Heinroth
Der Schwarzhalstaucher (Podiceps nigricollis Brehm)
brütet in der Form P. n. nigricollis Brehm vorwiegend in Osteuropa und durch Asien bis zum Amur sowie in Südeuropa und anscheinend fast in ganz Afrika; er hat einen sehr ähnlichen Vertreter im westlichen Nordamerika. Die nordischen ziehn im Winter nach Süden. In der Größe steht er dem Zwergsteißfuß näher als den beiden besprochnen Verwandten; sein Flügel mißt 127—136, der Schnabel 20—24, der Lauf 38—44 mm. Das Gewicht beträgt um 300, dаs des Eies ungefähr 20 g; Neugeborne aus Eiern von 20 und 21g waren 13 und 14 g schwer. Die Dottergewichte hatten wir früher schon besprochen.
Aus einer wohl nach hunderten von Paaren zählenden Siedlung im Lucknainer See in Ostpreußen, wo die einzelnen Gelege kaum auf Bootslänge von einander entfernt waren, nahm ich ein paar frische Eier mit nach Berlin: dаs auf der Taucherkükentafel Nr. CXXVIII in Bild 3 dargestellte Stück entschlüpfte daraus; es ist recht dunkel und hat eine ziemlich leuchtende Färbung der nackten Gesichtsteile. Halbwüchsige oder alte Stücke haben wir bisher nicht bekommen und somit auch noch nicht abbilden können.
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Hartert
1796. Podiceps nigricollis nigricollis Brehm.
Schwarzhalssteißfuß.
Podiceps nigricollis Brehm. Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 963 (1831— Deutschland).
Podiceps recurbirostris Brehm, Handb. Naturg. Vög. Deutschl., p. 1013 (1831— Triest).
Podiceps orientalis id., Vogelfang, p. 402 (1855— „Am rothen Meere“).
? Podiceps auritus borealis A. E. Brehm, Verz. Samml., p. 15 (1855— Nomen nudum!).
Eng.: Black-necked Grebe. — Ital.: Svasso piccolo. — Swed.: Svarthalsad- Dopping.
Abbild.: Naumann, Nat. Vög. Deutschl., Taf. 246, u. a. m.
Schnabelfirste nicht leicht abwärts wie bei P. auritus, sondern gerade oder leicht aufwärts gebogen, im ganzen kleiner als P. auritus. — ♂♀ ad. Ganze Oberseite schieferschwarz, Seiten des Bürzels dunkel kastanienbraun. Handschwingen braun, Schäfte schwarz, die innersten 1—3 Paare meist ganz, oft аber nur größtenteils weiß, аn Spitze und Außenfahnen braun. Armschwingen mit Ausnahme der letzten (innersten) weiß. Hinterm Auge ein breiter, die Ohren überragender, 3 1/2 — 4 1/2 cm langer, aus stark verlängerten, schmalen Federn bestehender Streif, аn seinem oberen Teile von bräunlicher Strohfarbe, weiter unten goldig rotbraun. Der ganze übrige Kopf und Hals bis auf den Kropf schwarz; Körperseiten rotbraun, nach Brust und Unterkörper zu grauschwarz gefleckt; Aftergegend braungrau, ganze übrige Unterseite glänzend weiß. Iris orangerot mit schmalem weißen inneren Ring. Schnabel schwarz, аn der äußersten Basis rötlich. Läufe und Füße außen schwarz, innen grünlich bleiblau. Flügel 127—136, einmal 137, Lauf 38—44, Schnabel 20—24 mm. — Winterkleid und Junges wie bei P. auritus, аber аn dem geraden oder etwas aufwärts gerichteten Schnabel, der geringeren Größe und in der Regel аn den ganz oder großenteils weißen inneren Handschwingen zu erkennen. — Dunenjunges: Oberseits grauschwarz mit gräulichweißen Längsstreifen, Hals hinten und аn den Seiten rostgrau mit einigen großen schwarzen Längsstreifen. Kopf schwarz, weißgrau gestreift oder streifenartig gefleckt. Ähnlich denen von P. ruficollis, аber mit weniger Rostbraun. — Exemplare aus Afrika (Abessinien) sind oft kleiner, besonders die Schnäbel oft sehr klein, аber der Unterschied ist nicht konstant, wie schon Erlanger bemerkte und Serien van Somerens bestätigen.
Brutvogel von Dänemark und den russischen Ostseeprovinzen (selten, vielleicht auch Süd-Finnland) bis Südrußland und Transkaukasien, sowie Asien vom Ural und Kleinasien anscheinend bis zu den Amurgegenden, wo er аber selten sein muß. In Polen, Ost- und Norddeutschland, vereinzelt in anderen Landesteilen, sowie in Südeuropa und Cypern. Außerdem Brutvogel in Nordafrika, Nordost-, Ost- und Südafrika, wahrscheinlich sporadisch in ganz Afrika. — Auf dem Zuge in Südeuropa, Afrika, Arabien, Persien, Indien (selten), China und Japan. In Großbritannien Winterbesucher, аber аn einer Stelle in Wales und seit 1918 in mehreren Paaren bei Tring brütend. In Irland seltener, hat аber auch neuerdings genistet. Verflogene Stücke sind auf Madeira, den Canaren und Azoren festgestellt.
Lebensweise im allgemeinen wie die anderer Arten der Gattung. Der Lockton klingt wie pie-iep, der Alarmruf whit, whit, whit. Der Paarungsruf ist nicht so trillernd, аber etwas kräftiger als der von P. ruficollis und aus Doppelsilben, die wie bidewidewidewide klingen, zusammengesetzt. Wie oft auch P. cristatus da, wo die Art häufiger ist, meist in kleinen Kolonien brütend. Nest und Eier wie die anderer Arten der Gattung, Eier natürlich größer als die von P. ruficollis, kleiner als die von P. cristatus und griseigena. Das mittlere Gewicht ist nach Rey 1.619 g. 100 Eier (80 Jourdain, 20 Rey) messen nach Jourdain, in litt., im Durchschnitt 43.94 x 30.25, Maximum 48.5 x 32 und 40 x 34, Minimum 39 x 27.1 mm. Die Dunenjungen rufen pie-a, pie-a, pie-a. Beim alten Vogel steht im Frühling und Sommer die Stirnhaube aufrecht und die goldgelblichen Ohrdecken sind nicht eng zusammengelegt wie аn den meisten Bälgen und Abbildungen, sondern strahlenförmig ausgebreitet, etwa ein Drittel eines Kreises einnehmend, wie recht gut im alten Naumann, Taf. 246, dargestellt war. — Die im tropischen Afrika nistenden Vögel legen augenscheinlich kein unscheinbares „Winterkleid“ an!
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Brehm
Der Schwarzhalssteißfuß, Podiceps nigricollis Brehm (Colymbus), ist annähernd ebenso groß wie der vorstehend beschriebene, ihm sehr ähnliche Verwandte. Der Kopf, mit Ausnahme eines breiten, am Auge beginnenden, die Ohrgegend deckenden, lebhaft goldgelben, unter- und hinterseits ins Rötliche übergehenden Zügelstreifens, Hals und Oberteile sind schwarz, Oberbrust und Seiten lebhaft braunrot, Brust- und Bauchmitte atlasweiß, die Hand-, innersten Armschwingen und obern Flügeldeckfedern gräulichschwarz, die Handschwingen von der sechsten аn am Ende, nach innen zu zunehmend, weiß gesäumt, die kurzen Armschwingen rein weiß. Das Auge ist lebhaft rot, der vorn sanft aufwärts gebogne Schnabel schwärzlich-, der Fuß graugrün. Dem Winterkleide fehlt der Kopfschmuck; die Wangen sind gräulichfahl, Vorderhals und Halsseiten grau. Die Länge beträgt 32, die Breite 60, die Flügellänge 13 cm. Das Verbreitungsgebiet umfaßt den gemäßigten Gürtel der Alten Welt.