Heinroth
Der Isländische Strandläufer (Calidris canutus L.)
führt deshalb keinen sehr bezeichnenden Namen, weil er nur in geringer Anzahl und unregelmäßig auf Island brütet; аn unsern Küsten ist er ein häufiger Durchzugsvogel. Er nistet im hohen Norden, аn der sibirischen Küste und auf Grönland und wird im nördlichen Amerika durch eine ähnliche Form, C. c. rufa, vertreten. Den Winter verbringt er häufig auf der Südhälfte der Erde, also in Südafrika, und die Amerikaner ziehen nach Australien und Neuseeland, wo auch regelmäßig graue Stücke, also solche, die nicht dаs braune Brutkleid angelegt haben, überwintern. Der Gedanke liegt nahe, daß es noch nicht fortpflanzungsfähige Tiere sind. In dem leider jetzt eingegangnen Hamburger Zoologischen Garten fanden wir den braunen und den grauen Vogel, die auf der Bunttafel Nr. XVII und auf der Schwarztafel 37 wiedergegeben sind. Die Aufnahmen wurden am 26. Februar 1927 gemacht, und nach Jahren waren diese beiden im besten Gefiederzustande befindlichen Stücke immer noch unverändert braun und grau; ihr Geschlecht steht leider nicht fest. Der Flügel dieses etwas derben Strandläufers mißt 162 bis 173, der Schwanz 60 bis 65, der Lauf 30 bis 32, der Schnabel 31 bis 35 mm. Hantzsch gibt dаs Gewicht eines am 25. September erlegten jungen Weibchens mit 89 g an.
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Hartert
1920. Erolia canutus canutus (L.).
Isländischer Strandläufer.
Tringa Canutus Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, 1, p. 149 (1758— Europa. Beschränkte terra typica Schweden). — (Von Brusina und Arrigoni in canuti „verbessert“).
Tringa cinerea Brünnich, Orn. Bor., p. 53 (1764— Christiansöe).
Tringa Calidris Linnaeus, Syst. Nat. Ed. XII, I, p. 252 (1766— „Habitat in Europa“.
Ex Brisson, V, p. 226, Taf. 20, 1).
Tringa islandica id., op. cit. II, Addenda (1767— „Habitat in Islandia“).
? Charadrius Utopiensis P. L. S. Müller, Natursystem, Suppl., p. 117 (1776—Beschreibung wie gewöhnlich bei diesem Autor ungenügend, nicht klar welcher Buffonsche Vogel gemeint).
? Tringa australis Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 679 (1789— Cayenne. Aus Latham, Gen. Syn. III, I, p. 187).
Tringa naevia Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 681 (1789— „Habitat in Gallia“. — Ex Brisson, Buffon u. Daubentons, Taf. 365. — Kaum anderswo hingehörig, doch nach Beschreibung und Abbild, oberseits zuviel Braunrot).
Tringa grisea id., 1. c. (1789— Europas Seeküsten. — Ex Brisson, Buffon u. Daubentons, Taf. 366).
Tringa ferruginea (nec Brünnich 1764!) Meyer, Meyer & Wolfs Taschenb. d. deutsch. Vögelk. II, p. 395 (1810— Neuer Name für Tringa islandical).
Engl.: Knot. — Franz.: Maubèche. — Ital.: Piovanello maggiore. — Schwed.: Kustsnäppa.
Schwanz gerade, mittlere Steuerfedern nicht länger als seitliche. — ♂ ad. im Hochzeitskleide: Oberkopf und Hinterhals rostfarben und schwarz gestrichelt, am Hinterhalse auch mit Weißlich gemischt; Federn der übrigen Oberseite schwarz mit grauweißen Säumen und Saumflecken, teilweise auch mit bräunlichgrauen und dunkelrostfarbenen Rändern, alle die Ränder breiter аn den Schulterfittichen, wo auch größere rostrote Flecke аn den Federseiten stehen. Bürzelfedern schwarzbraun mit weißen Säumen, Oberschwanzdecken weiß mit schwarzen Querbinden, teilweise rostrot verwaschen. Oberflügeldecken rings am Rande herum dunkelbraun, in der Mitte ebenso mit breiten hellgraubraunen Säumen. Handdecken schwarz mit weißen Spitzen. An den Zügeln ein breiter schwarz und weißlich punktierter Streif, übrige Kopfseiten, Hals und Unterseite dunkel rostrot, mitunter mit einzelnen weißen Federn gemischt, аn Bauch und Unterschwanzdecken immer mit etwas, oft mit viel Weiß gemischt und mitunter ganz oder fast ganz weiß. Handschwingen braunschwarz mit weißen oder bräunlichen, nur in der Mitte weißen Schäften, die Innenfahnen nach der Wurzel zu grau- oder bräunlichweiß, die inneren am Wurzelteil der Außenfahnen weiß gesäumt, Armschwingen schwarz mit weißen Außensäumen, weißen Schäften und helleren Innenfahnen, die innersten verlängerten dem Rücken ähnlich. Steuerfedern bräunlichgrau mit weißlichen Schäften und Endsäumen. Unterflügeldecken schwarzbraun mit ausgedehnten weißen Säumen, die mittelsten ganz weiß, die Unterhanddecken aschgrau mit schmalen weißen Säumen. Iris dunkelbraun. Schnabel und Füße schwarz. Im Laufe des Sommers nutzen sich die hellen Federsäume der Oberseite größtenteils ab, dаs Rostrot daselbst verbleicht in Rostgelb, die Unterseite verbleicht nur wenig. Flügel 162—173, Schwanz gerade, die seitlichen und mittleren Steuerfederpaare meist 1—2 mm länger als die übrigen, 60—65, Lauf 30—32, Schnabel 31—35 mm. — ♀ wie ♂, аber Unterseite häufiger mit einigen weißen Federn. — ♂♀ ad. im Winterkleide: Oberseite aschgrau, auf Kopf und Hals mit schwärzlichen Schaftstrichen, auf dem Rücken mit ebensolchen Schäften; Bürzelfedern mit schwarzen und weißlichen Endsäumen; Oberschwanzdecken weiß mit schwarzen Querzeichnungen und pfeilspitzenförmigen Flecken, аn der Wurzel grau. Oberflügeldecken bräunlichgrau mit dunkleren Schäften und schmalen weißen Säumen. Schwingen und Schwanz wie im Frühjahr. Unterseite weiß, Halsseiten braun gestrichelt, Kropf, Vorderbrust und Weichen mit braunschwarzen Flecken und zackenförmigen Zeichnungen. — Juv.: Oberseite bräunlichgrau, oft mit rostgelbem Anflug, auf dem Kopfe weiß mit schwarzen und bräunlichweißen Längsflecken, Rücken und Schulterfittiche mit rahmfarbenen Endsäumen, vor denen parallele schwarzbraune Linien liegen. Unterseite weiß, nicht selten mit rostgelbem Anflug, mit nur kleinen fahl graubraunen Strichen und Flecken аn Hals, Kropf, Vorderbrust und Weichen; Kehle wie im Winterkleide ungefleckt weiß.
Soll in sehr geringer Anzahl und unregelmäßig auf Island nisten. Seine hauptsächlichsten Brutplätze liegen im hohen Norden, аn der Küste Sibiriens (Taimyr-Halbinsel, Neusibirische Inseln) und auf Grönland und Grinnell-Land, wenn nicht, wie es scheint, die grönländischen Exemplare zur amerikanischen Form Erolia canutus rufa gehören. Auf der Wanderung geht die Art bis Südafrika, Indien und China (über Australien s. folgende Form). Wie bei anderen Charadriiden bleiben mitunter Stücke den Sommer über im Süden, die dann meist (aber nicht immer) in schlechtem Zustande sind und meist dаs Winterkleid nicht abgelegt haben.
Im ganzen Küstenvogel, geht аber auch, besonders аn großen Strömen, während der Zugzeit, mitunter tief landeinwärts. Sehr gesellig und oft mit anderen Strandläufern gemischt. Der Ruf ist ein gellendes Twih. Nahrung wie die anderer Erolien, doch sollen auch nicht selten Pflanzenknospen mitgefressen werden. Die in Sammlungen naturgemäß noch äußerst seltenen Eier sind gräulichgrau mit schwärzlichen Flecken und dunkelbläulichgrauen Schalenflecken. Das Nest steht im Grase der Tundren und ist ziemlich dick mit Flechten ausgelegt. 14 Eier messen nach Goebel im Durchschnitt 43 x 30, Maximum 44 x 31, Minimum 41 x 30 und 42 x 29 mm. Walter gibt folgende Maße an: .44.5 x 30.5, 49.8 x 33.8, 42.3 x 29.1, 41.7 x 29.2, 44.3 x 29.7 und 42.2 x 31.6 mm.
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Brehm
Der Roststrandläufer oder Kanutsvogel, Tringa cannutus Linn., ist im Sommerkleide tief braunrot, unterseits bis auf die weißlichen Federn des Bauches einfarbig, oberseits durch pfeilartige schwarze Mittelflecke und breite gelblichweiße Ränder ausgezeichnet, die Rücken- und längsten Schulterfedern schwarz, weiß umrandet, die Unterrücken- und Bürzelfedern auf weißem, bräunlich gemischtem Grunde schwarz quergebändert, die weißgeschafteten Schwungfedern der Hand schwärzlich, die des Armes grau, die hintersten weiß gesäumt, die Schwanzfedern grau, schmal weißlich gesäumt. Im Winterkleide ist dаs Gefieder oberseits aschgrau, licht graufahl gesäumt, unterseits gräulichweiß, seitlich trüber, am Kropfe durch schmale Schaftstriche gezeichnet. Die Iris ist braun, der Schnabel schwarz, der Fuß gräulichschwarz. Der etwa kopflange Schnabel ist gerade. Die Länge des Vogels beträgt 25, die Breite 55, die Flügellänge 17, die Schwanzlänge 6 cm.