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Caprimulgus ruficollis

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1260. Caprimulgus ruficollis ruficollis Temm.

Caprimulgus ruficollis Temminck, Man. d’Orn., 2. Ed., I, p. 438 (1820— Algesiras in Südspanien).

Caprimulgus Rufitorquis Vieillot, Tabl. Enc. et Meth., p. 546 (1822— Marseille).

Caprimulgus rufitorquatus Vieillot, Faune Frantz., p. 142, Tat. 62, Fig. 1 (1828— Marseille).

Caprimulgus ruficollis latirostris, brachyurus & mactourus A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 3 (1866— Nomina nudal).

Abbild.: Dresser, B. Europe IV, Taf. 273.

Bedeutend größer als C. europaeus europaevs; die schwarzen Längsflecke auf dem Kopfe seitlich mit Rostfarbe umgeben; ein breites mit einigen schwarzbraunen Strichen gemischtes goldig rostgelbes Nackenband, dаs sich um die Kehlseiten herum zieht und undeutlich über die Kehle hin fortgesetzt erscheint, wo die rostgelben Federn auch gebändert sind anstatt gestreift. Schulterfittiche mit größeren und lebhafter rostgelben Längsflecken аn den Außenfahnen. Unterkörper rostgelblich mit schmalen dunkelbraunen Querbinden, Unterschwanzdecken spärlicher gebändert und mitunter fast ganz einfarbig, die Spitzen der längsten mehr oder minder weißlich. Kehle mit zwei, oft fast oder ganz miteinander verbundenen weißen Flecken. 3 äußere Handschwingen mit großem weißen Fleck, 4. nicht selten mit Andeutung eines solchen. 2 (selten 3) äußere Steuerfederpaare mit (an dem äußersten Paare 3—4 cm langen) weißen Enden. Flügel von 15 ♂ etwa 205—212, Schwanz 160—180, Lauf 18—19, etwa ein Drittel bis zur Hälfte befiedert. — ♀ ad. Ebenfalls mit weißen Flecken аn Flügeln und Schwanz, аber letztere weniger ausgedehnt und am äußersten Paare nur 2—3, selten 3.5 cm lang, außerdem аn den Rändern bräunlich getrübt und etwas punktiert. — Juv. Heller und blasser, die schwärzlichen Zeichnungen nicht so grob, die weißen Zeichnungen аn Schwanz und Schwingen nicht so ausgebildet wie beim alten Vogel. — Pullus: mit hell gelbbraunem Flaum bedeckt.
Südspanien, Portugal, Marokko. Wiederholt in Südfrankreich (Languedoc und Provence, besonders bei Marseille), аber dort wohl kaum regelmäßiger Brutvogel. — Mehrere Male auf Malta, einmal auf Sizilien (3. III. 1898 zu Trapani), einmal auf Madeira, im März 1875 bei Spalato in Dalmatien, 5. Oktober 1856 bei Killingworth in England festgestellt. Die Angabe vom Vorkommen auf den Canaren ist zweifelhaft, dаs Vorkommen in Palästina unbewiesen und wohl unrichtig. Ist Zugvogel, muß аber wohl schon in der Sahara überwintern.

Der Rothalsziegenmelker unterscheidet sich in seiner Lebensweise und seiner Fortpflanzung nicht von C. europaeus, nur scheint er teilweise mehr offenes Gelände mit niederem Gestrüpp zu bewohnen, C. ruficollis desertorum brütet indessen in Algerien mit C. europaeus meridionalis аn den gleichen Orten, d. h. in lichten Wäldern und mit Gestrüpp bewachsenen Halden. Das Schnurren scheint genau dasselbe zu sein. Die zwei Eier sind durchschnittlich, аber nicht immer etwas größer als die von C. eu. europaeus und in der Regel lichter, nur mit grauen und blaßbraunen Zeichnungen versehen, ohne die schwarzbraunen Flecke, die bei der mitteleuropäischen Form so häufig vorkommen. 50 Eier (47 Jourdain in litt., 3 Key) messen im Durchschnitt 32.06 x 23.04, Maximum 34 x 23 und 32.3 x 24.5, Minimum 28.5 x 23 und 29.2 x 21.3 mm.

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Brehm

Im Südwesten Europas, besonders in Spanien, tritt zu der deutschen Art eine zweite, der Rothalsnachtschatten, Caprimulgus ruficollis Tem. Er ist merklich größer als sein deutscher Verwandter: seine Länge beträgt 31, die Breite 61, die Flügellänge 20, die Schwanzlänge 16 cm. Das Gefieder ist auf dem Oberkopf zart aschgrau, äußerst fein dunkel überspritzt, die Federreihe längs der Mitte durch breite schwarze, seitlich rostfahl gepunktete Schaftstreifen geziert, der Zügel wie die Ohrgegend tief rostbraun, die Kehle roströtlich, seitlich von einem schmalen weißen Mundwinkelstreifen, unterseits von zwei großen weißen, durch einen schmalen roströtlichen Mittelstreifen getrennten, in ihrem unteren Teile schwarz gesäumten Flecken begrenzt, der Oberhals durch ein breites rostrotes Band geziert, dessen Federn wegen der schmalen schwärzlichen End- und Seitensäume etwas getrübt sind, die Unterseite auf graubraunem Grunde äußerst fein dunkel und Heller gespritzt und durch schwarze schmale Schaftstreifen gezeichnet, die Reihe der Schulterfedern auf der Jnnenfahne am Schafte breit schwarz, auf der Außenfahne breit rostgelb gerandet, wodurch ein breiter, schwarz und rostgelb gefleckter Schulterlängsstreifen entsteht, die obere Flügelbedeckung rostbraun, durch schwarze Linien und Punkte und große, runde, roströtliche Spitzenflecke, die Brust auf rostrotem Grunde durch graue Punkte, dunklere Querlinien und einzelne große, weißlichbraune Spitzenflecke geziert, die übrige Unterseite rostgelb, auf dem Bauch und аn den Seiten mit schmalen dunkeln Querlinien geschmückt. Die schwarzen Schwingen zeigen breite rostrote Querbinden, die des Armes auf der Außenseite deren vier, die Handschwingen am Jnnenrande ineinander verfließende, die ersten drei Schwingen innen den vielen Nachtschwalben gemeinsamen großen weißen Fleck, die mittelsten beiden Schwanzfedern auf graubraunem, dunkler gemarmeltem Grunde sieben schmale Fleckenquerbänder, die übrigen Steuerfedern auf schwarzbraunem Grunde acht rostrote, dunkler ge- marmelte Querbinden, die beiden äußersten Schwanzfedern jederseits sehr breite, die dritte schmälere weiße Endteile. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel schwarz, der Fuß schmutzig schwarzbraun.
Das Verbreitungsgebiet des Rothalsnachtschattens scheint ziemlich beschränkt zu sein. Als Brutvogel bewohnt er die Pyrenäenhalbinsel und Nordwestafrika, verfliegt sich аber bei seinen Wanderungen auch wohl bis nach Malta, Südfrankreich und ist sogar schon in England beobachtet worden.