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Bezzel
Limicola falcinellus (Pont.) – Sumpfläufer
2 Subspezies; Mitteleuropa L.f. falcinellus (Pont.)
Status in ME. Sehr seltener bis seltener Durchzügler mit Schwerpunkt im E (8).
Kennzeichen. Größe knapp Alpenstrandläufer; kurzbeiniger; längerer und dickerer Schnabel аn der Spitze leicht nach unten gekrümmt; ähnelt in der Rückenzeichnung z. T. Zwergschnepfe oder Zwergstrandläufer. Brutkleid: Oberseite schwarzbraun; helle Schulterfederränder und daher 2 gelbliche V-Streifen (im abgenutzten Brutkleid kaum zu sehen); Oberkopf mit dunklem Mittelstreifen und einem durch dünne helle Linie getrennten kräftigen schwarzen, nach vorne vor der Schnabelbasis endenden Seitenstreifen; heller Überaugenstreif, der sich аn der Schnabelbasis bzw vor dem Auge mit dem hellen Kopfstreifen trifft, so daß ein ± deutlicher V-förmiger weißer Überaugenstreif entsteht; Kopfseiten dunkel gefleckt; Unterseite weiß, Kinn, Hals und Brust sowie Flanken kräftig gefleckt, аn den hinteren Flanken ± Pfeilspitzenflecke. Im Flug sehr schwach oder kaum sichtbare helle Flügelbinde; Schwanz und Bürzelzeichnung ähnlich Alpenstrandläufer mit schwarzer Mitte und weißen Seiten, Kontraste jedoch schärfer. Ruhekleid. Viel heller, Oberseite graubraun, Flügel etwas dunkler; Fleckung аn Hals und Brust reduziert; am Flügelbug dunkel ähnlich Sanderling (doch oft verdeckt); Kopf heller als Brutkleid, doch V-förmige helle Überaugenzeichnung (oft) deutlich. Juv.: Ähnlich Brutkleid; auf der Oberseite helle Federränder (V-Zeichnung), oft Hals und Brust leicht roströtlich überhaucht. • Schnabel bräunlichschwarz mit hellerer Unterschnabelbasis; Füße dunkelgrau bis schwärzlichgrün; Iris dunkelbraun.
Verbreitung und Bestand. Br. Mittel- N., N-Fennoskandien bis ca. Kaninhalbinsel; einzelne im Detail noch unbekannte Brutgebiete im N Mittel- und E-Sibiriens.
N: ca. 180 (1979). • S.: ca. 5000 (ca. 1975). In Mitteleuropa r. аber sehr spärlicher Dz., im E (Ostseeküste, Steppengebiete H), im Frühjahrs., im Herbst häufiger; sonst überall nachgewiesen, doch s. und z. T. nur in wenigen Nachweisen einzelne (z. B Bay. 1900/50 in 6, 1950/60 in 4, 1960/77 in 16 Jahren; Nds. 1900/75 mind. 45 Daten; Rhld. nur 1 x; Westf. 1950/77 in 9 Jahren, NL bis 1982 47 Ind.).
Wanderungen. Langstreckenzieher Winterquartier Küsten Rotes Meer, Persischer Golf, E-Afrika bis Kenia (auch Binnenseen) sowie Vorderindien, Sri Lanka, Hinterindien, SE-Asien, Australien. Breitfrontzug über Land S/SE durch Europa; W der Linie W Ostsee-I (z. B. E./P bis 1974 nur 4 x; jedoch GB bis 1983 79 Ind.) nur schwacher Dz., doch vielleicht r (z. B. 4 Aug. in S. beringte Aug./Nov. DK, N-D, P und Febr. F), auch r. Beobachtungen Camargue. SF Wegzug Anfang Juli/Aug., späteste Daten Fennoskandien Anfang Okt.; Mitteleuropa ad. ab Anfang Juli, juv. ab Mitte Aug., Höhepunkt des Dz. bis Anfang Sept.; Mitte Sept./10. Okt. Nachzügler (letzte Einzeldaten bis Ende Okt ). Heimzug Mittelmeer meist Mai, in Mitteleuropa am häufigsten 2. Maihälfte; Einzug Brutgebiet SF ab Mitte Mai. Übersommerung im Winterquartier.
Biotop. Br. in Mooren u a. nassen Stellen Dz. аn Binnengewässern, Lagunen, Flußmündungen mit schlammigem Untergrund, auch locker bewachsenen Flächen.
Nahrung. Kleine Mollusken, Crusta- ceen; Insekten; auch Sämereien.
Stimme. Leise »tjp, tjp, tjp«, im Abflug auch trillernd ähnlich Temminckstrand- läufer »(d(sch)rii, d(sch)rii trii trit)«. Gesang sirrend »trrui trrui trui« und rasche »trirr trrirrirr…«.
Verhalten. Tagaktiv; Nachtzieher. Auch bei Nahrungssuche rel. bedächtig, oft bis zum Bauch im Wasser. Meist nur einzeln oder in kleinen Trupps bei Nahrungssuche hoher Individualabstand. Bei Gefahr oft Drücken. Singflug am Brutplatz.
Fortpflanzung. Geschlechtsreife; Monogame Saisonehe. Nest in Vegetation ± gut versteckt Gelege 4, mitunter 3 Eier. Früheste Vollgelege 1. Junidekade, Hauptlegezeit 2. Julihälfte. 1 Jahresbrut. Brutdauer ca. 21 d, ♂ und ♀ brüten, führen auch zunächst die Jungen; dann аber meist nur 1 ad. (wohl stets ♂).
Mauser. Jugendmauser (Teilmauser) ab Sept./Okt.; Dez./April ein Teil der äußeren HS. • Brutmauser (Vollmauser) Kleingefieder ab Juli/Aug., volles Ruhekleid Sept./Okt.; Schwingenmauser im Winterquartier ab Anfang Sept., dauert mitunter bis Jan. • Ruhemauser (Teilmauser) Febr./April.
Literatur (9).
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Niethammer/Boxberger
Limicola falcinellus (Pontoppidan) — Sumpfläufer.
Verbreitung des Rassenkreises. Der Norden der Alten Welt. — 2 Rassen.
Limicola falcinellus falcinellus (Pontoppidan) — Sumpf läufer.
Limicola platyrhyncha (Temm.), Naumann VIII, 8. 182; Limicola pla- tyrincha Temm., Reichenow S. 56.
Beschreibung. ♂ und ♀ ad. im Brutkleid: Oberkopf braunschwarz mit gelblichbraunen Federrändern. Seitenstreif am Oberkopf bräunlichweiß. von dem weißlichen Überaugenstreif (auch die Stirnseiten sind weißlich) dunkel abgesetzt (Abb. 14). Nacken gelbbraun, dunkel gestrichelt. Vorderrücken und Schultern braunschwarz mit gelblichen, rostbraunen und weißlichen Rändern; letztere bilden auf den Schultern und den Rückenseiten zwei Längsstreifen. Bürzel und Oberschwanzdecken braunschwarz mit rostgelben Federspitzen. Seitliche Oberschwanzdecken weiß mit dunkler Zeichnung. Steuerfedern bräunlichgrau, Wurzel und Saum weiß. Mittelstes Paar schwarzbraun. Handschwingen braunschwarz, аn der Spitze dunkler als аn den Innenfahnen, Arnischwingen dunkel graubraun, spitzen- wärts fein weiß gesäumt, аn den Innenfahnen mehr oder weniger weiß. Handdecken schwarzbraun, große und mittlere Decken graubraun mit weißem Saum, die neu vermauserten mittleren und kleinen Decken schwarzbraun mit rost gelblichen Säumen. Kopfseiten, Halsseiten und untere Kehle sowie die Vorderbiust (rahm)weißlich mit dichter dunkelbrauner Fleckenstreifung. Seiten weiß, mehr oder weniger rahmfarbig überflogen, mit dunklen Schaft- und Querflecken. Übrige Unterseite weiß. Der gut kopflange, аn der Spitze etwas abwärts gebogene Schnabel schmutzig fleischfarben bis grünlichgrau, spitzenwärts allmählich schwarz werdend. Füße grünlichschwarz bis gelblich olivgrau mit dunkel bleigiauen Gelenken und Zehen. Iris schwarzbraun. — Ruhekleid (♂ = ♀): ähnlich dem Brutkleid, аber Vorderrücken und Oberkopf graubraun mit dunkelbraunen Schaftflecken und schmalen weißlichen Säumen. Unterseite weiß, untere Kehle, Kopf und Vorderbiust dunkelbräunlich längsgefleckt, besonders seitlich, mit grauem Anflug. Mittlere Schwanzfedern nur mit dunklen Innenfahnen. Decken ohne Rostfarbe. — Jugendkleid: Oberseite wie bei ad. im Brutkleid, аber mittlere Flügeldecken dunkelbraun, hellrostgelblich oder weiß gerändert. Unterseite ähnlich wie im Ruhekleid, аber Kropfgegend und Seite rostfarbig überflogen und die Flecken länglicher. — 1. Ruhekleid: wie ad., аber аn den juvenilen mittleren Flügeldecken zu erkennen. — Mauser: Jugendmauser (Teilmauser) September bis Januar; Ruhemauser (Teilmauser) Februar bis Mai; Brutmauser (Vollmauser) August bis Januar (Witherby). — Maße: Flügel 102—110 mm; Schnabel 27—36 mm; Lauf 21—22 mm. Gewicht: 2 Vögel von Poel (August) 32 und 34 g (Banzhaf).
Feldornithologische Kennzeichen. In der Größe zwischen Zwerg- und Alpenstrandläufer, denen der Vogel auch in der Gestalt und Färbung (helle Rückenstreifen) ähnelt; jedoch ist er (besonders im Brut- und Jugendkleid) oben dunkler und hat einen doppelten Überaugenstreif (Abb. 14). Im Fluge geradezu schwarz wirkend, strandläuferartig. Recht niedrige Beine, aufrecht stelzender Gang. — Stimme: gepreßt „tjerr ri“ oder gequetschtes „drrüid, drrid“; ferner klirrend ,,trrr, trrk“ (Frieling) oder ,,tit“, öfters aneinandergereiht (Dathe 1933). Beim Balzflug soll er Töne wie „tu-wuh“ von sich geben (Hartert).
Allgemeine Verbreitung. Norwegen (südwärts bis zum Dovrefjeld, Valdres, in Gudbrandsdalen bis 61°), Schweden (südwärts bis Wester- götland, Smäland 57° 10′, und Öland), Lappland, Nordfinnland, Waldtundra des nördlichen Rußland und Sibirien bis zum Jenissei oder noch weiter ostwärts. Nach Peters auch am Flusse Jlek, am oberen Irgis und in der Waldsteppe von Minussinsk (?). — In Ostsibirien durch L.f. sibirica Dresser vertreten.
Wanderungen. Zugvogel, dessen Winterquartier die nordafrikanische und vielleicht auch die europäische Küste des Mittelmeeres bildet, ferner die Gestade des Roten und Schwarzen Meeres, des Kaspischen Meeres, des Persischen Golfes und des westlichen Indien. Als Durchzügler bis vor wenigen Jahren fast ausschließlich aus dem Osten Europas bekannt und in Westeuropa, ja selbst in Deutschland, nur selten festgestellt. Seither ist diese Art (infolge genauerer Nachforschungen oder zahlreicheren Auftretens?) außer аn der Kurischen Nehrung, wo sie schon früher regelmäßig, wenngleich spärlich im Herbst durchzog, auch von der übrigen Ostseeküste und vereinzelt vom Nordseegebiet sowie aus dem Binnenlande (Schlesien, Sachsen, Bayern) nachgewiesen worden. In die gleichen Jahre fallen neue Funde aus England und Frankreich, in erster Linie wohl dank einem invasionsartigen Massenzug im Herbst 1933. Dieser fand im Juli/ August (September) statt, also während der normalen Durchzugszeit, in die alle früheren Nachweise fielen. In den folgenden Jahren konnte zunächst in Ostpreußen, dann auch in Pommern, Mecklenburg, Schlesien und Bayern mehrfach der Frühjahrszug (Mitte Mai bis Anfang/Mitte Juni) festgestellt werden. Verschiedene Beobachtungen sprechen dafür, daß аn unseren Küsten und аn denen des Mittelmeeres, аber wohl nirgends im Binnenland, einzelne Stücke übersommern. Vergesellschaftung mit C. alpina, temminckii oder minuta ist die Regel. Außer in den genannten Gegenden wurde der Sumpfläufer als Durchzügler auch in der Schweiz, Ungarn und Rumänien nachgewiesen.
Vorkommen in Deutschland. Als nicht häufiger Durchzügler ist der Sumpfläufer für fast alle Teile des Reiches, besonders die östlichen (Orn. Mber. 1937, S. 9). bekannt geworden. Der Frühlingszug bleibt auf den Mai beschränkt; der Herbstzug, der nach E. F. v. Homeyer zuerst mit den alten L einsetzen soll, beginnt um Mitte Juli und endet im allgemeinen Ende August, doch sind spätere Vorkommen (bis Anfang Oktober) verbürgt.
Biotop. Die Brutplätze liegen im Binnenland auf hochgelegenen Mooren und Wiesensümpfen; auf dem Durchzug hält sich die Art аn schlammigen Uferstellen auf, die etwas bewachsen sein können.
Fortpflanzung. Hartert, Vögel der paläarktischen Fauna II, S. 1602; Blair, Ibis 1936, S. 661.
Nahrung. Nach Collett Käfer (Harpalinus, Bembidium.) und Larven, nach Jäckel neben „Wassergewürm“ Wasserkäfer (Cyclontum), Mollusken (Planorbis hispida) und Samen von Potamogeton, Polygcnum und Pilularia globulifera.
Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag
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Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
1930. Limicola falcinellus falcinellus (Pont.)
Scolopax Falcinellus Pontoppidan, Danske Atlas I, p. 623 (1763— Dänemark); Brünnich Orn. Bor., p. 49 (1764— Seeland).
Numenius pygmaeus (non Latham 1787!) Bechstein, Orn. Taschenbuch II, p. 277 (1802— Partim!)
Numenius pusillus Bechstein, Gemeinn. Naturg. Deutschl. IV, p. 152 (1809— Ost- und Nordsee, Mitteldeutschland).
Tringa platyrincha (corr. platyrhyncha) Temminck, Man. d’Orn., p. 398 (1815— „Les marais du nord de l’Europe et de l’Amerique“. Zitate teilweise!)
Tringa eloroides Vieillot, Nouv. Dict. d’Hist. Nat. XXXIV, p. 463 (1819— Partim! „England und Frankreich“, die sich auf englische Stücke beziehenden Zitate аber falsch!)
Pelidna megarhynchos Brehm, Vogelfang, p. 317 (Anm. (1855— „Afrika“. Typus erhalten).
Limicola Hartlaubi Verreaux, Vinson’s Voy. Madagascar, Annexe B, p. 5 (1865— Beschr. eines angeblich aus Madagascar stammenden Stückes in der Lafresnayeschen Sammlung).
Limicola pygmaea media, ? americana, L. recuroirostra A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 13 (1866— Nomina nuda!)
Engl.: Broad-billed Sandpiper. — Schwed.: Myrsnäppa.
Abbild.: Dresser, B. Europe VIII, Taf. 545; Eggs B. Europe Taf. 82.
♂♀ ad. im Sommerkleide: Stirnseiten und kurzer Superciliarstreif weißlich, Mitte von Stirn und Oberkopf tief braunschwarz, аn den Seiten des letzteren je ein schmaler bräunlichweißer Streif. Hinterhals mattschwarz mit bräunlichen Federrändern. Rücken und Schulterfittiche schwarz mit rostfarbenen Federsäumen, die Außensäume аn den Schulterfittichen und je einer Reihe der äußeren Rückenfedern weißlich. Handschwingen braun, Außenfahnen dunkler, Spitzen schwarz, Schaft der 1. ausgebildeten weiß, der übrigen braun, vor der Spitze weiß. Armschwingen graubraun, Wurzel, Innenfahne und feiner Spitzensaum weißlich, innerste verlängerte wie Rücken. Steuerfedern bräunlichgrau, Wurzel, Schaft und feiner Saum weiß. Unterseite weiß, mitunter mit rahmfarbenem Anflug, Vorderhals, mit Ausnahme der oberen Kehle, Kropf und Seiten mit rostbräunlichem Anflug und dichten dunkelbraunen Längsflecken. Axillaren weiß. Iris dunkelbraun. Schnabel graurötlich braun, nach der Spitze zu in Schwarz übergehend. Füße dunkel graugrün, oft fast schwarz. Flügel 105—110, Schwanz 38—40, Lauf 31 bis 33.6, Schnabel 29—33.5 mm, die ♀ in der Regel die größeren Exemplare. — Winterkleid: Oberseite bräunlichgrau mit schwarzbraunen Federmitten, Bürzel und Oberschwanzdecken bräunlichschwarz mit schmalen rostfarbenen Säumen. Unterseite weiß, untere Kehle und Kropf mit braunen Längsflecken und grauem Anflug. — Juv. Oberseite wie bei den alten Vögeln im Sommerkleide, Vorderhals und Kropfgegend аber viel schwächer gefleckt, mit röstlichgrauem Anflug und länglicheren schwärzlichbraunen Flecken. — Dunenjunges: Stirn und Kopfseiten von vorn betrachtet hellgrau mit fünf nach hinten zu laufenden bräunlichschwarzen Streifen, einem in der Mitte der Stirn und je zwei аn den Seiten, über und unter dem Schnabelspalt; Oberkopf dunkel rotbraun, in der Mitte mit gräulichweißem Punktstreifen; übrige
Oberseite nebst Flügelstummeln, Schenkeln und Schwanz schwarz und rotbraun und mit grauweißen Punkten bedeckt. Unterseite gräulichweiß, Kehle und Kropf mit rostgelblichem Anflug.
Brütet in Norwegen südlich bis zum Dovrefjeld und in Schweden mitunter bis Jemtland, Vestergötland und Öland, in Lappland, Finnland und Nordrußland und soll sogar am Ileko, Nebenfluß des Ural, und im Turgaibezirke nisten. In Westsibirien wahrscheinlich bis zum Jenissei, oder noch weiter östlich, da nach Buturlin auf dem Zuge erbeutete Stücke von Krasnojarsk und aus der Westmongolei noch zur westlichen Form gehören. — Auf dem Zuge bis zum Mittelmeer, Suez, dem Persischen Meerbusen und Indien (Sindh, Indus-Mündungen, Pegu, Irawaddy) vereinzelt bis Tenasserim, Mergui, Singapore. In der Brehmschen Sammlung ein angeblich vom Senegal stammendes Stück.
Nistet im Innern des Landes, auf hochgelegenen Mooren, Sümpfen und Wiesenland, hält sich аber auf dem Zuge und im Winter auch vorzugsweise am Meeresstrande auf und wird auch in Gesellschaft von Erolien u. a. angetroffen, soll sich auch mitunter „drücken“, wenn ihm Gefahr zu drohen scheint. Die selten gehörte Stimme klingt trillernd wie tirrr, auch soll er am Brutplatze Flugspiele ausführen und dabei Töne wie tu-wuh von sich geben. Das Nest ist etwas besser ausgefüttert als dаs der meisten Erolien. Die 4 Eier findet mаn von Mitte Juni bis in den Juli. Sie variieren in Form und Färbung, sind аber meistens langgestreckt und mäßig spitz. Die Schale ist glatt und etwas glänzend. Die Grundfarbe ist meist hellbraun bis hell olivenbraun und mit dunkelbraunen bis rotbraunen kleinen Klecksen, Spritzern und Wölkchen über und über dicht bedeckt. Nicht selten ist die Grundfarbe gelblichweiß oder graugelblich und die Flecke dunkel rotbraun und größer, mitunter auch weniger zahlreich und mehr von der Grundfarbe freilassend. Durchschnittliches Gewicht nach Rey 0.377 g. 100 Eier (65 Jourdain, 35 Rey) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 32.08 x 22.81, Maximum 35.2 x 23.2 und 31.8 — 24.8, Minimum 28.7 — 22.7 und 32.5 — 21 mm.
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Brehm
Der Sumpfläufer oder Schnepfenstrandläufer, Limicola platyrhyncha Temm., ist auf dem Oberkopfe schwarzbraun, durch zwei rostgelbe Längsstreifen gezeichnet, auf dem Mantel, mit Ausnahme der rostgelben Federränder, schwarz, auf dem Oberflügel аber aschgrau, am Unterhalse, dem Kropfe und den Brustseiten rostgelblich, graubraun gefleckt und durch die weißlichen Spitzenkanten der Federn gezeichnet, unten weiß; vor dem Auge steht ein brauner, über ihm verläuft ein weißer Streifen. Die Iris ist braun, der Schnabel аn der Wurzel rötlichgrau, аn der Spitze schwärzlich, der Fuß dunkel grünlichgrau. Im Herbstkleide färbt sich dаs Gefieder der Oberseite in ein tiefaschgraues um; eine Zeichnung wird durch die dunkleren Schäfte und helleren Kanten bewirkt. Die Länge beträgt 34, die Breite 16, die Flügellänge 11, die Schwanzlänge 4 cm.
In Europa scheint der Sumpfläufer seltener zu sein als in Asien und Amerika. Er bewohnt den Norden und wandert bis in die Breite von Bengalen nach Süden hinab. In Griechenland erscheint er in manchen Jahren häufig, während er in anderen Jahren gänzlich fehlt. Schlammige, seichte Uferstellen stehender Gewässer, besonders freie Wasserränder beherbergen ihn. Hier treibt er sich still umher, trippelt mit kleinen Schrittchen auf kurze Strecken mit vielen Unterbrechungen dahin, fliegt rasch und flüchtig, meist dicht über dem Wasser fort, und kehrt gern zu dem Orte zurück, von dem er aufflog. Naumann nennt ihn einen trägen Vogel, von der Mühle hingegen versichert, daß er ebenso behende und munter sei wie andere Strandläufer auch. Über sein Wesen sind wir noch nicht genügend unterrichtet. Abweichend von seinen Familienverwandten meidet er die Gesellschaft fremdartiger Strandvögel und bekümmert sich da, wo er sich gerade aufhält, wenig um andere Geschöpfe, läßt deshalb auch den Menschen nahe аn sich herankommen, ehe er auffliegt, oder drückt sich wohl nach Schnepfenart platt auf den Boden nieder, bis der sich nahende Beobachter ihn zum Auffliegen zwingt. Dann erhebt er sich, durchmißt fliegend eine kurze Strecke und läßt sich bald wieder auf den Boden herab. Die Stimme ist ein trillerndes „Tirr“, der anderer Strandläufer ähnlich. Kleine Insekten, deren Larven, Gewürm und andere Wassertierchen bilden seine Nahrung; welche Arten er bevorzugt, ist nicht bekannt.
Soviel mаn weiß, brütet der Sumpfläufer nur in der Tundra und stets im Wassermoos der Moräste. Das Nest ist tiefer und sorgfältiger ausgelegt als dаs anderer Strandläuferarten. Die 4 Eier, deren Längsdurchmesser 32,2 und deren Querdurchmesser 23,5 mm beträgt, sind länglich birnförmig und auf trübe olivengelbem Grunde dicht graubraun punktiert, getüpfelt und zwischendurch klein gefleckt, die einen dichter und dunkler als andere. Das Weibchen brütet so eifrig, daß es erst auffliegt, wenn mаn bis in unmittelbare Nähe des Nestes gelangt ist.
Die Jagd verursacht nicht die geringste Mühe, und ebenso leicht führt in der Regel eine geschickt gelegte Schlinge zum Ziele. Gefangene ergeben sich geduldig in ihr Schicksal, benehmen sich vom Anfänge аn ruhig und gewöhnen sich bald аn geeignetes Stubenfutter.