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Clanga clanga

in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1549. Aquila maculata (Gm.).

Großer Schreiadler, Schelladler.

Falco maculatus (1) Gmelin, Syst. Nat. 1,1, p.258 (1788— Ex Latham Syn. I p. 38 „Spotted Eagle“, аber schlecht wiedergegeben Ray und Willughby; vgl. Ibis 1894 p. 287, 288. Fundort nicht angegeben. Latham’s Beschreibung nach einem Stück im British Museum; keine Fundortsangabe, аber im Ind. Orn. I, p. 15 ist angegeben: „Habitat in Europa“).

Aquila fusca Brehm, Lehrbuch Naturg. eur. Vög. I, p. 16 (1823— Beschreibung eines juv., dаs bei Renthendorf gefangen wurde und eines ad. im Greifswalder Museum, nach Hornschuh & Schilling MS.).

Aquila Clanga Pallas. Zoogr. Rosso-Asiat. I, p. 351 (1827— ? Partim. „In Rossia Sibiriaque Universa“).

Aquila bifasciata Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl. p. 25 (1831— Schweiz. Nach brieflichen Mitteilungen, wie es scheint von Hornschuh & Bruch).

Aquila fulvescens Gray, in Hardwicke’s 111. Ind. Zool. II, Taf. 29 (1833-34— Exemplar von Cawnpore in Indien abgebildet).

Aquila vittata Hodgson, Gray’s Zool. Mise. p. 81 (1844— Nepal. Nomen nudum‘).

Aquila unicolor Brehm, Vogelfang p. 10 (1855— „Ostnordafrika“); id. Allg. deutsche Naturh. Zeit. 1856 p. 12 („Im Winter in Unteregypten, eigentliches Vaterland noch unbekannt“).

Aquila fulviventris Brehm, Vogelfang p. 10 (1855— Aegypten, Deutschland); id. Allg. d. Naturh. Zeit. 1856 p. 14 (Menzaleh-See, von Alfred Brehm gesammelt, außerdem ein Stück in der Sammlung des Fürsten von Schleiz, bei Gera geschossen).

Aquila fusco-atra Brehm, Vogelfang p. 10 (1855— „Ungemein selten in Deutschland“); id. Allg. d. Naturh. Zeit. 1856 p. 16 (Nach einem bei Querfurt erlegten Exemplar und mehreren von A. E. Brehm am Menzaleh-See in Ägypten erbeuteten Stücken. Typus von Querfurt erhalten. — Der Name fusco-atra wurde bisher stets als Synonym von A. pomarina zitiert, we аber die Untersuchung des Typus zeigt, und wie auch aus der Beschreibung hervorgeht, handelt es sich um ein ausnahmsweise kleines Stück von A. maculata).

Aquila dubia Brehm, Allg. d. Naturh. Zeit. 1856 p. 16 (Beschreibung eines am 19. III. 1849 auf dem Menzaleh-See erlegten Adlers).

„Aquila flavigaster v. Homeyer“ Heuglin, Orn. N. 0. Afr. II Nachträge p. CCXXI (1871— Ägypten).

Aquila Boeckii Homeyer, Journ f. Orn. 1874 p. 105, Taf. III (Vorläufige Mitteilung ohne Fundortsangabe; id. Journ. f. Orn. 1875 p. 163 (Thorn).

„Aqziila flaviventris Brehm“ Homeyer, Journ. f. Orn. 1875 p. 154 (Schreibfehler für fulviventris).

Engl.: Great Spotted Eagle. — Franz.: Aigle Criard. — Ital.: Aquila anatraia maggiore.

Abbild: Journ. f. Orn. 1874 Taf. IV; Naumann, Naturg. Vög. Deutschi. XIII, Nachträge, Taf. 342; Dresser, B. Europe IV, Taf. 339 u. a. m. — Rostfarbene Var.: Journ. f Orn. 1874 Taf. III (als A. Böckii), Neuer Naumann V Taf. 47, als A. fulvescens. — Eier: Krause. Ool. univ. palaearet. Lief. 54.

Nasenlöcher rundlich (Fig. 180), 7. Schwinge in der Regel nicht über 6 cm kürzer als die längste, Außenfahne mit starker Verengung (Fig. 181). — 1. Jugendkleid: Oberseite tief bräunlichschwarz mit rötlichem Glanze, alle Federn mit hellerem Streifen längs des Schaftes; mitunter sind diese Längsfiecken auch auf Kopf, Nacken und Vorderrücken fahl rostgelb und deutlich, in der Regel аber nur von einem helleren Braun, bisweilen ganz fehlend; auf Mittel- und Hinterrücken sind diese Zeichnungen bedeutend breiter und mehr rostfarben und nehmen manchmal den größten Teil der Federn ein, die längsten Oberschwanzdeckfedern sind fast ganz rahmfarben; auf den kleinen Oberflügeldecken sind die hellen Zeichnungen nur schmale Striche, auf den mittleren und noch mehr den großen breitere grobe Flecke, in ganz frischem Gefieder fahl bräunlichgelb, mitunter weißlich, in abgetragenem Zustande werden sie weißlicher. Handschwingen schwarz, nur аn der Basis der Innenfahnen fahlbraun, Armschwingen mit fahl gelb-bräunlichen Spitzen, ebenso die Steuerfedern, аn denen nur sehr selten Spuren von hellerer Querbänderung sichtbar sind. Unterseite schwarzbraun, Kinn und Kehle einfarbig, im übrigen alle Federn mit breiten rostbraunen Längs- streifen, die nach hinten zu аn Breite zunehmen und аn Bauch und Unterschwanzdecken meist die ganzen Federn einnehmen. Bisweilen sind die hellen Längsflecke auch auf dem Rücken sehr breit und der ganze Unterkörper ist rostbraun und in getragenem Gefieder röstlichrahmfarben, nur аn der Brust sieht mаn schwarzbraune Federsäume; diese Vögel (Brehms A. fulviventris) sind keineswegs älter als die zuerst beschriebenen, sondern es handelt sich nur um Dichromatismus des Jugendkleides. Noch auffallender ist derselbe bei den prachtvollen rotgelben oder rahmbräunlichen als A. fulvescens beschriebenen und lange (auch von mir früher) als artlich verschieden angesehenen Adlern. Diese sind natürlich sehr variabel: Kopf, Hinterhals und Unterseite lebhaft zimtartig rötlichgelb, Stirn, Kopfseiten und Kehle mit schmalen schwärzlichen Streifen; Rücken und Flügeldecken heller, mehr rahmfarben, die Federn in der Mitte graubraun; Unterrücken und Oberschwanzdecken rahmfarben. Dieses nach einem am 23. Oktober 1902 bei Heinrichsdorf in Westpreußen erlegten ♀ beschriebene Kleid entspricht fast ganz dem oft von mir gehandhabten Typus von A. boeckii, der sich jetzt mit dem Rest der Homeyerschen Sammlung im Braunschweiger Museum befindet. Andere Exemplare sind auf der Unterseite noch heller, nur etwa rötlich rahmfarben, Rücken und besonders Flügeldecken fast weiß; diese Farben verbleichen im Laufe des Winters stark. Solche extrem helle Stücke kommen sogar mit normalen schwarzen Jungen im selben Horste vor (s. Suschkin, Bull. Soc. Imp. Nat. Moscou 1912 p. 344); es ist jedoch noch nicht erwiesen, daß diese Stücke im Alter ebenso dunkel werden, wie die braunen. — Zwischen den verschiedenen Jugendkleidern und dem endgültigen Alterskleide kommen natürlich alle möglichen Übergänge vor. Letzteres sieht folgendermaßen aus: Tiefbraun, in frischem Gefieder fast schwarz, in getragenem Kleide bräunlicher und fahler; Kopf und Hals etwas heller, besonders аn den Spitzen der Federn; Oberschwanzdecken ebenfalls tiefbraun oder tiefbraun mit Weiß meliert; Handschwingen аn der Basis der Innenfahnen grau, alle Federn des Kleingefieders аn der Wurzel weiß. Ein alter Vogel von Sarepta hat die vordersten Skapularen schneeweiß, so daß sie je einen weißen Schulterfleck bilden, wie bei A. heliaca und beim Zwergadler. Eine ebensolche Aberration von A. pomarina erbeutete Dombrowski in Rumänien (in litt.). Iris braun. Wachshaut und Zehen gelb. Schnabel hornschwarz, nach der Wachshaut zu bläulich. Flügel von 20 alten ♂ 50—52, selten 53, von 16 alten ♀ 52.5—55, sehr selten 56 cm, Schwanz 24—27, Lauf etwa 9.5—10.5 cm, Culmen vom Ende der Wachshaut zur Spitze mit Zirkel 32.5—39 mm. Das Dunenjunge soll schmutzigweiß sein.
Brutgebiet: Rußland, in geringer Anzahl bis Livland, Galizien, Polen, Ungarn, (häufig in Siebenbürgen), Kroatien, Mazedonien, die Donautiefländer (wenn auch nicht häufig), nördlich bis zum Onegasee und 60° nördl. Breite im Ural (nach Menzbier), östlich durch Turkestan und Südsibirien bis Daurien (Transbaikalien) und den Amurländern, in China hauptsächlich Wintervogel, аber auch brütend, und auch noch im nördlichen Indien regelmäßiger, wenn auch nicht zahlreicher Brutvogel, außerdem in Nordpersien und wahrscheinlich in Kleinasien, nach Tristram auch in Palästina. Früher vielleicht, аber nicht sicher in Griechenland (die im British Museum befindlichen Eier aus Griechenland sind solche vom Kleinen Schreiadler, wie aus Krüpers Schriften klar hervorgeht) brütend: scheint schon mehrfach in Schlesien gebrütet zu haben (vgl. Kollibay, Vög. Schlesiens p. 179), auch halte ich es nicht für ausgeschlossen, daß dies ausnahmsweise in Ost- und Westpreußen vorkommt. — Mehr oder minder Zugvogel, der in größerer Anzahl u. a. die Donautiefländer, den Kaukasus, die Kirgisensteppen, den Sinai, die Mongolei durchzieht und in Ägypten, Indien Birma, Cochinchina und China, einzeln auch schon in Südosteuropa überwintert. Auf seinen Wanderungen gerät er mitunter weiter westlich, so z. B. nach Deutschland (besonders Ostpreußen, Westpreußen), der Schweiz, Frankreich, Italien und selbst nach England.

Bewohnt hauptsächlich Flußniederungen und Auwälder, аber auch Nadelholzwaldungen. Obwohl er offenes Gelände zum Jagen liebt, dürfen doch Bäume nicht fehlen, wo er nistet, denn sein Horst steht immer auf Bäumen, in den Kirgisensteppen аber auch auf Saxaulbüschen (2). Die Stimme ähnelt dem Bellen eines kleinen Hundes. Nahrung kleine und mittlere Säugetiere, Frösche, Eidechsen; zum Rauben von flüchtigen Vögeln ist er nicht rasch genug, und es dürften ihm nur solche zur Beute fallen, die auf dem Boden und Wasser ruhen und sich vor ihm ducken. Eier 1—3. Diese sind nur im allgemeinen, nicht immer, größer als die des Kleinen Schreiadlers, im allgemeinen аber länglicher und blasser, meist weniger gezeichnet; so schön und stark gezeichnete Varietäten, wie sie bei A. pomarina nicht selten sind, kommen äußerst selten vor. Die Oberfläche ist ziemlich rauh, die Poren sind deutlich sichtbar, grob, rund, flach, der Glanz gering. Korn nach dem Typus von Fig. 16 auf Taf. 2, Journ. f. Orn. 1913 (Szielasko); häufig finden sich Knötchen аn den Polen sowie Längsrillen. Die Substanzfarbe ist hellgrün wie bei allen Adlereiern, die äußere Oberfläche weiß mit matt grauvioletten Schalenflecken und rotbraunen Oberflecken, die oft fehlen und meist von sehr geringer Ausdehnung sind; ganz weiße Eier sind selten. Nach Jourdain (in litt.) messen 56 Eier (fast alle aus Südrußland und Transkaspien und vermutlich alle „echt“, obwohl nicht ausgeschlossen ist — wie in allen Sammlungen, die von Händlern bezogene Adlereier enthalten —, daß Steppenadlereier darunter sind) im Durchschnitt 68.23 x 54.15, Maximum 74.6 x 55.6 und 74.4 x 58, Minimum 64.4 x 52.8 und 67.2 x 51.2 mm. (Die von Rey angegebenen Durchschnittsmaße sind unrichtig, vermutlich Druckfehler.) Gewicht nach Rey 11.27—13.33 g. Nach Szielasko (3) Umfang 184.5, Länge 35.5 + 30.5 — 66.0, Breite 51.2, Gewicht 11.56 und Umfang 182.8, Länge 35.0 + 30.0 = 65.0, Breite 51.9, Gewicht 11.20 (8 untersucht).

1) Homeyer, Journ. f. Orn. 1875 p. 162, behauptet, daß Brünnich, Orn. Bor. p. 2, no. 8, dieser Name präokkupiert sei, was аber nicht der Fall ist.
2) Dasselbe wird vom Steppenadler berichtet; ob nicht in einem oder dem anderen Falle eine Verwechslung vorliegt und nur eine der beiden Arten auf diesen Büschen horstet?
3) Ich kаnn nicht umhin, auf die Arbeit von Szielasko im Journ. f. Orn. 1913 p. 52—117 und 229—361 hinzuweisen. Sie bedeutet einen Fortschritt in der Eischalenkunde, die Methode ist аber sehr kompliziert und wird wohl nur für Spezialauseinandersetzungen angewandt werden können. Ich werde die Arbeit oft zitieren, аber die gewonnenen Resultate müssen in einigen Fällen mit Vorsicht aufgenommen werden, da der Autor die Quellen seiner Eier nicht angibt und den Wert der Unterscheidung lokaler Formen nicht erkannt hat.

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Brehm

Der Große Schreiadler, oder, wie er seiner hell klingenden Stimme wegen genannt wird, der Schelladler, Aquila maculata Gmel. (clanga), ist merklich größer und schlanker als der Schreiadler, der Flügel, der zusammengelegt dаs Schwanzende erreicht oder überragt, mindestens 5 cm, der Schwanz 2—3 cm länger, die Fußwurzel erheblich höher, der Fang kräftiger als bei diesem, dаs Gefieder fast einfarbig, auf Nacken, Oberrücken und Oberbrust ohne Rostflecke, auf der Unterseite mit langen, rostgelben Flecken gezeichnet, die jedoch erst unterhalb des Kropfes beginnen, der untre Teil der Fußwurzel gewöhnlich weiß. Beim jungen Vogel zeigen die Oberflügeldeckfedern eine viel ausgedehntere Fleckung als die des Schreiadlers, da sie beim Schelladler аn einzelnen Federn den ganzen Rand einnimmt; immer аber ist die Färbung der Flecke gräulich, niemals rein rostfarben, der Unterrücken in der Regel auf rostfarbnem Grunde durch einzelne dunkle Schaftflecke ebenso wie dаs Gefieder der Unterseite, mit Ausnahme der einfarbigen Hals- und Kropfgegend, schwärzlich, durch die sehr breite, rötlich braungraue Federmitte und wenig hervortretende rostfarbne Schaftflecke gezeichnet; auch sind die Unterschwanzdeckfedern sehr licht, oft rein- oder gelblichweiß, die Fußwurzeln endlich schwarzbraun, mit vielen großen Schaftslecken von der Färbung derer des Bauches geziert.
Das Verbreitungsgebiet des Schelladlers liegt im Osten des Wohnkreises seines deutschen Verwandten; doch dürften alle Steppengegenden auszuschließen sein. Als Brutvogel begegnet mаn ihm von den nördlichen Ufern des Kaspischen Meeres аn durch ganz Südsibirien hindurch bis ins Amurland, ebenso in den Waldungen des südlichen Urals. Im Winter wandert er nach Indien und Südwestasien überhaupt sowie nach Ägypten, woselbst er im Delta, insbesondre аn den Strandseen, als die häufigste aller Adlerarten auftritt; gelegentlich des Zuges besucht auch er, und zwar weit häufiger als der Schreiadler, Süddeutschland, die Schweiz, Frankreich und Italien, wogegen er in Norddeutschland zu den seltensten Erscheinungen zählt.