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Bezzel
Pyrrhocorax graculus (L 1766) — Alpendohle
2 Subspezies; Mitteleuropa P. g. graculus (L. 1766).
Status in ME. Häufiger Brut- und Jahresvogel in den Alpen.
Kennzeichen. Etwa dohlengroß; Schnabel kürzer als Kopf und nur wenig gebogen, Beine etwas kürzer als Alpenkrähe; im Flugbild Hinterrand des Flügels mehr oder minder deutlich geschwungen mit 5 frei endigenden HS, die nicht so tief eingeschnitten sind wie bei Alpenkrähe, Schwanz wirkt länger, leicht abgerundet. – Schwarz mit grünlichem Schimmer auf Flügel und Schwanz; juv. mattschwarz. • Schnabel gelb, juv. zunächst dunkel hornfarben; Beine und Füße orange bis hellrot, juv. olivbraun mit schwarzen Flecken, bis in den Winter schwärzlich mit orangefarbenen Flecken; Iris dunkelbraun. • Vgl. Alpenkrähe; Bastarde Alpenkrähe x Alpendohle kommen vor (Mattes & Bürkli 1979). • Fotos: f Pforr u.a. 1980; Thaler & Sitasuwan 1988 (Por- traits, auch Bastard); Delin u.a. 1989. sw Königstedt u.a. 1990 (Flugbilder).
Verbreitung und Bestand. Br. in Hochgebirgen der S-Paläarktis, u.a.: Hoher Atlas (MA), Kantabrisches Gebirge und N Iberische Kordillere (E.), Pyrenäen, Alpen, Korsika, Apennin (des. Abruzzen), Dinarisches Gebirge, W-Balkan und Rhodopen, GR (und Kreta), 8E- und E-Anatolien bis Libanon, SW-lran und Elburs, Mittelasiatische Gebirge (u.a. Afghanistan, Beluchistan, Turkestan bis W-Altai und Sajan) sowie Himalayabogen und S-Tibet bis zum oberen Huang He. ME verbreiteter Br. der Alpen oberhalb der Baumgrenze; im Winter tagsüber ständiger Gast in Städten und Dörfern der Täler und unmittelbar am S- und N-Fuß, nur ausnahmsweise außerhalb des Alpenbereiches. In den Alpen Br. (1200) 1400-ca 3900 m (tiefste Br. CH 560 und 970 m), MA 2200-3900 m, in SE-Eu- ropa und TR nicht s auch < 1000 m ü.M (z.B. Baumgart, JfO 108, 1967).
CS: ßr in der Tatra nie überzeugend belegt; im 19. Jh. offenbar mehrere Beobachtungen, aus dem 20. Jh. nur je2 Einzeldaten aus Böhmen (April 1944, Dez. 1972) und der Slowakei (Sept. 1944, Okt. 1965) anerkannt • H: Ausnahmegast, 4. Nachweis 2 Ind. Sept. 1990 (BB 84 1991: 234). • PL: 2 Belege 19. Jh., ein anerkanntes Sichtdatum April 1958 aus der Tatra.
Als Folge des Tourismus und der Erschließung wird für viele Alpengebiete langfristig Zunahme vermutet; in Bay. regional trotz Kulturfoige in den letzten Jahrzehnten keine Zunahme der Bestände. • Dichte : Aufteilung des Areals in den Alpen in der Regel in einzelne Lokalpopulationen mit einzelnen Schwarmarealen; z. B. CH auf 16 km2 26 BP bzw. 140 Ind. am Ende der Brutzeit (Ra- boud 1988).
Wanderungen (u.a. Büchel 1983). Standvogel, Dismigrationen; im Winter, zunehmend auch bei ungünstigem Wetter im Sommer, tägliche Alti- tudinalwanderungen von Gipfelbereichen in die Siedlungen der Täler als Nahrungsflüge; max. wohl kaum > 20 km von Brutplätzen entfernt. Altvögel bleiben im Bereich der Lokalpopulation bzw. des Schwarmareals, Dismigration von Jungvögeln z.T. zu anderen Lokalpopulationen bis > 50 km (weiteste Entfernungen innerhalb der Alpen 85 km NNE, 155 km E, 170 km ESE). Außerhalb der Brutgebiete ME nur Ausnahmedaten, die meisten aus dem 19. Jh. (z. B. Helgoland).
Biotop. Br. in steilen Felswänden, auch mitunter аn Gebäuden oberhalb der Baumgrenze; insgesamt mehr Hochgebirgsvogel als Alpenkrähe. Nahrungssuche in der Alpin- und Montanstufe auf Weiden, Geröllhalden, belebten Gipfelstationen und Berggasthöfen sowie in der col- linen Stufe bzw. im Talbereich in Siedlungen, auf frisch gemähten Wiesen usw. Aufsuchen bestimmter Nahrungsplätze bzw. Siedlungen oft in jahrzentelanger Tradition unter völliger Vermeidung anderer, scheinbar günstiger zu erreichender Plätze.
Nahrung. Insekten, vor allem bodenbewohnenden Formen (z. B. Käfer, Grillen, Heuschrecken, Ameisen, Raupen), Spinnentiere, Schnecken, Regenwürmer; mitunter auch kleine Wirbeltiere, gelegentlich auch Jungvögel, ferner Aas (z. B. Fallwild). Im Herbst und Winter hauptsächlich vegetabilisch, z B Beeren, Obst, аber auch Knospen, Flechten, Blätter. Heute vielfach nicht nur im Winter Abfalle aller Art und Fütterung аn Rastplätzen und in Siedlungen mit Lebensmittelresten.
Stimme (u.a. Büchel 1983, Sitasuwan & Thaler 1985). Häufigster Ruf hoch und durchdringend »triii« oder »srriii« bzw. schärfer »zjii«; ferner etwas gedämpfter wie »dschirrroder »prri« (leicht ansteigend), z. B. als »Begrüßungsgeschrei«; Locklaut »pijä« oder »zijup«, meist verschütten, fast einsilbig; Drohlaut »djüpp«, auch »Drohplaudern«; bei Gefahr schnarrend »chrrr«. Schnabelknappen beim Drohen. »Plaudergesang« bei der »Gruppenbalz«.
Verhalten (u.a. Bücher 1983, Thaler & Sitasuwan 1988, Raboud 1988). Tagesrhythmus der Trupps und Schwärme fast dаs ganze Jahr über, des. auffallend im Winter, sehr ausgeprägt, in Abhängigkeit von Luftströmungen und/oder Nahrungsangebot (apere Flächen, Picknickplätze, in Siedlungen Schulpausen, Hotelbetrieb usw.); im Winter meist schon relativ früh am Nachmittag Einfliegen in die Schlafplätze. Außerhalb der Brutzeit Übernachtung paarweise oder in Trupps in Felswänden. Läuft mit raschen Schritten auf Boden, Felsgraten oder Hausdächern, bei Beschleunigung Hüpfen mit etwas alternierenden Fußbewegungen. Ausgezeichneter Gleitflieger unter Ausnutzung der unterschiedlichen Strömungsverhältnisse аn Steilwänden und Hängen, bei Aufwind auch guter Segelflieger; stürzt mit angelegten Flügel in hohem Tempo nach unten oder Steilwände entlang, dabei mittlere Geschwindigkeit von 200 km/h, Spitzengeschwindigkeit kurz vor der Landung noch höher. Nahrungserwerb ausgesprochen vielseitig, meist am Boden auf kurzrasigen Flächen, Geröllhalden, auch in Felswänden, im Tal auch auf Bäumen oder Häusern. Nahrung wird durch Hacken, Untersuchen von Flitzen und Spalten, Stochern, Graben, Zirkeln oder Abheben von kleinen Steinen hervorgeholt; Bodennutzung oberflächlicher als Alpenkrähe Verstecken von Nahrung in Felsritzen, Baumstümpfen oder аn Häusern, Verstecke werden abgedeckt; Trans- port der Nahrung sichtbar im Schnabel. Größere Nahrungsbrocken werden mit einem Fuß festgehalten. Sozialstruktur nicht ganz geklärt: Ganzjährig zusammenhaltende Paare nur um dаs Nest territorial; im Sommer meist in kleinen Trupps oder paarweise Nahrungssuche, offenbar Nichtbrüter und Brutvögel häufig in getrennten Arealen; rasche Bildung von größeren Schwärmen mit Anschluß von Nichtbrütern аn günstigen Nahrungsplätzen ab dem Ausfliegen der Jungen; im Winter größere Schwärme in Siedlungen usw. mit großen, аber offenbar traditionell beibehaltenen Schwarmarealen und Schlaf- bzw. Nahrungsplätzen; Anteil der Nichtbrüter in lokalen Beständen mitunter sehr hoch (bis >80%); Jungvogelanteil аn den Winterschwärmen sehr unterschiedlich, möglicherweise vorübergehend auch eigene Jugendschwärme mit Dismigrationsverhalten und anschließender Verteilung auf mehrere Lokalpopulationen. Innerhalb der Schwärme soziale Rangordnung (verpaarte ♂ höchste Stellung). Paarverhalten: Füttern des ♀ durch dаs ♂ auch bei langjährigen Paare ganzjährig; paarweises Fliegen in geringstem Abstand; enger Zusammenschluß vor allem zu Beginn der Brutzeit (wohl »mate-guarding«). Auffällige »Gruppenbalz« mit Häufung in den Wintermonaten und Beteiligung überwiegend unverpaarter Ind.: Zusammenrücken der Ind. eines Schwarms, Schnabel senkrecht nach oben, Laufen mit gesträubten Hals- und am breit am Boden schleifenden ST.
Fortpflanzung, (u.a Büchel 1974, 1983; Thaler & Nitasuwan (sic!) 1988; Raboud 1988). Geschlechtsreife? Jedenfalls dürften unter den Verhältnissen der Alpen kaum vorj. zur Brut kommen. Monogame Dauerehe, mehrfach bis 7 und 8 Jahre Partnertreue beobachtet; nur in Einzelfällen Partnerwechsel wobei jeweils ♀ durch ein futtertragendes unverpaartes ♂ zur Aufgabe der Paarbindung veranlaßt wurden. Brutplätze werden ab März bezogen. Nestrevier offenbar hauptsächlich vom ♀ monopolisiert, jedenfalls konstanter Nestplatz eines ♀ mit 3 verschiedenen Partnern nachgewiesen; Nistplatzwahl daher wohl grundsätzlich durch $. Neststand in der Regel einzeln in meist unzugänglichen Felswänden in Spalten, Höhlen, Nischen, Grotten unterschiedlichen Ausmaßes, auch in senkrechten Bodenschächten (z. B. Baumgart, JfO 108, 1967), Mauerlöchern von Ruinen, in Türmen, auf Dachböden, in Tunnels oder relativ frei auf Fels- und Gebäudesimsen, mitunter (aber oft mit geringem Erfolg) auch аn Seilbahnstationen; Koloniebrüten in den Alpen unwahrscheinlich, bei ungünstiger Verteilung von Nistmöglichkeiten denkbar. Einzelne Neststandorte oft lange Zeit Jahr für Jahr besetzt. Nest aus Zweigen, Wurzeln usw. mit einer dick ausgepolsterten Mulde aus feinerem Pflanzenmaterial sowie Haaren und auch Federn. Eier weißlich, lebhaft olivbraun und braun ur. gefleckt; die Flecken häufen sich oft am stumpfen Pol; von Alpenkrähe nicht zu unterscheiden. Gelege 3 — 5 (6) Eier. Legebeginn Alpen frühestens ab Mitte April, meist Mitte Mai bis Mitte Juni; eben flügge juv bis Anfang Aug. 1 Jahresbrut, Ersatzgelege? Brutdauer 18 — 21 d; nur ♀ brütet, wird vom ♂ am Nest gefüttert. Nestlingszeit mind. 30 d; beide Partner füttern. Familien halten bis in den Winter hinein zusammen. • Bruterfolg : CH von 26 BP 32 juv.
Alter. Mind. 16jähriges Ind lebend kontrolliert (H. Schöpf unveröff.).
Mauser. Postjuvenile Mauser (Teilmauser) Juli-Sept., genauer Umfang nicht bekannt. • Postnuptialmauser (Vollmauser) Ende Juni — Sept.; Gesamtmauser nach Zoobeobachtung mit 4 Monaten kürzer als bei Alpenkrähe; HS-Mauser ca. 85 d.
Literatur. P. F. Bonham, BB 63, 1970: 28- 32. – H. P. Büchel, Mitt, naturf. Ges. Luzern 24, 1974: 72-94. • ders., OB 80, 1983: 1 – 28. – D. Holyak, BS 19, 1972: 215-227. • D. Königstedt u.a., Limicola 4, 1990: 22- 27. • S. Lovari, G 66, 1976a: 207-219. – ders., G 68, 1978: 163-176. • H. Mattes & W. Bürkli, OB 76, 1979: 317-320. • C. Raboud, OB 85, 1988: 385-392. • N. Sitasuwan & E. Thaler, JfO 126, 1985: 181 — 193. • E. Thaler, Zool. Garten n. F. 47,1977:241 — 260. – dies., & N. Sitasuwan, Beih. Veröff. Natursch. LandschaftspfI. Ba.-Wü. 53, 1988: 183-190.
Quelle: Einhard Bezzel, Kompendium der Vögel Mitteleuropas. Nonpasseriformes · Nichtsingvögel, 1. Auflage, © 1985 · 1993, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag; sehr empfehlenswert: 2. vollständig überarbeitete Auflage 2005 in einbändiger Sonderausgabe
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Niethammer/Boxberger
Pyrrhocorax graculus (L.) — Alpendohle.
Verbreitung des Rassenkreises. Hohe Gebirge der iberischen Halbinsel, Atlas, Apennin, Korsika, Alpen, Karst-Hochgebirge der Balkanhalbinsel, Zilizischer Taurus, Libanon, Kaukasus, Elbursgebirge, Himalaja, Tibet, Hochgebirge von Westchina, Tien-schan, Sajan, Altai. — 2 Rassen.
Pyrrhocorax graculus graculus (L.) — Alpendohle.
Pyrrhocorax graculus (L.), Naumann IV, 8. 48; Reichenow 8. 96.
Beschreibung. ♂ und ♀ ad.: glänzend schwarz mit gelbem Schnabel und hellroten Füßen. Schnabel nicht länger als der Kopf. — Jugendkleid: mattschwarz, Schnabel und Füße mehr oder weniger bräunlich. — Maße: Flügel 265—280 mm (2 ♂ aus Oberbayern 266, 267 mm), Schnabel 25—30 mm; ♀ etwas kleiner.
Feldornithologische Kennzeichen. Taubengroß. Schwarz. Schnabel gelb, Füße rot. Lange Flügel. Segelt. — Stimme: trillerndes, helles ,,bürrb“ und pfeifendes „zfje“ (Weiteres s. Verh. Orn. Ges. Bayern 1928, 8. 77). Gesang „krakelnd“.
Allgemeine Verbreitung. Europa, Atlas, Westasien (s. o.); im Himalaja, in Tibet und Westchina durch P. g. forsythi Stoliczka vertreten.
Verbreitung in Deutschland. Stellenweise häufiger Brutvogel in der subnivalen Zone (etwa oberhalb 1800 m) der bayrischen Alpen in ihrer ganzen Ausdehnung. In schneereichen Wintern in die Voralpen, vereinzelt sogar in die Vorebene herabkommend. — Verirrte wurden bei Colmar geschossen (Schneider, Ornis III, 1887, S. 528), im württembergischen Allgäu (Fischer, Vogelfauna Württembergs, S. 215), sowie am badischen Bodenseeufer bei Meersburg und Konstanz. Einmal bei Wittstock in der Mark 1874 (Schalow), vermutlich entflogener Käfigvogel.
Biotop. Hochgebirge, im Sommer bis zur Gletscherregion, wird im Winter mehr oder minder talwärts gedrückt. Sehr gern auf Geröllhalden, аn Steilhängen, überhaupt oberhalb der Baumgrenze.
Fortpflanzung. Gesellig nistend in Spalten und Löchern steiler Felswände, gern аn schwer zugänglichen Stellen, meist über der Baumgrenze, zuweilen auch in den obersten Bezirken der Waldregion, sehr selten tiefer. Der Brutplatz wird im April/Mai bezogen. — Nest: Eine mehr oder minder große Unterlage aus dürren Reisern, Wurzeln und Ästen, flach darauf dаs eigentliche Nest aus feinen Reisern, Grashalmen usw. Mulde solide mit Haaren und manchmal auch Federn ausgepolstert. — Vollgelege: 4—-5, selten 6 und 3 Eier, ab letztes Aprildrittel/Mai, wahrscheinlich nicht selten auch erst im Juni. —Eier: schlank, auf weißlicher Grundfarbe ziemlich stark bräunlich längsgefleckt; überdies fast stets noch einige größere hellgraue Schalenflecke; nur wenig Glanz. 15 Schweizer Eier im Durchschnitt 37,25 x 25,87 mm. — Brutpflege: nur ungenügend bekannt! ♀ brütet allein (?). Bebrütungsbeginn ? — Brutdauer: ? — Nestlingsdauer 😕 — Meist kommen wohl nur 2 Junge hoch.
Nahrung. Fast alles Genießbare, dаs sich greifen läßt. Insekten, Würmer, Land- und Wasserschnecken, die mit Schalen verschluckt werden, Abfälle, wohl auch Aas. Oft und gern Bergkirschen und sonstiges Obst, besonders Beeren (Berberitze, Brom- und Maulbeere, Hagebutte, Heidel-, Vogel- und Preiselbeere u. a.).
Parasiten. Federlinge: Colpocephalum elongatum, Degeeriella b. biguttata, Philopterus thryptocephalus. Flöhe: Ceratophyllus vaga- bunda alpeslris. Saugwürmer: Harmostomum mesostomum. Fadenwürmer: Acuaria cordata, Syngamus trachea.
Quelle: Niethammer/Boxberger u.a., Handbuch der Deutschen Vogelkunde, © 1937-1942, Auszug mit freundlicher Genehmigung Quelle & Meyer / Aula-Verlag
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Heinroth
[keine Beschreibung dieser Art im Werk]
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Hartert
65. Pyrrhocorax graculus (L.). (1)
Alpendohle.
Corvus Graculus Linne, Syst. Nat. Ed. XII, p. 158 (1766— Ex Gesner Aldr., Alb., Will., Raj., Synon. partim! „Hab. in Helvetiae alpibus“).
Pyrrhocorax alpinus Vieillot, Nouv. Dict. d’Hist. Nat. VI, p. 568 (1816— Alpes).
Pyrrhocorax alpinus var. digitatus Hempr. & Ehrenberg, Symb. Phys. fol. z. (1833— Syria).
Pyrrhocorax montanus Brehm, Hanclb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 176 (1831— Schweiz und Tirol).
Pyrrhocorax Forsythi Stoliczka, Stray Feathers 1874, p. 462 (Ladak).
Pyrrhocorax planiceps Brehm, Naumannia 1855, p. 273 (Nomen nudum!).
Pyrrhocorax alpinus major, gregarius, alticeps A. Brehm, Verz. Samml., p. 4 (1866— nom. nuda!).
Engl.: Alpine Chough. Franz.: Chocard. Ital.: Gracchio.
Einförmig glänzend schwarz mit gelbem Schnabel und hellroten Füßen. Flügel 265—280, Schwanz 175—190, Lauf etwa 45—47, Schnabel etwa 25—30 mm. ♀ wie ♂, nur ein wenig, kleiner, Junge mattschwarz, Schnabel und Füße mehr oder weniger bräunlich.
Die Berge Süd-Europas von den Alpen bis in die Apenninen, die iberische Halbinsel, Griechenland, Palästina und Klein-Asien bis zum Kaukasus und im Himalaya von Kaschmir bis Bhutan.
Östliche Vögel (Syrien, Palästina, Himalaya) scheinen eine Neigung zu größeren Dimensionen zu haben, befriedigende Unterarten аber sind nach dem von mir untersuchten Material nicht abtrennbar.
Obwohl lokal in Süd-Spanien verbreitet, ist dаs Vorkommen in Marokko noch zweifelhaft. Juby glaubt ein Exemplar Gibraltar gegenüber genau erkannt zu haben und im Rothschild’schen Museum befinden sich zwei augenscheinlich von Olcese präparierte Bälge, als von Marokko herstamraeifd bezeichnet. Angeblich waren alle Olcese’schen Bälge bei Tanger gesammelt.
Die Alpendohle ist ein strikter Gebirgsbewohner, der im Sommer bis in die Gletscherregion aufsteigt. Immer gesellschaftlich. Flug gewandt und sehr oft mit ausgebreitetem Schwänze schwebend, in Schneckenlinien auf- und absteigend. Stimme ein eigenartiges krui, krui, selten ein dohlenartiges Jauchzen. Nahrung krähenartig. Nisten gesellschaftlich von der Schneeregion bis in die obersten Ausläufer der Waldregion in Spalten und Löchern schroffer Felsenwände, bisweilen auch in Ruinen, Nester gut und dicht mit Haaren gefüttert, auf großer Unterlage. Eier 4—5, April und Mai, denen der Alpenkrähe ähnelnd, аber kleiner. Maße: 35.9 x 25.6, 39.5 x 25.1, 38.7 x 26 bis 41.8 x 26.4 mm.
1) Man nimmt jetzt ziemlich allgemein diesen Namen für die Alpendohle an, denn wenn auch nur ein Teil der angegebenen Bücherstellen paßt, so stimmt doch die Diagnose. Corvus pyrrliocorax Syst. Nat. Ed. XII (1766). p. 158 ist ein Gemisch, 1758 аber ist der Name unanfechtbar für die Alpenkrähe gut festgelegt.
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Brehm
Die Alpendohle oder Schneekrähe, Berg- und Steindohle, Schneedachel, Flütäfie und Alpenamsel, Pyrrhocorax graculus L. (alpinus), hat einen kaum kopflangen, schwach gebogenen Schnabel von gelber Färbung sowie ein amselartiges Gefieder, dаs bei alten Vögeln samtschwarz, bei jungen mattschwarz ist; der Fuß ist bei diesen bräunlich, bei jenen rot. Die Iris ist braun. Die Länge beträgt 37, die Länge des Schwanzes 18, die des Schnabels 2,5—3 cm.
Die Alpendohle ist fast über alle Hochgebirge des südlichen Europas verbreitet. Sie ist in den Alpen überall gemein, in Spanien ziemlich selten, in Griechenland und Italien häufiger, tritt außerdem in Kleinasien, Kaukasien, Persien, Südsibirien und Turkestan auf, bewohnt überhaupt alle Hochgebirge Mittelasiens und ist im Himalaja bis nach Bhutan nicht minder häufig als die verwandte Alpenkrähe. In der Hohen Tatra findet sie sich nirgends unter 1500 m und in Bosnien, nach Reiser, in allen höheren Gegenden. Im Altai besiedelt sie dieselben Bergzüge wie die Alpenkrähe, bildet, wie ich beobachtet habe, mit ihr sogar gemeinschaftliche Flüge.
„Wie fast alle Alpentiere“, erzählt Tschudi von ihr, „gelten auch die Schneekrähen für Wetterverkündiger. Wenn im Frühling noch rauhe Tage eintreten oder im Herbste die ersten Schneefälle die Hochtalsohle versilbern wollen, steigen diese Krähen scharenweise, bald hell krächzend, bald laut pfeifend, in die Tiefe, verschwinden аber sogleich wieder, wenn dаs Wetter wirklich rauh und schlimm geworden ist. Auch im härtesten Winter verlassen sie nur auf kurze Zeit die Alpengebiete, um etwa in den Talgründen dem Beerenreste der Büsche nachzugehen, und im Januar sieht mаn sie noch munter um die höchsten Felsenzinnen kreisen. Sie fressen übrigens wie die anderen Rabenarten alles Genießbare; im Sommer suchen sie bisweilen die höchsten Bergkirschenbäume auf. Land- und Wasserschnecken verschlucken sie mit der Schale (im Kropfe einer аn der Spiegelalpe im Dezember geschossenen Bergdohle fanden wir 13 Landschnecken, unter denen kein leeres Häuschen war) und begnügen sich in der ödesten Nahrungszeit auch mit Baumknospen und Fichtennadeln. Auf tierische Überreste gehen sie so gierig wie die Kolkraben und verfolgen in gewissen Fällen selbst lebende Tiere wie echte Raubvögel.“
Die Stimme der Alpendohle ist ein eigenartiges „Krui krui“, seltener ein dohlenartiges jauchzen. Die Nesterkolonien sind in den Spalten und Höhlen der unzugänglichsten Kuppen angelegt. Das einzelne Nest ist flach, groß, besteht aus einem Unterbau von Wurzeln und Ästchen, worauf dаs eigentliche Nest aus feinen Reiserchen, Würzelchen uno Grashalmen liegt. Es ist mit Haaren gut und dicht ausgekleidet und enthalt 4-5 etwa 38 mm lange, 26 mm dicke Eier, die auf gelblichem oder graugelblichem, manchmal auch grünlichgrauem Grunde mit gelb- oder graubraunen, meist in der Längsrichtung verlaufenden Flecken reich gezeichnet sind. Die Schneekrähen bewohnen gewisse Felsengrotten ganze Geschlechter hindurch und bedecken dort den Boden oft dick mit ihrem Kote.
Über dаs Gefangenleben gilt genau dasselbe, was von der folgenden Art, der Alpenkrähe, gesagt werden kann; ich wenigstens habe аn meinen Pfleglingen der einen wie der anderen Art irgendwie erhebliche Unterschiede nicht beobachten können.