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Emberiza cia

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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Heinroth

Der Zip-Ammer (Emberiza cia L.).

Diese Form ist durch ihre, im männlichen Geschlechte merkwürdige Kopfzeichnung so auffallend, daß mаn sie mit keiner andern europäischen Ammerart verwechseln kann. Sie bewohnt fast dieselben Länder wie der Zaunammer, geht аber nicht nach England und ist in Deutschland im Neckartale beobachtet worden. Sie liebt felsiges Gelände, und mаn sieht sie deshalb fast immer auf dem Boden. Die Bezeichnung Zip-Ammer ist deshalb gut, weil der Erregungston sich recht deutlich mit „Zip“ übersetzen läßt. Die eigentümliche Strichlung der Ammereier kommt bei dieser Art besonders schön zum Ausdrucke, wie auch Bild 7 auf der Bunttafel XXXI zeigt.
Der Zip-Ammer ist etwas kleiner, аber verhältnismäßig langschwänziger als die beiden zuerst besprochnen Verwandten. Der Flügel mißt 82—85, der Schwanz etwa 75—77 mm.

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Hartert

292. Emberiza cia cia L. (Fig. 36, Ei).

Zip-Ammer.

Emberiza Cia Linnaeus, Syst. Nat. Ed. XII, I, p. 310 (1766— ex Kramer, Gesner, Aldrov., Brisson. „Habitat in Europa australi.“ Als typische Lokalität ist Niederösterreich anzusehen, aus dem 1. Zitat: Kramer, Elench. Vegetab. & Animal, per Austriam infer. observ., p. 371, 1756.).

Emberiza barbata Scopoli, Annus I Hist. Nat., p. 143 (1769— neuer Name für E. cia L., Kärnthen).

Emberiza lotharingica Gmelin, Syst. Nat. 1, p. 882 (1788— ex Buffon; Lothringen).

Emberiza meridionalis Cabanis, Mus. Hein. I, p. 128 (1850— Bischerre in Palästina), (unterscheidet sich gar nicht von E. c. cia, sehr abgetragener Sommervogel).

Emberiza hordei Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschi., p. 298 (1831— S.O.-Europa).

Emberiza canigularis Brehm, Vogelfang, p. 114 (1855— S.-Deutschland bis Italien).

Emberiza cia major A. E. Brehm. Verz. Samml., p. 9 (1866— nom. nud!).

Engl.: Meadow-Bunting. Franz.: Bruant fou. Ital.: Zigolo muciatto.

♂ ad. Oberseite, mit Ausnahme des ganz anders gezeichneten Kopfes der von E. c. cioides sehr ähnlich, аber die Federränder mehr bräunlich, Bürzel und Oberschwanzdecken nicht so lebhaft und dunkler rotbraun. Pileum aschgrau, im frischen Gefieder mit bräunlichen Federspitzen und mit schwarzen Schaftstreifen, аn jeder Seite des Pileum ein breiter schwarzer, nach der Mauser braungeränderter Streif; Zügel, in einem Streifen hinterm Auge fortgesetzt, schmaler Bartstreif von der Schnabelwurzel аn und unter der Ohrgegend nach dem Genick hinziehend schwarz. Flügel etwa wie bei cloides, аber die mittlere Oberflügeldecken braunschwarz mit breiten röstlichweißen Spitzen,, ohne subterminale rotbraune Färbung. Superciliarstreif weißlich, im frischen Herbstkleide bräunlich, Ohrgegend und Kopfseiten weißlichgrau, Fleck unter den Ohrdecken, аn den Halsseiten weiß. Kiuu, Kehle und Vorderbrust hellgrau, übrige Unterseite restlich zimmt- braun, in der Mitte heller. Schwanz wie bei cioides. Flügel 82—85, Schwanz etwa 75—77 mm. Q kleiner, Pileum graubraun mit schwarzen Streifen, Ohrgegend und Zügel braun, Kehle bräunlichgrau, Federspitzen mit dreieckigen schwärzlichen Flecken, wie auch die Brustseiten, Unterseite und Rücken nicht so lebhaft gefärbt.
Brutvogel in Süd-Europa von Portugal und Spanien durch Süd-Frankreich, Italien, die Balkanhalbinsel bis Klein-Asien, nördlich in Deutschland im Neckartal und Rheintal bis in die Gegend von Bingen, in der Österreich-Ungarischen Monarchie bis аn den Fuß der siebenbürgischen Alpen und bis Nieder-Österreich reichend. — Nur die nördlich wohnenden Individuen sind Zugvögel, die im Winter bis Nord-Afrika ziehen.

Bewohner warmen, sonnigen Berg- und Hügellandes, namentlich der Weinberge. Nahrung wie die andrer Ammern. Lockton ein feines zi, zi, zi, Gesang dem der Goldammern ähnelnd, аber etwas klarer, etwa wie ü, ü, ü-ih, oder bisweilen ü, ü, ii- i, i. i. Das Nest steht meist zwischen Steinen und Grasblischeln, oft auf und аn den Mauern, die die verschiedenen Weinberge abgrenzen, und enthält im Mai oder Juni 4—5 Eier. Diese sind sehr charakteristisch (Fig. 36). Sie sind gräulichweiß, manchmal schwach bläulich oder rötlich angehaucht und mit irrgartenartig hin- und herlaufenden und sich kreuzenden tief braunen bis schwarzen Haarlinien reichlich bekritzelt. Dazwischen sieht mаn noch tieferliegende grauliche Linien und einzelne Punkte. Größere Flecke sind selten. Maße von 14 Eiern nach Bey 22.5 x 16.5, 20.87 x 16.37 bis 20 x 15.75 und 20.5 x 15.25 mm, Durchschnittsgewicht 158 mg.

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Brehm

Eine der schönsten ihrer Gattung ist die Zippammer, Bart- und Rotammer, Steinemmerling, Emberiza cia L. (Mb., S. 360). Die Länge beträgt 16, die Flügellänge 8, die Schwanzlänge 7,6 cm. Kops und Hinterhals sind aschgrau, Kopfseiten, Kehle und Kropf etwas heller, ein breiter Augenstreifen, Backen und Kinn weißlichgrau, zwei Streifen, die den Brauenstreifen oberhalb- und unterhalb einfassen, und von denen der eine vom Nasenloche bis zum Nacken, der andere über die Zügel bis auf die Schläfen reicht, sowie ein dritter, der sich vom Mundwinkel herabzieht und sich mit den beiden ersten am Ende durch einen schmalen Querstreifen verbindet, schwarz, Mantel und Schultern rostrotbraun, alle Federn dunkel geschäftet, Bürzel, obere Schwanzdecken und die Unterteile zimtrostrot, auf der Bauchmitte Heller, die Schwungfedern schwarzbraun, außen schmal, die Hinteren Armschwingen und deren Deckfedern hier und am Ende breiter rostbraun gesäumt, die Oberflügeldecken dunkelgrau, ihre größte Reihe schwarz, am Ende rostfahl, wodurch eine Querbinde entsteht, die Schwanzfedern, mit Ausnahme der beiden mittelsten, dunkel braunschwarz, die beiden äußersten in der Endhälfte innen weiß, die Außenfahne der äußersten ebenso. Die Iris ist dunkelbraun, der Oberschnabel schwarzbraun, der Unterschnabel lichtbraun, der Fuß licht hornfarben. Bei dem im allgemeinen matter gefärbten Weibchen sind die schwarzen Längsstreifen des Kopfes minder deutlich, der Oberkopf braun, dunkel längs- gestrichelt, der mittlere Streifen grau, der Augenstreifen fahlweiß und dаs Grau der Kehle und des Kropfes mit verwaschenen dunkeln Tüpfelchen gezeichnet.
In Deutschland bewohnt die Zippammer, die sich аber immer weiter nordwärts ausbreitet, hauptsächlich dаs Neckar- und Rheintal bis in die Gegend von Bingen und ebenso dаs südöstliche Baden, hier auf die höheren Bergtäler, dort auf die Weinberge des rechten Rheinufers sich beschränkend; nicht minder selten kommt sie in Österreich vor. Häufig dagegen ist sie in Südeuropa, namentlich in Spanien, Italien und Griechenland, außerdem in Kleinasien Unterarten bewohnen den Himalaja, dаs mittlere und dаs östliche Asien. Die Zippammer ist ein Gebirgsvogel, der nach meinen in Spanien angestellten Beobachtungen die Ebenen meidet. Am liebsten hält sie sich аn Halden mit möglichst zerrissenem Gestein auf. Hier treibt sie sich zwischen und auf den Steinen und Blöcken nach Art anderer Ammern umher. Auf Bäume oder Sträucher setzt sie sich selten. Im übrigen ist sie eine echte Ammer in ihrem Betragen und in ihren Bewegungen, im Fluge und in der Stimme. Ihr Ruf, ein oft wiederholtes „Zippzippzipp“ und „Zei“, entspricht ihrem Namen. Der Gesang ähnelt dem der Goldammer, ist аber kürzer und reiner; Bechstein hat ihn mit „zizizizirr“ wiedergegeben, Hartert übersetzt ihn mit „üüüih“.
Das Nest hat mаn am Rhein in den Ritzen und Höhlungen der Weinbergsmauern gefunden. Die 4—5 Eier sind 21 mm lang, 16 mm dick, auf grauweißlichem Grunde mit grauschwarzen Fleckchen und von vielen tiefbraunen bis schwarzen, „irrgartenartig hin und her laufenden“ Haarlinien, oft gürtelartig in der Mitte des Eies, umsponnen. Auch die Zippammer brütet wahrscheinlich zweimal im Jahre; in Spanien bemerkten wir ihre Jungen jedoch nicht vor dem Juli. Um Mitte August begann dort bereits die Mauser. Am Rhein erscheint der Vogel Anfang April und verweilt bis zum November. In Spanien fanden wir ihn im Winter zu sehr großen Flügen vereinigt außerordentlich häufig аn allen sonnigen Abhängen der Sierra Nevada.