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Pluvialis squatarola

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1895. Squatarola squatarola squatarola (L.).

Kiebitzregenpfeifer.

Tringa Squatarola Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, I, p. 149 (1758— „Habitat in Europa“. Beschränkte terra typica: Schweden, nach dem 1. Zitat, woraus Diagnose entnommen).

Tringa Helvetica id., Syst. Nat. Ed. XII, I, p. 250 (1766— „Habitat in Helvetia“).

Tringa varia id., t. c., p. 252 (1766— „Habitat in Europa“).

? Charadrius naevius Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 692 (1789— Nach Beseke, Schrift d. Berlin. naturf. Gesellsch. VII, p. 464, wo ungenügende Beschreibung einer Abbildung eines in Kurland erlegten Vogels gegeben ist).

Vanellus melanogaster Bechstein, Gemeinn. Naturg. Deutschl. IV, p. 356 (1809— Neuer Name für Tringa Helvetica).

[„Squatarola grisea Leach“, Syst. Cat. Namm. B. Brit. Mus., p. 29 (1816— Bristol. Neuer Name für Tringa squatarola, descr. nulla! Nur als Ms. gedruckt, erst durch Neudruck 1872 veröffentlicht).]

Squatarola cinerea Fleming, Hist. Brit. Anim., p. 111 (1828— Neuer Name für Tringa squatarola und Helvetica).

Squatarola longirostris A. E. Brehm, Journ. f. Orn. 1854, p. 79 (Mensaleh-See in Ägypten. Nomen nudum!).

Squatarola megarhynchos Brehm, Vogelfang, p. 284 (1855— „Kommt aus dem Nordosten nach Südosteuropa und Ägypten“. Typus dаs eine Exemplar, dаs A. E. Brehm longirostris — nom. nud. — nannte; jedenfalls lag nur jenes eine Stück vor, dаs Vorkommen in Südosteuropa und die Herkunft „aus dem Nordosten“ waren jedenfalls nur Vermutungen des Autors, wie er sie oft aussprach).

Squatarola subtridactyla Gray, Hand-list III, p. 13 (1871— Descr. nulla, ex Hasselquist. „ Abyssinien“).

Charadrius megalorliynchus Reichenow, Journ. f. Orn. 1877, p. 11 (Loango-Küste. Neuer Name für rhynchomega und megarhynchos, die аber nicht dasselbe sind).

Engl.: Grey Flover. —Franz.: Vanneau Pluvier. — Ital.: Pivieressa. — Schwed.: Kust-pipare.

♂♀ ad. im Hochzeitskleide: Stirn weiß, übriger Oberkopf schwarz mit schmutzigweißen Federsäumen. Rückenfedern schwarz, аn der Basis weißlich, Spitze und meist einige Flecke аn den Rändern weiß, die Oberflügeldecken ähnlich gezeichnet, аber die weiße Farbe vorwiegend, Skapularen und verlängerte innere Armschwingen dunkelbraun mit undeutlichen schwarzen Flecken und weißen аn Spitzen und Außensäumen. Schwingen bräunlichschwarz, ein Teil des Schaftes vor den Spitzen und der Wurzelteil der Innenfahnen weiß. Die längeren Oberschwanzdecken weiß, nur vor den Spitzen einige schwarze Querflecke. Steuerfedern weiß, die mittleren mit Ausnahme des Wurzelteiles ganz schwarz quergebändert, die übrigen nur аn den Spitzen und Außenfahnen, dаs äußerste Paar mitunter fast ganz weiß.

Zügel, Kopfseiten, Kehle, Brust und Unterkörper schwarz, meist hier und da mit vereinzelten weißen Federn, ein breiter Streif überm Auge bis zu den Kropfseiten, wo er sich zu einem großen Fleck erweitert, Bauch und Unterschwanzdecken weiß. Unterflügeldecken weiß, die längste Reihe fahl graubraun, Axillaren bräunlich schwarz. Schnabel schwarz, Iris dunkelbraun, Füße schieferschwarz. Flügel etwa 189—201, Schwanz 73—83, Schnabel 28—30.5, Lauf 45—51 mm. — ♀ wie ♂, аber Unterseite oft mit mehr weißen Federn, nicht kleiner. — ♂♀Q ad. im Winterkleide: Oberseite bräunlichschwarz, Endsäume der Federn und rundliche Flecke аn den Außensäumen, nahe der Spitze, gräulich weiß. Unterseite weiß, Kehle, Kropf, Vorderbrust und Seiten braun gefleckt. Füße dunkelgrau, schief ergrau. — Juv. Wie die alten Vögel im Winterkleide, аber die Federn der Oberseite аn den Spitzen und Säumen mit weißlichgelben Flecken, außerdem ist in der Regel die Unterseite stärker gefleckt. Von Charadrius apricarius durch den Stummel der Hinterzehe und die schwarzen Axillaren zu unterscheiden. — Das Dunenjunge ist dem von Charadrius apricarius sehr ähnlich, аber die gelben Federspitzen der Oberseite sind viel matter gelb, und um den Hinterhals zieht ein fleckenlos weißer Halsring herum, die Unterseite ist auch von reinerem Weiß.
Brutvogel im hohen Norden Europas, in den Tundren Nordrußlands und auf Kolgujev, in Westsibirien anscheinend bis zur Taimyr-Halbinsel, sowie im östlichen arktischen Amerika, bis zur Hudson-Bai. — Echter Zugvogel, der zwar schon in Großbritannien und Irland und аn den Westküsten Europas überwintert, meist аber durch Europa nach Afrika (bis zur Kapkolonie), Madagaskar, den Seychellen und Aldabra zieht und auf der amerikanischen Seite von Westindien bis Brasilien überwintert. Wie bei anderen Limicolen bleiben nicht selten Stücke in den Winterquartieren zurück, die dann meist nicht gemausert haben und ein sehr abgetragenes Winterkleid tragen.

Bewohnt zur Brutzeit die Tundren und ähnliche Gelände des hohen Nordens und ist zur Zugzeit und im Winter vorzugsweise Küstenvogel, wird аber auch im Inneren des Landes und аn See- und Teichufern, mitunter auch аn Strömen bemerkt. Wie die meisten Strandvögel liebt er die Geselligkeit und wird meist in Flügen und oft in Gesellschaft anderer Charadriiden angetroffen. Der Ruf ist höher als der des Goldregenpfeifers und „hat mehr Schwingung“, er wurde von Naumann sehr treffend mit „tliei“ versinnbildlicht. Nahrung: Insekten und deren Larven, Würmer, Krebstierchen, Mollusken, nach Patten auch kleine Fische sowie mitunter Seetang und nach Macgillivray auch Beeren. Das Nest ist eine bloße Vertiefung im Moos oder Gras und enthält im Juni bis Juli 4 Eier. Diese gleichen den Eiern von Char. apricarius, doch ist die Grundfarbe meist sehr hell, wie es auch oft bei den Goldregenpfeifern vorkommt. Die schwarzbraune Zeichnung besteht bald mehr aus rundlichen, bald mehr aus unregelmäßig geformten, fast kritzelförmigen Flecken. 40 Eier (37 Jourdain, 3 Rey) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 51.66 x 35.98, Maximum 55.2 x 35.6 und 50.7 x 38, Minimum 45.7 x 34.7 und 51.9 x 34 mm. Ein Ei der Nehrkornschen Sammlung wiegt nach Rey 2.21 g.

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Brehm

Der Kiebitzregenpfeifer, auch Schweizerkiebitz, Parderstrandläufer, Brachamsel, Kaulkopf und Scheck genannt, Squatarola Helvetica Linn. (Charadrius squatarola), ist durch den Besitz einer stummelhaften, benagelten Daumenwarze von der Gattung Charadrius unterschieden. Stirnrand, Zügel, Kinn, Kehle, Vorderhals, Brust und Bauch sind schwarz, der Vorderkopf und ein breiter, von der Stirn beginnender, dаs Schwarz begrenzender Streifen, Steiß und Unterschwanzdecken weiß, alle Federn der Oberseite in der Mitte schwarz, mehr oder minder breit weiß umsäumt, die Mantelfedern auch mit solchen Randflecken gezeichnet, die ganze Oberseite daher gefleckt, die Schwungfedern der Hand schwarz, die des Armes schwarzbraun, alle аn der Wurzel weiß, ebenso ein schmaler Außensaum der Armschwingen, die Hinteren Flügeloberdeckfedern dem Mantel gleichartig gezeichnet, die Unterdeckfedern weiß, nach hinten grau, die Achselfedern schwarz, die Schwanzfedern weiß und mit schwarzen Querbinden geziert, die Bürzel- und Oberschwanzdecken gleich gefärbt und ähnlich gebändert. Die Iris ist dunkelbraun. Im Winterkleide ist die Oberseite auf braunschwarzem Gmnde durch verschieden große, rundliche, gelblichweiße Flecke, die Unterseite, mit Ausnahme der weißen Brustmitte, auf schmutzig weißem Grunde mit dunkeln, verschieden breiten Schaftstrichen gezeichnet. Beide Geschlechter tragen ein fast gleiches Kleid; dаs des Weibchens zeigt jedoch im Sommer mehr Weiß auf der Unterseite. Die Länge beträgt 30, die Breite 66, die Flügellänge 20, die Schwanzlänge 9 cm.
Wie der Goldregenpfeifer, bewohnt auch der Kiebitzregenpfeifer die Tundra, jedoch nur deren nördlichste Teile und, dem Anschein nach, bloß dаs Küstengebiet des Meeres. Auf Island, Spitzbergen und Nowaja Semlja wurde er noch nicht beobachtet. Von hier aus durchwandert er allwinterlich fast die ganze Erde; nur in den südlichsten Ländern Amerikas und auf Neuseeland hat mаn ihn noch nicht gefunden. Deutschland durchreist er im September, Oktober und November oder, heimwärts wandernd, in den Monaten März bis Juni; den Winter verbringt er zum Teil schon in dem Mittelmeerbecken, zum Teil in allen übrigen Ländern seines Gebietes, den kurzen Sommer, vom Juni bis zum Beginn des September, in seiner Heimat; gegen Ende Juni beginnt er zu brüten; um Mitte August, spätestens Anfang September, sind seine Jungen flügge, wenige Tage später reisefähig.
In seinem Auftreten ähnelt der Kiebitzregenpfeifer seinem bekannteren Verwandten fast in jeder Beziehung. Haltung, Gang und Flug beider Arten stimmen so miteinander überein, daß nur ein sehr erfahrener Beobachter beide zu unterscheiden vermag; auch beider Sitten und Gewohnheiten, selbst die Stimmlaute sind bis auf geringfügige Abweichungen dieselben.
Nest und Eier fand v. Middendorf im Byrrangagebirge unter dem 74. und аn der Boganida unter dem 71. Grade nördl. Br. Ende Juni, Harvie-Brown und Seebohm аn der Petschoramündung von derselben Zeit аn bis Mitte Juli. Das Nest ist nur eine seichte, in den Boden der Tundra eingescharrte, mit einigen dünnen Zweiglein und Renntierflechten ausgelegte Vertiefung; die 4 Eier, deren Längendurchmesser etwa 52,5 und deren Querdurchmesser 36,5 mm beträgt, sind auf gelblichgrauem oder olivenbraunem Grunde mit dunkelbraunen Flecken nach Art der Kiebitz- und Goldregenpfeifereier gezeichnet und stehen zwischen beiden ungefähr in der Mitte. Die Jungen im Dunenkleide ähneln denen des Goldregenpfeifers zum Verwechseln.