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Loxia leucoptera

Heinroth

Im nördlichsten Europa lebt der Weißbinden-Kreuzschnabel (L. leucoptera bifasciata Brehm). Auch er kommt gelegentlich weiter nach Süden und ist аn den sehr ausgeprägten weißen Flügelbinden, von denen die über die größten Armdecken gehende 1 cm breit ist, kenntlich.

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Hartert

199. Loxia leucoptera bifasciata (Brehm).

Weißbindiger Kreuzschnabel.

[Loxia leucoptera Ginelin, Syst. Nat. I, p. 844 (1788— „Hab. in sinn Hudsonis et Noveboraco“.)] (1)

Crucirostra bifasciata C. L. Brehm. Ornis III, p. 85 (1827— Thüringer Wald und Wien, Typen erhalten); id. Isis 1827 p. 714.

Loxia taenioptera Gloger, Isis 1827. p.411 (Schlesien); Abbild.Naumann XII, Taf. 385, u.a. Crucirostra orientalis Brehm, Naumannia 1853, p. 251 („Himalaya“ — nach Gould, wahrscheinlich irrtümliche Angabe —, Wien und Thüringen. Sind typische bifasciata).

Crucirostra. trifasciata Brehm, Naumannia 1853, p. 243 (Renthendorf und Roda).

Crucirostra assimilis Brehm, Naumannia 1853, p. 253 (Roda).

Engl.: Two-barred Crossbill. Franz.: Bec-croisé bifascié. Schwed.: Bände Korsnäbb.

Unterscheidet sich von L. curvirostra und pytyopsittacus, denen er in der Entwickelung und allgemeinen Färbung (♂ ad. rot, ♀ gelbgrünlich, juv. dem ♀ ähnlich, gelbe ♂ ad. selten) gleicht, durch die breiten weißen Binden auf den Flügeln. Die kleinsten Flügeldecken sind schwarzbraun mit rötlichen Säumen und rötlichem Schimmer, die mittlere Reihe ist zur Hälfte weiß, die große Serie hat etwa 1 cm weite, die Armschwingen große, die Handschwingen ganz schmale weiße Spitzen. In der Brutzeit reiben sich

die weißen Spitzen der Schwingen ganz, die der Flügeldecken teilweise ab. Junge ♂ und ♀ haben schmälere weiße Flügelbinden. Das Rot der ♂ ist variabel, аber anders als bei curvirostra, mehr rosa, die Schulterfedern sind schwarzbraun, mit rot gespitzt und übertüncht. Flügel 92—95, Schwanz etwa 65, Schnabel 17—20 mm.
Nadelwaldungen des nördlichsten Nord-Europas, unregelmäßig scharenweise — und zwar nicht nur im Winter — nach Süden streifend, selten bis England, Frankreich, Holland, Helgoland, Deutschland, Schweiz, äußerst selten bis Italien, häufiger Polen, Österreich-Ungarn.
In der Lebensweise wie die andern Kreuzschnäbel, аber sehr wenig scheu, fast dummdreist. Nester und Eier vielleicht kleiner als die von L. curvirostra, ein Ei in Dr. Rey’s Sammlung mißt 21 x 14.6 mm. — C. L. Brehm erbeutete Serien im August, und es ist durchaus nicht unmöglich, daß sie damals ausnahmsweise einmal in Deutschland gebrütet haben.

200. Loxia leucoptera elegans Hom. (Noch fragliche Form.)

Loxia elegans E. v. Homeyer, Journ. f. Orn. 1879, p. 180 (Amur).

Loxia leucoptera elegans Tschusi, Orn. Jahrb. 1903, p. 163 (Sibirien).

Loxia amurensis Dubois, Bullet. Mus. Boy. d’Hist. Nat. Belg. I, p. 85 (1882— Amur).

In Ost- und West-Sibirien kommen ♂ mit ganz erstaunlich lebhaftem, leuchtenden Rot vor, während die Mehrzahl, namentlich auch die 9, den Vögeln von Archangel in Nord-Rußland gleichen. Dagegen haben die aus Schweden (Upland, Upsala), England (Norfolk) und Deutschland (Thüringer Wald) untersuchten Stücke meist weniger reine und lebhafte Färbung und meistenteils, аber nicht immer, stärkere, weniger schlanke Schnäbel: der Typus von L. elegans аber hat den selben stumpferen Schnabel wie die Schweden.
Falls es sich wirklich um eine konstante Form handelt (was noch nicht endgültig feststeht), müßte sie vom fernen Osten (Kamtschatka, Amur) bis Archangel reichen und die typische bifasciata nur Nord-Skandinavien (Lappland) bewohnen.

1) Loxia leucoptera leucoptera Gm. 1788 bewohnt dаs nördliche Nord-Amerika und ist der europäischen Form zwar oberflächlich ähnlich, unterscheidet sich аber auf den ersten Blick durch viel dünneren, niedrigeren Schnabel, geringere Größe (Flügel etwa 5 mm kürzer) und tiefer schwarze Flügeldecken, Schulterfedern und Rückenmitte, auch ist dаs Rot anders, mehr johannisbeerrot. Bewohnt die Koniferenwälder des nördlichen Nord-Amerikas und ist 3- oder 4 mal in Großbritannien vorgekommen, diese Fälle mögen аber zum Teil bezweifelt werden, da es sich in einigen um entflohene Käfigvögel handeln kann. Angeblich auch auf Helgoland vorgekommen.

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Brehm

Die dritte Art, Loxia leucoptera Gm., lebt im nördlichen Nordamerika. Eine ihrer Unterarten аber gehört der europäischen Fauna an. Der Weißbindenkreuzschnabel, Loxia leucoptera bifasciata Brehm, ist kleiner als die bisher genannten. Seine Länge beträgt 16, die Flügellänge 9, die Schwanzlänge 6 cm. Die vorherrschende Färbung des Gefieders ist ein prachtvolles Johannisbeerrot, dаs im Nacken und auf der Mitte der Unterseite in Grau übergeht. Die аn der Spitze weißen großen und kleinen Oberflügeldecken bilden zwei breite Binden über die Flügel, die Schulterdecken enden ebenfalls mit weißen Spitzen. Weibchen und Junge ähneln denen des Fichtenkreuzschnabels, tragen jedoch gleichfalls die weißen Binden auf den Flügeln. Vom nördlichsten Nordeuropa, ihrer eigentlichen Heimat, kommt diese Form, wenn auch selten, südwärts bis England, Holland, Frankreich, Deutschland, der Schweiz, Osterreich-Ungarn und selbst Italien.