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Oenanthe pleschanka

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1044. Saxicola pleschanka pleschanka (Lepech.).

Motacilla Pleschanka Lepechin, Nov. Comm. Petr. XIV, p. 503, Taf. 24 („1770“, nach Hase 1771 erschienen — Saratow аn der Wolga) (Übers. Hase, Lepechins Reise I, p. 229. Gute Beschreibung).

Motacilla leucomela Pallas, Nov. Comm. Petr. XIV, p. 584, Taf. 22, Fig. 3 („1770“, wohl richtiger 1771 — untere Wolga, Altai, Daurien).

Saxicola Morio Hemprich & Ehrenberg, Symb. Phys. Aves I, fol. aa (1833— Ober-Ägypten und Arabien).

Saxicola atricollis Müller, Naumannia 1851,4, p. 28 (Abyssinien).

Saxicola hendersoni Hume, Ibis 1871, p. 408 (Yarkand).

Saxicola talas Severtzoff, Turkest. Jevotn., in Izv. Obshch. Moskov. VIII, 2, p. 55, 119, Taf. 8, Fig. 1, 3, 4 (1873— Russisch!); Übers, in Zeitschr. f. ges. Orn. IV, p. 51; cf. Stray Feathers III, p. 429.
Abbild.: Dresser, B. Europe II, Taf. 33, 1. Eier: Rey, Eier Vög. Mitteleur., Taf. 57, Fig. 17—20.

Diese [folgende] Namen beziehen sich auf die weißkehlige Aberration, die sich nur durch die weiße Kehle unterscheidet.
Sie wurde in Turkestan, Transkaspien (Sarudny), Ost-Persien, einmal in Gilgit, und im Winter in Nord-Arabien, Bogosland, Somaliland und Ost-Afrika (Escarpment in den Kikuyu-Bergen, 6500 engl. Fuß hoch, Dezember 1900, W. Doherty) vereinzelt angetroffen, und am 19. September 1909 in Schottland erlegt.

Saxicola vittata Hemprich & Ehrenberg, Symb. Phys., fol. cc (1833— Nord- Arabien).

Saxicola leucolaema Antinori & Salvadori, Atti Acc. Torino VIII, p. 32 (1872— Bogosland).

Saxicola melanogenys Severtzoff, Türkest. Jevotn. (in Izv. Obshch. Moskov. VIII, 2), p. 120 (1873— Turkestan. Russisch! Übers. Zeitschr. ges. Orn. IV, p. 54).

Saxicola melanotis Severtzoff, t. c., Taf. VIII, Fig- 5 (♂), 6 (♀)-

Saxicola somalica Sharpe, Proc. Zool. Soc. London 1895, p. 486 (Somaliland).
Abbild.: Dresser, B. Europe IX (Suppl.), Taf. 637.

♂ ad. im abgetragenen Brutgefieder: Kopf, Hinterhals, Bürzel und Oberschwanzdecken, Brust, Unterkörper und Unterschwanzdecken weiß, dаs übrige Kleingefieder einschließlich eines schmalen Stirnstreifens und der Zügel, der Unterflügeldecken und Axillaren schwarz. Kehle mitunter weiß („vittata“). Schwingen braunschwarz. Mittelstes Steuerfederpaar аn der Wurzel ungefähr zu 2/5 weiß, sonst schwarz, die übrigen weiß mit schwarzer Endbinde, alle mit sehr schmalen Spitzensäumen; die schwarze Binde variiert von 2 cm аn den äußeren und etwa 7—10 mm аn den inneren Paaren (immer ist sie аn den äußersten am breitesten) bis zu 1 cm аn den äußeren, und Überbleibseln von Binden in Gestalt einzelner Flecke аn den inneren Steuerfedern. Iris braun, Schnabel und Füße schwarz. Im Herbstkleide haben die Federn der Oberseite breite isabellbraune, die Armschwingen breite fahl isabellfarbene Säume, die Unterseite unterhalb des Kropfes ist blaß, isabellfarben. Flügel (etwa 36 ♂) 90—97.5, Schwanz 60—65, Lauf 22.5—24.5, Culmen etwa 15—17 mm. — ♀ ad: Oberseite erdbraun, unterer Bürzel und Oberschwanzdecken weiß, Flügel dunkelbraun, Vorderbrust und Kehle fahl graubräunlich bis schwarz, Steuerfedern weiß mit schwarzbrauner Endbinde, wie beim ♂, аber durchschnittlich etwas breiter. Im frischen Herbstkleide haben die Rückenfedern blaß isabellfarbene Säume und der Unterkörper ist hell fahl isabell, fast rahmfarben. Das ♂ juv. ähnelt dem ♀, аber die Kehle ist immer, außer аn den Federspitzen, schwarz, und der Rücken ist schwärzlicher. — Die ziemlich bedeutenden Größenunterschiede bei beiden Geschlechtern scheinen rein individuell zu sein. — 1. Schwinge etwas kürzer, gleich, oder etwas länger als die Handdecken, 3. und 4. meist gleich und am längsten.
Südrußland von Orenburg und dem Mittellauf der Wolga bis zur Krim und dem Kaukasus, Transkaspien, Turkestan, Persien, Afghanistan, westliches Thibet, Mongolei, Süd-Ost-Sibirien, Nord-China, Gilgit und Nord-Kaschmir. — Auf dem Zuge in Nordostafrika und Arabien, vereinzelt auf Helgoland, in Italien, und wahrscheinlich auch Algerien.

Sichere und erhebliche Unterschiede von seinen Verwandten in bezug auf die Lebensweise konnte ich nicht eruieren. Der Gesang wird als verhältnismäßig fein und leise beschrieben. Das Nest steht in Löchern und Höhlungen nahe am Boden und enthält 5 Eier von blaß grünlichblauer Färbung und mit rotbräunlicher Fleckung. 41 Eier messen nach Jourdain (25) und Rey (16) im Durchschnitt 19.29 x 15.08, Maximum 20.8 x 15.2 und 18.8 x 16, Minimum 17.1 x 14.9 und 18.5 x 13.5 mm. Das mittlere Gewicht ist nach Rey 137 mg. — (Man hat S. pleschanka als die „östliche“ Form von S. lugens aufgefaßt, was ich für gewagt halte, namentlich im Hinblick auf den ganz verschiedenen Färbungscharakter der ♀ und die Verbreitung.)

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Brehm

Unser einheimischer Steinschmätzer, Steinfänger, Steinquaker, Steinelster, Steinklitsch, Steinfletscher, Steinpicker und Steinbeißer, Weißschwanz, Weißbürzel, Sommer- und Totenvogel usw., Saxicola oenanthe L. (Abb., S. 155), ist auf der Oberseite hell aschgrau, auf dem Bürzel und der Unterseite, mit Ausnahme der rostgelblichen Brust, weiß; die Stirn und ein von ihr aus verlaufender Augenstreifen sind weiß, ein Zügelfleck, die Flügel und die beiden mittleren Schwanzfedern schwarz, die übrigen am Grunde weiß, аn der Spitze schwarz. Die Iris ist braun, der Schnabel und die Füße sind schwarz. Im Herbste nach der Mauser zieht die Färbung der Oberseite ins Rostfarbige, die der Unterseite ins Rostgelbliche. Beim Weibchen herrscht Rötlichaschgrau vor; die Stirn und der Augenstreifen sind schmutzig weiß, die Zügel mattschwarz, die Unterteile lichtbräunlich rostfarben, die rauchschwarzen Flügelfedern lichtgelblich gesäumt. Die Länge beträgt 16, die Breite 29, die Flügellänge 9, die Schwanzlänge 6 cm. Das Weibchen ist um mehrere Millimeter kürzer und schmäler. Die Jungen sind, nach Friderich, im ersten Kleide oben matt rostgrau mit gelblichweißen Schaftflecken, unregelmäßig dunkel braungrau geschuppt, auf dem Bürzel weiß mit grauen Schmitzchen.
Es ist fast leichter, zu sagen, in welchen Ländern der Steinschmätzer nicht gefunden wird, als anzugeben, wo er vorkommt. Brutvogel ist er von den Pyrenäen und dem Parnaß аn bis zu den Färöer, den Lofoten und nach Lappland hinauf sowie auf Island; in Lappland ist er аn der Meeresküste besonders häufig, ebenso in allen Ländern Asiens, die ungefähr unter derselben Breite liegen, wogegen er in der Neuen Welt auf den Norden Alaskas beschränkt zu sein scheint. Gelegentlich seiner Winterreise durchwandert er mehr als die Hälfte Afrikas: ich habe ihn im Sudan beobachtet, andere Forscher trafen ihn in Westafrika an. Dasselbe gilt für Asien: in Indien ist er, laut Jerdon, ein wenn auch seltener Wintergast der nördlichen Provinzen. — Eine sehr ähnliche, nur größere Unterart, Saxicola oenanthe leucorhoa Gm., die auf dem Zuge vereinzelt auch nach Deutschland gelangt ist, vertritt unseren Steinschmätzer in Nordamerika.
Der Rötel- oder Ohrensteinschmätzer, Saxicola hispanica L. (aurita, stapazina), ist um wenige Millimeter kleiner als unsere Art, oberseits hell ockerfarben, unterseits graurötlichweiß, аn der Kehle entweder ebenso gefärbt oder schwarz, wobei dann zwischen Kehle und Kropf noch ein weißlicher Fleck vorhanden ist; ein schmaler Streifen vom Schnabelrande zum Auge und ein länglicher Wangenfleck, der jenes teilweise umschließt, der Flügel, die beiden mittleren Schwanzfedern und die Spitze der übrigen аber sind schwarz. Er ist Brutvogel in Südfrankreich, Italien, Portugal, Spanien, Istrien und Südtirol sowie Nordwestafrika von Marokko bis Tripolis; er überwintert in Westafrika.
In Südrußland, Kleinasien, Palästina, Ägypten und Abessinien brütet außerdem der unserer deutschen Art nahe verwandte, etwas größere, oberseits fahl sandbraun, auf dem Bürzel lebhafter, unterseits fahl isabellgelb gefärbte Isabellsteinschmätzer, Saxicola isabellina Crtzschm.; Osteuropa besucht zuweilen der Asien entstammende, auf Kopf, Vorder- und Hinterhals, der Oberseite und den beiden mittleren Schwanzfedern schwarze, im übrigen weiße Nonnensteinschmätzer, Saxicola pleschanka Lepech.

Gegenden, in denen Steine vorherrschen, sind die Lieblingsplätze aller genannten Steinschmätzerarten. Selten im bebauten Lande, finden sich diese Vögel regelmäßig bereits da, wo zwischen den Feldern Felsblöcke hervorragen, Steinmauern aufgeschichtet oder Steinhaufen zusammengetragen wurden. In dem аn Steinen reichen Schweden, in Süddeutschland, in der Schweiz ist unser Steinschmätzer gemein; in Skandinavien darf er als eines der nördlichsten Tiere überhaupt betrachtet werden. Ich habe ihn überall angetroffen, wo ich hinkam, in Lappland ebensowohl wie in der Nähe der Gletscher des Galdhöpig, der Furka oder des Großglockners. In den Schweizer Alpen steigt er bis über den Gürtel des Holzwuchses empor. In ähnlicher Weise leben die übrigen Arten. Sie sind die Bewohner der wüstesten Gegenden und der eigentlichen Wüste selbst; sie gewahrt mаn noch inmitten der glühenden Öde, wo alles Leben erstorben zu sein scheint.
Unser Steinschmätzer, auf den ich meine Schilderung beschränken darf, ist ein höchst beweglicher, munterer, gewandter, unruhiger, flüchtiger, ungeselliger und vorsichtiger Vogel. Er liebt allein zu wohnen und lebt mit keinem andern Vogel in engerem Vereine. Nur auf dem Zuge und noch mehr in der Winterherberge vereinigt er sich mit Angehörigen anderer Arten seiner Gattung; аber niemals geht er mit ihnen einen Freundschaftsbund ein. Es kommt wohl vor, daß zwei Pärchen nahe beieinander hausen und brüten, sie liegen аber dann fortwährend in Hader und Streit. Wer beobachtet, muß den Steinschmätzer bald bemerken. Dieser wählt sich stets den höchsten Punkt seines Wohnkreises zum Ruheplatz; in aufrechter Haltung sitzt er auf dem Felsen, jedoch niemals still, schlägt wenigstens von Zeit zu Zeit mit dem Schwanze nach unten und macht wiederholt Bücklinge, zumal wenn er etwas Auffallendes bemerkt. Die Spanier nennen ihn und andere Arten deshalb „Sakristan“, und alle Steinschmätzerarten machen diesem Namen Ehre. Auf dem Boden hüpft unser Vogel mit schnellen und kurzen Sprüngen dahin, so rasch, daß er, wie Naumann sagt, hinzurollen scheint. Aber im schnellsten Laufe hält er plötzlich an, wenn ein Stein im Wege liegt; gewiß klettert er auf die Erhöhung, bückt sich wiederholt und setzt erst dann seinen Weg fort. Der Flug ist ausgezeichnet. Immer fliegt der Steinschmätzer dicht über dem Boden dahin, auch wenn er kurz vorher auf einer bedeutenden Höhe saß und sich erst in die Tiefe hinabgesenkt hat. Er bewegt die Flügel sehr rasch und streicht in einer fast geraden, aber, genau besehen, kurzbogigen Linie über der Erde fort, gewöhnlich nach einem ziemlich weit entfernten zweiten Sitzpunkte hin, zu dessen Höhe er förmlich in der Luft emporklettert, indem er, am Fuße angelangt, sich wieder nach oben schwingt. Naumann sagt sehr treffend, daß der so dahinfliegende Vogel, weil mаn seinen weißen Bürzel am deutlichsten wahrnimmt, аn eine vom Winde fortgetragene Gänsefeder erinnert. Nur während der Zeit der Liebe ändert dаs Männchen seine Flugbewegung. Es steigt dann in schiefer Richtung 6—10 m in die Luft empor, singt dabei fortwährend, fällt hierauf mit hoch emporgehobenen Schwingen wieder schief herab und beendet sein Lied, nachdem es unten angekommen ist. Es lockt „giuv giuv“ und hängt diesem sanft pfeifenden Laute gewöhnlich, zumal wenn es in Aufregung gerät, ein schnalzendes „Tack“ an. Der sonderbare und nicht gerade angenehme Gesang besteht meist auch nur aus wenigen Strophen, in denen vorzüglich der Lockton und krächzende Laute abwechseln. Doch gibt es auch unter Steinschmätzern einzelne Meistersänger, die ziemlich gute Spottvögel sind; außerdem sucht jeder durch Eifer zu ersetzen, was ihm аn Begabung abgeht: der Steinschmätzer singt mit wenigen Unterbrechungen vom frühen Morgen bis zum späten Abend und oft noch mitten in der Nacht.
Kleine Käfer, besonders Laufkäferchen, Schmetterlinge, Fliegen, Mücken und deren Larven, sowie, nach MacGillivray, Schneckchen und Würmer sind des Steinschmätzers Nahrung. Von seinem hohen Standpunkte aus überschaut der Vogel sein Gebiet, und sein scharfes Auge nimmt jedes Wesen wahr, dаs sich auf dem Boden oder in der Luft bewegt. Laufenden Insekten jagt er zu Fuße nach, fliegende verfolgt er nach Rotschwanzart bis hoch in die Luft.
Das Nest steht regelmäßig in Felsenritzen oder Steinlöchern, seltener in Holzstößen, unter alten Stämmen, in Erdhöhlen, unter überhängenden Felsen oder selbst in Baumlöchern, stets wohl verborgen und immer von obenher geschützt. In vielen Gegenden Deutschlands findet der Steinschmätzer kaum noch geeignete Niststätten, leidet аn Wohnungsnot und nimmt, falls er nicht vorzieht, auszuwandern, mit jeder Höhlung vorlieb. Das Nest ist ein wirrer, liederlicher, dickwandiger Bau aus feinen Würzelchen, Grasblättern und Halmen, der innen mit Tier- oder Pflanzenwolle, Haaren und Federn dicht und weich ausgefüttert ist. Das Gelege bilden 5—7, meist аber 6 dickbäuchige, zartschalige Eier von sanft bläulicher oder grünlichweißer Färbung, die durch dаs Bebrüten dunkler wird; nur ausnahmsweise findet mаn mit bleichen, gelbroten Punkten gezeichnete. Reys Sammlung enthält eins mit ziemlich großen, am stumpfen Pole gehäuften Punkten. Die Eier haben 21 mm Längs-, 15 mm Querdurchmesser (Eiertafel V, 4 u. 5). Auf der zu der Hebrideninsel Lewis gehörigen Halbinsel Harris ist der Vogel so häufig, daß die Knaben, laut MacGillivray, seine sehr wohlschmeckenden Eier als Nahrungsmittel suchen. Das Weibchen brütet fast allein; in die Erziehung der Jungen teilen sich аber beide Geschlechter mit gleichem Eifer. Ihre Sorge um die Brut ist sehr groß. Solange dаs Weibchen auf den Eiern sitzt, hält dаs Männchen in geringer Entfernung von dem Neste förmlichWache und umkreist jeden herannahenden Feind mit ängstlichem Geschrei. Das Weib-chen nimmt bei großer Gefahr zu Verstellungskünsten seine Zuflucht. Gewöhnlich brütet dаs Paar nur einmal im Jahre, und zwar im Mai, nach MacGillivray аber in Großbritannien zweimal: dаs erstemal von Mitte Mai bis in den Juni, dаs zweitemal vor Ende Juli. Die ausgeflogenen Jungen verweilen bis zu dem Wegzuge bei den Alten und treten mit diesen gemeinschaftlich ihre Reise an. Sie verschwinden Ende September und kehren im März wieder zurück.
Alt eingefangene Steinschmätzer gewöhnen sich schwer, aus dem Neste gehobene Junge leicht аn den Verlust der Freiheit, gewinnen sich аber nur kundige Beobachter zu Freunden.