in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas
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Heinroth
Der Berghänfling (Linota flavirostris L.).
Der Berghänfling hat etwa die Größe des gewöhnlichen Hänflings, sein Dingel mißt 76—81, der Schwanz etwa 64—66, der Schnabel 8—9, der Lauf etwa 16 mm. Das unscheinbare Kleid, dаs nur beim Männchen durch etwas Rosa in der Bürzelgegend ausgezeichnet ist, haben wir auf Bild 7 der Bunttafel XXXV a darstellen lassen. Recht bezeichnend ist der Name flavirostris, d. h. Gelbschnabel, denn L. cannabina ist braunschnäblig.
Im mittlern Europa ist der Berghänfling nur Wintergast; mаn trifft ihn dann in oft recht großen Trupps, wenn er Unkrautstauden, die aus dem Schnee hervorragen, besucht, um von ihrem Samen zu leben. Zur Brutzeit zieht er in dаs nördliche Europa, namentlich nach den nord-westlichen Inselgruppen dieses Erdteils. Der Gesang ist lange nicht so gut wie der unsres Hänflings; die einzelnen Stücke des Schwarms rufen sich sowohl mit flötenden wie mit gequetschten, zätschenden Tönen zu. Da mаn diese Tiere hier nur als Wildfänge bekommt, so erlebt mаn keine Freude аn ihnen, denn sie sind natürlich ebenso scheu und flattrig wie ihr nächster Verwandter.
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Hartert
121. Acanthis flavirostris flavirostris (L.).
Berghänfling.
Fringilla flavirostris Linne, Syst. Nat. Ed. X, p. 182 (1758— „Europa“. Typ. Lok. Schweden, denn einziges Zitat Fauna Suec. 204).
Fringilla montium Ginelin, Syst. Nat. I, p.917 (1788— Ex Brisson, Buffon, Pennant u. a. „Europa“).
Cannabina meclia Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 279 (1831— „selten, wie im Winter 1826, in Nord-Deutschland“).
Linaria montana Selby, 111. Brit. Orn. I, p. 318, pl. 55, Fig. 5 (1833— Norway, Sweden etc.)
Cannabina microrhynchos Brehm, Vogelfang, p. 106 (1855— Mittel-Deutschland).
Cannabina montium major A. Brehm, Verz. Samml., p. 9 (1866— nomen nudum!).
Engl.: Twite. Franz.: Linotte montagnarde, linotte à bec jaune.
♂ ad. Oberseite tiefbraun mit rostbraunen Federrändern, sodaß sie hell- und dunkelbraun gestreift erscheint, Bürzel rosenrot mit sehr hellbräunlichen Federspitzen. Schwingen schwarzbraun mit bräunlichweißen Innensäumen, die Handschwingen mit schmalen weißen, die Arm schwingen mit breiteren hellbraunen Außensäumen. Steuerfedern schwarzbraun mit weißlichen, аn den mittleren Paaren mehr bräunlichen Säumen. Kopfseiten hell zimmetbraun, dunkelbraun gestrichelt, über den Augen ein deutlicher Superciliarstreif. Kinn und Kehle hell zimmetbraun, Brust und Körperseiten ebenso, аber dunkelbraun gestreift, Mitte des Unterkörpers weißlich, ungestreift, Unterschwanzdecken bräunlichweiß mit schmalen, аn den längsten Federn breiteren, tiefbraunen, fast schwarzen Mittelstreifen. Unterflügeldecken weiß, аn den Wurzeln schwärzlich. Schnabel wachsgelb mit dunkler Spitze, Iris braun, Füße dunkelbraun mit fast schwarzen Krallen. Flügel 76—81, Schwanz etwa 64—66, Lauf etwa 16, Schnabel 8—9 mm. Im Frühjahr stoßen sich die Federkanten ab, die Oberseite erscheint dadurch dunkler und ein schon vorher angedeutet gewesener weißlicher Nackenfleck tritt mehr hervor, die dunkle Streifung der Unterseite wird auffallender, ♀ und junge Vögel ähneln den alten, аber der Bürzel ist wie der Rücken, ohne rot, der Flügel kürzer, 72—76.5 mm.
(A. flavirostris unterscheidet sich von dem ungefähr gleich großen A. cannabina durch den Mangel des Rot аn Kopf und Brust, von A. linaria durch bedeutendere Größe, Abwesenheit von rot аn Kopf und Brust, und längeren Schwanz.)
Brutvogel vom mittleren England (einzeln im Seengebiet) über Schottland, Irland, die Shetlands-, Orkney-Inseln und Hebriden, auf den Inseln und аn der Westküste von Norwegen bis etwa 70″ nördl. Breite, seltener in Schweden und Nord-Rußland. Auf der Wanderung in Süd-England, Nord- Deutschland (manchmal in Menge über Helgoland ziehend), Holland, Belgien, Frankreich, Schweiz, аber nur selten in Spanien, Italien und Süd-Rußland.
Bewohner offener, nur mit Gras, Moos, Heidekraut und niederm Gebüsch bewachsener, meist felsiger Gelände. Äußerst lebhaft und munter, im Fluge und anderweitig dem Hänfling ähnelnd, sucht seine Nahrung meist auf dem Boden. Der Lockton ähnelt bald dem des Hänflings, bald dem der Leinzeisige — bald ist er ein flötendes daii, bald ein tschätschender Ton. Der Gesang hat flötende, zischende und knarrende Töne. Nahrung Sämereien, besonders ölhaltige, im Sommer und zumal bei der Aufzucht der Jungen mit Insekten gemischt. Das Nest steht meist am Boden unter Steinen, Büschen, Heidekraut usw. und ist dem des Hänflings ähnlich, аber meist etwas dickwandiger und mehr mit Federn und Renntierhaaren ausgefüttert. 2 Bruten sind nicht selten, vielleicht die Regel. Es enthält 4—5, selten 6 oder nur 4 Eier, die denen des Hänflings ähneln, аber öfter blaß rotbraune Strichelung zeigen. Sie sind hell grünlichblau und messen nach Rey im Durchschnitt 16 7 x 12.1, bis 18 x 12.4 oder nur 15.3 x 12.3, bezw. 16.8 x 11.8 mm. Das durchschnittliche Gewicht ist etwa 0.073 gr.
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Brehm
Im Norden Europas bis etwa 70° lebt der Berghänfling, Steinhänfling, Gelbschnabel, Quitter, Greinerlein, Felsfink, Carduelis flavirostris L. Oberkopf, Schultern und Rücken sind braungelb, streifig schwarzbraun gefleckt, Nacken und Halsseiten etwas heller, die Bürzelfedern schmutzig purpurrot, Augenbrauenstreifen und die Gegend unter dem Auge, den bräunlichen Zügel begrenzend, dunkelrot, gelblich überflogen, die Wangen nach hinten bräunlich gefleckt, die Kehlfedern dunkel rostgelb, Kropf- und Brustseiten heller, mit schwarzen Längsflecken gezeichnet, Brustmitte und Bauch gelblichweiß bis weiß, die Schenkel rostgelblich, die Schwungfedern außen rotbraun, die vier vordersten mit schmalen bräunlichweißen, die folgenden mit breiten schneeweißen Säumen, alle mit breiten weißen Endkanten geziert, die Oberflügeldecken dunkelbraun, rostgelblichbraun gekantet und die größten auch аn der Spitze rostgelblichweiß gesäumt, die Steuerfedern braunschwarz, die mittleren mit lichtbraunen, die übrigen außen mit weißen Säumen geschmückt. Die Iris ist braun, der Schnabel hell wachsgelb, im Frühjahre zitrongelb, der Fuß horngran. Dem Weibchen fehlt dаs Rot auf dem Bürzel. Die Länge beträgt 13, die Flügellänge 7,5—8, die Schwanzlänge 6,5 cm. Der Berghänfling gelangt auf der Wanderung nach Norddeutschland, Südengland, Holland, Frankreich und der Schweiz, selten noch südlicher. Unterarten finden sich in Südwestasien und Kaschmir.