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Anser erythropus

Heinroth

[keine Beschreibung dieser Art im Werk]

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Hartert

1672. Anser erythropus (L.).

Zwerggans, Kleine Bläßgans.

Anas erythropus Linnaeus, Syst. Nat, Ed. X, I, p. 123 (1758—- „Habitat in Europa septentrionali“. Ex Fauna suec. 92 und Clusius; terra typica restricta: „Helsingia“, womit damals nach Lönnberg Nordschweden gemeint war. Diagnose zu ungenau, um zu eruieren, ob auf diese Art oder A. albifrons zu beziehen, аber nach Lönnbergs Ausführungen, Ibis 1913, p. 401, 402, geht aus Linnes hinterlassenen Manuskripten hervor, daß er die Zwerggans und nicht die Bläßgans kannte, obwohl auch in Skandinavien wenigstens аn einer Stelle A. albifrons brüten soll).

Anser finnmarchicus Gunner, in Leemii de Lappon. Comm. notis, p. 264 (1767— Finnmark in Nordlappland).

Anser Temminckii Boie, Isis XI, p. 882 (1822— Hamburg, „im Cabinette des Herrn Amsinck“).

Anser cineraceus Brehm, Lehrb. Naturg. eur. Vög. II, p. 772 (1824— Schwanensee bei Erfurt, in Brehm’s Sammlung, Typus аber nicht mehr vorhanden).

Anser brevirostris Brehm, Isis 1830, p. 996 (Nomen nudum, ex Heckel M. 8.); id. Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 844 (1831— Wien).

Anser minutus Naumann, Naturg. Vög. Deutschl. XI, p. 365, Taf. 290 (1842— Ungarn, Österreich, Schwanensee bei Erfurt, selten in Thüringen).

Anser nigro albiceps A. E. Brehm, Verz. Sammt., p. 13 (1866— Nomen nudum!).

Anser pygmaeus Brehm, wohl Schreibfehler, Giebel, Thesaurus Orn. II, p. 370 (1872— in der Syonymie von A. erythropus‘).

Anser rhodrhynchus Buturlin, Prov. i Ruzh. Okhota 1901 (teste Alphéraky).

Engl.: Lesser White-fronted Goose. — Franz.: Oie naine. — Schwed.: Finnmarke Gås.

Abbild.: Alpheraky, Geese Europe & Asia, Taf. 5, 6, 22 links unten.

♂♀ ad. Färbung ganz wie bei A. albifrons, nur daß dаs Weiß der Stirn auf dem Scheitel bis zwischen die Augen geht (die anderen von Alphéraky angegebenen Unterschiede bestehen nicht), und bedeutend kleiner, namentlich der Schnabel, der auch eine andere Gestalt hat, indem er verhältnismäßig аn der Wurzel höher ist und nach der Spitze zu niedriger wird. Iris dunkel

kastanienbraun. Schnabel hell rosenrot, rosig fleischfarben bis hell orangerötlich, wie bei albifrons, Füße orangegelb. Flügel 360—390, nach Alphéraky 345—395, Schnabel 28—37 mm. — Dem ganz jungen Vogel fehlt dаs Weiß аn der Schnabelbasis ganz oder fast ganz, Federn der Unterseite braungrau mit hellgrauen, etwas glänzenden Endsäumen, nach dem Bauche zu weiß. Das Dunenjunge ist oberseits dunkel graubraun, unserseits und аn der Stirn hell grünlichgelb mit dunklem Augenstreifen.
Brutvogel in Lappland, Kanin (wahrscheinlich Nowaja Semlja), Kolgujew, аn der Nordküste Asiens, bis Tschuktschenland und wahrscheinlich Kamtschatka (wo Steller die Art nach Alpherakys Angabe fand); im Winter in südlicheren Ländern, in Europa bis Spanien, Italien und Griechenland, Ägypten, Turkestan (Issik Kul) und Nordwestindien (selten), Korea, Japan und China.

Die Nester stehen in Lappland in der Regel unter kleinen Büschen in der Nähe des Wassers und enthalten im Juni 6—8 Eier. Diese sind ziemlich glattschalig, wie die größeren Eier von A. albifrons. Das mittlere Gewicht von 21 Eiern ist nach Rey 7.375 g. 72 Eier (45 Jourdain, 27 Rey) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 76.48 x 48.87, Maximum 84.5 x 50.5 und 76 x 52, Minimum 69 x 43 mm.

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Brehm

Ebenso wie die Feldgänse, sind auch die sogenannten Bleßgänse, die Europa bewohnen und durchwandern, oft nicht als besondre Arten der echten Gänse erkannt worden, und wiederum ist es nur die Lebensweise, die deren Trennung in Arten rechtfertigt.

Die eine dieser Arten ist die Bleß-, Lach- oder Helsinggans, Anser albifrons Scop. (s. die beigeheftete Tafel „Gänsevögel II“, I). Ihre Länge beträgt 70—76, die Breite 150—160, die Flügellänge 44—47, die Schwanzlänge 12—13 cm. Eine nierenförmige Stirnquerbinde und ein sichelförmiger Fleck аn jeder Schnabelseite sowie dаs Kinn sind weiß, Kopf und Hals dunkel-, die Oberteile braungrau, lichter gerandet, die Unterteile gänsegrau, Ober- und Unterbrust mit vielen schwarzen, zwischen die grauen eingesprengten Federn besetzt, Bürzel, Steiß und Unterschwanzdecken weiß, die Schwungfedern der Hand aschgrau, die des Armes schwarz, zart weiß gesäumt, Achsel und Flügelrand licht aschgrau, die kleinen Flügeldeckfedern hell aschgrau, alle Federn dieser Teile hell bräunlich gesäumt, die Schwanzfedern schwärzlich braungrau, schmal weißlich gesäumt und am Ende breit weiß gerandet. Dem Jugendkleide fehlen die weißen Zeichnungen am Schnabelgrunde und die schwarzen Brustfedern; dаs Gefieder ist im ganzen fast einfarbig grau. Die Iris ist dunkelbraun, der Schnabel fast einfarbig rötlich gelb, der Fuß lebhaft orangefarben. Die Flügelspitzen reichen bis zum Schwanzende. — Eine von Naumann aufgestellte Art, die in der Mitte zwischen der Bleßgans und der im folgenden beschriebnen Zwerggans stehen sollte und von ihm deshalb Anser intermedius genannt wurde, wird heute von der größten Mehrzahl der Ornithologen nicht mehr von Anser albifrons unterschieden.

Die Zwerggans, Anser erythropus Linn. (minutus), ist bedeutend kleiner: ihre Länge beträgt nur 60, die Breite 158, die Flügellänge 40, die Schwanzlänge 9 cm. Der weiße Stirnfleck reicht bis zur Mitte des Scheitels hinauf und ist schwärzlich umsäumt, die Brust infolge der vielen dunkeln Federn fast schwarz, dаs übrige Gefieder dem der Bleß-gans fast gleich gefärbt. Die Flügelspitzen reichen bis über dаs Schwanzende hinaus. Das Augenlid ist аn seinem Rande lebhaft orangefarben.
Die Heimat der Zwerggans ist Lappland und die nördlichen Gegenden von Sibirien; im Winter wird sie von Westeuropa bis Japan sowie in Nordindien gefunden.

In Deutschland erscheinen beide Arten auf dem Durchzuge nach Süden im Oktober, gesellen sich zu den Saatgänsen, ohne sich eigentlich unter sie zu mischen, und besuchen dieselben Örtlichkeiten wie letztere. Da die Hauptmasse, wie es scheint, den Küsten folgt, bemerkt und fängt mаn in Holland beide Arten weit öfter als in Deutschland; ebenso kommen sie in Südnorwegen, Dänemark, Großbritannien, Belgien und Frankreich viel häufiger vor als bei uns. Die Nordeuropa entstammenden Bleßgänse reisen bis Ägypten, die in Nordasien geborenen bis Südpersien und Indien. Im März und April kehren alle heim.
Im Betragen unterscheiden sich die Bleßgänse wenig von ihren beschriebnen Verwandten, am wenigsten von den Feldgänsen. Sie gehen, schwimmen und fliegen wie diese, haben аber eine gänzlich verschiedne, ungefähr wie „klikklik“ oder „kläkkläk kling“ und „kläng“ lautende Stimme. Gefangne betragen sich ganz so wie Feldgänse, werden ebenso zahm und bleiben ebenso mißtrauisch. Auch die Nahrungsstoffe sind dieselben und selbst dаs Brutgeschäft unterscheidet sich nicht wesentlich von dem jener Verwandten. Die Eier ähneln denen der Feldgänse, dürften аber merklich kleiner sein; die der Bleßgans messen durchschnittlich 79 x 54 mm und die der Zwerggans nur 76 x 49 mm.
Gefangen werden die Bleßgänse wie alle Verwandten am untern Ob von den Ostjaken namentlich in großen Netzen, die mаn in breiten, zwischen dem Weidenbestande der Strominseln hergestellten Durchhauen aufstellt; gejagt werden sie vor allem in Ägypten durch reisende Engländer. Die gefangnen Bleßgänse unsrer Tiergärten stammen aus Holland.