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Bezzel
Strix nebulosa J. R. Forster 1772 – Bartkauz
2 Subspezies; Europa S.n. lapponica Thunberg 1798.
Status in ME. 2 x Bruten in PL.
Kennzeichen. Fast uhugroß; großer runder Kopf ohne Federohren. Sehr großer Schleier mit konzentrischer Ringzeichnung. Zwischen dem wachsgelben Schnabel und den kleinen gelben Augen weiße Sicheln; schwarzer »Spitzbart«. Unterseite auf hellem Grund kräftig längsgestreift. ♀ oft deutlich größer als ♂. Flugbild mit breiten Flügeln, langem Schwanz, kurzen und wuchtigem Rumpf, wuchtigem wie abgeschnittenen Kopf. • Krallen dunkelbraun.
Verbreitung und Bestand. Boreale Bolarktis und Gebirgsregionen. In Nordamerika von der Waldgrenze Alaskas und Kanadas im W in den Rocky Mountains bis Kalifornien, im E bis N-Minnesota und Ontario. In Eurasien von NE-S. und SF nach E bis Sachalin. N. ur. Br. (z. B. 1904, 1921, 1934,1937 und wohl 1962, 1963,1966 und 1972) im äußersten N ; S.: Br in Lappland. Norrbotten, auch Jämtland und Ängermanland bis etwa 65° N; 1974 32,1975 2,1976 2,1977 40,1978 23,1979 0, 1980 29, 1981 76,1982 53 Bruten publiziert (Details z. B. Ste- fansson 1983); + аn der S-Grenze. SF: bis 60° 50 N; die meisten Nestfunde in mittleren Provinzen; + in neuerer Zeit (durch Zunahme der Beobachtung?). PL: 2 Bruten 1929, 1930, letzte Beobachtung 1953. Sonst keine Nachweise in Mitteleuropa. SU: S-Grenze in Gebieten Pskow, Smolensk, Jaroslaw, Swerdlowsk, Tjumen, Tomsk usw.
Wanderungen. Standvogel mit Zerstreuungswanderungen der juv.; vielleicht аber auch ausgeprägter nomadisch als bisher angenommen (ad. bis 110 km Umsiedlung). Nach Zusammenbrechen von Wühlmauspopulationen Evasionen, die nur selten nach S- Skandinavien und nie über die W Ostsee südwärts, im E bis in die Ukraine führen.
Biotop. Hochstämmige Fichten- und Kiefernwälder, meist in dichten Beständen. Jagdgebiet nahegelegene Lichtungen, Moore, Kahlschläge usw.
Nahrung. Wühlmäuse (meist Microtus) bilden in der Brutzeit bis zu 90%. Im Herbst und Winter meist etwas vielseitiger, z. B. ansehnliche Anteile аn Spitzmäusen. Beutespektrum der weniger bedeutsamen Tiere reicht bis Eichhorn, Schneehase und von Kleinvögeln bis Haselhuhn.
Stimme. Reviergesang des ♂ Strophen aus 10-12 dumpfen »ho-ho- ho …«, gegen Ende etwas rascher (schwächer als Habichtskauz). Gesang des ♀ selten, rauher. ♂ zur Brutzeit schwach »kjekjekje«; ♂ »hochhochhoch« usw. Standortlaute der angeflogenen Jungen hoch und schrill »ooo- ih«.
Verhalten. Dämmerungs-, аber auch nacht- und tagaktiv. Weiche, langsame, аn Graureiher erinnernde Flügelbewegungen. Jagt in übersichtlichem Gelände von niedrigen Warten aus. d lassen sich durch Imitation des Reviergesangs anlocken. Meist Einzelgänger; auf Wanderung mitunter in lockeren Gruppen.
Fortpflanzung. Monogam. Reviergesang Sept./Okt., ausnahmsweise Jan./Febr., meist erst ab März, Höhepunkt April/Anfang Mai. Nester meist Baumhorste von Greifvögeln, selten auf gebrochenen Baumstümpfen oder am Boden. Eier weiß. Gelege 1-7 (9), meist 3-6 Eier. Legebeginn April bis Mitte Mai. 1 Jahresbrut, brütet nicht jedes Jahr! Brutdauer wohl 28-30 d, Legeintervall meist 2 d. Bebrütung ab 1. Ei. Horst wird mit 20-30 d vor Flugfähigkeit verlassen; frühestens mit 5-6 Wochen flugfähig. – Bruterfolg: Erfolgreiche Bruten in S. und SF M106 2, 93 ±1,4 flügge Junge. Bei 42 Gelegen in SF schlüpften aus 80,5% der 174 Eier Junge, 72,1 % der Jungen verließen dаs Nest (= 2,41/Brut).
Literatur (14). H. Mikkola, Der Bartkauz. NBB 538,1981.124 p. • G. Stefansson, VF 38, 1979: 11-22. • ders., VF 42, 1983: 245-250.
Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe
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Niethammer/Boxberger
Strix nebulosa Forster — Bartkauz.
Verbreitung des Rassenkreises. Norden der Alten und Neuen Welt: Nordskandinavien, Nordrußland, Sibirien, Sachalin und Nordamerika. — 2 Rassen.
Strix nebulosa lapponica Thunberg — Bartkauz.
Syrnium lapponicum (Retz.), Naumann V, S. 46; Reichenow S. 81.
Beschreibung. ♂ und ♀ ad.: Grundfarbe wechselnd von rahmfarben bis fast weiß. Oberseite mit bräunlichschwarzen Längsstreifen und ziemlich verwaschener Querbänderung, die nur am Hinterhals deutlicher hervortritt. An den Schulterfedern viel Weiß. Schwingen bräunlichweiß und dunkel quergebändert, ebenso der Schwanz. Die helle Fuß- und Zehenbefiederung geradezu pelzig. Schleier grauweiß mit vielen konzentrischen dunklen Ringen; zwischen den Augen weiß, die Umgebung der kleinen Augen schwarz. Die schwarzen Kehlfedern sind bartartig verlängert. Die übrige Unterseite auf hellem Grund dunkel längsgefleckt, dazwischen leichte Querwellung, die аn den Weichen allein ausgebildet ist. Schnabel wachsgelb; Krallen braunschwarz; Iris bernsteingelb. — Dunenkleid‘, grauweiß, Unterseite weiß, Füße hell gelblichgrau. — Jugendkleid: „oberseits dunkelbraun mit schmalen weißen Querlinien, Unterseite dunkelbraun mit engen weißen Querzeichnungen“ (Hartert). — Mauser: Jugendmauser (Teilmauser) wann ? Jahresmauser (Vollmauser) wann ? — Maße: Flügel ♂ 426—455 mm, ♀ 435—465 mm (Hortung). Gewicht : ?
Feldornithologische Kennzeichen. Wirkt durch ihr lockeres Gefieder nahezu uhugroß. Rindengrau; konzentrische Ringzeichnung auf dem Schleier, schwarzer „Knebelbart“ und ziemlich langer Schwanz! Kleine gelbe Augen! Flug gewandt, Flugbild schlanker als dаs des Uhus (dicker Kopf ohne Ohrbüschel!) und langschwänziger. Auch tagsüber rege wie alle nordischen Eulen. — Stimme: Der Balzruf soll dem des Waldkauzes ähneln. Sonstige Lautäußerungen ?
Allgemeine Verbreitung. Nord-Norwegen, Nord-Schweden und Lappland, Nord-Rußland (Gouv. Pskow, Smolensk, Nowgorod, Jaroslaw, Archangelsk, Wologda, Wjatka), Sibirien und Sachalin. Hat ausnahmsweise im ehemaligen Gouv. Livland gebrütet.
Wanderungen. Stand- und Strichvogel. Streicht seiner Hauptnahrung, den Lemmingen, nach, so daß er oft mancherorts häufig ist, wo er in anderen Jahren ganz fehlt (so in Lappland; in Mittelschweden Winter 1935/36 viele). Mehrere Winterfunde in Südschweden, Norwegen und Südfinnland. Vereinzelt Lettland, einmal Ostpreußen.
Vorkommen in Deutschland. Ein im Herbst 1832 bei Schnecken, Krs. Niederung in Ostpreußen, erlegtes Stück befindet sich im Berliner Museum. Andere Angaben über sein Vorkommen in Deutschland sind unsicher oder irrtümlich.
Biotop. Kiefernwälder und verwachsene Moorwälder mit ihren flechtenüberwucherten Nadelbäumen.
Fortpflanzung. Rosenius 1927; Wasenius, Orn. Fenn. 1929 (betrifft Eier); Suschkin 1917, nach Grote, Beitr. Fortpfl. Vögel 1933.
Nahrung. Vor allem Kleinsäuger, besonders Nagetiere (Wühlmäuse, Lemminge), ferner kleinere und mittelgroße Vögel.
Parasiten. Federlinge: Philopterus s. syrnii, Strigiphilus heterocerus subsp. — Kratzer: Gentrorhynchus spinosus.
Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag
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Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
1471. Strix nebulosa lapponica Thunb.
Lapplandseule.
Strix lapponica Thunberg, K. Vet.-Akad. nya Handl. XIX. p. 184 (1798 — Lappland).
Strix microphthalmos Tyzenhaus, Orn. Powszechna I p. 86 und Titelkupfer (1845 — Russisch Littauen).
Schwed.: Lapp-uggla.
Abbild.: Naumann, Naturg. Vög. Deutschi. XIII, Nachträge, Taf. 349; Dresser, B. Europe, V, Taf. 308; „Neuer Naumann“ V, Taf. 8, u. a. m.
Auge verhältnismäßig bedeutend kleiner als bei den anderen Arten der Gattung. — ♂♀ ad. Rahmfarbig-weiß, mitunter mehr weißlich oder grauweißlich, mitunter deutlicher rahmfarben, Oberkopf, Halsseiten und Nacken mit bräunlichschwarzen Längs- und ebensolchen Querstreifen, Stirnmitte schwarz; übrige Oberseite ähnlich, аber die Längsstreifen breiter, die Querbänderung unregelmäßig und oft verwaschen. Skapularen mit reinerem und ausgedehnterem Weiß, Bürzel und Oberschwanzdecken mehr graubraun bekritzelt. Handschwingen rahmfarben mit zwei schmalen tiefbraunen Querbinden und ebensolchem ausgedehnten Spitzenteil, der аn den ersten Schwingen fast die Hälfte der Federn einnimmt, Armschwingen bräunlich mit ungefähr 5 dunkelbraunen Querbändern; Oberflügeldecken den Skapularen ähnlich, аn den Außenfahnen mit großen, mehr oder minder braun besprenkelten und bekritzelten, fast rein weißen Flecken. Lauf- und Zehenbefiederung gräulichweiß mit graubrauner Fleckung. Steuerfedern weißlichbraun mit dunkelbrauner Spitze und ebensolcher unregelmäßiger Querbänderung. Schleier gräulichweiß, jede Feder mit ungefähr 6 mattschwarzen Querbinden, ein Halbkreis vor dem Auge ungebändert weiß mit schwarzen Spitzen, unmittelbar vor dem Auge ein schwarzer Halbkreis. Die steifen, den Schleier umgebenden Federn sind hinter den Augen lebhaft rahmfarben mit schwarzen Querstreifen, nach dem Kinn zu mehr weiß mit schwarzen Schaftstreifen. Kinn und Kehle in der Mitte schwarz; übrige Unterseite weiß oder weißlich mit breiten schwarzbraunen Längsstreifen und meist mit mehr- oder weniger, selten ganz ohne ebensolche Quer Zeichnung, die Weichenfedern ohne Längsstreifen mit schmalen schwärzlichbraunen Querstreifen. Unterschwanzdecken gräulichweiß mit unregelmäßigen dunkelbraunen Querzeichnungen. Unterflügeldecken fast weiß, mit groben Flecken, Schäften und Querzeichnungen von dunkelbrauner Farbe. Schnabel wachsgelb, Krallen braun, Iris gelb. Flügel von 8 Exemplaren 440 —462, wobei die ♀ vermutlich die größeren sind, doch konnten nur wenige zuverlässig untersuchte Exemplare gemessen werden. Schwanz 310—330, Lauf ungefähr 60, Culmen 38—42 mm. — Erstes Dunenkleid hell grauweiß, Unterseite ganz weiß, Füße licht gelbgrau. Zweites Dunenkleid: Oberseite dunkelbraun mit schmalen weißen Querlinien, Unterseite dunkelbraun mit engen weißen Querzeichnungen.
Brütet in den Wäldern Lapplands und vereinzelt in Nordschweden; in Nordrußland südlich bis ungefähr zum 52° nördlicher Breite, nämlich noch in den Wäldern Littauens, in den Regierungsbezirken Minsk, Wilna und Grodno, Smolensk und Jaroslaw, sowie in Westsibirien, jedenfalls bis zum Jenissei, wenn nicht noch weiter östlich. Ostsibirische Stücke wurden von Buturlin subspezifisch getrennt. Im Winter in geringer Zahl etwas südlicher, in Rußland ausnahmsweise etwa bis zum 50°, in Deutschland vereinzelt bis Ostpreußen, einmal bei Hirschfelde in der Oberlausitz. Die Angabe vom Vorkommen bei Breslau ist zwar richtig, аber dаs betreffende Breslau liegt in Livland (Omis VI. p. 172). Prazák’s Angabe vom Vorkommen in Ostgalizien ist unglaubwürdig, dаs von ihm erwähnte Stück scheint nicht zu existieren.
Waldeule, welche in Lappland die Kiefernwälder und verwachsenen Moorwälder mit ihren flechtenreichen Fichten zu bevorzugen scheint; mаn trifft sie dort in Mäuse- oder mehr noch Lemmingjahren mitunter zahlreich an, und sie kommen dann in der
Dämmerung gern nach den Hunden des Jägers (Bengt Berg in litt.). In anderen Jahren sind sie selten. Das Geheul soll dem des Waldkauzes ähneln аber lauter sein, und wie hu—hu, hu—hu—u klingen. Brütet in verlassenen Raubvogelhorsten, soll аber auch selbst im Geäst der Bäume stehende Nester bauen (?) oder auf Stümpfen alter Bäume brüten. Das Gelege schwankt wie bei anderen nordischen Eulen je nach der vorhandenen Nahrung, die hauptsächlich aus Nagetieren besteht. Die Eier sind im Verhältnis zur Größe des Vogels klein, glanzlos oder mit sehr geringem Glanze, meist verhältnismäßig länglich (für Euleneier), und haben dasselbe Korn wie fast alle anderen Euleneier. 97 Eier (38 Rey und Sundman, 29 Nilsson, 30 Jourdain) messen nach Jourdain (in litt.) im Durchschnitt 54.05 x 42.54, Maximum 58.1 x 43 und 51 x 44.7 Minimum 49 x 42 und 50 x 39 mm.
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Brehm
Nahe mit den Waldkäuzen verwandt, аber doch einer besonderen Gattung (Scotiaptex Swains., Syrnium) zugehörig, ist der Bartkauz, Kleinaug- und Lapplandskauz, die Bart- oder Lapplandseule, Scotiaptex lapponica Retz., eine der größten aller Eulen. Die Länge beträgt 70, die Breite 140, die Flügellänge 48 und die Schwanzlänge 28 cm. Ähnlich gebaut wie unser Waldkauz, jedoch schlanker und verhältnismäßig langschwänziger, zeichnet sich der Bartkauz durch reiche Befiederung und großen, kreisrunden Schleier mit regelmäßiger Zeichnung besonders aus. Die vorherrschende Färbung des Gefieders der Oberseite ist ein düsteres Graubraun, wobei jede Feder durch dunkelbraune, zackige Schaftflecke und weißliche, gerade oder wurmförmig gebogene Binden gesperbert ist; die Unterseite zeigt ein mehr oder minder lichtes, leicht rötlich überhauchtes Grau, dаs in der Kropfgegend durch dunkelgraue Längs-, аn den Brustseiten und auf den Füßen аber durch schmale Querflecke gezeichnet wird. Der Schleier, aus zerschlissenen, weißgrauen, hin und wieder rostgelb angeflogenen und schwärzlich gebänderten Federn, trägt auf weißgrauem Grunde acht bis zehn sehr regelmäßig umeinander verlaufende, dаs Auge umgebende mattschwarze Kreise, die Kehlgegend einen einfarbigen schwarzen Fleck in Gestalt eines Kinnbartes, der durch etwas Weiß аn beiden Seiten noch mehr hervorgehoben wird; die Handschwingen sind auf dunkelbraunem Grunde weißlichbraun quergebändert, auf der Innenfahne bräunlich verwaschen und außerdem mit seinen zickzack- oder wurmförmigen Streifen gezeichnet, die Armschwingen in ähnlicher Weise geziert, die Schwanzfedern gräulichbraun, gegen die Spitze hin dunkler und von fünf unbestimmten, lichteren Bändern durchzogen. Das verhältnismäßig kleine Auge hat eine glühend hochgelbe Iris und rotbräunliche Lider; der Schnabel ist wachsgelb. Junge Vögel ähneln den Alten.
Das Verbreitungsgebiet des Bartkauzes erstreckt sich über den hohen Norden der Alten Welt, insbesondere über Lappland, Finnland, Nordrußland und Sibirien bis zum Ochotskischen Meere, nicht аber auch, wie früher angegeben, über den Norden Amerikas; wenigstens wird der hier vorkommende, mit dem Bartkauz oft verwechselte Graukauz, Scotiaptex cinerea Gmel., neuerdings von ihm bestimmt unterschieden. In Deutschland hat mаn den, wie es scheint, überall seltenen Vogel bisher nur in Ostpreußen und Schlesien erlegt. Im südlichen Skandinavien tritt er öfter auf; in Lappland, Finnland und Nordrußland sowie in ganz Nordsibirien ist er Brutvogel.
Über die Lebensweise fehlen Beobachtungen; fast alle Angaben, die sich in den einschlägigen Werken befinden, beziehen sich auf die nordamerikanischen Verwandten. Mr Wallengren, Nilsson, Loewenhjelm und Wolley geben dürftige Berichte. In Skandinavien folgt der Bartkauz den Zügen der Lemminge und streift dann nicht allzu selten bis zur Mitte des Landes nach Süden herab, tritt auch in einzelnen Jahren, entsprechend dem besseren Gedeihen seines Lieblingswildes, häufiger auf. Wie er lebt, wie er jagt, wie er sich anderen Tieren gegenüber verhält, ist unbekannt. Einer wurde, laut Lundborg, in Dalekarlien unter eigentümlichen Umständen erlegt. Er fiel einen Arbeiter an, der mit Graben auf einem größeren Torfmoor beschäftigt war, und versuchte, ihn im Rücken zu treffen. Der Mann befreite sich von ihm, der Kauz аber blieb still in der Nähe sitzen, und jener ging nach Hause, um ein Gewehr zu holen. Zurückgekehrt, fehlte er dаs erstemal, ging wiederum nach Hause, um aufs neue zu laden, und erlegte dann den hartnäckigen Vogel mit dem zweiten Schusse. Die Eule war eine weibliche und sehr mager, also wohl auch überaus hungrig, wodurch sich vielleicht dаs auffallende Benehmen erklärt. Ein Horst wurde von Ullenius Anfang Juni in Lappmarken gefunden und dаs brütende Weibchen bei dieser Gelegenheit erlegt. Der Horst stand in einem Kiefernwald aus einem 3 m hohen Baumstumpf, in dem sich durch Ausfaulen eine Höhlung gebildet hatte. Ein weißes Ei von der Größe des Uhu-Eies lag im Neste, ein anderes unbeschädigtes darunter am Fuße des Nistbaumes. Andere Horste fand Wolley, und zwar entweder auf hohen Bäumen oder in Baumhöhlen. Sie enthielten 3 und 4, nach Verhältnis der scheinbaren Größe des Vogels außerordentlich kleine, denen der Schnee-Eule аn Größe zienrlich nahekommende Eier.
Wir selbst sahen auf unserer Reise nach Sibirien am untern Ob zwei gefangene Bartkäuze im Besitz einiger Ostjaken, welche die Vögel ihrer Angabe nach aus einem frei auf einem Baume stehenden flachen Horst in einem benachbarten Weidenbestand genommen hatten und ihre Pfleglinge mit Fischen ernährten. Diese Vögel erinnerten mich in jeder Beziehung аn unsern Baumkauz, hatten, abgesehen von ihren gelben Augen, denselben gutmütigen Ausdruck, waren auch ebenso sanft und zahm, bewegten und gebärdeten sich genau in derselben Weise wie dieser. Eingehende Beobachtungen konnte ich zu meinem Bedauern nicht anstellen, da beide für die Sammlung bestimmt und nach kurzer Frist getötet wurden.