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Xenus cinereus

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Bezzel

Xenus cinereus (Güldenstädt 1774) – Terekwasserläufer

Status in ME. Sehr seltener Gast (7), unregelmäßig.

Kennzeichen. Größe ähnlich Bruchwasserläufer; dünner Schnabel fast doppelt so lang wie Kopf, etwas aufwärts gebogen; rundlicher Kopf mit rel. hoher Stirn; Beine rel. kräftig und kurz. Prutkleid: Oberseite einschließlich Bürzel, Oberschwanzdecken und ST hell bräunlichgrau; bes. am Vorderrücken und аn Schultern schwarze Schaftstriche, die sich ± deutlich zu zwei breiten V-förmigen schwarzbraunen Schulterstreifen zusammenfügen; Unterseite weiß, Hals und Vorderbrust deutlich längsgestrichelt. Ruhekleid: Oberseite ± einfarbig hellgrau; Längsstrichelung auf der Unterseite verwaschen Juv. einfarbiger graubraun mit rostfarbenem Anflug; schmäleren und kürzeren Schulterstreifen. Im Flug weißer Flügelhinterrand im Bereich der AS und inneren HS. Körperhaltung meist ± horizontal, leichte Beugung im Intertarsal- gelenk und dadurch geduckt wirkend. Bei Erregung Schwanzwippen und Kopfnicken • Schnabel juv. braun bis schwärzlich mit gelblich aufgehellter Basis, ad. am Brutplatz schwarz, außerhalb Basis gelblich; Füße juv. gelblich, ad. orange; Iris dunkelbraun.
Verbreitung. Br der borealen Zone vom E der baltischen Gebiete der SU bis E-Sibirien; einige ± isolierte Brutplätze im W der SU (z. B. Dnjepr) sowie im N des Bottnischen Meerbusens in SF. In Mitteleuropa max. 8 аn einem Ort.
SF: r Br. seit 1957,3 (1963) 9-10 (1964/65), > 15(1975), ca. 38 (1980) N.: Br 1967. – CH: 1839, 1875, 1878, 1975 B: 1973. • NL: 1963, 1971/74, 1979. D: Schl.-Holst. 1972, 1973; Nds. 1843, 1920, 1965, 1967, 1969, 1972, 1974, 1981; Westf. 1981; Ba.- Wü 1835,1972; Bay. 1884,1972,1976/78, 1980. • DDR: 1962, 1963, 1968, 1970/73, 1976,1979. • PL: 1910,1921,1964,1970 (8 Ind.), 1972. • CS: 1962, 1979. • H: 1934, 1936, 1941, 1947, 1959, 1969, 1974. – S.: bis 1982 41 Ind. N.: bis 1975 1 • DK: bis 1976 6 x. – GB: bis 1983 22 Ind. FR: bis 1975 24 x. E.: bis 1975 1. • I: bis 1975 24 x.
Wanderungen. Langstreckenzieher; Winterquartier Küsten des tropischen Afrika bis Kapland, S-Küsten Asiens von Arabien bis Hinterindien, Sundain- seln, Neuguinea, Australien. Ringfunde: Br. SF-S-F (♀ 2 x!), SF-Rügen; S-Afrika-Komi ASSR (12700 km NE). Binnenlandnachweise im Winterquartier s., doch in Eurasien ausgesprochener Breitfrontzieher. In Europa fast überall einzeln nachgewiesen. Ab Anfang Juli bereits allmählicher Abzug von den Brutplätzen; Abzug dort mit den juv. im Sept, beendet. Im Sept, treffen auch die ersten bereits im S Afrikas ein. Heimzug ab Ende März bis Ende April/Anfang Mai (Waltner & Sinclair 1981), in den Mittelbreiten Mai wichtigster Dz.-Monat. Ankunft аn den Brutplätzen Ende Mai/Anfang Juni. Nachzügler auch in Mitteleuropa bis Juni; r. Übersommerungen in Afrika (Winterquartiertreue, Waltner & Sinclair 1981).
Biotop. Br. in den Flußtälern in ähnlichem Biotop wie Flußuferläufer auf Überschwemmungsflächen von Flüssen und flußnahen Zonen der Auen, аber auch auf Schwemmlandböden von Stauseen, küstennahen Inseln und Überschwemmungs- bzw. Brachflächen im Kulturland. Im Winter аn Flachküsten oder Lagunen auf Schlick oder in der Mangrove, auch аn Salinen und flachen Teichen (bes. auf dem Dz.) und in der geröllreichen Flußaue.
Nahrung. Brutplatz Insekten (bes. Zuckmücken), аber auch Sämereien. Im Winterquartier neben Insekten vor allem kleine Crustaceen.
Stimme. Ruf im Fliegen wie im Stehen weich »hühühühü …«; bei Erregung härterer Anlaut und mehr »i«. etwa »güp güp güp…« oder »tititi«. Gesang trillernd und mit Pfeiflauten.
Verhalten. Erinnert in der Bewegung am Boden аn Flußuferläufer; jedoch rascher. Am Brutplatz territorial; bei Nahrungssuche auf dem Zug Einzelgänger, sonst auch Truppbildung
Mauser. Jugendmauser (Teilmauser) ab Sept., doch individuell unterschiedlich; im Winterquartier Teilmauser der Schwingen (Waltner & Sinclair 1981). • Brutmauser (Vollmauser) Aug./Jan. mit offenbar größerer zeitlicher Variation Ruhemauser (Teilmauser) Febr./Mai.
Literatur (4). M Waltner & J. C. Sinclair, Proc. Symp Blrds Sea & Shore Cape Town 1981: 233-266.

Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe

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Niethammer/Boxberger

Terekia cinerea (Güldenstädt) — Terekwasserläufer.

Terekia cinerea Güldenst., Naumann IX, S. 105; Reichenow S. 59.

Beschreibung. ♂ und ♀ ad. im Brutkleid: Oberseite graubraun, auf den Schulterfedern schwarzbraune Schaftstreifen. Bürzel und Oberschwanzdecken mit dunkelbraunen Bändern. Mittlere Schwanzfedern braun, äußere heller. Stirn weißlich. Handschwingen schwarzbräunlich, ebenso die inneren kleinen und großen Flügeldecken (diese mit weißen Endsäumen). Innensaum der Handschwingenwurzel und Endteil der Armschwingen weiß; nur die innersten wie die Schultern. Unterseite weiß, Kopf- und Halsseiten, sowie (gröber) Brust dunkelbraungrau gestrichelt und gefleckt. Schnabel schwärzlich, аn der Wurzel graugelblich bis blaß orange; Füße blaß orangegelblich; Iris dunkelbraun. — Ruhekleid-. Die schwarzen Schaftstriche auf den Schultern nur schmal, sonst ähnlich wie im Brutkleid. — Jugendkleid: Oberseite erscheint mehr rostbräunlich, besonders durch die Federsäume. Die Schaftstreifen auf den Schulterfedern breit und fleckenartig. Kropf verwaschen grau, nicht deutlich gefleckt. Sonst fast wie im Brutkleid. — Mauser: Jugendmauser (Teilmauser) September bis Januar; Ruhemauser (Teilmauser) Februar bis Mai; Brutmauser (Vollmauser) August bis Januar. — Maße: Flügel 126—141 mm, Schnabel 43—52 mm; Lauf 25—28 mm. Gewicht: 1 Vogel (August) 78 g (Schüz).
Feldornithologische Kennzeichen. Sehr ähnlich dem Flußuferläufer, аber Schnabel bedeutend länger und etwas aufwärts gekrümmt, gelbe Beine recht niedrig, Bürzelseiten weiß, ebenso eine Flügel binde am Hinterrand des ausgespannten Flügels. Oberseite graubraun oder rötlichgraubraun (juvj mit dunklen Streifenflecken auf den Schultern. Unterseite vom Kropf ab weiß. — Stimme: rein, melodisch, „kuwitrüü, kuwitrüü“, auch weicher und sanfter; ferner sanft klagend „haiaaa haiaaa haiaaa“ (Pallas). Warnruf „dick dick . . .“
Allgemeine Verbreitung. Westküste Finnlands (sehr spärlich, nur 2 Brutplätze): bei Gamla Karleby (2 Gelegefunde 1884) und аn der Mündung des Flusses Pyhäjoki (Gelegefunde 1894, 1895 und 1913) [Palmgren briefl.]. Vom Tal der Onega, dem Dwina-Delta und vom 68.“ аn der Petschora südwärts bis Orenburg, in den Regierungsbezirken Ufa, Kasan, Samara, Simbirsk, Pensa, Rjasan und vielleicht Nowgorod; in Asien nördlich bis etwa zum 67.“ am Ob, 70.“ am Jenissei, 68.“ аn der Kolyma, südlich noch am südlichen Baikalsee (Stegmann 1936).
Wanderungen. Zugvogel, der nach Südasien, dem indo-australischen Archipel, Australien und Tasmanien zieht, z. T. jedoch auch die Seychellen, Madagaskar und Flußmündungen und Schlammbänke längs der afrikanischen Ostküste bis zum Kapland sowie Südwestafrika als Winterquartier aufsucht (vermutlich auf dem Wege über Persien—Südarabien). Bei Sansibar erscheinen die ersten Mitte September, und im Kenya-Gebiet wurden einzelne noch im April festgestellt. — In Finnland und den Baltischen Staaten bis auf einen Herbstnachweis (Juli 1936 am finnischen Meerbusen) nur im Frühling beobachtet (Mai/Juni); Erstnachweis in Schweden Ende April 1934 (Lönnberg). Weiter westlich nur als Irrgast: so Deutschland 8, England 7, Frankreich 3—4, Schweiz einige, Italien 4, Ungarn 1.
Vorkommen in Deutschland. Achtmal in Deutschland erbeutet: 1 am Oberrhein in der Sammlung Däublin in Efringen (Baden) [angeblich wurde vorher ein weiteres Stück am Bodensee erlegt (v. Kettner)]; Herbst 1843 bei Vechelde, Braunschweig (J. H. Blasius 1853); 1884 bei Neuensee, Coburg, von Brückner bestimmt; im Herbst (Jahr?) bei Radewege, Mark (Schalow); 30. April 1910 ♂ am Niedersee, Kr. Schlawe, Pommern (Reichenow 1910); 28. Juli 1920 ♂ bei Hedwigsburg, Braunschweig (Lübbecke 1927); 15. August 1936 1 ad. am Frischen Haft‘; 25. August 1936 1 ad. bei Pillkoppen, Ostpreußen (Orn. Mber. 1936, S. 158). Einmal beobachtet: August 1921 am Werbener Pfuhl, Pommern (Robien 1923).
Biotop. Schlammige Uferbänke und bebuschte Überschwemmungsgebiete аn Flüssen, Sümpfen und Seen in Wäldern (Weiteres Grote, J. Orn. 19.38, 8. 458).
Fortpflanzung. Grote, Beitr. Fortpfl. Vögel 1932, S. 156; J. Orn. 1938, S. 459—463.
Nahrung. Kleine Mollusken, Crustaceen usw. der Schlammbänke.
Parasiten. Federlinge: Degeeriella fulvofasciata.

Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag

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Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1952. Terekia cinerea (Güld.).

Terek-Wasserläufer, Graue Uferschnepfe.

Scolopax cinerea Güldenstadt, Nov. Comm. Petrop. XIX, p. 473, Taf. 19 (1774— Küste des Kaspischen Meeres).

Scolopax Terek Latham, Ind. Orn. II, p. 724 (1790— Neuer Name für Scol. cinerea).

Totanus javanicus Horsfield, Trans. Linn. Soc. London XIII, p. 193 (1821— Java).

Scolopax sumatrana Raffles, t. c., p. 327 (Sumatra).

Fedoa Terekensis Stephens, Shaws Gen. Zool. XII, 1, p. 83 (1824— Neuer Name für Scol. cinerea).

Limosa recurvirostra Pallas, Zoogr. Rosso-Asiat. II, p. 181 (1827— Neuer Name für Scol. cinerea).

Limicola indiana Lesson, Tratte d’Orn., p. 554 (1831— Indien und Tasmanien).

Totanus terekius Seebohm, Geogr. Distr. Charadr., p. 369 (1888— Neuer Name für Terekia cinerea).

Terekia cinerea australis Mathews, Austr. Av. Rec. III, p. 70 (1917— Basiert auf B. Austr. III, p. 221 — nicht 226! — und Taf. 154, Typus Melville Island, N. Australien. L. c. аber keine genaue Beschreibung des Winterkleides).

Abbild.: Dresser, B. Europe VIII, Taf. 572; „Neuer Naumann“ IX. Taf. 9.

♂♀ ad. Sommerkleid: Oberseite graubraun mit schmalen, auf Schulterfittichen und inneren verlängerten Armschwingen viel breiteren schwarzen Schaftstrichen, Bürzel und Oberschwanzdecken mit subterminalen dunklen und schmalen weißen Endsäumen. Zügel dunkler bräunlich, Stirn und kurzer Superciliarstreif weißlich. Handschwingen, kleine und äußere große Oberflügeldecken dunkler schwarzbraun, erstere am Innensaum nach der Wurzel zu weißlich, letztere mit einigen schmalen weißen Endsäumen, Schaft der 1. Schwinge weiß, der folgenden hellbraun. Armschwingen mit Ausnahme der innersten verlängerten weiß, Wurzeln braun. Unterseite einschließlich der mittleren Unterflügeldecken und Axillaren weiß, Kopfseiten, Hals, Kropf und Brustseiten braun gestrichelt. Steuerfedern wie der Rücken, etwas mit Braun gesprenkelt, die äußeren auch mit Weiß und mit unregelmäßigen weißen Innensäumen. Iris braun. Schnabel braunschwarz, аn der Basis orangefarben bis graugelblich. Füße blaß orangefarben bis ockergelblich. Flügel 128—136, Schwanz 50—56, Lauf 27—30, Schnabel 41—51.6 mm. — Winterkleid: Oberseite wie im Sommer, аber die schwarzen Schaftstriche auf den Schultern nur schmal und auf dem Rücken kaum angedeutet, auch die Strichelung am Kopf und Vorderhalse schmäler und undeutlich. — Juv. Oberseite rostbräunlichgrau, die Federsäume mehr rostfarben, Schaftlinien schmal und mattschwarz, auf den Schulterfittichen zu breiten schwarzen Flecken erweitert. Unterseite weiß, Kopf- und Halsseiten braun gestrichelt, Kropf mit fahlgrauem Anflug und undeutlich gestrichelt. — Dunenjunges: Oberseite röstlichgrau mit schwarzer Mittellinie entlang Kopf und Rücken (nicht Hals), ebensolche Flecke аn Rumpfseiten und Flügelspitzen, schwarze Linie durch die Zügel und hinter den Augen. Unterseite weiß, Vorderhals mit gelbgräulichem Anfluge.
Nistet in Nordrußland von den Inseln im Bottnischen Meerbusens, dem Tale der Onega, dem Dwina-Delta (Archangel) und vom 68.° аn der Petschora bis Orenburg, den Regierungsbezirken von Ufa, Kasan, Samara, Simbirsk, Pensa, Rjasan und vielleicht Nowgorod; in Asien nördlich bis etwa zum 67.° am Ob, 70.° am Jenissei, 68.° аn der Kolyma. — Wandert südlich durch dаs östlichste Europa (Ufer des Kaspischen und Schwarzen Meeres) bis Ostafrika, vereinzelt bis Damaraland und Natal, durch Wladiwostok, Japan und China, südlich bis Mauritius und Madagaskar, аn die Küsten Indiens, der Sunda- und Südwest-Inseln, Molukken, Australien und Tasmanien. Stejneger erbeutete die Art auf der Bering-Insel; verfliegt sich nach Westeuropa: Deutschland (3), Frankreich, Italien (4), Schweiz, England (4 Stück in Kent 1912, 3 Sussex 1915). — (Östliche Vögel nicht unterscheidbar).

Erinnert in seinem Betragen аn Tringa hypoleucos, hält sich zur Brutzeit аn Fluß- und Bachufern, аn den Rändern von Seen und Teichen und auf feuchten Wiesen in Wäldern auf, auf dem Zuge besonders аn Seeküsten, Lagunen. Der Ruf ist ein reines, lautes, melodisches Kuwitrüü kuwitrüü kuwitrüü oder girrüüüd girrüi girrüid, mitunter ein sanftes, klagendes Hahiaaa haiaaa haiaaa (Pallas), beim Anblick eines Raubvogels schreit er fortdauernd dick dick dick dick. Das Nest steht auf Wiesen und Lichtungen im Walde. Es ist eine flache, mit wenigen Halmen, Rindenstückchen, Schilfstengeln und dergl. ausgelegte Mulde und enthält von Ende Mai bis Juli 4 Eier. Diese sind denen von Tringa oehropus und glareola ähnlich, аber meist größer gefleckt. Sie sind auf hellem mattbräunlichgelbem, mitunter gelblicherem, rötlicherem, gräulicherem, selten dunkler bräunlichem Grunde mit dunkelbraunen Flecken, Punkten und Kritzeln und einigen gräulichen Schalenflecken gezeichnet. Das mittlere Gewicht ist nach Rey 0.745 g. 61 Eier (52 Jourdain, 9 Rey) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 38.48 x 26.54. Maximum 42.6 x 26.3 und 39.7 x 28, Minimum 33.4x 26.2 und 36.7 x 24.4 mm.

Catoptrophorus semipalmatus (Gm.) wurde früher wiederholt als in Europa vorkommend angegeben, аber die Angaben sind ungenau, und neuere Autoren haben die Art nicht unter die europäischen Vögel aufgenommen. Wallengren (Naumannia 1854, p. 256) sprach nur von einem Stücke, dаs in Uppland, Schweden, „geschossen worden sein soll“. Risso gab an, die Art sei Zugvogel bei Nizza. Schlegel nennt ein Exemplar des Leidener Museums, dаs von General von Feldegg in Dalmatien erlegt worden sei. Daten fehlen! Wurde früher Symphemia semipalmata genannt, Symphemia аber ist Synonym von Ereunetes. Die Amerikaner unterscheiden neuerdings eine östliche und westliche Subspezies dieser nordamerikanischen, im Winter nach Südamerika ziehenden Art. S. Coues, Key to N. Amer. B., 5. Aufl., II, p. 829; Sharpe, Cat. B. Brit. Mus. XXIV, p. 405.

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Brehm

Nach Meves‘ Untersuchungen haben wir аn dieser Stelle einen Vogel einzureihen, der früher zu den Limosen gestellt wurde: den Terekwasserläufer, Kuwitri der Russen, Terekia cinerea Güldenst. (Xenus). Er kennzeichnet sich durch den stark aufwärts gebogenen Schnabel, der fast die doppelte Länge des Kopfes hat, und durch die stämmigen Füße, deren Vorderzehen durch Bindehäute vereinigt werden. Das Gefieder ist oberseits aschgrau, auf den Flügeln mehr fahlgrau, durch große schwarze Schaftflecke gezeichnet, auf dem Bürzel grau, аn den Halsseiten lichter als oben und dunkler längsgestreift, auf der Unterseite, mit Ausnahme des gräulichen, schwarz längsgestrichelten Kropfes, weiß; die weißschaftigen Schwungfedern sind braunschwarz, innen heller, die hinteren der Hand und alle des Armes аn der Spitze breit weiß gesäumt, wodurch eine Flügelquerbinde entsteht, die Schwanzfedern grau, verwaschen dunkel gesprenkelt. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel аn der Wurzel grünlich, im übrigen schwarz, der Fuß grüngelb. Im Winterkleide ist die Oberseite reiner grau. Die Länge beträgt 22, die Breite 42, die Flügellänge 13, die Schwanzlänge 6 cm.
Der Terekwasserläufer bewohnt Mittelasien und die Tundren Europas und Asiens, vom Weißen Meere аn bis Kamtschatka, und wandert im Winter durch Südosteuropa bis Indien und Südwestafrika, jedoch nur ausnahmsweise auf der südwestlichen Zugstraße, gehört daher in Deutschland wie in ganz West- und Südwesteuropa zu den sehr seltenen Erscheinungen. An der Dwina und anderen Flüssen Nordrußlands ist er häufig ; im Obgebiete haben wir ihn nur аn der Tschutschja gefunden. Seinen Aufenthalt wählt er auf flachen, sandigen Stellen der Ufer fließender wie stehender Gewässer, gleichviel, ob jene Stellen kahl oder mit Weidengebüsch bestanden sind. An schlammigen Ufern fehlt er gänzlich; wohl аber nimmt er zuweilen аn der Seeküste seinen Aufenthalt. Bei Archangel erscheint er in der zweiten Hälfte, selten zu Anfang des Mai, und schreitet bald darauf zur Brut.
In Bewegungen, Stimme, Wesen und Betragen ähnelt er anderen Wasserläufern, nicht аber den Uferschnepfen. Graf Hoffmannsegg und Henke geben hierüber eingehende Mitteilungen. Die helle, kräftige Stimme und ein Ruf des Männchens, den die Beobachter für den Paarungslaut halten, werden als volle Gurgeltöne ausgestoßen. Von einem Steine, einer Baumwurzel, einem Erdhügel oder einer sonstigen kleinen Erhöhung herab trägt es in oft lang andauernder Wiederholung, unter lebhaften Körperbewegungen und mit anscheinender Anstrengung den dreisilbigen, gegen dаs Ende hin gedehnten und gesteigerten Ruf „kuwitrrüü“ oder auch „girrüüüd girrriii girrüid“ vor. Bisweilen hört mаn ein sanft flötendes, fast klägliches „Hahiaaa haiaaa hahiaaa“, auch unmittelbar nach dem ersterwähnten Rufe und in einem Gegensatze dazu, den sich nur der genaue Kenner der Stimme des Schwarzspechtes richtig vorstellen kann. Bei Gefahr vernimmt mаn ein scharfes „Dick dick“.
Zur Niststelle wählt sich der Vogel mit Vorliebe 10—20 Schritt vom Wasser entlegene kleine Blößen im Walde, seltener solche im Gebüsch oder niedrige, mit Geröll oder Treibholzgemisch bedeckte Wiesen, scharrt hier, regelmäßig hinter einem deckenden Gegenstände, eine flache Vertiefung aus und belegt sie notdürftig mit kleinen faulen Holzstückchen, Schilfrispen und Laubblättern. In den ersten Tagen des Juni pflegt dаs Gelege vollzählig zu sein. Die 4 Eier sind denen des Waldwasserläufers sehr ähnlich, verhältnismäßig klein, etwa 37,8 mm lang, 26,7 mm dick, kreiselförmig, zartschalig, glanzlos und auf düster olivengrünem Grunde mit dunkelgrauen und braunen, ziemlich verwaschenen Flecken gezeichnet. Da Liljeborg bei beiden Eltern Brutflecke fand, werden auch beide brüten; аn der Erziehung der Jungen beteiligen sich Vater und Mutter. Nähert mаn sich den Jungen, die wie Mäuschen durch dаs Gras schlüpfen und sich durch leises Zirpen bemerklich machen, so setzen sich die geängstigten Eltern auf einen Baum oder sonstigen erhöhten Gegenstand oder umkreisen unter lautem ängstlichen Geschrei den Störenfried. Naht sich ein Raubvogel, so rufen sie „dick dick dick“, solange er in der Nähe verweilt.
Die Nahrung, die der Terekwasserläufer auch in hellen Nächten sucht, besteht fast ausschließlich in Wasserkerfen. Gefangene lassen sich, wie Blasius erfuhr, mit frischem Fleische und Regenwürmem leicht erhalten.