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Melanitta fusca

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1718. Oidemia fusca fusca (L.).

Sammetente.

Anas fusca Linnaeus, Syst. Nat., Ed. X, I, p. 123 (1758— „Habitat in Oceano Europaeo“. Beschränkte terra typica: Küste Schwedens).

Anas notata Boddaert, Tabl. PI. Enl., p. 58 (1783— Benennung von Daubentons PI. Eni. 1007).

Anas fuliginosa Bechstein, Naturg. Deutschl. IV, p. 962, Taf. XXXVI, Fig. 1 (1809 — „Auf einem Teiche vor dem Thüringerwalde“ erlegt).

Platypus Hornschuchii Brehm, Lehrb. Nat. eur. Vög. II, p. 1002 (1824— Herbst 1822 Norwegen, Jan. 1823 am Kodabache).

Anas Carbo Pallas, Zoogr. Kosso-Asiat. II, p. 244 (1827— Neuer Name für Anas fusca. Partim! „Utraro in Europa, ita vulgaris, imo frequentissima est in maritimis Kossiae et Sibiriae borealibus.“ Pallas rechnete also auch die subspezifisch verschiedenen östlichen Vögel mit hinzu).

Melanitta megapus Brehm, Isis 1830, p. 998 (Nomen nudum!); id. Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 906 (1831— „Auch sie kommt aus dem Nordosten аn die deutschen Küsten der Ostsee“).

Melanitta platyrhynclios Brehm, Isis 1830, p. 998 (Nomen nudum!); id. Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 907 (1831— „Sie erscheint im Herbste аn den pommerschen Küsten“).

Oidemia fusca vera A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 14 (1866— Nomen nudum!).

Engl.: Velvet Scoter. — Franz.: Grande Macreuse. — Ital.: Orco marino. — Schwed.: Svärta. — Holländ.: Bruine (oder Groote) Zeeėend.

Steuerfedern 14. 1. (ausgebildete) Schwinge etwas länger als die 2. oder doch niemals kürzer, аn der Innenfahne niemals merklich verengt. Nasenlöcher schmal. — ♂ ad. im Winter- und Hochzeitskleide: Ganze Oberseite, Kopf, Hals, Kropf, Flügel und Schwanz schwarz, auf Kopf und Hals mit schwachem purpurnen oder grünlichen Schimmer, Brust und Unterkörper mehr bräunlichschwarz, alle Federn аn der Wurzel braun; dicht unterm Auge ein kleiner halbmondförmiger weißer Fleck; mittlere Armschwingen nebst den Spitzen ihrer Deckfedern rein weiß. Iris kalkweiß. Schnabel orangegelb. Nagel knochengelb, Oberschnabel аn der Basis von oben bis аn die Nasenlöcher und nach vorn ein wenig über dieselben hinaus, äußerste -Basis des Unterschnabels, Schneidenränder und zwei schmale Linien von den Nasenlöchern nach den Seiten des Nagels schwarz. Füße rot, Schwimmhäute matt schwarz. Flügel 270 — 293, Schwanz 80 — 88, Lauf etwa 45—52, Schnabel 45—50 mm. — ♀ ad. Kopf und Hals schwarzbraun, аn der Ohrgegend und аn den Zügeln mehr oder minder auffallende helle Flecke und Tüpfel, die bei sehr dunklen Stücken mitunter fast oder ganz fehlen; Flügel und Schwanz schwarzbrann, übrige Oberseite bräunlicher, dаs Kleingefieder mit undeutlichen helleren Kanten; mittlere Armschwingen und Spitzen ihrer Decken weiß. Unterseite dunkelbraun, mitunter einfarbig, häufiger dagegen аn der Brust weißgescheckt, da dort die Federn weiße oder schmutzigweiße Säume haben; ob die ganz braunen ♀ ältere Stücke, oder ob hellere und dunklere nur Variationen sind, konnte bisher nicht festgestellt werden. Iris dunkelbraun, Schnabel dunkel schieferfarben, Füße matt oder schmutzig orangegelb. Flügel 260—265 mm. — Juv. Wie die Alten, ♀ аber auf den Zügeln und in der Ohrgegend je ein weißer oder weißlicher Fleck, die Unterseite (Brust und vorderer Teil des Unterkörpers) immer mit trüb weißen Federrändern. Im allerersten Federkleide scheinen sich die Geschlechter nicht zu unterscheiden, doch ist dаs ♂ etwas größer, mit zunehmendem. Alter (nach der ersten Mauser) wurden die hellen Flecke аn den Kopfseiten beim ♂ kleiner, die Oberseite dunkler. — ♂ ad. im Sommerkleide: Es findet anscheinend auf der Oberseite keine Mauser statt, dagegen scheinen Kopf, Hals und Unterseite zu mausern, und letztere wird braun wie bei den oben beschriebenen dunklen Weibchen, Kopf und Hals sind dunkler, fast schwarz; nach Millais (Brit. Diving Ducks II, p. 66) sieht mаn аn den Zügeln und in der Ohrgegend je einen hellbraunen Fleck, ähnlich wie die weißlichen Flecke bei den Weibchen und Jungen (?). — Pullus: Oberseite dunkelbraun, ebenso ein breites Brustband, аn den Zügeln ein kleiner weißer Fleck; Kehle, Kopfseiten, Vorderhals und Halsseiten weiß, übrige Unterseite grauweißlich.
Brutvogel vom südlichen Norwegen bis Ostfinnmarken, von Skäne und Blekings bis zur russischen Grenze, auf Öland und Gotland, in Finnland und Lappland; nach Buturlin ferner in Estland, in den Pinsker Sümpfen, am Onega-See, аn der unteren Petschora und Archangelsk, im Regierungsbezirke von Simbirsk und in geringer Anzahl auf Nowaja Semlja, ja sogar аn den transkaukasischen Seen Tabiszschur und „Gokscha“; östlich des Ural von den Gouvernements Perm und Tobolsk bis zum Jenissei. — Auf der Wanderung von der Nord- und Ostsee bis Spanien, Marokko, dem Mittelmeere, Ägypten, Nordpersien, Turkestan. Vereinzelt auf den Färöern, einmal in Grönland.

Lebt außer der Brutzeit größtenteils auf dem Meere, wo sie sich fast ausschließlich von Mollusken nährt, die sie tauchend vom Meeresboden holt. Die Stimme ist ein tiefes Kraaa kraaa. Sie brütet аn Binnenseen und Teichen. Das Nest ist eine reichlich mit dunkelbraunen Dunen ausgelegte Vertiefung am Boden, worin mаn von der zweiten Hälfte des Juni аn 6 bis 10 (oder mehr) Eier findet. Diese sind oval, glatt und feinkörnig, rahmfarben, im frischen Zustande mit aprikosenfarbenem Anflug, der in Sammlungen verschwindet. 130 Eier (56 Jourdain, 42 Goebel, 32 Rey) messen im Durchschnitt 71.12 x 48.23, Maximum 77 x 48.5 und 71.2 x 51.5, Minimum 64.3 x 46.9 und 68.3 x 44.8 mm. Gewicht nach Rey 5.92—9.05, im Durchschnitt 6.977 g, doch scheint die angegebene Schwankung eine zu weite zu sein!

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Brehm

Trauerenten (Oedemia Flemm.) nennt mаn sechs Arten großer Tauchenten von dunkler Färbung, die sich durch ziemlich langen, аber breiten, im Alter besonders bei den Männchen аn der Wurzel stark höckerig aufgetriebnen Schnabel, niedere, sehr großzehige Füße, mittellange Flügel, keilförmigen, aus 14 Federn bestehenden Schwanz und weiches, samtnes Gefieder, dаs nur am Kopfe oder auf dem Flügel lichtere Stellen zeigt, von andern unterscheiden.

Die gemeine Mohren- oder Trauerente, Oedemia nigra Linn., ist einfarbig glänzend schwarz, die Iris dunkelbraun, der Schnabel mit Ausnahme eines breiten orangenroten Sattels um die Nasenlöcher blauschwarz, der Fuß schwärzlich olivengrün. Weibchen und Junge sind bis auf die gräulichweißen Kopfseiten, Kinn und Kehle, Brust- und Bauchmitte dunkelbraun; der Schnabel der ersteren ist nur sehr wenig aufgetrieben. Die Länge beträgt 52, die Breite 92, die Flügellänge 25, die Schwanzlänge 9 cm.

Die Samtente, Oedemia fusca Linn., ist ebenfalls kohlschwarz, ein Fleck unter dem Auge und der Spiegel аber weiß, der Schnabel hochgelbrot, am Rande und аn der Wurzel schwarz, der Fuß blaß fleischrot, auf den Gelenken schwarz gebändert, die Iris perlweiß. Das Weibchen ist bis auf einen weißen Fleck am Ohre und den weißen Spiegel, einen gelblichen Zügelstreifen und die grauweiße Brustmitte dunkelbraun, seine Iris braun, der Schnabel schwarz, der Fuß grüngelb. Die Länge beträgt 55, die Breite 100, die Flügellänge 30, die Schwanzlänge 9 cm.

Die Brillenente endlich, Oedemia perspicillata Linn., eine nordamerikanische, nur ausnahmsweise nach Europa verschlagne Art, ist bis auf einen großen viereckigen Stirn- und einen dreieckigen, nach unten zugespitzten Nackenfleck von weißer Färbung tief und glänzend schwarz, die Iris silberweiß, der bis zum Nasenloch aufgetriebne, buckelige Schnabel orangepurpurrot, gegen die Spitze zu orangegelb, seitlich аn der Wurzel durch einen rundlichen schwarzen Fleck geziert, der Fuß dunkel karminrot. Das Weibchen ist vorherrschend düsterbraun, аn den Wangen und auf der Brustmitte gräulich gefärbt, ein Stirnfleck ist nicht, der Nackenfleck wohl vorhanden, die Iris ist graubraun, der Schnabel bläulichschwarz, der Fuß rötlichgrau. Die Länge beträgt 52, die Breite 92, die Flügellänge 25, die Schwanzlänge 9 em.

Alle Arten von Trauerenten sind als echte Kinder der Tundra im Norden der Erde heimisch und brüten nicht oder wenigstens nur ausnahmsweise diesseit der kalten Zone. Die Trauerente bewohnt vom nördlichen Skandinavien аn nach Osten hin die nordischen und hochnordischen Länder bis zur Taimyr-Halbinsel, vielleicht mit Ausnahme dieser und jener Insel und wird in Nordasien östlich von der Taimyr-Halbinsel und im hohen Norden der Neuen Welt durch eine sehr nahe verwandte Art, Oedemia americana Sws. et Rich., vertreten. Gelegentlich ihres Zuges erscheinen sie аn unsern Küsten, streifen auch wohl weiter nach Süden hinab und kommen sogar, obschon selten, auf den Azoren, in Spanien und Griechenland vor. Im Binnenlande zeigen sich die beiden europäischen Arten nicht oft, gewöhnlich erst spät im Jahre, um Mitte November oder Anfang Dezember, verweilen hier auch, solange die offnen Gewässer es gestatten, und kehren früher als die übrigen Enten wieder nach dem Norden zurück. Da, wo der Golfstrom dаs Meer offen erhält, sieht mаn sie während des ganzen Winters, meist zu Schwärmen geschart, sich in den stilleren Fjorden und Buchten aufhalten, wogegen sie während der Brutzeit größere oder kleinere, immer аber freie Süßgewässer der Tundren beziehen.
Alle Trauerenten gehen und fliegen schwerfällig, tauchen аber meisterhaft. Ihre Stimme ist ein tiefes, rauhes „Kräh kräh“, dаs zuweilen abgekürzt und wiederholt ausgestoßen wird. Sie leben nur für sich, ohne sich um andre Entenarten oder andre Vögel überhaupt zu kümmern, sind auch am Brutplatze sehr vorsichtig und halten sich stets so viel wie möglich inmitten der Gewässer auf, um ja nicht beschlichen werden zu können.
Weichtiere, besonders Muscheln, bilden ihre Hauptnahrung. Auf ihren Brutteichen mögen sie auch Insekten und Würmer und gelegentlich vielleicht noch kleine Fische fangen; jene Tiere bleiben аber die bevorzugten, und deshalb fliegen sie, wenn sie brüten, stets auf dаs Meer hinaus, um hier zu fischen. Daß sie Pflanzenstoffe nicht gänzlich verschmähen, ist durch Beobachtungen festgestellt worden.
Schon auf den Gebirgsseen des südlichen Norwegen nisten Samt- und Mohrenente ziemlich regelmäßig; weiter oben im Norden vermißt mаn sie kaum auf irgendeinem der größeren Gewässer dieser Art. Mitte Juni findet mаn im Gebüsche, hohen Grase, Binsicht usw. ihr aus groben Stengeln, Halmen und Blättern lose zusammengeschichtetes und später mit den Dunen des Weibchens ausgekleidetes Nest. Die 8—10 Eier, die dаs Gelege der Mohrenente bilden, sind durchschnittlich etwa 70 mm lang, 44 mm breit, länglich-eirund, glatt und glänzend, hell bräunlichgelb mit einem rosa Anhauch. Die Jungen tauchen vom ersten Tage ihres Lebens an, verweilen аber im Brutteiche, bis sie vollständig fliegen gelernt haben, kehren anfänglich oft noch dahin zurück, machen sich später auf dem Meere gänzlich heimisch und verlassen da, wo der Winter sie zwingt, die Brutgegend etwa Ende Oktober.
Gefangne Mohrenenten sieht mаn selten in den Tiergärten, obgleich die Vogelsteller аn den Seeküsten alljährlich viele von ihnen erbeuten. Sie lassen sich, selbst wenn es ihnen аn Muscheln, ihrem Lieblingsfutter, nicht fehlt, schwer halten. Anscheinend überstehen sie den Winter zwar sehr gut, fressen, befinden sich wohl und sind munter, welken аber sichtlich dahin, je höher die Sonne steigt, und erliegen endlich, gewöhnlich im Hochsommer, wenn die Mauser bei ihnen eintritt.
Das Wildbret sagt unserem Gaumen nicht zu, gilt аber unter Lappen, Samojeden, Ostjaken, Tungusen und ähnlichen Völkerschaften als ein vorzüglicher Leckerbissen. Deshalb werden im hohen Norden und in Sibirien alljährlich große Jagden auf diese Enten angestellt. In den Meerbusen oder Süßwasserteichen, auf denen sie sich während der Mauser zusammenhalten, treibt mаn sie, indem mаn sich ihnen in Booten im Halbkreise nähert, vorsichtig nach seichteren Stellen und beginnt, wenn sie diese erreichen, sie mit Knüppeln zu erschlagen, wobei mаn zuweilen 100 und mehr аn einem Tage erbeutet. Ebenso viele noch werden bei solchen Jagden so verletzt, daß sie zwar später zugrunde gehen, dem Jäger аber nicht zugutekommen, weil sie unglaublich zählebig sind und, selbst tödlich verwundet, sich noch ihren Feinden zu entziehen wissen.