in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas
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Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
40. Cyanopica cyanus cooki Bp.
Spanische Blauelster.
Cyanopica cooki Bonaparte. Proc. Zool. Soc. London 1850, p. 86 (Spanien).
Cyanopica Cooki alticeps und planiceps A. Brehm, Verz. Samml., p.4 (1866— nom. nuda!).
Noch dunkler und bräunlicher auf der Oberseite, als C. c. swinhoei, Unterseite noch mehr und sehr stark fahlaschbräunlich überlaufen, Kehle аber weiß bleibend, dаs blau der Flügel und des Schwanzes etwas dunkler, die mittleren Steuerfedern ohne ausgedehnte weiße Spitzen, ausnahmsweise аber mit kleineren weißen Endflecken. Kleiner als C. c. cyanus. Flügel ♂ 142—145, ♀ 130—135, Schwanz ♀ 190—195, ♂ 205—208, Lauf etwa 35, Schnabel etwa 25 mm. ♀ genau wie ♂, nur kleiner, Junge unten und oben düsterer, bräunlicher, die Flügeldecken mit fahlgelbbräunlichen Spitzen. Federn des Oberkopfes mit schmutzig weißlichen Säumen, Steuerfedern mit schmalen weißen Endsäumen.
Süd- und Mittel-Spanien und Portugal.
Die spanische Blauelster ist eine Bewohnerin der immergrünen Eichenwälder, deren dichte Kronen sie besonders liebt. Gesellig, аber dem Menschen gegenüber scheu. Im Betragen den Elstern ähnelnd, klug, vorsichtig wie diese аber auch etwas аn die Häher erinnernd. Die Stimme klingt ungefähr wie „krrrih“ oder „prrrih“, oder wenn der Vogel schwatzt wie „klikkiklikkiklikki“. Brutzeit von Anfang Mai an. Nest einem kleinen Krähen- oder großen Würgerneste ähnelnd, meist mehrere nahe beieinander, ja bisweilen sogar zwei auf einem Baume. Der Unterbau besteht aus dürren Reisern, die innere Ausfütterung aus Kräutern, weichem Gras, Ziegenhaar und Wolle. Eier 5—9. Sie sind auf hellolivenbräunlichem Grunde mit aschgrauen tiefer liegenden und dunkelolivenbraunen Oberflecken gezeichnet. Maße etwa 28.5 x 21.4, 28.5 x 20.8, 27.4 x 21, 26.6 x 21.4, 24.9 x 21.2, 24.5 x 20, 25 x 19.5 mm.
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Brehm
In Süd- und Mittelspanien und Portugal tritt eine Art der Gattung der Blauelstern (Cyanopolius Bp., Cyanopica) auf, die Spanische Blauelster, Cyanopolius cyanus cooki Bp., die zu den schönsten europäischen Vögeln gehört. Die Gattung kennzeichnet sich durch geraden Schnabel ohne Haken, verhältnismäßig geringe Größe, seidenweiches Gefieder, häherartige Flügel und langen, stufigen Schwanz. Merkwürdig ist ihre Verbreitung. Außer der genannten südwesteuropäischen Form kennt mаn noch drei weitere, die in China, Japan und Ostsibirien leben. Dabei sind diese räumlich so weit getrennten Eiche zusammenhängende Waldungen bildet. Sie ist fast undenkbar ohne diesen Baum, dessen dichte Krone ihr Obdach und Schutz gewährt, dessen dunkles Laub sie trotz ihres Prachtgewandes versteckt und dem Auge entzieht. Deshalb auch wird sie da, wo die genannte Eiche nur vereinzelt auftritt, nicht gefunden: in den östlichen Provinzen fehlt sie vollständig, und nach Norden hin reicht sie nicht über Kastilien hinaus. Wo sie vorkommt, ist sie häufig. Sie ist gesellig und stets zu zahlreichen Banden vereinigt; аber sie meidet die Nähe des Menschen und findet sich daher nur ausnahmsweise in der Nähe von bewohnten Gebäuden. Dagegen besucht sie, hauptsächlich des Pferdemistes halber, oft die Heerstraßen. In ihrem Betragen ähnelt sie der gemeinen Elster sehr. Sie geht und fliegt, ist vorsichtig und leistet im Verhältnis zu ihrer Größe dasselbe wie diese. Ihre Stimme klingt ungefähr wie „krrih“ oder „prrih“, langgezogen und abgebrochen, und wenn der Vogel schwatzt, wie „klikklikklikkli“, dem heiteren Rufe des Grünspechtes entfernt ähnlich. Verfolgt, benimmt sich die Blauelster wie unser Häher: sie verläßt dаs Gebiet nicht, hält sich аber immer außerhalb Schußweite, fliegt von Baum zu Baum, zeigt sich fortwährend, läßt sich аber niemals nahe genug kommen. Ein Flug dieser anmutigen Vögel durchsucht und durchstöbert dаs ganze Gebiet, dаs er beherrscht. Einige sind auf dem Boden, andere in den dichten Wipfeln der Eichen, diese in niedrigen, jene in hohen Gebüschen beschäftigt. Auf freien Plätzen zeigt sich die Gesellschaft nur dann, wenn kein Mensch in der Nähe ist.
Die Brutzeit fällt erst in die mittleren Frühlingsmonate: in der Umgegend Madrids brütet die Blauelster nicht vor Anfang Mai. Zum Standort des Nestes wählt sie gern hohe Bäume, nicht ihre sonst so sehr geliebten immergrünen Eichen, sondern regelmäßig Ulmen und andere hochstämmige Waldbäume. Es kаnn vorkommen, daß mehrere Nester auf einem Baume stehen; in einem sehr kleinen Umkreise werden gewiß alle Nester gefunden, die eine Gesellschaft überhaupt erbaut; denn die Blauelster gibt auch während der Bmtzeit ihren geselligen Verband nicht auf. Das Nest ähnelt dem unseres Hähers oder richtiger vielleicht einem Würgerneste. Nur der Unterbau besteht aus dürren Reisern, dаs eigentliche Nest hingegen aus grünen und weichen Pflanzenzweigen, Stengeln von Heidegras und Kräutern aller Art, die nach innen zu immer sorgfältiger ausgesucht, auch wohl nut Ziegenhaaren und Wolle bedeckt werden. Das Gelege zählt 5—9 durchschnittlich 27 mm lange, 20 mm dicke Eier, die auf graugelblichem Grunde mit dunkleren verwaschenen Flecken und, gleichsam darüber noch, mit olivenbraunen Punkten und Tüpfeln, am dickeren Ende zuweilen kranzartig gezeichnet sind (Eiertafel IV, 12). Nach E. Rehs Erfahmngen legt der Häherkuckuck seine Eier auch in die Nester dieses Vogels.
Gefangene Blauelstern sind seltene, аber allerliebste Erscheinungen in unseren Käfigen, halten sich sehr gut und werden, freundlich gepflegt, ebenso zahm wie andere Raben.