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Phylloscopus inornatus

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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[Gelbbrauen-Laubsänger]

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

803. Phylloscopus superciliosa superciliosa (Gin.).

Motacilla superciliosa Gmelin, Syst. Nat. I, p. 975 (1788— ex Lathani, Gen. Syn. II, p. 459 „Russia“).

Sylvia bifasciata Gätke, Naumannia 1858, p. 419 (nomen nudum!).

Engl.: Yellow-Browed Warbler.

Abbild.: Naumann, Vög. Deutschl. XIII, Taf. 378, Fig. 1, 2; Dresser, B. Europe II, Taf. 74; Neuer Naumann II, Taf. 5, Fig. 2.

1. Schwinge 10—15.5 mm; 2. meist zwischen der 6. und 7., selten zwischen der 7. und 8. Die 3., 4. und 5. nahezu gleich und am längsten. — ♂ ad. Oberseite olivengrün, Bürzel und Oberschwanzdecken heller und grünlicher, Oberkopf dunkler und bräunlicher, in der Scheitelmitte ist undeutlich ein grüngelblicher mitunter ganz fehlender Längsstreif angedeutet, über den etwas dunkleren Zügeln ein bis zum Hinterkopf reichender weißlicher oder (in frischem Gefieder) blaß schwefelgelblicher Superciliarstreif. Schwingen dunkelbraun, im frischen Gefieder mit schmalen weißlichen Spitzensäumen und gelblichgrünen Außensäumen, die inneren Armschwingen mit breiteren und mehr rahmgelben Säumen. Innensäume der Schwingen weißlich. Mittlere und große Oberflügeldecken mit breiten grünlichweißen Spitzen, wodurch zwei deutliche Querbinden gebildet werden. Unterseite weißlich mit leichtem gelblichen Anflug, Seiten etwas streifig gelblich und gräulich verwaschen. Flügelbug hell schwefelgelb, Unterflügeldecken gelblichweiß, Axillaren hell schwefelgelb. Iris dunkelbraun. Oberschnabel und Spitze des Unterschnabels dunkel hornbraun, Basis des Unterschnabels gelblich orangefarben. Läufe blaß grünlichbraun, Zehen etwas dunkler, mehr bräunlich. ♀ wie ♂, nur etwas kleiner. Erstes Jugendkleid: Oberseite bräunlicher, dunklerer, Unterseite weißlicher. Im Sommer vor der Mauser ist die Unterseite sehr hell, die Säume der Schwingen und die Querbinden auf dem Flügel nutzen sich stark ab. Flügel ♂ etwa 55—60, ♀ 51—55 mm. Schwanz etwa 37—40 mm.
Brutgebiet: Sibirien vom Tale des Ob bis zum Ochotskischen Meere, nördlich bis fast аn die Ufer des Eismeeres (Bulun, nahe der Mündung der Lena, Tschuktschen-Halbinsel, Anadyr, in Kamtschatka аber nicht festgestellt), südlich bis zum Baikalsee, Kultuk, Transbaikalien, Ussurien und nach Kalinowski auch Korea, dort аber selten. — Auf dem Zuge in Menge in der Mongolei und China, seltener in Turkestan. Überwintert in Südchina (in Menge auf Hainan), Birma, Assam und Bengalen, westlich mindestens bis Muddapur, wo er noch häufig ist. Butlers Angabe vom Vorkommen im Dekkan ist noch nachzuprüfen. — Einer der häufigsten unregelmäßig in Europa erscheinenden kleinen sibirischen Vögel, denn er wurde wiederholt bei Orenburg (vielleicht regelmäßig), St. Petersburg, Neshenka, in Österreich (Beleg im Wiener Hofmuseum), dreimal in Italien, in Holland, mehrfach in Deutschland (Berlin, Mecklenburg u. a.), wohl achtzig mal auf Helgoland, etwa sechs mal in Großbritannien und Irland erlegt. Geradezu häufig im Herbste auf der Fair-Insel zwischen den Orkneys- und Shetlands-Inseln.

Lebt in Wäldern und Buschdickichten. Lockton schrill, langgezogen, etwas аn den der gelben Bachstelze erinnernd, etwa wie wiest oder swiet klingend. Gesang nach Godlewski wie die rasch aufeinanderfolgenden Silben filifilifilifili, mit einigen Trillern vermischt. Das Nest gleicht dem anderer Laubsänger und ist mit Reh- und Renntierhaaren ausgefüttert. Die Eier sind weiß mit rotbraunen, kranzförmig um dаs dicke Ende stehenden Zeichnungen. Als Maße werden angegeben 15.7 x 11.4 und 16 x 12 mm.

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Brehm

Unbemerkt oder unerkannt durchwandert wohl alljährlich ein dem fernen Ostasien angehöriger Laubsänger unser Vaterland: der Goldhähnchenlaubsänger, wie ich ihn nennen will, Phylloscopus superciliosus Gm. Die Oberseite ist matt olivengrün, ein vom Nasenloche über die Augen hinweg zum Hinterkopfe verlaufender, ziemlich breiter, ober- und unterseits matt schwarz gesäumter Streifen blaßgelblich, ein über die Scheitelmitte ziehender undeutlicher, zweiter, heller als dаs ihn umgebende Gefieder, die ganze Körperseite vom Kropf аn bis zu den Schenkeln zart grünlichgelb, die übrige Unterseite weiß, gelblich überflogen; die Schwung- und Schwanzfedern sind schwarzbraun, außen schmal olivengrün, die Schwungfedern auch innen weiß gesäumt, die Armschwingen und größten Oberflügeldeckfedern am Ende blaßgelb gelandet, wodurch zwei helle Flügelquerbinden entstehen. Die Iris ist gelbbraun, der Schnabel dunkel hornfarben, unterseits аn der Wurzel orangegelblich, der Fuß hell rotbraun. Die Länge beträgt 9—10, die Breite 16, die Flügellänge 5,2, die Schwanzlänge 3,9 cm.
Der Goldhähnchenlaubsänger brütet, nach Seebohm, in Nordsibirien und hoch in den Gebirgen Südsibiriens; er überwintert in Südchina und Nordjndien. Nach mündlicher Mitteilung Gätkes sieht mаn ihn fast alljährlich auf Helgoland, und die Annahme dieses scharfen Beobachters, daß der Vogel in jedem Jahre durch Deutschland wandere, erscheint gerechtfertigt. In der Tat hat man, unseren Laubsänger jn den verschiedensten Teilen Europas erbeutet, so mehrmals in der Nähe Berlins und in Anhalt, Mecklenburg, Ostpreußen und Lothringen; außerdem hat mаn ihn in England, Holland, bei Wien, Mailand, auch in Palästina beobachtet. Gätke hebt hervor, daß Wesen und Betragen mit dem Auftreten und Gebaren anderer Laubsängerarten übereinstimmen; Radde bemerkt, daß der Vogel in Südostsibirien um Mitte Mai erscheint und bis gegen Ende September verweilt, gelegentlich seines Herbstzuges lange аn ein und demselben Orte sich aufhält oder wenigstens sehr langsam reist und deshalb im Gebüsch der Uferweiden monatelang beobachtet wird; Swjnhoe berichtet, mаn sehe ihn in China selten jn Gesellschaft anderer Vögel, er sei lebendig und stets in Bewegung und bekunde durch seinen lauten eintönigen Lockruf „swiht“ seine Anwesenheit. Nach den Beobachtungen Dybowskis ist der Goldhähnchenlaubsänger in Ostsibirien seltener als andere Arten seiner Verwandtschaft, erscheint jn der ersten Hälfte des Juni und nistet in der Höhe des Gebirges nahe der Waldgrenze oder über ihr аn reichlich mit verkrüppelten gelben Alpenrosen bewachsenen Stellen. Hier verweilt er bis Mtte September. Das Nest steht in der Regel in einem Alpenrosenstrauche, der dicht mit im Moose wachsendem Grase durchwuchert ist, ist meisterhaft gebaut, mit einer schwachen, aus trockenem Grase bestehenden Decke überwölbt und hat ganz dаs Ansehen einer Hütte mit einer Öffnung аn der Seite. Als Niststoffe dienen trockene Gräser, als Auskleidung Reh- und Hirschhaare. Nur wenn die Eltern ihre Jungen füttern, ist mаn imstande, dаs Nest zu entdecken. Dhbowski hat im August ein Nest mit sechs Jungen gefunden, die, als er sie in die Hand nehmen wollte, behende in dаs Moos hüpften, obwohl sie noch nicht flügge waren, hat ferner Ende August schon gänzlich ausgewachsene Junge gesehen. In Kaschmir, und zwar in einem Höhengürtel von 1500—2000 m, lebt der Vogel so häufig, daß sich jedes Pärchen mit einem Wohngebiet von wenigen Metern Durchmesser begnügen muß. Die Männchen sind sehr lebendig und geben ununterbrochen ihren lauten, doppelten, kaum Gesang zu nennenden Ruf zum besten. In den letzten Tagen des Mai und in den ersten des Juni belegt dаs Weibchen dаs Nest mit 4—5 Eiern. Deren Längsdurchmesser beträgt 15,5, der Querdurchmesser 11,5 mm; die Grundfärbung ist ein reines Weiß; die Zeichnung besteht aus hellroten, meist über dаs ganze Ei verteilten, aiu dicken Ende zu einem ringförmigen Gürtel verschmelzenden Punkten.