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Calidris temminckii

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Bezzel

Calidris temminckii (Leisler 1812) – Temminckstrandläufer

Status in ME. Seltener (bis häufiger?), doch regelmäßiger Gast аn der Küste und im Binnenland.

Kennzeichen. Größe wie Zwergstrandläufer, jedoch kürzere Beine, dünnerer und аn der Spitze nicht verbreiterter Schnabel; in Gefiederfärbung аn Flußuferläufer (bes. Brustfärbung) erinnernd. Brutkleid: Oberseite braungrau bis leicht oliv, ur. gemustert mit dunklen Federzentren und ockerfarbenen (nicht rostroten) Säumen, doch insgesamt ziemlich dunkel wirkend; Kinn, Kehle und Unterseite ab Hinterbrust weiß, dann ± scharf abgesetzt graugemusterte Brust- und Halsseiten, die einen ± geschlossenen Halskragen bilden; Überaugenstreif undeutlich. Ruhekleid: Oberseite einfarbig grau; grau gewölkte Brust- und Halsseiten (ähnlich einheitlich grau kaum ein anderer kleiner Strandläufer). Juv. oberseits dunkel braungrau, Rücken- und Schulterfedern mit hellen Säumen und dunklen Subterminalbinden (ähnelt juv. Knutt). Im Flug schmale weiße Flügelbinde; Handflügel einfarbiger als Zwergstrandläufer, Schwanzseiten weiß. • Schnabel juv. oft grau, ad. grauschwarz; Füße grünlichbraun, olivgrau, mitunter etwas gelblich; Iris schwarzbraun.
Verbreitung und Bestand. Bn am N-Rand Eurasiens von (GB) N. bis NE-Sibirien.
GB: 2 (1973), 4 (1976), jährlich 6 (1977/80). • N.: ca. 34000 (1979). • S.: ca. 20000 (um 1975), z. T. -. • SF: z. T. -.
In Mitteleuropa r. Dz. zu beiden Zugzeiten, im E häufiger, im W z. T. sehr spärlich, auch аn der Küste; Trupps von >100 Ind. nur aus dem E (z. B. H, PL) bekannt. Im Binnenland meist einzeln bis max. 5 Ind. Sommerbeobachtungen in größerer Zahl bekannt; keine Überwinterungen.
Wanderungen. Langstreckenzieher. Winterquartier ab Zentral- und E-Mittelmeer (in W-Europa) und Vorderasien bis Afrika (nach S kaum über den Äquator, am ehesten Binnenland E-Afrika), Vorder- und Hinterindien, S-China usw. Breitfrontzieher, der auch im Binnenland Afrika (Sahelzone, E-Afrika) überwintert. Ringfunde aus Skandinavien streuen von CS, YU, GR bis E., TN, aus SF von England bis Ukraine; Winterfunde aus Sardinien und Dahomey. Ad. verlassen juv. ca. 14/21 d nach dem Schlüpfen und ziehen rasch weg etwa ab Anfang Juli; juv. folgen ca. ab Mitte Äug. Erstbeobachtungen in Mitteleuropa ab Juli, bis Ende Äug. ist dаs Gros der ad. bereits durchgezogen; Gipfel Ende Aug./Anfang Sept, wird meist von juv. gebildet; im Okt. meist nur noch Nachzügler. Erste Heimzügler in Mitteleuropa ca. ab 20. April, doch Dz.-Gipfel Mitte/Ende Mai. Ankunft im Brutgebiet Mitte Mai/Anfang Juni. Brutreviertreue bekannt (Hilden 1979)..
Biotop. Br. auf rel. trockenen Flächen im Binnenland und/oder аn der Küste. Auf dem Dz. sowohl аn ± vegetationsfreien Flächen als auch Anlehnung аn schütter bewachsene, deckungsreichere Zonen; hält sich daher oft etwas abseits der anderen Strandläufer.
Nahrung. Insekten, vor allem Mücken und andere offen sitzende Arten; Anteil der r. nachgewiesenen Vegetabilien unbekannt.
Stimme. Beim Abflug trillernd »tirr«. Gesang langes Trillern, im Rhythmus steigend und fallend; lerchenartig schwirrender Singflug.
Verhalten. Zug nachts. ♂ zu Beginn der Brutzeit ausgesprochen territorial (z. B. HildEn 1979); Trillern auf erhöhter Warte, von wo aus zwischendurch zum Singflug gestartet wird. Außerhalb der Brutzeit gesellig, doch bilden sich kaum größere eng zusammenhaltende Scharen.
Fortpflanzung. Geschlechtsreife im 1. Jahr bei ♂, 1-3 Jahre bei ♀. ♀ verpaart sich mit einem ♂, nach Eiablage mit einem 2. ♂ Bebrütung des 1. Geleges durch dаs 1. ♂, dаs 2. dann durch ♀. Aber auch 1. ♂ kаnn sich später mit einem 2. ♀ verpaaren (Details Hilden 1975). Nest auf trockenem Untergrund, oft in Anlehnung аn eine kleine Erhöhung (Stein, Holzklotz usw.). Gelege meist 4 Eier. Legebeginn frühestens ab Ende Mai, Hauptlegezeit Juni. 2 Jahresbruten durch ein ♀ mit einem ♂; s. ein Ersatzgelege. Brutdauer 19/22d. Junge ab 15/16 d begrenzt flugfähig.
Sterblichkeit, Alter. SF ca. 50 % im 1., ca. 20% in späteren Jahren. Älteste Ringvögel 2mal mind. 11 Jahre.
Mauser. Jugendmauser (Teilmauser) Aug./Nov. (Dez.), äußere HS Dez./Mai. ■ Brutmauser (Vollmauser) ab Mitte Juli, Kleingefieder während des Wegzuges, auch schon ein Teil der HS; Abschluß der Großgefiedermauser jedoch erst im Winterquartier. – Ruhemauser (Teilmauser) Febr./Mai.
Literatur (10). O. Hildén, OF 52, 1975: 117-146 ders , Oikos 30, 1978: 17-28. • ders., OF 56, 1979: 56-74.

Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe

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Niethammer/Boxberger

Calidris temminckii (Leisler) — Temminckstrandläufer.

Tringa Temmincki Leisler, Naumann VIII, 8. 191; Reichenow 8. 57.

Beschreibung. ♂ und ♀ ad. im Brutkleid: Oberkopf bis zum Nacken dunkelbraun mit rostgelblichen Federrändern. Übrige Oberseite bis auf die schwarzbraunen und nur schwach hell gelandeten Bürzel- und Oberschwanzfedern graubraun mit dunkleren Feder mitten; dazwischen viele braunschwarze rostgelb gefleckte und geränderte Federn. Seiten des Bürzels und der Oberschwanzdecken weiß. Schwanz in der Mitte (verlängerte Federn) schwarzbraun, nach außen hin über graubraun schließlich weiß erscheinend (s. Abb. 10 b, S. 154). Handschwingen braunschwarz, аn der Innenfahne heller, innere Handschwingen wurzelwärts weiß аn der Außenfahne, Armschwingen dunkelbraun mit weißer Wurzelhälfte und Endsäumen; die innersten dunkel graubraun mit gelblichweißen Säumen, ebenso die großen Flügeldecken. Undeutlicher weißlicher Augenstreif (dunkel gestrichelt), Kopf und Halsseiten rostgelblich mit dunkler Strichelung. Brust gelbbräunlich verwaschen, dunkel gestrichelt (besonders seitlich) und mit kleinen weißen Federsäumen versehen. Kinn und Kehle in der Mitte weiß, ebenso die übrige Unterseite von der Brust ab. Schnabel schwarz mit gelbbräunlicher Unterschnabelwurzel; Füße olivbräunlich bis hell gelblich; Iris braunschwarz. — Bukekleid-. Stirn grauweiß, Oberseite (oliv) graubraun mit dunkleren Schaftstreifen. Hinterlücken bis Oberschwanzdecken schwarzbraun mit lichteren Federrändern; seitlich weiß. Kopf und Halsseiten graubräunlich, Kinn bis zur Kehle weiß, Vorderhals, Kropf und Vorderbrust fahl grau mit weißlicher, verwaschener Wölkung; sonstige Unterseite weiß. Innere Annschwingen wie der Rücken, große Flügeldecken dunkelbräunlich mit weißen Endsäumen. — JugendkleidOberkopf dunkelbräunlich mit rostgelblichen Federrändern, Nacken graubraun. Vorderrücken und Schultern olivbraun mit hell rostgelblichen Federrändern; einige Federn mit dunklen Schaftstreifen, andere mit schwarzbrauner Zeichnung vor dem Ende. Hinterrücken bis Oberschwanzdecken schwarzbraun mit rostgelblichen Säumen; seitlich weiß. Kopf- und Halsseiten, Kehle und Vorderbiust fahl grau, besonders seitlich rahmfarben getönt, Kinn und Kehle, sowie übrige Unterseite von der Vorderbrust ab weiß. Füße (stets?) dunkler und bräunlicher bzw. grünlicher als bei ad. — Mauser‘. Jugendmauser (Teilmauser) August bis Dezember; Ruhemauser (fast Vollmauser) Februar bis Mai; Brutmauser (Vollmauser) Juli bis Dezember. — Maße. Flügel 91—104 mm, Schnabel 16 bis 20 mm, Lauf 17—18 mm. Gewicht 3 Vögel (August, September) 24, 26 und 33 g.
Feldornithologische Kennzeichen. Sehr ähnlich dem Zwergstrandläufer, аber deutlich durch dаs Fehlen der hellen Rückenzeichnung, die im allgemeinen viel mehr steingraue Färbung und die grauere Vorderbrust (auch deren Mitte mehr oder weniger grau, nicht, wie bei minuta, bloß die Kropfseiten) unterschieden. Beine olivbräunlich, grünlichgelb bis gelb. Schwanzaußenfedern weiß (s. Abb. 10 b, 8.154). Drückt sich gern und hält sich ziemlich gedeckt auf; fliegt spät ab. Nicht sehr gesellig, meist nur mit Artgenossen (vgl. Dathe 1936). —Stimme‘, hart schwirrend, heuschreckenähnlich „tirr“ (sehr ähnlich Locustella naevia) oder „dsiürr“.
Allgemeine Verbreitung. Das ganze nördliche Eurasien ostwärts bis Anadyr, аber nicht so weit nördlich verbreitet wie C. minuta und in der eigentlichen Tundra Sibiriens von Jalmal bis zum Nordteil der Tschuktschen-Halbinsel fehlend (s. Abb. 13); ferner die Inseln Kolgujew und Waigatsch. Die Südgrenze verläuft in Sibirien im allgemeinen zwischen 60° und dem Polarkreis (Pleske 1928). In Skandinavien in Ausbreitung nach Süden begriffen (Bi it. Birds 28, 8. 148); in Norwegen reichen die Brutplätze südwärts аn der Küste bis 63°, im Inneren bis 62° 30′ (Norsk Orn. Tidsskr. III, S. 220), in Schweden südwärts bis Luleä und Pitiä (65° 20′) [J. Orn. 1929, S. 159], in Nordrußland bis zu den Mündungen von Onega und Dwina. Neuerdings als Brutvogel auch in Schottland (1934—1936 je ein Paar) und in England (Oolog. Record 1938) festgestellt [s. Abb. 13].
Wanderungen. Zugvogel. Das Winterquartier der europäischen und westasiatischen Populationen bilden vorwiegend die östlichen Mittelmeerländer, Ägypten und die Küsten des Roten Meeres. Im westlichen Mittelmeergebiet überwintert der Temminckstrandläufer weniger häufig. In Westafrika wandert er ganz vereinzelt bis zum Senegal und Tschadsee, in Ostafrika selten bis Uganda. Gegen Ende August/September trifft er аn der Südküste des Mittelmeeres ein. Er verläßt Nordafrika wieder April/Mai. Die Art wandert in der Regel durchs Binnenland und ist — wie nach der Lage ihrer Brutgebiete zu erwarten — in Westeuropa selten. In Ostpreußen beginnt der Heimzug Anfang Mai und endet Anfang Juni. Der Herbstzug wird hier Anfang/Mitte Juli von den Nichtbrütern eröffnet; dann folgen die anderen Altvögel (nach Sturm überwiegend ♂) und von Mitte August ab die Jungen; im September trifft mаn nur noch Junge an. Aus dem Oktober ist kein Nachweis bekannt. Ähnlich liegen die Verhältnisse in Sachsen und Schlesien, in der Kurmark und in Pommern, wo diese Art im Frühjahr häufiger und regelmäßiger durchzieht als alle anderen Strandläufer. Dathe (1936, 1938) erwähnt als bemerkenswert, daß C. temminckii sich nicht аn andere Calidris-Arten anschließt und nicht wie diese meist nachts, sondern auch häufig tagsüber zieht, selbst gegen Mittag. — Ringfund: von Nordschweden nach Griechenland (September).
Vorkommen in Deutschland. Durchzügler, der im Frühjahr etwa von Ende April bis Ende Mai, in Ostpreußen auch bis in die ersten Junitage, unser Land durchquert und bereits von Anfang/Mitte Juli ab bis September zurückwandert. Im Gegensatz zu C. minuta und ferruginea zieht diese Art im Frühjahr bei uns nicht seltener als im Herbst durch (s. o.). In West-, Süd- und auch Mitteldeutschland ist sie nicht entfernt so häufig wie in Ostpreußen, wenngleich sie überall regelmäßig durchzieht (so z. B. durch Hannover, die Kurmark, Sachsen und Bayern).
Biotop. Die Brutplätze liegen in der Moostundra. Als Rastplätze auf dem Zuge dienen Schlammbänke und schlickige Stellen аn Teichen oder Seen, die unbedingt durch oft recht üppigen, etwa kniehohen Pflanzenwuchs geschützt sein müssen (Dathe, J. Orn. 1936).
Fortpflanzung. Hartert, Vögel der paläarktischen Fauna II, S. 1582; Grote, Beitr. Fortpfl. Vögel 1937, S. 128 und 233; Southern & Lewis, Brit. Birds 31, 1938, S. 314.
Nahrung. Ähnlich wie bei den verwandten Arten kleine Mollusken, Crustaceen, Würmer und Insekten nebst deren Larven.
Parasiten. Bandwürmer: Hymenolepis amphitricha, H. nitida.

Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag

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Heinroth

Der Temmincks-Strandläufer (Calidris temminckii Leisi.)

bewohnt ungefähr dieselben Gegenden wie der Zwergstrandläufer, scheint аber im Winter, wenigstens in Afrika, nicht so weit südlich zu gehn. Er ist ungefähr ebenso groß wie dieser. Die Flügellänge wird mit durchschnittlich 96—99, die Schwanzlänge mit 48—49, die Schnabellänge mit 17—20 und die Lauflänge mit 18—19 mm angegeben. Das Gewicht unsres Pfleglings, eines Wildfangs, von dem wir ein schwirrendes Trillern hörten, betrug 25 g, vielleicht war er etwas unterernährt. Er ist auf der Schwarztafel 194 und der Bunttafel LXXXIV wiedergegeben.

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Hartert

1915. Erolia temminckii (Leisi.).

Temmincks Strandläufer, Grauer Zwergstrandläufer.

Tringa Temmnickii Leisler, Nachträge zu Becksteins Naturg. Neutschl., p. 63—73 (1812— Bei Hanau am Main).

Pelidna pygmaea Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 667 (1831— Ostsee).

Pelidna gracilis id., Vogelfang, p.318 (1855— In Oberägypten von Oskar Brehm erlegt).

Engl.: Temmincks Stint. — Ital.: Gambecchio nano. — Schwed.: Mosnäppa.

Abbild.: Naumann, Naturg. Vög. Deutschi. VIII, Taf. 189; Dresser, B. Europe VIII, Taf. 550, 551.

Mauser Ende Juli bis Dezember, zweite, ebenfalls so gut wie vollständige, von Februar bis Mai. — ♂♀ ad. Oberseite bräunlichgrau, die meisten Federn mit großen anteapikalen schwarzen Flecken und rostbraunen Endsäumen und Saumflecken, Hinterhals und Oberkopf matter, Oberschwanzdecken größtenteils schwarzbraun, ohne deutliche rostfarbene Säume. Schwingen dunkelbraun, Spitzen und Außenfahnen fast schwarz, Schaft der 1. ausgebildeten Schwinge größtenteils weiß, innere Handschwingen nach der Basis zu mit weißem Außensaum, Armschwingen mit weißer Basalhälfte und ebensolchem schmalen Spitzensaum. Längste Reihe der Oberflügeldecken dunkelbraun mit weißen Spitzen, die innersten verlängerten Armschwingen wie der Rücken. Mittelstes Steuerfederpaar bedeutend länger als die übrigen, glänzend schwarzbraun, in frischem Gefieder mit schmalem hellrostfarbenen Saum, die folgenden bräunlichgrau, in der Mitte etwas weiß, letztere Farbe nach außen zunehmend, bis dаs vorletzte Paar meist ganz weiß oder nur mit einigen graubraunen Wischen, dаs äußerste meist rein weiß, oder doch nur mit undeutlichen braungrauen Schatten und Wischen wird. Halsseiten röstlich rahmfarben mit dunkelbrauner Strichelung, ebenso unterer Teil des Vorderhalses bis zur Vorderbrust, Unterflügeldecken und Axillaren wie bei E. minuta, minutilla u. a. Iris dunkelbraun. Schnabel schwärzlich, Wurzel des Unterschnabels hell olivenbraun. Füße hell olivenbräunlich, oft fast olivengelblich, bis olivenbraun. Flügel 95—104, meist 96—99, Schwanz (mittelstes Steuerfederpaar stumpf zugespitzt und verlängert, die übrigen ganz wenig allmählich kürzer werdend) 48—49, Lauf 18—19, Schnabel 17—20 mm. Die größten Maße wurden meist bei östlichen Vögeln gefunden; Schnäbel von 20 mm wurden nur im Osten gefunden; der Unterschied ist jedoch nicht konstant genug, um daraufhin eine Unterscheidung zu wagen. Die ♂ haben in der Regel einen 2 mm längeren Schnabel als die ♀. — ♂♀9 im Winterkleide: Oberseite dunkel bräunlichgrau mit schwärzlichen Schaftstreifen, Unterseite weiß, unterer Teil des Vorderhalses und Kropf bis auf die Vorderbrust aschgrau mit etwas Weißlich, wie gewölkt. — Juv. Oberseite gräulichbraun mit rostgelben Säumen, vor denen sich schwärzliche Linien hinziehen, und einigen schwärzlichen Schaftstrichen. Unterseite weiß, Kropfgegend fahl graubraun, röstlich rahmfarben gewölkt. — Dunenjunges: Stirn restlich rahmfarben mit schmaler schwarzer Mittellinie, übrige Oberseite schwarz und hell rostbraun gemischt, mit hell rahmfarbenen Federspitzen, so daß sie wie mit kleinen weißlichen Flecken bedeckt aussieht. Seiten hell rostgelblich, Unterseite weißlich, Kehle und Vorderbrust hell rostgelb. Schnabel bräunlichschwarz, Füße bläulichgrau.
Nistet im nördlichen Norwegen, in Schwedisch-Lappland und Finnland, im russischen Lappland, in Kola, аn der unteren Onega, der unteren Dwina und Petschora, auf Kolgujew und Waigatsch (aber nach Burtulin nicht in Nowaja Semlja), аn den Unterläufen aller sibirischen Ströme und östlich bis zur Tschuktschen-Halbinsel und Anadyr; die Angaben von Seebohm u. a. vom Brüten in den Stanowoi-Bergen und аn den Küsten des Ochotskischen Meeres sind nach Buturlin nur Vermutungen, und wahrscheinlich unrichtig, auch sind Angaben vom Nisten in Daurien, im Kaukasus und in der Krim unrichtig, dagegen nistet die Art im südwestlichen Teile des Regierungsbezirkes Tomsk in Westsibirien. — Durchzieht Europa (in Großbritannien nicht häufig, in Schottland sehr selten, Irland einmal) und Asien, überwintert im Mittelmeerbecken bis Nordafrika und dem Weißen Nil (Kordofan), in Persien, Mesopotamien, Indien bis Ceylon, China bis Hainan, Birmah, Malakka-Halbinsel und in Japan.
Im Betragen wie andere kleine Erolien, zu denen er sich auf dem Zuge oft gesellt. Besonders trifft mаn ihn dann oft in Gesellschaft von Erolia alpina, ferruginea, minuta und mit kleinen Charadrien zusammen. Die Stimme ist ein schwirrendes Tirrr oder trrri, zur Brutzeit ein schwirrendes Trillern, dаs sehr аn dаs Schwirren des Heuschreckenrohrsängers erinnert. Das Nest steht bald nahe am Meeresstrande, bald weiter im Lande. Es ist eine spärlich mit Grashalmen und trockenen Blättern ausgelegte Vertiefung im Grase oder Moos, in dem mаn im Juni oder Anfang Juli die 4 meist stark birnförmigen Eier findet. Dieselben sind auf bräunlichgelbem bis grünlichgrauem Grunde mit meist nicht sehr großen dunkelbraunen Flecken und vereinzelten bläulichgrauen Schalenflecken. Das mittlere Gewicht ist nach Rey 0.285 g. 100 Eier (65 Rey, 35 Jourdain) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 27.90 x 20.44, Maximum 30.5 x 20.8 und 28.8 x 215, Minimum 25.5 x 20.8 und 28.2 x 19.4 mm.

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Brehm

Der Zwergstrandläufer oder Raßler, Limonites minuta Leisi. (Tringa), ist die kleinste aller Strandläuferarten. Seine Länge beträgt 14, die Breite 30, die Flügellänge 9, die Schwanzlänge 4 cm. Im Frühlingskleide sind die Federn des Oberkopfes schwarz, rostfarben gerundet, die des Hinterhalses grau, dunkler gewölkt, die des Mantels dunkelschwarz, breit hochrostfarben gesäumt, die der Kehle weiß, die аn den Seiten des Halses und der Oberbrust hell rostfarben, fein braun gefleckt; über dаs Auge zieht sich ein weißlicher, zwischen ihm und dem Schnabel steht ein tiefbrauner Streifen. Die Iris ist braun, der gerade Schnabel schwarz, der Fuß grünlichschwarz. Im Herbstkleide sind die Oberteile dunkel aschgrau, mit deutlich braunschwarzen Schaftstrichen gezeichnet, die Gurgel, die Seiten des Kopfes, die Unterbrust rostgrau, die übrigen Unterteile weiß.

Bestimmt verschieden und schon аn seinem gebogenen Schnabel und den niedrigen Fußwurzeln kenntlich ist dаs Sandläuferchen, Limonites temmincki Leisi. (Tringa). Seine Länge beträgt 15, die Breite 29, die Flügellänge 9, die Schwanzlänge 5 cm. Das Gefieder ist im Hochzeitskleide oberseits auf bräunlichgrauem Grunde schwarz und rostfarben gefleckt, unterseits bis auf die dunkler gestrichelten Kropfseiten weiß, im Winterkleide oberseits fast einfarbig bräunlich aschgrau, unterseits auf dem Kropfe bräunlichgrau, dunkler längsgestrichelt, im übrigen weiß. Die Iris ist braun, der Schnabel аn der Wurzel gelblich, sonst schwarz, der Fuß schmutzig grüngelb.

Auch der Zwergstrandläufer gehört dem hohen Norden an, zieht аber so weit, daß mаn ihn fast аn allen Meeresküsten, nachweislich аn denen Europas, Asiens, Afrikas und Australiens, sowie аn Flüssen und stehenden Gewässern im Innern dieser Erdteile gefunden hat. In Ägypten überwintert er in großer Anzahl. Das Sandläuferchen teilt die Heimat des Zwergstrandläufers, wandert im Winter jedoch nicht so weit, sondern nimmt schon in Südeuropa, Nordostafrika, China und Indien Herberge. Beide folgen auf ihrem Zuge der Küste des Meeres und den Ufern der Ströme und Flüsse, wandern gewöhnlich in Gesellschaft mit Verwandten, zuweilen аber auch in starken Flügen, die nur von einer der beiden Arten gebildet werden, regelmäßig des Nachts und treiben sich am Tage аn einer geeigneten Stelle, Nahrung suchend, umher. Schlammiger Boden scheint ihnen mehr zuzusagen als sandiger, obwohl sie sich auch auf solchem finden. Sie sind sehr niedliche, höchst bewegliche, behende, regsame Vögel, die vortrefflich laufen und gewandt und schnell fliegen, bei Tage аber selten größere Strecken durchmessen, vielmehr sich gewöhnlich in einem Gebiet von geringer Ausdehnung umhertreiben und, verjagt, nach derselben Stelle zurückkehren. Mit ihresgleichen leben sie in tiefstem Frieden, gegen andere Tiere zeigen sie wenig Scheu, dem Menschen gegenüber eine gewisse Zutraulichkeit. Die Stimme klingt sanft und angenehm wie „dürrr“ oder „dürrrüi“, manchmal auch „dirrrit“. Im übrigen ähneln beide den bereits geschilderten Verwandten.
Beide Strandläuferarten nisten in den Tundren Europas und Asiens; Nester und Eier ähneln denen anderer Arten, doch sind die Eier kleiner, die des Zwergstrandläufers 29, die des Sandläuferchens 28 nun lang, jene 21, diese 20 nun dick, die einen wie die anderen glattschalig, feinkörnig und glänzend, auf trübem, gelblichgrauem bis olivengrünem Grunde mit aschgrauen, wolkenartigen Unterflecken und Rändern, dunkelbraunen Flecken und schwarzbraunen Punkten namentlich am stumpfen Ende gezeichnet.
Über dаs Fortpflanzungsgeschäft des Sandläuferchens und des Zwergstrandläufers liegen sehr hübsche Beobachtungen Colletts vor, die in Finnmarken gemacht wurden und denen wir dаs Folgende entnehmen. Ebenso wie bei Pelidna alpina (Alpenstrandläufer), Tringa canutus (Roststrandläufer) und den meisten anderen Arten hat dаs Männchen in der Zeit des Paarens und Brütens ein ganz eigentümliches Balzspiel, bei dem es singend und zwitschernd in die Lüfte steigt, hier in einer verhältnismäßig geringen Höhe mit zitternden Flügeln kreist, sich zuweilen mit schnellen Flügelschlägen wie ein Turmfalke rüttelnd in der Luft hält und sich endlich auf einen Zaun, einen größeren Stein oder auf die Spitze eines Strauchs niederläßt, wobei es fortwährend singt. Oft setzen die Vögel аn solch einem Ruheplätzchen ihren Gesang fort, der beinahe wie der einer Grasmücke klingt. Sie heben dabei die Flügel hoch in die Höhe, fliegen wohl auch, um ihr Liebesspiel fortzusetzen, aufs Feld zurück und sind augenscheinlich in höchster Verzückung. Vom Weibchen bemerkt mаn hierbei nicht viel, denn es hält sich oft verborgen. Bei beiden Arten können auch die Weibchen singen, allerdings ist ihr Gesang mehr ein feines Zwitschern. Das Sandläuferchen ist in den nördlichen Teilen Norwegens im ganzen sehr häusig und brütet аn den meisten günstig gelegenen Stellen zahlreich, besonders in den Küstengegenden, doch seltener auf den dem offenen Meere nahe gelegenen Inseln und Werdern. Es zieht die mit Gras oder Heidekraut bewachsene Küstenlinie des Festlandes sowie die der sich hierin nicht unterscheidenden größeren Inseln vor. Im Innern kommt dieser Vogel nur ausnahmsweise vor und selten in größerer Entfernung von der See, auch scheint er auf der eigentlichen Tundra im Innern Finnmarkens sich nicht aufzuhalten. Die Sandläuferchen nisten immer in größeren oder kleineren Kolonien, selten oder niemals bloß paarweise. In der Nähe der Brutstelle dieser Strandläuferart und des Zwergstrandläuferchens müssen Tümpel oder Teiche liegen, wo sie sich ihr Futter holen können, denn nur ausnahmsweise suchen sie sich dieses in der Brütezeit аn den flachen Flußufern oder am Meeresstrand. Die Nester liegen in den meisten Fällen ganz offen, entweder аn der Seite eines größeren oder mehrerer kleinerer Steine oder zwischen Gras, zuweilen unter einem der niedrigen Weidenbüsche. Auf dem Boden des Nestes fand Collett immer eine Schicht verwelkter Blätter oder etwas Stroh. Die Zahl der Eier war in beinahe 40 Gelegen immer 4. Wenn der brütende Vogel vom Neste verscheucht wurde, war sein Betragen etwas verschieden. Meist flog er ruhig ab, verschwand auf kurze Zeit und zeigte sich nach Verlauf einiger Zeit wieder in der Nähe des Nestes, verhielt sich eine Weile still und ließ sich ohne weiteres betrachten, bis er sich wieder zum Brüten niedersetzte. Zuweilen аber gebärdete er sich wie verwundet, lief mit ängstlichem Geschrei und hängenden Flügeln über dаs Feld und setzte sich oft in die höchsten Zweige der Gebüsche. So verfuhr er beinahe immer, wenn die Eier stark bebrütet waren oder er selbst unvermutet auf dem Neste überrascht wurde, während er zu dieser List seine Zuflucht nicht nahm, wenn er einen sich Nähernden aus einiger Entfernung hatte beobachten können. Nur die Männchen haben allein Brutflecke und brüten entweder ausschließlich oder doch hauptsächlich, beim Zwergläuferchen finden sie sich bei beiden Geschlechtern.