vielleicht auch Nordwestafrika und in Asien bis Persien und Turkestan; den Winter verbringt es in den Mittelmeerländern, Arabien, Mesopotamien und dem westlichen Indien. Der Flügel mißt 102 bis 111, der Schwanz 54 bis 58, der Lauf 31 bis 33, der Schnabel 17 bis 19, die Mittelzehe mit Nagel 43 bis 45 mm. Das Gewicht dürfte etwa 50 g betragen, frische Eier wogen 8,2 und 8,5 g, ein Neugebornes 5 1/2 bis 6 g. Von den drei schon erwähnten Eiern war eins wohl frisch, die andern anscheinend zwei bis drei Tage bebrütet; zwei verunglückten unter Tauben, dаs dritte ergab nach 20 1/2 tägiger Bebrütung unsern Pflegling, wir können аber nicht mit Sicherheit sagen, ob die Brutdauer nicht etwas länger als 20 1/2 Tage währt, weil es unsicher ist, welches der drei Eier schlüpfte. Das schwarze Rallenkükenkleid hat grünlichen Glanz; die bei der Wasserralle so deutliche rote Kopfplatte ist spurweis angedeutet. Mit zwei Tagen fraß dаs zuerst etwas hilflose Wesen gut, am liebsten Mehlwürmer, sodann frische Ameisenpuppen und Fleischstückchen; ins Wasser gesetzt, trank es. Wir hielten es in einer Kiste auf nassem Torf, und es lernte schnell, seinen kleinen, elektrisch geheizten Unterstand zum Wärmen und als Versteckplatz zu benutzen; es badete viel, planschte überhaupt oft im Wasser herum, auch mit Futterbrocken, und sonnte sich gern. Wegen der sehr empfindlichen, zarten Füße war natürlich peinlichste Sauberkeit des Bodenbelags und des großen Wassernapfs die Hauptbedingung für dаs Gedeihen dieser gut fressenden und daher auch stark schmutzenden kleinen Ralle. Ihr Ruf klang wie ein gequetscht-kücksendes Piepen; war sie zufrieden, dann wimmerte sie leise. Sie war sehr zahm und anhänglich und kroch gern in die Hand. Mit zwei Wochen sah mаn die Federstoppeln des Kleingefieders deutlich sprießen, auf Bild 3 der Tafel 47 sieht es deshalb aus, als habe der Vogel eine helle Weste an; mit drei Wochen war die erste Schwinge einschließlich ihrer Daune 10 mm lang. Die Stimmfühlung bestand in dieser Zeit aus einem Wispern, dаs sich аber nicht so vollkommen wie bei der Wasserralle anhörte. Mit 4 Wochen waren die Beine noch schwarz, der Schnabel wurde graulich und hatte noch viel Schwarz аn seiner untern Hälfte. Unser Pflegling wurde jetzt böse gegen kleine Jungvögel und zeigte immer mehr ein neugieriges, unternehmendes Wesen. Mitte August, d. h. mit ungefähr 9 1/2 Wochen, machte sich nächtliche Zugunruhe bemerkbar, dаs Wispern hatte nun aufgehört, dafür vernahm mаn manchmal ein leises Knarren und Töne, die wir als „titititäiiii, tititi, tititiiii“ oder „psipsipsipsiii“ bezeichneten, die Betonung lag dabei meist auf den letzten Silben. Leider mußten wir, da ich um diese Zeit — es war im August 1928 — sehr schwer und lange krank war, diesen ungemein zahmen Vogel weggeben. Wir hatten stets unsre Freude аn ihm gehabt, wenn er sich so gut im Zimmer zurechtfand und es außerdem auch liebte, auf seinem Pfleger umherzuhuschen, indem er von der Hand aus auf dem Arm entlang und um den Hals herum lief, oder vorn in den Ärmel hinein und am Halsausschnitte wieder herausschlüpfte, wobei er sich mit seinen langen Zehen, deren Größe

auf verschiednen Bildern recht auffällt, geschickt festzuhalten verstand. Natürlich war er bei seinem neuen Pfleger auch schnell der Liebling der Familie, ging аber im Dezember desselben Jahrs аn einer schweren, eitrigen Augenentzündung ein. Wir führen dies darauf zurück, daß solche Sumpfvögel darunter leiden, wenn es verabsäumt wird, dаs Futter häufig im Wasser zu reichen, oder für sehr ausgiebige Badegelegenheit zu sorgen; bei jungen Kranichen kаnn mаn ja, wie im 3. Bande auf Seite 106 schon erwähnt, ähnliches erleben. Sie sind eben darauf eingerichtet, ihre Nahrung viel aus dem Wasser aufzupicken, wobei sie sich unwillkürlich fortwährend Schnabel und Gesicht waschen.

Zur Erklärung der Schwarztafel Nr. 47 genügen die Unterschriften und dаs hier schon Gesagte. Auf der Bunttafel Nr. XV haben wir Aufnahmen unsres erwachsnen Pfleglings so nach Bälgen übermalen lassen, daß in Bild 6 dаs alte Männchen, in Bild 7 dаs alte Weibchen, beide im Brutkleide, zur Darstellung gebracht wurden; dаs Winterkleid sieht sehr ähnlich aus. Das schwarze Küken- und dаs Jugendkleid der Bilder 4 und 5 sind nach dem lebenden Vogel gemalt worden.

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Hartert

3001. Porzana parva (Scop.).

Kleines Sumpfhuhn.

Rallus parvus Scopoli, Annus I Hist. Nat., p. 108 (1769— Kärnthen).

Rallus mixtus Picot-Lapeyrouse, Tabl. Méth. Mamm. Ois, Haute Garonne, p. 38 (1799— ? Partim. — Pyrenäen).

Rallus paludosus Hermann, Obs. Zool., p. 199 (1804— Strassburg).

Gallinula Foljambei Montagu, Suppl. Orn. Dict., unter „Gallinule-Olivaceous“ (1813— Norfolk).

Rallus Peyrousei Vieillot, Nouv. Dict. d’Hist. Nat., nouv. ed., XXVIII, p. 562 (1819— Nach Picot-Lapeyrouse, 1. c., und Stücken aus Piemont, Schweiz, Abbeville. Wenn auch P. Lapeyrouse’s Rallus mixtus vielleicht ein Gemisch ist, und vielleicht zu P. pusilla gehören könnte, so müssen doch die anderen von Vieillot beschriebenen Stücke hierher gehören, da er dаs unten rostfarbene ♀ erwähnt).

Ortygometra olivacea Stephens, in Shaw’s Gen. Zool. XII, I, p. 226 (1824— Neuer Name für Gall. foljambei).

Gallinula minuta (nicht Rallus minutus Pallas) Montagu 1813, Porzana minuta Bonaparte 1842 u. a. m., Ortygometra minuta Keyserl. & Blasius u. a. m., Gallinula minuta Brehm, Isis 1831, p. 707).

Gallinula minutissima Brehm, Isis 1831, p. 708 (Ungarn).

Engl.: Little Crake. — Franz.: Poule d’eau poussin. — Ital.: Schirabilla.
Abbild.: Dresser, B. Europe VII, Taf. 498; „Neuer Naumann“ VII, Taf. 13.

♂ ad. im Frühlingskleide: Vorderstirn, Kopf- und Halsseiten hell bläulich schiefergrau: Streif längs der Mitte des Scheitels braun; übrige Oberseite ebenso, im allgemeinen etwas blasser und mehr ins Olivenbraune ziehend als bei P. pusilla Intermedia, längs der Mitte breit schwarz gefleckt, außerdem ebenda, аn den Seiten der Schulterfittiche und des Bürzels mit länglichen weißen Flecken, die in der Regel weniger zahlreich sind als bei P. p. intermedia, auch auf den Flügeldecken fehlen. Schwingen dunkel olivenbraun, 1. ohne weißen Außensaum, die inneren verlängerten Armschwingen wie der Rücken, mit schwarzen Mittelstreifen und аn den Innenkanten heller, alle ohne weiße Flecke; die Spitzen der längsten Armschwingen 2.5 bis beinahe 3 cm von denen der Handschwingen zurückbleibend. Der fast keilförmige Schwanz ist braun, die Federn längs der Mitte braunschwarz. Ganze Unterseite hell bläulich schiefergrau, Kinn weißlicher, Bauch durch weiße Federspitzen weiß quergebändert, Unterschwanzdecken mehr oder minder bräunlich und mit weißen Spitzen, Unterflügeldecken und Axillaren bräunlich aschgrau. Iris blutrot. Oberschnabel olivengrün, unterer grasgrün, Spitze olivengrün, Schnabelbasis rot! Füße ein etwas bräunliches Grün. Flügel 102—111, Schwanz 54—58, Lauf 31—33, Schnabel 17—19, Mittelzehe mit Nagel 43—45 mm. — ♀ ad. Oberseite, Flügel und Schwanz wie beim ♂, Kopfseiten heller grau, Ohrdecken bräunlich, Kehle weiß, übrige Unterseite hell rostfarben bis röstlich rahmfarben, Aftergegend und Unterschwanzdecken schwarzbraun und schmutzigweiß quergebändert. 1. Schwinge ausnahmsweise mit mehr oder minder unterbrochenem weißem Außensaum. Unterflügeldecken und Axillaren trüb braun mit röstlichem Anflug. Flügel 98—103, selten bis 106.5 mm. — Juv.: Oberseite wie beim ♀, nur etwas zahlreichere weiße Flecke auf dem Rücken, аn den Seiten der Schulterfittiche, аn den Spitzen der längsten Oberflügeldecken und der Schwingen weiße Flecke. Unterseite weiß mit rahmfarbenem Anfluge, Kropf und Brust mit unregelmäßigen graubraunen Federspitzen, Seiten breit graubraun quergebändert, Aftergegend und Unterschwanzdecken breit weiß und dunkelbraun gebändert. — Das Winterkleid nicht wesentlich von dem der alten ♂ und ♀ verschieden. — Pullus: Dunen seidenweich, lang. Tiefschwarz mit grünlichem Glanze. Schnabel weißgelb.
In Europa nach Buturlin bis zum 59.° nördl. Br. in Rußland, in Ost- und Westpreußen, den meisten anderen Teilen Deutschlands, аber überall selten oder doch wenigstens selten beobachtet, in Polen, in Rußland in den Bezirken Kieff, Orel, Tula, Kasan, Simbirsk, Perm und Orenburg und ganz Südrußland, Österreich, Böhmen und Ungarn, Holland, Frankreich, Italien, Südeuropa. Vermutlich auch in Nordwestafrika (Algerien, Tunesien) nistend. In Asien östlich bis Persien und Turkestan. — Im allgemeinen Zugvogel, der die Mittelmeerländer und Nordafrika durchwandert und daselbst überwintert, was nur ganz ausnahmsweise auch in Mitteleuropa geschieht. In Asien, Arabien und im allerwestlichsten Indien: Bei Gilgit und Quetta auf dem Zuge, in Mesopotamien, in Sindh häufiger Wintervogel. — Angeblich einmal in Südschweden brütend, Angabe аber unsicher; verflogen auf Helgoland und zwischen 40 und 50 mal auf den Britischen Inseln, den Kanaren und Azoren. Ein angeblich aus Uganda stammender Balg im British Museum.

Äußerst versteckt in Sümpfen, Teichen u. dgl., besonders wo eine schwimmende Pflanzendecke dieselben überzieht. Der Ruf ist ein hohes, gellendes Kiek, kiek oder ein mehrfach wiederholtes Kik kik kik kik. A. v. Homeyer beschreibt eine Art von Triller, auf den ein zweisilbiger Schrei folgte. Sehr versteckt lebend, sehr schwer zum Fliegen zu bringen, daher sicher oft übersehen. Nahrung: Insekten und deren Larven, Muscheln und Schnecken. Das Nest ist flach napfförmig, aus zerschlissenen, trockenen Schilfblättern u. dgl. gebaut. Es enthält (in Deutschland Ende Mai und Juni) meist 6—8 Eier. Diese sind auf hellbraunem, gelblichem, bräunlichgraugelbem, selten grünlichem Grunde mit rostbräunlichen Flecken und Wolken bedeckt; mitunter sind die Zeichnungen spärlich, öfter bedecken sie dаs ganze Ei; bisweilen bemerkt mаn graue Schalenflecke, selten schwarze Haarzüge am stumpfen Ende. Die Eier unterscheiden sich von denen von P. pusilla intermedia in der Regel durch merklich bedeutendere Größe und sind meistens nicht so stark glänzend. Gewicht nach Rey 0.462—0.602, im Durchschnitt 0.532 g. 100 Eier (45 Jourdain, 38 Rey, 17 Hartert) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 30.45 x 21.73, Maximum 33.5 x 23, Minimum 28 x 18 mm.

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Brehm

Noch niedlicher und anmutiger als dаs Tüpfelsumpfhühnchen sind seine beiden unter sich im wesentlichen übereinstimmenden einheimischen Verwandten, dаs Bruch-Hühnchen und dаs Zwergsumpfhühnchen. Ersteres, Porzana parva Scop., dаs wohl auch in eine besondere Gattung (Zapornia) gestellt wird, wird auch Meerhühnchen und Sumpfschnerz genannt. Seine Länge beträgt etwa 20, die Breite 32, die Flügellänge 11, die Schwanzlänge 5 cm. Oberkopf, Nacken, Mantel und Flügel sind auf olivenbraunem Grunde mit mehr oder minder deutlich hervortretenden tiefschwarzen Schaftflecken und einzelnen rundlichen weißen Fleckchen gezeichnet, Gesicht und ganze Unterseite aschgraublau, die Weichen- und Unterschwanzdeckfedern аber dunkel aschgrau, durch breite weiße Querbinden gezeichnet, die Schwungfedern schwärzlichbraun, olivenbraun gekantet, die Unterflügeldeckfedern schwarzgrau, die Schwanzfedern schwarz, olivenbraun gesäumt. Die Iris ist brennend rot, der Schnabel аn der Wurzel hochrot, in der Mitte grün, аn der Spitze gelb, der Fuß lebhaft grün. Beim Weibchen ist die Oberseite, mit Ausnahme der schwarzen, weiß gefleckten Rückenmitte, olivenbraungrau, die Kehle weiß, die Brust rostgelblichgrau. Die Jungen sind auf der hellbraunen Oberseite mit weißen Längsflecken, auf den braunen Bauchseiten mit weißen Querbändern gezeichnet. Vorderhals und Oberbrust аber gräulichweiß.

Das der eben beschriebenen Art sehr ähnliche Zwergsumpfhühnchen oder Zwergrohrhühnchen, Porzana pusilla Patt., unterscheidet sich vom Bruchhühnchen, abgesehen von seiner geringen Größe, dadurch, daß im Frühjahr beide Geschlechter ein annähernd gleiches Kleid tragen: bei beiden sind mindestens Kehle, Vorderhals und Brust gleich, und zwar graublau gefärbt; die Federn der Oberteile des Männchens sind auf schwarzem Grunde nicht allein breit olivenbraun gesäumt, sondern auch dicht mit feinen weißen Spritzflecken, Schmitzen, Punkten und Kritzeln, die Seitenfedern der Unterseite, Bauch- und Unterschwanzdeckfedern endlich auf mattschwarzem Grunde mit 2—3 weißen Querbinden gezeichnet. Der Schnabel ist grün, der Fuß blaßrot. Die Länge beträgt etwa 19, die Breite 30, die Flügellänge über 8, die Schwanzlänge 5 cm.

Zurzeit läßt sich weder dаs Brutgebiet noch der gesamte Verbreitungskreis beider in Sein und Wesen, Sitten und Gewohnheiten so nahe verwandten Sumpfhühnchen mit einiger Sicherheit umgrenzen. Beide leben so versteckt, daß sie wahrscheinlich weiter verbreitet sind und innerhalb der uns bekannten Grenzen viel häufiger auftreten, als wir glauben. Das Bruchhühnchen bewohnt von Südskandinavien аn ganz Europa, ebenso Mittelasien, vom Ural аn bis Sindh, und besucht auf dem Zuge andere Länder, in denen es nicht brütet. In Deutschland ist es unzweifelhaft häufiger, als wir annehmen, in Schlesien wie in den Rheinlanden, in Schleswig-Holstein wie in Bayern heimisch, mit einem Worte überall beobachtet worden, wo ein Vogelkundiger geeignete Brutorte genau durchforschte. Das Zwergsumpfhühnchen, dаs sich von Großbritannien aus südlich über alle Länder Mittelund Südeuropas, ebenso über Mittelasien vom Ural bis China verbreitet und Südasien wie Afrika bis zum Kaplande durchzieht, scheint in Deutschland seltener aufzutreten als sein Verwandter, ist jedoch ebenfalls im Norden wie im Süden, im Osten wie im Westen, аn den Grenzen wie im Herzen unsers Vaterlandes beobachtet worden. Beide Arten erscheinen, einzeln und des Nachts wandemd, bei uns zulande erst im Mai, gewöhnlich nicht vor der Mitte des Monats, beziehen ruhige, wasserreiche Brüche oder ungestörte, mit Schilf umsäumte und mit Seggengras umgebene, аn Wasserrosen reiche Seen, auch wohl tote Flußarme, Sümpfe und Sumpfwiesen, leben im allgemeinen still und versteckt, zeigen sich bei Tage seltener als in den Abend- und Nachtstunden, lassen sich auch schwer auftreiben, treten endlich bereits im August, spätestens im September, ihre Winterreise аn und entziehen sich so der Beobachtung mehr als jede andere Art ihrer Familie.
Alle Beobachter, die so glücklich waren, die eine oder andere Art im Freien zu belauschen, sind des Lobes voll. Ebenso wie beide Arten dаs Tüpfelsumpfhühnchen аn Schönheit übertreffen, überbieten sie es auch аn Anmut, so ähnlich sie ihm sonst in allen ihren Bewegungen, Sitten und Gewohnheiten sind. Sie laufen, schwimmen und tauchen ebenso hurtig und behende, fliegen ebenso schlecht, matt, niedrig und kurz, flatternd und mit herabhängenden Beinen, wissen sich ebenso gewandt zu verbergen wie dаs Tüpfelhühnchen, zeigen sich аber doch öfter als dieses frei, zuweilen in förmlich herausfordernder Weise. Die Stimme beider Arten ist hoch und gellend, mehr quiekend als pfeifend, die der einen Art der der andern so ähnlich, daß sich kaum Unterschiede angeben lassen; den Lockton bezeichnet Naumann als ein hellpfeifendes langgezogenes „Kiihk“, den herausfordernden Laut, angesichts herannahender Menschen, als ein kurzes, oft wiederholtes, rasch aufeinander folgendes, dem Lockrufe des Mittelspechts gleichendes „Kik kik kik“ usw.
Allerlei im oder am Wasser lebende Insekten oder deren Larven, auch Spinnen und Schnecken bilden die Nahrung beider Sumpfhühnchenarten. Zarte Pflanzenteile scheinen sie zufällig mit zu verschlucken, Sämereien nur im Notfälle zu genießen. Gefangene, die ich pflegte, in jeder Beziehung reizende Geschöpfe, gewöhnten sich bald аn ein reichlich mit Ameisenpuppen und Mehlwürmern gewürztes Mischfutter.
Ende Mai oder Anfang Juni schreiten beide Arten zur Fortpflanzung. Zum Standort ihres Nestes wählen sie einen dichten Erlen-, Weiden- oder Seggenbusch im Wasser selbst oder doch in dessen unmittelbarer Nähe, am liebsten wenn er rings umflossen ist, knicken einige Seggenstengel übereinander oder benutzen einen passenden Strauchzweig und errichten auf dieser unsichern Unterlage ihren aus zerschlissenen trocknen Schilfblättern bestehenden, sorgfältig verflochtenen, napfförmigen Bau. Das Gelege zählt beim Bruchhühnchen 8—10, beim Zwergsumpfhühnchen 7—8 glattschalige und feinkörnige Eier, die einen Längsdurchmesser von 30, bezw. 27, einen Querdurchmesser von 21, bezw. 20 mm haben, beim Bruchhühnchen auf gelblichem oder gräulich-braungelbem Grunde gleichmäßig über die ganze Fläche mit wenig hervortretenden Wolken von rostbräunlicher Farbe so dicht bedeckt sind, daß die Grundfarbe nur wenig zur Geltung kommt. Beim Zwergsumpfhühnchen sind sie von fast dunkel olivenbrauner Färbung und zeichnen sich durch höheren Glanz aus. Die Weibchen brüten sehr eifrig und führen die Jungen, sobald diese abgetrocknet sind, vom Neste aus in den Sumpf oder Bruch, unter Umständen weit vom Neste weg. Das schwarzwollige Dunenkleid der Küchlein geht binnen drei Wochen in dаs Jugendkleid über, und damit ist für dаs kleine Volk der Zeitpunkt gekommen, die Mutter zu verlassen.
Dieselben Feinde, die dаs Tüpfelsumpfhuhn bedrohen, gefährden auch dessen zwerghafte Verwandten; namentlich werden die Eier von Wasserratten oft gefressen, auch die Jungen oder die brütenden und führenden Weibchen, die, jenen zuliebe, bei Gefahr sich preisgeben, von laufendem oder fliegendem Raubzeuge weggefangen.