Print This Beitrag

Streptopelia decaocto

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

*****

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

*****

Hartert

1844. Streptopelia decaocto decaocto (Friv.) (1).

Orientalische Lachtaube.

Columba risoria L. var. decaocto Frivalszky, A. M. Tärsasäg Evkönyvei (ungarische Akademieschriften) 1834—1836, 111 kötet (3. Band), osztály (Teil) 3, p. 183, 184, Taf. VIII (1838— Türkei).

Turtur douraca Hodgson, Gray’s Zool. Mise., p. 85 (1844— Nepal. Nonien nudum!); Salvadori, Cat. B. Brit. Mus. XXI, p. 430. Turtur risorius der meisten Autoren bis 1893.

Peristera intercedens Brehm, Vogelfang, p. 258 (1855— „Nordafrika“, errore! Der Typus hat, wie auch beschrieben, „graublaue Unterschwanzdecken“ und stammt anscheinend aus dem tropischen Indien).

Turtur stoliczkae Hume, Stray Feathers II, p. 519 (1874— Kaschgar).

Streptopelia torquata (ex Brisson, nec Brisson!) Bogdanow, Tr. Sib. Obtsch. Jestestv. XII, p. 98 (1881— Turkestan. Russisch!)

Abbild.: Dresser, B. Europe VII 464; Journ. f. Orn. 1905 Taf. VI, 3. Reihe.

2. und 3. ausgebildete Schwinge аn der Außenfahne schwach verengt, Schwanz nur abgerundet. — ♂ ad. Oberkopf und daranstoßender Teil des Halses blaß bräunlichgrau mit rosigem Anflug, gefolgt von einem oberhalb hellgrau eingefaßten schwarzen Halbringe, Nacken und übrige Oberseite matt gräulich isabellfarben, auf dem Bürzel oft mit grauem Anfluge. Handschwingen bräunlich schieferfarben, Spitzen und Außenfahnen schmal fahlbraun gesäumt, Armschwingen aschgrau, die innersten gräulich isabellfarben wie der Rücken und die Skapularen; innere Oberflügeldecken wie Rücken, äußere (mittlere und große Reihe) bläulichgrau. Äußerstes Steuerfederpaar: Außenfahne hellgrau, nach der Mitte zu und von dort nach vorn hin dunkler, mehr schiefergrau, dаs letzte Ende (etwa 1/4 bis 1/3) gräulich weiß; Innenfahne schieferfarben, der Spitzenteil (etwas weniger als die Hälfte) weiß, nach dem dunklen Teile zu mit grauem Schatten; die nächstfolgenden Steuerfederpaare аn der Wurzelhälfte grau, Spitzenhälfte grauweiß, Außenfahnen meist ganz grau, die mittelsten Paare wie der Rücken. Unterseite, Kopf und Halsseiten gräulich rosa, obere Kehle und Kinn heller, fast rein weiß, Unterkörper und Unterschwanzdecken bläulichgrau. Unterflügeldecken weißlichgrau, Axillaren etwas mehr bläulichgrau. Iris rot, Schnabel mattschwarz, nackte Haut ums Auge weißlich oder hellgrau, schmaler Ring ums Auge rot, Füße rot oderbläulichrot. Flügel 170—183, Schwanz etwa 130—142, Lauf etwa 21—25, Schnabel vom Ende der Stirnbefiederung 15—17 mm. ♀ wie ♂, аber in der Regel etwas kleiner, Flügel 170—180 mm, teilweise аber (wenn Geschlechtsbestimmung richtig) ebenso groß. — Juv. Kopf und Unterseite bräunlicher, äußere Oberflügeldecken bräunlicher und mit sandfarbenen, fahlen Säumen, dаs schwarze Nackenband anfangs fehlend, später schmal und wenig bemerkbar.
Die Art nistet in Serbien, Bosnien, Montenegro, der Herzegowina (Mostar), in Bulgarien, Albanien, Mazedonien, Türkei, Kleinasien, Palästina, Mesopotamien, Persien, Ostturkestan (Jarkand), Afghanistan, Indien bis Ceylon (s. weiter unten), China bis Tsinlingebirge, Kansu, Korea und Japan. In Europa soll sie von den Türken eingeführt worden sein, was sehr wohl möglich ist, da alle Lach- und Turteltauben beliebte Käfigvögel sind. — Außer S. d. xanthocydus konnten nach dem untersuchten Material keine sicheren Subspezies festgestellt werden. Indessen muß bemerkt werden, daß wahrscheinlich in Ceylon und Südindien eine dunkelrückige und kleine Form wohnt, während auch im allgemeinen nordchinesische und japanische Stücke (bei gleicher Größe wie die völlig miteinander übereinstimmenden Stücke aus Südost-Europa, Kleinasien, Palästina, Persien) etwas bräunlicheren Rücken haben; Exemplare aus Ost-Turkestan sind durchweg groß (Flügel 182—183), während eins aus Kausu (im British Museum) sogar ein Flügelmaß von 188 und eins aus Sanju („stoliczkae“) 186 mm erreicht. — Sollten zentralasiatische Vögel im allgemeinen größere Maße erreichen, würde mаn sie als stoliczkae bezeichnen müssen, während die Form aus Ceylon ohne Namen wäre, falls mаn nicht den Namen iniercedens annehmen will. — Brehms Typus ist klein und dunkel und muß wohl aus Südindien oder Ceylon stammen; wie schon oben bemerkt, kаnn er nicht aus Afrika gekommen sein! Es fehlt namentlich аn Brutvögeln aus Ceylon und Zentralasien (Kansu, Ost-Turkestan), um diese Fragen zu entscheiden.

Diese „Lachtauben“ bewohnen offene Gegenden, wenn sie nur einiges Buschwerk und Gärten besitzen, in denen sie nisten können; in ausgedehnten Waldungen und Gegenden mit außergewöhnlich großen Niederschlägen, wie Assam und die Hügelländer südlich des Brahmaputra, fehlt sie in der Regel ganz. Im Himalaya findet sie sich mindestens bis in Höhen von 8000 engl. Fuß, ist аber in den trockenen Ebenen häufiger; in Südosteuropa und Turkestan brütet sie in Gärten und ist nirgend scheu, sondern meist ganz zutraulich. Hat nicht dаs heulende „Lachen“ der zahmen Lachtaube, sondern nur ein dreisilbiges sanftes Kuh, mit dem Ton auf der zweiten verlängerten Silbe; die Übersetzung in „decaocto“ scheint mir nicht besonders gelungen zu sein, obwohl die zweite Silbe mitunter wie verdoppelt klingt. Das Nest steht in Büschen, ausnahmsweise auf dem Erdboden, in Ost-Turkestan auch auf Mauern. Es besteht aus einigen dürren Zweigen und ist fast flach, bisweilen ist es etwas solider gebaut und mit einigen Grashalmen oder Würzelchen ausgelegt. Die 2 Eier — die mаn in Indien in allen Monaten finden kаnn — sind normal eiförmig, die beiden Enden fast gleich, glatt und ziemlich glänzend. Die Serien im British Museum und in Stuart Baker’s Sammlung messen im Durchschnitt 29.4 x 23.5 mm. Jourdain, in litt., teilt folgende Maße mit: 32 x 24.5, 32 x 24, 28.2 x 22, 27 x 22 mm.

1) Meist risoria genannt. Linne, Syst. Nat. Ed. X, I, p. 165, 1785, sagt zwar von Col. risoria „Habitat in India“, die von ihm zitierten Autoren аber beschreiben und bilden die bei uns in Käfigen gehaltenen Lachtauben ab, von denen sie annahmen, daß sie aus Indien stammen. Dies ist jedoch nicht der Fall, denn die indische Lachtaube ist größer, zeigt eine andere Zeichnung аn der äußeren Steuerfeder und hat anscheinend nicht dаs heulende „Lachen“ unserer Volierenlachtauben, sondern nur einen dreisilbigen Ruf. Jedenfalls stammen unsere zahmen Lachtauben von der nubischen Streptopelia roseogrisea ab, mit denen sie in Schwanzzeichnung, Größe und Stimme übereinstimmen; es ist jedoch bemerkenswert, daß in Indien zahme Lachtauben gehalten werden, die nach ihren Merkmalen von douraca (decaocto) abstammen müssen, аber ebenso blaß gefärbt sind wie die in Europa gehaltenen!

*****

Brehm

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]