in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas
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[Maskengrasmücke]
Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
894. Sylvia ruppeli Temm.
Sylvia ruppeli Temminck, PL Col. 245, Fig. 1 (1823— „Kandia“. Errore! Cretzschmar sagt im „Atlas z. Reise, usw., p. 29: „Bewohnt die Küsten und Inseln des roten Meeres, wo sie buschig sind, wird selten am Nil gefunden. Kommt nach eingezogenen Berichten auf den Inseln des griechischen Archipelagus vor.“ — Spätere Autoren berichtigten die Schreibweise des Namens, indem sie S. rüppelli schrieben).
Sylvia Rüppellii oder capistrata Ruppeli, Mus. Senckenberg. II, p. 181 (1837— Ägypten).
Sylvia guttata Landbeck, Württemb. naturw. Jahresh. V, 2, p. 253, Abbild. (1849— Griechenland).
Sylvia melandiros Krüper, Journ. f. Orn. 1861, p. 279 (ex Lindermayer MS— Griechenland).
Abbild.: Atlas z. Reise im nördl. Afr. v. Ruppeli, Taf. 19; Bresser, B. Europe II, Taf. 65.
Eier: Reiser, Ornis Balcanica III, Taf. 3 Fig. 3, 4. Bresser, Eggs B. Europe „Sylviinae“, Fig. 22—24.
1. Schwinge etwas kürzer als (sehr selten so lang wie) die Handdecken, 2., 3., 4. fast gleich und am längsten. ♂ ad. Zügel, Oberkopf bis auf den Nacken, Kinn, Kehle und Kropf glänzend schwarz, übrige Oberseite hell aschgrau, Ohrgegend glänzend dunkelaschgrau. Von der Schnabelwurzel bis zu den Halsseiten ein weißer Bartstreif. Unterseite rahmweißlich mit rosigem Schimmer, Seiten lichtgrau übertüncht. Schwingen bräunlichschwarz mit hellbräunlichen Außen- und breiteren weißlichen Innensäumen, Armschwingen mit breiteren, lichtbräunlichen Außensäumen und weißlichen Spitzen. Kleine Flügeldecken wie der Rücken, große wie die Armschwingen. Äußerste Steuerfeder weiß, Basis und unterer Teil des Außensaumes der Innenfahne schwarz, 2. Steuerfeder schwarz mit einem mehr oder minder ausgedehnten weißen Keilfleck аn der Spitze, 3. Steuerfeder schwarz mit weißem Fleck аn der Spitze, die mittleren Paare gräulichschwarz mit sehr schmalen lichten Säumen. Um dаs Auge ein nackter rotbrauner Ring. Iris dunkelbraun, Füße rötlich gelbbraun, Schnabel schwarz, Basis des Unterschnabels horngelblich. Flügel 67—74, Schwanz gerundet, etwa 60—64, Lauf 20—21, Culmen 14 bis 16 mm. — ♀ ad. Federn des Oberkopfes mattschwarz, ausgedehnt graubraun umsäumt, übrige Oberseite grau mit gelbbräunlichem Schimmer. Kehlfedern weiß mit schieferfarbener Basis. Sonst wie dаs <5. Im frischen Herbstkleide haben die schwarzen Kehlfedern des ♂ weiße Spitzen. Juv. dem ♀ ähnlich, аber Ober- und Unterseite bräunlicher.
Brutvogel in Griechenland, Klein-Asien und Palästina. — Überwintert in Nordostafrika. Loche gibt аn ein Paar bei Milianah in Algerien brütend gefunden zu haben, doch liegt wahrscheinlich eine Verwechselung vor.
Bewohnt Buschwerk und Gärten und baut sein aus Grashalmen bestehendes, innen mit Pferdehaaren ausgelegtes Nest in Büschen. Die Eier sind grauweißlich mit dunkel olivenbraunen Flecken so gleichmäßig und dicht bedeckt, daß sie аn die von Acrocephalus schoenobaenus erinnern. 25 Eier messen nach Jourdain im Durchschnitt 17.84 x 14, Maximum 19.3 x 14.6 und 19 x 14.8, Minimum 17 x 13.3 und 17.5 x 13.2 mim Bewegung und Gesang erinnern аn die von S. melanocephala. Gewicht zweier Eier 85 mg.
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Brehm
Im Südosten Europas tritt zu den genannten noch eine andere kleine Grasmückenart, die Masken- oder Stelzengrasmücke, Sylvia rüppelli Temm. (Tas. „Südeuropäische Grasmücken“, 2 u. 3, bei S. 104). Sie erinnert in ihrer Gesamtfärbung so sehr аn unsere Bachstelze, daß mаn beide fast mit denselben Worten beschreiben könnte. Kopf, Zügel, Kinn und Kehle bis zur Brust sind schwarz, die Oberteile dunkelgrau, ein von der Unterkinnlade beginnender, bis unters Ohr verlaufender Streifen und die Unterteile weiß, letztere rötlich überflogen, in der Weichengegend gräulich, die Schwungfedern und die kleinen Flügeldeckfedern bräunlichschwarz, letztere weiß gesäumt, die mittleren Schwanzfedern schwarz, die äußersten ganz weiß, die zweiten, dritten und vierten jederseits аn der Spitze und аn der Jnnenfahne mehr oder weniger weiß. Das Weibchen ist kleiner, auch blässer gezeichnet. Die Iris ist braun, ein nackter Augenring rotbraun, der Schnabel hornfarben, der Fuß rötlich. Die Länge des Männchens beträgt 13, die Breite 21, die Flügellänge 7, die Schwanzlänge 6,5 cm.
Das Vaterland der Maskengrasmücke ist Griechenland, Kleinasien, Syrien, Palästina: auf ihren Zügen besucht sie Arabien, Ägypten und Nubien. Sie ist eine Bewohnerin der buschigen Täler wüstenähnlicher Gegenden oder spärlich bewachsener Inseln. In Griechenland gehört sie zu den Seltenheiten; in Palästina, Kleinasien und auf den Inseln des Roten Meeres ist sie häusiger, in der Umgegend von Smyrna die gemeinste Art ihrer Gattung. In Ionien erscheint sie, laut Krüper, gegen Ende März, beginnt bereits um die Mitte des April zu brüten und verläßt dаs Land im August wieder. Auf dem Zuge begegnet mаn ihr, wie auch ich erfuhr, meist in niedrigem Gesträuche oder Schilfe, wo sie emsig nach Kerbtieren sucht; in ihrer Heimat findet mаn sie bald nach ihrer Ankunft auf allen mit geeignetem Gestrüppe bedeckten Anhöhen und Berggehängen, bis ins Gebirge hinauf. Man sieht fast nur die Männchen, nicht аber die versteckt lebenden Weibchen. Erstere lassen ihr Lied von der Spitze eines Strauches herab ertönen, verschwinden darauf behende in den Busch oder fliegen einer andern Spitze zu, um dort dasselbe zu wiederholen. Während der Paarungszeit singen sie sehr eifrig, erheben sich dabei gleichsam tanzend in die Luft und lassen sich mit ausgebreiteten Flügeln und gefächertem Schwänze schwebend herab. Das Nest wird in Büschen nahe dem Boden aus feinen, dürren Grashalmen gebaut und mit Pferdehaaren ausgelegt. Die Eier sind im Durchschnitt 18 nun lang, 14 nun dick und auf gräulichweißem Grunde mit kleinen graubraunen, ineinanderlaufenden Punkten gezeichnet.