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Oenanthe leucura

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1058. Saxicola leucurus leucurus (Gm.).

Turdus leucurus Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 820 (1789— Gibraltar. Ex Latham, Gen. Syn. II. 1, p. 344, Taf. XXXVIII).

Saxicola cachinnans Temminck, Man. d’Orn. I, p. 236 (1820— neuer Name für Turdus leucurus).

Dromolaea leucura magnirostris, parvirostris, nigerrima A. E. Brehm, Verz. Sammt., p. 5 (1866— nomina nudal).

♂ ad. Große, stumpf- und kurzflüglige Art. 1. Schwinge bedeutend länger als die Handdecken, 3.—5. gleich und am längsten, 3.—6. verengt. Das gesamte Kleingefiederder bräunlich- oder rußchwarz, im Herbste fast schwarz, gegen dаs Frühjahr hin und im Sommer bräunlicher werdend, nur die hinteren Bürzelfedern, Ober- und Ünterschwanzdecken rein weiß. Schwingen dunkelbraun, Außensäume heller braun, Innensäume fahl- bis fast weißlichbraun. Steuerfedern weiß mit ungefähr 8—14 mm breiter bräunlich schwarzer Endbinde, dаs mittelste Paar etwa zur Hälfte schwarz; im frischen Herbstgefieder haben die Steuerfedern noch schmale weiße Endsäume. Iris dunkelbraun, Füße und Schnabel schwarz. Flügel etwa 96—100 mm. — ♀ ad. Oberseite fast wie beim ♂ ad., nur etwas matter und bräunlicher, Unterseite braun, dadurch, daß die Federn breit braun gesäumt sind. — Nestkleid in beiden Geschlechtern den entsprechenden Kleidern der alten Vögel gleich, nur etwas matter.
Nistet regelmäßig in Portugal und Spanien (vielleicht mit Ausnahme des äußersten Nordens), auf kahlen Bergen аn der südfranzösischen Küste (bei Marseille, Nizza) und аn der Riviera di Ponente bis Genua; scheint außerdem in Sizilien Brutvogel zu sein und wurde vereinzelt anderwärts in Italien festgestellt. — Die Angaben vom Brüten in Griechenland beruhen wohl auf einem Irrtum und wurden von Buch zu Buch abgeschrieben, dagegen kаnn ein vereinzeltes Stück vielleicht einmal vorgekommen sein (vgl. Reiser, Omis Balcan. III, p. 558).

Die Lebensweise ist dieselbe wie bei S. I. syenitica. Auch die südeuropäische Form ist Standvogel; die Angaben vom Wandern nach Afrika dürften auf Irrtum beruhen. 40 spanische Eier (30 Rey, 10 Jourdain) messen im Durchschnitt 25.14 x 17.81, Maximum 26.3 x 18 und 24.7 x 19.4, Minimum 23.3 x 17.7 und 23.6 x 17 mm.

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Brehm

Die erste Stelle unter den sieben europäischen Arten gebührt dem Trauersteinschmätzer, Saxicola leucura Gm. (Dromolaea), einem der größten Mitglieder der Gattung, da die Länge 20, die Breite 31, die Flügellänge 10, die Schwanzlänge 7 cm beträgt. Das Gefieder ist, den bis auf die Endbinde blendendweißen Schwanz und seine oberen und unteren Deckfedern ausgenommen, gleichmäßig tief schwarz, schwach glänzend; die Schwingen sind аn der Wurzel hell aschgrau, gegen die Spitze hin schwarz; die Endbinde des Schwanzes nimmt zwei Fünftel der Gesamtlänge der beiden Mittelfedern ein und verschmälert sich bei den übrigen bis auf 8 mm. Die Iris ist dunkelbraun, Schnabel und Füße sind schwarz. Das Weibchen unterscheidet sich nur dadurch vom Männchen, daß die dunkeln Teile des Gefieders nicht schwarz, sondern rußbraun sind. Die jungen Vögel gleichen den Eltern derart, daß die Männchen dem Vater, die Weibchen der Mutter ähneln, nur daß ihr Kleid unscheinbarer ist.
Der zierliche Vogel ist über den größten Teil Spaniens und Portugals verbreitet und kommt außerdem in Südfrankreich, Süditalien, vereinzelt vielleicht in Griechenland vor. Überall, wo er auftritt, bewohnt er dаs Gebirge, vom Fuße аn bis zu 2500 m hinauf. Möglich, daß er im Hochsommer zu noch bedeutenderen Höhen emporsteigt und nur im Winter in die tieferen Regionen herabkommt, in denen ich ihn in den eigentlichen Hochgebirgen Südspaniens antraf. Seine Lieblingsplätze sind die wildesten, zerrissensten Felsen. Je dunkler dаs Gestein ist, um so häufiger begegnet mаn ihm, obwohl er auch auf lichteren Kalkfelsen nicht fehlt. Wo er vorkommt, ist er Standvogel. In Nordafrika vertritt ihn die Unterart Saxicola leucura syenitica Hgl.
Der Trauersteinschmätzer ist ein munterer und scheuer Vogel, der selbst dаs ödeste Gebirge zu beleben vermag. Das Männchen gebärdet sich oft höchst ergötzlich. Es tanzt förmlich auf einer Steinplatte umher oder trippelt tanzartig аn einer Felswand in die Höhe, breitet Schwanz und Flügel, neigt den Kopf, dreht und wendet sich, steigt aufwärts, singt dabei und senkt sich zuletzt mit ausgebreiteten Flügeln und Schwanz langsam tief herab, um sein all diesem Treiben zuschauendes Weibchen die letzte Strophe des Gesanges in nächster Nähe hören zu lassen.
Wirklich liebenswürdig benimmt sich der Vogel bei seinem Neste. Er beginnt ziemlich spät mit dessen Bau, erst um Mitte oder gegen Ende April, vielleicht auch Anfang Mai. An passenden Nistplätzen fehlt es ihm nicht; denn überall findet er sie in den hohen, steilen Felsenwänden. Das große, für eine zahlreiche Nachkommenschaft eingerichtete Nest besteht aus dicht zusammengeflochtenen Grashalmen und Würzelchen und ist inwendig sorgfältig mit Ziegenhaaren ausgefüttert. 4—5 Eier, 25 x 18 mm groß, von hell bläulichgrüner Grundfarbe und mit kleinen, hellbraunen oder rötlichen Flecken, bilden dаs Gelege.
Über den Nestbau der nordafrikanischen Abart hat König in Algier sehr merkwürdige Beobachtungen gemacht. In dem dortigen Wohngebiete des Vogels gibt es zahlreiche Ratten und Mäuse sowie Schlangen und fleischfressende Eidechsen. Unter solchen Umständen würden sehr viele der in kleinen Felsenhöhlen, unter überhängenden Steinen usw. angelegten Nester zerstört werden, wenn nicht der Vogel, durch Erfahrung gewitzigt, den Zugang zu seiner Bruthöhle durch einen Schutzwall abschlösse. „Dieser Schutzwall“, fährt unser Gewährsmann fort, „besteht aus einer Menge lose aufeinandergeschichteter Steine und Scherben, die, einem Haufen gleich, vor dem Eingänge zum Neste sich erheben, ein ganz enges Schlupfloch für den ausfliegenden Vogel am obern Rande lassend. Kein schweres Kriechtier ist imstande, dieses Steingeröll zu erklettern, weil ihm der Halt fehlt, sich darauf weiter fortzubewegen, und selbst Ratten und Mäuse würden sich vergebens bemühen, über jenes hinweg zum Neste vorzudringen. Der Vogel beginnt die Anlage dieser Schutzvorrichtung gleichzeitig mit dem Bau des Nestes und schleppt, wie ich mich selbst oft genug überzeugt habe, die Steinchen, die übrigens ein ganz ansehnliches Gewicht aufweisen, von weitem im Schnabel heran und legt sie vor die Kaverne, die dаs Nest bergen soll, nieder. An dieser Riesenarbeit beteiligen sich beide Geschlechter. Je weiter der Nestbau fortschreitet, um so mehr wächst auch der Steinhaufen vor dem Neste an, und lange noch schleppt dаs Männchen, wenn dаs Weibchen schon auf den Eiern brütet, mit unermüdlicher Ausdauer Steine und Scherben herbei. Es mögen Hunderte und аber Hunderte Steinchen sein, die den vollendeten Schutzwall bilden. Doch muß ich hierbei bemerken, daß diese Steinhaufen nicht überall und in gleicher Stärke aufgeworfen werden.“
Die kleine Schar der Jungen bleibt unter der Eltern treuer Hut, bis die Mauser vorüber ist; dann zerstreut sie sich, denn jedes hat einen Gefährten gefunden. Der Juli, August und September sind die Monate des Federwechsels; Ende Oktober, Anfang November sieht mаn die einzelnen Pärchen bereits vereinigt und von der Familie getrennt, wenn sie auch gern noch in Gesellschaft mit anderen Pärchen bleiben. Im Januar wird schon rüstig gesungen; im Februar hört mаn dаs volle Lied: es ist dem der Blaumerle täuschend ähnlich, wenn auch nicht so laut, so schallend, und endet gewöhnlich mit einem eigentümlichen Knarren, dаs sehr аn unsern Hausrotschwanz erinnert.