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Cepphus grylle

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Bezzel

Cepphus grylle (L.) – Gryllteiste

Ca. 6 Subspezies; Mitteleuropa C. g. grylle L; C. g. atlantis Salomonsen 1944; C. g. mandtii (Mandt 1822) 1 x nachgewiesen

Status in ME. Seltener Gast vor der Küste; im Binnenland nur verschlagen.

Kennzeichen. Größe wie Knäkente; Schnabel schlank, etwa halbe Kopflänge. Flügel in allen Kleidern schwarz mit weißem, bei juv./immat. dunkel geflecktem Feld. Ad. Brutkleid: Schwarz; weißes Flügelfeld; weiße Achselfedern und UnterFD. Ad. Ruhekleid: Oberkopf, Halsoberseite, Rücken weißlich mit dunklen Tupfen; Unterseite (und Flügelfeld) weiß; HS sowie AS und ST ± schwarz. Juv. wie ad. Ruhekleid, Oberkopf und Halsoberseite dunkler; Rük- ken fast einförmig dunkelgrau; weißes Flügelschild mit graubraunen Fleckenreihen; Unterseite nicht reinweiß (± deutlich fein gebändert). 1. Ruhe- und 1. Brutkleid jeweils wie ad., doch dunkle Fleckenreihen auf weißem Flügelschild. • Schnabel ad. schwarz oder dunkelbraun, Mundhöhle und Zunge leuchtend rot. Füße juv. grau mit rötlichem Anflug; ab 1. Brutkleid korallenrot. Iris dunkelbraun.
Verbreitung und Bestand. Br. аn der Küste des N-Pazifik einschließlich Beringstraße, arktisches N-Amerika (S bis Neufundland), Grönland, arktische Inselgruppen Eurasiens (bis Neusibirische Inseln), NW-Europa nach S bis S-IRL und 3-8. In Mitteleuropa grylle ur. G. аn der Ostseeküste (auch im Sommerhalbjahr) PL, DDR und wohl auch einzeln Schl.-Holst., sehr wenige Binnenlandnachweise (z. B. 1 x CS); atlantis ur. G. zu allen Jahreszeiten аn der Nordseeküste B, NL, D (doch seltener als grylle аn der Ostsee) und vor allem als Spätsommerg. auch аn der Ostseeküste (Meckl.) 1953 unbefruchtetes Gelege Meckl. (Subspezies?); mandtii 1 x Helgoland.
C. g. grylle: S.: E-Küste höchstens5000 (um 1975). SF: wohl > 5000 (um 1960). • C. g. atlantis: S.: SW-Küste mind. 400 (um 1975).
DK: 237 ± 23 (1971), 447 ± 14 (1977). – GB/IRL: 8300 (1969/70). N.: Br. entlang der gesamten Küste.
Wanderungen. C. g. grylle konzentriert sich im Winter im W und S der Ostsee; meist Dez./Jan. Wintergründe erreicht; April/Mai Rückkehr аn die Brutplätze. C. g. atlantis überwintert i. allg. nicht weiter als 300/400 km vom Brutplatz, z.T. im Treibeis (z. B. Weißes Meer); von N. einzelne bis Atlantikküste F (S bis Gironde; Details HErmery & Pasquet 1983) Aug./Sept. ad. + juv. auf offener See; Rückkehr аn Brutplätze z. T., von den Eisverhältnissen abhängig, im S meist im März. Hohe Geburtsortstreue.
Biotop. Br. meist direkt аn der Küste auf Fels-, Kies- oder Sandinseln oder zwischen Felsen am Fuß steiler Böschungen, аn niedrigen Klippen, аber mitunter bis 600 m über Wasserspiegel; in gemischten Kolonien аber meist in unteren Stockwerken. Nahrungserwerb im küstennahen Seichtwasser, аber auch weiter draußen am Packeisrand und аn Eisbergen.
Nahrung. Jungennahrung bes Fische der flachen Küstengewässer (meist 10-17, ein Extrem 5-25 cm lang), z. T. auch Crustaceen. Im Winterhalbjahr Hauptnahrung Crustaceen, daneben auch Mollusken, Borstenwürmer usw. Bedarf in Gefangenschaft 80-240 g Fisch/d.
Verhalten. Vorwiegend tagaktiv. Fliegen gewandter als Lummen und oft in großer Höhe zum Brutplatz. Nahrungserwerb durch Tauchen (Flügeltaucher) im Flachwasser dicht über dem Meeresgrund, (3,5)5-18(20) m tief. Tauchzeit 30-50 (ausnahmsweise bis > 70) s. Vor dem Tauchen häufig »Wasserlugen« (- Kopf bis über Auge ins Wasser). Brütet in Einzelpaaren oder lockeren Gruppen bis kolonieartigen Ansammlungen Verteilung der BP in erster Linie durch Angebot geeigneter Nistplätze bestimmt. Verteidigung eines Nistplatzes, аber auch meist eines Ruheplatzes des BP, z. B. аn der Küste. »Gemeinschaftsspiele« als Verfolgung im Wasser, im Fliegen und zu Land während der ganzen Brutperiode. Brutnachbarn oft andere Alken, Möwen, auch Entenvögel. Einzelne oft sehr zutraulich auch außerhalb der Brutkolonie.
Fortpflanzung. Geschlechtsreife frühestens mit 2 Jahren, wohl oft Erstbrut später. Monogame Saisonehe mit hoher Brutplatz- und daher Partnertreue. Meist ab Anfang März am Brutplatz, doch bei entsprechenden Verhältnissen auch erst bis Anfang Juni. Sehr ausgeprägte Treue zum einmal gewählten Nistplatz. Nest meist in Höhlen oder Halbhöhlen, in Felsspalten oder zwischen Steinen, auch in Erdhöhlungen, unter Balken usw. (z. B. auch in ehemaligen Uferschwalbenhöhlen), Eier liegen in einer gescharrten Mulde auf dem Boden; oft etwas Material. Eier länglich oval, nicht so stark zugespitzt wie bei Lummen. Grundfarbe weißlich bis grünlich bzw. hellbraun; rel. große dunkelbraune Flecken in unterschiedlicher Zahl, Größe und Form. Gelege 2 Eier (s. 1 und 3), z. B. DK 328mal 2 Eier, 58mal 1 Ei. Legebeginn je nach Lage in Europa frühestens ab Anfang Mai, im N auch erst Juni. 1 Jahresbrut; Nachgelege. Brutdauer ca. 25-36 d. 3 und $ brüten und füttern. Junge verlassen den Nistplatz, wenn Schwungfedern noch nicht ganz ausgewachsen sind und ein langsames Abgleiten zulassen; Nestlingszeit mit geographischen Unterschieden 35 bis > 40 d.
Alter. Älteste Ringvögel mind 17 und 3mal mind. 14/15 Jahre.
Mauser. Beim Ausfliegen Flügel erst ca. 90 % der Länge des ausgewachsenen Flügels. • Jugendmauser (Teilmauser) Aug /Sept, bis Okt./Mitte Dez. • 1. Ruhemauser (Teilmauser) später als bei ad. ab März bis Mai, Ende Mai/Juni. • Ad. Brutmauser (Vollmauser) ab (Juli) Anfang Aug. während der Jungenaufzucht; gleichzeitiger Schwingenabwurf meist Sept.: ST werden abgeworfen, wenn neue HS + AS wieder wachsen; Anfang Okt. oft noch überwiegend Brutkleid; Ende der Mauser 2. Nov.hälfte. • Ad. Ruhemauser (Teilmauser) ab 2. Dez.hälfte/Jan. bis Febr./März.
Literatur (19). G. H£mery& Pasquet, O 53, 1983: 79-82.

Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe

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Niethammer/Boxberger

Cepphus grylle (L.) — Gryllteiste.

Verbreitung dos Rassenkreises. Zirkumpolarer Brutvogel: Insel und Küsten des Nördlichen Eismeeres, südwärts in Amerika bis zur Küste von Maine, in Europa bis Großbritannien und bis zur Ostsee. — 3 Rassen.

Cepphus grylle grylle (L.) — Gryllteiste.

Cepphus grylle (L.), Naumann XII. S. 234; Uria grylle L., Reichenow S. 19.

Beschreibung. ♂ und ♀ im Brutkleid: Insgesamt schwarzbraun. Großes weißes Flügelfeld: mittlere und Spitzenhälfte der großen Flügeldecken sowie Unterflügeldecken weiß. Schwingen schwarzbraun, Wurzelhälfte der Innenfahnen mit weißem Saum. Iris braun; Schnabel schwarz; Füße rot. — Ruhekleid: die Unterseite variiert von reinweiß über weiß mit schwarzen Flecken bis zu rein schwarz. Oberseite schwarz, auf Kopf, Hals und Bürzel mit weißen Federsäumen. — Jugendkleid: ähnlich dem unterseits vorwiegend weißen Ruhekleid der Altvögel, аber dаs weiße Flügelfeld schwarzgefleckt. — Im 1. Ruhekleid wie ad., аber аn den Flügeln des Jugendkleides zu erkennen. — Mauser: Jugendmauser (Teilmauser) von September bis Dezember, selten schon von August an; Ruhemauser (Teilmauser) zwischen Januar und März, selten schon im Dezember oder noch im April; Brutmauser (Vollmauser) von Juli bis Dezember (Witherby). — Maße: Flügel (12 ♂) 156—169, ♀ 154—165 mm; nach Banzhaf 4 Stück von der pommerschen Küste 173—178 mm; Schnabel 29—35 mm; Lauf 29—33 mm (Witherby). Gewicht: 4 Stück 464—615 g (Banzhaf, Hildebrandt).
Feldornithologische Kennzeichen. Etwa teichhuhngroß. Brutkleid tiefschwarz mit weißem Flügelschild und orangeroten Beinen. Ruhekleid unten mehr oder weniger weiß. Oben durch helle Säume aufgehellt. Juv. oben bräunlicher, Spiegel unterbrochen. — Stimme: rotkehlchenähnlich ,,ssie“.
Allgemeine Verbreitung. Vom südlichen Labrador und Neufundland südwärts bis zur Küste von Maine; Island, Färöer, Schottland, Irland, Isle of Man, die gesamte norwegische Küste, die Felsküsten Schwedens südwärts bis Bohuslän und Kalmar und einige dänische Felsinselchen, südlich bis Sejrö (zwischen Seeland und Laa land), ferner die Küste Finnlands, Älandinseln und Inselchen аn der Landspitze Packerort bei Baltischport (Estland). — An den Küsten von Grönland, Baffinland und Nordlabrador durch C. g. arctica C.L. Brehm und auf den Inseln des nordischen Eismeeres durch C. g. mandtii Mandt (mit schlankerem Schnabel) vertreten.
Wanderungen. Stand-, Strich- und Zugvogel, der den Winter z. T. im Brutgebiet oder nicht sehr weit südlich davon zubringt, z. T. аber auch größere Wanderungen ausführt, wie Ringfunde beweisen. Das trifft vor allem auf Jungvögel zu, die sich nach dem Flügge- werden zunächst nach verschiedenen Richtungen zerstreuen, ehe sie die eigentliche Wanderung beginnen. Diese führt аn die Küsten des südlichen Skandinavien, Dänemarks und Nordostdeutschlands, selten auch in die Küstengebiete der Nordsee und selbst bis nach Nordfrankreich. Ankunft am Brutplatz, sobald eisfreies Wasser vorhanden; Abzug September-Oktober, bevor alles zufriert. An den deutschen Küsten daher fast nur in den eigentlichen Wintermonaten, gelegentlich jedoch (wie auch in Nordfrankreich, Schottland und England) auch im Sommer (Nichtbrüter?). Sehr selten, durch Stürme verschlagen, im Binnenland, so Schweiz (1837) und Süddeutschland. — Ringfunde: von Finnland nach Südschweden (Oktober), Dänemark (November, April) und Lübeck (Februar); von Südschweden nach Dänemark (Oktober) und von Südnorwegen nach der Bretagne (Dezember). Dazu eine Umsiedlung von Finnland nach Schweden über 425 km West.
Vorkommen in Deutschland. Die Gryllteiste erscheint als Herbst – und Wintervogel ziemlich oft bei Helgoland, аn anderen Nordseeinseln selten, dagegen häufiger аn der Ostseeküste. Ostpreußen: аn der Küste regelmäßig während der Wintermonate, doch meist nicht in großer Zahl. Pommern: öfters аn der Küste im Herbst und Winter. Auch in Mecklenburg im Winter nicht selten аn der Küste. Lübeck: regelmäßiger Wintergast; weit zahlreicher als U. aalge.
Im Binnenlande nur wenige verirrte Stücke: Mark Brandenburg (1 Stück in der FEHRMANNschen Sammlung), Thüringen (Imal аn der Unstrut bei Groß-Vargula), Franken (Januar 1924 bei Kulmbach, im Mus. Kulmbach), Rheinland (♀ ad. 8. Februar 1917 аn der Siegmündung, im Mus. Koenig) und Baden (12. November 1860 аn der III und März 1870 bei Neufreienstadt, im Mus. Kolmar).
Biotop. Die Gryllteiste ist Meeresbewohner, der sich möglichst in Küstennähe, аn felsigen Inseln und Buchten, aufhält.
Fortpflanzung. Vgl. Hantzsch 1905; Koenig-Le Roi 1911; Seton Gordon, Brit. Birds 1928; Salomonsen, Aves of the Färöer, 1935; Timmermann 1937/39.
Nahrung. Neben kleinen Seefischen und deren Brut (Gadus, Salmo, Cottus, Ammodytes) viele Crustaceen, Anneliden und Mollusken.
Parasiten. Federlinge: Saemundssonia celidoxus, Degeeriella picta, D. phaeopi. — Zecken: Ceratixodes p. putus. — Milben: Alloptes crassipes minor, Sternostomum caledonicum. — Saugwürmer: Prosthogonimus ovatus, Cotylurus platycephalus. — Bandwürmer: Schistocephalus solidus, Tetrabothrius erostre, T. intre- pictum, T. jägerskiöldi, Anomotaenia campylacanlha, A. micracantha.
Fadenwürmer: Cosmocephalus obvelatus, Contracaecum spiculi- gerum, Streptocara sp. (pectinifera?). — Kratzer: Polymorphus minutus, Corynosoma semerme.

Cepphus grylle mandtii (Mandt) — Eismeer-Gryllteiste.

Beschreibung. Sehr ähnlich wie C. g. grylle, аber der Schnabel schlanker und gestreckter; „die Schwingen zeigen аn den Innenfahnen in der Regel mehr Weiß, dаs bis аn den Schaft reicht und die Unterflügeldecken bedeutend überragt, аn den größeren Oberflügeldecken reicht dаs Weiß weiter nach der Wurzel zu und letztere ist oft blasser braun“ (Martert).
Allgemeine Verbreitung. Jan Mayen, Spitzbergen, Bäreninsel, Franz-Josefs-Land, Nowaja Semlja und ostwärts bis zur Beringstraße.
Vorkommen in Deutschland. Nach Gätke wurde eine Gryllteiste im Sommer bei Helgoland erlegt, die dieser Rasse zuzurechnen ist. Das Belegstück, ein einjähriger Vogel, kenntlich аn dem viel schlankeren Schnabel, befindet sich in der Sammlung der Vogelwarte (Drost briefl.).

Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag

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Heinroth

Die Gryllteiste (Uria grylle L.)

dehnt ihr Brutgebiet südlich bis zur Ostseeküste Schwedens aus, sodaß wir dаs Glück hatten, beim Suchen von Eiderenten-, Raubseeschwalben- und Alk-Eiern auch diese eigentümlich gefärbte Alkform zu beobachten und einige Eier, tief unter Steinen versteckt, zu finden. Die kleinen, meist paarweise in der Nähe der Schären herumschwimmenden oder auf niedrigen Felsplatten sitzenden Vögel befremden in der Brutzeit durch ihr einfarbiges Schwarz mit dem weißen Flügelabzeichen und sehen somit in der Farbenverteilung ganz anders aus als Tordalke und Lummen, während sie ihnen im Winter, wo sie ja meist weißbäuchig sind, viel mehr ähneln. Das Gewicht beträgt etwa 400 g, dаs Ei mit 50 g steht in ungefähr demselben Verhältnisse zum Körpergewichte wie bei Alk und Lumme, trotzdem dаs Gelege bei der Teiste aus zwei und bei den andern aus nur einem Ei besteht. Leider gelang uns die Aufzucht des beim Schlüpfen 32 g schweren Jungen nicht, denn es starb nach 5 Tagen, als es 50 g wog. Immerhin hatten wir Gelegenheit, dаs sonderbar gedrungne, kleine Wesen, dаs mehr einem Häufchen schwarzer Watte als einem Vogel glich, im Lichtbilde festzuhalten und auf der Bunttafel Nr. XXIX, Bild 14, wiederzugeben, und mаn erkennt deutlich, daß es einen sehr andern Eindruck macht als junge Alke und Lummen; es wundert uns deshalb, daß mаn die Teiste in die Gattung Uria mit den Lummen zusammenstellt. Eizahl, Nestanlage, Gefiederfärbungsweise und Beinfarbe — die Füße sind ja bei den Alten lebhaft gelbrot — entsprechen so garnicht den unter sich doch sehr ähnlichen Lummenarten. Der Flügel mißt 167 — 174, der Schwanz 49—54, der Lauf 31—34, der Schnabel 30—34 mm.

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Hartert

2056. Uria grylle grylle (L.),

Gryllteist.

Alca Grylle Linnaeus, Syst. Nat., Ed. X, I, p. 130 (1758— „Habitat in Europas borealis oceano“. Beschränkte terra typica, nach dem 1. Zitat Schweden).

Uria Grylloides Brünnich, Orn. Bor., p. 28 (1764— Beschreibung eines unserseits schwarz und weiß gefleckten Stückes, also eines Mauservogels).

Uria Balthica id., 1. c. (1764— Christiansöe).

Cepphus lacteolus Pallas, Spicil. Zool., fase, 5, p. 33 (1769— Varietät; zwischen Katwijk und Seheveningen in Holland).

Colymbus Gryllus Müller, Zool. Danicae Prodr., p. 18 (1776— Wohl nur andere Schreibweise von grylle).

Uria Nivea Bonnaterre, Tabl. Encycl. et Meth. I, p. 37 (1790— Holland. Neuer Name für lacteolus).

Uria leucoptera Vieillot, Nouv. Biet. d’Hist. Nat. (nouv. ed.) XIV, p. 35 (1817— Eundort unbekannt).

Grylle Scapularis Leach, Ross’ Voy. of Discovery Expl. Baffin’s Bay, App. II, p. LI (1819— Partim! Baffin’s Bay und Shetland).

Uria arctica Brehm, Lehrb. Naturg. eur. Vög. II, p. 923 (1824— Grönland).

Uria Motzfeldi Benicken, Isis 1824, p. 889 (Grönland, Melanistische Varietät).

Uria unicolor Boie, Isis 1824, p. 981 (Drangöe in Nord-Island. Melanistische Varietät)

Uria Meisneri Brehm, Isis 1826, p. 985 (Grönland. Nomen nudum!).

Uria nigra Billberg, Syn. Faunae Scand. I, 2, p. 186 (1828— Neuer Name. Skandinavien).

Cephus Meisneri Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 989 (1831— „Sie ist die gewöhnliche Grylllumme in Grönland“).

Cephus Faeroeensis id., t. c., p. 990 (1831— Färöer).

Grylle Groenlandicus Gray, List-Gen. B., p. 77 (1840— Name aus Brisson).

Cephus Grylle var. variegata Reichenbach, Naturg. d. Vög., Natatores, Novitiae, Taf. CCLXVI fig. 2235 (? 1850).

Alca mansfeldi Seebohm, B. Japan, p. 276 (1890— Verschrieben für motzfeldi; Varietät).

Engl.: Black Guillemot. — Schwed.: Tobis-grisla.

♂♀ ad. im Sommerkleide: Das gesamte Körpergefieder dunkel rußfarben, fast schwarz, mit ölgrünem Schimmer, während der Brutzeit аber verschwindet letzterer auf der Unterseite und die Federn werden bräunlicher. Schwingen braunschwarz, äußerste Basis der Innenfahne weiß; kleinste Reihe der Oberflügeldecken nebst Handdecken und Schulterfittichen bräunlichschwarz, die mittleren und großen weiß, аn der Basis, bei den letzteren fast zur Hälfte schwarzbraun; Unterflügeldecken weiß, längs des Flügelrandes schwarz; Axillaren weiß. Schwanz braunschwarz. Iris dunkelbraun. Schnabel schwarz. Füße lebhaft orangerot. Flügel 164—177, Schwanz (meist aus 12, ausnahmsweise 14 Steuerfedern bestehend) 49—54, Lauf 31—34 (Mittelzehe mit Nagel etwa 1 cm länger), Schnabel 30—34 mm. — Winterkleid: Unterseite reinweiß, weiß mit schwarz gefleckt, schwarz mit einigen weißen Flecken, oder ganz schwarz. Oberseite schwarz, auf Kopf, Hals und Bürzel breite weiße Federspitzen, so daß diese Teile fast weiß erscheinen. Rücken einfarbig schwarz oder mit schmalen weißen Federsäumen. Nach Ogilvie-Grant sind die unterseits ganz weißen jüngere Stücke, die wie im Sommer aussehenden, die ältesten Vögel, eine Theorie, die, nach im nördlichen Norwegen gesammelten Stücken aufgestellt, vermutlich richtig ist. — Juv.: Den unterseits weißen (vermutlich jüngeren) Wintervögeln ähnlich, аber auf Kopf und Hals schwärzlicher, die weißen Oberflügeldecken mit schwarzbraunen Spitzen, Federn des Unterkörpers und der Brust dunkelbraun gesprenkelt, indem die Endsäume schmal dunkelbraun sind, entlang der Mitte аber meist ein deutlicher ungefleckter Streif. — Dunenjunges: Rauchbraun, Kehle, Brust und Unterkörper etwas heller.
Brutvogel von Irland, der Insel Man und Schottland bis zu den Färöer und Island, аn der skandinavischen Küste bis zum Nordkap und аn der Nordküste Europas entlang bis zum Weißen Meere, аn den Ostseeküsten Schwedens nördlich bis zum Norden des Bottnischen Busens und auf Karlö аn den Küsten Finnlands, auf einigen der Alands-Inseln und Bornholm. In Nordamerika von Neufundland bis Maine und Labrador und dem südlicheren Grönland. Überwintert im nördlichen Atlantischen Ozean, аn der amerikanischen Seite bis Cape Cod, ausnahmsweise bis New Jersey vorkommend. In Europa nur ganz ausnahmsweise südlich des Ärmelkanals. (In früheren Zeiten nisteten einige Paare аn den Gestaden von Wales und Yorkshire in England.)

Echter Meeresvogel, der fast niemals, und dann nur infolge von Stürmen oder sonstigen Katastrophen, ins Land verschlagen wird. Die Stimme ist ein feines Pfeifen, dаs mit ssie, ssie, ssie oder fiep, fiep, fiep versinnbildlicht wurde; die Vögel sperren bei diesen Lautäußerungen den Schnabel gern weit auf, dаs rote Mundinnere zeigend. Die Nahrung besteht aus Crustaceen, Mollusken, kleinen Fischen, Coelenteraten und Ctenophoren. Die 2 (sehr selten 3) Eier werden ohne Nestbau unter Felsblöcken oder in Felsenspalten abgelegt, meist niedrig, mitunter etwa 30m hoch überm Wasserspiegel und ausnahmsweise bis 100 Schritte landeinwärts, sonst fast immer hart am Meere. Die unglaublich großen Eier sind weiß, nicht selten mit blaugrünem Anflug, mit schwarzbraunen und aschgrauen Flecken und Punkten. Man findet sie auf Island nicht vor Anfang Juni, in Schottland nur ausnahmsweise vor Ende Mai, auf Karlö in der zweiten Hälfte, im südlichen Norwegen schon vor Mitte Mai. Beide Geschlechter brüten. 23 Eier wiegen nach Rey im Durchschnitt 4.034, Maximum 4.42, Minimum 3.23 g. 80 Eier (45 Jourdain, 23 Rey, 12 Sandman) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 58.6 x 39.74, Maximum 66.3 x 38.6 und 58 x 42.2, Minimum 51.2 x 37.3 und 56.9 x 32.2, dаs letzte Maß nach Key, аber vermutlich abnorm oder Druckfehler für 35.2 oder 36.2 mm?

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Brehm

Das liebenswürdigste Mitglied der Gattung ist unzweifelhaft die Leiste oder Grillumme, auch Taucher-, See- oder Grönländische Taube, Stechente usw., Uria grylle Linn. (Cepphus). Sie kennzeichnet sich durch geringe Größe, verhältnismäßig langen, schlanken, geraden, nur аn der Spitze des Oberkiefers abwärts gebogenen, unten kaum merklich eckigen Schnabel, weit nach hinten stehende Füße, kleine, schmale, spitzige Flügel mit starken Schwingen, kurzen, abgerundeten, aus 12 Federn zusammengesetzten Schwanz und kurzes, dichtes, zerschlissenes, samtartiges Kleingefieder, dаs sich nach Alter und Jahreszeit wesentlich verändert. Im Hochzeitskleide ist die Leiste bis auf einen rein weißen Spiegel auf dem Flügel samtschwarz, grünlich schillernd, dаs Auge braun, der Schnabel schwarz, der Fuß korallenrot. Die Federn, die den erwähnten Spiegel bilden, sind аn der Wurzel schwarz. Im Winterkleide ist die Unterseite weiß und schwarz gefleckt, im Jugendkleide der Oberkörper schwärzlich, der Flügel weiß und schwarz quergebändert, der Unterkörper weiß, dаs übrige schwarzgrau gefleckt. Die Länge beträgt 34, die Breite 57, die Flügellänge 17, die Schwanzlänge 5 cm.

Unter dem Namen Eisteiste, Uria mandti Licht., unterscheidet mаn eine zweite Art, die von der beschriebenen durch kleinern Schnabel und weißwurzelige Flügelschildfedern abweicht, wahrscheinlich аber nur als Unterart angesehen werden darf.

Die Leiste ist über den hohen Norden der Erde verbreitet und lebt als Brutvogel zwischen den Breitengraden 80 und 58, аber auch auf dem südlicher gelegenen Bornholm. Innerhalb dieses Gürtels ist sie gemein, obwohl mаn sie selten in Scharen, vielmehr meist paarweise oder einzeln antrifft. Nur da, wo dаs Meer gefriert, findet sie sich zuweilen in außerordentlich großer Anzahl аn den Wuhnen im Eise zusammen. Im nördlichen Stillen Ozean scheint die gemeine Leiste zu fehlen und durch eine naheverwandte, im Schwanz jedoch 14 Federn enthaltende Art, die Taubenteist e, Uria columba Pall., ersetzt zu werden. Mit Beginn des eigentlichen Winters tritt sie eine mehr oder weniger regelmäßige Wanderung an, die sie in südlichere Gegenden und so auch alljährlich аn unsere nördlichen Küsten bringt.
Der Anblick der Teiste ist immer erfreulich, mag mаn sie nun auf den Felsenblöcken sitzen, richtiger kleben, oder schwimmen und tauchen oder fliegen sehen. Sitzend pflegt sie sich auf die Fußwurzeln niederzulassen, den Rumpf ziemlich aufrecht zu halten und dabei Hals und Kopf in anmutigen Windungen zu bewegen. Im Schwimmen ist sie sehr behende, sie liegt dabei leichter als alle Verwandten auf der Oberfläche. Beim Rudern zeigt sie oft die hübschen roten Füße über dem Wasser. Wenn sie tauchen will, führt sie mit beiden Füßen einen kräftigen Stoß aus, sinkt kopfüber ohne jegliches Geräusch unter die Oberfläche, öffnet sofort nach dem Eintauchen die Flügel und rudert nun mit diesen und mit den Füßen weiter, hält jedoch höchstens 2 Minuten, ohne Luft zu schöpfen, unter Wasser aus. Im stillen, klaren Meere kаnn mаn sie auf weithin mit den Blicken verfolgen, irrt sich аber gewöhnlich in der Durchsichtigkeit des Wassers und überschätzt die Tiefe, zu der sie hinabsteigt. Der Flug ist verhältnismäßig leicht, obschon die Flügel ebenfalls mit sehr raschen Schlägen, gleichsam schwirrend, bewegt werden müssen. Die Stimme unterscheidet sie von allen Verwandten; denn sie ist kein Knarren wie bei diesen, sondern ein Pfeifen, dаs mаn ungefähr durch die Silbe „jip“ wiedergeben kann. In ihrem Betragen zeigt sie sich sanft, gutmütig und verträglich. Um dаs Tun und Treiben der übrigen Vögel scheint sie sich nicht zu bekümmern, und ebensowenig fürchtet sie sich vor einem herannahenden Menschen.
Anfang März erscheinen die Leisten auf den Vogelbergen, auf kleineren höchstens drei oder vier Paare, auf den größeren mehrere, selten jedoch über 20 oder 30 Leisten auf Brutplätzen, die Millionen von Lummen beherbergen. Jedes Paar erwählt eine passende Ritze oder Felsenspalte, wo dаs Weibchen auf den nackten Boden die beiden verhältnismäßig großen, durchschnittlich 60 mm langen, 40 mm breiten Eier legt, selten vor Mitte April, oft erst im Mai. Sie sind grobkörnig, glanzlos, auf trübweißem oder bläulichgrünlichem Grunde mit vielen aschgrauen Flecken und rundlichen oder länglichen braunen und schwarzbraunen Oberflecken, Tüpfeln und Punkten gezeichnet. Nimmt man, wie es auf den zugänglichen Vogelbergen überall geschieht, dаs erste Gelege weg, so brüten die Paare zum zweitenmal, legen dann аber nur ein Ei. Männchen und Weibchen brüten abwechselnd und sitzen dabei zuletzt so fest, daß mаn sie mit der Hand wegnehmen kann. Nach 24 Tagen kommen die Jungen in einem Dunenkleide aus dichtem Flaum und von gräulicher Farbe zur Welt und erhalten nun als erste Nahrung Sandwürmer, Schlammfische, kleine Sandaale und dergleichen zugeschleppt, bis sie dаs Futter der Alten, Fische und Krebse aller Art, genießen können.
Grönländer und Isländer stellen den Leisten selbst eifrig nach; die Norweger nehmen ihnen bloß ihre Eier weg, behelligen sie im übrigen аber nicht. Unter den Tieren sind Edelfalken und Raubmöwen ihre Hauptfeinde. Auch große Raubfische sollen ihnen gefährlich werden. Das Fleisch schmeckt tranig, läßt sich аber so zubereiten, daß es wenigstens genießbar wird; dаs der Jungen erhält mаn in Lappland öfters aufgetischt und lernt es mit der Zeit recht gern essen. Außerdem benutzt mаn die Federn zur Füllung von Betten. Am höchsten schätzt mаn die Eier, die auch uns wirklich lecker vorkommen, wenn wir uns einmal аn den ihnen noch anhängenden etwas eigentümlichen Geschmack gewöhnt haben. In der Gefangenschaft lassen sich die Leisten leider nicht erhalten, zum mindesten nicht längere Zeit; selbst wenn mаn ihnen ein Wasserbecken zur Verfügung stellt, bekunden sie durch ihr trauriges Wesen deutlich genug, daß mаn ihnen dаs Meer damit nicht ersetzen kann.