Print This Beitrag

Falco biarmicus

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

*****

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

*****

Hartert

1509. Falco biarmicus feldeggii Schleg. (Fig. 177.)

Feldeggsfalke.

Falco Felddeggii (jedenfalls error für Feldeggii, weil nach Feldegg benannt) Schlegel, unter der Tafel 8a in Vögel Europas von Susemihl mit Text von Schlegel. (Um 1843 oder 1844? Die Tafel ist jedenfalls viel später als Taf. 8 und 9 erschienen, da sie auf ganz anderem Papier gedruckt ist und in dem Text zu den ersten 46 Tafeln nicht erwähnt wird; sie muß vor der Beschreibung in den Abhandl. erschienen sein, da sie dort p. 3 erwähnt wird.)

Falco Feldeggii Schlegel, Abh. Geb. Zool. u. vergl. Anat., III, p. 2, 3, Taf. 10, 11 (um 1844— Dalmatien, von Feldegg entdeckt).

Falco lanarius (non Linne 1758, 1766!) Schlegel, ebenda, p. 16 (Dalmatien).

Falco rubeus Albertus Magnus (sic) Thienemann, Rhea I, p. 72 (1846— Partim!).

Falco lanarius graecus (partim!) Schlegel, Mus. Pays-Bas, Falcones, p. 15 (1862— „Observe en Grfece, Perse, Egypte et au Sennaar“. Sic!). (Über Gessners Falco tunisius s. Aquila 1901, p. 34.)

Abbild.: „Neuer Neumann“ V, Taf. 14 (sehr naturgetreu): Martorelli, Atti Soc. Ital. Sei. Nat. Mus. Milano 50, Taf. 5 (s. auch Monogr., p. 247—282).

Charakterisiert durch dunklen Oberkopf, stets vorhandene blaß graurötliche Querbänderung der Oberseite, fast immer kräftig gefleckte Unterseite, quergezeichnete „Hosen“, Größe. — Stirn rahmfarben, Oberkopf rostrot, breit bräunlichschwarz längsgestreift, so daß von der rostroten Grundfarbe nicht allzuviel zu sehen, außer аn den Seiten des Hinterkopfes und am Halse, wo es vorherrscht; der Oberhals kаnn rostrot genannt werden mit schwarzer Fleckung und großem, unregelmäßigem schwarzen Fleck in der Mitte; in getragenem Gefieder nutzen sich die rostroten Federsäume mitunter derart ab, daß der ganze Oberkopf rein schwarz wird und rostrote Färbung nur am Hinterkopf und Oberhals sichtbar ist. Der ganze Rücken blaß graurötlich quergebändert, nur nach dem Halse zu lösen sich die Binden in Querflecken auf. Steuerfedern aschgrau mit regelmäßigen rötlichgrauen Querbändern. Unterseite weiß mit rahmfarbenem Anflug, Kehle einfarbig, übrige Unterseite mit tropfenförmigen schwarzen Flecken, die аn den Seiten die Form von Querbinden annehmen. Hosen immer deutlich quergezeichnet und mit schwarzen Schaftlinien. — Junge Vögel zeichnen sich aus durch dunkle Oberseite, meistenteils schwarzen Oberkopf, sehr breiten Backenstreifen und sehr breite Längsstreifung der Unterseite. Die mittelsten Steuerfedern sind beim jungen Vogel fast immer ungefleckt. Der alte Vogel ist stets von allen anderen Verwandten zu unterscheiden, der junge Vogel fast immer und nur mit solchen von F. b. tanypterus zu verwechseln. Flügel von 4 alten ♂5 310 (völlig ausgewachsen), 314, 327, 308, von 7 alten ♀ 345, 349, 352, 355, 355, 357, 373! Variation also recht bedeutend.
Brutvogel von Italien und Dalmatien bis Griechenland: in Griechenland selten und hauptsächlich аn den felsigen Küsten, in Albanien anscheinend nicht sehr selten, in Bulgarien (nicht häufig), Montenegro (in den Karstgebirgen häufig), Herzegowina, Dalmatien; in Italien den Süden bewohnend, Sizilien, Calabrien, Puglie, und bis nördlich von Rom, аber nördlich der Etrusker-Berge wohl nur ausnahmsweise erscheinender Zugvogel. — Die in Spanien (auf Bäumen!) angeblich brütenden Lannerfalken gehören wahrscheinlicher zu erlangen als zu feldeggü, wenn sie nicht etwa eine besondere Form bilden. Ob der Feldeggsfalke nicht in Kleinasien vorkommt?

Wie der Erlangersfalke und der Nubische Lanner steht auch der Feldeggsfalke dem Wanderfalken аn Kühnheit und Kraft etwas nach, da der Fuß und ganze Körper nicht so kräftig sind, die Mittelzehe und Hinterzehe etwas kürzer, äußere und innere Zehe fast gleich аn Länge. Auch der echte Feldeggsfalke lebt vorzugsweise von Vögeln von Lerchen- bis Stockentengröße, mit Vorliebe auch Steinhühnern und Tauben. Die Horste stehen аn Felsen wie die der verwandten Formen. Reiser (Ornis balcanica III, p. 351) beschreibt zwei Eier aus Griechenland, die denen anderer Falken gleichen; sie messen 51.3 x 41 und 50.4 x 41.5 mm, Gewicht 417 cg. Mir liegen keine sicheren Eier dieser Subspezies vor, auch finde ich in der Literatur keine weiteren brauchbaren Maße; Rey gab zwar solche von 31 Eiern, аber die von ihm angenommene Verbreitung (Eier Vög. Mitteleuropas I, p. 16) läßt vermuten, daß viele, wenn nicht alle derselben, irrtümlich dem Eeldeggsfalken zugeschrieben wurden. Ebenso sind natürlich sämtliche als die von Falco Feldeggi bezeichneten Eier im British Museum solche anderer Arten oder Formen von F. biarmicus; die von Rußland und der Wolga sind Eier von F. cherrug, die aus Ägypten und Palästina solche von F. b. tanypterus, die aus Marokko solche von F. b. erlangeri oder F. peregrinus pelegrinoides.

*****

Brehm

Im Südosten Europas, namentlich in Dalmatien, häufiger аber in Ägypten und Nordafrika überhaupt, bis zum Ostsudan und Abessinien hinab, lebt ein schöner, langflügeliger und kurzzehiger Edelfalke, der Feldeggsfalke, Falco feldeggi Schl. Er hat einen roströtlichen, nur mit feinen schwarzen Strichelchen gezierten oder gänzlich einfarbigen Hinterkopf, starken Bart, breite, bläulich gefärbte Säume der Rückenfedern, durchgehende, nicht aus Flecken bestehende Bänderung des Schwanzes, licht gelblich übertünchte Unterseite mit kleinen Tropfenflecken.