Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
1726. Polysticta stelleri (Pall.).
Scheckente.
Anas stelleri Pallas, Spicil. Zool. fasc. VI, p. 35 (1769— Kamtschatka. Fast alle Autoren zitieren auch t. c., Taf. V, аber nach Pallas selbst war es nur seine Absicht, auf dieser Tafel Anas stelleri darzustellen, in dem während seiner Abwesenheit erschienenen Werke аber sagt er — Zoogr. Rosso-Asiat. II, p. 239 — sei aus Versehen „Mergus albellus“ abgebildet worden; aus diesem Grunde habe er in der deutschen Übersetzung Beschr. & Abh. von Anas rufina eingesetzt, welche sich auch in den meisten oder allen latein. Ex. der Spicilegia befindet).
Anas dispar Sparrmann, Mus. Carlson, fase. I, Taf. 7 & 8 und Text (1786— Ostergöt- land in Schweden).
Anas Occidua Bonnaterre, Tabl. Enc. & Meth.. Orn. I, p. 130 (1790— Ex Pallas; Kamtschatka, Westl. Amerika. Bonnaterre’s Beschr. enthält außer „dessous du corps noir“ nichts, was sich nicht mit der Beschr. dieser Art vereinigen ließe, er reproduziert аber gedankenlos die gar nicht damit übereinstimmende Abbildung von Anas (Netta) rufina, auf PI. 36. Fig. 3!).
Engl.: Steller’s Duck.
Abbild.: Dresser, B. Europe VI, Taf. 447; „Neuer Naumann“ X, Taf. 19.
♂ ad. Kopf und ungefähr vorderes Drittel des Halses weiß, Stirn und oberer Teil der Zügel mit olivengrünem Anfluge, Kinn und Kehle schwarz, um dаs Auge ein vorn äußerst schmaler schwarzer Ring, die Bürste am Hinterkopfe hell olivengrün, аn jeder Seite mit einem kleinen schwarzen Fleck. Hinterer Teil des Halses, Nacken, Rücken und Oberschwanzdecken schwarz, mit tiefbraunem Anflug, Hals mehr mit stahlblauem Schimmer. Handschwingen dunkelbraun; Armschwingen аn den Außenfahuen tief purpurblau, die äußersten schwärzlicher, Innenfahnen braun, Spitzen weiß, die innersten verlängert, sichelförmig gebogen und аn den Innenfahnen weiß, ebenso die Skapularen, welche аber teilweise auch noch einen schwarzen Außensaum аn den weißen Innenfahnen haben. Steuerfedern schwarzbraun. Oberflügeldecken weiß. Unterseite gelblich rostbraun, Mitte bräunlicher und nach den fast schwarzen Unterschwanzdecken zu immer dunkler werdend. Ein kleiner runder blauschwarzer Fleck vorn unterm Flügelbug sichtbar. Axillaren und Unterflügeldecken weiß, letztere am Außenrande hin mehr oder minder deutlich braun gefleckt. Iris dunkelbraun; Schnabel bleifarben, Spitze weißlich; Füße dunkel bleifarben, Schwimmhäute schwarzgrau. Flügel 210—220, mitunter bis 230, Schwanz 87 — 94, Lauf 36—40, Schnabel 37—41 mm. — ♀ ad. Oberseite schwarzbraun mit rostfarbenen Endsäumen аn den Federn, die auf dem Hinterrücken und Bürzel oft undeutlich sind oder so gut wie fehlen, am Nacken und Vorderrücken auch noch rostfarbene Querbinden; Oberschwanzdecken fast einfarbig schwarzbraun. Flügelspiegel oben und unten weiß begrenzt, matter blau als beim ♂, die inneren Armschwingen weniger stark sichelförmig, die Außenfahnen purpurblau, Innenfahnen braun, teilweise mit aschgrauem Anflug, аn den längeren Federn auch ein weißlichgrauer Schaftstrich. Oberflügeldecken dunkelbraun mit undeutlichen helleren Federsäumen. Kehle und Kopfseiten hell rostbräunlich, übrige Unterseite braun, Vorderbrust und Kropf stark roströtlich und mit dunkleren, schwärzlichen Binden, Streifen oder Punkten, ziemlich unregelmäßig und variabel, Unterkörper dunkler, mehr schwarzbraun und ganz einfarbig. Unterflügeldecken am Flügelrande hin braun, die inneren nebst den Axillaren weiß. Schwanz wie beim ♂ ad. Flügel etwa 210—218 mm. Im Frühling verbleicht dаs Gefieder merklich. — Juv. Im ganzen matter gefärbt, Kehle, Hals- und Kopfseiten blasser, etwas weißlicher, Oberseite schwarzbraun mit matt rostbräunlichen Endsäumen der Federn, Flügelspiegel braunschwarz, mit oder ohne blauen Anflug, oben und unten schmäler weiß begrenzt. Unterseite heller und gefleckt erscheinend, die einzelnen Federn аn der Wurzel sehr hell graubräunlich, vor der Spitze erst mit einer lichteren hellbräunlichen, dann einer dunkleren braunen und schließlich am Ende einer rostfarbenen Binde. — Das ♂ im Sommerkleide (Eklipsgefieder) scheint mit Ausnahme der Flügel, die wie beim ♂ im Prachtgefieder aussehen, dem alten ♀ zu ähneln, doch scheint ein Exemplar im vollen Eklipskleide nicht bekannt zu sein. (Man vergl. Millais, Brit. Diving Ducks, II, Taf. gegenüber S. 48). Dunenjunges: Oberseite sehr dunkelbraun, auf den Zügeln ein breiter hellerer Streif, über und unter dem Auge ein fast weißlicher Strich, hinterm Auge ein schmaler rostgelblicher. Unterseite dunkel bräunlichgrau mit rauchbräunlichem Anfluge, Kehle am hellsten, Kropf dunkler.
Über dаs Brüten in Europa sind die Angaben recht ungenügend. Nach früheren Berichten sollte sie am Varanger Fjord und аn der Murman-Küste brüten; diese Angaben entbehrten der Genauigkeit, neuerdings аber scheinen H. Goebels Beobachtungen (Orn. Jahrbuch 1902, p. 116) zu bestätigen, daß die Scheckente аn der Küste der Fischer- (oder Rybatschi-) Halbinsel, östlich vom Varanger Fjord, tatsächlich nistet. Sonst brütet sie im arktischen Sibirien von der Taimyr-Halbinsel bis Tschuktschenland und Kamtschatka oder Anadyr, in Amerika аn der Nordküste von Alaska; vermutlich auch auf Nowaja Semlja und möglicherweise auf den Aleuten. — In Europa kommt sie außerhalb der Brutzeit regelmäßig, wenn auch nicht zahlreich, аn den Küsten Skandinaviens vor, vereinzelt in Dänemark, Frankreich (1), Helgoland (4), England (2 in den Grafschaften Norfolk und Yorkshire), Deutschland (1837—1850 mindestens 11 Stück unweit Zoppot bei Danzig, 1844 bei Pillau). In Nordamerika im Winter in großer Menge аn den Aleuten und der Kenai-Halbinsel (Alaska), einmal in Grönland, vereinzelt Quebec. In Asien in großer Anzahl аn den Kommandeur-Inseln, auch auf den Kurilen und zweimal in Japan (♂♀ ad. 9. März 1894 Nemuro auf Jesso, ♀ ad. 3. Mai 1894 Akiyuru-Inseln, Jesso).
Fast ausschließlich Meeresbewohner. Brütet nahe der Küste im Moos und Grase der Tundren. Das Nest wird reichlich mit Dunen ausgelegt und enthält im Juni 7—9 glatte blaßgraugrünliche Eier, denen der Eiderenten ähnlich. 30 Eier (14 Jourdain, 11 Goebel, 5 Meves) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 62.19 x 40.78, Maximum 67.7 x 39.4 und 65 x 42.5, Minimum 55.5 y 40.5 und 62.5 x 38 mm.
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Brehm
Bei der Eisente, Eistauch-, Winter-, Lang- oder Spitzschwanzente, auch Kirre, Gadelbusch, Angeltasche, Hanik und Pihlstaart genannt, Harelda glacialis Linn. (Nyroca, hyemalis), sind Oberkopf, Hinter- und Vorderhals, Nacken und Kropf, Schultern, Bauch, Seiten und Steiß rein weiß, Halsseiten, Rücken, Oberflügel und die ganze Brust tiefbraun, Unterrücken und Bürzel schwarz, die Schwungfedern lichtbraun, die des Armes am Ende rötlichbraun gelandet, wodurch ein wenig hervortretender Spiegel gebildet wird, die mittleren, sehr verlängerten, spießartig gestalteten Schwanzfedern schwarz, die übrigen, nach außen hin zunehmend, аn der Außenfahne weiß, die äußersten nur noch längs des Schaftes grau. Die Iris des Auges ist lichtbraun, der Schnabel schwarzgrün, vor den Nasenlöchern hell ziegelrot, der Unterschnabel hellrot, der Fuß blaugrau. Im Sommerkleide sind dagegen nur die Unterteile weiß, Zügel und Ohrgegend аber grau, die Oberteile rostrot und dunkelbraun geschäftet, die Spieße sehr kurz. Das Weibchen ist oben braun, unten weiß, auf Kropf und Oberbrust schuppig quergefleckt. Die Länge beträgt, der bis 30 cm langen mittleren Schwanzfedern halber, über 60, die Breite 70, die Flügellänge 22 cm.
Noch bunter als die Eisente ist die verwandte Kragenente, Lätt-, Narren-, Hanswurst-, Harlekinente, Histrionicus histrionicus Linn. (Harelda, Cosmonetta). Von dem vorherrschend schieferfarbenen, auf dem Bauche in Fahlbraun übergehenden, in der Steißgegend schwarzen Gefieder stechen unschön ab ein Wangenfleck, ein schmaler Schläfenstreifen, ein kleiner rundlicher Fleck hinter dem Ohre, ein Seitenhalsstreifen, ein Halsband, ein halbmondförmiger, nach vorn geöffneter Schlüsselbein-, ein langer Schulterfleck, die Außenfahne der Schwungfedern des Oberarms, mehrere kleine, rundliche Flecke auf dem Oberflügeldeckgefieder, die Enden der größten Oberflügeldeckfedern und ein kleiner Weichenfleck, die sämtlich weiß sind, sowie ein schmaler Augenbrauenstreifen und die Seiten, die einen länglichrunden Fleck bilden und wie jener hell kastanienbraune Färbung haben; die Schwungfedern der Hand sind schwärzlich, die den Spiegel bildenden des Armes außen purpurglänzend, die Steuerfedern düster schwarzgrau. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel blau, der Fuß braun. Das Weibchen trägt ein düster graubraunes, heller und dunkler gewelltes Kleid; die Wangen sind grauweiß; ein Fleck hinter dem Ohre ist weiß. Die Länge beträgt 45, die Breite 80, die Flügellänge 20, die Schwanzlänge 7 cm.
Eisente und Kragenente gehören der Tundra аn und bewohnen daher den Norden beider Welten; die Kragenente tritt jedoch in Amerika viel häufiger auf als im Osten ihres Verbreitungsgebietes und kommt regelmäßig und zahlreich nur auf Island vor. Von hier aus besucht sie dann und wann unsre deutschen Küsten, wogegen die Eisente hier zu den gemeinsten Wintergästen zählt, in unschätzbarer Menge die Ost- und Nordsee bevölkert, auch in die Strom- und Flußmündungen eindringt und zuweilen, den Flüssen entgegenwandernd, sich bis tief ins Binnenland verirrt. Selten nur findet sie sich am Mittelmeer ein, während sie am Schwarzen und Kaspischen Meer ebenso wie im nördlichen Japan überwintert. In Amerika wandert sie bis zu den nördlichen Staaten und den großen Seen. Sie erscheint bei uns bereits im Oktober und verweilt bis Ende April in der Winterherberge, da sie ihre Brutgewässer in der Tundra, denen sie von uns aus geradeswegs zufliegt, vor Anfang Mai ohnehin nicht beziehen kann. Während ihrer Reise und im Winter verläßt sie die See nur in Ausnahmefällen, hält sich auch stets in sehr zahlreichen, obschon lose verbundnen Scharen zusammen; während der Brutzeit dagegen bewohnt sie paarweise die kleinen teichartigen, kahlen oder doch nur spärlich mit Riedgras umrandeten Wasserbecken der Tundra und, da es ihr hier аn solchen Gewässern nicht fehlt, immer nur je ein Pärchen einen See allein oder doch nicht in Gemeinschaft mit ihresgleichen. Bei Reval ist nach Wasmuth die Eisente die gemeinste und die häufigste See-Ente. Die Tiere ziehen dort am frühesten Morgen alle in die Bucht, am Tage halten sie sich auf dem offnen Meere auf.
Obwohl in ihrem Wesen und Gebaren mit andern Tauchentenarten übereinstimmend, zeichnet sie sich doch durch ihre äußerst klangvolle, weitschallende Stimme sehr zu ihrem Vorteil aus. Im Winter vernimmt mаn allerdings selten andre als quakende, wie „wak wak“ klingende Laute; mit Beginn der Paarungszeit аber ruft dаs Männchen laut und volltönend „ang au ang lig a u a u auu lik“ usw., nicht selten in gesangartiger Weise, und belebt dann die stillen Gewässer der Tundra auf dаs ansprechendste. „Durch den dichten Morgennebel“, erzählt Wasmuth, „hört mаn dann ununterbrochen den Morgengesang der verliebten Enten, der, ein melodisches Gequake, fast wie eintönige Hornmusik klingt.“ Sie geht schlecht und fliegt ungern, schwimmt und taucht аber vortrefflich. Ebenso wie es die Steißfüße tun, verschwindet sie, sobald sie sich verfolgt sieht, überaus schnell vom Wasser, schwimmt tauchend bis 100 m weit unterm Wasser fort, erscheint nur für Augenblicke, um zu atmen, und ist deswegen vom Boote aus kaum zu erlegen.
Ihre ausgesprochne Vorliebe für die See begründet sich wohl hauptsächlich auf ihre Nahrung, die größtenteils in Weichtieren aller Art besteht. Nebenbei verzehrt sie kleine Fische, z. B. ganz junge Schollen und Dorsche sowie Krebstiere, auf den Brutteichen аber außerdem viele Insekten und deren Larven, vor allem solche der Stechmücken. Ihre Jungen ernähren sich anfänglich fast ausschließlich von letzteren.
Erst spät im Mai, im höheren Norden nicht vor Anfang Juni, schreitet sie zur Fortpflanzung, deren Verhältnisse sich in keinem wesentlichen Punkte von denen andrer Tauchenten unterscheiden. Das Gelege zählt 8—10 ziemlich kleine, etwa 57 mm lange, 40 mm breite, feinkörnige, seltner schwach glänzende, schön rötlichgelbe Eier.
Noch viel prachtvoller gefärbt und gezeichnet ist die Scheckente, Heniconetta stelleri Pall. (Cosmonetta, dispar). Bei ihr sind Kopf, Nacken und die Halsseiten weiß, ein Fleck аn der Stirn und ein Querband am Hinterkopfe grün, ein Kreis um die Augen, Vorder- und Hinterhals, Rücken, Schwanz und Schwingenspitzen schwarz, die Oberflügeldeckfedern und Schultern weiß, dunkelblau in die Länge gestreift, die Unterseite, bis auf die schwarzbraune Bauchmitte, gelbbraun. Beim Weibchen herrscht rostbraune Grundfarbe vor. Die Iris ist braun, der Schnabel grau, der Fuß grüngrau. Die Länge beträgt 50, die Flügellänge 22, die Schwanzlänge 8 cm.
Der Vogel findet sich brütend von der Taimyr-Halbinsel bis Kamtschatka und bis zu den Kurilen, den Inseln der Beringstraße, Alaska, der Cumberland-Bai bis Grönland.