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Pluvialis squatarola

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Bezzel

Pluvialis squatarola (L.) – Kiebitzregenpfeifer

Status in ME. Regelmäßiger, häufiger Gast аn der Küste, selten, аber regelmäßig im Binnenland (8).

Kennzeichen. Größter Regenpfeifer, Schnabel deutlich stärker als Goldregenpfeifer. In allen Kleidern schwarze Achselfedern; Bürzel und Schwanz weißlich (bei Goldregenpfeifer wie Oberseite dunkel), deutliche weiße Flügelbinde; im Schlichtkleid deutlicher heller Überaugenstreifen. Brutkleid: Oberseite schwarzweiß getupft und gestrichelt, keinerlei Gelb; weiße Stirn höher als bei Goldregenpfeifer, reicht bis über dаs Auge; Halsseiten breit weiß abgesetzt bis zum Flügelbug, wo er sich zu einem Fleck verbreitert (vgl. auch Pluvialis dominica); Gesicht bis Bauch schwarz, Hinterende weiß. Ad. Ruhekleid Oberseite grau, helle Sprenkelung undeutlicher als bei Goldregenpfeifer; Unterseite weißlich, Brustseiten grau oder ± deutlich gefleckt. Juv. oberseits gelblich getönt, Brust und Flanken dunkel längsgefleckt, ähnlich Goldregenpfeifer, аber heller und mehr grau-weiß (Achselfleck, Schnabelstärke!). Schnabel schwarz; Füße schieferschwarz; Iris schwarzbraun.
Verbreitung. Br. der arktischen Tundra von E-Küste des Weißen Meeres bis NE-Sibirien und arktisches N-AmeriKa. Als Dz. und Wintergast аn allen Küsten weltweit verbreitet; in Mitteleuropa аn Nord- und Ostseeküste r. häufiger Dz. Herbst und Frühjahr, Nordsee auch spärlicher Sommer- und Wintergast Im Binnenland r., doch geringe Zahlen (> 50 Ind. s.), Herbstzug in der Regel mehrfach stärker als Frühjahrszug.
Wanderungen. Fernzieher. Überwinterung аn allen Meeresküsten, z. B. von NW-Europa, W Nordsee bis S-Afrika, Mittelmeer, S-Küsten Asiens (im E ab S-Japan); Ozeanien, Australien, Neuseeland, N- und S-Amerika (vgl. auch Tab. 20,21). Einzelne weite Ringfunde: N.-Dakar, S. und DK-trop. W- Afrika, R-S-Afrika (8650 km S). Abzug vom Brutplatz etwa ab Aug. (z B Flint & Kondratjew 1977); im Wattenmeer DK, Schl -Holst./Nds. Gipfel meist Aug., in NL dagegen Sept.; GB/IRL Einzug ab Ende Juli mit hohen Werten von Sept bis Febr. (regional unterschiedlich je nach vorwiegenden Winterquartieren, z. B. Prater 1981, SW-GB vgl. Branson & Minton 1976). Juv. von S-Skandinavien bis Mitteleuropa und in GB/IRL ca. 5-6 Wochen nach den ad., die zumindest Teile der Brutmauser auf Zwischenquartieren absolvieren. Im Binnenland Dz. der ad. i. allg. schwach, ab Mitte Sept, jedoch Dz. der juv mit Gipfel 2. Oktoberhälfte/Nov. Zahlen der Überwinterer аn der Nordseeküste D gering; im Binnenland Ausnahmen. Ein Teil der ad. zieht rasch durch, so daß bereits ab Aug. in Mauretanien bzw. ab Sept, in S-Afrika Zuzug spürbar wird. Juv. kommen auch hier später an. Abzug S-Afrika (Ende Febr.) März/Mai, Dz. MA Anfang April/Mai, Nordseeküste (Mitte März) April mit Höhepunkt und Anfang Mai; auch im Binnenland Gipfel meist Anfang Mai, oft noch bis Mitte Juni. Übersommerer аn verschiedenen Überwinterungsplätzen ± r., im Wattenmeer z. T. mehrere hundert.
Biotop. Br. in der Tundra; Nest oft etwas erhöht, da hier am frühesten schneefrei. Außerhalb der Brutzeit im Unterschied zu Goldregenpfeifer Des. аn der Küste außendeichs im Watt und auf Sandflächen, im Binnenland auf möglichst offenen, weiten Flächen, z. B. Schlickufern oder sehr kurzrasigen überspülten Weiden usw.
Nahrung. Im Brutgebiet wohl hauptsächlich Insekten (im Sommer auch Beeren) im Watt Borstenwürmer, kleine Mollusken, Crustaceen (z. B. zeitweise fast nur Nereis).
Stimme. Von Dz. und Wintergästen vorwiegend im Flug dreisilbig «tli-o-ii«, nicht so melodisch wie Goldregenpfeifer, oft auch etwas verschilften.
Verhalten. Vorwiegend tagaktiv, аn der Küste auch gezeitenabhängig. Nahrungssuche i. allg. auf ± trockengefallenem Untergrund (zur Technik und Erfolgsrate Pienkowski 1983). Bodenklopfen mit den Füßen nicht beobachtet, dagegen Wässern der Beutetiere. Auf dem Zug gesellig, doch zumindest bei Nahrungssuche hohe Individualdistanz und einzeln über die Wattfläche verteilt (Revierverhalten im Herbst OM 32, 1980: 231-233).
Fortpflanzung (vgl. Flint & Kondratjew 1977).
Alter. Älteste Ringvögel 17 Jahre 10 Monate, 1 x >13, 2 x >11 Jahre.
Mauser. Jugendmauser (Teilmauser) im Winterquartier Okt/Febr. (März.) • Brutmauser (Vollmauser) Kleingefiederwechsel ab Juni im Brutgebiet, Schwingenmauser beginnt ebenfalls im Brutgebiet, wird аber z T. angehalten und auf Rast- oder Überwinterungsplätzen bis Nov. beendet, oft аber einige Schwingen noch bis Frühjahr, ja sogar erst nach der nächsten Brutzeit (Details z. B. Branson & Minton 1976; Boere & Smit in Smit & Wolff 1980). • Ruhemauser (Teilmauser) Febr./Mai. Nichtbrütende Übersommerer legen meist nicht volles Brutkleid an.
Literatur (16). N J B. A. Branson & C. D. T Minton, BS 23, 1976: 257-266.
V. E Flint & A. J. Kondratjew, BV 23,1977: 265-277. M. W. Pienkowski, OS 14,1983: 227-238.

Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe

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Niethammer/Boxberger

Squatarola squatarola (L.) — Kiebitzregenpfeifer.

Charadrius squatarola (L.), Naumann VIII, 8. 35; Squatarola squatarola L., Reichenow 8. 52.

Beschreibung. Brutkleid ♂ ad.: Stirn weiß, Oberkopf bis zum Nacken braunschwarz mit breiten schmutzigweißen Federsäumen. Oberseite bis zum Bürzel braunschwarz, Federn mit weißen Spitzen-, Band- und z. T. auch Wurzelflecken, besonders hell auf den Flügeldecken erscheinend. Oberschwanzdecken weiß, mit einigen schwarzen Querflecken. Schwingen bräunlichschwarz, Wurzelteil der Innenfahnen weiß. Die inneren Handschwingen auch außen mit Weiß. Steuerfedern weiß, die mittleren mit Ausnahme des Wurzelteiles schwarz quergebändert, die übrigen nur аn den Spitzen gefleckt, die äußersten oft ganz weiß. Zügel, Kopfseiten und Unterkörperbis zum Bauch schwarz. Unterschwanzdecken weiß. Von der Stirn über dаs Auge, den Halsseiten entlang zieht sich ein weißer Streif bis zum Kropf, wo er sich erweitert und dаs Schwarz auf die Mitte des Unterkörpers drängt. Schnabel schwarz; Füße schwärzlichgrau; Iris braunschwarz. — ♀ ad.: wie ♂ аber unten nicht so tief schwarz (sondern mehr braun) und durch Weiß gelegentlich unterbrochen. Unterschwanzdecken gefleckt. — Ruhekleid (♂ = ♀): Stirn grauweiß, ganze Oberseite bis auf die fast weißen Oberschwanzdecken schwärzlich graubraun mit weißlichen Federspitzen und schwarzen Schatten vor diesen, besonders die Schulterfedern auch seitlich mit rundlichen grauweißen Fleckchen versehen. Weißer, etwas dunkel gestrichelter Überaugenstreif; grauschwarze Ohrdecken; Wangen und Kehle weiß mit dunkler Strichelung (s. Abb. 8f., S. 127). Brustfedern fahl graubraun, weiß gesäumt bzw. grauweiß mit dunklen Längsflecken, Bauch und Unterschwanzdecken weiß, letztere geringfügig gefleckt. Achselfedernschwarz. Sonst fast wie Brutkleid.— Jugendkleid: Stirn weiß, sehr wenig dunkel gefleckt. Oberseite bis zum Bürzel schwarzbraun, Federn mit hell rahmgelblichen Spitzen- und Saumflecken versehen. Oberschwanzdecken weiß mit dunklen Bändern und gelblicher Verwaschung аn den Spitzen. Kopfseiten weißlich oder gelblichweiß mit dunklen Strichelflecken; Kehle, Brust und Seiten weiß oder licht gelblichbraun, ziemlich stark dunkel gefleckt, sonstige Unterseite weiß. Schwanzfedern wie ad., аber gelblichbraun verwaschen. Füße dunkel schiefergrau. Sonst ähnlich ad. — 1. Ruhekleid: wie bei den Verwandten аn einzelnen juvenilen mittleren Flügeldecken (die also gelblicher gefleckt sind) zu erkennen. Auch sind die nicht vermauserten innersten Armschwingen stark abgenutzt, besonders die weißen Saumflecken. — Mauser: Jugendmauser (Teilmauser) September bis Januar; Ruhemauser (Teilmauser) Februar bis Mai; Brutmauser (Vollmauser) Juli bis Dezember (Witherby). — Maße: Flügel 182—202 mm; Schnabel 27—30 mm; Lauf 43—50 mm. Gewicht von 7 Vögeln 165—240 g (Banzhaf).
Feldornithologische Kennzeichen. Zwischen Goldregenpfeiferund Kiebitzgröße. Starkschnäbliger als Goldregenpfeifer, sonst diesem sehr ähnlich, аber stets schwarzer Achselfleck (nur im Fluge deutlich) und oberseits nie so goldgelb oder grünlichgelb, mehr st ein grau. Weiße Flügelbinde stets deutlicher als beim Goldregenpfeifer, ebenso der helle Überaugenstreif (in den schlichten Kleidern; s. Abb. 8f., S. 127). Oberschwanz abstechend weißgrau. Im Brutkleid mit schwarzem Unterkörper. — Stimme: Der Flötenpfifl erklingt schneidender und geschwungener als beim Goldregenpfeifer, stets mehrsilbig, wie „tlieih“.
Allgemeine Verbreitung. Die Tundren Eurasiens von der Halbinsel Kanin und Kolgujew bis Ostsibirien; Wrangel-Insel (Verbreitungskarte Stegmann 1938, Abb. 7); in Nordamerika von Alaska längs der arktischen Küste ostwärts bis Baffinland und Southampton- Insel.
Wanderungen. Zugvogel, dessen nordeuropäisch-westasiatische Populationen zu einem ganz geringen Teil schon аn den Küsten Westeuropas und in den Mittelmeerländern überwintern, in der Mehrzahl jedoch die West- und Ostküste Afrikas südlich des Wendekreises, nach Süden bis zum Kap, sowie Madagaskar aufsuchen. Im afrikanischen Binnenland zeigen sie sich nur vereinzelt. Der Durchzug durch Mitteleuropa beginnt schon Ende Juli, deutlicher im August in den Küstengebieten, Anfang September im Binnenland. Hier wurde zwar allerorts regelmäßiger, аber meist spärlicher Zug festgestellt, аn den Küsten dagegen mitunter Massenzug. Die Hauptmenge ist gegen Mitte/Ende Oktober durchgezogen, doch halten sich hin und wieder einige bis in den November hinein bei uns auf. Den Zug eröffnen fast stets alte Vögel; später überwiegen dann die Jungen, die auch weit häufiger im Binnenlande angetroffen werden als die Alten. Der Heimzug geht viel unauffälliger vor sich, beginnt Ende März/April und endet meist erst Anfang Juni (die ziemlich häufigen Feststellungen von Ende Juni Anfang Juli betreffen wohl die zahlreichen Nichtbrüter). Im Frühling ist der Zug durchs Binnenland überall selten, vielerorts niemals festgestellt.
Vorkommen in Deutschland. Als Zugvogel im Herbst (Ende Juli bis November) längs der Küsten häufig, nicht selten zu dieser Zeit auch im Binnenlande; einzelne überwintern zuweilen аn der Nordsee. Im Frühjahr sehr viel seltener (April, Mai, Anfang Juni): manche auch sommerüber.
Biotop. Am Brutplatz Tundren, auf dem Durchzug flacher Meeresstrand und Schlammbänke аn Binnengewässern. Meidet, im Gegensatz zum Goldregenpfeifer, im allgemeinen Ackerland.
Fortpflanzung. Naumann, Bd. VIII; Hartert, Bd. II.
Nahrung. Kleine Mollusken, kleine Krebse (Carcinus, Palaemon), Erdwürmer, die Insekten seiner Aufenthaltsorte und ihre Larven, auch Saatspitzen.
Parasiten. Federlinge: Actornithophilus timidus, Trinoton querquedulae-, Degeeriella hospes, Saemundssonia acantha, S. conica. S. naumanni. Müben: Pterolichus squatarolae, P. buchholzi. Thecarthra longitarsa (in Federschäften). — Saugwürmer: Parechinostomum cinctum. — Bandwürmer: Amoebotaenia brevis, Anomotaenia stentorea, Aploparaksis crassirostris. — Fadenwürmer: Porrocaecum ensicaudatum, P. heteroura, P. semiteres, Schistorophus bicuspis. — Kratzer: Polymorphus minutus.

Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1895. Squatarola squatarola squatarola (L.).

Kiebitzregenpfeifer.

Tringa Squatarola Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, I, p. 149 (1758— „Habitat in Europa“. Beschränkte terra typica: Schweden, nach dem 1. Zitat, woraus Diagnose entnommen).

Tringa Helvetica id., Syst. Nat. Ed. XII, I, p. 250 (1766— „Habitat in Helvetia“).

Tringa varia id., t. c., p. 252 (1766— „Habitat in Europa“).

? Charadrius naevius Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 692 (1789— Nach Beseke, Schrift d. Berlin. naturf. Gesellsch. VII, p. 464, wo ungenügende Beschreibung einer Abbildung eines in Kurland erlegten Vogels gegeben ist).

Vanellus melanogaster Bechstein, Gemeinn. Naturg. Deutschl. IV, p. 356 (1809— Neuer Name für Tringa Helvetica).

[„Squatarola grisea Leach“, Syst. Cat. Namm. B. Brit. Mus., p. 29 (1816— Bristol. Neuer Name für Tringa squatarola, descr. nulla! Nur als Ms. gedruckt, erst durch Neudruck 1872 veröffentlicht).]

Squatarola cinerea Fleming, Hist. Brit. Anim., p. 111 (1828— Neuer Name für Tringa squatarola und Helvetica).

Squatarola longirostris A. E. Brehm, Journ. f. Orn. 1854, p. 79 (Mensaleh-See in Ägypten. Nomen nudum!).

Squatarola megarhynchos Brehm, Vogelfang, p. 284 (1855— „Kommt aus dem Nordosten nach Südosteuropa und Ägypten“. Typus dаs eine Exemplar, dаs A. E. Brehm longirostris — nom. nud. — nannte; jedenfalls lag nur jenes eine Stück vor, dаs Vorkommen in Südosteuropa und die Herkunft „aus dem Nordosten“ waren jedenfalls nur Vermutungen des Autors, wie er sie oft aussprach).

Squatarola subtridactyla Gray, Hand-list III, p. 13 (1871— Descr. nulla, ex Hasselquist. „ Abyssinien“).

Charadrius megalorliynchus Reichenow, Journ. f. Orn. 1877, p. 11 (Loango-Küste. Neuer Name für rhynchomega und megarhynchos, die аber nicht dasselbe sind).

Engl.: Grey Flover. —Franz.: Vanneau Pluvier. — Ital.: Pivieressa. — Schwed.: Kust-pipare.

♂♀ ad. im Hochzeitskleide: Stirn weiß, übriger Oberkopf schwarz mit schmutzigweißen Federsäumen. Rückenfedern schwarz, аn der Basis weißlich, Spitze und meist einige Flecke аn den Rändern weiß, die Oberflügeldecken ähnlich gezeichnet, аber die weiße Farbe vorwiegend, Skapularen und verlängerte innere Armschwingen dunkelbraun mit undeutlichen schwarzen Flecken und weißen аn Spitzen und Außensäumen. Schwingen bräunlichschwarz, ein Teil des Schaftes vor den Spitzen und der Wurzelteil der Innenfahnen weiß. Die längeren Oberschwanzdecken weiß, nur vor den Spitzen einige schwarze Querflecke. Steuerfedern weiß, die mittleren mit Ausnahme des Wurzelteiles ganz schwarz quergebändert, die übrigen nur аn den Spitzen und Außenfahnen, dаs äußerste Paar mitunter fast ganz weiß.

Zügel, Kopfseiten, Kehle, Brust und Unterkörper schwarz, meist hier und da mit vereinzelten weißen Federn, ein breiter Streif überm Auge bis zu den Kropfseiten, wo er sich zu einem großen Fleck erweitert, Bauch und Unterschwanzdecken weiß. Unterflügeldecken weiß, die längste Reihe fahl graubraun, Axillaren bräunlich schwarz. Schnabel schwarz, Iris dunkelbraun, Füße schieferschwarz. Flügel etwa 189—201, Schwanz 73—83, Schnabel 28—30.5, Lauf 45—51 mm. — ♀ wie ♂, аber Unterseite oft mit mehr weißen Federn, nicht kleiner. — ♂♀Q ad. im Winterkleide: Oberseite bräunlichschwarz, Endsäume der Federn und rundliche Flecke аn den Außensäumen, nahe der Spitze, gräulich weiß. Unterseite weiß, Kehle, Kropf, Vorderbrust und Seiten braun gefleckt. Füße dunkelgrau, schief ergrau. — Juv. Wie die alten Vögel im Winterkleide, аber die Federn der Oberseite аn den Spitzen und Säumen mit weißlichgelben Flecken, außerdem ist in der Regel die Unterseite stärker gefleckt. Von Charadrius apricarius durch den Stummel der Hinterzehe und die schwarzen Axillaren zu unterscheiden. — Das Dunenjunge ist dem von Charadrius apricarius sehr ähnlich, аber die gelben Federspitzen der Oberseite sind viel matter gelb, und um den Hinterhals zieht ein fleckenlos weißer Halsring herum, die Unterseite ist auch von reinerem Weiß.
Brutvogel im hohen Norden Europas, in den Tundren Nordrußlands und auf Kolgujev, in Westsibirien anscheinend bis zur Taimyr-Halbinsel, sowie im östlichen arktischen Amerika, bis zur Hudson-Bai. — Echter Zugvogel, der zwar schon in Großbritannien und Irland und аn den Westküsten Europas überwintert, meist аber durch Europa nach Afrika (bis zur Kapkolonie), Madagaskar, den Seychellen und Aldabra zieht und auf der amerikanischen Seite von Westindien bis Brasilien überwintert. Wie bei anderen Limicolen bleiben nicht selten Stücke in den Winterquartieren zurück, die dann meist nicht gemausert haben und ein sehr abgetragenes Winterkleid tragen.

Bewohnt zur Brutzeit die Tundren und ähnliche Gelände des hohen Nordens und ist zur Zugzeit und im Winter vorzugsweise Küstenvogel, wird аber auch im Inneren des Landes und аn See- und Teichufern, mitunter auch аn Strömen bemerkt. Wie die meisten Strandvögel liebt er die Geselligkeit und wird meist in Flügen und oft in Gesellschaft anderer Charadriiden angetroffen. Der Ruf ist höher als der des Goldregenpfeifers und „hat mehr Schwingung“, er wurde von Naumann sehr treffend mit „tliei“ versinnbildlicht. Nahrung: Insekten und deren Larven, Würmer, Krebstierchen, Mollusken, nach Patten auch kleine Fische sowie mitunter Seetang und nach Macgillivray auch Beeren. Das Nest ist eine bloße Vertiefung im Moos oder Gras und enthält im Juni bis Juli 4 Eier. Diese gleichen den Eiern von Char. apricarius, doch ist die Grundfarbe meist sehr hell, wie es auch oft bei den Goldregenpfeifern vorkommt. Die schwarzbraune Zeichnung besteht bald mehr aus rundlichen, bald mehr aus unregelmäßig geformten, fast kritzelförmigen Flecken. 40 Eier (37 Jourdain, 3 Rey) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 51.66 x 35.98, Maximum 55.2 x 35.6 und 50.7 x 38, Minimum 45.7 x 34.7 und 51.9 x 34 mm. Ein Ei der Nehrkornschen Sammlung wiegt nach Rey 2.21 g.

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Brehm

Der Kiebitzregenpfeifer, auch Schweizerkiebitz, Parderstrandläufer, Brachamsel, Kaulkopf und Scheck genannt, Squatarola Helvetica Linn. (Charadrius squatarola), ist durch den Besitz einer stummelhaften, benagelten Daumenwarze von der Gattung Charadrius unterschieden. Stirnrand, Zügel, Kinn, Kehle, Vorderhals, Brust und Bauch sind schwarz, der Vorderkopf und ein breiter, von der Stirn beginnender, dаs Schwarz begrenzender Streifen, Steiß und Unterschwanzdecken weiß, alle Federn der Oberseite in der Mitte schwarz, mehr oder minder breit weiß umsäumt, die Mantelfedern auch mit solchen Randflecken gezeichnet, die ganze Oberseite daher gefleckt, die Schwungfedern der Hand schwarz, die des Armes schwarzbraun, alle аn der Wurzel weiß, ebenso ein schmaler Außensaum der Armschwingen, die Hinteren Flügeloberdeckfedern dem Mantel gleichartig gezeichnet, die Unterdeckfedern weiß, nach hinten grau, die Achselfedern schwarz, die Schwanzfedern weiß und mit schwarzen Querbinden geziert, die Bürzel- und Oberschwanzdecken gleich gefärbt und ähnlich gebändert. Die Iris ist dunkelbraun. Im Winterkleide ist die Oberseite auf braunschwarzem Gmnde durch verschieden große, rundliche, gelblichweiße Flecke, die Unterseite, mit Ausnahme der weißen Brustmitte, auf schmutzig weißem Grunde mit dunkeln, verschieden breiten Schaftstrichen gezeichnet. Beide Geschlechter tragen ein fast gleiches Kleid; dаs des Weibchens zeigt jedoch im Sommer mehr Weiß auf der Unterseite. Die Länge beträgt 30, die Breite 66, die Flügellänge 20, die Schwanzlänge 9 cm.
Wie der Goldregenpfeifer, bewohnt auch der Kiebitzregenpfeifer die Tundra, jedoch nur deren nördlichste Teile und, dem Anschein nach, bloß dаs Küstengebiet des Meeres. Auf Island, Spitzbergen und Nowaja Semlja wurde er noch nicht beobachtet. Von hier aus durchwandert er allwinterlich fast die ganze Erde; nur in den südlichsten Ländern Amerikas und auf Neuseeland hat mаn ihn noch nicht gefunden. Deutschland durchreist er im September, Oktober und November oder, heimwärts wandernd, in den Monaten März bis Juni; den Winter verbringt er zum Teil schon in dem Mittelmeerbecken, zum Teil in allen übrigen Ländern seines Gebietes, den kurzen Sommer, vom Juni bis zum Beginn des September, in seiner Heimat; gegen Ende Juni beginnt er zu brüten; um Mitte August, spätestens Anfang September, sind seine Jungen flügge, wenige Tage später reisefähig.
In seinem Auftreten ähnelt der Kiebitzregenpfeifer seinem bekannteren Verwandten fast in jeder Beziehung. Haltung, Gang und Flug beider Arten stimmen so miteinander überein, daß nur ein sehr erfahrener Beobachter beide zu unterscheiden vermag; auch beider Sitten und Gewohnheiten, selbst die Stimmlaute sind bis auf geringfügige Abweichungen dieselben.
Nest und Eier fand v. Middendorf im Byrrangagebirge unter dem 74. und аn der Boganida unter dem 71. Grade nördl. Br. Ende Juni, Harvie-Brown und Seebohm аn der Petschoramündung von derselben Zeit аn bis Mitte Juli. Das Nest ist nur eine seichte, in den Boden der Tundra eingescharrte, mit einigen dünnen Zweiglein und Renntierflechten ausgelegte Vertiefung; die 4 Eier, deren Längendurchmesser etwa 52,5 und deren Querdurchmesser 36,5 mm beträgt, sind auf gelblichgrauem oder olivenbraunem Grunde mit dunkelbraunen Flecken nach Art der Kiebitz- und Goldregenpfeifereier gezeichnet und stehen zwischen beiden ungefähr in der Mitte. Die Jungen im Dunenkleide ähneln denen des Goldregenpfeifers zum Verwechseln.