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Aix sponsa

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Brehm

Eine der schönsten Arten der Gänsevögel überhaupt ist die zu dieser Unterfamilie gehörige, von manchen Forschern аber den Enten zugezählte Brautente oder Karolinenente, Lampronessa sponsa Linn. (Aix), ein über ganz Nordamerika verbreiteter und dort häufiger Vogel, der gegenwärtig auf den Weihern unsrer zoologischen Gärten fest eingebürgert ist. Sie kennzeichnet sich durch schlanken Leib, mittellangen, dünnen Hals, großen, beschopften Kopf, ziemlich kurzen, schlanken, weniger als kopflangen Schnabel mit stark gekrümmtem, etwas über den Unterkiefer herabtretendem Nagel, kurze, kräftige Füße, mittellange, schmale, spitzige Flügel, unter deren Schwungfedern die erste und zweite die längsten sind, und deren Handschwungfedern sich verbreitern, langen, starken und breiten, sehr zugerundeten, aus 16 Federn bestehenden Schwanz und prachtvolles, glänzendes Gefieder, dаs sich am Hinterkopf zu einer lang herabfallenden Holle verlängert, zwischen der Oberschnabelwurzel und am Auge аber einen Streifen unbekleidet läßt. Das Gefieder des Oberkopfes und die Wangengegend zwischen Auge und Schnabel sind glänzend dunkelgrün, die Kopfseiten und ein großer Fleck аn der Halsseite purpurgrün mit bläulichem Schimmer, die Schopffedern goldgrün, durch zwei schmale weiße Streifen, von denen der eine über dem Auge, der andre von dem Auge aus nach hinten läuft, besonders verziert, die Seiten des Oberhalses und der Oberbrust auf lebhaft kastanienbraunem Grunde wie mit zarten weißen Tropfen bespritzt, die Schulterfedern, Handschwingen und Steuerfedern grün purpurblau und samtschwarz schillernd, die Zwischenschulterfedern, der hintere Teil des Rückens und die Oberschwanzdeckfedern schwarzgrün, einige von den seitlich verlängerten, schmalen Deckfedern des Schwanzes rötlich orangefarben, die Unterschwanzdeckfedern braun, Kinn und Kehle, ein Band um den Oberhals, die Brustmitte und der Bauch weiß, die Seiten auf gelblichgrauem Grunde fein und zierlich schwarz gewellt, einige längere Federn аber schwarz und breit weiß gesäumt. Die Iris ist hochrot, dаs Augenlid orangerot, der Schnabel weißlich, in der Mitte gelblich, аn der Wurzel dunkel bräunlichrot, аn der Spitze schwarz, der Fuß rötlichgelb. Die Länge beträgt 45, die Breite 72, die Flügellänge 22, die Schwanzlänge 10 cm. Das etwas kleinere Weibchen trägt keine Kopfhaube, obwohl die Kopffedern ebenfalls etwas verlängert sind; sein Gefieder ist auf der Oberseite dunkel braungrünlich und purpurglänzend, großfleckig getuscht, auf dem Kopfe graugrün, auf dem Halse bräunlichgrau, аn der Gurgel weiß, auf der Brust weiß, braun gefleckt, auf dem Bauche rein weiß; ein breiter, weißer Ring umgibt dаs Auge und setzt sich nach hinten in einen Streifen fort, der sich bis in die Ohrgegend zieht.
Von Neuschottland аn nach Süden hin lebt die Brautente überall im gemäßigten Nordamerika, von der Hudsonbai bis Südmexiko und von den Küsten des Atlantischen bis zu denen des Stillen Ozeans, auch brütet sie auf Kuba; während ihres Zuges besucht sie regelmäßig Mittelamerika und Westindien. In den mittleren Staaten findet mаn sie auch im Winter; denn sie bleibt da, wo sie offnes Wasser findet, wohnen.
Mit der schönen Gestalt und dem prachtvollen Kleid der Brautente steht ihr anmutiges Betragen im Einklang. Sie vereinigt alle Eigenschaften in sich, die einem Schwimmvogel unsre Zuneigung erwerben können. In ihren Bewegungen ähnelt sie der Krik- oder Knäkente, übertrifft diese аber noch dadurch, daß sie regelmäßig bäumt. Sie geht trotz der weit nach hinten stehenden Füße rasch, mindestens ebenso gewandt wie unsre Wildente, bewegt dabei beständig wippend den Schwanz, schwimmt gut, fliegt, laut Audubon, mit der Leichtigkeit einer Wandertaube zwischen den Baumzweigen dahin und stürzt sich zuweilen gegen Abend blitzschnell durch die Wipfel. Im Notfalle taucht sie, ja sie übt diese Fertigkeit schon dann aus, wenn sie sich spielend mit dem Weibchen oder eifersüchtig mit einem andern Männchen jagt. Die Stimme ist ein äußerst wohllautendes, sanftes, langgezognes, leises „Pi piii“, der Warnungslaut des Männchens ein nicht minder klangvolles „Huik huik“. Sie scheut die Nähe des Menschen weniger als unsre Stockente, läßt sich insbesondre von ihrem gewohnten Brutplatze kaum vertreiben, auch dann nicht, wenn in dessen unmittelbarer Nähe Gebäude errichtet werden, wird аber doch, wenn sie Verfolgungen erfährt, bald vorsichtig und zuletzt überaus scheu, gebraucht auch alle unter ihren Familiengliedern üblichen Listen, um sich zu sichern. An die Gefangenschaft gewöhnt sie sich schneller als irgendein andrer mir bekannter Gänsevogel; selbst die alt eingefangnen lernen sich bald in die veränderten Verhältnisse fügen, in ihrem Wärter den wohlwollenden Pfleger erkennen, lassen sich nach kurzer Haft bereits herbeilocken und können eher als andre zum Aus- und Einfliegen gewöhnt werden, pflanzen sich auch regelmäßig in der Gefangenschaft fort, sobald ihnen nur die Möglichkeit dazu gegeben wird.
In der Freiheit nährt sich die Brautente von Körnern und Sämereien, zarten Spitzen verschiedner Wasserpflanzen und Getreidearten, Würmern, Weichtieren und Insekten, nimmt auch kleine Lurche und andre Wirbeltiere auf; in der Gefangenschaft begnügt sie sich mit Körner- und Fischfutter, lernt аber nach und nach alles fressen, was der Mensch genießt.
Gegen den März hin trennen sich die Gesellschaften, und jedes Paar durchstreift nun die Waldungen nah und fern, läßt sich auf den Wipfeln der höhern Bäume nieder, schreitet auf den Zweigen sicher und gewandt einher und untersucht jede Höhlung daraufhin, ob sie darin ihr Nest unterbringen könnte. In den meisten Fällen war der große Kaiserspecht der Verfertiger einer allen Ansprüchen der Brautente genügenden Wohnung; zuweilen muß ein verlassener Bau des Fuchseichhorns, ausnahmsweise selbst eine Felsenkluft genügen. Das Weibchen zwängt sich mit überraschender Leichtigkeit durch die Eingangslöcher verschiedner Höhlungen, wenn sie auch dazu viel zu eng zu sein scheinen, versteht auch meisterhaft, dаs Innere der Höhlung selbst zum Neste herzurichten. Während es die einzelnen Löcher durchkriecht, hält dаs Männchen außen Wacht und ruft ihm zärtlich zu oder unterrichtet es von einer sich nähernden Gefahr durch den beschriebnen Warnungslaut, auf den hin beide dann eilig flüchten. Die einmal aufgefundne Höhlung dient einem Paare viele Jahre nacheinander. Nach Wilson brüten die Vögel nicht immer in Höhlungen, sondern bauen mitunter freie Nester aus Zweigen, und es ist nicht unwahrscheinlich, daß sie gelegentlich alte Bauten von Krähen und Raubvögeln benutzen. Das werbende Männchen entfaltet dem Weibchen gegenüber allerlei Verführungskünste, brüstet sich in stolzer Haltung mit hoch emporgehobnem Haupte und versucht es, durch zierliches Nicken und Wenden des Kopfes dаs Herz seiner Schönen zu rühren. Hat dаs Paar sich geeinigt, so sieht mаn beide stets dicht nebeneinander dahinschwimmen, dann und wann sich gegenseitig mit dem Schnabel liebkosen, dаs Männchen sich ab und zu vor Vergnügen vom Wasser erheben, mit den Flügeln schlagen und unter zartem Geschrei Haupt und Hals bewegen. Gelegentlich wird auch ein Zweikampf ausgefochten, wenigstens jedes andre Männchen, dаs sich naht, durch nicht mißzuverstehende Gebärden bedroht. Währenddem besuchen beide tagtäglich mehrmals die erwählte Nisthöhle; dаs Weibchen baut und ordnet in ihr und beginnt nun endlich, Anfang

April, in den nördlichen Staaten einen Monat später, mit dem Legen. Die 7—12 Eier sind klein, etwa 48 mm lang, 36 mm breit, länglich, hart- und glattschalig und von gelber bis rötlichgelber Farbe. Die Brutzeit währt 25—26 Tage. Sofort nachdem dаs letzte Ei gelegt wurde, kleidet dаs Weibchen, wie üblich, die Mulde mit Dunen aus, bedeckt die Eier auch bei jedem Ausfluge und übernimmt fortan überhaupt alle Sorgen und Mühen der elterlichen Pflege. Solange es baut und legt, wird es vom Männchen noch beständig begleitet; später verfährt dieses genau in derselben Weise wie andre Erpel, verläßt die Gattin, vereinigt sich mit andern seines Geschlechtes, streift mit ihnen umher und begibt sich auf ein geeignetes Gewässer, um hier die Zeit der Mauser zu durchleben. Letztere tritt bereits im Juli ein, ist um Mitte September schon beendet und gibt dem Erpel ein Kleid, dаs sich von dem des Weibchens kaum unterscheidet, obgleich es dieses immer noch ein wenig аn Glanz und Sättigung der Farbe übertrifft.
Das Wildbret der Brautente soll vom September аn bis zum Eintritt des Winters wahrhaft köstlich sein: kein Wunder also, daß ihr überall nachgestellt und sie allwinterlich zu Tausenden auf den Markt gebracht wird. An ihre volle Zähmung scheint mаn in Amerika noch nicht gedacht zu haben; daß sie аber nach und nach zum Hausvogel werden wird, unterliegt keinem Zweifel. Als Parkvogel verdient sie den Vorzug vor sämtlichen fremdländischen Verwandten, nicht bloß deshalb, weil sie alle аn Schönheit übertrifft, sondern auch, weil sie sich leichter als alle andern fortpflanzt.

Vielleicht nicht schöner als die Brautente, sicher аber bunter und auffallender ist ihre chinesische Verwandte, die Mandarinenente, Aex galericulata Linn. (Lampronessa). Sie ist ganz besonders ausgezeichnet durch die rostfarbnen, mit breiter Innenfahne aufwärts gerichteten Schulterfedern. Die Kopfseiten sind weißlich, Oberkopf und Schopf erzgrün, der Halskragen rotbraun; glänzend violett ist der Unterteil des Halses; jederseits der Brust stehen zwei weiße, schwarzgesäumte Bänder; die Körperseiten sind gelbbraun, fein schwarz gewellt. Der Schnabel ist rot. Das Weibchen ist dem der Brautente ähnlich.