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Tarsiger cyanurus

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Bezzel

Tarsiger cyanurus (Pall. 1773) — Blauschwanz

2 Subspezies; Mitteleuropa T. c. cyanurus (Pall. 1773).

Status in ME. Ausnahmegast.

Kennzeichen. Gestalt ähnlich Rotschwanz oder Rotkehlchen; Schwanz gerade abgeschnitten; Flügel länger als bei Rotkehlchen, Schirmfedern decken nur die AS. • ♂ ad. (mind.2 Jahre alt) Oberseite blau, Bürzel etwas heller, OberschwanzD leuchtend; ST schwärzlichbraun, Außenfahnen von ST 2-6, HS, AS und FD blau; Unterseite rahmfarben, dunklerer Anflug auf der Brust und oft helles Kehlfeld angedeutet, Flanken rostorange; Überaugenstreif vor dem Auge weiß (gegen Stirn hell kobaltblau abgegrenzt), ab Augenmitte zunehmend kobaltblau; Zügel, Augenring und OhrD mattschwarz; Seiten von Kopf, Hals und Brust schwärzlich mit graublauem Anflug. ♀ ad. Oberseite olivgrau, Bürzel grau mit hellblauem Anflug, OberschwanzD hell kobaltblau (Intensität und Anteile des Blau variieren individuell); ST gräu- lichbraun mit matt hellblauen Säumen; HS und AS dunkel graubraun; Bauch und UnterschwanzD rahmweiß, Flanken orangerötlich; Seiten von Kopf und Hals sowie Kropfband olivbraun; auffallender dreieckiger, rahmweißer Kehllatz und Augenring; heller Überaugenstreif vor dem Auge. Juv. Oberseite schwärzlichbraun mit hellen Fiecken; ST gräu- lichbraun mit hellblauen Säumen; Flügel braun, AS mit rostbraunen Säumen der Außenfahnen; Unterseite gelblich oder rahmweiß mit dichter bräunlichschwarzer Schuppenzeichnung. 1. Jahreskleid der meisten ♂ und aller ♀ wie ad. ♀, bei ♂ können FlügelrandD hell kobaltblau, Halsseiten dunkler und Überaugenstreif deutlicher sein. ♂ 2. Jahreskleid wie ♀ ad., doch Oberseite bläulichgrau, Überaugenstreif weißlich, Seiten von Kopf und Hals bis Vorderbrust bläulich; Flanken roströtlich und Bürzel hellblau. • Schnabel juv. hornfar- ben, später dunkler, bei ♂ ad. schwarz, außerhalb Brutzeit mit hellerer Unterschnabelbasis; Lauf juv. hornfarben, ad. Brutzeit schwarz, außerhalb braun; Iris dunkelbraun. • Flügelstruktur: HS 6 — 7 am längsten, HS 8 2 — 4 mm kürzer; Schirmfedern erreichen nur Spitze der AS -Ähnlich ist die Blaunachtigall (Luscinia cy- ane) mit deutlich kürzerem Schwanz und längeren Beinen und ohne auffallendem hellen Kehllatz in Jugend- und Schlichtkleidern. • Fotos: f DB 8, 1986: 21; Knystautas & Sibnew 1987; Delin u.a. 1989. sw AOGB 11, 1972: 282; DB 8,1986:117-120; Breife u.a. 1990. Zeichnungen, f Lewington u.a. 1991.
Verbreitung und Bestand. Br. in 2 Teilarealen der E- und Zentralpaläarktis. S-Population von 2400-4500 m ü.M. von Afghanistan über Tibet bis N-Yun- nan. N-Population von Japan und Kamtschatka W bis Petschora und einige nicht r besetzte Vorkommen in NW-RUS und SF (vgl. unten). N-Grenze etwa Polarkreis, S-Grenze fällt etwa mit der Grenze des borealen Nadelwaldes zusammen mit einigen inselartigen Vorkommen weiter S In Mittel- und W-Europa nach wie vor nur Ausnahmegast, auch in Skandinavien s.
NL: diesj. (?) ♂ Okt. 1967, 1 Ind. Sept. 1985. • D: Helgoland diesj. ♀ Okt. 1972; Mellum diesj. ♀ Okt. 1956; Schl.-Holst. (ad. ♂ Mai 1980); Bay. diesj. Okt. 1971; Meckl. ♀ oder diesj. ♀ Sept. 1972; – CS: vorj. ♂ Mai 1973 • PL: diesj. ♂ oder ♀ Aug. 1987. – RUS: im NW u.a. 1937 und ab 1938, ferner 1956, 1963, 1966, 1977 Brutverdacht oder Brutnachweis аn verschiedenen Stellen. • EST: ♂ Mai 1977, erfolgreiche Brut 1980. • SF: 1. Beobachtung 1949, dann bis Ende der 50er Jahre insgesamt mind. 40 sing. ♂ meist im Raum Kuusamo; nach fast vollständigem Verschwinden Anfang der 60er Jahre wieder 5 sing. ♂ 1969 und 13 sing. ♂ 1972; danach wieder Abnahme oder Verschwinden, max. 2-3 sing. F pro Jahr; 1983 – 88 аn mehreren Plätzen einzelne ♂, insgesamt max. 3 pro Jahr; Brutnachweis nur 1971, derzeitige Schwankungen 0 — 10 BP. • S.: 9 Ind. bis 1990. • N.: 4 Ind. bis 1989. «GB: 3 Ind. bis 1957, 7 Ind. 1958-85, 1 Ind. 1986-89. • Ärmelkanal: Insel Sark Okt.-Nov. 1976. • DK: Mai 1976. – I: Nov. 1879, Dez. 1967. «Zypern: Nov. 1957.
Wanderungen. Langstreckenzieher, Winterquartier S-China und Indochina, nach W möglicherweise bis Indien. Wegzugrichtung der Br. im W des Areals zunächst E bis SE, ab Je- nissej-Becken S (zusammen mit Br. Mitteisibiriens). Auf dem Heimzug führt Zugprolongation eine kleine Zahl bis N-Europa. Wegzug Br. W-Si- biriens und NE-Europas Ende Aug. – Ende Sept., letzte Beobachtungen bis Mitte Okt. Möglicherweise versuchen die meist diesj. Herbstvögel W des Brutgebietes dort zu überwintern. Im Frühjahr Ankunft W des Ural zwischen Ende April und Mitte Mai, noch weiter W erst nach Mitte Mai, im Ostseebereich allerdings schon früher, was mit einem näher gelegenen europäischen Winterquartier in Verbindung gebracht wird. Hierüber jedoch bisher nichts bekannt.
Biotop. Br im Halbschatten dichter Baum- oder Strauchschicht, in vorzugsweise feuchten, stark strukturierten Wäldern, die eine von offenen Flächen unterbrochene Krautschicht aufweisen. Hält sich meist nahe dem Boden gut versteckt, sitzt аber gern auf niedrigen Warten.
Nahrung. Kleine Insekten und andere kleine Wirbellose. Das ganze Jahr über auch Beeren und kleine fleischige Früchte.
Stimme. Erregungsrufe tief »gack«, auch schnell gereiht. Stimmfühlung und Warnruf ähnlich wie Gartenrotschwanz oder Fitis »fjuit-fjuit…« oder »huid- huid« usw. Damit kombiniert ein Zirpen wie »tschrr« oder »krrr«. Gesang des ♂ eine Wiederholung eines auf- und absteigenden Trillers, der dann allmählich verstummt, etwa »tili-tiil tül-tiil tül-tititi«, insgesamt recht einfach und fast monoton, doch individuelle und geographische Unterschiede bzw. zwei Strophentypen bei einem ♂.
Verhalten. Im Dickicht schwer zu sehen; singende ♂ sitzen аber oft ganz frei auf hohen Bäumen. Im Revier sind die Vögel oft gar nicht scheu. Hupft in Sprüngen, hält oft wie erstarrt inne, Flügel- und Schwanzzucken und Knicksen; fliegt oft niedrig über dem Boden ab. Zur Brutzeit territorial, auch sonst meist Einzelgänger
Fortpflanzung. Geschlechtsreife im 1. Lebensjahr. Nest auf dem Boden, meist in kleinen Vertiefungen in der Deckung eines Busches, Strauchs, Baumstumpfes, аn Abbrüchen usw.; aus trockenen Gräsern und Blättern mit sehr viel grünem Moos. Vollgelege 4 — 8 Eier. Legebeginn wohl ab Mitte —Ende Mai bis Ende Juli; die wenigen Hinweise aus dem äußersten W deuten auf Legebeginn Juni — Juli. ♀ brütet allein und wird vom gefüttert; ♂♀ füttern die Jungen gemeinsam.
Mauser. Postjuvenile Mauser (Teilmauser) bei Jungen aus frühen Bruten bis Ende Juli fast abgeschlossen, bei der Hauptmenge wohl Ende Aug.-Anfang Sept • Postnuptial- mauser (Vollmauser) ab 10. Juli — Anfang (nach Mitte) Aug. bis Ende Aug. —Anfang Sept. Das Prachtkleid entsteht durch Abnutzung olivfarbener Säume.
Literatur (9).

Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe

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Niethammer/Boxberger

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1081. Tarsiger cyanurus (Pall.).

Motacilla Cyanurus Pallas, Reise cl. verseh. Prov. Russ. Reichs II, p. 709 (1773— Jenissei).

Abbild.: Temminck & Schlegel, Siebolds Fauna Japonica, Aves, Taf. 21.

♂ ad. Oberseite und Kopfseiten trüb blau, in frischem Gefieder mit rostbräunlichen Federrändern, unterer Bürzel und Oberschwanzdecken lebhaft blau, ebenso die kleinen Oberflügeldecken. Schwingen braun, Außenfahnen schmal schmutzigblau gesäumt, die der innersten Armschwingen wie der Rücken, ebenso die der Steuerfedern. Superciliarsteif von der Schnabelwurzel bis zum Auge weiß, von da ab blau: alle diese Federn weiß mit blauen Spitzen, die vor dem Auge sehr klein sind, hinter demselben аber den größten Teil der Federn einnehmen. Kinn, Kehle, Kropf, Analgegend, ünterflügel- und ünterschwanzdecken rahmfarben, übriger Unterkörper weiß, Brustseiten lebhaft orangefarben. Iris braun, Schnabel schwarz, Füße dunkelbraun. Flügel von 12 ♂ 78—80, Schwanz etwa 58—60, Lauf etwa 21—22, Culmen 13—13.5 mm. — ♀. Oberseite olivenbraun, im Frühjahr zu einem bräunlichen Aschgrau verbleichend, untere Bürzelfedern und Oberschwanzdecken trüb blau, ebenso die Außenfahnen der braunen Steuerfedern; Schwingen braun, Außenfahnen röstlich olivenbraun gesäumt. Um die Augen ein bräunlichweißer Federring. Unterseite wie beim ♂5, nur die Kropfgegend bräunlich. — ♂ juv. wie ♀ ad. und in diesem Gefieder nicht selten schon brütend, — Juv. (Nestkleid): Oberseite braun mit hell ockerfarbenen tropfenähnlichen Flecken. Unterseite bräunlich rahmfarben mit braunen Wellenzeichnungen, Unterkörper blasser und fast einfarbig.
Brütet vom Gouvernement Perm in Rußland (mittlerer Ural) durch ganz Sibirien bis zum Ochotskischen Meere und in Kamtschatka (vereinzelt auf den Kommandeur-Inseln), Sachalin, Nord-Japan, Nord-China. — Überwintert in Süd-China, auf Hainan, Formosa und den Rin Kiu-Inseln, und kommt auch mitunter in Indien vor: E. C. Stuart Baker erlegte ein ♂ 5ad. in den Bergen von Nord-Cachar am 14. Februar 1896.

Lebt in Wäldern und Buschwerk und erinnert in seinem Wesen аn die Rotschwänze. Der Lockruf ist kurz und scharf und soll аn die Silben keke keke oder toctoc erinnern. Das Nest steht in kleinen Vertiefungen am Boden, аn Steinen und Böschungen. Nehrkorn (Katalog Eiersamml., p. 27. 1899) beschreibt die Eier folgendermaßen: „Weißel’ Grund, sonst gefärbt wie unsere rubecula. 18—19 x 15 mm“. Als Fundort gibt Nehrkorn „Ost-Sibirien“, wie leider immer ohne Gewährsmann, an.

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Brehm

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]