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Bezzel
Picoides syriacus (Hemprich & Ehrenberg 1833) – Blutspecht
Status in ME. Seltener bis häufiger Brutvogel, im SE im 20 Jh eingewandert (2 + einzelne Bruten 2).
Kennzeichen (vgl. Abb. 193). Sehr ähnlich Buntspecht, ♂ und ♀ nicht unterbrochenes weißes Kopf- und Halsseitenband (bei juv. nicht zuverlässig, da auch bei juv. Buntspechten die schwarze Querbinde hinter den Ohrdecken schwächer und oft nur unvollständig ausgebildet ist). Dunkle, wenig weiß gezeichnete Schwanzseite (Abb. 194), Unterschwanzdecken und Bauch nur blaßrot gefärbt. Weiße Binden der Schwingen breiter und bei HS ± vollständig. Juv. manchmal ± deutliches Brustband aus roten Federspitzen (Stimme!). In Kontaktzonen mit Buntspechten und vor allem аn der Front der Ausbreitungswelle treten auch ± intermediäre Bastarde auf! • Schnabel grau, heller Unterschnabel; Füße (grünlich) grau; Iris bis (rot)braun (juv.), karminrot (ad.).
Verbreitung und Bestand. Br. vom W-Iran bis A; in TR bis > 2000 m, in BG bis 1000 m; in Mitteleuropa nicht über 400 m. Seit ca. 100 Jahren Arealerweiterung (in 80 Jahren um ca. 25 %) über die Balkanhalbinsel in den SE Mitteleuropas. Weiteres Vordringen nach Mitteleuropa offenbar aus nahrungsökologischen (und klimatischen) Gründen gebremst, dagegen + im S der SU und evtl, in GR.
BG: 1890 erstmals gesammelt. • YU: seit 1899 R: seit 1931. H: 1 Nachweis 1937; 1954 Br. in allen Landesteilen. • A: seit mind. 1951 Br., vor allem Burgenland, E- Niederösterreich; E-Steiermark nur lückenhaft; 1982 Brut bei Linz (Öko-Linz 4, 1982: 18-22). • CS: erste Nachweise 1949 E-Slowakei, bis 1955 Slowakei besiedelt; 1953/66 Besiedlung von Mähren; Schlesien Erstbeobachtung 1967, Br. ab 1970; Zentralböhmen seit 1978 Beobachtungen, bis jetzt kein Brutnachweis. • PL: seit 1978 im S; 1. Brut 1979 ;1982 Br. bei Warschau und weitere Einzelbeobachtungen. DDR: je Einzelbeobachtung Bez. Mgdb. (1967), Gera und bei Köthen (1982). • D: seit 1979 einzelne Bastarde mit Buntspecht in Bay.
Dichte: In YU 5-14, M 8/14 km2; ähnlich in A. Geringster Nisthöhlenabstand 30-35 m (H).
Wanderungen. Stand- und Strichvogel.
Biotop. Im SE montane Eichen-Trok- kenwälder, Flußgehölze aus Silberpappeln, Weiden usw. und vor allem Kulturland, wie auch in Mitteleuropa. Hier vor allem Auen, Parks, Friedhöfe, Wein- und Obstgärten, Alleen (nicht in waldartigen Beständen).
Nahrung. Tierische Nahrung wie Buntspecht. Abweichend von allen mitteleuropäischen Spechten dаs ganze Jahr über Vegetabilien, die selbst bei Jun- genernahrung mind. 50 Gewichts-% betragen Vor allem Kirschen, Weichsein, Maulbeeren, аber auch Aprikosen, Himbeeren, Johannisbeeren, Frühäpfel usw. Wichtig sind die Steinkerne, аn deren Stelle im Spätsommer reifende Walnüsse. Mandeln oder Haselnüsse treten (im SE z. B. auch Pistazien). Im Winter daneben auch gelegentlich Hanf- und Sonnenblumenkerne oder Eicheln.
Stimme. Häufigster Einzelruf »güg«, »püg« oder »tjüg«, weicher als Buntspecht und bei Übung gut zu unterscheiden. Einzelrufe zum »Schelten« gereiht; ferner »güg gug kürr« o. ä., weniger schnarrend als Buntspecht, und laute »kjuig« oder »quuig«-Rufe, die in harte »wicka-wicka…« übergehen. »Wäd«-Rufe etwas länger als bei Buntspecht. Trommelwirbel 20(16-31) Schläge, erster Schlag oft abgesetzt, 0,8-1,2 s, in vollen Serien 5-6mal/min. Länger als Buntspecht, doch neigen ♀ zu kürzeren Wirbeln.
Verhalten. Tagaktiv. Wirkt, bes. bei Nahrungssuche, gelenkiger als Buntspecht; Fluggeschwindigkeit ca. 40 km/h. Schläft offenbar nur ganz ausnahmsweise in Nistkästen. Nahrungserwerb sehr ähnlich Buntspecht, stochert jedoch mehr. Schmieden werden oft dаs ganze Jahr über benützt, аber kaum eigens zugerichtet. Ringeln bisher nicht belegt. Bei enger Nachbarschaft mit Buntspecht interspezifische Territorialität. Star wichtiger Nisthöhlenkonkurrent Trommeln weniger auffällig als bei Buntspecht.
Fortpflanzung. Wie P. major. Nist- und Schlafhöhlen in Stämmen. Ästen und großen Holzpfählen, (0,8)2—4-(—15) m über Grund. Nur bei sehr weichen Holzem auch in gesunden Bäumen. Höhlentiefe 28-39, Schlupflochdurchmesser 3,5-5,0 cm. Eier weiß, etwas kleiner als bei P. major. Gelege (3)4-7 Eier. Legebeginn (A und CS) frühestens Mitte April, meist Mai, bei Ersatzgelegen bis Mitte Juni. 1 Jahresbrut, Ersatzgelege nicht selten. Brutdauer n3 9-11 d, Legeintervall 24, selten 48 h. ♂und ♀ lösen sich bei Bebrütung ab, nachts brütet und hudert dаs ♂. Ab 5 d treten länger werdende Huderpausen auf, ♂ und ♀ füttern etwa gleich häufig (oder ♀ seltener). Futter wird bis 300, meist 50-70, mitunter bis zu 1000 m weit herangetragen Nestlingszeit 17/21 (24) d Führungszeit ca. 14 d.
Mauser vgl. Buntspecht.
Literatur (25).
Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe
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Niethammer/Boxberger
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
1332. Dryobates syriacus (Hempr. & Ehrenb.). (Fig. 158.)
Picus syriacus Hemprich & Ehrenberg, Symb. Phys., Aves, fol. r (1833— Libanon- Gebirge).
Picus fuliginosus Lichtenstein, Nomencl. Av., p. 75 (1854— Nomen miduni!).
Picus feliciae Malherbe, Monogr. Picidae I, p. 127 Taf. XXVIII Fig. 8, 9 (1861 — Syrien).
Picus khan Filippi, Archivio zool. anat. II, p. 400 (1864— Persien. Terra typica Tauris und Teheran, siehe Viaggio Pers., p. 350).
Unterscheidet sich von den Formen von D. major dadurch, daß die schwarze, den Hinterkopf mit. den Halsseiten verbindende Linie fehlt. Schnabel schlank und gestreckt, Skapularen weiß, die weißen Querbinden auf den Flügeln breit und durchgehend, dаs Rot der Unterschwanzdecken hell, am Bauche nur ganz verblaßt vorhanden. Steuerfedern schwarz, dаs äußerste ausgebildete Paar mit einer vollständigen oder nur halben subapikalen weißen Binde und oft schmaler weißer Spitze, dаs nächste meist mit einer subapikalen weißen Binde. Unterseite weiß mit sehr schwachem fahlbräunlichen Anflug, Weichen und Schenkelbefiederung mehr oder minder deutlich braun gestreift, mitunter auch (bei Stücken von Smyrna sowohl als aus Palästina) sehr breit gestreift und sogar mit einigen Querbändern. Flügel etwa 125—131, Culmen 26.5—31.5 mm. — ♀ ohne Rot am Hinterkopfe. — Juv. Oberkopf rot, Hinterkopf schwarz.
Kleinasien bis in den südlichen Kaukasus, Syrien (Libanon, Beirut, Hermon u. a.), Mesopotamien und dаs westliche, nordwestliche und südwestliche Persien (nach Sarudny nicht mehr östlich von Kirman). Innerhalb dieses Gebietes konnte ich konstante Verschiedenheiten nicht nach weisen, untersuchte jedoch keine sehr großen Serien und keine Stücke aus dem Kaukasus.
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Brehm
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]