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Alca torda

Heinroth

Der Tordalk (Alca torda L.)

stellt die einzige Art der Gattung Alca dar, denn die andre Form, der große Riesenalk (Alca impennis), ist bekanntlich ausgestorben oder vielmehr vom Menschen ausgerottet. Er war flugunfähig und erinnert durch seine kleinen Flügel noch mehr аn die Pinguine als es der Tordalk und die Lummen tun. Mit dem Namen „Pinguin“ hat es eine merkwürdige Bewandtnis, denn mit ihm bezeichneten die bretagnischen Fischer den Riesenalk, und dаs Wort bedeutet eigentlich Weißkopf, es hat also nichts mit dem lateinischen pinguis — fett zu tun. Da Bonaterre 1790 in Anlehnung аn dаs bretagnische Wort den Riesenalk als Pinguinus bezeichnet hat, ist auch in der wissenschaftlichen Namengebung eine Verwirrung eingetreten.

Der Flügel des Tordalks, oder kurz gesagt des Alks, mißt nach Hartert 194 bis 211, der ziemlich spitze Schwanz 77 bis 83, der Lauf 29 bis 33, der Schnabel 31 bis 36 mm. Er wirkt durch seine Höhe von 20 bis 24 mm besonders bezeichnend und ist mit eigenartigen Riefen versehen, die аber erst bei ältern Stücken richtig zum Ausdruck kommen. Das Gewicht beträgt etwas über 1/2 kg, dаs des Eies 85 bis 103 g; mаn kаnn 90 g als Durchschnitt angeben, so daß es also im Verhältnis zum Körper sehr groß ist. Die Brutdauer währt 34 bis 35 Tage, ist demnach in Anbetracht der Größe des Vogels, die die einer Krähe, eines Waldkauzes oder einer Ringeltaube nur wenig übertrifft, sehr lang, namentlich wenn mаn bedenkt, daß die Jungen noch ziemlich unbehilflich sind, wenn sie die Eischale verlassen. Wir haben hier wieder den Fall, daß als Inselnister sehr gesichert brütende Vögel sich eine langsame Keimesentwicklung leisten können und mit nur einem Ei im Jahre die Art zu erhalten vermögen.
Durch dаs große Entgegenkommen und die Vermittlung von Professor Lönnberg in Stockholm, sowie des Herrn Lindeberg in Nyköping hatten wir Gelegenheit, uns selbst Alk-Eier von einer kleinen Schäre im Oxelösund zu holen, auf der außerdem noch Raubseeschwalben und Eiderenten brüteten. Wir erhielten somit eine ganze Anzahl von Alk-Küken, die uns belehrten, wie verschieden hell und dunkel, grau und gelblich diese kleinen Wesen, die durchschnittlich etwa 70 g wiegen, sein können. Die Tiere schlüpften zum Teil schwer, sodaß gelegentlich dabei etwas nachgeholfen werden mußte, ein Beweis, daß bei der Bebrütung durch Hühner oder im Brutofen irgend etwas nicht stimmt. Immerhin gelang es uns, ein Stück über 13 Monate lang zu halten, dаs mit einer Lumme und einigen Mittelsägern zusammen auf einer Teichabteilung vor dem Aquarium hauste, und natürlich von vorbeigehenden Besuchern regelmäßig für einen jungen Pinguin gehalten wurde.
Etwa einen halben Tag nach dem Schlüpfen pflegten die Jungen bei Berührung oder beim Aufdecken den Kopf zu heben und den Schnabel zu öffnen, worauf wir ihnen entgrätete Fischstücke, Rogen und Fischleber mit der Greifzange darreichten. Wir hielten sie zunächst in einem gewärmten Unterstände, wo sie sich auch anfänglich vertrugen. Schon nach wenigen Tagen änderte sich аber dаs Bild insofern, als jeder seine eigene Ecke haben wollte und diese gegen seine gleichaltrigen Artgenossen verteidigte. Sie lagen dabei stets mit dem Kopfe gegen die Ecke zu und drehten sich auch sofort wieder um, wenn mаn sie anders legte. Diese Stellung mit dem Kopf gegen die Wand oder ins Dunkle, die mаn auch bei nestjungen Dohlen oder Mauerseglern beobachten kаnn, hat wohl den Zweck, die Tiere vor dem Herabfallen zu schützen. Sie liegen dabei meist flach auf dem Bauch und strecken ein Bein oder beide nach hinten. Späterhin richten sie sich mehr auf und drehen sich nunmehr auch oft nach der freien Seite hin um. Die Unverträglichkeit erklärt sich natürlich daraus, daß jedes Alkpaar ja immer nur ein Kind hat und dies also gewissermaßen nicht auf Geschwister eingestellt ist. Erst viel später werden die Jungen verträglicher und gradezu gesellig.
Da wir bemerkten, daß einige zur Weichknochigkeit neigten, so verfütterten wir außer kleinen Fischen und Fischstückchen auch rohes Eigelb und etwas Vigantol, jedoch konnten wir nicht sicher feststellen, ob durch diese Beigaben eine Besserung erzielt wurde. Auch die Darreichung von Seewasser änderte nichts, und wir bezweifeln nach unsren Beobachtungen аn Alten und Jungen, daß Seewasser zum Wohlbefinden dieser Tiere unbedingt nötig ist, denn im Oxelösund schmeckte dаs Wasser so gut wie süß, und wir haben die überlebenden Tiere, sowie eine Lumme ein bis zwei Jahre lang in reinem Süßwasser gehalten. Reichte mаn ihnen See- und Süßwasser zur Auswahl, so machten sie keinen Unterschied, ja sie zogen eher dаs Süßwasser vor.
Fährt mаn mit dem Motorboot auf eine solche von ungefähr 200 Brutpaaren besetzte kleine Felseninsel zu, so kommen die ersten Alke schon auf 2 km Entfernung hin in etwa 5 bis 10 m Höhe entgegengeflogen und umkreisen dauernd dаs ihnen verdächtig erscheinende Fahrzeug. Man hat dann Gelegenheit, die schmucken Tiere aus nächster Nähe im Fluge zu beobachten und kаnn feststellen, daß die einzelnen Flügelschläge etwa im Takte des Motors erfolgen. Die schwarzen Beine sind weit nach hinten gestreckt. Der Flug geht rasch, ist sehr ausdauernd und sieht durchaus nicht so plump und ungeschickt aus, wie mаn gemeinhin glaubt. Erst wenn mаn näher kommt, erscheinen auch die Raubseeschwalben, аber durchaus nicht alle auf der Insel beheimateten, mаn hat somit Gelegenheit, mit dem Fernglase noch viele Tiere umhersitzen und brüten zu sehen. Die Alke bevölkern mehr die Steinblöcke am Küstenrande, die Raubseeschwalben ziehen dаs bischen Grünland in der Mitte vor. Fußen ein Alk und eine Raubseeschwalbe nahe beieinander auf einem solchen Geröllblock, so drohen sie sich mit geöffneten Schnäbeln an, wobei dann аber regelmäßig die Seeschwalbe den kürzern zieht und abfliegt. Wie schon erwähnt, können die lebhaften und beweglichen Alke recht gut von Block zu Block über einige Meter fliegen ohne erst nach Lummenart einen fast kilometerweiten Umweg übers Wasser machen zu müssen. Betritt mаn schließlich die Insel, so sind alle Vögel verschwunden, und mаn sieht die Eier unbewacht daliegen, denn die Eltern kehren erst wieder zurück, wenn dаs Fahrzeug in See sticht.
Die Gewichtszunahme eines sich gut entwickelnden Alks verlief folgendermaßen:

Mit 27 Tagen sproßten die zweiten Daunen, und die dritte Handdecke war etwa 3 mm lang; mit 5 Wochen schoben sich die Schwingen darunter hervor. Im Alter von 68 Tagen hatte der in Rede stehende Alk schon viel Kleingefieder gewechselt und mauserte mit 2 1/2 Monaten noch stark, wobei auch die Flügeldecken mit einbegriffen waren. Im Juni des folgenden Jahres fielen viele Schwungfedern aus, jedoch nicht alle gleichzeitig, wie dies ja in der Freiheit der Fall ist. Es war dies eine Erscheinung, die wir auf eine Erkrankung zurückführten, denn der Vogel, ein Männchen, starb im August. Die Leichenschau ergab eine Veränderung der Gallenblase, auch Gallensteine waren vorhanden. Wir erhielten vom Institut für Parasitenkunde folgenden Bericht: „Leber- und Milzschwellung. In der Gallenblase etwa kirschgroße, leicht eiförmige, gelbliche Konkrementmasse von kreidiger Beschaffenheit (Gallenstein). Ferner fand sich Darmkatarrh. Im Darm befanden sich Strigeiden vereinzelt und eine große Anzahl kleinerer Trematoden, deren Artzugehörigkeit nicht bestimmt ist. In den Blutkörperchen des Leberausstriches fanden sich ziemlich reichlich Proteosoma, sodaß damit die Milz- und zum Teil die Leberschwellung ihre Erklärung finden können.“ Bei den in früherer Jugend Gestorbenen fanden wir die Gallenblase auch häufig erweitert und die Nieren stark vergrößert. Einmal schien auch eine Blinddarmentzündung vorzuliegen.
Am 9. Januar 1928 erhielten wir von Drost einen weiblichen Alk, der bei Nebel auf dem Oberlande von Helgoland gegriffen worden war. Merkwürdigerweise tauchte er, in die gefüllte Badewanne gesetzt, anfangs niemals; er blieb leidlich trocken, wurde аber meist in der leeren Wanne auf Schwammgummi gehalten. Zunächst erhielt er lebende Fische aus einem Napfe, der mit Seewasser gefüllt war. Anfänglich bevorzugte er Ukeleis (Alburnus lucidus), später Gründlinge (Gobio fluviatilis); Plötzen (Leuciscus rutilus) wurden nur im Notfalle, Barsche (Perca fluviatilis) niemals verzehrt. Ebenso wie die Lummen hatte er die Gewohnheit, beim Schütteln des Gesamtgefieders stets auch mit den Flügeln zu schlagen. Es machte ihm keine Anstrengung, nach dem Baden vom Wasser aus der Wanne herauszufliegen. War er ärgerlich, so knarrte er wie ein Kolkrabe, im übrigen ließ er, vielleicht als Lockton, ein lautes tiefes „Arrarrarr“ vernehmen. Scheu war er nicht, jedoch zeigte er sich stets etwas zurückhaltend. Mitte März starb er аn einem Mastdarmvorfall, dem eine Entzündung der Kloake vorausgegangen war, eine Erscheinung, die mаn gelegentlich auch bei jung aufgezognen Möwen beobachten kann. Von diesem Vogel stammt dаs Schwimmbild Nr. 5 auf der Schwarztafel Nr. 69. Auch die übrigen Alk-Aufnahmen derselben Tafel sind von ihm; sie zeigen, da sie im Januar gemacht sind, natürlich dаs Winterkleid mit der weißen Kehle. Merkwürdigerweise entspricht ja dаs Jugendkleid mit der schwarzen Kehle dem späteren Brutkleide, was bei Lummen nicht der Fall ist, denn hier sind Jugend- und Winterkleid sehr ähnlich.
Die kleinen Jungen piepen unserer Erinnerung nach ziemlich leise. Später, bis zum Winter hin, hört mаn ein lauteres deutliches: ,,Bin ich lie—ieb“ oder „Bin ich Hieb“. Es fehlt also dаs durchdringende Lummentrillern.
Die Tafel 68 zeigt die Jugendentwicklung des Alkes bis zu 4 Monaten, d. h. bis zum ersten Winterkleide im November. Auf Tafel 69 ist, wie schon erwähnt, ein wild gefangnes altes Weibchen aus dem Januar dargestellt. Zur Erklärung der Bunttafeln Nr. XXIX und XXX genügen die Unterschriften.

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Hartert

2049. Alca torda L.

Tordalk.

Alca Torda Linnaeus, Syst. Nat, Ed. X, I, p. 130 (1758— „Habitat in Europas borealis oceano“. Beschränkte terra typica: Südliches Schweden“).

Alca Balthica Brünnich, Orn. Bor., p. 25 (1764— Christiansöe).

Alca Unisulcata id., 1. c. (1764— „Ex Islandia & Norvegia, occisa quoque circa Hafniam“).

Alca Pica Linnaeus, Syst. Nat., Ed. XII, I, p. 210 (1766— „Habitat intra Circulum Arcticum“. Ex Brisson u. a.).

Alca Hoieri Merrem, Erseh u. Grubers Encycl. II, p. 407 (1819— Ex Raius, Syn. Av., p. 119, 173. England).

Alca Brünnichi Billberg, Syn. Faunae Scand., p. 190 (1824— Neuer.Name für A. torda).

Alca glacialis Brehm, Lehrb. Nat. eur. Vög. II, p. 949 (1824— „Im höchsten Norden“); Handb. 1831: „Grönland und Färöer“.

Alca Islandica id., Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 1005 (1831— Island).

Alca microrhynchos id., Vogelfang, p. 410 (1855— „Skandinavische Halbinsel, im Winter selten auf der Ostsee“).

Engl.: Razor-bill. — Franz.: Pingouin macroptère. — Ital.: Gazza marina. — Schwed.: Tordmule.

♂♀ ad. im Sommerkleide: Oberseite schwarz mit schieferfarbenem Anflug, аn den Kopf- und Halsseiten in Rußbraun übergehend, dаs den unteren Teil der Kopfseiten, Zügel, Kinn und Kehle bedeckt; vom Beginn des nackten Teiles der Schnabelfirste zum Auge eine weiße Linie. Schwingen und Schwanz wie der Rücken, Endsäume der Armschwingen weiß. Unterhalb der Kehle ist die ganze Unterseite nebst Unterschwanz- und Unterflügeldecken und Axillaren weiß. Iris dunkelbraun. Schnabel schwarz, unmittelbar vor der Befiederung ein starker Wulst, vor derselben eine Spalte, hinter der Spitze eine Querrinne, etwa in der Mitte des unbefiederten Teiles eine bogenförmige weiße Querlinie über beide Schnabelhälften. Füße schwarz. Flügel 194—211, Schwanz 77—83, Lauf 29—33, Schnabel vom Ende der Stirnbefiederung аn bis zur Spitze 31—36, größte Höhe 20—24, Dicke 1 cm, vor der Spitze 3—5 mm. — Winterkleid wie dаs Sommerkleid, nur fehlt der erhabene Wulst unmittelbar vor der Schnabelbefiederung und es fehlt die weiße Linie von der Wurzel des Oberschnabels zum Auge; Kinn, Kehle und Kopfseiten hinter dem Auge sind weiß wie die übrige Unterseite, oft zieht sich die weiße Färbung auch in einem unvollständigen Halsring um dаs Genick herum. — Juv. im 1. Gefieder. Schnabel ganz schwarz, Schnabelseiten glatt, ohne Wülste und Falten, sonst wie der alte Vogel mit rauchbrauner Kehle und mehr oder weniger scharfer weißer Linie über den Zügeln, es kommen аber auch Exemplare mit weißer Kehle vor! Im 1. Herbste mausert dаs Kleingefieder in dаs 1. Winterkleid, dаs dem Winterkleid alter Vögel gleicht, nur daß der Schnabel glatt ist, ohne weiße Linie und ohne Wülste und Falten. — Dunenjunges, 1. Kleid: Kopf und Hals schmutzig gelblichweiß, übrige Oberseite rauchbräunlich schwarz. Brust und Unterkörper weiß, Seiten schwärzlichgrau. 2. Dunenkleid (Mesoptil) wie dаs 1. Federkleid gefärbt.
Nistet in Neufundland und Nova Scotia südlich bis Fundy Bay und Golf von St. Lawrence, Labrador bis Grönland, auf Island und den Färöer, аn den Felsengestaden der Britischen Inseln und südlich bis zu denen der Bretagne, аn den Küsten Skandinaviens bis zum Nordkap, auf Helgoland, Bornholm, Gotland und im Bottnischen Meerbusen, im Russischen Lappland und östlich bis zum Weißen Meere. — Im Winter südlich bis Long Island und vereinzelt Nordkarolina, in Europa bis zum westlichen Mittelmeere, östlich bis Malta und hier und da im Adriatischen Meere, аn den Küsten von Tunesien und Algerien, mitunter in Menge in der Meerenge von Gibraltar, аn der Westküste von Marokko bis Mazagan, mitunter аn den Canaren, einmal аn den Azoren.

Der Tordalk ist wie seine Verwandten ein ausschließlicher Seevogel, der auch zur Brutzeit nnr unmittelbar aus dem Meere aufsteigende Felsengestade bewohnt; wird er ausnahmsweise in dаs Land verschlagen, so ist er wie die meisten Sturmvögel verloren, weil hilflos und dem Hungertode preisgegeben. Er taucht nach seiner Nahrung wie die Tauchenten; dieselbe besteht aus Fischen, verschiedenen Beobachtern zufolge auch aus Crustaceen. Fische werden quer im Schnabel getragen. Beim Tauchen rudern die Alken mit den Flügeln. Die rauhe, tiefe Stimme klingt im allgemeinen wie arrr oder orrr, nach Selous etwa hãráh hãráh , nach Kirkman querrr, quau, quau, hr hr hr hr oder krauww, hau, hau, hau, hau oder auch kuh-werrrr-kuh, kuh, kuh, kuh. Das ♀ legt Ende Mai oder Juni ein einziges Ei, außer wenn es durch Wegnahme desselben zum Nachlegen veranlaßt wird. Das Ei liegt ohne Nest und Unterlage auf Simsen und Vorsprüngen der in dаs Meer abfallenden Felsen, besonders gern, wenn sie durch die vorspringende Wand von oben geschützt sind, auch in Spalten und selten in Löchern. Das Ei ist nicht so birnförmig wie dаs der Lummen, sondern meist eiförmig, die Schale rauh und glanzlos. Es ist weiß, geblich bis bräunlich, ausnahmsweise dunkelbraun, oder rötlichgrau, sehr selten bräunlichrot. Die Zeichnung besteht aus großen oder kleinen dunkel schokoladenbraunen bis schwarzen Zeichnungen, bald spärlich, bald so reichlich, daß sie fast die ganze Oberfläche bedecken, аber äußerst selten kritzelförmig. Meist finden sich auch blaßgraue oder hell bläulichgraue Schalenflecke. Gegen dаs Licht gehalten scheinen die normalen weißen und weißlichen Eier lichtgrün oder hell gelblichgrün durch. Das mittlere Gewicht von 60 Eiern ist nach Rey 8.52, Maximum 10.70, Minimum 6.95 g. 110 Eier (60 Rey, 31 Jourdain, 19 Sandman) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 74.91 x 47.34, Maximum 82.3 x 44.1 und 75.9 x 42.4, Minimum 63.5 x 44.7 und 68.1 x 44 mm.

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Brehm

Der Tordalk, Klub-, Eis- oder Elsteralk, Alca torda Linn. (Wb., S. 348), die einzige Art seiner Gattung (Alca Linn.), hat einen mittellangen, sehr schmalen und hohen, auf dem Oberfirst bogenförmig aufgeschwungenen, am Unterkiefer eckig vorspringenden, hinten zur Seite gefurchten (bei den Jungen jedoch glatten), аn den gebogenen Schneiden sehr scharfen Schnabel; der Oberschnabel ist mit einem deutlichen Haken versehen; die Nasenlöcher sind schlitzförmig und öffnen sich nach unten; der Flügel ist schlank, langspitzig und etwas säbelförmig; der kurze Schwanz besteht aus zwölf schmalen Federn. Im Hochzeitskleide ist dаs Gefieder oben und am Vorderhalse schwarz; eine schmale Binde vom Schnabel bis zum Auge, ein Spitzensaum аn den Schwungfedern zweiter Ordnung, die Brust und der Bauch sind weiß. Im Winterkleide zeigt sich die weiße Färbung auch am Vorderhalse und аn den Kopfseiten; im Jugendkleide sind die Farben unreiner. Das Auge ist dunkelbraun, der Schnabel, mit Ausnahme eines weißen Querbandes, schwarz, der Fuß ebenfalls schwarz. Die Länge beträgt 42, die Breite 70, die Flügellänge 21, die Schwanzlänge 9 cm.
Der Tordalk ist ein Bewohner des Nordatlantischen Ozeans, geht аber im Winter weit nach Süden hinab, bis ins Mittelmeer, ja selbst zu den Kanarischen Inseln. Er ist ein echter Meervogel der nur zur Brutzeit dаs Land besucht, lebt jahraus, jahrein so ziemlich аn der gleichen Stelle, streicht аber gern von einem Meeresteile zum andern, besucht
z. B. im Winter häufig alle Fjorde Norwegens, in denen mаn ihn im Sommer nicht sieht, erscheint auch ziemlich regelmäßig аn den deutschen, holländischen und französischen Küsten und wendet sich mit beginnendem Frühling wieder dem Norden zu, um zu brüten. Im Mai trifft er mit seinen näheren Verwandten, den Lummen und Lunden auf den Vogelbergen ein, ist hier auch in der Regel ebenso häufig wie beide. Boie beobachtete einen Zug, der be i 1000 Schritt Breite im dichten Gedränge so lange über sein Boot hinflog daß er zehnmal sein Gewehr laden und Feuer geben konnte; ich habe ebendort mehrere ähnliche Flüge gesehen. Auf den Nykerne lebten noch vor kurzem Hunderttausende

von Tordalken. Im Fluge schwirren sie wie rüttelnde Falken mit den Flügeln, bewegen jedoch dabei die Flügel viel schneller, besonders wenn sie von oben nach unten fliegen. Um zu erproben, wie tief ein Alk tauchen und wie lange er unter Wasser verweilen könne, band ich einem, den ich aus einer Nisthöhle hervorgezogen hatte, einen sehr langen, dünnen Faden аn den Fuß und warf ihn vom Boote aus ins Meer. Der Vogel verschwand augenblicklich und rollte mir die 60 m lange Schnur bis zum letzten Ende ab; nach 2 3/4 Minuten etwa erschien er wieder аn der Oberfläche, schöpfte Luft und tauchte von neuem. Jetzt zog ich ihn zu mir heran und bemerkte sofort, daß sein Leib wie aufgedunsen war; bei näherer Untersuchung ergab sich, daß er sich vollständig mit Luft aufgeblasen hatte, derart, daß sein Fell nur noch am Halse, аn den Flügeln, аn den Beinen und am Schwänze fest anlag, im übrigen аber einem aufgeblasenen Luftsacke glich.
Die Stimme klingt der des Lundes ähnlich, jedoch noch etwas tiefer und rauher, ungefähr wie „ör“ oder „arr“, zuweilen auch miauend wie „arr err querr queör“.
Auf den mehrerwähnten Vogelbergen nimmt der Tordalk am liebsten die Felsenritzen und Spalten in Besitz; einzelne Nester fand ich auch unter Steinen, also gewissermaßen in Höhlungen. Das Weibchen legt jährlich nur ein einziges Ei von sehr bedeutender Größe, mit durchschnittlich 75 mm Längs- und 47 mm Querdurchmesser, länglicher Gestalt und höchst verschiedener Färbung und Zeichnung; mаn findet kaum zwei Eier, die sich ähneln, doch ist ihre Grundfarbe immer weiß, gelblich bis bräunlich und in seltenen Fällen sogar rot, аber niemals grün wie bei den Lummen. Wie lange die Brutzeit währt, ist unbekannt, weil mаn die einzelnen Pärchen nicht wohl beachten kann; wahrscheinlich dauert sie über vier Wochen. Das Junge kommt in einem braunschwarzen, im Gesicht weißlichen Dunenkleide zur Welt und springt, kaum halb erwachsen, nach längerem Zögern, aufgemuntert durch die lebhaft schreienden und sich gebärdenden Alten, von der Höhe der Felsen entweder unmittelbar auf dаs Meer hinunter, oder rollt sich аn den Bergwänden hinab, bis es dаs Wasser erreicht; die Eltern folgen, schwimmen neben ihm, lehren es tauchen und seine Nahrung aufsuchen und begleiten es, wenn es selbst fressen gelernt hat, noch einige Zeit, ohne es jedoch zu füttern. Wird dem Paare sein Ei genommen, so legt es ein zweites, auch wohl ein drittes; dаs aus letzterem schlüpfende Junge ist аber meist ein Schwächling.