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Motacilla citreola

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Bezzel

Motacilla citreola Pall. 1776 — Zitronenstelze

5 Subspezies; Mitteleuropa M. c. citreola Pall. 1776, möglicherweise auch M. c. werae (Buturlin 1907).

Status in ME. Ausnahmegast, doch mit zunehmender Regelmäßigkeit und neuerdings fast alljährlich einzeln von Frühjahr bis Herbst.

Kennzeichen. Größe wie Schafstelze (werae) oder geringfügig größer (citreola), Schwanz länger (bei citreola fast so lang wie Bachstelze); deutlich hochbeiniger als Schafstelze; Stirnprofil steiler, Kopf rundlicher und Hals »länger« als Schatstelze. • Allgemein: Oberseite nie deutlich gelblich oder grünlich (vgl. Schafstelze); Bastarde mit Schafstelze möglich (Vorsicht bei »untypischen« Individuen im Schlicht- und ersten Winterkleid). F Prachtkleid: Gesamter Kopf und größter Teil der Unterseite leuchtend gelb, Bauch heller, UnterschwanzD meist weißlich; Flanken meist z.T. oder ganz grau; аn den Brustseiten vor dem Flügelbug ein dunkelgrauer Fleck verschiedener Ausdehnung; Oberseite grau, OberschwanzID und ST schwärzlich (ST 6 überwiegend weiß); schwarzes Nackenband zwischen gelbem Kopf und grauer Oberseite, zieht sich oft bis auf die Brustseiten und schließt den schwarzen Fleck mit ein, reicht oft bis auf den Hinterkopf und zieht sich sogar gelegentlich als schwarze Fleckung bis auf den Scheitel; zwei deutliche weiße Flügelbinden durch die Spitzen der Mittleren und Großen ArmD, letztere mit weißen Außenkanten (so daß gelegentlich ein weißes Flügelfeld sichtbar wird), Schirmfedern weiß umrandet. Bei Abnutzung Oberseite mehr braunstichig. Bei werae schwarzes Nackenband meist weniger deutlich, Oberseite etwas heller, Flanken nie ausgedehnt grau, Unterseite meist blasser Bei calcarata (Zentralasien) Oberseite schwarz mit hellem Flügelfeld, Unterseite leuchtender gelb. ♂ Schlichtkleid: Ähnlich ♀ Prachtkleid, doch weiße Binden und Federränder auf dem Flügel meist breiter, OhrD meist gelb und oft mit grauer Umrandung; Nackenband meist nur аn den Enden erkennbar; Gelb auf der Unterseite ist auf Brust und Kehle beschränkt, Rest weißlich, ♀ Prachtkleid: Weniger kontrastreich als ♂, schwarzes Nackenband fehlt, Unterseite blasser, graue Flanken ausgedehnter, UnterschwanzD reinweiß, weiße Flügelmarkierungen schwächer, doch immer noch deutlich. Graue Oberseitenfärbung bis weit auf den Scheitel; OhrD grau bis bräunlich mit gelblicher und schwärzlicher Fleckung, sonst Kopf gelb. Der breite Überaugenstreif zieht sich fast immer hinten um die OhrD herum, so aaß sie ein isoliertes Feld bilden. Individuelle und jahreszeitliche Variation auffallend; selten Brustband aus dunklen Flecken. Im Unterschied zu gelbköpfigen Schafstelzen (z. B. flavissima) Grundfarbe auf Scheitel und Nacken immer grau (höchstens grünlich überflogen), Unterseite weniger lebhaft gelb, Flügelstreifen auffallender. ♀ Schlichtkleid: Gelbtöne stark reduziert und blasser; Brustseiten und Flanken ausgedehnt hellgrau, UnterschwanzD und größter Teil der Unterseite weißlich, oft nur Kehle und Brustmitte gelblich. Stirnseiten und Überaugenstreif immer hell (beige bis hellgelblich); olivgraue Tönung von Nacken und Scheitel zieht sich oft bis über die Stirnmitte bis zur Schnabelbasis. Wichtiges Kennzeichen sind hell umrandete OhrD. Jugendkleid ohne Gelbtöne; Oberseite graubraun; Unterseite beige bis bräunlich, ohne Grau, schwarzbraunes Brustband unterschiedlicher Ausdehnung; heller Überaugenstreif zieht sich um die OhrD herum; Unterscheidung von jungen Schafstelzen schwierig. 1. Winterkleid: Überwiegend grau (erinnert аn juv. Bachstelze). Oberseite grau mit schwach bräunlichem Anflug; OberschwanzD schwarzgrau; Kehle und UnterschwanzD reinweiß, Brust meist verwaschen bräunlich, Flanken oft grau in unterschiedlicher Ausdehnung, Rest der Unterseite weißlich bis cremefarben; Brustband kаnn angedeutet sein; auffallende weißliche Ränder der Großen ArmD, Schwungfedern und Schirmfedern. Stirn in der Regel heller als Scheitel; breiter weißer Überaugenstreif über und hinter dem Auge mit oft dunkler Begrenzung zum Scheitel; Wangen und OhrD grau, oft mit weißen Federn durchsetzt, so daß nur die Umrandung deutlich ist; die Verlängerung des Überaugenstreifs zieht um die OhrD herum und verbindet sich mit der weißen Kehle (wichtiges Merkmal!); Gesicht vor dem Auge in der Regel hell. Merkmale variieren, doch: Gelb auf Unter- schwanzD, auffälliger Zügelstreif, einfarbig dunkle OhrD und auffallend zweifarbiger Unterschnabel — flava, deutliche Umrandung der OhrD, ausgedehnt graue Flanken und abgesetzte helle Stirn = citreola. • Schnabel schwarz bzw. schwärzlich (juv.); Lauf schwarzbraun bis schwarz; Iris dunkelbraun. ■ Flügelstruktur vgl. Abb. 37. • Vgl Schafstelze und juv. Bachstelze; Bastarde Schaf- x Zitronenstelze. • Fotos: f und sw Barthel 1990 (umfassend), f BB 79, 1986: 465 — 467 (Serie, juv., 1. Winterkleid); BB 83, 1990: 479; DB 12, 1990: 248 (möglicher Bastard flava x citreola); VF 50, H. 8, 1991: 24 (♂, juv. Bastard).
Zeichnungen: f und sw Barthel 1990 (umfassend); DB 12, 1990: 19 (Serie; mögliche Hybriden ♂). f Harris u.a. 1991 (1. Winterkleid); Lewington u.a. 1991.
Verbreitung und Bestand. Br. in Feuchtgebieten der mittleren Pa- läarktis mit verschiedenen Verbreitungsschwerpunkten. In den Hochsteppen Tibets nach S bis zum Himalaya und N-Pakistan, nach N bis in den Bereich des Tien Schan und Altai, ferner von Zentral und W-China über die Innere Mongolei und Mandschurei, die äußere Mongolei, Transbaikalien, bzw. Mittelsibirien bis über 70°N nach N аn die Strauchtundra; vom E-Rand Mittelsibiriens nach W über NW-Sibirien und den N- Ural über die Petschora bis аn die Kanin-Halbinsel und ans Weiße Meer. Ein südliches sehr lückig bzw. disjunkt besiedeltes Verbreitungsgebiet reicht von den Vorbergen des Altai durch die Steppen W-Sibiriens, N-Kasachstans nach S in N-Iran und mit neuerdings offenbar r. besetzten Brutplätzen nach E-Anatolien, nach W über den Uralfluß bis nach Mittelrußland und in die Ukraine. Hier Expansion nach W, die offenbar schon seit den 50er Jahren anhält: W- Grenze etwa bis Anfang der 80er Jahre W Moskau und W Kiew (bis etwa 300 km W der Grenze von PL); 1985 und 1987 offenbar Brutplätze < 150 und 80 km W PL in W-Ukraine besetzt (BB 81, 1988: 336 und 83, 1990: 14; A 57, 1989: 220). Weiter W mehrfach übersommernde ♂ und auch einzelne Mischpaare (vgl. unten). In Mittel-und W-Europa seit etwa 1980, verstärkt seit 1985 (vor allem 1987) Frühjahrsnachweise fast nur von ♂ (die in Abb. 38 aufgeführten ♀ stammen aus PL), in GB/IRL schon vor der Entwicklung in ME Herbstnachweise von diesj. Mit weiterer Zunahme von Frühjahrs- und Brutzeitdaten und möglichen ersten Brutnachweisen im E Mitteleuropas ist zu rechnen.
CH: ♂ April 1980. • B: April 1987 und 1991 je ♂. • NL: 1 Ind. Herbst 1984, ♂ April 1991. • D: Helgoland: 4diesj. Herbstvögel 19. Jh. gesammelt, je 1 diesj. Sept. 1987, 1990, 1991; Nds. je 1♂ Mai 1972, 1985; Nrh.- Westf. ♂ April 1988; Ba.-Wü. ♂ April 1990; Bay. April-Mai 19862 ♂, 1988 3 ♂, je 1 1991, Sept. 1990; Bin. ♂ Mai 1984. • A: Vorarlberger Rheindelta April 1963, Juni 1984 je ♂ (je 1 Ind. Mai, Sept. 1986), Steiermark ♂ Mai 1980, Burgenland d April 1983. • H: ♂ Mai 1989. • CS: 1921 2 ♂, 1976 ♂, Juni- Juli 1977 ♂ füttert juv., Artzugehörigkeit des ♀ nicht sicher, doch wohl M. flava; 1982, 1986, 1987 April- Mai je ♂ (Stand ca. 1980). • PL: 1 mal 2 Ind., davon ♂ erlegt, 19. Jh – 1976 ♂,1985 mind. 8, 1986mind.6, 1987 mind. 10 Ind. (Stand Anfang 1988). – F: Erstnachweis April 1987, 1 Ind. April 1989. • E.: Erstnachweis ♂ April 1987 (Mallorca) • I u.a. Mai 1976. • YU: ♂ Erstnachweis April 1987. • R: ♂ April 1987 Erstnachweis für Siebenbürgen. • BG: Erstnachweis April 1988. • S.: 57 Ind.bis 1990; Juli 1977 ♂ junge Stelzen fütternd; einzelne übersommernde ♂ 1974, 1977, 1982; 1990 Mischpaar mit flava erfolgreich. • SF: 10 Ind. bis 1974,37 Ind. 1975-88; seit 1983 mehrmals Mischbrut mit ♀ M. flava. • LET: 5 Nachweise 1982-89, sing. ♂ bzw. Paar. • LIT: ♂♀ 1985, Brut 1986, ♂ 1987, je 2 BP 1988-89 (Acta orn.Lit. 4, 1991). • DK 0 vor 1980, 8 Ind. 1981 -89. • GB/IRL: 2 Ind. 1954-57, 37 Ind. 1958-85, 11 Ind. 1986- 90; nur 1 Frühjahrsbeobachtung 1977; Juli 1976 ein ♂ junge Stelzen fütternd. • IS: 1 Ind. Okt. 1982.
Wanderungen. Zugvogel; Überwinterungsgebiet von SE-Asien bis Pakistan. Offenbar auch Ausweitung des Überwinterungsgebietes nach W mit Winterdaten von der Arabischen Halbinsel und Dz. Irak, Jordanien, Israel (Eilat), Zypern und Anatolien. Wegzug von Brutgebieten Mitte Aug., Abzug aus dem indischen Winterquartier Febr. — April.
Biotop. Br. in nasseren Habitaten als Schafstelze, z. B. Überschwemmungsniederungen, versumpfte Stellen (auch in Hochsteppen), Strauchtundra, Seeufer (Seggenrieder, sogar altes Röhricht). Auch als Dz. vorzugsweise аn Uferhabitaten und sumpfigen Stellen.
Nahrung. Insekten, im Vergleich zu Schafstelze weniger Klein-Dipteren, die im Flugsprung erhascht werden, sondern mehr aquatische Insektenlarven (z, B. Libellenlarven, auch Larven größerer Schwimmkäfer), sogar auch Würmer und Wasserflöhe.
Stimme. Flugruf etwas lauter und schriller als Schafstelze und daher auch mehr аn Bachstelze erinnernd »siit«, »tsriip«, auch zweisilbig. Warnruf »ziet«. Gesang rasch schwätzende Folge, im Singflug.
Verhalten. Watet bei der Nahrungssuche oft bis zur Laufbefiederung im Wasser und taucht beim Nahrungserwerb den Kopf ein; weniger Flugjagd als Schafstelze. Kein Anschluß аn Weidevieh. Flatternder und rüttelnder Singflug mit abschließendem Fallschirmgleiten.
Fortpflanzung. Neststand in lockerem Altschilf oder in einer Seggenbülte in sehr feuchtem bis wasserbedecktem Gelände. Nest solider Bau aus trockenen Grashalmen. Beide Geschlechter scheinen zu bauen. Vollgelege (4)5 — 6 Eier. Frische Vollgelege offenbar frühestens Ende April —Anfang Mai, in höheren oder nördlichen Gebieten meist Mitte Mai —Ende Juni Möglicherweise in günstigen Gebieten auch 2 Jahresbruten. Brutdauer 11-15, Nestlingsdauer 13—15 d. ♀ und ♂ brüten, ♀ ist аber wie bei der Jungenfütterung aktiver.
Mauser. Wie Schafstelze.
Literatur (10). P. H. Barthel, Limicola 4, 1990: 149-182.

Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe

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Niethammer/Boxberger

Motacilla citreola Pallas — Zitronenstelze.

Verbreitung des Rassenkreises. Das östliche Rußland (vom Gouv. Rjasan аn ostwärts) und ganz Sibirien bis zum Amurland, südwärts bis Kansu, Kaschmir, Afghanistan und Ostpersien. — 5 Rassen.

Motacilla citreola subsp. — Zitronenstelze.

Budytes citreolus (Pall.), Naumann III, S. 124; Reichenow S. 114.

Beschreibung. ♂ ad. im Brutkleid: Kopf bis zum Hinterhals und Unterseite gelb. Hinterkopf und Hinterhals meist mit schwarzen Federspitzen; аn den Kropfseiten je ein schwarzer oder schwarzgrauer Fleck; übrige Oberseite aschgrau, auf Nacken und Vorderrücken ein großer schwarzer Fleck; zwei breite weiße Querbinden über die Flügel. — ♀ ad.: Oberseite grau mit grünlich olivbraunem Anflug, Oberkopf schmutzig gelbbräunlich mit schwärzlichen Flecken, Stirn und breiter Überaugenstreif tiefgelb, Ohrgegend gelb und schwärzlich gestreift. Über die Kropfgegend oft ein mehr oder minder deutliches, schwarzes Fleckenband; Unterseite blasser gelb als F im Brutkleid (Hartert). — ♀ im Ruhekleid: wie ♂ ad. — Jugendkleid: im ganzen sehr ähnlich demjenigen der weißen Bachstelze. — M. c. citreola ist von M. flava in allen Kleidern durch den Mangel des olivgrünlichen Scheines auf dem Bürzel unterschieden. — Mauser: unbekannt. — Maße: s. unten!
Feldornithologische Kennzeichen. Groß. ♂ ad. Kopf und Unterseite gelb, Nacken und Vorderrücken schwarz, zwei breite weiße Flügelquerbinden. — Stimme: Nähere Angaben fehlen.
Vorkommen in Deutschland, allgemeine Verbreitung. Vom 26. September 1848 bis zum 28. Dezember 1886 5mal auf Helgoland erlegt (Gätke). Angaben über Vorkommen in Ostpreußen und Schlesien beruhen auf Irrtum.
Von den auf Helgoland erbeuteten Stücken befinden sich 4 in der Sammlung der Vogelwarte. Diese Vögel haben Flügel von 81, 82, 83 und 85 mm. Suschkin (1925) gibt für M. c. citreola ein Flügelmaß von ♂ 80—93, ♀ 77—84 mm, für M. c. werae ♂ 74,5—83, ♀ 73,5—77 mm an. Die 4 Zitronenstelzen würden sich demnach der Nominatform einordnen lassen, zumal Gätke аn dem fünften, auf Helgoland erbeuteten Exemplar (das offenbar nicht mehr vorhanden ist) auch 85 mm gemessen hat.
M. c. werae brütet in Rußland vom Gouv. Rjasan bis ins südliche Westsibirien (ßiisk), südwärts bis in die Kirgisensteppen. M. c. citreola bewohnt Ostsibirien, die nordwestliche Mongolei und den russischen Altai, ferner dаs nördliche Westsibirien: am Ob und dessen Mündung.
Auf Grund der Verbreitung beider Rassen liegt die Annahme nahe, daß die 5 Helgoländer Vögel aus dem Brutgebiet von M. c. citreola (etwa von der Ob-Mündung) stammen. Das hohe Flügelmaß gibt dieser Vermutung große Wahrscheinlichkeit.
Parasiten. Lausfliegen: Ornithomyia fringillina.

Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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465. Motacilla citreola citreola Pall.

Motacilla citreola Pallas, Reise d. versch. Prov. d. Russ. Reiches III, p. 696 (1776— „In Sibiria orientaliore frequens, rarior minorque in Russia.“).

Motacilla Citrinella Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. I, p. 503 (1827— neuer Name für citreola).

? Motacilla Calcarata Hodgson, Asiatic Researches XIX. p. 190 (1836- Nepal. Beschreibung eines jüngeren Vogels, die sich mit ziemlicher Wahrscheinlichkeit auf citreola bezieht.).
Abbild.: Dresser, B. Eur. III, Taf. 127; Neuausg. d. „Naumann“ III, Taf. 13.

(M. citreola und citreoloides stehen viel entfernter von allen Formen der flava-Gruppe, als irgend welche der letzteren voneinander. Sie sind nicht durch Übergänge mit jenen verbunden, während jene untereinander durch die völlige Ähnlichkeit der ♀, jüngere und aberrante Stücke mehr oder minder verbunden sind. Außerdem bewohnt citreola Gebiete, in denen flava- Formen ebenfalls nisten.)

♂ ad. im frischen Frühlingskleide: Der ganze Kopf bis auf den Hinterhals und Unterseite schön gelb, Unterschwanzdecken hell schwefelgelb bis weiß, der Hinterkopf und Hinterbals meist mit schwarzen Federspitzen, oft olivenfarben und schwarz gemischt, besonders bei jüngeren Stücken. Seitlich der Kropfgegend je ein schwarzer oder schwarzgrauer Fleck. Übrige Oberseite aschgrau, in frischem Gefieder mit olivengrünlichem Anflug, auf Nacken und Vorderrücken ein großer schwarzer Fleck von wechselnder Ausdehnung, bisweilen nur eben angedeutet. Schwanz schwarz, die beiden äußersten Steuerfederpaare größtenteils weiß wie bei M. flava. Innere verlängerte Armschwingen mit sehr breiten weißen Außensäumen, mittlere und große Oberflügeldeckfedern mit sehr breiten, аn der mittleren Serie fast die halbe Feder einnehmenden Spitzen. Flügel 82—88, ein Riese aus Kobdo 91 mm. ♀ ad. Oberseite grau mit grünlich olivenbraunem Anflug, Oberkopf schmutzig gelbgrünlich, mit schwärzlichen Flecken, Stirn und breiter Superciliarstreif hochgelb, Ohrgegend gelb und schwärzlich gestreift, kein schwarzer Fleck auf dem Vorderrücken. Flügel 3—5 mm kürzer. Über die Kropfgegend oft ein mehr oder minder deutliches schwarzes Fleckenband. Unterseite blasser gelb. Das Herbstkleid ähnelt dem des ♀. Das erste Jugendkleid ist oben bräunlich aschgrau, unten weißlich, Seiten grau, Kropfgegend hell rostbräunlich mit grauen Schatten und Flecken, Superciliarstreif weißlich rahmfarben.
Brütet vom nordöstlichen Rußland (Petschora-Niederung) und wie es scheint vom Moskauer und Orenburger Gouvernement und den nördlicheren Teilen von (? Transkaspien und) Turkestan, durch Sibirien bis zum Baikal-See, Ussurien und der Mongolei. — Auf dem Zuge durch ganz Turkestan und Kaschmir bis Indien, wo sie in den Ebenen südlich bis Beigaum überwintert, in geringerer Anzahl in China. In Europa nur vereinzelt, z. B. mehrfach auf Helgoland und in Italien. Verschiedentlich ist diese Art wohl irrtümlich angegeben worden: so z. B. findet sich im Journ. f. Orn. 1885, p. 92 eine Notiz, wonach sie in Ostpreußen zur Brutzeit getroffen würde. Acloque (Faune de France, Oiseaux p. 191) führt sie als zufällige Erscheinung in den Pyrenäen an, seine Abbildung läßt аber Zweifel аn der Bestimmung aufkommen.

Diese Bachstelze bewohnt hauptsächlich Teile der Tundren mit moorig-schlammigem Grunde, wo dicht verfilzte Wollweidendickichte stehen, und die Ränder von Gräben und Wassertümpeln. Sie hält sich meist abseits von andern Bachstelzen und ähnelt am meisten einer Schafstelze. Nicht vor dem Juni legt dаs ♀ 5, selten 6 Eier. Das Nest steht auf der Erde oder im Moose der Moore, meist sehr versteckt. Die Eier sind weißgelblich, mit kleinen, blassen, rostfarbenen, schwach ausgeprägten dunkleren Flecken über und über bedeckt. Sie ähneln denen der M. flava-Formen, sind aber

anscheinend noch einfarbiger, weniger deutlich gefleckt. Maße nach Taczanowski 20.2 x 14.8, 18 x 14 mm, nach Dybowski 19 x 14.5, 10.2 x 14, 19.3 x 14.4, 19.8 x 14.5 bis 20 x 14.4, 20 x 14.5, 20.2 x 14.8 mm, ein Gelege in Dr. Rey’s Sammlung mißt fast ohne Schwankung 20 x 14.5, Gewicht 127 mg.

466. Motacilla citreola citreoloides (Gould).

? Budytes citreoloides Hodgson, in Gray’s Zool. Misc., p. 83 (1844— nomen nudum!)

Budytes citreoloides Gould, B. Asia IV, Taf. 64 (1865— ex Hodgson nom. nud. — N.-Indien).

Budytes citreola var. melanota Sewertzoff, Turkest. Jevotn., p. 67, 139 (1873).

Unterscheidet sich von M. c. citreola dadurch, daß dаs alte ♂ im Frühling den ganzen Rücken vom Hinterhalse аn bis zu den Schwanzdecken tief kohlschwarz hat. Im Winterkleide ist die Oberseite grau, etwas dunkler, als bei M. c. citreola. Die Jungen im Herbste sind denen von M. c. citreola so ähnlich, daß mаn einzelne Stücke nicht immer unterscheiden kаnn, аber im allgemeinen sind die von citreoloides oben etwas bräunlicher, bei etwas dunkleren Federwurzeln, die von citreola etwas heller, etwas mehr aschgrau, bei etwas lichteren Federwurzeln.
M. c. citreoloides scheint eine südlichere Gebirgsform von M. c. citreola zu sein. Sie brütet augenscheinlich vom Altai bis zu den nördlichen Abhängen des Himalaya und Kaschmir, also vorzugsweise in Thibet, westlich wohl nur bis Ost-Persien. Genauere Kenntnisse über die Brutgebiete von M. c. citreola und citreoloides sind noch sehr erwünscht.

Wurde in Kaschmir im Mai brütend gefunden. Die 4 Eier waren hellgrau mit graubraunen und und mattgrauen Flecken und maßen 24 x 18 mm (Oates).

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Brehm

Von Sibirien her hat sich eine der schönsten, wenn nicht die schönste aller Stelzen, die Sporenstelze, wie wir sie nennen wollen, Motacilla citreola Pall. (Budytes; Abb., S. 520), wiederholt nach Westeuropa und so auch nach Deutschland verflogen. Sie ist größer als die Schafstelze; ihre Länge beträgt 18, die Flügellänge 8,2—8,8, die Schwanzlänge 8 cm. Der Kopf und die ganze Unterseite, ausschließlich der weißen Unterschwanzdecken, sind lebhaft zitrongelb, Nacken und Vorderrücken schwarz, allmählich in dаs Schiefergrau der übrigen Oberseite übergehend, die oberen Schwanzdecken braunschwarz, wie der Rücken schwach gelblichgrün angeflogen, die Schwingen dunkel graubraun, außen schmal, die Armschwingendecken außen und die größten oberen Flügeldecken am Ende breit weißlich gerandet, wodurch ein deutlicher weißer Flügelfleck entsteht, die acht mittelsten Schwanzfedern braunschwarz, die beiden äußersten weiß mit breitem schwarzen Innenrande. Die Iris ist tiefbraun, der Schnabel schwarz, der Fuß bräunlichschwarz. Das Weibchen unterscheidet sich durch dаs lichtere Gelb der Unterseite, den grünlichen Hinterkopf und die aschgraue Oberseite.
Die Sporenstelze ist ein Kind der Tundra, lebt in Europa аber nur in dem nordöstlichsten Winkel, im untern Petschoragebiete. Von hier aus erstreckt sich ihr Verbreitungsgebiet durch ganz Nord- und Mittelasien, im Westen bis zum Kaukasus und im Osten bis zu den Nordabhängen des Himalaja; den Winter verbringt sie in den südlichen Steppengebieten Asiens, besonders in Indien und China. Auf ihrem Brutgebiete erscheint sie mit den Schafstelzen in der zweiten Hälfte des April und verweilt bis Ende August im Lande. In Ostasien soll sie in großen Scharen wandern; in Westsibirien begegneten wir nur kleinen Flügen, die auf der Reise begriffen waren, später аber in der Tundra der Samojedenhalbinsel vielen brütenden Paaren. Diese bewohnen dort auf moorig-schlammigem Grunde wachsende, bis zur Undurchdringlichkeit verfilzte Wollweidendickichte, zwischen denen Wassergräben verlaufen oder Wasserbecken und ebenso von üppig aufschießenden Gräsern übergrünte Stellen sich befinden. Hier wird mаn den schönen Vogel nie vermissen, während mаn sonst tagelang die Tundra durchwandern kаnn, ohne einem einzigen Paare zu begegnen.
Wie in Gestalt und Färbung, so ist die Sporenstelze auch in ihrem Wesen ein Mittelding zwischen Gebirgs- und Schafstelze, steht der letzteren аber näher als der ersteren. Sie geht nach Art der Schafstelze und ähnelt dieser, unzweifelhaft ihrer näheren Verwandten, auch im Fluge mehr als der Gebirgsstelze, da die Bogen, die sie beschreibt, ziemlich flach sind. Gern bäumt sie auf den obersten Strauchspitzen, und dаs Männchen läßt von hier aus einen kurzen Gesang hören, der zwar dem einfachen Liedchen der Schafstelzen ebenfalls ähnelt, sich аber doch durch bestimmte, etwas schärfer klingende Töne und den ganzen Bau der Strophe unterscheidet. Als nahe Verwandte der Schafstelze erweist sie sich auch durch ihre Verträglichkeit. Auf günstigen Brutstätten wohnt ein Paar so nahe neben dem benachbarten, daß dаs singende Männchen jeden Ton des andern hören muß; gleichwohl habe ich nie gesehen, daß ihrer zwei miteinander gehadert hätten. Das Nest steht, wie wir durch Dybowski und später Seebohm erfuhren, gut versteckt unter deckenden Büscheln vorjährigen Grases oder niedrigen Gebüschen, auch wohl im Moose des vertorften Grundes, in jedem Falle höchst sorgfältig verborgen und durch dаs während der Brutzeit rasch emporschießende Gras allen Blicken entzogen. Moosstengel, die mit trocknen Grashalmen vermengt werden, bilden die Außenwandungen, Moosfruchtstiele, Federn und Renntierhaare die innere Auskleidung des dickwandigen und regelmäßigen Baues. Da die Tundra nicht vor den ersten Tagen des Juni schneefrei wird, legt dаs Weibchen erst um diese Zeit seine 5, seltener 6 Eier, welche 19 oder 20 mm lang, 14 mm dick und auf weißgelbem Gmnde mit kleinen rostfarbigen, sehr blassen und undeutlichen Fleckchen gleichförmig gezeichnet sind, bebrütet sie sodann aber, mit dem Männchen abwechselnd, um so eifriger.