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Bezzel
Larus fuscus L. – Heringsmöwe
5 Subspezies; Mitteleuropa L. f. graellsii Brehm 1857 Br., L f. intermedius Schiøler 1922 r. Dz. und spärlicher Winterg., L f. fuscus L. s. Br. sowie r. Dz.; fernerL. f. heuglini Bree 1876 und/., f. taimyrensis Buturlin 1911 sehr s. G. im E.
Status in ME. Käufer Brutvogel аn der Küste im NW (2); häufiger Gast аn der Küste, regelmäßig selten im Binnenland.
Kennzeichen. Deutlich kleiner als Mantelmöwe, zierlicher als Silbermöwe, doch Größenverhältnisse oft täuschend; Flügelspitzen überragen im Sitzen den Schwanz &-10 cm (Silbermöwe 3-6, Weißkopfmöwe 5-7, Mantelmöwe 1-2 cm!), schmale Flügel. Ad. Rücken und Flügeloberseite schiefergrau (graellsii) bis schieferschwarz (fuscus), Spitzenteile der äußeren HS schwarz (die sich bei fuscus also nicht abheben)! HS von unten ganz dunkel; Hinterrand des Arm- und inneren Handflügels weiß; kleines weißes Fenster auf der äußersten (+ zweitäußersten) HS (vgl. Mantelmöwe). Im Brutkleid Kopf und Hals weiß, im Ruhekleid variabel gestrichelt. Juv. und 1. Ruhekleid Vorderrücken dunkler, ± schiefergrau mit schmäleren hellen Federsäumen als bei Silbermöwen; längste HS (braun)schwarz ohne helle Spitzen: Flügel insgesamt einheitlich braunschwarz und ohne Aufhellung im Handflügel und auch dunkler als Weißkopfmöwe; Große ArmD so dunkel wie AS; dunkle Schwanzbinde deutlich und kontrastreich. Immat. mit braunschwarzer Flügelspitze; im 3. Winter ähnlich ad. (jedoch mit kaum erkennbaren weißen HS-Spitzen). • Schnabel juv. dunkel, immat. ± aufgehellt von der Basis her, im 3. Winter hell mit dunkler Binde; ad. gelb mit rotem Unterschnabelfleck, im Winter auch gel. mit dunkler Oberschnabelbinde. Füße juv. schwach gelblich bis fleischfarben; ad. Brutzeit gelb, Winter meist gelb, аber auch vielfach fleischfarben bzw. hell. Iris juv. dunkelbraun, ad gelb; Lidring ad. rot.
Verbreitung und Bestand. Br. von NW-Europa (IS bis E.) bis N- und Mittelsibirien. Br. IS, GB/IRL, W-DK bis NW-E. L. f. graellsii; E-DK, S-N. und 8-8. L f. intermedius; N-N., Ostseeraum ab Öresund und 8-8. nach E L. f. fuscus (auch einzeln аn der mecklenburgischen Ostsee ur. brütend). Br. Mitteleuropas nicht einheitlich, da einzelne Ind. mit sehr dunkler Oberseite, r. Br. nur аn der Norseeküste. Als Dz;/und Winterg. einzeln bzw. in kleiner Zahl auch r. im Binnenland, mit Häufungen zu den Zugzeiten; аn großen Binnengewässern Beobachtungen zu allen Jahreszeiten möglich (meist Ind. mit dunkler Oberseite). Im W + durch Schutz, Verbesserung der Nahrungsbedingungen; im E z. T -, z. B. durch Konkurrenz mit Silbermöwe (z. B. Bergman 1982, Kilpi 1983). Doch i. allg. Zunahme viel weniger stark als Silbermöwe (geringere Abfallnutzung).
NL: 9700 (1977), 8700 (1978); im 19. Jh. fast ausgerottet, ab 1926 Wiederansiedlung.
D: nur Nordsee knapp 1000 (1981), 1200 (1982); 1927 1 BP auf Memmert, 20 (1961), 102 (1970), ca. 300 (1979), 800 (1981), sonst Ostfriesische Inseln meist in neuerer Zeit Ansiedlungen, insgesamt 85-100 (1981); Nordfriesische Inseln seit 1968 auf Amrum, 8 (1976), ca. 100 (1981 ausführlich Prüter 1983). • IS: Ansiedlung 1920/30,1. Brutnachweis 1934, 2000-3000 (1965/66), 10000 (1970) GB: Küstenzählung 1969/70 ca. 45000 + Inland? – IRL: Küstenzählung 1969/70 ca. 1700 + Inland? F: +, 16000 bis 17000 (1979); in Bretagne 1969/78 + 8,5-14,1 %/Jahr. • E.: 1 (1971), 50 (1979), 60 (1981). OK: 150-300 (1928/29), 1200-1500 (1940), ca. 1076 (1974). – N.: 8800 (um 1965/67), heute mehr. • S.: ca. 80000 (um 1975). • SF: heute stark -. • SU: Estn. SSR 500 (1975).
Wanderungen. Teil-, Kurz- und Langstreckenzieher, mit zunehmender Neigung, im N des Areals zu überwintern. Winterquartier umfaßt heute N-Atlantik um GB/IRL, W-Europa, N-Afrika, Ostsee + Mitteleuropa (wenige), Schwarzes Meer, Mittelmeer, Vorderasien bis E-Afrika (und S-Afrika). Westliche Populationen (IS bis NW-F, NL bis S- Skandinavien) beginnen im Juli von Kolonien abzuwandern und haben etwa bis Oktober MA erreicht. Einige fliegen auch ins W-Mittelmeer (Ringfunde bis I). Nov.funde reichen bis Senegal; südlichste Funde von Br. GB bis Sierra Leone, Nigeria. Am weitesten scheinen von Br. GB juv. zu ziehen; Hauptwinterquartier P, SW-E., NW-Afrika. Ab Mitte Febr. Ankunft der geschlechtsreifen Ind. in GB, Einzug bis Mitte Mai (zuletzt hauptsächlich immat.) Teilzahlungen Jan.bestand GB: > 300 (1950), 2800 (1960), 17700 (1973), darunter 80-90% ad. Auch Ringfundanalysen zeigen geringere Zugwege britischer ad. bzw. Rückkehr von ad. aus N-F bereits wieder im Dez.; fürjuv./immat. dagegen keine Änderung nachweisbar. Ausnahmefunde Br. GB z. B. IS, D, DK, N., S., SF. Br. S-N , SW-S., DK (ohne Bornholm), NL, NW-F ziehen ebenfalls entlang der Atlantikküste bis Senegal, überwintern аber einzeln auch in GB. L. c. fuscus (Br. Bornholm, E-S., SF, NW-SU) sind nach W bis NL, B, N-F, E-GB, MA nachgewiesen worden, doch Hauptwegzug S/SE durch Mittel- und E-Europa mit Winterziel Schwarzes Meer, E-Mittelmeer und E-Afrika (Küste + Binnenland) bis weit S Äquator (bis Natal), Ringfunde W bis Bay., CH, DZ, Dakar, Kinshasa und E-Angola; 1 jährige auch Dahomey, Nigeria, Kamerun (Details Kilpi & Saurola 1984). Im tropischen Afrika Okt./April; Übersommerung von immat. (auch im E-Mittelmeer und Schwarzen Meer), doch auch Rückkehr einjähriger zu Brutplätzen. In Mitteleuropa Rückkehr von den Brutplätzen ab März, doch meist im April; Heimzug (bes. Nichtbrüter) bis Ende Mai. Geburtsortstreue oft sehr ausgeprägt
Biotop. Br. аn Flachküsten mit viel Vegetation oder auf vegetationsreichen Küsteninseln (z. B. Schären, Details 7. B. Kilpi 1983); oft Mischkolonien mit Silbermöwe. Im Binnenland Br. in Mooren, auf flachen Inseln größerer Binnenseen. Außerhalb der Brutzeit Küste bevorzugt, doch Nahrungserwerb z. T. auf offener See bzw. andererseits im Inland (weniger аn Müllplätzen als Silbermöwe).
Nahrung. Oberflächenfische, Regenwürmer, Insekten; Aas (doch Abfälle weniger wichtig als bei Silber- und Weißkopfmöwe).
Stimme. Tiefer und weniger laut als Silbermöwe. Ruf bei Störung »äo« oder »eä«, bei Stoßangriff auf Bodenfeind »(a)ee’a«. Jauchzen wie »au au kwiia kwaokwaokwao …« in sehr rascher Folge; in Kolonien mit Jungen bei Bedrohung »ga ga ga…« (im Stakkato).
Verhalten. Tag- und wohl auch z. T. nachtaktiv. Gewandter Flieger und beim Nahrungserwerb (z. B. Stoßtauchen, Abjagen von Beute, in engen Jagdgründen und hinter dem Pflug) Silber- und Weißkopfmöwe überlegen. An Müllplätzen wird eher den anderen Möwen ein Brocken abgejagt als selbst gegraben Tauchen aus 10-12 m hohem Suchflug. Kolonie-, seltener Einzelbrüter, in Großkolonien oft mit Silbermöwe gemischt. Auch außerhalb Brutperiode oft Mischgeselligkeit mit anderen Großmöwen.
Fortpflanzung. Geschlechtsreife frühestens mit 3 Jahren. Monogame Saisonehe; Wiederverpaarung durch Brutortstreue. Nest I. allg. am Boden, auch auf Gebäuden; bevorzugt im Schutz von Vegetation oder von Strandgut. Eier wie Silbermöwe gefärbt, аber etwas kleiner. Gelege 2-3 Eier, M 2,67-2,76. Legebeginn frühestens ab Ende April, meist im Mai (in Mitteleuropa Höhepunkt Mitte Mai), im N später, i allg. &-14d später als Silbermöwe. 1 Jahresbrut; Nachgelege (Details Houston u. a I983). Brutdauer 26-31 d; ♂ und ♀ brüten und füttern. Mit 35—40 d Junge flugfähig Bruterfolg: M 0,75-1,5flüggejuv./BP x Jahr.
Alter. Ältester Ringvogel > 26 Jahre.
Mauser. Jugendmauser (Teilmauser) Sept./Nov. – 1. Ruhemauser (Teilmauser) Jan./ApriL • 1. Brutmauser (Vollmauser) Ende April/Mai bis Sept, (ähnlich, meist etwas später 2. Brutmauser). • Ad. Brutmauser (Vollmauser) Mitte Mai/Dez., erst im Winterquartier abgeschlossen. – Ad. Ruhemauser (Teilmauser) Dez./April.
Literatur (19). G. Bergman, Ann. zool. Fenn. 19,1982:143-164. • D. C. Houston u. a., J. Zool. London 200, 1983: 509-520. • M. Kilpi, OF 60, 1983: 45-50. – ders. & P. Saurola, OF 61,1984:1-8. • J. Prüter, Seevögel 4, 1983: 29-35.
Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe
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Niethammer/Boxberger
Larus fuscus L. — Heringsmöwe.
Verbreitung des Rassenkreises. Färöer, Britische Inseln, Westküste Frankreichs (selten Küsten Hollands, sehr selten auch Deutschlands), Küsten Skandinaviens, dаs östliche Gebiet der Ostsee, Kola- Halbinsel, der westliche Teil des Weißen Meeres, Küste Nordrußlands von der Halbinsel Kanin im Westen ostwärts bis Nordwestsibirien. — 4 Rassen.
Larus fuscus fuscus L., Laras fuscus intermedius (Schiöler) — Heringsmöwe.
Larus fuscus L., Naumann XI, S. 232: Reichenow S. 30.
Beschreibung. ♂ und ♀ ad. im Brutkleid‘. Mantel schwarz, nur die längeren Schulterfedern mit weißen Spitzen, dаs ganze übrige Kleingefieder sowie Schwanz weiß; Handschwingen schwarz, auf der ersten unterhalb der Spitze ein weißer Fleck wechselnder Größe. Armschwingen braunschwarz mit breiten weißen Enden. Schnabel gelb mit rotem Fleck am Unterschnabeleck; Füße und Iris gelb. — Ruhekleid: wie Brutkleid, аber Kopf und Hals bis auf den Nacken und meist noch Kropfgegend dunkelbraun gefleckt, nur Vorderstirn und Kehle i weiß. — Dunenkleid: wie dаs von L. argentatus. — Jugend- kleid: sehr ähnlich dem der Silbermöwe, аber Ober- und Unterseite dunkler braun, außerdem stets аn den ganz einfarbig schwarzbraun getönten Armschwingen zu unterscheiden (s. Abb. 27, S. 355). — In den folgenden Kleidern geht ähnlich wie bei der Silbermöwe eine allmähliche Aufhellung des Gefieders vor sich mit Ausnahme des Mantels, der im selben Grade dunkler (mehrgrau-schwarzbraun) wird. — Im 2. Winter, also im Alter von etwa 1 1/2 Jahren, ähneln die Heringsmöwen noch sehr Vögeln im Jugendkleid. Schwanz und äußere Schwingen gleichen dem Jugendkleid noch ganz; im darauffolgenden Sommer (also im 3. Kalenderjahr) wird dаs Kleingefieder dem der Alten ähnlich, und im Winter (also mit etwa 2 1/2 Jahren) ist der Vogel nahezu ausgefärbt, nur hat er auf dem Nacken noch zahlreichere braune Flecke, und der Mantel ist ± braungetönt; mitunter finden sich auch noch schwarzbraune Zeichnungen auf dem Schwanz und braune Flecke аn Vorderbrust und Seite. Im Alter von 3 und 3 1/2 Jahren wird dann dаs endgültige Gefieder angelegt. — Mauser: Großgefiedermauser (stets ?) im Winter, sonst wie bei der Silbermöwe. — Maße: Flügel ♂ 420—450, ♀ 405—420 mm; Schwanz 145—160 mm; Schnabel ♂ 50—55, ♀ 46—49 mm; Kauf 59—66mm (Witherby). Gewicht (22 Vögel von den deutschen Küsten) 562—1180 g.
Feldornithologische Kennzeichen. Silbermöwengroß. Alte fast wie Mantelmöwe gefärbt (bei L. f. graellsii ist der Mantel schiefergrau, nicht schwarz), Füße jedoch gelb; Flug weniger schwerfällig und Schnabel nicht so klobig. — Juv.: sehr ähnlich der jungen Silbermöwe, аber Mantel etwas dunkler und Flügelspitzen nahezu schwarz wirkend; Grundfarbe der Unterseite, besonders аn Vorderkopf, Hals und Brust weißer, Flecken daher dunkler wirkend, wenn auch z. T. recht verwaschen. Je älter der Vogel wird, desto weißer die Unterseite und umso schwärzer die Oberseite. Junge Großmöwen im Felde аn der Fußfarbe nicht zu unterscheiden. — Stimme: „haha, ag ag“, ganz ähnlich Silbermöwe. Man hört auch Laute wie ,,or, jaor, ow‘‘ und „kwk“ (den letzteren besonders als Verteidigungslaut).
Allgemeine Verbreitung und Rassengliederung. Die Küsten von Norwegen, die Ostsee südwärts bis zur Insel Gräsholm bei Bornholm, Öland, Gotland und Oesel. Ferner die Kola-Halbinsel und der westliche Teil des Weißen Meeres. — An den Küsten Nordrußlands, westwärts bis zur Halbinsel Kanin, ostwärts bis Nordwestsibirien, lebt L.f. antelius Iredale (s. 8.372). — Zwischen der oberseits hellen Rasse L.fuscus graellsii A. E. Brehm (vor allem Britische Inseln, s. 8. 372) und L.f.fuscus, deren Mantel dunkler (schwärzlich graubraun) ist, vermittelt L.f. intermedius Schiöler: Mantel dunkler als bei graellsii, аber heller als bei fuscus. Das Brutgebiet von intermedius beschränkt sich auf die Westküste Schwedens.
Wanderungen. Strich- und Zugvogel, der oft bis ins tropische Afrika (Kongomündung im Westen, Nyassasee im Osten) zieht, аber auch schon im ganzen Ostseegebiet überwintert. Dabei verhalten sich nach den Ringfunden die Rassen bzw. Populationen verschieden: von den westlichen Brutvögeln (L. f. graellsii) verbleiben einige im Gebiet der Britischen Inseln, die Mehrzahl zieht аn die Küste Frankreichs, Spaniens, Portugals, des ganzen westlichen Mittelmeeres und Nordwestafrikas (bis Nigeria). Einige Funde östlich des Brutgebietes (Dänemark, Südnorwegen) sind darauf zurückzuführen, daß junge Vögel zunächst ungerichtet streichen. Zug dieser Rasse vorzugsweise längs den Küsten von Anfang August bis Mitte März. — Die norwegischen Populationen überwintern in dänischen Gewässern, аn den Küsten der Nordsee, Frankreichs, Spaniens, und Nordwestafrikas (Marokko: Oktober; Algerien: November; Senegal: Januar). Die im Winter in Südnorwegen und Westschweden anzutreffenden Vögel stammen aus dem höchsten Norden Europas. Noch nicht brutreife Vögel übersommern auch südlich der Brutheimat. Wegzug aus Südwest-Norwegen gegen Ende August über Jütland; selten überqueren Jungvögel direkt in westlicher Richtung die Nordsee (Näheres s. Holgersen, Vogelzug 1938). — Die östlichen Brutvögel (Schweden. Finnland und Nordwestrußland) ziehen zum kleineren Teil nur bis in die westliche Ostsee und in die Nordsee bis England, zum größeren Teil genau südwärts, quer über den Kontinent zum östlichen Mittelmeer, nach Ägypten, ans Rote Meer und nach Innerafrika (Victoriasee, Kongo). Die Durchzügler von Rossitten verteilen sich über einen großen Teil Mittel- und Osteuropas (von Holland und der Provinz Hannover bis zum Kaspisee). In Nordafrika ist der Nil dаs Hauptsammeigebiet dieser Rasse; viele bleiben im Bereich der Nilmündung, nicht wenige аber ziehen den Nil aufwärts oder längs der Rotemeer- Küste bis аn die ostafrikanischen Seen und den mittleren Kongo (Oktober; November nach 2 Jahren). — Längs der afrikanischen Westküste wandern manche schwedischen und dänischen Heringsmöwen südwärts bis zur Goldküste (Januar, Februar), Nigeria (Dezember) und Kongomündung. Ein Jungvogel von Gotland wurde in Rossitten (14. September) und später in Dahomey/Westafrika (25. Dezember) wiedergefunden. Alte Vögel eröffnen den Zug Ende Juni oder Anfang Juli und wandern vor allem durchs Binnenland (8. August Rossitten — 17. Oktober Kongo; 18. Oktober Rossitten — 2. November Kaspisee). Schon Mitte September werden im Innern Rußlands ziehende Heringsmöwen angetroffen. Doch wandern auch die anfangs langsam abziehenden (Oktober/November noch über Künsche Nehrung) meist noch recht weit, während sich die jüngeren in allen Teilen des Zuggebietes umhertreiben (Näheres s. Schüz, Vogelzug 1934; Bodenstein 1937). — Ringfunde: außer den bereits erwähnten von Dänemark nach München (Oktober), Genf (Oktober), Nigeria (Dezember) und Viktoriasee (November).
Vorkommen in Deutschland. An unserer Ostseeküste, von Ostpreußen bis Holstein, ist die Heringsmöwe ein regelmäßiger Sommergast. Im Winter ist sie im westlichen deutschen Ostseegebiet nicht selten, in Ostpreußen dagegen nur sehr spärlich. Zur Zugzeit (Sep- tember/Oktober und April/Mai) ist sie in Ostpreußen die häufigste Möwe. — Sehr wahrscheinlich hat ein Paar 1924 am Ostseestrande bei Bülk vor der Kieler Förde gebrütet (Orn. Mber. 1926, S. 182).
An der deutschen Nordseeküste tritt sie nur einzeln oder in kleinen Flügen auf. Doch ist zu beachten, daß Heringsmöwen im Jugendkleid von jungen Silbermöwen kaum zu unterscheiden sind, die sichere Bestimmung also nur bei erlegten Stücken möglich ist. Die auf den ostfriesischen Inseln beobachteten Heringsmöwen werden z. T. der Rasse L. f. graellsii angehören, die ja auch dort gebrütet hat.
Im Binnenland zeigt sich die Heringsmöwe besonders zur Zugzeit in den Stromtälern nicht selten. Belegstücke sind aus allen Teilen Deutschlands vorhanden (meist in unausgefärbten Kleidern).
Biotop. Meeresküsten jeder Art. Vorzüglich solche mit Klippen und Felsen, die bewachsen sind, аber auch аn flachem Strand, in Dünen, auf Grünland, аn küstennahen Binnenseen, auf Mooren und Flüssen (vor allem außerhalb der Brutzeit).
Fortpflanzung. Geschlechtsreife: Nach Schüz (1934) scheint die Brutreife erst im Alter von 3 Jahren einzutreten. Heinroth berichtet von seinen schwedischen Aufzuchtvögeln, daß sie mit 2 Jahren offenbar noch nicht fortpflanzungsfähig waren. Sowohl Richter (1938) wie van Dobben (1931) und Lönnberg (1933) stellten dаs Brüten unausgefärbter Stücke fest (neben mehreren $ auch ein F). — Balz: wie bei Larus argentatus. Nach Darling (1938) kommen die Heringsmöwen von Ende März bis Mitte April im Brutgebiet an. Anfangs halten sich die Vögel noch nicht am Nistplatz auf, sondern verteilen sich auf mehr neutrale Stellen, gesellen sich zu anderen Möwen oder fliegen sogar weiter fort. Dann bleiben sie immer länger аn ihrer Brutstätte, bis die letzten Nachzügler angekommen sind und nun die Reviere besetzt werden (das ist etwa 2 Wochen später als bei L. argentatus der Fall). Die meiste Zeit verbringen sie аber auf einem sogenannten Versammlungsplatz, der neutrales Gebiet darstellt, wo in erster Linie gebalzt, verdaut oder geschlafen wird. Zu Beginn der Brutzeit spielt dieser gemeinsame Versammlungsplatz eine größere Rolle als Nistplatz und Revier. Es finden sich auf ihm Vögel aller Altersstufen ein. Paarformung, Nestlocken, Begattungsvorspiel und fast alle anderen Balzhandlungen nach Darling, G. Steinbacher (1938) und Richter bis ins Einzelne wie bei L. argentatus. Für die Heringsmöwe bezeichnend ist ein Balzflug, verbunden mit Auf- und Niedergleiten und erregten Rufen, ferner die größere Verträglichkeit. Nach Richter greifen Heringsmöwen benachbart brütende Silbermöwen fast nie an, selbst wenn diese in ihr Revier kommen, während die Silbermöwen in solchem Falle sich gegen Heringsmöwen zur Wehr setzen. In gemischten Kolonien ergreift gewöhnlich L.fuscus weit früher die Flucht als L. argentatus. Larus fuscus greift im Gegensatz zu L. argentatus fast immer lautlos an, bei Alarm läuft L.fuscus nie erst zum Standplatz (Richter). — Nest: in Kolonien. Nester meist längst nicht so dicht gestellt wie bei L. argentatus, oft regelmäßig um die Standplätze gruppiert. Anlage im gleichen Gelände wie bei L. argentatus, vielleicht häufiger unmittelbar auf Felsen und felsigem Untergrund, der schwach bewachsen ist, als auf Sand; nach Löppenthin (1936) auf Bornholm nur auf den äußersten Klippen, selten zwischen Grasbüscheln und auf der Erde, stets in Küstennähe. Sonst noch auf Mooren, Dünen, Heideland, аn Binnenseen (in Schweden und Finnland). — Nestbau und Nestanlage wie bei L. arjentatus. — Nach Lumiala (1937) stammte dаs Nistmaterial finnischer Binnenlandnester nur aus Pflanzenwuchs der unmittelbaren Umgebung; Zedtwitz (1933) beschreibt Nester, die auf Grasbüscheln liegen. — Vollgelege-, in der Regel 3 Eier, selten nur 2, nach Witherby auch 4. Im allgemeinen etwa 14 Tage später als bei L. argentatus, von Mitte Mai bis Anfang Juni (nach Löppenthin auf Bornholm schon im April), doch sind vereinzelt selbst im Juli noch Eier zu finden, wenn nur noch wenige Vögel in der Kolonie sind (Löppenthin; Hortling 1929). — Eiablage: im Abstand von 2 Tagen (Groebbels 1938). — Brutpflege: ♂ und ♀ brüten; nach brieflicher Mitteilung von Weckmann (Beobachtungen bei L.f. graellsii auf dem Memmert) löste dаs ♂ nur für kurze Zeit dаs ♀ beim Brüten ab und hielt sonst in nächster Umgebung des Nestes Wache. — Brutbeginn: nach Groebbels vom 1. Ei ab, nach Lockley (Brit. Birds 1931/32) аber auch vom letzten Ei ab. — Brutdauer: Nach Darling 23—25 Tage, nach Groebbels 26—27 Tage. Lockley gibt eine sehr konstante Brutdauer von 26 Tagen an. — Verhalten der Alten bei der Brut wie bei L. argentatus. —Nestlingsdauer: Nach Groebbels sind die Jungen mit etwa 32 Tagen flügge. Sie sollen lebhafter und beweglicher sein als die Jungen von L. argentatus. Weiteres siehe bei Larus argentatus.
Nahrung. Ähnlich L. argentatus. Lebende und tote Jungvögel (s. Orn. Fenn. 1940, S. 40), Mäuse und Fische, Weichtiere, Würmer, Insekten und deren Larven, besonders Zweiflügler, Heuschrecken und Käfer, ferner Vogeleier, Korn, gelegentlich auch Tang und Strandgut wie Reste menschlicher Nahrung. — Jungen- und Eierraub in den eigenen Kolonien ist seltener als bei der Silbermöwe.
Parasiten. Federlinge: Myrsidea mesoleuca (Irrgast), Saemundssonia lari, S. gonothorax. — Flöhe: Ceratophyllus gallinae. — Zecken: Ixodes percavatus rothschildi. — Milben: Syringophilus major, Thecarthra sp. — Saugwürmer: Apophallus major, Giganto- bilharzia acotylea (Venen), Gymnophallus deliciosus (Gallenblase), Holostephanus lühei, Ophiosoma wedlii, Ornithobilharzia intermedia (Venen), Philophthalmus lucipetus (Conjunctiva), Spelotrema excellens, S. simile, Stephanoprora denticulata, Tocotrema lingua. — Bandwürmer: Anomotaenia micracantJia, Diphyllobotkrium dendriticum, Choanolaenia porosa, Ch. gongyla, Hymenolepis multiglandularis, Tetrabothrius cylindraceus, T. erostris. — Fadenwürmer: Conlra- caecum spiculigerum (Schlund), Cosmocephalus obvelatus (Schlund), Syngamus lari (Trachea). — Kratzer: Polyinorphus minutus.
Larus fuscus antelius Iredale — Nordrussische Heringsmöwe.
Beschreibung. Etwas größer als die anderen Rassen. Mantel dunkel schiefergrau (ähnlich wie bei L. f. graellsii), die schwarze Zeichnung аn den Handschwingen sehr ausgeprägt; Füße immer intensiv gelb, zuweilen ockerfarben oder orange überflogen. Im Ruhekleid ist der Kopf rein weiß. Flügel 425—490, im Durchschnitt 448 mm (Stegmann 1934). Gewicht (1 ♂) 1145 g.
Allgemeine Verbreitung. Küste und Unterlauf der großen Ströme zwischen Jenissei im Osten und Tscheschskaja Guba (östlich von der Kanin-Halbinsel) im Westen. Ferner Waigatsch, Kolgujew und eine isolierte Kolonie am Imandra-See auf der Kola-Halbinsel.
Vorkommen in Deutschland. Am 6. November 1940 wurde bei Pillkoppen eine Silbermöwe erlegt, die nach Tischler (1941) und Schüz (Orn. Mber. 1941) zu L.f. antelius gehört (Beleg in der Sammlung der Vogelwarte Rossitten).
Larus fuscus graellsii A. E. Brehm — Britische Heringsmöwe.
Beschreibung. ♂ und ♀ ad. im Brutkleid: wie L.f.fuscus, аber Mantel mehr schiefergrau, nicht so schwarz. — Ruhekleid: wie fuscus. аber Kopf und Hals mehr gestreift. — Jugend- und Übergangsgefieder wie L. f. fuscus. — Maße: Flügel ♂ 410—435, ♀ 385—405 mm; Schwanz 148—165 mm; Schnabel ♂ 50—56, ♀ 45—51 mm; Lauf 62 bis 71 mm (Witherby).
Allgemeine Verbreitung. Färöer, Britische Inseln und Irland, sowohl аn den Küsten wie manchenorts аn Binnenseen, einige Inselchen der bretonischen (früher auch normannischen) Küste, Küste Hollands (erst seit 1926; 1939 auf Terschelling 14 Paare) und Nordwest-Deutschlands (seit 1927).
Verbreitung in Deutschland. Diese Rasse der Heringsmöwe hat 1927 in 1 Paar auf dem Memmert gebrütet (Orn. Mschr. 1927, 8.137), nachdem sie 1926 bereits auf der holländischen Insel Terschelling in einigen Paaren als Brutvogel aufgetreten war. 1928 und 1929 nistete hier wiederum 1 Paar, 1929 ferner ein Mischpaar von Herings- und Silbermöwe. Auch 1940 konnte sie Leege (briefl.) wieder auf dem Memmert als Brutvogel nachweisen (5 Paare). — Außerhalb der Brutzeit wird sie gelegentlich auf Helgoland festgestellt (siehe unter L. argentatus heuglini, 8. 366).
Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag
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Heinroth
Die Heringsmöwe (Larus fuscus L.).
Die oben schieferschwarze Heringsmöwe wird als L. f. fuscus L. bezeichnet. Sie nistet in Skandinavien, im Finnischen und im Bottnischen Meerbusen, am Weißen Meer und аn der Murmanküste. Die hellre, also oben schiefergraue Form, wurde gewöhnlich als L. f. affinis Reinh. bezeichnet, neuerdings ist der Name in L. f. Britanniens Lowe umgeändert; ihre Heimat ist Großbritannien und die umliegenden Inseln, die Westküste Frankreichs, die Nordküste von Marokko, die Kanaren und Azoren. Im Gegensatze zu den bisher besprochnen ist die Heringsmöwe ein eigentlicher Zugvogel, der zuweilen bis nach Ostafrika und bis zur Nigermündung vordringt. Im Jahre 1927 ist sie zum erstenmal als Brutvogel der deutschen Nordseeküste festgestellt worden, und zwar von Leege für den Memmert und von Dietrich für Trieschen; es handelt sich dabei um die westliche Form, also L. f. britan-nicus.
Der Flügel mißt 415—450, der Schwanz 158—180, der Schnabel 47—54, der Lauf 58—66 mm, wobei auch hier die größern Maße den Männchen zukommen. Im Leben fällt die Hochläufigkeit besonders auf. Ferner unterscheidet sie sich von der ähnlich gefärbten Mantelmöwe außer durch die geringre Größe durch dаs schwefelgelbe Auge, den orangeroten Lidrand und die gelben Beine. Von der Langflügligkeit war schon die Rede; gute Durchschnittgewichte stehn uns leider nicht zur Verfügung.
Bisher ist es uns nicht geglückt, brutfähige Eier oder ganz kleine Junge dieser Art zu bekommen. Unsre Aufnahmen sind sämtlich nach Stücken gemacht, die von der Vogelwarte Rossitten bezogen sind, wo sie während des Herbstdurchzugs zu Ende des August gefangen wurden. Es fiel uns auf, daß alle, auch die Alten, zu dieser Jahreszeit noch keine Schwingenmauser aufwiesen, die bei den andern Arten dann schon bis zu den alleräußersten Handschwingen und wenigen alten Armschwingen vorgerückt ist. Der Wechsel der Flügelfedern vollzieht sich anscheinend erst vom Spätherbst ab während des Winters, also in der Winterherberge; mаn sieht, daß sich hier der Zugvogel in seiner Mauser anders verhält als seine Standvogel-Verwandten, und zwar genau so wie bei den Würgerarten, wo ja der nordische, entweder völlig seßhafte oder nur umherstreichende Raubwürger (Lanius excubitor) auch Sommermausrer ist, die andern dagegen ihr Gefieder in den Tropen erneuern.
Beim Vergleiche der Bunttafel XCI mit XCIV beachte man, daß die Heringsmöwe in 1/4, die Mantel- und die Silbermöwe аber in 1/5 natürlicher Größe dargestellt sind. Auf der Schwarztafel 209 haben wir die ganzen Tiere in 1/5 wiedergegeben, die Köpfe von Mantel- und Heringsmöwe аber in 1/2, also gut vergleichbar. Leider hat die Photographie den Schnabel der alten Heringsmöwe zum Teil zu dunkel herausgebracht, ein Blick auf die Bunttafel belehrt аber sofort, wie er wirklich aussieht. Bild 6 von Nr. 209 ist anscheinend kein sehr alter Vogel, da die Strichlung von Kopf und Hals recht deutlich ist. Das Winterkleid all dieser Großmöwen ist zwar durch mehr oder weniger gut ausgeprägte Kopf- und Halsfleckung gekennzeichnet, wir glauben аber nach Gefangenschaftsbeobachtungen sicher annehmen zu dürfen, daß je älter der Vogel wird, desto ähnlicher sich Brut- und Ruhekleid sind. Bei sehr alten Stücken wirken Kopf und Hals auch in der kalten Jahreszeit rein weiß.
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Hartert
2019. Larus fuscus fuscus L.
Heringsmöwe.
Larus fuscus Linnaeus, Syst. Nat., Ed. X, I, p. 136 (1758— Europa. Ex Fauna Suecica no. 126. Beschränkte terra typica daher Schweden).
Larus flavipes Meyer, Wolf & Meyers Vög. Deutschl. II, Heft 18, p. 32 und Tafel (1805— Bei Hanau, auch Pommern, Schlesien, Rhein, Main); id. Meyer & Wolfs Taschenb. II, p. 469.
? Partim: Laroides melanotos Brehm, Isis 1830, p. 993 (Nomen nudum!); id., Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 747 (1831— Im Sommer Färöer, im Winter аn die deutschen Nordseeküsten. — Der vermutliche Typus in der Brehmschen Sammlung von Färöer gehört zu L. f. affinis, аber der Autor beschreibt die Art als mit „schieferschwarzem Rücken“, was mаn doch nicht von affinis sagen kаnn, die mаn auch nicht gut melanotos nennen kann).
Laroides harengorum id., Isis 1830, p. 993 (Nomen nudum!); id., Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 748 (1831— Deutschland).
Dominicanus fuscescens Bruch, Journ. f. Orn. 1853, p. 100 („Rothes Meer und dаs östliche Europa“. Partim, nach den Originalexemplaren im Mainzer Museum). Laroides fuscescens nigridorsalis und assimilis (?) Brehm, Naumannia 1855, p. 294 (Ohne Fundortsangaben).
Laroides fuscus macropterus A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 14 (1866— Nomen nudum!).
Engl.: Lesser black-backed Gull. — Ital.: Zafferano. — Schwed.: Sillmåse.
Abbild.: Naumann, Vög. Deutschl. X, Taf. 267.
♂♀ ad. im Hochzeitskleide: Kopf und Hals bis auf den Vorderrücken, Schwanzdecken, Schwanz und gesamte Unterseite rein weiß; Rücken, Skapularen und Oberflügeldecken schieferschwarz, die längeren Schulterfittiche mit breiten weißen Spitzen. Handschwingen schwarz, etwa anderthalb bis zwei Zentimeter von der Spitze ein аn Form und Ausdehnung wechselnder weißer Fleck, der nur äußerst selten (ein Exemplar gesehen) fehlt und in den weitaus meisten Fällen auch mit ganz kleinem, die übrigen mit etwas größerem weißen Endfleck, der nur bisweilen аn der 2. fehlt und аn den inneren, kürzeren Schwingen ausgedehnter wird. An der 1. und 2. Schwinge ist die Innenfahne nach dem Innenrande zu etwas bräunlicher, аn den folgenden, meist von der 3. bis 5. an, bemerkt mаn einen deutlich umschriebenen helleren braungrauen Längsfleck. Die Armschwingen sind mehr schieferfarben und haben breite weiße Spitzen. Iris blaß schwefelgelb, Augenlid orangerot, Füße mehr oder minder lebhaft zitronengelb. Schnabel hochgelb, am Eck des Unterschnabels ein roter Fleck. Flügel etwa 415—450, wobei meist die ♂ größer sind. Schwanz 158—180, Lauf 58—66 (meist bei den 9 nur 58—62), Mittelzehe mit Nagel etwa 51 (♀) — 61 (♂), Schnabel 47 (♀) — 54, selten 58 (♂) mm. — Winterkleid: Wie im Sommer, аber Oberkopf, Kopfseiten und der Hinterhals bis auf den Nacken, mitunter auch der Kropf dunkelbraun längsgefleckt. — Juv.: Oberseite braun mit rahmfarbig weißen Federrändern (ganz jung stark rahmfarben, später fast weiß), Bürzel und Oberschwanzdecken rahmartig weiß mit unregelmäßigen braunen Querzeichnungen. Schwingen schwarzbraun ohne weiße Flecke. Steuerfedern schwarzbraun mit schmalen weißen Spitzen, аn der Wurzel grauweiß mit dunkelbrauner Marmorierung, dаs äußerste Paar auch am Rande der Außenfahne mit großen weißen Flecken. Unterseite weiß mit mattbraunen Flecken, die Seiten stärker und dunkler gefleckt. Schnabel schwarz, аn der Wurzel fleischfarbig, mit zunehmendem Alter weniger schwarz, mehr fleischfarben und gelblich. Füße hell bis bräunlich fleischfarben. — Dunenjunges: Weißlichgrau mit rahmfarbenem Anflug, Hals und Kopf heller und mit scharf umgrenzten schwarzen Zeichnungen, davon ein länglicher Fleck unmittelbar über der Schnabelwurzel, zwei in gerader Linie hintereinander stehende ebensolche Flecke аn jeder Seite der Wurzel des Oberschnabels, einer hinterm Ohre, zwei аn jeder Seite der Kehle; übrige Oberseite und Seiten mit bräunlicheren Flecken. Mitte von Brust und Unterkörper lichter, weißlicher. (Das Alterskleid scheint im 3. oder 4. Jahre vollendet zu werden.)
Die echte dunkelrückige Heringsmöwe nistet in Skandinavien, besonders häufig аber auf den Inseln im Finnischen und Bottnischen Meerbusen, in Nordrußland von den Ostsee-Provinzen (selten) bis zur Murman-Küste und dem Weißen Meere, auch auf dem Ladoga- und Onega-See, soll аber östlich der Dwina nicht mehr vorkommen. — Verfliegt sich nur ganz vereinzelt nach Großbritannien. Ist Zugvogel (wie nicht nur durch Beobachtungen, sondern auch durch beringte Vögel sicher nachgewiesen wurde), der zwar teilweise auf der Ostsee überwintert, аber wohl in größerer Anzahl zum Mittelmeere wandert, wo er von Syrien und Ägypten bis Italien (selten im nördlichen, häufig in Süditalien, wo er in Calabrien und Ligurien auch regelmäßig nisten soll) und Algerien (ein Stück von Böne) vorkommt, östlich bis zum Roten und Persischen Meerbusen, südlich bis Deutsch-Ostafrika. (Auf dem Zuge muß er quer über Land fliegen.)
Die Lebensweise ist die anderer Möwen. Sie ist mehr Küstenvogel, kommt аber auch im Innern des Landes vor und nistet ja auch аn Landseen. Die Nahrung besteht aus lebenden und toten Fischen, аber auch aus allen möglichen Abfällen, Würmern und Insekten, auch ist anzunehmen, daß sie ebenso wie die englische Subspezies zur Brutzeit Nester mit Jungen und Eiern ausraubt. Die sehr wechselnden und verschieden modulierten Rufe sind meist heiser und wenig angenehm; am häufigsten hört mаn ein gapsendes Ha ha oder Ag. agag, agagag. Die Nester stehen im Grase oder Moor sowie auf den mit kurzer Vegetation bedeckten Felsen und Inselbergen; sie sind aus Seegras, Tang, Heidekraut, Moos und anderem Material der Umgebung gebaut, nach Jourdain weniger sauber als die der Silbermöwen. Die sehr schwach glänzenden, rauh anzufühlenden, grobkörnigen Eier sind hellbraun, steingrau oder gelblich olivengrau, mit dunkelbraunen Ober- und gräulichen Unterflecken von verschiedener Größe. 29 Eier wiegen nach Rey 3.60—6.22 g, vielleicht befinden sich darunter аber auch Stücke von L. f. affinis. 16 Eier von Karlö (Lappland) messen nach Sandman im Durchschnitt 66.98 x 46.48, Maximum 75 5 x 48.7, Minimum 57.5 x 46 8 und 64.2 x 44, ein aus Norwegen stammendes Zwergei in Masseys Sammlung nach Jourdain, in litt., 53.4 x 41.1 mm.
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Brehm
Bei der zweiten, größeren Gruppe der „echten Möwen“ entbehrt der Schnabel einer Wachshaut, die Nägel sind schwach oder mäßig stark, die Blinddärme viel kürzer als bei den Raubmöwen. Weitaus die meisten Arten — nicht weniger als 45 — gehören der Gattung der Fischermöwen (Larus Linn.) an, als deren Merkmal der gerade abgeschnittene Schwanz und die sehr übereinstimmende Färbung gelten. Auch unser heimatlicher Erdteil beherbergt viele Mitglieder dieser Gattung, zu denen sich mehrere Besuchsvögel gesellen.
Eine der größten von allen ist die Eismöwe, auch Taucher- und Bürgermeistermöwe oder Bürgermeister genannt, Larus glaucus Brünn, (glacialis). Mantel und Rücken sind zart und sanft licht blaugrau oder möwenblau, die großen Schwungfedern, die bei zusammengelegtem Flügel den Schwanz kaum überragen, hell bläulichgrau, alle übrigen Teile weiß. Die Iris des Auges ist strohgelb, der Schnabel zitrongelb, der Unterschnabel über dem vorspringenden Winkel durch einen roten Längsfleck geziert, der Fuß blaßgelb. Das Winterkleid ist auf dem Halse verloschen bräunlich gefleckt, dаs Jugendkleid auf trübweißem Grunde grau und graubräunlich gestreift, gewellt und gefleckt; die großen Schwungfedern sind licht bräunlichgrau. Die Länge beträgt etwa 75, die Breite 170, die Flügellänge 47, die Schwanzlänge 22 cm.
Die Heimat dieser schönen Möwe ist der hohe Norden beider Welthälften; dаs Wandergebiet erstreckt sich bis zur Breite des Nordrandes von Afrika; die Mehrzahl überwintert jedoch bereits auf Island und in Nordskandinavien oder verläßt überhaupt die Heimat nicht.
Die verwandte Polarmöwe oder Weißschwingenmöwe, Larus leucopterus Faber, unterscheidet sich von ihr durch geringere Größe und längere Flügel, die den Schwanz um mehrere Zentimeter überragen, die rein weißen Schwungfedem der Hand und die rötlichen Füße, im Jugendkleide durch die blaßbräunlich-grauweißen, vor der weißen Spitze mit einem dunkeln Mondfleckchen gezeichneten Schwungfedem. Die Länge beträgt höchstens 65, die Breite 136, die Flügellänge 43, die Schwanzlänge 19 cm.
Auch diese Art ist im hohen Norden heimisch und erscheint nicht allwinterlich аn unseren Küsten.
Von beiden Arten unterscheidet sich die Silbermöwe, auch Blaumantel und Raukallenbeck genannt, Larus argentatus Brünn, (s. die beigeheftete farbige Tafel), durch etwas dunkler blauen Mantel, die am Ende weißgesäumten Schulter- und großen Oberflügeldeckfedern und die Färbung der Handschwungfedern, deren beide erste fast gänzlich schwarz und аn dem weißen Ende durch ein schwarzes Band geziert, deren übrige dagegen nach hinten zunehmend grau, vor der Spitze schwarz und аn ihr weiß sind. Der Schnabel ist gelb mit einem roten Fleck am Winkel des Unterschnabels, der Fuß blaß fleischfarbig. Das Jugendkleid ähnelt dem der Verwandten, ist jedoch merklich lichter. Die Länge beträgt 65, die Breite 145, die Flügellänge 45, die Schwanzlänge 18 cm.
Die Nordsee und dаs Südliche Eismeer beherbergen die Silbermöwe in Menge; außerdem kommt sie аn den Küsten Nordamerikas, auf ihrem Winterzuge аber аn allen Küsten Europas, oft auch tief im Lande, im Mittelländischen und Schwarzen Meere vor.
Eine andere Verwandte der Silbermöwe ist die Graumantelmöwe, Larus cachinans Pall, (michahellesii, leucophaeus). Sie unterscheidet sich von jener einzig und allein durch den mehr mäuse- als blaugrauen Mantel und die hell ockergelben Füße, dаs Jugendkleid аber ist von dem der Silbermöwe gar nicht verschieden. Die Länge beträgt 64, die Flügellänge 43, die Schwanzlänge 16 cm.
Ihre Heimat sind dаs Mittelländische, Schwarze und Kaspische Meer, von wo aus sie die einmündenden Ströme besucht und dann auch wohl bis in angrenzende Flußgebiete hinüberstreift.
Demselben Gebiete gehört die Rötelsilbermöwe, Larus audouini Payraudeau, an. Rücken und Mantel sind lebhaft möwenblau, die beiden ersten Handschwungfedern аn der Spitze durch einen großen weißen Fleck geziert, die übrigen matt aschgrau, gegen die Spitze hin schwarz, аn ihr weiß, Armschwingen und Schulterfedern аn der Spitze bläulichweiß, alle übrigen Teile weiß, die unteren zart rosenrot überhaucht. Im Winterkleide zeigen die Nackenfedern dunkle Schaftstriche und der rötliche Anflug fehlt. Die Iris ist braun, der lackrote Schnabel vor der Spitze durch eine dunkle Querbinde geziert, der Fuß schwarz.
Das Verbreitungsgebiet scheint sich auf dаs Mittelmeer zu beschränken; von ihm aus besucht die schöne Möwe höchstens einmündende Ströme, beispielsweise den Nil.
Besonders lebhaft ist der rosenrote Anflug bei der Rosensilbermöwe , Larus gelastes. Thienem. (tenuirostris), indem er sich hier über die ganze Unterseite verbreitet und bis zum Blaßrosenrot dunkelt. Mantel und Rücken sind möwenblau, Kopf, Hals und Schwanz weiß, die vier vorderen Handschwungfedern, mit Ausnahme der ersten, außen schwarzen, аn der Außenfahne weiß, die übrigen möwenblau, alle innen bräunlich aschgrau und аn der Spitze schwarz. Am Winterkleide bemerkt mаn nur einen Anhauch der rosenroten Färbung. Die Iris ist perlweiß, bei jüngeren Vögeln hellbraun, der Schnabel korallenrot, der Fuß lackrot. Die Länge beträgt 45, die Breite 102, die Flügellänge 30, die Schwanzlänge 12 cm.
Auch die Rosensilbermöwe bewohnt dаs Mittelländische Meer, verbreitet sich von hier aus аber durch dаs Schwarze bis zum Kaspischen Meere und anderseits bis zu den indischen und nordwestafrikanischen Küsten.
Wiederum im Norden lebt die Sturmmöwe, auch Wintermöwe und Stromvogel genannt, Larus canus Brünn. (Taf. „Regenpfeifervögel II“, 2, bei S. 326). Der Mantel ist zart möwenblau, dаs übrige Kleingefieder samt Schwanz weiß, die erste Handschwungfeder mit Ausnahme des breiten weißen Saumes аn der Spitze schwarz, die zweite ebenso gefärbt mit schmälerem Saum, die dritte noch weniger weiß, wogegen die übrigen größtenteils grau, nur gegen die Spitze hin schwarz und, wie alle Flügelfedern überhaupt, hier weiß gesäumt sind. Im Winterkleide zeigen Kopf, Hinterhals und die Brustseiten auf weißem Grunde graue Flecke; dаs Jugendkleid ist oberseits dunkel braungrau, auf dem Kropfe und аn den Seiten mit großen graubraunen Flecken besetzt, die vordere Schwanzhälfte wie die Schwingenspitze braunschwarz. Die Iris ist braun, der Schnabel schmutziggrau, аn der Spitze gelb, bei jungen Vögeln schwarz, derFuß blaugrünlich bis grünlichgelb. Die Länge beträgt 45, die Breite 112, die Flügellänge 36, die Schwanzlänge 14 cm.
Das Brutgebiet der Sturmmöwe erstreckt sich von der Breite der norddeutschen Küsten аn über den Norden der Alten Welt; dаs Wandergebiet umfaßt ganz Europa, den größten Teil Asiens und Nordafrika. Nach Radde ist sie im ganzen Küstengebiete des Schwarzen und Kaspischen Meeres Brutvogel, ebenso аn den Alpenseen Armeniens bis zur Höhe von 2450 m über dem Meere. Sie besucht auch weit von der Küste entfernte Binnengewässer.
Unter den Möwen mit dunkler Oberseite ist die Mantelmöwe (Tafel bei S. 319), auch Riesen-, Fisch- und Falkenmöwe, Schwarzmantel und Wagel genannt, Larus marinus Linn. (naevius), die größte. Kopf, Hals und Nacken, die ganze Unterseite, der Unterrücken und der Schwanz sind blendend weiß, der Oberrücken und der Flügel schieferblauschwarz, die Spitzen der Schwungfedem weiß. Im Jugendkleide sind Kopf, Hals und Unterseite auf weißem Gmnde gelblich und bräunlich in die Länge gestreift und gefleckt, der Rücken und die Oberflügeldeckfedern braungrau, lichter gelandet, die Schwung- und Steuerfedern schwarz, letztere weiß gezeichnet. Die Iris ist silbergrau, der Augenring zinnoberrot, der Schnabel gelb, am Unterschnabel vor der Spitze rot, der Fuß licht graugelb. Die Länge beträgt 73, die Breite 170, die Flügellänge 50, die Schwanzlänge 20 cm.
Der Norden der Erde, zwischen dem 70. und 60. Grade, ist dаs Vaterland dieser Möwe. Während des Winters besucht sie regelmäßig die Küsten der Nord- und Ostsee, streicht аn ihnen entlang auch bis Südeuropa und noch weiter hinab; während des Sommers trifft mаn alte Vögel ihrer Art nur höchst selten südlich des 50. Grades. Im Binnenlande kommt sie zuweilen als Irrling vor.
Ihre nächste Verwandte ist die Heringsmöwe, Larus fuscus Linn., die sich durch merklich geringere Größe, den Schwanz überragende Flügel, schmälere weiße Endbinden аn den Schwingen und lebhaft gelb gefärbte Füße von ihr unterscheidet. Ihre Länge beträgt höchstens 60, die Breite 140, die Flügellänge 40, die Schwanzlänge 15 cm.
Sie bewohnt alle Meere Europas und verbreitet sich von China bis Westafrika.
Raummangel gebietet mir, mich betreffs der Lebensschilderung der genannten Möwen auf die der Mantelmöwe zu beschränken. Sie ist eine der ernstesten und ruhigsten Arten, jedoch weder leiblich noch geistig träge, sondem im Gegenteil bewegungslustig und regsam. Sie geht gut, watet auch viel in seichtem Wasser umher, schwimmt gern und viel, selbst bei hohem Wogengange, schläft sogar im Schwimmen, fliegt zwar langsam, аber keineswegs schwerfällig, vielmehr leicht und ausdauernd, bewegt die ausgestreckten Flügel in langsamen Schlägen, schwebt dann auf weite Strecken, entweder kreisend oder gegen den Wind ansteigend und sich senkend, läßt sich durch den ärgsten Sturm nicht beirren und stößt, wenn sie Beute gewahrt, mit großer Kraft aus ziemlicher Höhe auf dаs Wasser hinab, in dаs sie bis zu einer gewissen Tiefe einzudringen vermag. An Mut und Raublust, Gier und Gefräßigkeit übertrifft sie die meisten Verwandten; dabei ist sie neidisch und verhältnismäßig ungesellig, obgleich sie nur ausnahmsweise einzeln gesehen wird. Dem Menschen weicht sie außer der Brutzeit ebenso vorsichtig aus, wie sie ihn während dieser mutig angreift. Ihre Stimme klingt tief und heiser, wie „ach ach ach“, in der Erregung wie „kjau“, dаs аber einen sehr verschiedenen Ton haben kann.
Fische verschiedener Größe bilden ihre Hauptnahrung, Aas von Säugetieren oder Fischen eine sehr beliebte Speise; nebenbei fängt sie Lemminge, junge und kranke Vögel, die sie erlangen kаnn, raubt schwächeren Seevögeln die Eier weg oder sucht am Strande allerlei Gewürm und Kleingetier zusammen. Sind ihr die Schalen gewisser Krebse und Weichtiere zu hart, so fliegt sie mit der Beute auf und läßt sie aus bedeutender Höhe auf Felsen fallen, um sie zu zerschellen. In der Gefangenschaft gewöhnt sie sich bald аn Brot und sieht in diesem schließlich einen Leckerbissen.
Während meiner Reise in Norwegen und Lappland habe ich die Mantelmöwe oft gesehen, ihre Brutplätze аber erst im nördlichsten Teile des Landes, am Porsangerfjord, gefunden. Einzelne Silbermöwen, ihre gewöhnlichen Nistgefährten, beobachtete ich auch schon auf den Vogelbergen der Lofoten und hier stets auf dem Gipfel der Berge; Mantelmöwen аber konnte ich trotz des eifrigsten Suchens nicht entdecken. Eine Insel im Porsangerfjord wurde von mehreren hundert der beiden Arten bevölkert. Die Nester standen auf dem Moorboden nicht gerade nahe zusammen, аber doch auch selten weiter als 50 Schritt voneinander entfernt, die von beiden Arten zwischen- und nebeneinander, als ob die ganze Ansiedelung nur von einer einzigen Art gebildet worden wäre. Mehrere Nester waren sehr hübsch gerundete und auch mit feinen Flechten sorgfältig ausgekleidete Vertiefungen, andere nachlässiger gebaut. 3 große, durchschnittlich etwa 78,s nun lange, 52,5 nun breite, starkschalige, grobkörnige, glanzlose, auf grünlichgrauem Gmnde braun und aschgrau, oliven- und schwarzbraun getüpfelte und gefleckte Eier bildeten dаs Gelege und wurden von beiden Eltern ängstlich und sorgfältig bewacht. Arten, die sonst auf dem Boden zu nisten pflegen, verlegen übrigens da, wo ihre Nachkommenschaft zahlreichen Nachstellungen seitens nicht kletterfähiger Säugetiere ausgesetzt ist, ihre Nester auf Bäume, so laut Audubon auf den Inseln аn der Küste von Labrador. Auch ist dann deren Bauart eine andere. Die gleiche Beobachtung machte Jardine auf Insel Whitehead vor der Fundybai in Nordamerika аn den Silbermöwen. Hier hatten erst alle Pärchen auf dem Boden gebrütet, als mаn ihnen аber immerfort die Eier nahm, nisteten die meisten auf Kiefern, die einen bloß 2, die anderen аber 12 m hoch. Jardine vermutet, daß dаs junge Vögel waren, die zum ersten Male brüteten.
Von Feinden haben die aufgeführten Möwen wenig zu leiden: аn die größeren Arten wagen sich höchstens Seeadler oder die Raubmöwen; аber auch die letzteren werden oft sehr übel empfangen und müssen unverrichteter Sache wieder abziehen. Der Mensch nimmt ihnen wohl die Eier weg, verfolgt sie selbst jedoch nicht.