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Calidris canutus

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Bezzel

Calidris canutus (L.) – Knutt

3 Subspezies; MitteleuropaC.c. canutus (L.)

Status in ME. Sehr häufiger Gast аn der Küste, im Binnenland z. T. sehr selten.

Kennzeichen. Größer und gedrungener als Alpen- und Sichelstrandläufer; Schnabel gerade, ± kopflang, Hals kurz, rel. kurzbeinig. Brutkleid; Oberseite schwarzbraun, grau und rostbraun gezeichnet; um die Schnabelbasis schmaler gelblichweißer Saum; Unterseite ± rostbraun (wie Sichelstrandläufer), hintere Flanken schwarz gebändert, Unterschwanz weiß mit schwarzen Markierungen. Ruhekleid: Oberseite aschgrau, Unterseite weiß, feine Längsstreifung аn Kopf und Hals sowie Querstreifen аn Brust und Flanken. Juv. ähnlich, doch oberseits ± bräunlich und Flanken roströtlich überhaucht. Durch helle Federränder entstehende schuppige Oberseite deutlicher als bei ad.; vor dem hellen Saum аn Schulterfedern und OberFD dunkle Binde. In allen Kleidern: aschgraue Schwanzfedern, Schwanzmitte kaum dunkler als Seiten, Bürzel und Oberschwanzdecken hellgrau (= dunkle Querbinden auf weißem Grund), helle Flügelbinde, weiße Unterflügel (wird im Binnenland gel. mit Kampfläufer verwechselt). Schnabel schwarz; Füße juv. olivgelb bis gelblichgrün, Ruhekleid graugrün, ad. schwärzlich; Iris dunkelbraun.
Verbreitung. Br. arktisches N-Ameri- ka, Grönland, (ausnahmsweise) Spitzbergen, N Taimyrhalbinsel, Sewernaja Semlja, Neusibirische Inseln, Wrangel- insel. Winterbestand vgl. Tab. 20. Im Wattenmeer D/NL ganzjähriger (Minimum Juni) G., zu den Gipfelzeiten > 100000 (vgl. Wanderungen); im Ostseebereich nur kleine Zahlen und Dz. rel. unbedeutend; im Binnenland I. allg. s., besonders in Küstennähe. Im Alpenvorland r. Dz. zu beiden Zugzeiten, meist einzeln oder in Trupps < 10 (nur ausnahmsweise > 20, z. B Bodensee), doch auch hier аn einzelnen Gebieten meist ur. (offenbar geringe Rastmöglichkeiten).
Wanderungen. Zugvogel. Zugwege und Winterquartier der Weltpopulation lassen 4 Gruppen erkennen: 1) Br. der amerikanischen Arktis S 75° N (C.c. rufa) ziehen nach S-Amerika (möglicherweise 1 Nachweis GB); 2) Br. der hocharktischen kanadischen Inseln und Grönlands überwintern in W-Eu- ropa (Ringfunde Kanada-F, GB, N., NL, z. B. Morrison 1975); 3) Br. N- und Mittel-Sibiriens ziehen durch W-Europa und überwintern аn der Atlantikküste W-Afrikas bis Golf von Guinea und einzeln bis S-Afrika; 4) Br. NE-Sibiriens und N-Alaskas überwintern in Australien, Neuseeland und аn der Pazifikküste S-Amerikas. Lage der Zugscheide zwischen Population 3 und 4 nicht ganz klar. Obwohl sich Winterquartiere von Population 2 und 3 kaum überschneiden, kommen Ind. beider in W-Europa nebeneinander auf dem Zug vor. Zu 2: Ende Mai/Anfang Juni bis Aug. im Brutgebiet; ad. ziehen vor den juv. ab, ♀ vor ♂; nach Zug über Grönland und Atlantik erster Halt in IS, ca. Juli/Aug. Von dort erreicht der Zugfächer S-N/DK (Aug./Sept.), die ad. steuern bevorzugt direkt Mausergründe in GB/IRL und im Wattenmeer D/NL an; Aufenthalt Ende Juli/Aug. (bes. ad.), Ende Aug. (mehr juv; Max. Aug. Wattenmeer NL > 100000, GB/IRL > 300000). Im Spätherbst und Winter offenbar innerhalb W-Europa kleinere Wanderungen und Verlagerungen, z. B. NL-GB, innerhalb GB/IRL. Ringfunde Dz IS bis P. Kurz vor dem Abzug im Frühjahr März/April z. T. große Konzentrationen. Insgesamt Dz. und Überwinterer in GB/IRL und F seit ca. 1970 deutlich -. Rückzugsrast Mai/Anf. Juli auf IS zum Aufbau von Fettreserven. Zu 3: Weg- und Heimzug durch Europa etwas später. Brutgebiet ab Aug ; Überlandzug S./SF und Ostseeländer, Gipfel Aug./Sepl (zuletzt hauptsächlich juv.). Dz. in Europa offenbar rascher; Mausergründe liegen z. B in W-Afrika (Bane d’Arguin), bis Nov. kleinere Mengen bis S-Afrika. Rückzug wieder entlang der Küsten mit Zwischenaufenthalt Atlantikküste F (Mitte Mai) und Wattenmeer (Mai/Anfang Juni). Einige ziehen wohl auch über Afrika und Vorderasien direkt zurück. Vögel im 2. Kalenderjahr übersommern in großer Zahl im Winterquartier bzw. аn Küstenabschnitten des Dz.-Weges IS-P.; Dz. GB bis Mauretanien, Liberia, S-Afrika, Mosambik und Barbados in späterer Zugsaison; Dz. N.-E., P, I, Mauretanien, Elfenbeinküste; B-S-Afrika; S-Afrika-S., D, DK (Details z. B. Morrison 1975, Dick u. a. 1976, Andreassen & Raad 1977).
Biotop. Br. in trockener Tundra, meist in der Nähe kleiner feuchter Stellen als Nahrungsgebiet. Außerhalb der Brutzeit fast ausschließlich in der Gezeitenzone auf sandigen und schlickigen Flächen, weniger ausgeprägt аn der Wasserlinie wie z B. Alpenstrandläufer, doch nicht auf begrünten Flächen Im Binnenland аn Sand- und Schlammufern größerer Seen, аn Fischteichen, Rieselfeldern usw.
Nahrung. Im Brutgebiet Insektenangebot nur kurzfristig nutzbar, daher hier auch erheblich vegetabilische Anteile. Außerhalb vor allem marine Wirbellose, Mollusken (Littorina, Mytilus, Macoma, Cardium) als Hauptnahrung (z. B. Summers & Smith 1983); wichtige Zusatznahrung Crustaceen; wenig Ringelwürmer.
Stimme. Stimmfühlungslaut und Flugruf »wit wit«, im Nahkontakt auch tiefer, etwas rauh »grott«, »gjug« o. ä Gesang melancholisches Flöten (an Brachvogel erinnernd) im Singflug vorgetragen.
Verhalten. Aktivität аn Meeresküsten tidenabhängig; bei Ebbe auch nachts Nahrungssuche. Außerhalb der Brutzeit in großen Scharen, die auch gemeinsam Nahrung suchen, oft in geringem Individualabstand. Rasches Sondieren mit dem Schnabel, doch Bewegungen wirken nicht so hastig wie bei kleineren Gattungsverwandten; weicher Schlick wird auch mit dem Schnabel oberflächlich durchpflügt. Vergesellschaftung mit Alpenstrandläufer u. a. Limikolen; auf Hochwasserfluchtplätzen schließen Schwärme sehr dicht auf.
Alter. Ältester Ringvogel 16 Jahre 1 Monat.
Mauser. Jugendmauser (Teilmauser) Anfang Sept./Okt. – 1. Ruhemauser (Teilmauser) im Frühjahr, individuell offenbar verschieden. – 1. Brutmauser (Vollmauser) im Winterquartier bzw. unterwegs; Schwingenmauser Ende Mai/Aug. • Ad. Brutmauser (Vollmauser) Kleingefieder ab Juli im Brutgebiet, z. T. Äug.; Beendigung Sept.: Schwingenmauser bei nearktischen Br. nach Eintreffen im Winterareal NW-Europa, Br Sibiriens großenteils im Wattenmeer, wo der Zug unterbrochen wird; Beginn Juli/Mitte Äug., Abschluß spätestens Anfang Nov.; in W-Afrika z. T. 4 Wochen später. • Ruhemauser (Teilmauser) Febr./Mai vor dem endgültigen Abflug ins Brutgebiet.
Literatur (16). E. M. Andreassen & O. Raad, Sterna 16,1977:31 -45. • W. J. A. Dick u. a., Ardea64,1976: 22-47. • R. I. G. Morrison, Bird-Banding 46, 1975: 290-301. – R. W. Summers & S. M. Smith, Ardea 71, 1983: 151-153.

Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe

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Niethammer/Boxberger

Calidris canutus (L.) — Knutt.

Verbreitung des Rassenkreises. Zirkumpolar: im arktischen Nordamerika vom Nordrand der Ellesmere-Insel südwärts bis zur Südostspitze von Victoria-Land und der Melville-Halbinsel. Ferner die West- und Ostküste von Nord-Grönland. In der Alten Welt Spitzbergen, Taimyr-Halbinsel, Neusibirische Inseln. — 3 Rassen.

Calidris canutus canutus (L.) — Knutt.

Tringa canutus L., Naumann VIII, 8. 239; Reichenow S. 56.

Beschreibung. Brutkleid ♂ ad.: Oberkopf schwarzbraun mit rostroten und grauweißen Federsäumen, Hinterhals und Nacken rostbräunlich und weißlich mit feinen schwarzen Strichen. Vorderrücken und Schultern schwarzbraun mit grauweißen Federsäumen und (besonders аn den Schultern) mit rostbräunlichen (ausgeblichen: rostgelblichen) Randflecken, Hinterrücken und Bürzel schwarzbraun mit weißen Endsäumchen; Oberschwanzdecken weiß mit dunklen Querbinden und rostbräunlicher Wölkung. Obeiflügeldecken schwarzbraun mit hellen Säumen. Handschwingen schwarzbräunlich, die Innenfahnen wurzelwärts lichter, die inneren Schwingen auch mit weißem Außensaum аn der Wurzel. Armschwingen braunschwarz mit brauneren Innenfahnen und weißen Außensäumen; die innersten wie die Rückenfedern. Handdecken schwarz mit weißen Spitzen. Schwanzfedern bräunlichgrau mit hellen Endsäumen. Unterseite einschließlich der (etwas gestrichelten) Kropfseiten rostrot, Hinterbauch und Unterschwanzdecken mit viel Weiß und auch etwas Schwarzbraun. Schnabel und Füße schwärzlich; Iris braunschwarz. — ♀.: wie ♂, аber Unterseite regelmäßig mit einigen weißen Federn durchsetzt, was beim ♂ weniger der Fall ist; auch herrschen oberseits mehr die grauweißen Säume vor аn Stelle des Rostbraun. — Ruhekleid (♂ = ♀): Oberseite aschgrau, verblichen graubraun mit schwärzlichen Schaftstrichen und helleren Säumen. Oberschwanzdecken weiß mit unregelmäßiger dunkler Bänderung. Oberflügeldecken bräunlichgrau mit schmalen weißen Säumen. Zügel dunkelgrau, Kopf- und Halsseiten weißlich mit dunkler Strichelung. Unterseite weiß, Kropf, Vorderbrust und Seiten dunkelgraubraun gefleckt (Längsflecken und Bändchen, auch pfeilspitzenförmige Flecken). Füße graugrün (heller als im Biutkleid). Sonst wie im Brutkleid. — Jugendkleid: Oberkopf schwarzbraun mit weißlichen und gelbbräunlichen Rändern und Strichen. Hinterhals und Nacken heller bräunlichgrau, übrige Oberseite dann bis auf die weißen, dunkel gebänderten Oberschwanzdecken graubraun mit olivbräunlichem Anflug. Jede Feder nach einem dunklen Randsaum mit einem weißlichen oder hell rostgelblichen Endsaum. Unterseite und Kopfseite wie bei ad. im Ruhekleid, аber die Fleckung feiner und mit gelblichbrauner Tönung untermalt. Sonst ähnlich wie ad. Füße olivgelb bis trüb gelblichgrün. — Mauser‘. Jugendmauser (Teilmauser) September bis Dezember; Ruhemauser (Teilmauser) Februar bis Juni, bei den übersommernden Stücken nicht immer vollständig; Brutmauser (Vollmauser) Juli bis Oktober. — Maße: Flügel 162 bis 174 mm, Schnabel 30—38,5 mm, Lauf 27,5—31 mm (Witherby). Gewicht: 18 Vögel 82—135 g, im Durchschnitt 109 g (Weigold, Banzhaf); nach Hildebrandt (briefl.) bis 185 g.
Feldornithologische Kennzeichen. Etwa drosselgroß, plumper und kurzschnäbliger als Alpenstrandläufer und Sichelstrandläufer. Oberschwanzdecken auffallend hell „gewässert“ (s. Abb. lOf, 8. 154). Im Brutkleid unten rostrot; juv. oben graubräunlich mit hellen, dunkel abschattierten Federrändern, Ruhekleid ähnlich, аber grauer und ohne doppelte Federsäume; auf der Brust schwach drosselartig gefleckt. Gesellig. — Stimme‘. „tuih“, rauh, flötend, auch dorngrasmückenartig „wäduet“, „twiede- wät“ (Frieling), besonders mannigfaltig bei Nacht. Unterhaltungslaut ist ein gedämpftes „djug“ oder „dschög“ (Frieling). Paarungsruf nach Feilden (ex Witherby) „tullawee-tullawee-whee-whee“. Der Knutt ist nicht sehr ruflustig.
Allgemeine Verbreitung. Bisher sind sichere Brutplätze dieser Rasse anscheinend nur aus dem höchsten Norden Sibiriens (Taimyr- Sund), von Spitzbergen (Ibis 1931) und Nordost-Grönland bekannt geworden.
Wanderungen. Zugvogel, der hauptsächlich аn den westeuropäischen Küsten, von den Britischen Inseln bis Gibraltar, den Winter verbringt und nur in geringer Zahl weiter südwärts (gelegentlich längs der afrikanischen Westküste bis zum Kap) vordringt. Nicht wenige überwintern schon im Gebiet der Nordsee, so аn der Küste von Holland; die Mehrzahl zieht hier von Ende August bis Oktober und von April bis Ende Mai/ Juni durch und ist dann überall ziemlich häufig anzutreffen. Das Gebiet der Ostsee wird auf einem Fluge quer durchs Binnenland (über Nordrußland-Finnland) erreicht; die dort erscheinenden Knutts haben ihre Brutplätze in Sibirien, während die Besucher der Nordsee überwiegend aus Grönland und Spitzbergen stammen und durch die aus dem Ostseegebiet weiter wandernden verstärkt werden dürften, da von diesen nur Verhältnismäßig wenige quer durch Europa zum Mittelmeer ziehen. An der deutschen und finnischen Küste eröffnen Altvögel, die noch dаs Sommerkleid tragen, den Zug Ende Juli/Anfang August, dann überwiegen mehr und mehr die Jungen. Die Wanderung findet meist in Gesellschaft von C. alpina und nach Erreichen der Ostsee vorwiegend längs der Küsten statt; Nachweise aus dem mitteleuropäischen Binnenlande sind spärlich, sie liegen vor allem aus der Nähe großer Flüsse oder Seen vor, so von Ungarn (1926), der Schweiz, Böhmen (1936), Mittel- und Süddeutschland. In Italien und den östlichen Mittelmeerländern (Ägypten) ist die Art daher eine seltene Erscheinung. — Ringfunde: von Norwegen nach England (Dezember, Januar); von der Kurischen Nehrung nach Hiddensee (Oktober) und Südwestfrankreich (Mai). — Verflogene Stücke auf den Azoren und Madeira. — Viele übersommern südlich des Brutgebietes.
Vorkommen in Deutschland. Längs der Küsten der Ost- und Nordsee im Herbst ein ziemlich häufiger Durchzügler (Ende Juli/ Anfang August bis September/Oktober). Im Frühjahr viel seltener: (April) Mai (bis Mitte Juli). Den Sommer über bleiben zuweilen große Massen im Bereich der Nordsee zurück, ohne zu brüten. Cule- mann schätzte ihre Zahl auf Mellum im Juni 1926 auf 4000. Einzelne verbringen den Winter аn der deutschen Nordseeküste, wie dаs auch für dаs holländische Wattenmeer gilt. Im Binnenland ein ungewöhnlicher Gast.
Biotop. Brütet in der Tundra, rastet auf dem Zuge auf den Schlickbänken des Meeres und am schlammigen Ufer von Binnengewässern.
Fortpflanzung. Pleske, Birds of the Eurasian Tundra, 1928, S. 267.
Nahrung. Schnecken, Muscheln, Krebse, Fliegen, Raupen, auch Vegetabilien (Knospen von Saxifraga, Samen, Algenteilchen).
Parasiten. Federlinge: Actornithophilus sp.; Degeeriella actophila, D. complexiva, D. holophaea, Saemundssonia cordiceps, S. fusi- formis. — Milben: Proctopliyllodes megaphyllus, Pterolichus buchholzi fascigera. — Bandwürmer: Anomotaenia clavigera, Haplo- paraxis bracliypliallos.

Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag

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Heinroth

Der Isländische Strandläufer (Calidris canutus L.)

führt deshalb keinen sehr bezeichnenden Namen, weil er nur in geringer Anzahl und unregelmäßig auf Island brütet; аn unsern Küsten ist er ein häufiger Durchzugsvogel. Er nistet im hohen Norden, аn der sibirischen Küste und auf Grönland und wird im nördlichen Amerika durch eine ähnliche Form, C. c. rufa, vertreten. Den Winter verbringt er häufig auf der Südhälfte der Erde, also in Südafrika, und die Amerikaner ziehen nach Australien und Neuseeland, wo auch regelmäßig graue Stücke, also solche, die nicht dаs braune Brutkleid angelegt haben, überwintern. Der Gedanke liegt nahe, daß es noch nicht fortpflanzungsfähige Tiere sind. In dem leider jetzt eingegangnen Hamburger Zoologischen Garten fanden wir den braunen und den grauen Vogel, die auf der Bunttafel Nr. XVII und auf der Schwarztafel 37 wiedergegeben sind. Die Aufnahmen wurden am 26. Februar 1927 gemacht, und nach Jahren waren diese beiden im besten Gefiederzustande befindlichen Stücke immer noch unverändert braun und grau; ihr Geschlecht steht leider nicht fest. Der Flügel dieses etwas derben Strandläufers mißt 162 bis 173, der Schwanz 60 bis 65, der Lauf 30 bis 32, der Schnabel 31 bis 35 mm. Hantzsch gibt dаs Gewicht eines am 25. September erlegten jungen Weibchens mit 89 g an.

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Hartert

1920. Erolia canutus canutus (L.).

Isländischer Strandläufer.

Tringa Canutus Linnaeus, Syst. Nat. Ed. X, 1, p. 149 (1758— Europa. Beschränkte terra typica Schweden). — (Von Brusina und Arrigoni in canuti „verbessert“).

Tringa cinerea Brünnich, Orn. Bor., p. 53 (1764— Christiansöe).

Tringa Calidris Linnaeus, Syst. Nat. Ed. XII, I, p. 252 (1766— „Habitat in Europa“.
Ex Brisson, V, p. 226, Taf. 20, 1).

Tringa islandica id., op. cit. II, Addenda (1767— „Habitat in Islandia“).

? Charadrius Utopiensis P. L. S. Müller, Natursystem, Suppl., p. 117 (1776—Beschreibung wie gewöhnlich bei diesem Autor ungenügend, nicht klar welcher Buffonsche Vogel gemeint).

? Tringa australis Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 679 (1789— Cayenne. Aus Latham, Gen. Syn. III, I, p. 187).

Tringa naevia Gmelin, Syst. Nat. I, 2, p. 681 (1789— „Habitat in Gallia“. — Ex Brisson, Buffon u. Daubentons, Taf. 365. — Kaum anderswo hingehörig, doch nach Beschreibung und Abbild, oberseits zuviel Braunrot).

Tringa grisea id., 1. c. (1789— Europas Seeküsten. — Ex Brisson, Buffon u. Daubentons, Taf. 366).

Tringa ferruginea (nec Brünnich 1764!) Meyer, Meyer & Wolfs Taschenb. d. deutsch. Vögelk. II, p. 395 (1810— Neuer Name für Tringa islandical).

Engl.: Knot. — Franz.: Maubèche. — Ital.: Piovanello maggiore. — Schwed.: Kustsnäppa.

Schwanz gerade, mittlere Steuerfedern nicht länger als seitliche. — ♂ ad. im Hochzeitskleide: Oberkopf und Hinterhals rostfarben und schwarz gestrichelt, am Hinterhalse auch mit Weißlich gemischt; Federn der übrigen Oberseite schwarz mit grauweißen Säumen und Saumflecken, teilweise auch mit bräunlichgrauen und dunkelrostfarbenen Rändern, alle die Ränder breiter аn den Schulterfittichen, wo auch größere rostrote Flecke аn den Federseiten stehen. Bürzelfedern schwarzbraun mit weißen Säumen, Oberschwanzdecken weiß mit schwarzen Querbinden, teilweise rostrot verwaschen. Oberflügeldecken rings am Rande herum dunkelbraun, in der Mitte ebenso mit breiten hellgraubraunen Säumen. Handdecken schwarz mit weißen Spitzen. An den Zügeln ein breiter schwarz und weißlich punktierter Streif, übrige Kopfseiten, Hals und Unterseite dunkel rostrot, mitunter mit einzelnen weißen Federn gemischt, аn Bauch und Unterschwanzdecken immer mit etwas, oft mit viel Weiß gemischt und mitunter ganz oder fast ganz weiß. Handschwingen braunschwarz mit weißen oder bräunlichen, nur in der Mitte weißen Schäften, die Innenfahnen nach der Wurzel zu grau- oder bräunlichweiß, die inneren am Wurzelteil der Außenfahnen weiß gesäumt, Armschwingen schwarz mit weißen Außensäumen, weißen Schäften und helleren Innenfahnen, die innersten verlängerten dem Rücken ähnlich. Steuerfedern bräunlichgrau mit weißlichen Schäften und Endsäumen. Unterflügeldecken schwarzbraun mit ausgedehnten weißen Säumen, die mittelsten ganz weiß, die Unterhanddecken aschgrau mit schmalen weißen Säumen. Iris dunkelbraun. Schnabel und Füße schwarz. Im Laufe des Sommers nutzen sich die hellen Federsäume der Oberseite größtenteils ab, dаs Rostrot daselbst verbleicht in Rostgelb, die Unterseite verbleicht nur wenig. Flügel 162—173, Schwanz gerade, die seitlichen und mittleren Steuerfederpaare meist 1—2 mm länger als die übrigen, 60—65, Lauf 30—32, Schnabel 31—35 mm. — ♀ wie ♂, аber Unterseite häufiger mit einigen weißen Federn. — ♂♀ ad. im Winterkleide: Oberseite aschgrau, auf Kopf und Hals mit schwärzlichen Schaftstrichen, auf dem Rücken mit ebensolchen Schäften; Bürzelfedern mit schwarzen und weißlichen Endsäumen; Oberschwanzdecken weiß mit schwarzen Querzeichnungen und pfeilspitzenförmigen Flecken, аn der Wurzel grau. Oberflügeldecken bräunlichgrau mit dunkleren Schäften und schmalen weißen Säumen. Schwingen und Schwanz wie im Frühjahr. Unterseite weiß, Halsseiten braun gestrichelt, Kropf, Vorderbrust und Weichen mit braunschwarzen Flecken und zackenförmigen Zeichnungen. — Juv.: Oberseite bräunlichgrau, oft mit rostgelbem Anflug, auf dem Kopfe weiß mit schwarzen und bräunlichweißen Längsflecken, Rücken und Schulterfittiche mit rahmfarbenen Endsäumen, vor denen parallele schwarzbraune Linien liegen. Unterseite weiß, nicht selten mit rostgelbem Anflug, mit nur kleinen fahl graubraunen Strichen und Flecken аn Hals, Kropf, Vorderbrust und Weichen; Kehle wie im Winterkleide ungefleckt weiß.
Soll in sehr geringer Anzahl und unregelmäßig auf Island nisten. Seine hauptsächlichsten Brutplätze liegen im hohen Norden, аn der Küste Sibiriens (Taimyr-Halbinsel, Neusibirische Inseln) und auf Grönland und Grinnell-Land, wenn nicht, wie es scheint, die grönländischen Exemplare zur amerikanischen Form Erolia canutus rufa gehören. Auf der Wanderung geht die Art bis Südafrika, Indien und China (über Australien s. folgende Form). Wie bei anderen Charadriiden bleiben mitunter Stücke den Sommer über im Süden, die dann meist (aber nicht immer) in schlechtem Zustande sind und meist dаs Winterkleid nicht abgelegt haben.

Im ganzen Küstenvogel, geht аber auch, besonders аn großen Strömen, während der Zugzeit, mitunter tief landeinwärts. Sehr gesellig und oft mit anderen Strandläufern gemischt. Der Ruf ist ein gellendes Twih. Nahrung wie die anderer Erolien, doch sollen auch nicht selten Pflanzenknospen mitgefressen werden. Die in Sammlungen naturgemäß noch äußerst seltenen Eier sind gräulichgrau mit schwärzlichen Flecken und dunkelbläulichgrauen Schalenflecken. Das Nest steht im Grase der Tundren und ist ziemlich dick mit Flechten ausgelegt. 14 Eier messen nach Goebel im Durchschnitt 43 x 30, Maximum 44 x 31, Minimum 41 x 30 und 42 x 29 mm. Walter gibt folgende Maße an: .44.5 x 30.5, 49.8 x 33.8, 42.3 x 29.1, 41.7 x 29.2, 44.3 x 29.7 und 42.2 x 31.6 mm.

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Brehm

Der Roststrandläufer oder Kanutsvogel, Tringa cannutus Linn., ist im Sommerkleide tief braunrot, unterseits bis auf die weißlichen Federn des Bauches einfarbig, oberseits durch pfeilartige schwarze Mittelflecke und breite gelblichweiße Ränder ausgezeichnet, die Rücken- und längsten Schulterfedern schwarz, weiß umrandet, die Unterrücken- und Bürzelfedern auf weißem, bräunlich gemischtem Grunde schwarz quergebändert, die weißgeschafteten Schwungfedern der Hand schwärzlich, die des Armes grau, die hintersten weiß gesäumt, die Schwanzfedern grau, schmal weißlich gesäumt. Im Winterkleide ist dаs Gefieder oberseits aschgrau, licht graufahl gesäumt, unterseits gräulichweiß, seitlich trüber, am Kropfe durch schmale Schaftstriche gezeichnet. Die Iris ist braun, der Schnabel schwarz, der Fuß gräulichschwarz. Der etwa kopflange Schnabel ist gerade. Die Länge des Vogels beträgt 25, die Breite 55, die Flügellänge 17, die Schwanzlänge 6 cm.