in Vorbereitung: Beschreibungen aus Niethammer/Boxberger, Handbuch der deutschen Vogelkunde und Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas
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Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
65. Pyrrhocorax graculus (L.). (1)
Alpendohle.
Corvus Graculus Linne, Syst. Nat. Ed. XII, p. 158 (1766— Ex Gesner Aldr., Alb., Will., Raj., Synon. partim! „Hab. in Helvetiae alpibus“).
Pyrrhocorax alpinus Vieillot, Nouv. Dict. d’Hist. Nat. VI, p. 568 (1816— Alpes).
Pyrrhocorax alpinus var. digitatus Hempr. & Ehrenberg, Symb. Phys. fol. z. (1833— Syria).
Pyrrhocorax montanus Brehm, Hanclb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 176 (1831— Schweiz und Tirol).
Pyrrhocorax Forsythi Stoliczka, Stray Feathers 1874, p. 462 (Ladak).
Pyrrhocorax planiceps Brehm, Naumannia 1855, p. 273 (Nomen nudum!).
Pyrrhocorax alpinus major, gregarius, alticeps A. Brehm, Verz. Samml., p. 4 (1866— nom. nuda!).
Engl.: Alpine Chough. Franz.: Chocard. Ital.: Gracchio.
Einförmig glänzend schwarz mit gelbem Schnabel und hellroten Füßen. Flügel 265—280, Schwanz 175—190, Lauf etwa 45—47, Schnabel etwa 25—30 mm. ♀ wie ♂, nur ein wenig, kleiner, Junge mattschwarz, Schnabel und Füße mehr oder weniger bräunlich.
Die Berge Süd-Europas von den Alpen bis in die Apenninen, die iberische Halbinsel, Griechenland, Palästina und Klein-Asien bis zum Kaukasus und im Himalaya von Kaschmir bis Bhutan.
Östliche Vögel (Syrien, Palästina, Himalaya) scheinen eine Neigung zu größeren Dimensionen zu haben, befriedigende Unterarten аber sind nach dem von mir untersuchten Material nicht abtrennbar.
Obwohl lokal in Süd-Spanien verbreitet, ist dаs Vorkommen in Marokko noch zweifelhaft. Juby glaubt ein Exemplar Gibraltar gegenüber genau erkannt zu haben und im Rothschild’schen Museum befinden sich zwei augenscheinlich von Olcese präparierte Bälge, als von Marokko herstamraeifd bezeichnet. Angeblich waren alle Olcese’schen Bälge bei Tanger gesammelt.
Die Alpendohle ist ein strikter Gebirgsbewohner, der im Sommer bis in die Gletscherregion aufsteigt. Immer gesellschaftlich. Flug gewandt und sehr oft mit ausgebreitetem Schwänze schwebend, in Schneckenlinien auf- und absteigend. Stimme ein eigenartiges krui, krui, selten ein dohlenartiges Jauchzen. Nahrung krähenartig. Nisten gesellschaftlich von der Schneeregion bis in die obersten Ausläufer der Waldregion in Spalten und Löchern schroffer Felsenwände, bisweilen auch in Ruinen, Nester gut und dicht mit Haaren gefüttert, auf großer Unterlage. Eier 4—5, April und Mai, denen der Alpenkrähe ähnelnd, аber kleiner. Maße: 35.9 x 25.6, 39.5 x 25.1, 38.7 x 26 bis 41.8 x 26.4 mm.
1) Man nimmt jetzt ziemlich allgemein diesen Namen für die Alpendohle an, denn wenn auch nur ein Teil der angegebenen Bücherstellen paßt, so stimmt doch die Diagnose. Corvus pyrrliocorax Syst. Nat. Ed. XII (1766). p. 158 ist ein Gemisch, 1758 аber ist der Name unanfechtbar für die Alpenkrähe gut festgelegt.
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Brehm
Die Alpendohle oder Schneekrähe, Berg- und Steindohle, Schneedachel, Flütäfie und Alpenamsel, Pyrrhocorax graculus L. (alpinus), hat einen kaum kopflangen, schwach gebogenen Schnabel von gelber Färbung sowie ein amselartiges Gefieder, dаs bei alten Vögeln samtschwarz, bei jungen mattschwarz ist; der Fuß ist bei diesen bräunlich, bei jenen rot. Die Iris ist braun. Die Länge beträgt 37, die Länge des Schwanzes 18, die des Schnabels 2,5—3 cm.
Die Alpendohle ist fast über alle Hochgebirge des südlichen Europas verbreitet. Sie ist in den Alpen überall gemein, in Spanien ziemlich selten, in Griechenland und Italien häufiger, tritt außerdem in Kleinasien, Kaukasien, Persien, Südsibirien und Turkestan auf, bewohnt überhaupt alle Hochgebirge Mittelasiens und ist im Himalaja bis nach Bhutan nicht minder häufig als die verwandte Alpenkrähe. In der Hohen Tatra findet sie sich nirgends unter 1500 m und in Bosnien, nach Reiser, in allen höheren Gegenden. Im Altai besiedelt sie dieselben Bergzüge wie die Alpenkrähe, bildet, wie ich beobachtet habe, mit ihr sogar gemeinschaftliche Flüge.
„Wie fast alle Alpentiere“, erzählt Tschudi von ihr, „gelten auch die Schneekrähen für Wetterverkündiger. Wenn im Frühling noch rauhe Tage eintreten oder im Herbste die ersten Schneefälle die Hochtalsohle versilbern wollen, steigen diese Krähen scharenweise, bald hell krächzend, bald laut pfeifend, in die Tiefe, verschwinden аber sogleich wieder, wenn dаs Wetter wirklich rauh und schlimm geworden ist. Auch im härtesten Winter verlassen sie nur auf kurze Zeit die Alpengebiete, um etwa in den Talgründen dem Beerenreste der Büsche nachzugehen, und im Januar sieht mаn sie noch munter um die höchsten Felsenzinnen kreisen. Sie fressen übrigens wie die anderen Rabenarten alles Genießbare; im Sommer suchen sie bisweilen die höchsten Bergkirschenbäume auf. Land- und Wasserschnecken verschlucken sie mit der Schale (im Kropfe einer аn der Spiegelalpe im Dezember geschossenen Bergdohle fanden wir 13 Landschnecken, unter denen kein leeres Häuschen war) und begnügen sich in der ödesten Nahrungszeit auch mit Baumknospen und Fichtennadeln. Auf tierische Überreste gehen sie so gierig wie die Kolkraben und verfolgen in gewissen Fällen selbst lebende Tiere wie echte Raubvögel.“
Die Stimme der Alpendohle ist ein eigenartiges „Krui krui“, seltener ein dohlenartiges jauchzen. Die Nesterkolonien sind in den Spalten und Höhlen der unzugänglichsten Kuppen angelegt. Das einzelne Nest ist flach, groß, besteht aus einem Unterbau von Wurzeln und Ästchen, worauf dаs eigentliche Nest aus feinen Reiserchen, Würzelchen uno Grashalmen liegt. Es ist mit Haaren gut und dicht ausgekleidet und enthalt 4-5 etwa 38 mm lange, 26 mm dicke Eier, die auf gelblichem oder graugelblichem, manchmal auch grünlichgrauem Grunde mit gelb- oder graubraunen, meist in der Längsrichtung verlaufenden Flecken reich gezeichnet sind. Die Schneekrähen bewohnen gewisse Felsengrotten ganze Geschlechter hindurch und bedecken dort den Boden oft dick mit ihrem Kote.
Über dаs Gefangenleben gilt genau dasselbe, was von der folgenden Art, der Alpenkrähe, gesagt werden kann; ich wenigstens habe аn meinen Pfleglingen der einen wie der anderen Art irgendwie erhebliche Unterschiede nicht beobachten können.