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Bezzel
Tringa stagnatilis (Bechstein 1803) – Teichwasserläufer
Status in ME. Als Brutvogel ausgestorben; sehr seltener bis seltener Durchzügler.
Kennzeichen. Etwa starengroß; wirkt sehr zierlich mit langen, dünnen Beinen und sehr feinem, fast 2 x kopflangem geradem Schnabel. Brutkleid: Oberkopf, Halsoberseite und Vorderrücken kräftig dunkel gestreift; Oberseite dunkelbraun mit hellgraubraunen Federsäumen, wirkt ± gefleckt; Unterseite weiß, mind. Wangen und Halsseiten, oft Halsunterseite und Vorderbrust dunkel gefleckt bzw. gestrichelt, Flanken gefleckt oder ± quergebändert. Ruhekleid: Oberseite hellgraubraun mit hellen Federsäumen, nur Oberkopf/ und Halsoberseite gestrichelt; Stirn, Halsseiten und ganze Unterseite ± reinweiß. Juv. Unterseite reinweiß wie Ruhekleid, doch oberseits bräunlicher und lebhafter gezeichnet. Im Flug weißer Rückenkeil, Handflügel dunkler als Armflügel und Rücken; weißer Schwanz fein dunkel quergebändert. • Schnabel schwärzlich, Basis ± grünlich; Füße schmutzig oliv- bis gelblichgrün; Iris dunkelbraun.
Verbreitung. Br. von der Ukraine bis E-Asien; Grenzen und bes. Areal im E z. T. unbekannt, größtenteils Waldsteppen-, Steppen- und Wüstenzone. Im W früher bis ins Karpatenbecken und Br. im E-Mitteleuropas. Heute im S und E Mitteleuropas ± r. einzelner Gast (z. B. Bodensee und Bay. fast alljährlich, z. B. CH 1934/74 75 x, A 1932/74 73 x), im N und W ur. (z. B. Nrh. 1955/76 13 x; NL bis 1982 63 Ind.; Meckl. bis 1975 16, Bra. bis ca. 1980 9 Nachweise). Die meisten Daten Ende März/Anfang Juni bzw. Anf. Juli/Anf. Okt.
PL: Brutverdacht 19. Jh.? • CS: vielleicht Br. bis ca. 1910 E-Slowakei. A: Br. 1914. • H: letzte Brutnachweise bis 1958; Brutverdacht 1959. • YU: vielleicht Br. 1961 R: Brutnachweise Dobrudscha 1961, 1964. • SF: Br. 1978, 1983. – 8.: bis 1982 27 Ind OK: bis 1976 4 x. – GB: bis 1983 45 Ind. E.: neuerdings fast jährlich.
Wanderungen. Überwiegend Langstreckenzieher; Winterquartier SE-Mittelmeer und S-Vorderasien, vor allem Afrika S Sahara bis Kapland, Vorder- und Hinterindien, Insulinde, Australien. Br. im W des Areals ziehen wohl in breiter Front SW/SSW. Da in W-Afrika r. Winterg. wohl diagonale Saharaüberquerung zu vermuten. Wegzug von den Brutplätzen ab Ende Juli/Anfang Aug. bis Anfang Sept. Hauptdz. in Gebieten zwischen Brut- und Winterquartier Aug./Mitte Sept.; Okt.-daten in Dz.- Gebieten nicht häufig S der Sahara wohl Haupteinflug Sept./Okt. Abzug aus dem Winterquartier ab März, Höhepunkt des Heimzuges April/Mai; Ankunft am Brutplatz ab Mai. Übersom- merer im Winterquartier und auch aus Dz.-gebieten ± r. in kleiner Zahl.
Biotop. Br. offener Steppengebiete mit nicht zu hoher Vegetation bei Vorhandensein flacher Wasserstellen. Auf dem Zug bes. аn seichten Binnengewässern, auch аn Restpfützen abgelassener Fischteiche. An der Küste im Brandungsbereich kaum, höchstens аn binnenwärts gelegenen Seichtwasserstellen.
Nahrung. Kleine Crustaceen, Mollusken, Wasserinsekten; Landinsekten offenbar nur gelegentlich.
Stimme. Rufe ziemlich s., z. B. kurz und einzeln »tsiui«, auch »kjük« (bei Gefahr). Rufreihen z. B. »tü tü tü tü …« o. ä.
Verhalten. Nahrungserwerb vorzugsweise im Seichtwasser; bei Nahrungssuche oft großer Individualabstand oder einzeln, doch im Winterquartier oft große Trupps; Anschluß аn größere Li- mikolen (z. B. Grünschenkel) oder kleinere Reiher.
Fortpflanzung. Geschlechtsreife 1. oder 2. Lebensjahr. Nest auf Boden; mitunter in lockeren Kolonien brütend, nahe dem Wasser oder auf feuchtem Untergrund. Gelege 4 Eier; Zusammenlegen von 2 9 bis 7 Eier. Legebeginn Mai, weiter im NE auch Juni. 1 Jahresbrut.
Alter. Ältester Ringvogel 7 Jahre.
Mauser. Jugendmauser (Teilmauser) ab Mitte Aug./Anfang Sept, und z. T. beendet Okt., doch oft noch Mauser der äußersten HS Febr./März. • Brutmauser (Vollmauser) Kleingefieder oft ab Mitte Juli und äußere HS; Mauserunterbrechung während des Zuges, oft аber vor Ankunft in den Tropen ± beendet; unvollständige Schwingenmauser wird etwa bis Jan. abgeschlossen. Ruhemauser (Teilmauser) Jan./Mai; ab Mitte März die ersten im vollen Brutkieid.
Literatur (4).
Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe
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Niethammer/Boxberger
Tringa stagnatilis (Bechstein.) — Teichwasserläufer.
Totanus stagnatilis Bechst., Naumann IX., 8. 96; Reichenow 8. 58.
Beschreibung. ♂ und ♀ ad. im Brutkleid: Oberseite rötlich graubraun, Stirn fast weiß mit dunklen Fleckchen. Oberkopf und Hinterhals sind ebenfalls heller als der Rücken. Dieser zeichnet sich durch unregelmäßige schwarzbraune Flecken auf den Federmitten aus, die im stark abgetragenen Sommergefieder die Farbe beherrschen. Den Schultern kommt mehr eine Querfleckung zu. Hinterrücken und Bürzel weiß, ebenso die Oberschwanzdecken, die аber am Ende spärlich schwarzbraun gebändert sind. Schwanzfedern weiß, Außensäume dunkel marmoriert, die mittleren mit schwarzbraunen pfeilspitzigen Bändern, zwischen denen undeutliche dunkelgraue Bändchen liegen. Handschwingen bräunlichschwarz, Schaft der ersten weiß. Innenfahnen bräunlicher, nach der Wurzel zu weißlich mit braungrauer Fleckung am Saum. Armschwingen grau, fein weiß gesäumt. Die inneren, wie der Rücken, schwarz quergebändert. Flügeldecken wie der Rücken, аber undeutlicher gefleckt; die großen mit weißem Endsaum; Handdecken matt schwarz; Unterflügeldecken weiß. Unterseite weiß; Vorderhals, Kropf und Brustseiten auf gräulichweißem bis gelblichbraunem Grund dunkel längsfleckig; auf den Weichen nehmen diese Flecke deutlich den Charakter von Pfeilflecken an. Unterschwanzdecken mehr oder weniger dunkel längsgefleckt. — Schnabel schwärzlich, wurzelwärts grünlich braun; die sehr langen Beine schmutzig oliv bis gelblichgrau; Iris dunkelbraun. — Ruhekleid: Stirn weiß, fein dunkel gefleckt, Oberkopf graubraun mit weißen Endsäumen und (nicht auf allen Federn) dunklen Mittelflecken. Übrige Oberseite bräunlichgrau mit dunklen Federmitten und feinen weißen Endsäumen. Schwanz ähnlich wie im Sommer, jedoch ohne braune Beimischung, verwaschener. Flügeldecken und innere Armschwingen wie der Rücken (nicht quergebändert). Halsseiten weiß mit kleinen dunklen Flecken, die ganze Unterseite sonst weiß. — Jugendkleid: ähnlich dem Ruhekleid, аber oben anstatt grau dunkelbraun (auf dem Rücken nahezu braunschwarz) mit blaß rostfarbenen bis weißlichbraunen Kanten. Unterseite ganz weiß. — Mauser: Jugendmauser (Teilmauser) August bis Februar; Ruhemauser (Teilmauser) Januar bis Mai; Brutmauser (Vollmauser) August bis Dezember. — Maße: Flügel ♂ 132—139, ♀ 133,5—143 mm; Schnabel ♂ 37—40, ♀ 40—45 mm; Lauf 47 bis 52 mm (Witherby). Gewicht etwa 80 g.
Feldornithologische Kennzeichen. Kaum drosselgroß; sehr zierlich, Schnabel dünn, länger als Kopf; Beine sehr lang, beim Flug weit über den Schwanz hinausragend. Bürzel und Hinterrücken weiß, Schwanz im Gegensatz zum Bruchwasserläufer nur wenig gezeichnet und nie ausgesprochen quergebändert. Im Brutkleid oben unregelmäßig gefleckt. Unten nur im Ruhekleid und Jugendkleid ganz weiß; dаs erstere oben grau, dаs letztere schwarzbräunlich. Wenig gesellig, am ehesten mit Artgenossen. — Stimme: melodisch, ähnlich Grünschenkel, аber schwächlicher und dünner, etwa „djidjidjidji“.
Allgemeine Verbreitung. In Europa beschränkt sich dаs Brutgebiet auf Ungarn, Rumänien, Beßarabien und die Steppen im Südosten Rußlands und reicht nach Norden bis etwa zur Linie Orel, Tula, Rjasan, Kasan, Perm. Durch Asien verläuft die Nordgrenze in etwa gleichbleibender Breite (bis zu 55°30′ in Westsibirien); dаs Brutgebiet erstreckt sich hier vom Kaspischen Meer über Turkestan durch dаs südliche Sibirien bis zum Jenissei. Hier wird es unterbrochen und beginnt erst wieder am Baikal und Wiljui, von wo es sich ostwärts über Transbaikalien hinzieht. — Früher war der Teichwasserläufer auch in Ungarn regelmäßiger Brutvogel, doch nistet er heute hier nur noch ausnahmsweise: Urbö-Puszta; Rüpök-Ladany im Kom. Hajdu (Schenk briefl.).
Vorkommen in Deutschland. Nur einmal als Brutvogel festgestellt; am 25. Mai 1914 fand M. V. Wenner аn der Grundlacke am Neusiedlersee (auf jetzt reichsdeutschem Boden) ein Gelege zu 4 Eiern, dаs in den Besitz von Major Congreve gelangte und von Schenk nachbestimmt wurde (Aquila 1931/34, S. 411). Später wurde der Teichwasserläufer hier noch einige Male beobachtet, ohne daß Gelege gefunden werden konnten [Mai 1925 und Mai 1932 von Steinparz (mdl.), Mai 1940 und Mai 1941 von Zimmermann (mdl.)].
Als Durchzügler zwischen Anfang April (6. April 1872 im Elsaß) und Ende September (Hesse 1919) als vereinzelte Erscheinung für alle Teile Süd- und Mitteldeutschlands festgestellt, zumeist im Mai. In den nördlichen Teilen des Reiches sind dagegen nur sehr wenige Nachweise erfolgt (je einer Mecklenburg, Mark, Helgoland, Danzig, 5 Ostpreußen). Die Angabe Naumanns, sein Bruder habe am 26. Juni 1835 in einem Bruche bei Micheln (in Anhalt) 2 Junge beobachtet, die ihrem Entwicklungszustand nach dort erbrütet waren (eines erlegt, am 11. Juli ein weiteres), erscheint daher fragwürdig (wahrscheinlich waren es zugewanderte Tiere).
Wanderungen. Zugvogel, der, wenn überhaupt, dann nur vereinzelt im Mittelmeergebiet und fast ausschließlich (in Südasien, dem Malayischen Archipel, Australien und) im tropischen und südlichen Afrika, besonders in der Osthälfte (von Ägypten bis zum Kapland) überwintert. Hier sind bereits im August viele zu finden, die nicht gebrütet haben dürften, und noch Ende Mai dort gebliebene führen wohl ebenfalls keine normale Wanderung mehr aus. Auf dem Zuge bevorzugt die Art Binnengewässer vor den Küsten; infolgedessen kаnn allgemein südliche Zugrichtung angenommen werden. In den europäischen Mittelmeerländern erfolgt der Durchzug von April bis Juni, er ist dann meist stärker als im Herbst (September). Die Nachweise außerhalb des normalen Durchzugsgebietes fallen fast nur in diese Monate (daneben Sommerfunde): in Belgien 3, Großbritannien 6, Finnland 1 (Juni 1913), ausnahmsweise in der Schweiz, häufiger in Frankreich nachgewiesen.
Biotop. Im Brutgebiet ist der Teichwasserläufer аn Steppen gebunden, wo dаs Nest nahe feuchten Bodensenken angelegt wird. Die bei uns auftretenden Vögel halten sich stets аn schlammigen Teichrändern und ähnlichen Orten auf.
Fortpflanzung. Hartert, Vögel der paläarktischen Fauna II, S. 1614; Jourdain, in: A Practical Handbook of British Birds, Vol. II, part. 2, 8. 635.
Nahrung. Nach Naumann „Wasserinsekten und im Wasser lebende Insektenlarven, kleine Wasseischneckchen und Käferchen“.
Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag
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Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
1942. Tringa stagnatilis (Bechst.).
Teichwasserläufer.
Totanus stagnatilis Bechstein, Orn. Taschenb. II, p. 292 (1803— Deutschland).
Trynga Guinetta Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. II, p. 195 (1827— ,,In aquosis Rossiae et Sibiriae citerioris apricis“).
Limosa Horsfieldii Sykes, Proc. Committee Zool. Soc. London, Part II, p. 163 (1833— „Dukhun“).
Totanus Lathamii Gray & Hardwicke, 111. Ind. Zool. II, Taf. 51, Big. 3 (1834— Cawnpore, Indien. Figura pessimal).
Totanus gracilis Brehm, Vogelfang, p. 313 (1855— Nordostafrika und Westasien).
lliornis stagnatilis addenda Mathews, Austr. Av. Rec. II, p. 126 (1914— Benennung des vom Autor in B. Austral. III, p. 200, Taf. 149 beschriebenen und abgebildeten Vogels aus Nordaustralien. Unterschiede nicht angegeben!).
Engl.: Marsh-Sandpiper. — Ital.: Albastrello.
Abbild.: Dresser, B. Europe VIII, Taf. 566; „Neuer Naumann“, IX, Taf. 5, 6.
♂♀ im Brutgefieder: Oberseite graubraun mit leichtem rötlichen Anflug, jede Feder mit schwarzem Flecke und einige mit ebensolchen Querbinden, Oberkopf etwas heller, Hinterhals weißlicher. Hinterrücken und Bürzel weiß, Oberschwanzdecken weiß und schwarz gebändert. Handschwingen bräunlichschwarz, Schaft der ersten weiß, Innensäume nach der Wurzel zu weißlich, dunkelbraun getüpfelt; Armschwingen graubraun, Innensäume wie bei den Handschwingen, Außen- und Spitzensäume schmal weiß, die inneren verlängerten wie der Rücken, beide Fahnen schwarz quergebändert. Steuerfedern weiß, Außensäume dunkelbraun gefleckt und marmoriert, die mittleren bräunlich verwaschen und mit schwarzen Querstreifen. Oberflügeldecken schwarzbraun, Handdecken schwarz. Unterseite weiß, Vorderhals, Kropf und Brustseiten mit schwarzen, rundlichen oder länglichen Flecken, lange Weichenfedern mit einigen schwarzen pfeilförmigen oder querverlaufenden schwarzen Zeichnungen. Bald nur wenige, bald alle Unterschwanzdecken mit schwarzen Schaftsstrichen. Unterflügeldecken weiß, Unterhanddecken grau mit weißen Rändern. Iris dunkelbraun. Schnabel schwarz. Füße blaß gelblich olivengrün. Flügel 135—147, Schwanz 60—63, Lauf 53—60, Schnabel sehr dünn 40—43 mm. ♀ weisen аn Flügel, Schwanz und Schnabel meist die größten Maße auf. — Durch die Abnutzung der Federränder treten im Sommer die schwarzen Federmitten mehr hervor und erscheinen dadurch größer, die ganze Oberseite sieht daher mehr schwarz aus. — Winterkleid: Oberseite graubraun, Schäfte schwärzlich, Federsäume fein weiß, Oberkopf mit schwarzbraunen Federmitten, Hinterhals und Nacken mit submarginalen schwärzlichen Halbmonden oder Flecken. Halsseiten weiß mit kleinen schwärzlichen Flecken. Ganze Unterseite weiß. Flügel und Schwanz wie im Sommer. Völlige Mauser August bis Dezember, partielle Januar bis Mai, die sich auch auf die inneren Armschwingen ausdehnt. — Juv.: Oberseite dunkelbraun, Oberkopf mit bräunlichweißen Federkanten, Hinterhals mehr weißlichgrau mit dunkelbraunen Streifen, Rücken, Schulterfittiche und innerste verlängerte Armschwingen dunkelbraun (fast schwarz) mit blaß rostfarbenen und bräunlichweißen Kanten, die аn den längeren Federn mehr und mehr gezackt werden. Ganze Unterseite weiß.
Brütet in Südosteuropa — in geringer Anzahl in Ungarn und Rumänien, in Südrußland, in Beßarabien und den Regierungsbezirken Cherson, Kijew, Drei, Tula, Rjasan, Kasan, Ufa und Perm — und im mittleren Asien, nämlich in Westsibirien (nördlich bis 55 1/2° nördlicher Breite in der Baraba-Steppe), in Turkestan, in Ostsibirien nach Buturlin nördlich bis etwa zum 56.° im Olekma-Stromgebiete. — Überwintert in Afrika südlich bis zur Kapkolonie, in Mesopotamien, Persien, Indien bis Ceylon, Südostasien und auf den Sunda-Inseln, Molukken usw., südlich bis Australien. — Nistet angeblich auch in Südostfrankreich und in den Atlasländern, аber beide Angaben bedürfen der Bestätigung; auf dem Zuge in Algerien von März bis Mai. Ist in verschiedenen Teilen Deutschlands, nördlich bis Ostpreußen und Helgoland, sowie in allen anderen südlich davon gelegenen Ländern Europas, sogar etwa 6 Male in England vorgekommen.
Dieser schlankeste und zierlichste aller Wasserläufer lebt аn den Ufern von Seen, Teichen, Sümpfen, auf sumpfigem Gelände und kurzgrasigen nassen Wiesen, weniger am Ufer von Strömen. Der Lockruf ist ein häufig gehörtes, dem von T. nebularia ähnliches, аber viel schwächeres und höheres Tja tja, die Paarungsrufe sollen auch ähnlich sein. Das Nest findet mаn in der Steppe, meist in der Nähe von Seen, Teichen oder Sümpfen. Es ist eine seichte, nur dürftig ausgelegte Vertiefung, die im Mai und Juni normal 4 Eier enthält. Ihre Grundfarbe ist trüb oder blaß ockergelblich, seltener rötlich- oder grünlichgelb; die Zeichnung besteht aus groben, scharf umgrenzten sehr dunkelbraunen Flecken und einigen mattgrauen Schalenflecken. Das mittlere Gewicht ist nach Rey 0.737 g. 34 Eier (17 Jourdain, 10 Dybowski, 7 Rey) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 38.54 x 27, Maximum 41 x 26 und 40.6 x 28.3, Minimum 35.2 x 26.5 und 38.5 X 25.7 mm.
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Brehm
Der Südeuropa und Mittelasien entstammende, zuweilen auch in Deutschland, häufiger in Österreich-Ungarn vorkommende Teichwasserläufer, Totanus stagnatilis Bechst., ist nur 23 cm lang; die Breite beträgt 45, die Flügellänge 14, die Schwanzlänge 4 cm. Das Gefieder der Oberseite ist bräunlichgrau, durch schwarze Längs- und Pfeilflecke, die sich auf den Schultern verbreitern, sowie durch graue Federränder gezeichnet, dаs des Unterrückens und Bürzels sowie der ganzen Unterseite weiß, hier am Vorderhalse, dem Kropfe und auf den Seiten mit rundlichen Flecken getüpfelt; die Schwungfedern sind dunkelbraun, die blasseren des Armes außen weiß gesäumt, die Armschwungfedern wie die Schulterfedern bräunlichgrau und schwarz quergebändert, die mittleren Schwanzfedern ebenso, die übrigen weiß, innen durch schwarze, nach außen hin sich verlierende Querstreifen, außen durch Querflecke geziert, die Unterteile rein weiß. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel schwarz, der Fuß grünlich. Das Herbstkleid ist auf der hellgrauen Oberseite durch lichte Federränder, auf der weißen Unterseite аn den angegebenen Stellen durch kleine braune Fleckchen gezeichnet.