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Curruca melanocephala

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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[Samtkopf-Grasmücke]

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

895. Sylvia melanocephala melanocephala (Gm.).

Sylvia melanocepliala Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 970 (1788— ex Cetti — Sardinien).

Sylvia ruscicola Vieillot, Nouv. Dict. d’Hist. Nat. XI, p. 186 (1817— Partim! „Provence, Sardaigne, et aux Canaries“).

Sylvia ochrogenion Lindermayer, Isis 1843, p. 344 (Griechenland).

Curruca luctuosa Brehm, Vogelfang, p. 229 (Dalmatien).

Pyrophthalma nigricapilla Brehm, Naumannia 1855, p. 283 (nomen nudum).

Pyrophthalma melanocepliala major und longirostris Brehm, Verz. Samml., p. 6 (1866— nomina unda!).

Italien: Occhiocotto.

Abbild.: Dresser, B. Europe II. Taf. 62; Eier: Dresser, Eggs B. Europe, Taf. Sylviinae Fig. 25—29.

♂ ad. Zügel, Ohrdecken und Oberkopf bis auf den Nacken schwarz, übrige Oberseite dunkelaschgrau, Schwingen schwarzbraun mit aschgrauen Außeu- und bräunlichweißen oder weißlichbraunen Innensäumen. Steuerfedern dunkelschieferfarben mit schmalen grauen Säumen; Außenfahne des äußersten Steuerfederpaares nur аn der untersten Basis grau, sonst weiß, Innenfahne mit mehr oder minder ausgedehnter, oft bis zur Hälfte weißen Spitze, 2. und 3. Paar mit weißem Spitzenfleck. Unterseite weiß, Seiten stark mit grau überflogen. Unterschwanzdecken weiß, nach der Basis zu grau (1). Unterflügeldecken hellgrau. Iris rotbraun. Schnabel schwarz, Basis des Unterschnabels fleischfarben, nackter Ring ums Auge mattrot. Füße hellbraun. 1. Schwinge länger als die Handdecken, 2. zwischen der 7. und 8., seltener zwischen der 6. und 7. Flügel etwa 57—63, Schwanz abgerundet, etwa 62—66, Culmen 14—15, Lauf etwa 20—22 mm. — ♀ ad. Oberseite braun mit mehr oder minder grauem Schimmer, Oberkopf schiefergrau mit braunem Anflug. Unterseite weißlich, Seiten hellbraun, ebenso die Wurzeln der Unterschwanzdecken. Juv. ähnlich wie dаs o, nur Ober- und Unterseite bräunlicher.
Brutvogel in Südfrankreich, Spanien und Portugal, auf den Balearen, in Italien (in der Poebeue nur vereinzelt), auf Korsika, Sardinien, Sizilien, Malta, in Süd-Dalmatien, Montenegro, der Türkei, in Griechenland und auf mehreren der griechischen Inseln, und in Kleinasien, außerdem in Marokko, Nord- Algerien, Nord-Tunis und Tripolis J), den östlichen Kanaren. — Überwintert hauptsächlich in Süd-Algerien und Süd-Tunesien, wahrscheinlich auch im südlichen Marokko, und in geringer Anzahl in Palästina, Egypten und Nubien. (Die Vermutung des Vorkommens auf Helgoland ist unbegründet.)

Lebt in Buschwerk, Gärten und lichten Wäldern und ist im allgemeinen ein ziemlich scheuer Vogel. Er scheint Hügelland und die Nähe der Küsten zu lieben. Der Lockton ist ein rauhes, schnarrendes treck, treck, treck; der Gesang ist ein leises, melodisches Geschwätz, dem anderer Sylvien ähnlich; er läßt ihn auch häufig im Fluge hören. Das Nest steht in niederen Büschen und Ranken, es besteht aus Grashalmen und Würzelchen, Spinnengeweben und dergl. und ist mit feinerem Material und Haaren ausgefüttert. Die 4—5 Eier sind in der Regel grünlich weiß, grau und braun gewölkt und gefleckt. Aus Spanien liegen auch gelbliche und rote Varietäten vor. 100 von Jourdain und Rey gemessene Eier messen im Durchschnitt 17.86 x 13.6, Maximum 19.3 x 14.2 und 18.2 x 14.5, Minimum 15.3 x 13.4 und 16.8 x 13.1 mm. Mittleres Gewicht nach Rey 95 mg.

1) Sylvia melanocephala subsp. ?
Die Sammetköpfchen, welche Nord west-Afrika, nämlich Marokko, Algerien. Tunis und Tripolis bewohnen, zeichnen sich durch fast reinweiße Unterschwanzdecken aus, wohingegen die von den östlichen Canaren (Fuertaventura und Lanzarote) wieder mehr gräuliche haben, ohne jedoch zu S. m. leucogastra zu gehören. — Größere Serien guter und frischer Bälge sind zu untersuchen.

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Brehm

Die Länge des Samtköpfchens, Sylvia melanocephala Gm. (Tas. „Südeuropäische Grasmücken“, 6, bei S. 104), beträgt 14, die Breite 18, die Flügellänge 5,5, die Schwanzlänge 6 cm. Das Gefieder der Oberseite ist grauschwarz, dаs der Unterseite weiß, rötlich angeflogen, dаs des Oberkopfes nebst Zügel und Ohrdecken samtschwarz, dаs der Kehle ‚ reinweiß; Flügelund Schwanzfedern sind schwarz, die drei äußersten Steuerfedern аn der Außenfahne ganz weiß, die dazwischen liegenden nach der Mtte zu mit immer mehr abnehmender weißer Endspitze. Beim Weibchen und den Jungen ist die ganze Färbung matter, mehr bräunlich. Die Iris des Auges ist braungelb, dаs nackte, stark aufgetriebene Augenlid ziegelrot, der Schnabel blau-, der Fuß rötlichgrau.
Von Südfrankreich, Italien und Süddalmatien аn ist dаs Samtköpfchen über ganz Südeuropa, Nordafrika und Kleinasien verbreitet und auch auf den kleinsten Inseln noch zu finden, vorausgesetzt, daß es hier wenigstens einige dichte Hecken gibt. Im Niederwalde und in allen Gärten Griechenlands, Italiens und Spaniens ist es gemein. Es wandert nicht, sondern bleibt jahraus jahrein in der Heimat.
„Nähert mаn sich dem Orte“, sagt Hansmann, „wo dаs Nest oder die Jungen eines Samtköpfchens versteckt sind, so hört mаn seinen hellen Warnungsruf ,trret trret trret‘, welcher mitunter im höchsten Zorne oder in der höchsten Angst so schnell hintereinander wiederholt wird, daß er als ein zusammenhängendes Schnarren erscheint. Dabei spreizt der Vogel seine dunkelschwarzen Kopffedern, welche um ein geringes bis in den Nacken hinein verlängert sind, in die Höhe, und der nackte Augenring flammt feuerrot. Der Lockton ist ein weniger scharfes ,Treck treck treck‘, und mit ihm beginnt gewöhnlich auch der Gesang, ein sehr mannigfaltiges, ziemlich langes, aus schnarrenden und pfeifenden Tönen zusammengesetztes Lied, welches gegen dаs Ende hin manche ganz artig klingende Strophen hat. Diesen Gesang läßt es auch öfter, von einem Orte zum andern fliegend oder, wie die Brillengrasmücke, aufsteigend und wieder auf einen Zweig zurückfallend, vernehmen.“ Ich will hinzufügen, daß dаs singende Männchen fast immer oder wenigstens sehr gern hoch sitzt, während des Singens den Schwanz stelzt, die Halsfedern sträubt und zierliche Verbeugungen macht. „Das Weibchen ist ein nicht halb so munterer und so kecker Vogel wie dаs Männchen, und mаn bekommt ersteres nur selten zu sehen. Um die Jungen ist es wohl ebenso besorgt als der andere Gatte; indessen geschieht deren Verteidigung lange nicht mit der lärmenden Tapferkeit, welche mаn аn diesem erblickt.
„Die Nester des Samtköpfchens, welche ich gefunden, standen entweder in niedrigen, dichten Crataegus- oder Lycium-Büschen oder ganz frei zwischen den Zweigen eines Brombeerstrauches, von dessen überhängender Krone freilich vollkommen vor allen feindlichen Blicken geschützt. Dieser Vogel muß seine erste Bmt schon ziemlich früh beginnen, da ich bereits zu Anfang des April flügge Junge von ihm vorfand. Sogar im August noch entdeckte ich ein Nest von ihm mit vollständig frischen Eiern. Das Nest ist dickwandiger als diejenigen seiner Familienverwandten, etwa demjenigen des Plattmönches ähnelnd, jedoch bei weitem kleiner und auch zierlicher angelegt.“ Die 4—5 Eier sind durchschnittlich 18 mm lang und 14 mm breit, auf grünlichweißem Grunde grau und braun gewölkt und gefleckt. Nach der Brutzeit streicht alt und jung noch längere Zeit zusammen im Lande umher. Wir haben in den Wintermonaten noch solche Familien beobachtet.