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Calidris falcinellus

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1930. Limicola falcinellus falcinellus (Pont.)

Scolopax Falcinellus Pontoppidan, Danske Atlas I, p. 623 (1763— Dänemark); Brünnich Orn. Bor., p. 49 (1764— Seeland).

Numenius pygmaeus (non Latham 1787!) Bechstein, Orn. Taschenbuch II, p. 277 (1802— Partim!)

Numenius pusillus Bechstein, Gemeinn. Naturg. Deutschl. IV, p. 152 (1809— Ost- und Nordsee, Mitteldeutschland).

Tringa platyrincha (corr. platyrhyncha) Temminck, Man. d’Orn., p. 398 (1815— „Les marais du nord de l’Europe et de l’Amerique“. Zitate teilweise!)

Tringa eloroides Vieillot, Nouv. Dict. d’Hist. Nat. XXXIV, p. 463 (1819— Partim! „England und Frankreich“, die sich auf englische Stücke beziehenden Zitate аber falsch!)

Pelidna megarhynchos Brehm, Vogelfang, p. 317 (Anm. (1855— „Afrika“. Typus erhalten).

Limicola Hartlaubi Verreaux, Vinson’s Voy. Madagascar, Annexe B, p. 5 (1865— Beschr. eines angeblich aus Madagascar stammenden Stückes in der Lafresnayeschen Sammlung).

Limicola pygmaea media, ? americana, L. recuroirostra A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 13 (1866— Nomina nuda!)

Engl.: Broad-billed Sandpiper. — Schwed.: Myrsnäppa.

Abbild.: Dresser, B. Europe VIII, Taf. 545; Eggs B. Europe Taf. 82.

♂♀ ad. im Sommerkleide: Stirnseiten und kurzer Superciliarstreif weißlich, Mitte von Stirn und Oberkopf tief braunschwarz, аn den Seiten des letzteren je ein schmaler bräunlichweißer Streif. Hinterhals mattschwarz mit bräunlichen Federrändern. Rücken und Schulterfittiche schwarz mit rostfarbenen Federsäumen, die Außensäume аn den Schulterfittichen und je einer Reihe der äußeren Rückenfedern weißlich. Handschwingen braun, Außenfahnen dunkler, Spitzen schwarz, Schaft der 1. ausgebildeten weiß, der übrigen braun, vor der Spitze weiß. Armschwingen graubraun, Wurzel, Innenfahne und feiner Spitzensaum weißlich, innerste verlängerte wie Rücken. Steuerfedern bräunlichgrau, Wurzel, Schaft und feiner Saum weiß. Unterseite weiß, mitunter mit rahmfarbenem Anflug, Vorderhals, mit Ausnahme der oberen Kehle, Kropf und Seiten mit rostbräunlichem Anflug und dichten dunkelbraunen Längsflecken. Axillaren weiß. Iris dunkelbraun. Schnabel graurötlich braun, nach der Spitze zu in Schwarz übergehend. Füße dunkel graugrün, oft fast schwarz. Flügel 105—110, Schwanz 38—40, Lauf 31 bis 33.6, Schnabel 29—33.5 mm, die ♀ in der Regel die größeren Exemplare. — Winterkleid: Oberseite bräunlichgrau mit schwarzbraunen Federmitten, Bürzel und Oberschwanzdecken bräunlichschwarz mit schmalen rostfarbenen Säumen. Unterseite weiß, untere Kehle und Kropf mit braunen Längsflecken und grauem Anflug. — Juv. Oberseite wie bei den alten Vögeln im Sommerkleide, Vorderhals und Kropfgegend аber viel schwächer gefleckt, mit röstlichgrauem Anflug und länglicheren schwärzlichbraunen Flecken. — Dunenjunges: Stirn und Kopfseiten von vorn betrachtet hellgrau mit fünf nach hinten zu laufenden bräunlichschwarzen Streifen, einem in der Mitte der Stirn und je zwei аn den Seiten, über und unter dem Schnabelspalt; Oberkopf dunkel rotbraun, in der Mitte mit gräulichweißem Punktstreifen; übrige

Oberseite nebst Flügelstummeln, Schenkeln und Schwanz schwarz und rotbraun und mit grauweißen Punkten bedeckt. Unterseite gräulichweiß, Kehle und Kropf mit rostgelblichem Anflug.
Brütet in Norwegen südlich bis zum Dovrefjeld und in Schweden mitunter bis Jemtland, Vestergötland und Öland, in Lappland, Finnland und Nordrußland und soll sogar am Ileko, Nebenfluß des Ural, und im Turgaibezirke nisten. In Westsibirien wahrscheinlich bis zum Jenissei, oder noch weiter östlich, da nach Buturlin auf dem Zuge erbeutete Stücke von Krasnojarsk und aus der Westmongolei noch zur westlichen Form gehören. — Auf dem Zuge bis zum Mittelmeer, Suez, dem Persischen Meerbusen und Indien (Sindh, Indus-Mündungen, Pegu, Irawaddy) vereinzelt bis Tenasserim, Mergui, Singapore. In der Brehmschen Sammlung ein angeblich vom Senegal stammendes Stück.

Nistet im Innern des Landes, auf hochgelegenen Mooren, Sümpfen und Wiesenland, hält sich аber auf dem Zuge und im Winter auch vorzugsweise am Meeresstrande auf und wird auch in Gesellschaft von Erolien u. a. angetroffen, soll sich auch mitunter „drücken“, wenn ihm Gefahr zu drohen scheint. Die selten gehörte Stimme klingt trillernd wie tirrr, auch soll er am Brutplatze Flugspiele ausführen und dabei Töne wie tu-wuh von sich geben. Das Nest ist etwas besser ausgefüttert als dаs der meisten Erolien. Die 4 Eier findet mаn von Mitte Juni bis in den Juli. Sie variieren in Form und Färbung, sind аber meistens langgestreckt und mäßig spitz. Die Schale ist glatt und etwas glänzend. Die Grundfarbe ist meist hellbraun bis hell olivenbraun und mit dunkelbraunen bis rotbraunen kleinen Klecksen, Spritzern und Wölkchen über und über dicht bedeckt. Nicht selten ist die Grundfarbe gelblichweiß oder graugelblich und die Flecke dunkel rotbraun und größer, mitunter auch weniger zahlreich und mehr von der Grundfarbe freilassend. Durchschnittliches Gewicht nach Rey 0.377 g. 100 Eier (65 Jourdain, 35 Rey) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 32.08 x 22.81, Maximum 35.2 x 23.2 und 31.8 — 24.8, Minimum 28.7 — 22.7 und 32.5 — 21 mm.

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Brehm

Der Sumpfläufer oder Schnepfenstrandläufer, Limicola platyrhyncha Temm., ist auf dem Oberkopfe schwarzbraun, durch zwei rostgelbe Längsstreifen gezeichnet, auf dem Mantel, mit Ausnahme der rostgelben Federränder, schwarz, auf dem Oberflügel аber aschgrau, am Unterhalse, dem Kropfe und den Brustseiten rostgelblich, graubraun gefleckt und durch die weißlichen Spitzenkanten der Federn gezeichnet, unten weiß; vor dem Auge steht ein brauner, über ihm verläuft ein weißer Streifen. Die Iris ist braun, der Schnabel аn der Wurzel rötlichgrau, аn der Spitze schwärzlich, der Fuß dunkel grünlichgrau. Im Herbstkleide färbt sich dаs Gefieder der Oberseite in ein tiefaschgraues um; eine Zeichnung wird durch die dunkleren Schäfte und helleren Kanten bewirkt. Die Länge beträgt 34, die Breite 16, die Flügellänge 11, die Schwanzlänge 4 cm.
In Europa scheint der Sumpfläufer seltener zu sein als in Asien und Amerika. Er bewohnt den Norden und wandert bis in die Breite von Bengalen nach Süden hinab. In Griechenland erscheint er in manchen Jahren häufig, während er in anderen Jahren gänzlich fehlt. Schlammige, seichte Uferstellen stehender Gewässer, besonders freie Wasserränder beherbergen ihn. Hier treibt er sich still umher, trippelt mit kleinen Schrittchen auf kurze Strecken mit vielen Unterbrechungen dahin, fliegt rasch und flüchtig, meist dicht über dem Wasser fort, und kehrt gern zu dem Orte zurück, von dem er aufflog. Naumann nennt ihn einen trägen Vogel, von der Mühle hingegen versichert, daß er ebenso behende und munter sei wie andere Strandläufer auch. Über sein Wesen sind wir noch nicht genügend unterrichtet. Abweichend von seinen Familienverwandten meidet er die Gesellschaft fremdartiger Strandvögel und bekümmert sich da, wo er sich gerade aufhält, wenig um andere Geschöpfe, läßt deshalb auch den Menschen nahe аn sich herankommen, ehe er auffliegt, oder drückt sich wohl nach Schnepfenart platt auf den Boden nieder, bis der sich nahende Beobachter ihn zum Auffliegen zwingt. Dann erhebt er sich, durchmißt fliegend eine kurze Strecke und läßt sich bald wieder auf den Boden herab. Die Stimme ist ein trillerndes „Tirr“, der anderer Strandläufer ähnlich. Kleine Insekten, deren Larven, Gewürm und andere Wassertierchen bilden seine Nahrung; welche Arten er bevorzugt, ist nicht bekannt.
Soviel mаn weiß, brütet der Sumpfläufer nur in der Tundra und stets im Wassermoos der Moräste. Das Nest ist tiefer und sorgfältiger ausgelegt als dаs anderer Strandläuferarten. Die 4 Eier, deren Längsdurchmesser 32,2 und deren Querdurchmesser 23,5 mm beträgt, sind länglich birnförmig und auf trübe olivengelbem Grunde dicht graubraun punktiert, getüpfelt und zwischendurch klein gefleckt, die einen dichter und dunkler als andere. Das Weibchen brütet so eifrig, daß es erst auffliegt, wenn mаn bis in unmittelbare Nähe des Nestes gelangt ist.
Die Jagd verursacht nicht die geringste Mühe, und ebenso leicht führt in der Regel eine geschickt gelegte Schlinge zum Ziele. Gefangene ergeben sich geduldig in ihr Schicksal, benehmen sich vom Anfänge аn ruhig und gewöhnen sich bald аn geeignetes Stubenfutter.